(big) Fix & Boxi

 
 
So, nun wollen wir das “Geheimnis” mal lüften! 😉 Uschi hatte da ja sowas angedeutet in ihrem Jahresrückblick… Und in der neuesten Ausgabe von “AutoBild reisemobil” steht auf Seite 3: “Nie war es so vernünftig wie heute, in einen fahrbaren Zweitwohnsitz zu investieren.” Also, da haben wir ja offensichtlich alles richtig gemacht, als wir uns im Dezember ein “Zweitmobil” bestellt haben!!!

Aber der Reihe nach! “Schuld” an allem ist unser Stellplatznachbar Hans, von dem wir “hier” schon berichtet hatten. Uns gefiel sein Gespann aus Pickup-Truck und Tischer-Aufsetzkabine, mit dem er die Panamericana fahren will, sofort. Gut, für uns müsste es eine Nummer größer sein. Die Firma Tischer sitzt in Kreuzwertheim, also ca. 100 km von hier entfernt. Da wir sowieso immer gerne Wohnmobile und ihre Herstellung “kucken”, war ein Termin schnell gemacht. Bei bimobil waren wir im Oktober schon gewesen, hatten aber für das, was wir suchen, kein positives Ergebnis. JA, WAS SUCHEN WIR DENN??? Wir überlegen seit unserer USA/Kanada-Reise vom Sommer 2013, wie wir weitere derartige Reisen gestalten könnten. Es hat uns ja so gut dort drüben gefallen, dass klar ist, dass wir das noch einige Male in unserem Leben möchten, am liebsten noch länger als “nur” 3 Monate. Diese erste Reise war zum Ausprobieren, denn ich, Ingrid, war vorher noch nie in USA oder Kanada gewesen. Wir hatten ein Mietmobil, knapp über 6m, für amerikanische Verhältnisse winzig, für uns für eine Reise dieser Länge völlig in Ordnung. Wir haben es sehr geschätzt, mit “Venti” überall ohne Probleme hinfahren zu können, auch mal kleinere Straßen, zum Einkaufen etc., also alles das, wofür unsere Oscarlotta (8,50m) manchmal einfach zu groß ist. Der Mietpreis belief sich für die gesamte Zeit auf knapp €10000 und das war sogar noch verhältnismäßig preiswert. Was also das nächste Mal machen, war unsere Überlegung. Oscarlotta verschiffen? Man sagt, ab einem Zeitraum von 3 Monaten wird es preiswerter, das eigene Mobil zu verschiffen als drüben etwas zu mieten. Aber Oscarlotta ist unser einziges Zuhause, was, wenn ihr unterwegs etwas passiert? Und sei es “nur”, sie würde aufgebrochen und ausgeräumt? Und unser Basisfahrzeug ist ein Iveco Daily, gehört zwar zur Fiat-Gruppe, kennt aber in USA niemand. Service-Werkstätten gibt es keine! Die Reifengröße gibt es in USA auch nicht. All das und weitere Risiken (was ist, wenn unsere Frontscheibe “zerschossen” wird von einem der teuflisch schnell überholenden Holzlaster?) ließen uns diesen Plan wieder verwerfen. Ein Mobil drüben kaufen? Wie bzw. wie teuer versichern? Am Ende der Reise mit Zeitdruck wieder verkaufen? Oder in einer der vielen Unterstellmöglichkeiten (storage) deponieren? Einen PKW kaufen oder mieten und von Motel zu Motel fahren? Das würde bedeuten, jeden Tag aus dem Koffer zu leben und uns “aushäusig” verpflegen zu müssen. In Amerika für Leute, die kein Fleisch essen, SEHR schwierig! Wir konnten uns für keine dieser Möglichkeiten entscheiden. UND DANN KAM HANS! Und wir fuhren zu Tischer.

Der freundliche Herr Klein nahm sich viel Zeit für uns und schnell wurde klar, dass nicht etwa die drittkleinste Kabine für uns richtig sein würde, sondern schon die zweitkleinste, also nur eine Nummer größer als die von Hans. Tischer fertigt in zwei verschiedenen Varianten, genannt “Trail” und “Box”. Unterschied: Bei der Box besteht der gesamte Aufbau aus Alu, beim Trail ist der Alkovenbereich aus GFK. Die Box gefiel uns eindeutig besser und ist außerdem noch rund €2000 preiswerter. Wir entschieden uns also für das Modell “Box 240” und erstellten gemeinsam mit Herrn Klein die Ausstattungsliste. Wir verzichten bewusst auf eine Markise, eine Satellitenanlage plus Fernseher, eine Wohnraum-Klimaanlage, eine elektrische Trittstufe, einen isolierten Abwassertank und, wie bei Oscarlotta, auf die Gardinen und Vorhänge. Dafür bekommen wir, wie bei Oscarlotta, zwei zusätzliche Steckdosen, 230 Volt und 12 Volt. Bei der Holzfarbe und den Polsterstoffen wählten wir aus jeweils zwei bzw. drei Variationen. Aus der Zubehörliste wählten wir je ein seitliches Alkoven-Hängeschränkchen und einen größeren Alkovenschrank über die gesamte Aufbaubreite sowie eine klappbare Arbeitsflächenvergrößerung in der Küche. Bei der Heizung haben wir uns gegen die Alde-Heizung (obwohl wir sie in Oscarlotta sehr schätzen) und für die Truma Kombi 4E entschieden, was bedeutet, dass man sie mit Gas, aber auch elektrisch betreiben kann. Ein 100-Watt-Solarmodul plus Ladestromregler und ein klappbarer Fahrradträger kamen noch dazu. Der Fahrradträger muss klappbar sein, weil unsere Eingangstür am Heck ist. Durch die Hecktür ist im Innenraum Platz für einen weiteren großen Schrank. Der große Vorteil der “Box 240” ist außerdem, dass sie als einzige sowohl auf einen Doppelkabiner als auch auf einen Ein/einhalb-Kabiner aufsetzbar ist. Das macht die Auswahl des Basisfahrzeuges sehr flexibel. Genau dieses fehlte uns jetzt “nur” noch! Und, wie es der Zufall so wollte, hatte Herr Klein gerade einen Nissan Navara King Cab 4×4 SE 2,5l mit 141KW/190 PS zu verkaufen. Zwar aus seiner “Mietflotte”, aber erst knapp ein Jahr alt mit 30000 km. Und, was am vorteilhaftesten (außer dem attraktiven Preis) war, dieser Pickup-Truck war schon ausgerüstet mit allen Voraussetzungen, die man für den Betrieb mit der Aufsetzkabine braucht. Als da wären: Auflastung auf 3490 kg, Goodrich Allterrain-Reifen mit Alufelgen (mit der Auflastung werden andere Reifengrößen samt Felgen notwendig), Luftfederung von Goldschmitt, Ladeflächenbeschichtung, Aufsteckspiegel. Eine Anhängerkupplung, die wir gewünscht hätten, ist auch schon dabei! Die Farbe ist so wie die Schriftfarbe hier, ein Anthrazit mit leichtem Blaustich (nur bei Sonneneinfall zu erkennen). Bei der Kabine haben wir uns für eine Metalliclackierung in “Nissan-silber” entschieden.

Nissan Navara King Cab 4x4 SENissan Navara King Cab 4x4 SEGoodrich Allterrain-ReifenNissan Navara King Cab 4x4 SELadeflächenbeschichtung   Nissan Navara King Cab 4x4 SE

Box 240 in weißBox 240 in weißBox 240 in weißBox 240 in weiß  Produktionshalle

Die Maße unseres neuen “Reisemobilchens” sind wie folgt: Gesamtlänge 5,75m Breite 2,11m Höhe 2,99m

So, und jetzt wollt ihr doch sicher noch wissen, wie wir auf den Namen von unserem Neuzugang gekommen sind??? Eigentlich doch schon klar! Box = Boxi. Und ein Basisfahrzeug mit 190 PS und der relativ leichten Kabine (unsere Oscarlotta hat “nur” 176 PS, wiegt aber 6t) wird ganz schön “fix” unterwegs sein. Anlehnung natürlich an “Fix und Foxi”. Und da “Fix” größer ist als “Boxi”, bekommt er den Zusatz “big”. Okay, im Vergleich zu den amerikanischen Pickup-Trucks, die überwiegend riesig sind, ist “Fix” ja eher “small”. 😉 Ein “Truck” ist er aber allemal, laut Zulassungspapieren ein LKW!

bearbeitetes Prospektfoto

(bearbeitetes Prospektfoto, so ähnlich wird es aussehen)

Jetzt müssen wir noch bis Juni warten! Big Fix haben wir bei Tischer stehengelassen, da wir zu zweit nicht mehr als zwei Fahrzeuge bewegen können. Außerdem brauchen wir ihn ja vorläufig nicht und so kann die fertige Kabine gleich auf das Basisfahrzeug aufgesetzt werden. Im kommenden Sommer wollen wir eine Skandinavien-Probefahrt machen und im Frühjahr 2016 nach Halifax verschiffen für eine mehrmonatige Kanada und USA-Ostküstentour.

Falls jemand auf die Idee kommen sollte, dass wir Oscarlotta nun verschenkenkaufen werden, ne, ne!!! Oscarlotta ist und bleibt unser “Wohn”mobil und damit unser “Hauptwohnsitz”. Wir sind jetzt nur der Empfehlung von “AutoBild reisemobil” gefolgt und haben uns das angesagte “Zweitwohnsitz”-Mobil zugelegt! 😉

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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4 Kommentare zu “(big) Fix & Boxi

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