Alles ist gut!

 
 
Sind wir froh, dass dieser Tag vorbei ist!!! Er fing nach einer eher mehr als weniger schlaflosen Nacht um 7 Uhr für uns an. Für zwischen 8:45 und 9:15 war uns der Tieflader versprochen worden. Wir sagten an der Rezeption Bescheid, dass wir hoffen, nachmittags wieder zurück zu sein. Die Nacht zu morgen hatten wir gestern schon mitbezahlt. Ich holte Flitzi, wir verstauten alle Wertsachen im Bett und im Kleiderschrank (unsere Schiebetür nach hinten können wir verschließen) und waren 5 Minuten vor der Zeit fertig. Dann begann eine wirklich nervzehrende Warterei! Die halbe Stunde verging, aber es kam kein Tieflader. Nun ja, wir sind in Südfrankreich! Nach einer weiteren Stunde, die wir wie Tiger im Käfig verbrachten, rief ich beim ADAC an. Der Mitarbeiter bot an, bei der Werkstatt nachzufragen und mich zurückzurufen. Seine Aussage war dann, dass er keine wirkliche Erklärung für die Verspätung erhalten habe, dass aber nun innerhalb der nächsten Stunde ein Abschleppwagen käme. Uschi hat sich tapfer gehalten, war aber kurz vor einem Nervenzusammenbruch und mir ging es auch nicht viel besser. Wir hatten so eine irre Angst, dass unsere Oscarlotta bei dem Transport beschädigt werden könnte. Den Fahrern ist ja nicht klar, wie wertvoll sie für uns ist, weil sie unser einziges Zuhause ist. Ich hatte mir schon alle wichtigen Sätze in Französisch im Geiste zurechtgelegt und war damit wenigstens etwas beschäftigt. Um kurz nach halb zwölf kam ein junger Tunesier mit einem genauso kleinen Abschleppwagen wie gestern!!! Natürlich sprach er nur Französisch! Er warf sich sofort auf den Boden, schaute unter den Wagen und meinte sehr euphorisch, es sei alles “pas de problème”. Im Wechseldialog mit dem ADAC wurde nicht ganz klar, ob er mit dem kleinen Abschlepper Oscarlotta nur unter der Unterführung durchschleppen wollte und sie dort auf einen Tieflader verladen werden sollte oder ob er sie bis zur 10 km entfernten Werkstatt abschleppen wollte. Als sich letzteres herauskristallisierte, weigerten wir uns vehement. Ich ließ ihm unsere Entscheidung über die nette ADAC-Mitarbeiterin mitteilen, er telefonierte sehr lange mit ihr und mit seinem Chef und dann machte er uns den Vorschlag, dass ein Spezialfahrzeug käme mit einem speziell für solche Fälle ausgebildeten Kollegen und der würde vor Ort sowohl das überschüssige Öl ablassen als auch prüfen, ob der Motor in Ordnung ist. DAS WOLLTEN WIR JA GESTERN SCHON!!! Wir hätten ihn vor Glück fast umarmt, hatten aber den Eindruck, dass er auch heilfroh war, dass er uns nicht abschleppen musste. Ihm war nämlich nicht klar gewesen, wie groß und schwer unser Mobil ist. Was da nun wieder schief gelaufen ist, wissen wir nicht. Der Mechaniker gestern, der uns den Tieflader angekündigt und den Termin gemacht hatte, wusste das ja alles!

Wie gesagt, wir sind in Südfrankreich, was bedeutete, dass der Kollege dann erst um 14 Uhr nach seiner Mittagspause kommen würde. Aber das war uns schon fast egal. Wir hingen ein wenig in den Seilen, zum Schlafen reichte die Zeit nicht wirklich und um 10 Minuten nach zwei kam tatsächlich der Spezialist mit einem Pannenfahrzeug und – oh Wunder – er sprach Englisch!!! Wieder ein ganz netter junger Mann, er fing sofort an, die Ablassschraube zu öffnen bzw. er versuchte es, stellte dann aber fest, dass ihm ein unverzichtbares Werkzeug fehlt. Er entschuldigte sich, in 20 Minuten sei er wieder da. Nach 40 Minuten kam er wirklich wieder und innerhalb kürzester Zeit war das vorgestern mit 92 € teuer bezahlte Öl als Altöl in einem Auffangbehälter. Uschi musste den Motor starten, Gas geben, er legte sich unter das Fahrerhaus und dann befand er, dass alles in Ordnung sei! Wir waren so glücklich!!! Der nette junge Mann verlangte unseren Fahrzeugschein und fing an, einen Auftragsschein auszufüllen. Gleichzeitig telefonierte er ewig lange mit seinem Chef und präsentierte uns schließlich eine Rechnung über 366 €! Der ADAC würde nur die An- und Abfahrten bezahlen, aber die Reparatur nicht. Wir fragten ihn, völlig fassungslos, wie in aller Welt für 20 Minuten dieser Betrag zusammenkommen könne? (Es würde eine ganze Stunde berechnet.) Ob das nur für seine Arbeit sei oder auch für die beiden anderen Hilfsversuche? (Nein, nur für ihn.) Ob es sein könne, dass das der Preis für deutsche Tourist(inn)en sei? (NEIN!) Er war etwas verlegen und gab sogar zu, dass er weinen müsste, wenn ER das bezahlen müsste. Dann telefonierte er wieder mit seinem Chef und plötzlich bekamen wir das Geld von ihm zurück und es hieß, der ADAC würde doch alles bezahlen! SEHR, SEHR SELTSAM!!!

Jetzt sind wir zwar sehr erleichtert, aber auch erledigt und haben das Bedürfnis nach ein paar Tagen absoluter Ruhe. Santa Susanna werden wir canceln und noch bis Freitag hierbleiben. Unser Bedarf an Aufregung ist für dieses Jahr mehr als gedeckt und Barcelona erscheint uns gerade eine Nummer zu groß!

Danke an alle, die mit uns gelitten, an uns gedacht und Daumen gedrückt haben!

Pannenhilfe (1) Pannenhilfe (2)

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