Some day

 

Es ist DAS Thema. Paris. Es bewegt und schockiert die Menschen vor allem, weil Paris so nah ist. Alle Horrornachrichten bewegen und schockieren, sei es ein „normaler“ Flugzeugabsturz, ein Amoklauf an einer (amerikanischen) Schule, ein Erdbeben, ein Vulkanausbruch, ein Tsunami, 9/11, Mumbai 2006 und 2008. Je mehr Tote, desto betroffener reagiert „die Welt“. Und gleichzeitig schaffen es die meisten Menschen, eine Distanz zu wahren, das Schreckliche nicht zu dicht an sich heranzulassen. Nur so gelingt es ihnen, ihr eigenes Leben ohne größere Verunsicherungen weiterleben zu können. Wie sollte es sonst zu erklären sein, dass immer noch in New York Tausende von Menschen in Wolkenkratzern arbeiten, dass täglich Tausende in Flugzeuge steigen und die Strände in Phuket wieder voll sind? „Mir wird schon nichts passieren, ES wird sicher nicht noch einmal passieren, auf keinen Fall noch einmal HIER.“ Paris und Mumbai sprechen dagegen. 

Diesmal ist es nicht mehr so leicht, seine Ängste in den Hintergrund zu verdrängen. Ja, versuchen tun es alle. Viele kluge Sätze sind zu lesen und zu hören. Sie sind alle voller richtiger Botschaften, aber sie entspringen dem VERSTAND. Der Verstand ist cool, er analysiert messerscharf, er hat Lösungen parat. Er vergibt Parolen, „nicht unterkriegen lassen“, „unsere Werte verteidigen“, „jetzt erst recht“, „ein Zeichen setzen“ und so weiter. Aber wir Menschen bestehen eben nicht nur aus dem Verstand. Wie bekommen wir unseren Verstand dazu, die Angst, das Unbehagen, den Mut so positiv zu beeinflussen, dass wir uns auch in Zukunft noch/wieder trauen, an all die Orte zu gehen, die auf der Gefährlichkeitsskala ziemlich weit oben liegen? Es geht wohl nur mit Verdrängung, wir steigen ja auch alle (fast) jeden Tag in ein Auto.

Vielleicht sind diejenigen, die unerschütterlich an (einen) Gott glauben, besser dran. Oder zumindest an ein/ihr Schicksal. Für die anderen gibt es dann doch nur die vielen schlauen Sprüche, die alle richtig, aber nicht immer leicht zu leben sind, vor allem nicht in solchen Tagen wie diesen.

some day

written by Ingrid
photo taken from here

…noch etwas…

von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

2 Kommentare zu “Some day

  1. Gute Worte habt ihr gefunden, tatsächlich, die Verunsicherung ist groß und verschwindet nicht mehr einfach so. Wir Erwachsenen sind im Verdrängen vielleicht besser oder schon geübter als Kinder oder Jugendliche. Bei unserer jüngsten Tochter ist die Unsicherheit spürbar, da fehlen mir manchmal die Worte…
    Ein hoffnungsvoller Gruß
    Katja

    • Ja, Katja, das Verdrängen klappt nur, wenn eine Zeitlang nichts passiert. Die Verunsicherung deiner Tochter kann ich gut nachvollziehen, ihre heile Kinderwelt verschwindet gerade. Die Herausforderung für uns alle ist wohl, unser Leben trotzdem weiter mit soviel Freude wie möglich zu leben.
      Liebe Grüße, Ingrid

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