Anreise mit Hindernissen

 
 
Wir sind heute Abend um kurz nach 19 Uhr wider Erwarten doch noch auf dem Stellplatz in Palavas-les-Flots in Südfrankreich angekommen. Wir hatten keine besonders gute Fahrt und trotzdem auch wieder viel Glück im Unglück! Es fing alles eigentlich ganz gut an, wir hatten gestern Abend in einem kleinen französischen Städtchen einen von nur vier ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätzen bekommen (Cousance; kostenlos; Bordatlas Europa 2012; A39 Richtung Lyon, Ausfahrt 9, 7 km bis zur Ortsmitte, dann als Entsorgungsstelle für Wohnmobile ausgeschildert; kein Strom; Ent- und Versorgung kostenfrei; Supermarkt ca. 100 m). Heute brachen wir dann schon – für unsere Verhältnisse – ziemlich früh auf, weil wir möglichst schnell an’s Meer wollten. Wir frühstücken ja immer erst unterwegs und wollten das zur Abwechslung mal an/in einer französischen Raststätte tun. Bei der ersten, die wir anfuhren, wollten wir wie immer zwischen den LKW parken, aber das war, völlig überraschend, für Wohnmobile und Wohnwagengespanne nicht erlaubt. Als wir die Schilder sahen, kamen wir aber schon nicht mehr in den anderen Bereich und mussten weiterfahren. Bei der nächsten Raststätte wurden rundherum alle Parklätze umgebaut und als wir endlich einen freien Platz erwischt hatten, fing es heftig an zu regnen und wir hätten um mehrere Kurven von Bauzäunen laufen müssen. Das Ergebnis war Frühstück im Mobil und Frust! Der Regen hörte nicht mehr auf und machte die Fahrerei nicht angenehmer. Unser dringendes Kaffeebedürfnis konnte über lange Zeit nicht befriedigt werden, weil wir wenig Lust hatten, auf dem Weg bis zur Raststätte klatschnass zu werden. Gegen 15 Uhr wurde dann aber der Wunsch nach Kaffee übermächtig und wir beschlossen, bei der Gelegenheit auch gleich vollzutanken. Danach fuhr ich mit Flitzi voraus Richtung LKW-Parkplätze und stellte nach kurzer Zeit fest, dass Uschi mit Oscarlotta nicht hinterher kam. Gut, dass wir Handfunken in Gebrauch haben! Oscarlotta sprang nämlich nicht mehr an!!!

1. Mal Glück im Unglück: Normalerweise kommt man an Raststätten-Tankstellen nicht mehr zur Tankstelle zurück, wenn man schon auf dem Weg zu den Parkplätzen ist. Hier führte der Weg aber sehr verschlungen in verkehrter Richtung noch einmal an der Tankstelle vorbei, mit der Möglichkeit einer erneuten Zufahrt. Oscarlotta startete nicht, zeigte nur im Display eine Warnmeldung an: “Motorölstand überprüfen”. Wir haben eine Woche vor unserer Abfahrt in Aalen bei Iveco einen Ölwechsel durchführen lassen sowie einen Kundendienst!

2. Mal Glück im Unglück: An einer Tankstelle gibt es Motoröl zu kaufen! Unser Ölmessstab zeigte KEINERLEI erkennbare Ölspuren! Also kauften wir gleich 2 Liter Öl. Keine Veränderung! Also wieder durch strömenden Regen in den Verkaufsraum zurück und eine weitere Flasche gekauft. Nichts! Nach der 4. Flasche erste leichte Spuren am Ölmessstab. Voller Hoffnung Oscarlotta gestartet, es klickte nur leise. Die Warnmeldung war zwar weg, dafür hatten wir dann die Meldung, dass der Öldruck nicht stimmt. Unser Service-Handbuch besagt, dass jetzt der Kundendiest kontaktiert werden muss! Wir sind in Südfrankreich und es ist Sonntag!!!

3. Mal Glück im Unglück: Es gibt eine 7-Tage/24-Stunden-Hotline von unserer Iveco-Werkstatt. Es meldet sich jemand und er erinnert sich sogar an uns. Bloß helfen kann er uns auch nicht. Natürlich will er sich unserem Verdacht, dass bei dem Ölwechsel das Öl zwar abgelassen, aber kein neues nachgefüllt wurde, nicht anschließen. Aber man verliert ja wohl nicht unbemerkt innerhalb einer Woche mehr als 4 Liter Motoröl! Also bleibt uns nur noch der Anruf beim ADAC. Eine nette Dame nimmt meine Angaben entgegen und schickt mich dann mit dem Handy zur Tankstelle, damit sie mit einer Angestellten in französisch reden kann. Grund ist, dass französische Tankstellen Privatgelände sind und der ADAC dort keinen Pannendienst hinschicken darf. Der muss von der entsprechenden Tankstelle beauftragt werden! Die nette Tankstellenangestellte läuft durch den unvermindert strömenden Regen mit zu unserem Mobil und lässt sich den Fahrzeugschein geben, um einen Abschleppdienst organisieren zu können. Sie bietet uns auch einen Kaffee an, aber die Lust darauf ist uns inzwischen vergangen. Wir wissen, dass unser automatikgetriebenes Fahrzeug nicht einfach so abgeschleppt werden kann, es muss die Kardanwelle abgeflanscht werden. Weiß und kann der französische Mechaniker das bzw. können wir mit unseren kümmerlichen Französischkenntnissen ihm das klarmachen? Die Info der ADAC-Mitarbeiterin war, dass wir zu einer Werkstatt geschleppt werden, die Diagnose aber sicher erst am nächsten Tag erfolgen kann, denn (wie bereits erwähnt): es ist Sonntag. Nach 30 sehr unentspannten Minuten kommt ein unglaublich cholerischer Pannendienstfahrer mit einem lächerlich kleinen Abschleppfahrzeug. Natürlich spricht er ausschließlich französisch! Also muss wieder der ADAC ran. Nach mehrfachem Handytausch Mechaniker-ADAC, ADAC-ich und wildem Rumspringen rein in Oscarlotta, raus aus Oscarlotta, Motorhaube auf, fummeln hier und schrauben dort steht fest, dass er uns nicht helfen kann und abschleppen kann er unser großes Fahrzeug auch nicht! Rat vom ADAC: die 112 anrufen und ein größeres Abschleppfahrzeug ordern. Sie können uns LEIDER nicht helfen! Der Pannendienstmensch hat aber wohl noch eine Idee und findet einen losen Batteriekontakt. OSCARLOTTA SPRINGT AN!!!

4. Mal Glück im Unglück: Es war wohl mal wieder die Duplizität der Fälle und das Nichtanspringen hatte gar nichts mit dem fehlenden Motoröl zu tun. Wir wären also weiter, nichts Böses ahnend, mit trockenem Motor gefahren. Warum wir keine Warnanzeige bekommen, wissen wir nicht. Wie lange wäre das wohl noch gut gegangen?

Jetzt wurde es langsam Zeit, um 19 Uhr schließt der Stellplatz hier und wir hatten noch über 100 km zu fahren. Natürlich haben wir uns auf den letzten Kilometern, im Dunkeln und immer noch bei Regen, noch zweimal verfahren, weil sich unsere zwei Navigationsgeräte nicht einig waren. Frau Becker stellte sogar den Dienst auf den letzten Metern ganz ein!

5. Mal Glück im Unglück: Es war schon nach 19 Uhr und der Stellplatz war noch geöffnet. Nur Flitzi durfte nicht mit rein und steht jetzt ganz allein und unbeschützt in einer Seitenstraße. Wir hoffen sehr, dass unsere Pechsträhne beendet ist und wir ihn übermorgen unbeschadet und komplett mit Navi wieder mitnehmen können. Ein wenig Sorgen machen wir uns schon!

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