Waldfrieden in Deutschland

 
 
Irgendwo im Saarland zwischen Metz und Trier fuhren wir am Freitag, von mir völlig unbemerkt, über die Grenze nach Deutschland. Unsere Autobahngebühren hielten sich an dem Tag sehr in Grenzen, ab Metz kostete die Autobahn dann gar nichts mehr. Wir hatten uns ja für unsere Rückreise für kleine Tagesetappen zwischen 250 und 350 km entschieden und mit 251 km lagen wir diesmal im unteren Bereich. Das Hintereinanderherfahren war übrigens kein Problem und auch weder stressig noch unangenehm. Wahrscheinlich profitieren wir noch davon, dass wir bis vor 7 Jahren mit zwei Wohnmobilen unterwegs waren. Unsere Handfunken von damals sind jetzt wieder im Einsatz. Uschi fuhr mit Oscarlotta voraus und Flitzi und ich sausten von LKW-Überholmanöver zu LKW-Überholmanöver hinterher. Uschi meinte, es hätte im Rückspiegel immer ganz niedlich ausgesehen, wenn dieses winzige Autochen plötzlich zwischen den Riesentrucks herausschoss. Einen LKW mit 5 Metern Abstand im Nacken zu haben, ist allerdings gewöhnungsbedürftig und ich war schon froh, wenn wir wieder mal eine Schlange hinter uns gelassen hatten. Unangenehm sind die LKW-Überholverbotsabschnitte (die auch für uns gelten, da wir über 3,5t liegen), da die Truckfahrer nicht verstehen, warum ein kleiner Smart, der ja viel schneller fahren könnte, mit 90 durch die Gegend zuckelt. Trotzdem sind wir immer noch überzeugt davon, dass uns diese Art, unsere zwei Fahrzeuge von A nach B zu bewegen, weniger stresst als es ein PKW samt Hänger tun würde. Wir gehören nicht zu den Spanien-Überwinterern, die in 2-4 Tagen 2000 bis 2500 km “abreißen”, um so schnell wie möglich von Deutschland nach Spanien und zurück zu fahren. Wir finden es schön, unterwegs zu sein, neue Stell- oder Campingplätze zu erkunden, in einem unbekannten Städtchen einen Bummel zu machen und zwischendurch auch mal einen Ruhetag einzulegen. Natürlich kommt uns dabei entgegen, dass unsere Oscarlotta immer gleich voll oder nicht voll ist, egal ob wir nach Spanien oder sonstwo hin fahren. Soll heißen, wir müssen kein Küchenzelt, Vorzelt etc. samt Mobiliar für die Fahrt irgendwo verstauen, um es dann “zu Hause” in den Keller zu tragen. SEHR ANGENEHM!!! Wir möchten dieses “Herumzigeunern” in der Zukunft noch weiter ausbauen, diesen Winter hat es uns gut gefallen, zusätzlich zum Torre zwei weitere (Langzeit-) Aufenthalte gehabt zu haben. Etwas erschreckend ist allerdings die Fülle an überwinternden mittel- und nordeuropäischen Rentnern auf den Campingplätzen, sodass man nicht mehr einfach frohen Mutes irgendwo hinfahren und davon ausgehen kann, dass man einen freien Platz bekommt. Das macht uns etwas Sorge. Zwar schießen in Spanien gerade neue Wohnmobil-Stellplätze wie Pilze aus dem Boden, aber auch die sind ratzfatz voll und die Bedingungen der Stellplätze gefallen uns in der Regel nicht so gut, da man relativ dicht beieinander steht und sich die Begrenzung nicht durch Büsche, Hecken oder Bäume, sondern durch das nächste Wohnmobil ergibt. Eine rühmliche Ausnahme stellt da natürlich die “Finca-Caravana” von Björn dar, von der wir ja bereits ausführlich berichtet haben, “hier” und “hier” noch einmal nachzulesen. Dort hat es uns wirklich richtig gut gefallen und wir wären gerne noch länger geblieben. Das einzige Manko ist für uns dort die Entfernung zum Meer, was für eine gewisse Zeit zu verschmerzen ist, aber nicht für den ganzen Winter.

Uschi hatte noch einen letzten Campingplatz herausgesucht, bevor wir am Montag unseren Reparaturtermin in Polch bei Niesmann+Bischoff wahrnehmen mussten (Bericht davon folgt separat). Camping “Waldfrieden” bei Saarburg. Hörte sich ja schon verdächtig nach Friedhof, Friedwald oder so an! Wir wagten es trotzdem. 😉 Ein Platz in Familienbetrieb, die noch etwas unerfahrene Tochter des Hauses wies uns nach Rückfrage bei ihrer Mutter einen “Komfortplatz” zu. Das bedeutete, Ab- und Frischwasseranschlüsse direkt am Platz und groß genug für uns. Mit ACSI für 16 Euro sehr in Ordnung, Flitzi kostete nichts extra. Ich versuchte, unseren deutschen Internet-Stick zu reaktivieren. Müdes Blinken ohne ein weiteres Ergebnis. Kein Vodafone-Netz? Das Handy funktionierte einwandfrei, auch über Vodafone. Zähneknirschend mussten wir auf das platzeigene WLAN zurückgreifen, für pro Stunde 1 Euro!!! Da war ja “La Sousta” in Frankreich mit 4 Euro pro Tag richtig preiswert gewesen! Natürlich galt der Internetzugang nur für ein Gerät zur Zeit, immerhin ging es mit mehreren nacheinander. Das Abmelden war aber so kompliziert und unzuverlässig, dass die letzten zwei Stunden ungenutzt im Nirvana verschwanden! Wir blieben zwei Nächte und sahen uns am Samstag das nette und sehr belebte Städtchen an. Beim Bezahlen am Abreisetag hieß es, dass die Komfortplätze € 2,50 zusätzlich kosten! Wir haben uns gar nicht so sehr darüber geärgert, denn auf anderen Plätzen hätten wir sicher noch extra für den PKW zahlen müssen, aber wir fanden es nicht in Ordnung, darüber bei unserer Anreise nicht aufgeklärt worden zu sein. Ob wir dort noch einmal hinfahren, ist eher zweifelhaft. 

Camping "Waldfrieden"

Wasserfall in der StadtWasserfall in der Stadtdie Saarburg Eingangstür im FischerviertelFischereizunft Saarburg Saarburg Saarburg

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.