Pflicht und Kür

 
 
Für Dienstag, den 27. Mai hatten wir einen Termin für unsere Oscarlotta bei der Firma Wellkawee in Aalen gemacht. Wir wollten mal wieder alles durchchecken lassen, über unseren kaputten Katalysator verhandeln, sprich ein wenig Geld herausschlagen und bei der Gelegenheit auch gleich die TÜV-Hauptuntersuchung erledigen lassen. Da unsere Oscarlotta ja nun schon 7 Jahre alt ist, muss sie, da über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, JEDES Jahr zum TÜV. Doof!!! An diesem Wochentag kam zwar “nur” ein Beauftragter der Dekra, aber das war uns ja egal. Pünktlich um 10:30 waren wir vor Ort, besprachen die notwendigen und von uns gewünschten Aufträge und begaben uns danach in die Besucherecke. Normalerweise fahren wir per Fahrrad oder PKW in die Innenstadt, aber diesmal hatten wir uns für das Warten bei Wellkawee entschieden. Für das Fahrradfahren war das Wetter zu unbeständig, Flitzi hatten wir nicht dabei, da wir anschließend weiterfahren wollten zu unserem Mobilistentreffen, wo wir keinen PKW brauchen würden und außerdem hatten wir keine Lust, bei Nieselwetter in Aalen rumzuschlappen. Zu unserem Glück hatte man in den seit unserem letzten Besuch vergangenen Monaten ein paar Umbauarbeiten im Büro vorgenommen, sodass es nicht mehr nur zwei unbequeme Stühle und einen winzigen Tisch gab, sondern eine bequeme Ledercoach, zwei Sessel, einen Tisch und einen großen Flachbildfernseher. Fast so wie in Polch bei Niesmann und Bischoff! Der Kaffeeautomat stand im Flur. Was will man mehr? Okay, freies WLAN gab es nicht, aber in weiser Voraussicht hatte ich unser eigenes Internet mitgenommen. Ich war also versorgt und zufrieden, Uschi machte einen kleinen Einkaufsgang zu unserem Wohnmobil-Zubehörhändler Mühlich und ansonsten hieß es warten… Natürlich hatten wir mal wieder das Glück, dass die leitenden Herren seit dem Tag zuvor für eine Woche auf Geschäftsreise waren, wir also unseren Kat noch länger spazierenfahren müssen. Und der Dekra-Mensch, der sonst IMMER pünktlich um 13:30 erscheint, wie man uns versicherte, kam erst kurz nach 14 Uhr. Danach musste aber die Fahrerhausklimaanlage noch an die Prüfanlage angeschlossen werden! Es werde wohl 16 Uhr werden, grummel!!! Vielleicht hätten wir ja dann nicht schon um halb 11 dort sein müssen??? Sooo gemütlich war es dort dann doch wieder nicht.

unser "Ausblick"...warten...   

Aber irgendwann hatten wir es geschafft, Oscarlotta hatte ohne irgendwelche Beanstandungen den neuen Aufkleber bekommen und wir konnten weiterfahren. Da wir noch eine kleine Zwischenübernachtung mit Spaßfaktor wollten, hatte Uschi die in etwa auf der Strecke liegende Outlet-Stadt Metzingen vorgeschlagen. alle verfügbaren Marken Das ist die Geburtsstadt von Hugo Ferdinand Boss, dem Begründer der Boss-Gruppe. Seine Nachfolger hatten schon in den 1970er-Jahren die Idee mit den Fabrik-Verkäufen für reduzierte Vorsaisonware. Wir kennen die Outletcenter in Wertheim und in Roermond und schauen uns dort immer mal wieder gerne um, obwohl wir ja nun überhaupt keine Label-/Marken-/Fashionanhänger sind. Aber meist ist die Architektur und die gesamte Aufmachung dieser Zentren nett und es macht uns Spaß, zu schauen, wie wahnsinnig überteuert diese ganzen Konsumgüter sind, nur weil ein mehr oder weniger namhafter Designer eher mehr als weniger sichtbar sein Label einarbeitet. Gefertigt wird dann aber auch in China und/oder Indien. Aber offenbar gibt es genug Konsumenten, die es für ihr Selbstwertgefühl brauchen, dass andere sehen, dass sie genügend Geld haben oder aufbringen, um sich mit teuren Markenklamotten zu schmücken. Ein Beispiel sind diese zugegeben ganz hübschen Slipper, für die wir aber niemals diesen, schon reduzierten, Preis bezahlen würden. Ganz einfach, weil das Preis-/Leistungsverhältnis in absoluter Schieflage ist, unserer Meinung nach.

man beachte den Preis!

Ganz kurios wird es dann, wenn Menschen sogenannte “Fake”- oder “look-alike”-Produkte kaufen, also legale oder illegale Fälschungen, die aber (fast) genauso aussehen wie die Originale mit einem täuschend ähnlichen Aufdruck, Etikett, Sticker etc… Das, finden wir, ist schon dekadent. Oder auch nur dumm. Oder bemitleidenswert?

Das Outlet Metzingen ist kein einziges Zentrum, sondern verteilt sich mit vielen Geschäften über die ganze Stadt, mehr oder weniger zentriert. Es ist sicher ein Segen für diese kleine, ansonsten unbedeutende Stadt, die Arbeitslosenquote dürfte niedrig sein. Es gibt ein paar schöne alte Häuser, aber der überwiegende Teil des Stadtkerns wird von Outlet-Verkaufsstellen geprägt.

überdachter BereichHugo Boss in jungen Jahren ;-)Tommy Hilfiger Bugattialtes und neues Fabrikgebäudeinteressante FassadengestaltungDetail

Nach einem leckeren Nachmittagsimbiss mit chinesischen Nudeln marschierten wir zu Oscarlotta zurück, die stadtkernnah auf einem offiziellen Wohnmobilstellplatz stand. Ausgelegt für 17 Mobile, neben einem Wohnmobilhändler, 10 Euro für 24 Stunden ab Ankunft incl. Strom mit 6 Ampere Absicherung. Direkt nebenan ist eine Tankstelle mit Waschanlage, das war aber die einzige “Lärmquelle”. Unsere Kaufausbeute seht ihr auch auf den folgenden Fotos. 😉

chinesische Nudelnunsere Einkäufe  der Wohnmobilstellplatz

Obwohl wir etwas “platt” waren, entschlossen wir uns um kurz nach 17 Uhr, noch nach Bad Liebenzell zu unserem Treffen weiterzufahren, es waren ja nur ca. 60 km. Das war ein Fehler! Bereits nach 5 km standen wir auf einer normalen Bundesstraße im schwäbischen Hinterland im Stau und das sollte sich die nächsten 25 km nicht ändern. Wir brauchten für diese Strecke fast zwei Stunden! Nach insgesamt knapp drei Stunden hatte wir es geschafft und fuhren gegen 20 Uhr auf den Campingplatz! Wir waren nicht die Ersten und nicht die Letzten und bis zum Freitagabend waren 10 Wohnmobile mit Einzelfahrern und 3 mit doppelter Besatzung da. Das Wetter spielt mit und mit laufen, Rad fahren, Eis essen, schwimmen, draußen zusammensitzen und reden bringen wir die Zeit auf angenehme Art herum. Die zweitälteste in unserer Gruppe (fast 79) konnte am Samstag noch ihr neues Wohnmobilchen beim Händler abholen und präsentieren.

noch nicht alle daAdria Twin 500 Salle da

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kohlrabi im Pfannkuchenmantel

 
 
Nachdem ich letzte Woche in Mingolsheim wie fast jeden Tag am Stand des ortsansässigen Gemüsebauern vorbeikam, entschied ich mich nach zweimaligem Einkauf von Spargel an diesem Tag für die lecker aussehenden Bio-Kohlrabi. An den frischen Erdbeeren kam ich natürlich auch nicht vorbei. Zurück mit meinen kulinarischen Schätzen hatte Ingrid die Idee für ein neues (Lieblings-) Rezept: Kohlrabi in Pfannkuchen mit Käse überbacken.

Ich machte mich am Spätnachmittag an die Umsetzung der Theorie in die Praxis.

Die erste Bilderserie zeigt die Zutaten und die Arbeitsabfolge der Kohlrabifüllung für 4 große Pfannkuchen:

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2 große Kohlrabi, 1 Zwiebel, Petersilie, Öl, Kochsahne (vegetarisch), Pfeffer, (Kräuter-) Salz, Muskat

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Zwiebel glasig dünsten, Kohlrabi mitdünsten (8-10 Min.)

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Petersilie und Kochsahne unterrühren, würzen, Deckel drauf, Gas aus!

Die nächste Bilderserie zeigt die Zutaten (schon in der richtigen Reihenfolge von links nach rechts Zwinkerndes Smiley ) und das “absolut klümpchenfreie” Anrühren des Pfannkuchenteiges für 6 große Pfannkuchen

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Milch (~1/4 l), 2 Prisen Salz, Mehl (nach Gefühl bis der Teig zäh* ist),

* O-Ton Ingrid: Das versteht ja kein Mensch. Richtig heißt das “schwerreißend vom Löffel fallend”. 

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Eier nacheinander einrühren,

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der Teig sollte dickflüssig werden!

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Dafür sollten die Pfannkuchen dünn sein

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und nicht zu dunkel werden.

Die letzte Bildfolge zeigt das Füllen, Einrollen, Bestreuen mit Reibkäse

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und das Überbacken im Backofen. Dazu eine Info für Mobilisten, die im Wohnmobil einen Gasbackofen mit eingebautem Grill besitzen: Zuerst auf voller Pulle (Stufe 6) backen, bis der Käse anfängt zu verlaufen. Dann auf die obere “Grillflammenleiste” umschalten und überbacken bis der Käse knusprig braun ist. 

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Alle mit anderem Backofen müssen selbst klar kommen. Sarkastisches Smiley

27Guten Appetit!

Zwei von den gefüllten Pfannkuchen haben wir eingefroren.

Nachtisch?

28Na klar!

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written by Uschi
photos taken by Ingrid with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen.

Auf der schwäbsche Eisenbahne

 

1.
Auf der schwäbsche Eisebahne gibt’s gar viele Haltstatione,
Schtuegert, Ulm und Biberach, Meckebeure, Durlesbach.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
Schtuegert, Ulm und Biberach, Meckebeure, Durlesbach.

2.
Auf der schwäbsche Eisebahne gibt’s gar viele Restauratione,
wo ma esse, trinke ka, alles was de Mage ma.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
wo ma esse, trinke ka, alles was de Mage ma.

3.
Auf der schwäbsche Eisebahne gibt’s gar viele Postillione.
Was uns sonst das Posthorn blies, pfeifet jetzt die Lokomotiv.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
was uns sonst das Posthorn blies, pfeifet jetzt die Lokomotiv.

4.
Auf der schwäbsche Eisebahne wollt amal a Bäurle fahre,
geht an Schalter lupft de Hut: „Oi Billetle, seid so gut!“
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
geht an Schalter lupft de Hut: „Oi Billetle, seid so gut!“

5.
Eine Geiß hat er sich kaufet, und dass sie ihm net entlaufet,
bindet sie de gute Ma hinte an de Wage na.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
bindet sie de gute Ma hinte an de Wage na.

6.
„Böckle, tu nur woidle springe, ’s Futter werd i dir scho bringe.“
Setzt sich zu seinm Weible na und brennts Tubakspfeifle a.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
Setzt sich zu seinm Weible na und brennts Tubakspfeifle a.

7.
Auf de nächste Statione, wo er will sein Böckle hole,
findt er nur noch Kopf und Soil an dem hintre Wagetoil.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
findt er nur noch Kopf und Soil an dem hintre Wagetoil.

8.
Do kriegt er en große Zorne, nimmt den Kopf mitsamt dem Horne,
schmeißt en, was er schmeiße ka, dem Kunduktör an Schädel na.
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
schmeißt en, was er schmeiße ka, dem Kunduktör an Schädel na.

9.
„So, du kannst den Schade zahle, warum bischt so schnell gefahre!
Du allein bischt Schuld dara, dass i d‘ Gois verlaure ha!“
Rulla, rulla, rullala, rulla, rulla, rullala,
Du allein bischt Schuld dara, dass i d‘ Gois verlaure ha!“

 

Also, wir sind am Sonntagnachmittag gut auf der Schwäbischen Ostalb angekommen, zwar nicht mit der Eisenbahn, sondern auf unseren eigenen 10 Rädern, dafür aber auch ohne Verluste. Nun gilt es, uns einzuleben, ein wenig aus- und umzuräumen, die STEUERERKLÄRUNGEN zu erarbeiten und so weiter… Gestern waren wir bei Uschis Vater und haben Zobi kennengelernt. 🙂

Zobi Wackeldackel(schwanz)

 

Ein munteres Bürsch- chen, wie man unschwer an seinem Schwanz erkennen kann!

 

Damit ihr wisst, wie es hier bei uns aussieht, verweise ich auf einen Fotospaziergang, den Uschi vor 2 Jahren mal gemacht hat. Bestimmt haben ihn noch nicht alle von euch angeschaut! „Hier“ könnt ihr das nachholen, viel Spaß! Den Beitrag findet ihr auch oben in unserer Liste der Stell- und Campingplatzbeschreibungen (Unser “Heimathafen”-ganzjährig geöffnet!)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Die Wintersaison 2013/2014 ist endgültig vorbei

 
Nun wird es ernst! Nachdem wir uns hier in Bad Schönborn noch eine Woche “Urlaubsverlängerung” gegönnt haben, verbunden mit ein paar ärztlichen Routine-Untersuchungen, die wir seit Jahren hier erledigen, müssen wir dann morgen wohl endgültig mal auf die Schwäbische Alb zurückkehren. Schnee ist dort hoffentlich nicht mehr zu erwarten! Ihr lacht, aber auch das hatten wir Ende Mai dort schon, siehe “hier”. Bis auf die letzten Tage war das Wetter für uns Wetterverwöhnte sehr gewöhnungsbedürftig, aber nun sind hoffentlich auch die Eisheiligen vorbei. Zum Glück gibt es hier direkt neben dem Stellplatz ja das Thermalbad und dort waren wir dann auch gleich dreimal. Wir gehen immer abends von 20-22 Uhr, da ist es preiswerter, nicht mehr voll und die Zeit reicht uns völlig aus. Es ist ein besonderer Genuss, in den Außenbecken die Abenddämmerung zu beobachten. Oder im warmen Wasser zu sein, während einem kalter Regen auf’s Haupt fällt!

Auch diesmal hat es uns auf dem Stellplatz “WellMobilPark” bei Köhlers wieder sehr gut gefallen. Hier ist Platz für 86 Wohnmobile. Bis 10m Länge kostet die Nacht € 9, darüber € 13 (Preise incl. Kurtaxe und Ent-/Versorgung). Strom gibt es entweder pauschal für € 2/Nacht (4 A) oder an Automaten für 50 Cent pro Kilowatt. Dort ist die Absicherung dann 16 A. Es gibt ein paar Plätze, die lang genug sind, um mit PKW-Anhänger eine Nacht zu bleiben, ohne abkoppeln zu müssen, ansonsten muss man den Hänger noch auf seinem Platz unterbringen und den PKW auf einem der benachbarten PKW-Parkplätze abstellen. Diese Regelung stammt daher, dass es immer wieder und überall Menschen gibt, die ohne zu zögern und ohne Unrechtsbewusstsein ihren PKW auf dem freien Nachbarplatz parken. Eine Unsitte, die wir auch überall auf den Campingplätzen beobachten. Am Torre la Sal gibt es inzwischen jeden Tag zwei bis drei Lautsprecherdurchsagen dieses Inhaltes, die allerdings so gut wie nichts bewirken. Es ist eigentlich traurig, dass man offenbar nur mit strikten Verboten und Überwachung derselben plus Androhung von Konsequenzen sein Ziel erreicht. Herr Köhler könnte, wie so manch anderer Stell- oder Campingplatzbetreiber, mit dem wir uns unterhalten haben, ein Buch schreiben über seine schmunzeligen bis ärgerlichen Erlebnisse. Immer wieder erheiternd ist, dass offenbar die meisten Wohnmobilfahrer gewöhnt sind, dass die Parzellen quadratisch-praktisch-gut angelegt sind. Nun hat Herr Köhler bei Anlegung seines Stellplatzes seiner Phantasie freien Lauf gelassen und in der Mitte des Geländes 17 Stellplätze in Form einer großen 8 angelegt (auf der Homepage im Lageplan gut erkennbar). die "Tortenstück"-HerausforderungSehr schön, aber für viele Mobilisten eine (fast) unlösbare Herausforderung! Man steht in zwei Kreisen, einmal mit 7, einmal mit 10 Mobilen, wie bei einer in 10 Stücke geschnittenen Torte. Vorteil: Der Abstand zum Nachbarn ist an einem Ende des Mobils enger und am anderen größer (sinnvollerweise da, wo man herausschaut). Ihr glaubt gar nicht, wie viele Ankommende das nicht verstehen, obwohl die Beschriftung der Plätze mit Pfeil zu Pfeil sowie Pfeilen auf der Straße und Begrenzungslinien unverwechselbar ist. Aber nein, man stellt sich parallel zum Nachbarmobil, blockiert so auch noch den nächsten Platz oder hat selbst keinen Sitzplatz draußen mehr. Wir verstehen es nicht, wie man so blöd oder ignorant sein kann!!! Köhlers haben es längst aufgegeben, die Leute zu bitten, ihr Mobil richtig hinzustellen, außer der Platz ist voll. Und das ist er oft! Viele bleiben nur eine Nacht, aber viele auch für einen Kurzurlaub. Oder ein Partner ist in einer der vielen Reha-Kliniken hier und der andere steht mit Wohnmobil hier. Auf jeden Fall gibt es ein reges Kommen und Gehen, was aber nicht stört, da der Platz sehr weitläufig ist. Ein Highlight ist sicher das direkt neben dem Stellplatz gelegene sehr schöne Thermalbad, außerdem gibt es ein medizinisches Fittness-Studio und das Thermalbad-Restaurant. Weitere Restaurants aller Güten und Preisklassen im fußläufig entfernten Ort. Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten sind per Fahrrad gut erreichbar. Aber die täglichen Frühstücksbrötchen kann man am Stellplatz bestellen und vor dem Thermalbad stehen jeden Tag Verkaufswagen mit frischem Saisongemüse und –obst direkt vom Erzeuger sowie Backwaren. Wir haben in Spargel und Erdbeeren geschwelgt!!! Ein weiteres “Lieblingrezept” folgt demnächst.

In der anderen Richtung ist man sofort in einem großen Waldgebiet mit geteerten Straßen und naturbelassenen Wegen. Wunderbar geeignet zum Rad fahren, reiten, inline-skaten, joggen, walken oder einfach nur spazierengehen. Einen niedlichen kleinen Tierpark Tierpark (1)Tierpark (2)Tierpark (3)Tierpark (4)Tierpark (5)Tierpark (6)

gibt es und auf der anderen Seite der Wiese, auf die wir schauen, das große und sehr interessant gestaltete Gelände der “Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn”. Der nächste Fahrtag ist leider erst am 1. Juni, aber wir haben ein paar Fotos von vor einigen Jahren für euch. Auf unserem “Regenbogen-Foto” im vorletzten Beitrag konnte man schon ein wenig vom Eingang sehen.

So, viel Spaß beim Anschauen und wir melden uns dann wieder aus Lauterburg!

Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (1)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (2)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (3)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (4)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (5)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (6) Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (7)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (8)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (9)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (10)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (11)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (12)Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn - Fahrtag (13)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

“Schönheitskorrekturen” an Oscarlotta

 
 
Am vorletzten Sonntag fuhren wir die letzten 150 km bis nach Polch. “Warum nach Polch und was ist das denn für ein Nest und wo ist das überhaupt?” fragt sich jetzt sicher so mancher unserer Blogleser.

Ich erzähle es euch: Unsere Oscarlotta ist ein “Flair” von Niesmann und Bischoff mit Firmensitz in eben diesem Polch. Das eigentlich unspektakuläre Städtchen liegt 3 km entfernt der Ausfahrt 7 an der A48 Koblenz Richtung Trier.

Polch ist aber für viele Wohnmobilisten absolut einen Stopp wert, weil: Man kann bei verschiedenen Händlern gaaanz viele verschiedenste Womos kucken und auch Zubehör kaufen, alles fußläufig erreichbar vom kostenlosen, leider oft schon mittags vollen, Stellplatz. Aber ein langer Straßenrand ist ja auch noch da. Es steht noch ein extra angelegter und eingezäunter Stellplatz zur Verfügung, allerdings NUR für Kunden mit Werkstatttermin, steht zwar groß auf einem Schild an der rechten Seite der Einfahrt, aber…! Die Ver- und Entsorgungsstation findet man  außerhalb des Firmengeländes, sie ist sehr gut anzufahren. Für Schleckermäulchen mit Bewegungsdrang gibt es in der Nähe des Stellplatzes eine alte Bahntrasse, die heute als Rad- und Fussweg dient. Die süße Belohnung für hinterher kann man im Fabrikverkauf von “de Beukelaer” bunkern.

Schon im November letzten Jahres zeichnete es sich ab, dass im Frühling Polch unser erstes Ziel in Deutschland sein würde. Wir hatten uns nach längerem Überlegen dazu entschlossen, unserer Oscarlotta ein REFIT (gängiger Begriff bei Schiffseignern bezüglich notwendiger oder einfach gewünschter Um- und Ausrüstungsarbeiten) zu gönnen.

Es wurde eine umfangreiche Liste: u. a. zwei neue Aufstellluken im Dach anstelle der nicht mehr funktionstüchtigen Luken zum Aufkurbeln (Ärgernis seit langer Zeit). Die neue Dachklimaanlage, die anstelle der dritten kaputten Luke eingebaut werden sollte, stand nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr in USA und Kanada auch auf unserem Wunschzettel,

das fliegt nicht wegder Sommer kann kommen4 Solarplatten sind auch noch da oben versteckt

sowie eine neue Matratze für unser Heckbett (die 7 Jahre alte hatte schon eine sehr wellige unbequeme Oberfläche). Außerdem stand das Auswechseln der Buglichter an, denn: Das linke Birnchen hatte schon lange einen Wackelkontakt und dem rechten Positionslicht war der durchsichtige “Deckel” irgendwann mal unbemerkt abhanden gekommen. Buglichtchen ganz oben in den EckenIch hatte das “nackte” ungeschützte Lämpchen letztes Jahr schon mit einem auch durchsichtigen Schraubdeckel eines Apfelsaft-Tetrapacks versehen. Diese doch recht eigenwillige mit Tape geklebte Konstruktion wurde beim TÜV nicht entdeckt und schützte das funktionierende Birnchen zuverlässig ein ganzes Jahr. Dazu noch Folgendes: Ich hätte diese vermaledeiten Positionslichtchen (wir fahren die neuen Einbausätze seit gefühlt einer Ewigkeit spazieren) schon längst RICHTIG ausgetauscht, aber es war auch nach Ansicht aller anderen von mir befragten Wohnmobilisten fast bis gar nicht möglich. Die Reparateure in Polch haben es nun auf ihre (für mich brachiale Art) geschafft (Werkstattgeheimnis). Hoffentlich leuchten sie jetzt ganz lange Zeit! 

wieder ordnungsgemäß genietetDa uns im Herbst schon das zweite Mal ein Scharnier an der großen Seitenklappe der Heckgarage festgefressen war, mussten wir es austauschen. Ein Ersatzscharnier hatten wir in Spanien dabei, aber in Ermangelung von Nieten und der dazugehörigen Zange wurde es nach mühseligem Ausbohren der Nieten kunstvoll verschraubt. DANKE RUDHARD für deine Hilfe bei dieser Aktion!

Die am längsten (nämlich 7 lange Jahre!) bestehende Baustelle war – bis Dienstag, 6. Mai – unsere (einzige) Tür. “Peter” (der wichtigste Mann der Crew für uns) hat das geschafft, was nicht einmal die Mitarbeiter der Herstellerfirma in drei Versuchen geschafft haben: Unsere Eingangstür lässt sich ab jetzt mit einer Hand öffnen und schließen, ohne dass sie vom Rahmen gebremst wird. Sie schließt mit einem kaum hörbaren schmatzenden Geräusch und wir glauben immer nicht, dass sie wirklich schon zu ist. 😉 Außerdem können wir zwischen Tür und Rahmen bei geschlossener Tür nicht mehr nach draußen schauen und kalte Luft nicht mehr nach drinnen ziehen, herrlich!

Einen Werkstatttermin bei den “Niesmännern” für den 5. Mai zu bekommen, war im November noch kein Problem, die Bestätigungsmail kam postwendend.

Ein halbes Jahr später in Polch:

Wir bekamen am Sonntag, 4. Mai, am Nachmittag ohne Probleme auf dem “VIP”- Stellplatz ein Übernachtungsplätzchen und es blieb noch Platz für zwei weitere “berechtigte” Fahrzeugbesatzungen. Es stand diesmal nämlich kein “Nicht-Kunde” auf dem Platz.

Am Montagmorgen 7:20, in Worten: sieben Uhr und zwanzig Minuten! (für uns eigentlich lange vor dem Aufstehen), stehen wir vor dem großen Tor für Werkstattkunden. Pünktlich um halb acht geht das Tor für uns auf und wir werden in eine Werkstatt-Box eingewiesen. Nach ausführlicher Besprechung der anstehenden Arbeiten mit der uns zum Teil schon bekannten Crew machten sich die Mannen an’s Werk und wir konnten erst mal frühstücken gehen, übrigens ist die Bäckerei in 200m Entfernung gut sortiert. Anschließend machten wir es uns in der “Lounge” bei für Kunden kostenlosem N24-TV, Kaffee, Wasser und WLAN bequem. Letzteres funktionierte auch gut, sodass Ingrid für die nächsten Stunden ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte. Sie war glücklich, endlich den schon seit Tagen vorbereiteten letzten Blogbeitrag hochladen zu können, was bis dato die fehlenden Internetmöglichkeiten verhindert hatten. Ich bewegte mich lieber zwischen neuen Mobilen in der Ausstellungshalle, Stippvisiten in der Werkstatt (schön, dass man das hier darf) und meinem Sessel in der Lounge hin und her. Punkt 16 Uhr fuhren wir unser fast fertig repariertes und mit neuer Matratze versehenes Auto wieder auf den VIP-Stellplatz, ja – wir durften das, denn es blieb noch eine Restreparatur übrig für Dienstag, Gott sei Dank erst um 11 Uhr. Also wieder Frühstück beim Lieblingsbäcker und anschließend wieder warten. Um 15 Uhr konnten wir unser Mobil endlich auslösen.

Für die anstehenden Reparaturen und Verbesserungsarbeiten war die Werkstatt mit wirklich kompetenter Crew für unsere “Große” die beste Wahl! Wir sind sooo froh, denn wir wissen, jetzt ist Oscarlotta in dem Zustand: BESSER ALS NEU!!!

isse nich schick

Ein dickes Dankeschön geht an dieser Stelle auch an die Verantwortlichen des Ersatzteillagers: Seit 1996 werden georderte Ersatzteile umgehend privat und gegen Rechnung zugeschickt, auch nach Spanien!

Der Rest des Nachmittages verging wieder mit lästiger Autobahnfahrt im Doppelpack bis nach Bad Schönborn auf den WellMobilPark. Am Thermalbad bei Köhlers stehen wir immer wieder gerne. Wir werden eine Weile bleiben und von hier wieder berichten.

written by Uschi

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Waldfrieden in Deutschland

 
 
Irgendwo im Saarland zwischen Metz und Trier fuhren wir am Freitag, von mir völlig unbemerkt, über die Grenze nach Deutschland. Unsere Autobahngebühren hielten sich an dem Tag sehr in Grenzen, ab Metz kostete die Autobahn dann gar nichts mehr. Wir hatten uns ja für unsere Rückreise für kleine Tagesetappen zwischen 250 und 350 km entschieden und mit 251 km lagen wir diesmal im unteren Bereich. Das Hintereinanderherfahren war übrigens kein Problem und auch weder stressig noch unangenehm. Wahrscheinlich profitieren wir noch davon, dass wir bis vor 7 Jahren mit zwei Wohnmobilen unterwegs waren. Unsere Handfunken von damals sind jetzt wieder im Einsatz. Uschi fuhr mit Oscarlotta voraus und Flitzi und ich sausten von LKW-Überholmanöver zu LKW-Überholmanöver hinterher. Uschi meinte, es hätte im Rückspiegel immer ganz niedlich ausgesehen, wenn dieses winzige Autochen plötzlich zwischen den Riesentrucks herausschoss. Einen LKW mit 5 Metern Abstand im Nacken zu haben, ist allerdings gewöhnungsbedürftig und ich war schon froh, wenn wir wieder mal eine Schlange hinter uns gelassen hatten. Unangenehm sind die LKW-Überholverbotsabschnitte (die auch für uns gelten, da wir über 3,5t liegen), da die Truckfahrer nicht verstehen, warum ein kleiner Smart, der ja viel schneller fahren könnte, mit 90 durch die Gegend zuckelt. Trotzdem sind wir immer noch überzeugt davon, dass uns diese Art, unsere zwei Fahrzeuge von A nach B zu bewegen, weniger stresst als es ein PKW samt Hänger tun würde. Wir gehören nicht zu den Spanien-Überwinterern, die in 2-4 Tagen 2000 bis 2500 km “abreißen”, um so schnell wie möglich von Deutschland nach Spanien und zurück zu fahren. Wir finden es schön, unterwegs zu sein, neue Stell- oder Campingplätze zu erkunden, in einem unbekannten Städtchen einen Bummel zu machen und zwischendurch auch mal einen Ruhetag einzulegen. Natürlich kommt uns dabei entgegen, dass unsere Oscarlotta immer gleich voll oder nicht voll ist, egal ob wir nach Spanien oder sonstwo hin fahren. Soll heißen, wir müssen kein Küchenzelt, Vorzelt etc. samt Mobiliar für die Fahrt irgendwo verstauen, um es dann “zu Hause” in den Keller zu tragen. SEHR ANGENEHM!!! Wir möchten dieses “Herumzigeunern” in der Zukunft noch weiter ausbauen, diesen Winter hat es uns gut gefallen, zusätzlich zum Torre zwei weitere (Langzeit-) Aufenthalte gehabt zu haben. Etwas erschreckend ist allerdings die Fülle an überwinternden mittel- und nordeuropäischen Rentnern auf den Campingplätzen, sodass man nicht mehr einfach frohen Mutes irgendwo hinfahren und davon ausgehen kann, dass man einen freien Platz bekommt. Das macht uns etwas Sorge. Zwar schießen in Spanien gerade neue Wohnmobil-Stellplätze wie Pilze aus dem Boden, aber auch die sind ratzfatz voll und die Bedingungen der Stellplätze gefallen uns in der Regel nicht so gut, da man relativ dicht beieinander steht und sich die Begrenzung nicht durch Büsche, Hecken oder Bäume, sondern durch das nächste Wohnmobil ergibt. Eine rühmliche Ausnahme stellt da natürlich die “Finca-Caravana” von Björn dar, von der wir ja bereits ausführlich berichtet haben, “hier” und “hier” noch einmal nachzulesen. Dort hat es uns wirklich richtig gut gefallen und wir wären gerne noch länger geblieben. Das einzige Manko ist für uns dort die Entfernung zum Meer, was für eine gewisse Zeit zu verschmerzen ist, aber nicht für den ganzen Winter.

Uschi hatte noch einen letzten Campingplatz herausgesucht, bevor wir am Montag unseren Reparaturtermin in Polch bei Niesmann+Bischoff wahrnehmen mussten (Bericht davon folgt separat). Camping “Waldfrieden” bei Saarburg. Hörte sich ja schon verdächtig nach Friedhof, Friedwald oder so an! Wir wagten es trotzdem. 😉 Ein Platz in Familienbetrieb, die noch etwas unerfahrene Tochter des Hauses wies uns nach Rückfrage bei ihrer Mutter einen “Komfortplatz” zu. Das bedeutete, Ab- und Frischwasseranschlüsse direkt am Platz und groß genug für uns. Mit ACSI für 16 Euro sehr in Ordnung, Flitzi kostete nichts extra. Ich versuchte, unseren deutschen Internet-Stick zu reaktivieren. Müdes Blinken ohne ein weiteres Ergebnis. Kein Vodafone-Netz? Das Handy funktionierte einwandfrei, auch über Vodafone. Zähneknirschend mussten wir auf das platzeigene WLAN zurückgreifen, für pro Stunde 1 Euro!!! Da war ja “La Sousta” in Frankreich mit 4 Euro pro Tag richtig preiswert gewesen! Natürlich galt der Internetzugang nur für ein Gerät zur Zeit, immerhin ging es mit mehreren nacheinander. Das Abmelden war aber so kompliziert und unzuverlässig, dass die letzten zwei Stunden ungenutzt im Nirvana verschwanden! Wir blieben zwei Nächte und sahen uns am Samstag das nette und sehr belebte Städtchen an. Beim Bezahlen am Abreisetag hieß es, dass die Komfortplätze € 2,50 zusätzlich kosten! Wir haben uns gar nicht so sehr darüber geärgert, denn auf anderen Plätzen hätten wir sicher noch extra für den PKW zahlen müssen, aber wir fanden es nicht in Ordnung, darüber bei unserer Anreise nicht aufgeklärt worden zu sein. Ob wir dort noch einmal hinfahren, ist eher zweifelhaft. 

Camping "Waldfrieden"

Wasserfall in der StadtWasserfall in der Stadtdie Saarburg Eingangstür im FischerviertelFischereizunft Saarburg Saarburg Saarburg

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Auf der Sonnenbank (oder so ähnlich)

 
 
“Aux rives du soleil” heißt der nächste Campingplatz, den Uschi ausgesucht hatte und er erwies sich ebenfalls als besonders empfehlenswert. Ein ACSI-Platz unter holländischer Leitung, direkt an der Saône in Pont-de-Vaux zwischen Mâcon und Tournus. Eine Steigerung zum letzten Platz war ja fast nicht möglich, aber auch hier waren wir sofort angetan von der liebevollen Gestaltung und der netten Begrüßung durch den Junior, der erstens deutsch, wenn auch gebrochen, sprach und uns zweitens per Fiets zu unserem Platz geleitete. Wieder sehr schöner alter Baumbestand, nicht so flächendeckend wie am Pont du Gard, sondern versetzt mit vielen halbhohen Buchenhecken, die den Durchblick verhinderten, aber nicht den Überblick. So sah es aus unserem Auto heraus aus:

Blick durch unsere Frontscheibe

Wir liefen erst einmal zur Saône, die im Sommer zusätzlich zu einem kleinen Swimmingpool als “Badeanstalt” genutzt wird und eine sehr gute Wasserqualität haben soll. Auf dem Weg dorthin stand auf der Wiese ein Imbisswagen mit verlockend aussehenden patates frites! Leider (noch?) geschlossen. Aber es gab ja auch noch ein Lokal. Die Chancen auf Fritten zum Abendessen standen gut.

Imbisswagennoch in der Vorbereitung

Weiter Richtung Rezeption fiel uns eine witzige Sache auf, die wir noch nie irgendwo anders gesehen haben. Ein Baum war “gespickt” mit Kuscheltieren. Gut, dass unsere Rasselbande das nicht gesehen hat!!! Da hätte der Eine oder die Andere schon Angst bekommen. Aber niiiiie würden wir Hippolinchen oder Fritzi oder Schäfi oder Eisbärli oder Nino oder Carlo Colucci oder sonst einen aus unserer Crew dort annageln! NIEMALS!!!

Friedhof der KuscheltiereFriedhof der KuscheltiereFriedhof der KuscheltiereFriedhof der KuscheltiereFriedhof der KuscheltiereFriedhof der Kuscheltiere

Aber das war noch lange nicht alles, was es zu entdecken und bewundern gab!

Hondenpoep zakjesHondenpoep zakjesDeko Deko Deko DekoDeko

Leider stellte sich heraus, dass das Restaurant ausgerechnend an diesem Tag geschlossen hatte!!! So mussten wir uns halt sattsehen und da gab es ja wahrlich genug.

zum Restaurantheute geschlossenDekoDekoRestaurant(4)NebengebäudeSanitärgebäudeBegrüßungBriefkastenInternetraumunser Platz MIT Internetzugang

Hier waren wir hoffentlich auch nicht zum letzten Mal, schließlich müssen wir die Patat ja noch probieren!

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Papa Luna in Peñiscola oder doch in Avignon?

 
Ihr erinnert euch an den netten älteren Herrn, der im letzten Beitrag in Peñiscola neben Uschi auf den Steinen saß? “Papa Luna” haben wir ja schon öfter mal erwähnt und eure (und unsere) Geschichtskenntnisse aufgefrischt mit Wikipedia-Wissen. Papa (Papst) Luna war einer der Gegenpäpste (pseudopapa, antipapa) zu dem amtierenden in Rom. Zur Aufstellung von Gegenpäpsten kam es, weil sich z. B. das Kardinalskollegium spaltete oder der Kaiser bzw. römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Im Laufe der Zeit soll es zwischen 25 und 40 Gegenpäpste gegeben haben und einer von ihnen war “unser” Papa Luna. Er hatte übrigens nichts mit dem Mond zu tun, wie sein Name vermuten ließe, sondern hieß offiziell Pedro Martinez de Luna y Gotor oder verkürzt Pedro de Luna. Sein späterer Papstname war Benedikt XIII. Ab 1309 residierten insgesamt sieben von der gesamten Kirche anerkannte Päpste in Avignon und erst Gregor XI ließ sich 1377 zur Rückkehr nach Rom überzeugen (wohin ihn Pedro de Luna begleitete, damals noch als Kardinal). Die französischen Kardinäle (die die Mehrheit im Kardinalskollegium stellten) erkannten dies jedoch nicht an und erklärten den Heiligen Stuhl daraufhin für vakant. Bis 1417 gab es daraufhin einen Papst in Rom und einen Gegenpapst in Avignon, von 1394 an war es Benedikt XIII als Nachfolger des in Avignon im Exil lebenden Papstes Clemens VII. Erst das Konzil von Konstanz (1414-1418) beendete die Spaltung der lateinischen Kirche. Benedikt XIII widersetzte sich der Absetzung durch das Konzil und zog sich, seiner Definition nach immer noch als Gegenpapst, auf die Bergfestung in Peñiscola zurück, wo er im Alter von 90 Jahren (!) starb.

Soweit ein kleiner Teil der verwirrenden Geschichte der lateinischen Kirche des Abendlandes. Hochinteressant, wenn man sich genauer damit beschäftigt und absolut unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar aus heutiger Sicht. Oder doch???

Okay, wir sind auf einem sehr schönen Campingplatz ganz in der Nähe von Avignon. Das Städtchen heißt Remoulins, der Campingplatz “La Sousta”. Ein parkähnliches Gelände mit wunderbar altem Baumbestand. Kleine, nicht als solche gekennzeichnete oder abgeteilte Parzellen, die Bäume regeln das. Die große Fläche, auf der wir stehen, ist vermutlich in zwei Plätze unterteilt, aber jetzt in der Nebensaison interessiert das niemanden. Nicht viele Plätze sind für uns anfahrbar, die Bäume!

Platz 90 oder 90+? Und endlich macht sich auch unsere Investition vom letzten Frühjahr bezahlt! Nach unseren Strom-Schwierigkeiten in Palavas-les-Flots hatten wir uns im dortigen Yachthafen bei einem Schiffsausrüster einen Adapter von französischem Stecker auf Euro-Stecker “basteln” lassen. Und ohne den wären wir jetzt auch hier wieder aufgeschmissen gewesen. Wir befinden uns in Frankreich! Hier gehen die Uhren noch etwas anders als in der übrigen Welt, siehe das Toiletten-Foto vom letzten Beitrag. 😉

französisch!!! französisch zu europerfekte Kombi 

Nur wenige hundert Meter von uns entfernt befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe “Pont du Gard”. Erstaunlicherweise kostet der Campingplatz auch in der Hauptsaison nur die Hälfte von dem, was man in Spanien an der Mittelmeerküste bezahlt. Aktuell müssen wir € 15,30 für den Platz incl. 2 Personen bezahlen, Flitzi kostet nichts extra. Für Strom werden noch einmal pauschal € 4,10 fällig. WLAN gibt es, aber nicht kostenfrei, sondern mit € 4/Tag ganz schön happig! Die Dame an der Rezeption klärte uns nicht darüber auf, dass man mit einem Zugang zwar nicht parallel, wohl aber nacheinander online gehen konnte! Also investierten wir noch einmal € 8!

Den Pont du Gard fuhren wir heute als erstes an, aber die Parkplatzpreise ließen uns ganz schnell wieder umkehren. Also erst den Stadtbummel. Danach brachten wir Flitzi auf unseren Platz und liefen die paar Meter zu Fuß, um dann festzustellen, dass nicht nur das Parken kostet, sondern man ohne Eintritt zu bezahlen nirgendwo hinlaufen darf.

Parkgebühren Pont du GardEintritt zu Fuß Pont du Gard 

Die spinnen wohl, die Römer – ähh, die Franzosen! Wir versuchten es noch von der anderen Seite bzw. vom anderen Flussufer aus, gleiches Ergebnis. Und die Gegend ist so waldreich, dass man absolut keine Chance hat, auch nur ein Zipfelchen des Aquäduktes zu sehen!!! Vielleicht hätten wir es uns noch überlegt, aber es war schon 18 Uhr und um 19 Uhr wird der Pont du Gard geschlossen! Früher haben bestimmt die Römer um diese Zeit das Wasser abgestellt! Es bleibt uns also nur, euch einen Link zu, ihr wisst schon, Wikipedia anzubieten: “hier” 😉

Bei Avignon waren wir uns beide nicht sicher, ob wir in früheren Jahren schon einmal hier gewesen waren. Es ist eine sehr schöne und typisch französische Stadt. Rundherum von einer noch vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben, innen sehr mittelalterlich anmutende Gässchen und Straßen. Und wunderschöne, sehr stylische Geschäfte mit Schaufenstern, wie es sie eben nur in Frankreich gibt. Ich mag ja Spanien inzwischen sehr, aber Frankreich ist einfach eine alte Liebe von mir, gewachsen aus etlichen Urlauben in den 80er-Jahren mit Zelt und Hund und 2CV. In Spanien sind alte, verfallende Häuser einfach nur alte, verfallende Häuser, in Frankreich haben auch sie noch einen unerklärbaren morbiden Charme. Und selbst die kleinsten Dörfchen haben Charisma. Auch hier fällt der Putz von den Wänden, sind Häuser unbewohnt, aber da blüht ein Oleander hinter einem rostigen Balkongeländer oder es stehen zwei wackelige Holzstühle und ein kleiner Tisch mit gusseisernem Gestell direkt neben der Straße und laden zum Verweilen ein. Ich habe den Eindruck, dass es den Franzosen wichtiger ist als den Spaniern, auch mit wenigen Mitteln ihre Häuser, Dörfer, Städte ansprechend und schön zu gestalten. Mein Herz schlägt für Frankreich und ich möchte mal wieder länger hier sein als immer nur kurz auf der Durchreise.

À bientôt!

PapstpalastMonument mit iPhone geknipstmit Spiegelreflexkamera aufgenommenDetailAltstadt           

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