Panometer Dresden

 

Außer den netten (und auch weniger netten) Begebenheiten gab es während meines Aufenthalts in Moritzburg-Boxdorf dann auch noch wirklich Ernsthaftes. Es jährte sich der verheerende Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945. Bereits seit 2006 gibt es eine beeindruckende Darstellung des barocken Dresdens in einem ehemaligen Gasometer. Der Künstler Yadegar Asisi erschafft die größten 360°-Panoramen der Welt, mit bis zu 32 Metern Höhe und bis zu 110 Metern Umfang. Zum 70. Jahrestag 2015 erstellte Asisi ein Abbild der Zerstörung der Dresdener Innenstadt rund um die Frauenkirche durch die Luftangriffe der Alliierten. Seitdem wechseln die beiden Ausstellungen im „Panometer“ (Wortschöpfung aus Gasometer und Panorama) halbjährig.

GasometerGasometerGasometerGasometerGasometerGasometerGasometer

Norma und ich nahmen an einer Führung teil, bei der uns anschaulich erklärt wurde, warum Dresden bis kurz vor Kriegsende von Angriffen weitestgehend verschont worden war und warum auch bei den nahenden Flugzeuggeschwadern die wenigsten Dresdener mit einer Bombardierung ihrer Stadt rechneten. Luftschutzbunker gab es nicht, es blieben nur die Keller der Häuser als Schutzzone. Vorausschauend hatte man die Keller der benachbarten Häuser zueinander geöffnet, damit im Falle, dass ein Haus einstürzt, die Bewohner über die Keller der Nachbarhäuser ins Freie flüchten konnten. Nicht bedacht hatte man allerdings, dass auch Brandbomben abgeworfen wurden und die über Hunderte von Metern offenen Keller einen Kamineffekt entwickelten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 gab es gleich zwei Angriffswellen, zwei weitere an den beiden darauffolgenden Tagen. Zwischen 17000 und 25000 Menschen verloren dabei ihr Leben und die wenigen Überlebenden in diesem Bereich der Stadt ihre Bleibe, ihr Hab und Gut und ihre Angehörigen.

Gasometer

Im Innenraum des Gasometers steht ein Stahlgerüst mit einer Höhe von 15 Metern. Wenn man oben angekommen ist, hat man einen Rundumblick auf die total zerstörte Stadt, so als ob man am Morgen des 14. Februars vom Rathausturm herabschauen würde. Ich bin ja ein Nachkriegskind, aber im Ruhrgebiet geboren und natürlich haben meine Eltern von der Zerstörung der Städte erzählt und man hat ja auch schon oft alte Fotos und Filmaufnahmen gesehen. Aber das alles ist nichts gegen diese Panorama-Steinwüste!!! Die Gefühle, die hervorgerufen werden, kann man nicht beschreiben und ich werde es auch nicht versuchen.

Was mich zusätzlich total fasziniert hat, ist der Arbeitsaufwand dieses Projekts. 3000qm bedruckte Leinwand im Verhältnis 1:1, unglaublich detaillierte Darstellungen, dreidimensional, naturgetreu. Drei Jahre soll es gedauert haben und ich möchte nicht wissen, wie viele Stunden am Rechner dafür nötig waren. Aber waren nicht alle bedeutenden Künstler Besessene?

Es wird hier keine weiteren Fotos zu sehen geben, aus zwei Gründen. Zum einen möchte ich jeden meiner Leser selbst entscheiden lassen, ob er sich mit diesem Thema konfrontieren will und zum anderen war das Fotografieren nur zum privaten Gebrauch gestattet. Ist ein privates, aber öffentliches, Blog privater Gebrauch??? Ich habe mich dafür entschieden, ein Online-Fotoalbum mit ein paar wenigen Fotos zu erstellen. Wer es anschauen möchte, kann mir das per Kommentar (oder per eMail) mitteilen und ich schicke ihm dann den Link an die im Kommentar hinterlegte eMailadresse (die nur ich zu sehen bekomme!).

Die Frauenkirche, die auch getroffen wurde, stand heroisch noch bis zum Morgen des 15. Februars, bevor auch sie in sich zusammenstürzte, weil die ausgebrannten Pfeiler das schwere Kuppeldach nicht länger tragen konnten.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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2 Kommentare zu “Panometer Dresden

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