Macht Microsoft das wirklich???

 

Wer ein wenig computerinteressiert ist, hat sicher mitbekommen, dass Microsoft am letzten Patch Day den Support für alle Internet Explorer Versionen älter als IE 11 eingestellt hat. Außerdem wird seitdem das Betriebssystem Windows 8 nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt. Das ist umso erstaunlicher, als die älteren Betriebssysteme Windows 7 und sogar Vista immer noch Sicherheitsupdates erhalten, Vista bis 2017 und 7 bis 2020. Sogar XP wird noch bis 2019 mit Sicherheitsupdates versorgt, wenn man einen bestimmten Eintrag in der Registry vorgenommen hat. Normalerweise dauert der Support für ein neu auf den Markt gekommenes OS 10 Jahre. Windows 8 gibt es erst seit 2012. Warum ist jetzt schon Schluss? Das neue Betriebssystem stieß bei zahlreichen Nutzern auf Kritik. Zu radikal fiel vielen die Umgestaltung im Vergleich zu Windows 7 oder dem immer noch absolut beliebten XP aus, zu stark wurden Teile des Systems verändert. Der Verzicht auf den altbekannten Start-Button z. B. löste einen Sturm der Entrüstung aus. Der Erfolg hielt sich entsprechend in Grenzen, viele Nutzer verzichteten auf ein Update und behielten Windows 7 auf ihren Rechnern oder nutzten sowieso noch ihr geliebtes XP (ich auch!). Eine Veränderung brachte erst das umfassende Update auf Windows 8.1, welches einige der Kritikpunkte behob und altbekannte Elemente zurückbrachte. Das Update war so umfassend, das Windows 8.1 in vielen Punkten als eigenständiges Betriebssystem gilt und als Zwischenschritt zwischen Windows 8 und Windows 10 verstanden wird. Microsoft bezeichnet das Update aber lediglich als Service Pack. Service Packs können nach ihrem Erscheinen binnen 24 Monaten installiert werden. Nach Ablauf der Frist endet der Support für die jeweilige Vorgängerversion, in diesem Fall Windows 8.

Nun werden wohl die meisten Windows 8 User dieses Service Pack längst aufgespielt haben. Zu erkennen ist das u. a. daran, dass der Computer jedes Mal nach dem Booten eine Reservierung des Upgrades auf Windows 10 anbietet. Wer das nicht möchte, hat bisher immer “Nein, danke” geklickt. Was niemand weiß, ist, dass Microsoft trotzdem heimlich und unbemerkt die Installationsdateien vorsorglich schon einmal auf die betreffenden PCs, Note- und Netbooks, Tablets und Smartphones transportiert hat. Das ist schon schlimm genug, belegen sie doch um die 6 GB auf den Festplatten. Bei Tablets und Smartphones mit wenig Festplattenkapazität schon eine Nummer! Abhilfe schafft da nur ein spezielles Programm und das erfordert schon ein wenig Insiderwissen (Wissen, dass es so etwas gibt und Wissen, wie man damit umgeht).

Der Hammer kommt aber jetzt! Da Microsofts ehrgeiziges Ziel ist, in zwei bis drei Jahren 1 Milliarde Windows 10 Nutzer zu haben, hilft man mal ein wenig nach. Nach einem offiziellen Microsoft Blogeintrag vom 29. Oktober 2015 deklariert man das Update/Upgrade einfach von einem optionalen zu einem empfohlenen! Da die meisten Computerbesitzer Updates automatisch installieren lassen, sowohl sicherheitsrelevante als auch empfohlene, würde beim nächsten Patch Day am 9. Februar auf allen entsprechend eingestellten Windows 7 und Windows 8.1(.1) Rechnern Windows 10 automatisch installiert werden, ob man das nun will oder nicht!!! Das wäre natürlich eine unglaubliche Bevormundung und geht gar nicht! Wer auf keinen Fall wechseln will, sollte vorsichtshalber einen kleinen Haken an einer bestimmten Stelle entfernen.

ANLEITUNG: Die ‘Windowstaste’ und die Taste ‘R’ tippen; in das Eingabefeld “wuapp” eingeben (ohne Anführungszeichen) und OK klicken; dann auf ‘Einstellungen ändern’ klicken und bei >Empfohlene Updates auf die gleiche Weise wie wichtige Updates bereitstellen> den Haken entfernen.

Alle anderen können gespannt oder gelassen abwarten, was am 9. Februar passiert. Sicher wäre aber vorsichtshalber ein Backup seines Systems anzuraten, falls beim Zwangsumstieg etwas schieflaufen sollte. Da mein alter Laptop mit XP läuft (natürlich MIT Sicherheitsupdates) und mein neuer mit Windows 10, werde ich alles beim Computer von Jules Fraule beobachten. Bin sehr gespannt, ob Microsoft sich das wirklich traut, ob es völlig automatisiert ablaufen wird oder ob man doch noch an irgendeiner Stelle deutlich und erkennbar um Erlaubnis gefragt wird und evtl. irgendwo einen Haken rein- oder rausmachen muss.

Ja, ich weiß, dass es Linux gibt! Laut lachen

Quelle:
http://www.mobilfunk-talk.de/news/221941-microsoft-beendet-support-fuer-windows-8/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Software-Windows-10-Zwangs-Update-Killer-13265941.html

written by Ingrid

4 Kommentare zu “Macht Microsoft das wirklich???

  1. ich überlege grundsätzlich Android auch auf dem Desktop einzusetzen. Windows vielleicht noch in einer 2. Partition,für Programme die es unbedingt benötigen. (Software zur Steuerberechnung z.B.) Android ist klein,schnell und Ressourcen schonend. Sicherheitsbedenken hab ich hier wie da.

    • Sicher ist nur der Tod! Ja, Google und Microsoft tun sich bestimmt nicht viel in Sachen Überwachung, ausspionieren, ausplaudern etc… Einiges kann man unterbinden, wenn man ein wenig Ahnung hat, aber sicher nicht alles.

  2. Das übliche Vorgehen von Microsoft.

    Linux ist kein ‚Allheilmittel‘ – da sollte man schon wissen was man tut bzw. sich die Grundlagen erarbeiten. Dann kann man es vom Desktop aus betreiben und wer will kann es sogar wie Windows aussehen lassen ;c)

    Vorsicht ist geboten wenn man Zusatzgeräte betreibt (z.B. Navi) da gibt es oft nur updates via Windows (oder Mac), nicht für Linux-OS. Gleiches gilt für Drucker – da allerdings findet man Kompatibilitätslisten bei den Linux-Foren. Andereseits sind da „work-arounds“ für alle möglichen & unmöglichen Fehler oder Wünsche der Betreiber zu lesen, man ist besser informiert als über die ‚hotlines‘ der großen Anbieter.

    Ein ganz wesentlicher Vorteil ist, dass ich mir nun seit Jahren um Viren keine Gedanken mehr machen muß ….

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