Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Wir bemühen uns eigentlich immer vorsichtig zu sein und trotzdem hat es uns auch schon erwischt, mitten in Barcelona (wer “hier” klickt, kann die ganze Geschichte noch einmal lesen)…

Colòn in BarcelonaAussicht auf die Rambla in Barcelona

6. Kapitel: “Achtung vor bösen Buben!”

Am Anfang dieses Eintrags möchte ich eine Geschichte zum Besten geben, bei der sich allerdings Wahrheit und Dichtung vermischen, glauben wir (die Namen sind von der Redaktion geändert): Also, Ida und Edi waren ein frisch verliebtes Paar mit zwei kleinen Hundis. Sie haben sich ganz spontan und ohne irgendwelche Vorkenntnisse im Herbst 2007 dafür entschieden, mit ihrem neuen ersten Wohnmobil nach Spanien zu fahren. Nach sehr langer Fahrt, auf der Autobahn A7 um Barcelona herum bestand Ida darauf, die nächste Raststätte anzufahren, weil sie so müde sei. Edi gab nach, fuhr auf die nächste Raststätte und sie legten sich schlafen, die Hundis auch. Am Morgen stellten sie entsetzt fest, dass im Fahrerhaus des Alkovenmobils die Handtasche von Ida, seine Herrenhandtasche mit Inhalt und seine Lederjacke fehlten. Die Hunde hatten nicht angeschlagen und die Türschlösser waren nicht aufgebrochen worden. Auf der Polizeistelle, die sie dann angefahren haben, gaben sie alles zu Protokoll, dabei kam ein Polizist von draußen rein und trug die Jacke von Edi…?!?

Als wir uns die Geschichte von den armen Überfallenen selbst angehört hatten, waren wir zwar betroffen, konnten aber so viel Leichtsinn nicht verstehen. Wir glauben immer noch, dass auf jeden Fall eine Tür des Fahrerhauses nicht abgeschlossen war, sie tief und fest geschlafen hatten, die Hunde übrigens auch, und die Story mit der Jacke…?

Aber nun zurück zum Thema: der Streckenabschnitt der Autobahn A7, der nördlich um Barcelona herumführt Richtung Tarragona, ist berüchtigt für Überfälle aller Art. Es soll z. B. wie folgt ablaufen: Aus einer überholenden, meist hochpreisigen Limousine heraus wird dem Fahrer des Wohnmobils bzw. Wohnwagengespannes bedeutet, dass er einen Platten hat und die Autobahnräuber versuchen, ihn auf dem Standstreifen zum Halten und dann zum Aussteigen zu bewegen. Währenddessen wird auf der Beifahrerseite blitzschnell die Tür geöffnet und der Beifahrerin die Handtasche entrissen. Das war’s dann. Noch schneller als die Straßenräuber aufgetaucht sind, sind sie auch wieder verschwunden. Es soll auch sogar schon auf Rücklichter geschossen worden sein, damit jemand anhält, hat derjenige aber nicht, so blieb es beim Einschussloch im Rücklicht. Also nochmal die Warnung: Fahrt möglichst nach der letzten Mautstelle vor Barcelona ohne anzuhalten, also kein Tankstopp o. ä., um Barcelona herum bis ihr wieder zur ersten Mautstelle (wo man nur wieder ein Ticket zieht) kommt.

Wir haben da so unsere ganz eigenen Vorgehensweisen, diesen berüchtigten Streckenabschnitt möglichst unbeschadet hinter uns zu bringen. Wir fahren ihn eigentlich immer sonntags um die Mittagszeit. Unsere Theorie ist: Die “bösen Buben” sind erst beim Sonntagsgottesdienst und anschließend bei Mama zum Mittagessen! Sarkastisches Smiley Wer das nicht glaubt oder nicht zur rechten Zeit s. o. fährt, kann ja unsere zweite Fahrversion probieren, nämlich an der Peripherie von Barcelona die große Stadt an der Meerseite zu umfahren. Haben wir schon ein paarmal gemacht, funzt gut und bietet außer Tunnels auch noch schöne Ausblicke auf Hafen und Meer. Diese Version ist ein wenig zeitaufwändiger (…aber wir haben ja Zeit) und etwas teurer (Maut,…).

Aber ihr solltet auch sonst (besonders im Süden von Frankreich und in Spanien) immer auf der Hut sein, auf Parkplätzen an der Straße oder auch vor großen Supermärkten, an Tankstellen oder Raststätten. Schließt immer ab und wenn möglich, sollte immer einer direkt beim oder im Fahrzeug bleiben. Wenn wir unterwegs bei Aldi oder Lidl usw. auf dem Parkplatz stehen, gehe ich grundsätzlich alleine einkaufen, Ingrid bleibt sichtbar in unserer Oscarlotta und passt auf unser Hab und Gut auf. Wir lassen aber auch sonst Vorsicht walten, wir würden NIE an den gerade beschriebenen Orten übernachten, für uns ist eine ungestörte Nachtruhe auf einem Stellplatz oder Campingplatz wichtiger als ein paar Euro zu sparen. Außerdem fahren wir in Etappen, die uns nicht an den Rand der Erschöpfung bringen. Ein Ruhetag auf einem besonders schönen Stell- oder Campingplatz zwischen den Fahrtagen hat auch was.

Aber nicht nur im Süden, sondern überall in Europa ist Vorsicht wichtig, wenn man sein Eigentum behalten möchte!

Unsere Vorsichtsmaßnahmen im Überblick:

Wir haben an unserer Oscarlotta an unserer EINZIGEN Tür ein Zusatzschloss von “Ölmühle” einbauen lassen. (lesenswerte Einbaustory “hier”)

Türschloss außenTürschloss innen

Unsere drei Schiebefenster können wir von “Haus aus” von innen verriegeln. Auf eine Heckleiter haben wir bewusst verzichtet. Alle sechs Reifen sind mit Ventilaufsätzen von “TireMoni” ausgerüstet

2 Ventile für ZwillingsreifenVentil Nr. 5

und der kleine Monitor, der jeden einzelnen Reifendruck anzeigt, ist während der Fahrt immer auf der Fahrerseite an der Scheibe befestigt.

Unsere "Moni"

Uns kann niemand bedeuten, wir hätten einen Platten, solange unsere ”Moni” nicht Alarm schlägt, fahren wir – nicht unbedingt gelassen – aber weiter. Außerdem haben wir auf dem Monitor immer die Kontrolle über die Reifendrücke.

Da Oscarlotta unser einziges Zuhause ist, bewahren wir nicht nur alles Entbehrliche (vor allem auf der Fahrt) in unserem Safe auf, sondern haben auch Kopien aller wichtigen Papiere und Unterlagen im Safe bei guten Freunden in Deutschland. Da wir aber wissen, dass sogar auf bewachten Campingplätzen ungebetene “Nachtschwärmer” unterwegs sein können, schließen wir jeden Abend unser Tagesequipment (Stühle etc.) in der Heckgarage ein und rings um’s Fahrzeug alle Schlösser zu. Soviel Zeit muss einfach sein! Bis auf unser unliebsames Erlebnis in Barcelona sind wir bisher ZUM GLÜCK von “bösen Buben” verschont geblieben.

Trotz aller Horrorgeschichten fühlen wir uns in Spanien sehr wohl und wir schätzen die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Spanier. Das Land des Sonnenlichts

Cabo de San Antoni + Cabo de la Nao im Gegenlicht

ist uns zur Winterheimat Nr.1 geworden!

wunderschöne Abendstimmung am Torrestrand

Fortsetzung folgt…

written by Uschi

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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8 Kommentare zu “Vorsicht ist besser als Nachsicht!

  1. Hallo Ihr Beiden, Euer Artikel über die „bösen Buben“ ist sehr gut beschrieben und wenn man es anders machen will, muß man halt mit unangenehmen Überraschsungen rechnen. In Torre werde ich mir mal diesen Reifendruckmonitor ansehen, da Hubert und ich immer über zu niedrigen diskutieren.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Oostende senden Euch Elke, Hubert und Sunny

  2. Hallo Mädels,
    Ihr macht Euch ja richtig Arbeit mit den vielen Tipps und Anregungen. Es ist eine tolle Idee, mit Bildern (4er Mutter) etc., alles zu belegen.
    Lieben Gruß,
    die 2

  3. Hallo ihr zwei,

    wir müssen noch einmal ein Lob auf die tollen Tipps und Hinweise aussprechen.
    Aber jetzt der Klugscheißer: Reifenluftdruck prüfen! 0,2 bar Unterschied für Zwillingsbereifung ist zuviel. Der Reifen mit dem höheren Druck hat dann natürlich auch eine höhere Traglast. Könnte ihm irgendwann zu viel werden.
    Liebe Grüße, wir vier!

      • Sooo genau nicht, war ja auch noch 0.04 bar mehr Unterschied. Einfach, am besten natürlich bei kalten Reifen, nur kurz antippen. Die Prüfgeräte haben ja eine 0,1 Aufteilung in ihrer Skala. Was ich mit meinen Wurstfingern hinkriege, schafft ihr doch alle mal.
        P.S.: Keine faule Ausrede von wegen die Sonne hat auf dem Reifen gestanden, der innere (im Schatten) hat den höheren Druck.
        Gruß Peter

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