Alde Röthlein

 

Ich beschloss, den Weg wieder zurückzufahren, den ich gekommen war. Enttäuschtes Smiley Urmitz lag ungefähr auf halber Strecke, dort würde ich einen Tag pausieren. So unproblematisch, wie ich den Stellplatz beim ersten Mal gefunden hatte, so schwierig gestaltete es sich dieses Mal. Meine beiden Navis waren sich absolut nicht einig! Wenn das eine sagte, ich solle nach links abbiegen, wollte das andere nach rechts. Zweimal war ich schon in Sichtnähe des Kernkraftwerkes, also ganz dicht beim Stellplatz. Es wurde dunkel. Als ich das dritte Mal an derselben Abzweigung vorbeikam, war ich kurz vorm Verzweifeln! Auf welches Navi sollte ich hören? Angehalten und auf die Karte geguckt hatte ich vorher schon einmal, aber geholfen hatte es mir nicht. Als ich zum dritten Mal an dem großen Einkaufspark vorbeifuhr, erwischte ich nur mit Glück die richtige Abfahrt und war tatsächlich auf der Straße, die mich letztes Mal schon nach Urmitz geführt hatte. Hier stand auch endlich mal ein Hinweisschild! Ich war eine gute Stunde immer im Kreis gefahren und kam entsprechend genervt am Stellplatz an. Und der war voll! Na ja, zum Glück nicht ganz, aber die erste Reihe. Das war mir jetzt aber auch schon egal. In der zweiten Reihe gab es noch einen Platz ohne direkte Nachbarn, dafür war der Rhein nicht mehr zu sehen. Egal! Die beiden Dauerbewohner-Wohnmobile waren immer noch da! An Paules: Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ihr ganz in der Nähe wohnt! Trauriges Smiley

UrmitzUrmitzUrmitz

Anfang Januar sind die Stellplätze in Deutschland schon so voll??? Was ist denn bloß los? Das Wohnmobilaufkommen wird langsam beängstigend! Das Rheinhochwasser hatte auch um einiges zugenommen und schon wenige Tage später wurde der Schiffsverkehr eingestellt.

Hochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in Urmitz

Den Freitag verbrachte ich in Urmitz und am Samstag fuhr ich die zweite Hälfte meiner 500km-Tour bis zur Firma Alde in Röthlein. Es gibt dort einen firmeneigenen Stellplatz mit Stromsäule und Toilettenentsorgung. Ich musste ein wenig hin- und herrangieren, bis ich Oscarlotta parallel zum Zaun stehen hatte.

Stellplatz bei AldeStellplatz bei Alde

Am Montag um 8 Uhr sollte es los gehen! Vorher musste ich noch alles Frischwasser ablassen. Das bedeutete, am Vorabend früh ins Bett gehen! Das ist schon ein kleines Problem, dann aber auch einschlafen können ist allerdings das größere. Auf halb sieben hatte ich mir den Wecker gestellt, um 4 Uhr musste ich mal zur Toilette und das war es dann! Kurz nach 6 stand ich auf, was den Vorteil hatte, dass ich alles ganz in Ruhe erledigen und sogar noch einen Kaffee trinken konnte, bevor ich mein Stromkabel abzog. Um 8 Uhr meldete ich mich im Büro und um viertel nach 8 schob ein junger Mitarbeiter seinen Werkzeugwagen zu Oscarlotta. Muss ich denn gar nicht woanders hinfahren? Nein, er könne das alles hier erledigen. Er stürzte sich auch gleich in die Tiefen des Doppelbodens und fing an zu demontieren. Nachdem er den Heizungsblock herausgehievt hatte, erklärte er mir, dass seine Kollegen in der Werkstatt den Boiler ausbauen würden und ich dann, wie gewünscht, ein paar Fotos machen könnte. Er würde mir Bescheid geben. Es würde aber eine Weile dauern. Ich nutzte die Zeit, um zu frühstücken. Langsam wurde es allerdings unangenehm kalt in Oscarlotta!

Heizung noch daEs geht los!Heizung wegHeizung auf dem Weg nach draußenHeizungsinnenleben

Nach ca. 45 Minuten kamen die Heizung, der junge Mann sowie sein Vorgesetzter wieder zurück. Nein, Fotos dürfe ich leider von dem defekten Boiler nicht machen! Alde möchte wohl nicht, dass solche Fotos vielleicht eventuell im Internet erscheinen!? Cooles Smiley Die gute Nachricht war dann, dass mir der ausgetauschte Boiler zunächst einmal nicht in Rechnung gestellt, sondern zur Überprüfung nach Schweden geschickt werden würde. Denn auch, wenn ich ständig im Wohnmobil lebe und er dadurch natürlich viel mehr beansprucht wird, dürfte er eigentlich nach knapp 7 Jahren noch nicht defekt sein. In den allermeisten Fällen sei Alde sehr kulant, ansonsten würde man noch eine Nachforderung an mich stellen.

Heizung wieder da

Ich war davon ausgegangen, dass mit dem Austausch des Boilers auch automatisch die Heizungsflüssigkeit erneuert werden würde, erfuhr aber, dass das eine mit dem anderen eigentlich nichts zu tun habe. Da der Austausch aber schon lange überfällig war (alle 2-3 Jahre empfohlen), bat ich darum, dass das auf jeden Fall miterledigt wird. Nach erfolgreichem Wiedereinbau der Heizung ging es dann darum. Der junge Mann erklärte mir, dass es inzwischen ein neues Verfahren gibt, indem neue Heizungsflüssigkeit in das System gepumpt wird und bei erreichen des Füllhöchststand wird die alte Flüssigkeit automatisch herausgedrückt und in einer Tonne draußen vor der Tür aufgefangen. Das ging recht schnell.

HeizungsflüssigkeitsaustauschHeizungsflüssigkeitsaustauschHeizungsflüssigkeitsaustausch

Wir wären dann fertig, hieß es. Er würde die Heizung jetzt starten wollen und es wäre nötig, für den Boiler etwas Wasser aufzufüllen. Also schnappte ich mir in Ermangelung eines Frischwasseranschlusses in erreichbarer Nähe meine Gießkanne und lief ein paarmal zwischen der Küche der Firma und Oscarlotta hin und her. Nach kurzer Zeit wurden die Heizkörper warm! Ich konnte mich vom letzten Mal 2011 erinnern, dass jetzt die zeitraubende Prozedur der Entlüftung an der Reihe sein würde. Nein, das sei nicht mehr nötig! Durch das neue Verfahren habe keine Luft in die Leitungen gelangen können und die vorher vorhandene sei mit herausgedrückt worden. Große Klasse! Es mussten also nicht sämtliche Abdeckungen gelöst werden, die teilweise etwas schwer zugänglich sind. Es müsse erst entlüftet werden, wenn ein Heizkörper nicht warm würde oder es irgendwo gluckert.

Als Geschenk bekam ich außer einem kleinen Plüsch-Elch Verliebt eine Literflasche der neuen Heizungsflüssigkeit, schon fertig gemischt. Bisher mussten destilliertes Wasser mit Glykol im Verhältnis 60:40 selbst angemischt werden und in den Ausgleichsbehälter gefüllt werden, wenn der Füllstand unter die Mindestmarkierung gefallen war. Die meisten Besitzer eines Wohnmobils mit Alde-Heizung würden sich allerdings um den Füllstand nie kümmern und sich dann bei ihnen melden, weil die Heizung plötzlich kalt bleibt, erfuhr ich. Laut lachen Eine weitere gute Nachricht war, dass der Gesamtaustausch der Heizungsflüssigkeit jetzt nur noch alle 5 Jahre notwendig wird.

Um 12 Uhr fuhr ich mit Oscarlotta vom Hof, trotz des noch nicht berechneten Boilers um ein paar Hundert Euro ärmer. Es waren nämlich auch noch der Brenner und das dazugehörige Gebläse ausgetauscht worden und allein die Kosten für die Frostschutzflüssigkeit beliefen sich auf €145. Ich hoffe dann mal, dass es dabei bleibt und überhaupt, dass es jetzt endlich wirklich mal gut ist mit Instandsetzungen und Optimierungen bei Oscarlotta. “Sie ist mir lieb und teuer”, ich weiß jetzt, was diese Aussage bedeutet! Kuss senden

Grafenrheinfeld

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Caravan-Center Bocholt

 

Am 2. Januar fuhr ich zum Caravan-Center Bocholt. Auf den Hof fahren war nicht, weil zwei Wohnwagengespanne diesen in ganzer Länge und Breite einnahmen. Zum Glück konnte ich bei der benachbarten Firma wenden und ließ Oscarlotta dann einfach auf dem Bürgersteig stehen. In einem Industriegebiet sind ja eher weniger Fußgänger unterwegs.

Der Eingangs- und Wartebereich der Firma war voll mit Menschen, die offenbar alle nach dem Betriebsurlaub ein Problem erledigen lassen wollten. Das könnte evtl. etwas länger dauern! Eine nette Rezeptionistin nahm meine Personalien und die Schadenbeschreibung auf und wollte zum Schluss die Fahrzeugschlüssel haben. Ich erklärte ihr, dass ich nicht auf dem Firmengelände stehen würde und dass ich gerne hätte, dass sich jemand die Sache erst einmal ansehen würde. Gut, sie würde mit dem Werkstattleiter sprechen, das könne aber etwas dauern und es käme dann jemand zu mir. Ich möge mich doch solange in den Wartebereich setzen. Ein WLAN gab es leider nicht!

Nach 15 Minuten kam ein junger Mann und begleitete mich zu Oscarlotta. Zielsicher öffnete er die Plastikabdeckung oben auf dem Heizungsblock, unter der einige Kabel angesteckt waren, zog sie der Reihe nach ab und kam so eine Ebene tiefer. Ich stellte ihm meine Taschenlampe zur Verfügung und er vermeldete, dass, wie vermutet, der Boiler einen Riss habe. Ja, eine lange Kalkspur zeugte davon, dass von dort schon längere Zeit Wasser entwich. Einen Wassertropfen konnte man auch sehen. Und er erklärte mir, dass der für mich bisher nicht nachvollziehbare Wasseraustritt davon abhängt, wieviel heißes Wasser aus dem Boiler entnommen wird. Dieses würde ja wieder aufgefüllt und erhitzt werden, sich dabei ausdehnen und da der Riss ganz oben am Boiler war, trat eben nur bei Füllhöchststand Wasser aus. Das klang logisch! Der Behälter müsse ausgetauscht werden, schweißen oder sonstiges würde keinen dauerhaften Erfolg versprechen. Er würde jetzt mal bei Alde anrufen und einen Boiler bestellen. Er stöpselte alle Kabel und Stecker wieder an und ging dann schon mal vor, während ich mein Loch wieder verschloss und den Teppichboden darüberlegte. Als ich im Wartebereich ankam, eröffnete er mir, dass er bei der Firma Alde heute niemanden erreiche, da dort Inventur gemacht würde. Er würde es am nächsten Morgen wieder versuchen und mich dann anrufen. Wann am nächsten Morgen??? Wir einigten uns auf 10 Uhr. Cooles Smiley

Ich hätte nach Rees zurückfahren können und wie sich später herausstellte, wäre das auch die bessere Entscheidung gewesen, aber es gibt in Bocholt einen Wohnmobilstellplatz direkt am Aasee und ich wollte mir die Stadt anschauen, die ich noch nicht kannte. Der Stellplatz machte einen ganz guten Eindruck, wenn auch die recht befahrene Straße direkt daneben lag. Die Anordnung der Plätze erschloss sich mir nicht auf Anhieb und als ich Oscarlotta seitlich anhielt und überlegte, kam schon der Betreiber gelaufen und sagte mir, wo die größeren Mobile stehen können. Es gibt drei Platzteile und auf zweien sind rundherum kürzere Plätze und in der Mitte längere Spuren. Ich bekam sogar noch die Info, auf welchem der Plätze Satellitenempfang sei! Der Betreiber war sehr nett und freundlich und bei der Anmeldung fachsimpelten wir ein wenig über Alde-Heizungen, denn er hatte bis vor kurzem ebenfalls einen Flair gefahren. Ich bezahlte erst einmal für zwei Nächte, da ich ja noch nicht wusste, wie es weitergeht. Bekam einen Stadtplan sowie weiteres Infomaterial und eine Wegbeschreibung in die Stadt.

Bocholt Aasee

Ich schloss mein Stromkabel an, schaltete die Heizung (auf Gas) wieder ein, stellte sie auf Nachtbetrieb, damit es bei meiner Rückkehr nicht ganz so kalt sein würde und ging in die Stadt. Direkt gegenüber des Stellplatzes liegt eine alte Textilfabrik, jetzt ein Museum. Leider wegen Renovierung geschlossen und es sollte erst im Mai wieder geöffnet werden. Schade!

Textilmuseum BocholtTextilmuseum BocholtTextilmuseum Bocholt

Zur Innenstadt verlief ein schöner Fußweg an der Aa entlang, in ca. 20 Minuten war ich da. Klar war aber auch, dass ich dort im Dunkeln nicht wieder zurücklaufen wollte. Ich kam direkt an einem größeren überdachten Einkaufszentrum raus und ging erstmal in ein Café. Als ich alles abgegrast hatte (die Läden, nicht das Kuchenbuffet!), versuchte ich in der eigentlichen Innenstadt eine Bushaltestelle oder einen Taxistand zu finden, vergeblich. Zum Glück hatte ich ja einen Stadtplan und mit einem ziemlichen Umweg kam ich schließlich wieder bei Oscarlotta an. Und die war kalt! Okay, ich hatte nur die Nachtabsenkung eingestellt. Also hochdrehen! Nach einer Weile wunderte ich mich, dass die Heizkörper bzw. die Abdeckungen derselben immer noch kalt waren. Nanu??? Ich schaltete die Heizung noch einmal aus und wieder ein, sowohl auf Gas als auch auf Strom. Nichts! Ich öffnete das Bodenloch und überprüfte die Kabel, sogar die Glassicherungen. Alles sah heil und richtig aus. Inzwischen regnete es draußen und nur mit Mühe hörte ich, dass die Heizung im Gasbetrieb anlief, sich aber in dem Moment, wo sie zündete, wieder abschaltete. Ich probierte es noch ein paarmal mit dem immer gleichen Ergebnis und fand mich dann zähneknirschend damit ab, dass ich diese Nacht keine Heizung haben würde!!! Enttäuschtes Smiley Frieren wollte ich aber auch nicht. Also im Regen raus in die Heckgarage, den Heizlüfter rauskramen. Der war zum Glück so verstaut, dass ich nicht erst wer weiß was umräumen musste. Die Absicherung war auch hoch genug und genügend 50-Cent-Stücke für den Automaten hatte ich auch. Meine Laune war trotzdem nicht besonders gut! Irgendetwas hatte der junge Mann ja wohl falsch gemacht! Natürlich hätte ich die Heizung noch bei der Firma einschalten sollen, aber auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Gut, noch einmal wird mir das wohl nicht passieren! Kann man denn niemandem mehr vertrauen, dass er seine Arbeit sorgfältig macht??? Um halb elf warf ich vorsichtshalber noch ein paar Geldstücke nach, da ich am nächsten Morgen nicht tiefgefroren aufwachen wollte und ging in mein nicht allzu warmes Bett, zusammen mit meinem iPhone. Das wärmt zwar nicht, aber ich könnte dann im Bett auf den versprochenen Anruf warten. Den Wecker stellte ich auf kurz vor zehn. Bestimmt würde der Anruf nicht vor halb elf kommen.

Am nächsten Morgen hatte ich noch 12°C in Oscarlotta! Der Strom lief noch, also schaltete ich den Heizkörper auf höchste Stufe und verzog mich wieder ins Bett. Den Wecker schaltete ich aus, das iPhone an und Punkt 10 Uhr klingelte es! Das Caravan-Center Bocholt. Er habe eine gute und eine nicht so gute Nachricht für mich! Der Boiler sei vorrätig, könne aber von ihnen nicht ausgetauscht werden. Das könne bzw. dürfe nur die Firma Alde selbst. WARUM??? Ja, es handele sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Bei dem Vorgängermodell der Heizung wäre das bei ihnen noch möglich gewesen, bei meinem Modell nicht mehr. (Diese Aussage stellte sich später allerdings als falsch heraus!) Das bedeutet, ich muss jetzt zu Alde fahren? Zurück in die Nähe von Würzburg??? 500km in die falsche Richtung??? Nun ja, die Alternative wäre, die Heizung auszubauen, zu Alde zu schicken, den Boiler dort austauschen zu lassen und zu warten, bis alles wieder zurückkommt. Ohne Heizung, ohne warmes Wasser? Ich könnte natürlich nach Rees (wo der Strom inklusive war) zurückfahren, den Heizlüfter laufen lassen und mir warmes Wasser auf dem Herd machen. Ich hätte auch, wie geplant, zu meinen Freunden nach Nordhorn fahren und mich bei ihnen auf die Gästecouch legen können, aber ich hatte weder Lust, Oscarlotta winterfest zu machen, noch sie allein auf dem Stellplatz stehen zu lassen. Keine der drei Möglichkeiten gefiel mir wirklich. Trauriges Smiley

Ich hätte aber auch noch eine nicht so gute Nachricht für ihn, teilte ich meinem Telefongeprächspartner mit. Meine Heizung wäre am Vorabend nicht mehr angesprungen! Kurzes Schweigen. Aber er hätte doch alle Kabel wieder angeschlossen!? Dann solle ich doch noch kurz auf der Fahrt zu Alde bei ihnen vorbeikommen, er sei aber nur bis 12:30 im Hause. Es war inzwischen Mittwoch. Ich würde bestimmt nicht noch für Freitag einen Termin bei Alde bekommen. Ich hatte die nächste Nacht schon bezahlt. Okay, auf €7,50 könnte ich zur Not noch verzichten. Aber erst meine Heizung wieder in Schwung bringen lassen und dann auf die Autobahn und mal eben 500km fahren? Da hatte ich so gar keine Lust drauf! Ich machte mich und Oscarlotta fahrfertig, zog mein Stromkabel von der immer noch funktionierenden Stromsäule ab und fuhr erst einmal zum Caravan-Center. Der junge Mann öffnete den Deckel, schaute prüfend auf die Kabel und Stecker und war immer noch sicher, alles richtig wieder angeschlossen zu haben. Er zog erneut alles ab und schaute sich die eine Etage tiefer liegenden funktionslosen Kabel an. Und siehe da, er hatte einfach nur vier Kabel miteinander vertauscht! Es war ihm anzumerken, dass es ihm schon etwas peinlich war, aber wer glaubt, dass ihm auch nur ein Wort der Entschuldigung über die Lippen gekommen wäre, der irrt sich. Kein „Oh, das tut mir aber Leid!“ oder „Da mussten Sie ja frieren heute Nacht!“ oder „Ich hoffe, Sie hatten wenigstens einen Heizlüfter?“. Nichts, gar nichts! Er verkabelte alles, diesmal richtig, wir starteten die Heizung, sie sprang an und er verließ sehr eilig Oscarlotta und mich.

Noch von dort aus rief ich bei Alde an und bekam einen Werkstatttermin für den nächsten Montag. Ich fuhr zum Stellplatz zurück, auf meinem Platz stand bereits ein anderes Wohnmobil und sein Stromkabel hing mit Sicherheit an meiner Steckdose mit meinem Restguthaben. Es war Sturm angesagt und so beschloss ich, mich für die nächste Nacht hinter das Anmeldegebäude auf die nicht schönen, aber baumlosen, Plätze zu stellen. Den Rest des Tages verbrachte ich damit, mich mit den Tatsachen abzufinden.

Stellplatz Bocholt Aasee

Fortsetzung folgt… Cooles Smiley

written by Ingrid
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Kein Ende abzusehen – außer vom Jahr! :-(

 
Am 22. Dezember stellte ich fest, dass meine Heizung leckt!!! Enttäuschtes Smiley Immer, wenn ich mit jemandem über meine zahlreichen Werkstattbesuche der letzten Wochen redete, bekam ich zur Antwort, dass ich aber danach doch eine „neue“ Oscarlotta hätte. Und ich erwiderte jedesmal, dass immer noch meine Heizung alt ist und auch meine Aufbau-/Wohnraumbatterien und dass beides mit viel Glück noch eine Weile durchhält, toi, toi, toi!!! Die Batterien sind wirklich immer noch dieselben wie bei der Übernahme von Oscarlotta im April 2007 – unglaublich, aber wahr. Bei der Alde-Heizung wurde der Boiler das letzte Mal 2011 getauscht. Ich wurde aufmerksam, weil meine – neue – Druckpumpe sich auffallend oft einschaltete, obwohl ich gar kein Wasser entnommen hatte. Das ist immer ein Hinweis auf irgendeine Undichtigkeit. Ich wollte die Pumpe einer Sichtprüfung unterziehen und öffnete den Deckel zu dem Fach im Zwischenboden, in dem sowie die Pumpe als auch die Heizung untergebracht ist. Der Boden war nass! So eine Sch…!!! Konnte denn nicht langsam einfach gut sein??? Und nun? Zwei Tage vor Weihnachten? Ich nahm das Wasser auf und ließ das Heizungsfach offen, um die Sache zu beobachten und herauszufinden, was die Ursache der Feuchtigkeit war. Jetzt hatte ich ein Loch im Fußboden genau an der schmalsten Stelle vom Innenraum, zwischen Küchenblock und Kühlschrank. Ich lernte, aufzupassen, um mir nicht auch noch ein Bein zu brechen und ich lernte zu balancieren. Nur die Bedingungen des Wasseraustrittes durchschaute ich nicht. Das Wasser drückte zwar eindeutig an einer immer gleichen Stelle aus dem Inneren des Heizungsgehäuses heraus (Pfeil auf dem 2. Foto), aber es kam nicht kontinuierlich. Mal mehr, mal weniger, über Nacht wurde auch mal ein Handtuch so nass, dass ich es auswringen konnte und dann passierte mal zwei Nächte mit dem dazwischenliegenden Tag gar nichts!

HeizungsfachWasseraustritt (Pfeil)Trockenlegung

Nach Weihnachten telefonierte ich die in erreichbarer Nähe befindlichen Partnerwerkstätten von Alde ab. Betriebsferien zwischen den Jahren! Bei einer Werkstatt erreichte ich einen Menschen, nicht nur die Mailbox, aber man hatte keine Kapazitäten frei, auch nicht für einen Notfall. Trauriges Smiley Meine Pumpe schaltete ich nur noch kurz ein, wenn ich sie benötigte und ansonsten versuchte ich, immer ein Handtuch zu trocknen, während das andere im Einsatz war. Und ich versuchte – mit Erfolg – weiterhin, mir kein Bein zu brechen. Zwinkerndes Smiley Ein Zusammenhang zwischen dem wechselnden Wasserverlust und den wechselnden Bedingungen (fahren/nicht fahren) erschloss sich mir immer noch nicht.

Silvester wollte ich eigentlich in Geldern verbringen. Ich kannte den Stellplatz und die Stadt und glaubte, dort gut aufgehoben zu sein. Ein wenig Sorgen machte ich mir, dass der Platz so gut besucht sein könnte wie der in Brüggen, aber es war ja erst Mittwoch und der Stellplatz ist groß. Als ich ankam, bot sich mir dieses Bild!

Geldern

Kein einziges Wohnmobil auf dem ganzen Platz und alle Stromsäulen waren entweder mit Plastiktüten verhängt oder mit Absperrband umwickelt. Am Kassenhäuschen hing aber ein „Geöffnet“-Schild. Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte und vor allem wusste ich (noch) nicht, wo ich sonst hinfahren könnte. Also stellte ich Oscarlotta erstmal mitten auf den Platz und ging zum Ticketautomaten. Der war betriebsbereit und es gab auch nirgendwo einen Hinweis, dass der Platz nicht zu nutzen sei oder es keinen Strom geben würde. Ich suchte gerade nach einer Telefonnummer, um nachzufragen, als ein städtischer Wagen auf den Platz fuhr. Nein, man wisse von nichts, aber ich solle mal bei der Stadtverwaltung anrufen. Ja, wenn da jemand drangeht? Ja, auf jeden Fall würde da jemand abheben! Es hob niemand ab!!! Einer der Männer war inzwischen zu einer der Stromsäulen mit Bauchbinde gegangen und teilte mir mit, dass er glaube, dass die Säule funktionieren würde. Es wurde schon langsam dunkel und ich hatte wenig Lust, im Dunkeln weiterzufahren, außerdem wollte ich in dem ortsansässigen Kaufland ein paar Sachen kaufen, die es nur dort gibt. Ich stimmte dem Stadtbediensteten zu, dass der Versuch, Strom zu bekommen, nur das überschaubare Risiko von 50 Cent beinhaltete und parkte Oscarlotta neben der Säule ein. Eine Nacht würde ich es hier allein aushalten, zur Not auch ohne Strom. Die Säule funktionierte! Warum werden funktionstüchtige Säulen als funktionsuntüchtig markiert??? Bestimmt war der Platz so leer, weil alle Wohnmobilfahrer gleich wieder gefahren waren. Ich löste ein Parkticket (€8), fuhr meine Trittstufen ein, verschloss meine Tür doppelt, wechselte das Handtuch aus und verbrachte einen gemütlichen Abend und eine ruhige Nacht.

Geldern 

Am nächsten Tag beschloss ich, mir einen schönen Tag im Städtchen zu machen und noch eine weitere Nacht zu bleiben. Oscarlotta war immer noch das einzige Wohnmobil auf dem Platz. Zwei zusammengehörende Concorde kamen, die Besatzungen sahen sich um, berieten kurz und fuhren wieder. Am übernächsten Tag schien endlich mal die Sonne und ich ging beschwingt noch einmal durch die Stadt und auf dem Rückweg zum Kaufland. Mein Ticket galt ja bis zum späten Nachmittag. Inzwischen wusste ich auch, wo ich hinfahren wollte und um 15 Uhr wechselten Oscarlotta und ich 44km weiter nach Rees auf den Stellplatz „Ebentalstraße“. Dort standen dann einige Wohnmobile, aber es war noch ein schöner Platz ohne direkte Nachbarn für uns frei. Der Platz kostet auch €8, aber im Preis inbegriffen ist nicht nur die Ent- und Versorgung, sondern auch der Strom – und das mit einer Absicherung von 16 Ampere!!! Also brauchte ich mir keine Gedanken zu machen, wo ich im Falle des Falles eine Gasflasche tauschen könnte. Jetzt galt es nur, die Zeit bis zum 2. Januar Handtuch und Jahr wechselnd zu überstehen und am ersten möglichen Tag hatte ich vor, nicht zu telefonieren, sondern sofort zur nächsten Servicewerkstatt in Bocholt zu fahren. Wenn ich dort auf der Matte stehen würde, könnte man mich nicht so leicht abwimmeln, wie am Telefon, so mein Plan.

Fortsetzung folgt… Cooles Smiley

written by Ingrid
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Weihnachten in Brüggen

 

Für die Weihnachtsfeiertage hatte ich mir das kleine Städtchen Brüggen ausgesucht, das auch einen Wohnmobilstellplatz hat. Brüggen liegt im Naturpark Schwalm-Nette in der Nähe von Mönchengladbach/Viersen und nicht weit von den holländischen Städten Venlo und Roermond entfernt. Ganz in der Nähe hatten meine Eltern über viele Jahre ihren Wohnwagen auf einem Campingplatz stehen. Diesen Wohnwagen, eher ein Wägelchen, hatte mein Vater zwischen 1955 und 1958 selbst entworfen und gebaut und zwar so, dass als Zugwagen unser erster PKW, ein Lloyd 600, ausreichte. Das Material war Flugzeugsperrholz, besonders leicht und formbar, außen verkleidet mit Kunststoffplatten und isoliert mit Styropor (?). Das kleine „Ei“ war 3m lang, 1,60 m breit und hatte ca. 1,90m Stehhöhe. Zunächst gab es aus Gewichtsgründen auch weder einen Deichselkasten für Gasflaschen noch ein hinteres Fenster. Beides wurde erst nachgerüstet, als sich in der Fahrpraxis der Lloyd dann doch recht schnell als untermotorisiert und absolut überfordert herausstellte und ein Ford ihn ablöste. Aber ein total hübsches Gespann waren der kleine grün-weiße Lloyd und der weiße, knuddelige Wohnwagen dahinter. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Passanten auf der Straße uns lächelnd, amüsiert oder erstaunt hinterher sahen, denn Wohnwagen waren noch eine Rarität zu dieser Zeit. Ich war acht Jahre jung und ich erinnere mich gut, wie aufgeregt bangend wir an einem Tag darauf warteten, dass mein Vater nach Hause kam mit erfolgreicher TÜV-Abnahme. Es klappte tatsächlich gleich beim ersten Mal!

Die nächsten Jahre ging es ab dem Frühjahr bis zum späten Herbst jedes Wochenende aufs Land. Von einem Bauern hatte mein Vater ein kleines Stück Land am Waldrand gepachtet, wir standen dort ganz allein. Wasser zum Waschen und Kochen wurde in Kanistern vom Bauernhof geholt. Nein, fließendes Wasser gab es nicht in dem kleinen Wohnwagen, auch keine Toilette. Zu dieser Zeit ging man noch mit Spaten in den Wald. Laut lachen Zum (Hände) Waschen stand draußen eine kleine Plastikwanne. Der Wohnwagen bestand hauptsächlich aus zwei langen Bänken und einem großen Tisch. 4-5 Personen konnten dort bequem sitzen, mit herunterklappbarem Zusatzbrett und Klapphocker auch sieben. Zum Bett umgebaut ergab sich eine Liegefläche von 1,60 x 1,90. Mein 10 Jahre älterer Bruder fuhr nur zu Beginn noch mit, dann schlief ich auf einer Luftmatratze unter dem abgesenkten Tisch. Als ich älter wurde, bekam ich ein Zelt für mich allein. Vor dem Bett gab es einen schmalen Durchgang zur Eingangstür, an der Bugwand befand sich ein Kleiderschrank, ein Küchenunterschrank mit großer Arbeitsfläche, ein kleiner Oberschrank für Gläser und Tassen und über Eck war eine Vorrichtung, auf der ein Zweiflammen-Gaskocher Platz hatte. Drunter stand eine Kühlbox. Mehr brauchte man damals nicht zum Glücklichsein! In den Schulferien machten wir Urlaubsfahrten nach Holland, nach Österreich, nach Bayern. Besonders in Holland blieben meine Mutter und ich oft die ganzen Sommerferien und mein Vater, der ja nicht so viel Urlaub bekam, besuchte uns an den Wochenenden. Und das, obwohl er damals auch samstags noch bis Mittag arbeiten musste! Ich wurde also sehr frühzeitig infiziert mit dem Camping-Bazillus!

Ich war Mitte zwanzig, als meine Eltern sich entschlossen, einen größeren Wohnwagen zu kaufen. Mein Vater war gerade in Rente gegangen, sie planten längere Auslandsreisen und wollten für das obligatorische Mittagsschläfchen nicht immer ein Bett „bauen“ müssen. Den kleinen Wohnwagen verkaufen??? Erstauntes Smiley Ich beschloss, ihn zu übernehmen. Passenderweise wurde die Nachbarparzelle auf dem Campingplatz frei und ich pachtete sie. Reisen konnte ich mit dem „Ei“ allerdings nicht, da ich ja ausschließlich Enten fuhr, außerdem war es inzwischen auch schon etwas in die Jahre gekommen. Die nächsten 20 Jahre verbrachte ich aber im Sommer so gut wie jedes Wochenende dort und immer mindestens die Hälfte der Sommerferien. Ein Vorzelt gab es inzwischen, das eine größere Grundfläche hatte als der Wohnwagen, aber es gab immer noch weder fließendes Wasser noch eine Heizung, dafür aber im Vorzelt einen Haushaltskühlschrank und ein Porta Potti.

Ich habe es geliebt, dort zu sein! Und meine beiden Hunde, die ich nacheinander hatte, ebenfalls. Aber auch damals schon war ich kein Freund von Kuschelcamping und es war ideal, dass ich einen Eckplatz am äußersten Ende des Campingplatzes hatte, mit Nachbarn nur an einer Seite – und das waren meine Eltern.

Die Gegend dort ist sehr waldreich und man konnte auf schattigen Wanderwegen mit dem Rad bis Roermond fahren oder zum Baden an einen kleinen See oder eben nach Brüggen, zum Bummeln und zum Eis essen. Meine Hunde konnten immer frei mitlaufen, erst kurz vor Brüggen wurden sie in ihren Fahrradkorb verfrachtet. In einer guten halben Stunde waren wir dort. Wenn meine Eltern auch da waren, fuhren wir des öfteren zum Essen gehen nach Brüggen, entweder in die „Brüggener Mühle“ oder ins „Brüggener Klimp“, ein ehemaliger Bahnhof.

Brüggener MühleBrüggener MühleBrüggener MühleMühlbachBrüggener Mühle

Ja, und das alles wollte ich jetzt mal wiedersehen! Es hatte sich rein gar nichts verändert in den letzten 20 Jahren!!! Das Städtchen ist immer noch winzig und besteht hauptsächlich aus Boutiquen, Restaurants und Cafés. Anziehungspunkt war und ist das noch teilweise erhaltene Wasserschloss, auf dessen Gelände mehrmals im Jahr Feste ausgerichtet werden. Brüggen lebt vom Tourismus und von der Nähe zu Holland und in den Sommermonaten werden wohl immer noch Busladungen Reisender zum Kaffee trinken dort abgesetzt.

weihnachtliches Brüggenweihnachtliches Brüggenweihnachtliches Brüggenweihnachtliches BrüggenBurg BrüggenBurg Brüggen

Auch der Wohnmobilstellplatz war gut besucht! Als ich ankam, konnte ich mir noch einen Platz aussuchen und entschied mich für die fast leere Platzseite. Es stellte sich dann allerdings heraus, warum sie so leer war, es gab dort nämlich keinen Fernsehempfang! Zwinkerndes Smiley Bereits am 1. Weihnachtstag war auf der Seite mit Empfang kein Platz mehr frei und notgedrungen musste man auch mit der anderen Seite Vorlieb nehmen. Ich hatte Glück, zwischen den Flair-Nachbarn zur Rechten und Oscarlotta fuhr niemand rein. Der Stellplatz ist einfach, bietet Stellflächen auf Schotter für 40 Mobile, Strom pauschal für €2, allerdings nur mit einer Absicherung von 6 Ampere. Das reichte leider nicht für meine Kaffeemaschine! Also Weihnachten ohne Fernseher und Kaffee??? Ich kaufte mir Pulverkaffee. Enttäuschtes Smiley Pro Nacht werden (ohne Strom) €5 fällig, es gibt ein Rohr zur Toilettenkassettenentleerung und für Grauwasser und einen Frischwasserhahn, an den kein Schlauch angeschlossen werden kann. Dafür kostete weder die Ent- noch die Versorgung etwas. Vom Platzwart wurde ich wortlos beobachtet, als ich meine Kassette entleerte, sie mit dem Inhalt der bereitstehenden Gießkanne spülte und diese dann am Frischwasserhahn wieder auffüllte und zurückbrachte. Als ich gehen wollte, sprach er mich an und meinte, dass sich so mancher Camper ein Beispiel an mir nehmen könne. Als ich lachend fragte, was ich denn richtig gemacht hätte, entgegnete er, dass ich meine Kassette NICHT am Frischwasseranschluss gespült hätte. Cooles Smiley

Und hier am Stellplatz merkte ich dann, dass sich doch etwas verändert hatte in Brüggen. Dort, wo es früher nur einen Aldi gegeben hatte, gibt es jetzt gegenüber zusätzlich einen großen Rewe-Markt und 200 Meter weiter sogar ein kleines Einkaufszentrum mit Lidl, Dänischem Bettenlager, Rossmann, einem Odlo-Outlet, Fressnapf, einer Imbissstube, einem Bäcker. Ich konnte meinen gesamten Einkaufszettel abarbeiten und brauchte mir keine Sorgen zu machen, an den drei Weihnachtssonn/feiertagen zu verhungern. Smiley mit geöffnetem Mund

Meine Erkundungs- und Nostalgiegänge durch den Ort waren übrigens mit sehr gemischten Gefühlen verbunden. Sooo viele Erinnerungen, die gleichzeitig glücklich und traurig machten. In der englischen Sprache gibt es den dafür passenden Begriff bittersweet.

Brüggen zu Weihnachten 2017

written by Ingrid
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Wynen- Tankflasche

Am 21. 12. hatte ich einen Termin bei der Firma Wynen zum Wiedereinbau meiner Gastankflasche. Die hatte ja die Gasprüfung nicht bestanden, weil sie den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr genügte (siehe auch „hier“). Die Befestigung im Flaschenkasten musste verstärkt werden und der Gasschlauch musste gegen eine Festverrohrung ausgetauscht werden.

Ich hatte die Info, dass ich am Vorabend anreisen und auf dem Betriebsgelände übernachten könne, einen Stromanschluss gäbe es auch. Bestens! Den Termin hatte ich auf 11 Uhr verhandelt. Zwinkerndes Smiley

Da es mir in Urmitz so gut gefiel, ließ ich eine eigentlich geplante weitere Zwischenstation ausfallen und fuhr am 20. direkt nach Viersen. Auf der linken Seite am grünen Zaun solle ich parken, die Steckdose sei am Küchenfenster. Ich war kurz vor 17 Uhr da, der Chef war noch im Büro und meinte, prima, dann könnten wir ja gleich morgen früh um 9 Uhr anfangen. NEIN!!! Ich hatte doch extra 11 ausgehandelt. Wir einigten uns dann auf 10 Uhr. Laut lachen

Ob ich mein Fahrzeug selbst in die Halle fahren wolle oder ob der Chef das machen solle, fragte mich am nächsten Morgen (9:55) die Sekretärin. Die Zufahrt war rechtwinklig, zur Begrenzungsmauer des Grundstücks war nicht viel Platz zum Ausholen. Trotzdem schaffte ich es in einem Rutsch, einer der Mechaniker signalisierte mir freie Fahrt. Drinnen musste dann ein wenig umgeschichtet werden, damit ich meine Seitenhecktür öffnen konnte, um die Tankflasche rausholen zu können. Ich hatte draußen noch überlegt, ob ich das vorher erledigen sollte und hatte mich dagegen entschieden. Ist ja oft so, dass man eine falsche Entscheidung trifft!

Der Chef höchstpersönlich fing sofort an zu arbeiten. Ich durfte in Oscarlotta bleiben. Der umbaute Gaskasten dient als Auflage für meinen Tisch, ich saß direkt daneben und die Bohr- und Montiergeräusche waren heftig. Als die neue Halterung am Fahrzeugboden befestigt war, gab es offenbar Probleme, die Tankflasche in den Gaskasten zurückzubekommen. Das verzweifelte Stöhnen (nicht der Tankflasche, die litt stumm) und die Schläge und Stöße bewogen mich ziemlich schnell, Oscarlotta zu verlassen und mich in die Besucherecke im Büro zu verziehen. Erstauntes Smiley

Nach einiger Zeit fragte ein Mechaniker, ob man mir die Tankflasche auch gleich befüllen solle? Dazu müsste ich rausfahren und man wäre jetzt auch fertig. Der Chef zeigte mir das Ergebnis seiner Arbeit und eröffnete mir, dass ich jetzt zum TÜV nach Mönchengladbach fahren müsse, um den Einbau abnehmen zu lassen. Diese Neuerung gab es erst seit einer Woche! Ob ich selbst fahren wolle oder ob sie das machen sollten? Ich ließ mir von der Sekretärin die Adresse geben, fütterte meinen Tommie damit, bezahlte €207,70 (incl. Tankfüllung und neuem Fülladapter für Spanien), wünschte frohe Weihnachten und fuhr los. Auf dem Hinweg machte Tommie seine Arbeit gut, auf dem Rückweg verlor er leider völlig die Orientierung und versuchte zweimal, mich durch 3,10m-Unterführungen zu leiten sowie durch eine Fahrradstraße.

Beim TÜV fotografierte ein freundlicher Prüfer akribisch sämtliche Details und wir diskutierten ein wenig über Sinn oder Unsinn dieser neuen Bestimmungen. Auf der rechten Seite des Flaschenkastens habe ich jetzt eine bombenfest verschraubte Gas(tank)flasche und daneben steht eine (Camping)gasflasche, die mit zwei „Schnürchen“ gesichert ist! In beiden Flaschen befindet sich im Falle eines Unfalls gleichgefährlicher Inhalt. Die gesetzliche Verordnung käme von den in PKWs eingebauten Gastanks, sei auf alle Gastanks übertragen worden und gelte demnach auch für Gastankflaschen, erfuhr ich. Toll, oder? Entweder der Mensch/das Gremium, der/das sich das ausgedacht hat, hat keine Ahnung von der Praxis (und von Camping schon mal gar nicht) oder man wollte einfach nur eine neue Einnahmequelle auftun. Die TÜV-Gebühr betrug knapp €60 und ich bekam mehrere Schriftformulare. Damit müsse ich jetzt nur noch zum Straßenverkehrsamt und die Neuerung im Fahrzeugschein eintragen lassen. Dazu würde mir ein neuer Schein ausgestellt werden. (Kostenpunkt?) Geht das bei jedem Straßenverkehrsamt, wollte ich wissen? Nein, nur da, wo das Fahrzeug zugelassen ist! Und muss ich das sofort machen??? Ja, es stände unverzüglich da, aber wenn ich erst in zwei Tagen hinfahren würde, wäre das auch noch okay. In zwei Tagen war ein Tag vor Weihnachten! Ich sagte nichts mehr und beschloss, dass mich mal alle gernhaben können. Wen interessiert es, ob eine Tankflaschenhalterung im Fahrzeugschein eingetragen ist oder nicht? Den Polizisten, der mich routinemäßig kontrolliert? Den interessiert allenfalls, ob ich von einer Firmen-Weihnachtsfeier komme und Alkohol im Blut habe. Der weiß nicht, dass ich eine Tankflasche im Kasten habe und er will auch nicht in den Flaschenkasten schauen. Und falls doch, dann weiß er mit Sicherheit nichts von Befestigungsbestimmungen und dass diese sich 2016 geändert haben. Ich setze also ohne auch nur den Ansatz eines schlechten Gewissens zu haben meinen geplanten Reiseweg fort. Wenn ich irgendwann im Frühjahr sowieso im Ruhrgebiet bin, werde ich es erledigen und ich bin sicher, dass man mich nicht inhaftieren und mir auch nicht den Kopf abreißen wird! Cooles Smiley

Schlauchverbindung CampinggasflascheFestverrohrung Tankflasche

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wer kennt Urmitz? ;-)

 

Mitte der nächsten Woche, nachdem der Schnee wieder getaut war, fuhr ich dann tatsächlich mal weiter, großräumig um Sauerland und Ruhrgebiet herum, linksrheinisch bis in die Nähe von Koblenz. Es war keine angenehme Fahrt, es stürmte, es regnete und in höheren Lagen ging der Regen in Schnee über und seitlich der Autobahn war alles wieder weiß! Aber immerhin waren die Staus nur in entgegengesetzter Richtung und sie waren kilometerlang. Glück gehabt! Uschi hatte einen Stellplatz auf halber Strecke für mich gesucht und Urmitz gefunden. Nie gehört? So ging es mir auch! Es gefiel mir sofort dort. Ein kleiner Platz für 24 Mobile, halbkreisförmig angelegt, mit Blick von jedem Platz auf den Rhein und die vorbeiziehenden Frachtschiffe. Es herrschte reger Verkehr, auf dem Rhein, der Stellplatz war fast leer. Wenn ihr den Link anklickt, auf dem zweitletzten Foto ist mein Platz zu sehen, der 3. von rechts, OHNE direkte Nachbarn!

Stellplatz Urmitz

Zwei offensichtliche Dauerbewohner gab es, einer davon ein alter VW-Bus. Wie das geht, weiß ich nicht, denn einen Sanitärcontainer/-raum gibt es nicht. Ansonsten aber alles, was man als Mobilist so braucht, sogar Wasser in Kleinmenge. Der Stellplatz wird am Ticketautomaten bezahlt (€7/Nacht), es wird auch kontrolliert, Strom gibt es jeweils 8 Stunden für €1. Mit €10 ist also dabei, wer über Strom auch heizen kann. Es gibt einen Brötchenservice, eine Gasflasche könnte man auch tauschen, einmal zur Straße vorgelaufen und kurz um die Ecke ist ein Nahkauf, der seinem Namen wirklich Ehre macht. Ganz leise ist es allerdings nicht, die Schiffe sind laut, ganz besonders, wenn sie sich stromaufwärts Meter für Meter vorwärtskämpfen. Und direkt nebenan verläuft eine Eisenbahnbrücke über den Rhein, Strecke nach Köln, also stark frequentiert. In der anderen Richtung geht es nach Koblenz und dort ist man in 10 Minuten für €3,70/Person/Strecke. Der Bahnsteig ist direkt an der Brücke und in wenigen Schritten vom Stellplatz aus erreicht.

Urmitz RheinbrückeUrmitz Richtung Rheinbrücke/Köln

Wie gesagt, jetzt im Winter ist der Stellplatz nicht sehr belegt, im Sommer dürfte das allerdings völlig anders sein. Und dann wird es eng! Durch die halbrunde Anordnung sind die Plätze hinten relativ breit, vorne aber recht schmal, vielleicht bleibt noch ein halber Meter zu jeder Seite. Also maximal ein Meter zwischen zwei Fahrzeugen! Es gibt außerhalb der asphaltierten Stellflächen Grünstreifen, auch eine großzügige Wiese in erster Reihe zum Rhein. Direkt hinter dem Platz, auf dem ich stand, ist eine Boule-Bahn, der von fröhlichen und lauten Spielern genutzt wurde, im Sommer bestimmt ständig. Smiley mit geöffnetem Mund

Der Rhein führte schon richtig Hochwasser! Unterhalb des Stellplatzes verläuft in beide Richtungen ein netter Spazierweg. Dort, wo ich an dem einen Tag noch um eine Hausecke bis zur Kirche (dort stand schon alles unter Wasser) gehen konnte, war das am nächsten Tag schon nicht mehr möglich. Die Gefahr einer Überflutung des Stellplatzes besteht aber nicht so schnell, er liegt um einiges erhöht.

Rheinhochwasser

Wenn man Glück hat und einen der ersten Plätze auf der rechten Seite erwischt, schwimmen die Schiffe wirklich direkt am Wohnzimmerfenster vorbei!

Am Sonntag fuhr ich per Zug nach Koblenz auf den Weihnachtsmarkt. Im Internet hatte ich mir ein PDF-Dokument heruntergeladen, auf dem die Innenstadt mit ihren insgesamt 7 (!) verschiedenen Märkten dargestellt wurde. Ich kenne Koblenz zwar, aber ohne den Plan hätte ich garantiert nicht alle gefunden und mich auch sicher verlaufen. Natürlich war es voll und etwas ernüchtert musste ich auch feststellen, dass mindestens 80% aller Buden „Fress- und Saufbuden“ waren. Damit ist natürlich am meisten Geld verdient!

Koblenz Weihnachtsmarkt

Ich war am Bahnhof Stadtmitte ausgestiegen und nicht am Hauptbahnhof. Ich lief so durch die Stadt, dass ich auch in Stadtmitte wieder zusteigen konnte. Eine Fahrkarte zu bekommen war kein Problem, aber bei keinem der infrage kommenden Züge des Abfahrtplans stand mein Zielbahnhof Urmitz Rheinbrücke dabei. Um 18 Minuten nach kam pünktlich ein Zug, an dem nicht erkennbar stand, wo er hinfährt, eine Ansage gab es auch nicht. Ich fragte den neben mir stehenden jungen Mann, ob dies der Zug Richtung Köln sei. Er bejahte das und meinte, dort wolle er hin und er würde jetzt auf jeden Fall einsteigen. Na, dann bin ich mal mutig und steige auch ein, entgegnete ich. Etwas mulmig war mir allerdings. Der Zug setzte sich in Bewegung und fuhr auch an dem großen Einkaufspark vorbei, wie auf der Hinfahrt. Dann hätte er aber schon wieder halten müssen, was er nicht tat. Die 10 Minuten waren auch schon rum! Der nächste Halt müsste meiner sein, aber warum hatte er zwischendurch nicht gehalten? Es kam eine Zugdurchsage. Nächster Halt Andernach!!! Das war eindeutig falsch! Also raus aus dem Zug! Unten auf der Straße stand ein Bus. Ob er zufällig nach Urmitz fahre? Nein, nach Urmitz gäbe es gar keine Busverbindung. Ich müsse mit dem Zug wieder zurück bis zum Hauptbahnhof Koblenz, dort umsteigen und dann nach Urmitz fahren. Nee, dazu hatte ich keine Lust, wer weiß, wann der nächste Zug kommt und der nach Urmitz fuhr sowieso nur alle Stunde. Gegenüber stand ein wartendes Taxi. Der Taxifahrer hat sich gefreut, er hatte bestimmt nicht damit gerechnet, an diesem Sonntagabend für eine einzelne Fahrt noch €30 einzunehmen!

Urmitz

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

HAPPY NEW YEAR!!!


wünschen wir allen unseren Lesern und dass ihr die Suche nach dem Topf am Ende des Regenbogens nicht aufgebt. Er möge, wenn ihr ihn denn gefunden habt, mit dem gefüllt sein, was ihr am nötigsten braucht, nicht mit dem, was ihr euch am dringlichsten wünscht.

Wir bedanken uns für ein weiteres Jahr „Verfolgung“ und Feedback!

Happy New Year Stern Bonne Année Stern Feliz Año Nuevo Stern A guads neis Johr Stern Gott Nytt År Stern Buon Capodanno Stern Blwyddyn Newydd Dda Stern Yeni Yiliniz Kutlu Olsun Stern Scastny Novy Rok Stern Srechno Novo Leto Stern Es Guets Neus Johr Stern Bonus Prinzipius E Mellus Finis Stern S Novim Godom Stern Feliz Ano Novo Stern Hallich Nei Yaahr Stern Guads neis joa Stern Gelükkig Nyjaar Stern felix sit annus novus Stern Gullukkig Niuw Jaar Stern Voorspoedige Nuwejaar

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