(Sch)iffe, (Sch)weden, (Sch…)wetter

 
 
Mittsommer!!! Fest steht, dass dieser Termin ziemlich zuverlässig am 21. Juni stattfindet, wenn die Sonne bei 23,4° Breite den nördlichen Wendekreis erreicht. Dieser längste Tag markiert deshalb den astronomischen („kalendarischen“) Sommeranfang und hat in Nordeuropa eine viel stärkere Bedeutung als anderswo. Wenn man sich die lange Dunkelperiode im Winter vorstellt, ist das nicht weiter verwunderlich. Ebenfalls fest steht, wann in Schweden Mittsommer gefeiert wird. Anstatt tatsächlich die kürzeste Nacht zu zelebrieren, wie in vorchristlichen Zeiten, oder das Johannisfest (24.06.) wie früher, wird seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts Mittsommer immer am darauffolgenden Wochenende gefeiert, falls die Sonnenwende nicht schon auf ein Wochenende fällt. Der eigentliche Mittsommertag (schwedisch: midsommardagen) fällt laut Gesetz immer auf den Samstag zwischen 20.6. und 26.6., gilt als offizieller schwedischer Flaggentag und geht eher ruhig vor sich. Man schläft aus und erholt sich vom Vorabend. Der Freitag, also Mittsommerabend oder Mittsommernacht (auf schwedisch: midsommarafton) ist zwar kein gesetzlicher Feiertag in Schweden; doch spätestens ab Mittag arbeitet niemand mehr. Denn abends findet auf dem Land ja der Tanz um den Mittsommerbaum oder Maibaum (schwedisch: midsommarstången) statt, tagsüber muss der Baum geschmückt und das Fest vorbereitet werden. Die Menschen strömen hinaus ins Freie, sammeln Feldblumen und Birkenlaub und schmücken eine Maistange. Alt und Jung tanzen im Reigen um den Platz, zu den Klängen einer Fidel oder einer in althergebrachter Tracht gekleideten Spielmannsgruppe. Mädchen und junge Frauen flechten sich bunte Blütenkränze und tragen sie im Haar.

In Süd- und Mittelschweden, also deutlich unterhalb des Polarkreises, gibt es noch keine richtige Mitternachtssonne. Dennoch geht keiner schlafen in dieser Nacht. Der warme Abendwind hält die Menschen munter, das nachmittäglich helle Licht der skandinavischen Sonne scheint lange, so wunderbar lange. Und dann sitzt man am Ufer, das Gesicht nach Norden gewandt. Es ist eine Selbstverständlichkeit, nach dem Verschwinden der Sonne zu wachen und mit dabei zu sein, wenn sie zwei Stunden später unweit der Stelle wieder aufgeht, an der sie zögerlich hinter den Horizont abtauchte.

Trevlig midsommar!“

Zu Essen gibt es beim Mittsommerfest traditionell neue schwedische Dill-Kartoffeln mit Sauerrahm, dazu Hering (schwedisch: sill), frischen Schnittlauch und Knäckebrot; oder man bringt sich ein anderes schmackhaftes Picknick mit zum Festplatz, grillt vielleicht ein paar Würstchen für selbstgemachte varmkorv, die schwedischen Hotdogs. Und danach der Schweden liebster Nachtisch: schwedische Erdbeeren mit Schlagsahne!

Für Wissbegierige weiß Wikipedia mehr!

Soweit die Theorie! Für uns ergab sich ein etwas anderes Bild: Pünktlich um 14 Uhr zu Beginn des Tanzvergnügens schlug das vorher wunderschöne Sommerwetter um, es begann zu regnen und hörte die nächsten Tage nicht mehr auf 😦

Zu dem 10-jährigen Treffen der schwedischen Mobiso-Gruppe waren 14 deutsche und 4 schwedische Mobisos gekommen, am Samstag fuhren die Ersten dann schon wieder weiter. Wir und 7 weitere Unerschrockene hielten noch bis Montag durch, mit Hilfe von selbstgebackenem Bananenkuchen von Uschi.

Mittsommertreffen in Oeckeroe (131) Mittsommertreffen in Oeckeroe (128) Mittsommertreffen in Oeckeroe (130)

Da das Wetter nicht besser wurde, sind wir in einem langen Fahrtag bis Kopenhagen durchgefahren. Hier ist es immer noch sehr wechselhaft und alle Vorurteile über den nordischen Sommer bestätigen sich. Interessant ist aber folgendes: Wir laufen hier in etwa so gekleidet herum wie auch im Winter in Spanien. Dort fällt uns auf, dass die Spanier Rollkragenpullover, Stiefel und Wintermäntel tragen. Hier ist auffallend, dass die (jungen) Frauen in Tops, Shorts und Bikini herumlaufen! Das Temperaturempfinden der Nord- und Südeuropäer ist offensichtlich absolut unterschiedlich.

Mit StenaLine nach Schweden Mittsommertreffen in Oeckeroe (006) Mittsommertreffen in Oeckeroe (001) Unsere Anfahrt nach Schweden mit StenaLine von Kiel nach Göteborg war das Highlight unserer ganzen Reise, zumal gerade noch die “Kieler Woche” stattfand. Wir haben viele schöne Schiffe und Schiffchen gesehen und fotografiert! Dank Norbert haben wir auch von der Insel Öckerö, wo unser Treffen stattgefunden hat, sehr typische Schwedenfotos. Wir haben nicht viel gesehen, da wir, als das Wetter noch gut war, auf die Ankommenden gewartet haben. Aber außer Natur gab es auch nicht viel…

Wen die Fotos interessieren, der kann hier klicken! Viel Vergnügen!

Hafenfest in Duisburg

 
 
Unsere Zeit im Ruhrgebiet ist schon wieder zu Ende! Wir hatten ein wenig Pech mit dem Wetter, es hat viel geregnet und war relativ kalt für die Jahreszeit. Aber wir hatten ja unseren Smartie und sind insgesamt knapp über 1000 km mit ihm unterwegs gewesen. Am liebsten würden wir ihn ja behalten 😉

Gestern waren wir, trotz Regens, in Duisburg und haben uns den neuen Innenhafen angeschaut. Wir wussten nicht, dass dieses Wochenende dort das große Hafenfest mit einer Drachenboot-Regatta stattfindet. Es ist die größte Drachenboot-Fun-Regatta Deutschlands mit 170 Mannschaften und 3500 Teilnehmern, sie findet zum 13. Mal statt und steht im Guiness-Buch der Rekorde. Wir erlebten den Start mit den Ausscheidungskämpfen der Duisburger Schulen. Die Mannschaften hatten so lustige Namen wie: Pustefix, Quietscheente, Powergirls, Red Dragon, Schweinehaufen, Top 13, Gummibärchenbande, Taifun Mercator… Leider sind die Fotos wegen der fehlenden Sonne etwas farblos (außerdem in Ermangelung eines Fotoapparates mit meinem Handy aufgenommen), aber zum Glück hatte wenigstens der Regen aufgehört!

Plan Innenhafen Innenhafen (alter Teil) Innenhafen (neuer Teil) Drachenboot-Regatta (1) Drachenboot-Regatta (2) Drachenboot-Regatta (3) Drachenboot-Regatta (4) Drachenboot-Regatta (5) Drachenboot-Regatta (6) Drachenboot-Regatta (7) Innenhafen mit Lego-Giraffe Viva España

Anschließend sind wir noch in die City gefahren und ich war total positiv überrascht! Ich hatte keine guten Erinnerungen an die Duisburger Innenstadt, aber es hat sich so viel verändert, dass sie mir jetzt ausgesprochen gut gefällt (Uschi auch). Da können meiner Meinung nach weder Bochum noch Essen noch Dortmund mithalten, von Gelsenkirchen wollen wir gar nicht erst reden (sorry, Ulrich+Maria!). Vom hässlichen, grauen, schmutzigen Kohlenpott meiner Jugend ist wirklich fast nichts mehr übrig geblieben! Es gibt sehr viele Landschaftsparks, ehemalige Zechenanlagen sind umgewandelt worden in “Event”-Anlagen, die Zeche Zollverein in Essen gehört ja sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO. (Fast) alle Vorurteile, die sich hartnäckig über das Ruhrgebiet halten, sind wirklich nicht mehr haltbar!

Einkaufscenter Duisburg Nana-Adler von vorne Nana-Adler von hinten

Morgen fahren wir dann ein Stück weiter gen Norden bis Rendsburg. Am Mittwoch geht unsere StenaLine-Fähre von Kiel nach Göteborg.

Am grünen Rand vom Ruhrpott

 
 
Seit Sonntag sind wir in meiner alten Heimat! Wir stehen ziemlich in der Mitte zwischen Bochum, wo ich die ersten 50 Jahre meines Lebens gelebt habe und dem Schwalm-Nettetal, wo ich über ca. 15 Jahre viele, viele Wochenenden und Ferienwochen auf einem Campingplatz in meinem kleinen Wohnwagen verbracht habe. Wir sind in dem Camping- und Ferienpark “Blaue Lagune” in der Nähe von Wachtendonk, kurz vor der holländischen Grenze bei Venlo. Die Anlage ist sehr weitläufig mit Dauercamper-Teil, Mobilheim-Park, Touristen-Teil, getrennt nach Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen, Ferienhäuschen und –häusern, einem Badesee mit Sandstrand, einer Wasserski-Anlage und einem Hochseilklettergarten. Das Wetter ist leider nicht so toll, aber vermutlich wäre sonst der Teufel hier los! Das große “Vollmondfest” mit über 1000 Teilnehmern haben wir glücklicherweise um einen Tag verpasst 😉

in der Blauen Lagune Blaue Lagune (Wasserskianlage und Hochseilgarten) 007 Ferienhäuschen (4) Blaue Lagune (Strand) Blaue Lagune (See)

Am Montag haben wir mit Martinas Hilfe unseren Mietwagen abgeholt. Wie ich es mir heimlich gewünscht hatte, hat unser kleines Smart-Cabrio die Farbe blau/silber mit schwarzem Dach. Es ist sooo niedlich!!! Es macht unheimlich Spaß, mit ihm durch die Gegend zu fahren, es ist richtig spritzig und fährt auch auf der Autobahn wie ein Großer! Hoffentlich können wir noch mit offenem Verdeck fahren.

Smart-Treffen unser Kleiner

Gestern sind wir mal kurz über die Grenze nach Venlo. Ich war positiv überrascht, wie nett dieses Städtchen geworden ist. Leider machten alle Geschäfte Punkt 18 Uhr zu und wir hatten Mühe, noch ein paar Patatas frites zu bekommen.

Venlo Rathaus Venlo Häuserzeile

Heute entwickelte sich das Wetter noch richtig gut, sodass wir schön durch Brüggen bummeln konnten und uns dort zwei leckere Eisbecher genehmigt haben.

Brüggen 'Alter Bahnhof' Lok

Morgen geht es dann mal wieder in die Hattinger Straße 106!