Seabridge-Treffen 2015 in Bad Dürrheim

 

Wir hatten es ja schon erwähnt, dass wir in Bad Dürrheim sind, weil eines der diesjährigen Seabridge-Treffen an diesem Wochenende hier stattfindet. Die Firma Seabridge erfährt seit Jahren solch einen Zulauf, dass inzwischen mehrere Treffen pro Jahr an verschiedenen Orten Deutschlands stattfinden. Wir waren vor Jahren schon einmal auf einem dieser Treffen, da es immer schon ein Wunschtraum von uns war, mit dem eigenen Mobil durch USA/Kanada zu reisen. Als wir dann allerdings unsere Oscarlotta hatten, konnten wir uns nicht mehr dazu entschließen, sie zu verschiffen. Zuerst, weil sie noch nagelneu war und wir Sorgen hatten, dass ihr was passieren könnte, später, weil sie eben unser einziges Zuhause ist und wir Sorgen hatten, dass ihr was passieren könnte. Dagegen sprach außerdem, dass IVECO in USA völlig unbekannt ist, wir also schon bei einfachsten Pannen Werkstattprobleme bekommen würden. Unsere Reifengröße gibt es in Nordamerika ebenfalls nicht, was bedeuten würde, zwei Reservereifen mitzunehmen (Oscarlotta hat 6 Räder). Die Vorstellung, dass uns von einem der in rasender Fahrt überholenden Holzlaster durch einen aufwirbelnden Stein unsere Frontscheibe zertrümmert werden könnte, ließ uns unseren Wunsch dann endgültig begraben. Wir haben uns 2013 dann ja dafür entschieden, drüben ein Wohnmobil zu mieten und haben darüber ausführlich berichtet, “hier” nachzulesen. Es war auch alles gut, die Entscheidung war richtig und unser “Venti” mit seinen knapp über 6m hat uns wirklich gut gefallen. Das Fazit dieser für mich ersten Amerikareise war, JA, das will ich noch öfter und länger als “nur” 3 Monate. Dann wird das Mieten allerdings heftig teuer! Es ist einfach nachzurechnen, dass es sich preislich lohnt, ab 2-3 Monaten, je nach Größe des Fahrzeugs, sein eigenes Mobil zu verschiffen. Diese ganzen Überlegungen gaben letztendlich den Ausschlag dafür, uns für den Kauf eines “Reisemobils” zu entscheiden, wie wir “hier” bereits ausgeführt haben.

Seit Donnerstagabend finden Lichtbildvorträge statt zu den unterschiedlichsten geführten Wohnmobilreisen, die Seabridge anbietet, teils mit dem eigenen Mobil, teils in Mietmobilen. Zuerst gab es natürlich eine ausführliche Infoveranstaltung zum Verschiffen des eigenen Mobils. Ab Dienstag trafen Seabridge-Teilnehmer ein, entweder wie wir, die sich informieren wollen und viele Fragen beantwortet haben möchten oder “Veteranen”, die ihre Erfahrungen weitergeben, Reisefreunde wiedersehen oder sich für die nächste Reise entscheiden wollen. Es dürften inzwischen so ca. 200 Mobile hier sein, die z. T. auf dem Extraplatz für Gruppen stehen, der mit grob gezählten 80 Fahrzeugen voll ist, siehe Fotos vorher – nachher:

Seabridge-Treffen 2015 (Mittwoch)Seabridge-Treffen 2015 (Freitag)     

Wir haben gerade für gar nichts anderes mehr Zeit, schauen und hören uns die Reiseberichte von Seabridge an, die total interessant sind, gerade über die Länder, die wir voraussichtlich in diesem Leben nicht mehr bereisen werden. Außerdem versuchen wir, unsere Fragen beantwortet zu bekommen, die es bezüglich Aufenthaltsdauer, getrennt nach Personen und Fahrzeug, Gas- und Stromversorgung etc… gibt, trotz ausführlicher Vorrecherche im Internet, in Blogs und Büchern. Auch ohne die Beantragung eines Visums für die USA hätten wir eine Gesamtaufenthaltszeit zusammen mit Kanada von 9 Monaten. Was uns bisher aber niemand beantworten konnte, war u. a. die Frage, läuft die Zeit nach der Einreise in eines der beiden Länder weiter, wenn man in das andere Land wechselt (also wenn wir z. B. nach 2 Monaten Aufenthalt in USA nach Kanada einreisen). Kann man die restlichen 30 von den 90 Tagen, die man als Tourist in USA bewilligt bekommt, “aufsparen” und nach einigen Monaten in Kanada aufbrauchen oder nicht. Die Antwort ist übrigens “nein”, die Zeit läuft weiter. Wenn man länger in USA bleiben möchte bzw. nach einem längeren Kanada-Aufenthalt noch einmal in die USA zurück möchte, muss man erst einmal in ein sog. Drittland ausreisen. Mexico zählt nicht mehr dazu, es müsste mindestens Belize sein oder man müsste sein Mobil in einem der überall verfügbaren “Storages” unterstellen und mal kurz nach Deutschland, nach Australien, Neuseeland oder sonstwohin fliegen und danach neu einreisen. Wenn man ein Visum für die USA beantragt und auch erhält, hat man theoretisch das Recht, sich über die Dauer von 10 Jahren pro Jahr 6 Monate in den USA aufhalten zu dürfen. Theoretisch deswegen, weil es im Ermessen des Officers liegt, der einen bei der Einreise abfertigt, ob er einem die vollen 6 Monate zubilligt oder weniger oder sogar die Einreise ganz verweigert! Wenn man das Glück hat und eine Aufenthaltsdauer von 6 Monaten in seinen Pass gestempelt bekommt, gibt es die Möglichkeit, relativ unproblematisch per Internet eine Aufenthaltsverlängerung von weiteren 3 Monaten zu beantragen, was $200 kostet und bis zur Entscheidung ca. 2 Monate braucht. Dann hätte man, mit den 6 Monaten von Kanada, insgesamt zwar 15 Monate Aufenthaltszeit. Das große ABER ist, dass das Fahrzeug nach 12 Monaten wieder ausgeführt werden muss!!! Wenn das nicht passiert, läuft man bei der Rückverschiffung Gefahr, dass es vom Zoll beschlagnahmt wird!

Außerdem unterhalten wir uns mit anderen Teilnehmern dieses Treffens, die überwiegend schon die tollsten Reisen, mit oder ohne Seabridge gemacht haben. Da sind wir Waisenkinder dagegen! Ein notwendiges Utensil konnte Uschi schon gebraucht erwerben, nämlich einen Trafo, also einen Spannungswandler, der aus den in Nordamerika üblichen 110 Volt die für unser Mobil benötigten 230 Volt macht. Ist ein sauschweres Teil, obwohl es gar nicht so groß ist und sieht so aus:

Trafo

Und dann musste ich natürlich die diversen Fernreisemobile fotografieren!!! Eine kleine Auswahl hier:

FernreisemobileFernreisemobil (Saurer)FernreisemobilFernreisemobil
Dieser Bericht entstand heute bis weit nach Mitternacht während und nach „meiner“ Freitags-Talkshow. Jetzt schnell veröffentlichen, frühstücken und weiter geht es mit der „Seele Afrikas“ und der „Baja California“. Kurze Kaffeepause, dann weiter mit „Oman – Überwintern im Orient“. 😉
Sobald wir wieder durchatmen können, melden wir uns wieder!!!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

4 Kommentare zu “Seabridge-Treffen 2015 in Bad Dürrheim

  1. Vielen Dank für diese Schilderung der Fallstricke & Hindernisse, und natürlich ebenso der vielen Möglichkeiten & Hinweise zu einem solchen Vorhaben. Besser gut informiert losreisen als später ein böses Erwachen! Ich staune immer wieder über die ‚Blauäugigkeit‘ mancher Reisender, worunter auch fällt, dass einige der Sprache nur bedingt mächtig sind ….

    Wahrscheinlich komme ich in diesem Leben nicht mehr in die ‚Verlegenheit‘ in die U.S.A. einzureisen. Was ich sehr bedauere, denn die Landschaft der ca. 11 Staaten die ich kennengelernt habe war schon außerordentlich, und es waren noch nicht ‚mal alle touristischen ‚highlights‘ darunter. Da hoffe ich nun auf eure Berichte …. ;c)

    Beim letzten Besuch (2004) haben mir Eineiseprozedur & Durchführende überhaupt nicht gefallen – schließlich bin ich jahrelang dort gewesen, habe an einer renommierten Hochschule unterrichtet und bin kein Verbrecher, weswegen ich auch so nicht behandelt werden will. Schon gar nicht von Grenzbeamten die es mit Mühe durch die High School geschafft haben ….

    Ich drücke euch jedenfalls die Daumen für eine umfassende Informationsgewinnung, und später für eine problemlose Ein- und Ausreise, ohne Überraschungen und Ärgernisse.

    • UFF – uns raucht der Schädel! Informationen haben wir mehr als genug, weil es auch hier zu einer Frage immer mehrere unterschiedliche Antworten gibt. Jetzt müssen wir versuchen, die Spreu vom Weizen zu trennen.
      Eine nette Anekdote: Die Sekretärin von Seabridge erzählte von einem Paar weit jenseits der 70, das sein Mobil nach USA verschiffen wollte, aber über kein Wort Englisch verfügte. Nach der Rückkehr fragte sie, ob und wie sie denn zurechtgekommen wären. Bei Problemen hatten die beiden immer den Pfarrer des jeweiligen Ortes aufgesucht und der wusste dann immer jemanden, der deutsch konnte und übersetzte bzw. weiter half. Sie waren sehr zufrieden mit ihrer mehrmonatigen Reise!

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