Durchhänger

 

Seit langer Zeit hat es gestern keinen Beitrag zum Sonntag gegeben. Sorry! Wir haben aber natürlich unsere Gründe. Zum einen passiert bei uns gerade GAR NICHTS, was wert wäre schriftlich festgehalten zu werden und wir möchten unsere Leser bekanntlich weder langweilen noch mit irgendwelchen Lückenfüllern „beglücken“. Zum anderen fühlen wir uns, nach den Terrorakten der letzten Zeit und den übrigen Berichterstattungen, etwas mutlos, hoffnungslos, kraftlos, hilflos, antriebslos und verunsichert. Die Hintergründe, Aktionen, Vereitelungs- und Revancheversuche sind ja hinlänglich bekannt, darüber müssen wir nicht reden. Uns beschäftigt der Gedanke, was kann man denn in dieser immer unsicherer werdenden Welt noch einigermaßen gefahrlos tun? Im Moment befinden wir uns noch auf unserem Heimatcampingplatz und verspüren keinerlei Ansporn, uns woanders hin zu begeben. Noch ist es leicht, hier zu sein, das Wetter ist bisher sonnig und auch noch relativ warm. Aber für den nächsten Sonntag ist von Schnee die Rede! Wir woll(t)en ja eigentlich im nächsten Frühjahr/Sommer/Herbst mit Fix und Boxi nach Kanada/USA und es wäre jetzt an der Zeit, die Flüge zu buchen und den Verschiffungstermin. Wir können uns z. Z. nicht dazu durchringen. Ja, wir wissen, dass die für die Attentate Verantwortlichen genau das wollen: Angst und Schrecken verbreiten, die Vergnügungen und Leichtigkeiten der westlichen Welt vernichten. Leider gelingt es ihnen, auch wenn es Menschen gibt, die diese realen Gefahren verdrängen können. Aber es gibt auch viele, die, so wie wir, nicht mehr sorglos zu Großveranstaltungen gehen oder in beliebte Großstädte fahren werden. Oder in ein Flugzeug steigen. Ja, wir wissen auch, dass es nirgendwo einen hundertprozentigen Schutz gibt, aber es gibt halt Orte und Unternehmungen, die sicherer oder unsicherer oder potentiell gefährlich sind. Hier ist es vermutlich ziemlich sicher, aber wollen wir für den Rest unseres Lebens hier bleiben? Wohl eher nicht. Jemand sagte, wenn es mich erwischt, dann bin ich eben tot. Ja, wenn man sofort tot ist, dann hat man „nur“ das Pech, ein paar Jahre vor dem Unvermeidlichen abtreten zu müssen. Aber wenn man schwer verletzt, schwer traumatisiert überlebt? So, wie vermutlich auch jetzt in Paris viele der Betroffenen? Es ist wohl, wie bei allem im Leben, die Frage, welchen Preis ich bereit bin zu zahlen für das Er(g)(l)ebnis, das ich möchte. Wir können diese Frage für uns gerade nicht beantworten.

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written by Ingrid
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