Schwerin, Stadt der 7 Seen

 

Seit ewigen Zeiten will ich nach Schwerin, aber es hatte bisher nie geklappt. Dieses beeindruckende Schloss inmitten von unzähligen Seen hatte es mir angetan und das wollte ich jetzt endlich mal nicht nur im Fernsehen oder auf Fotos sehen. Leider resultierte aus der Stellplatzsuche nur ein ernüchterndes Ergebnis, die Stell- und Campingplätze hatten entweder noch geschlossen, lagen zu weit vom Zentrum entfernt oder verfügten nicht über Strom. In akzeptabler Nähe zum Stadtkern gab es nur zwei Großparkplätze mit einmal fünf Stellplätzen ohne Strom für Wohnmobile und einmal vier mit Strom. Vier Plätze ist ja nicht gerade viel, aber es stand dabei, dass es erlaubt sei, auch auf den PKW-Plätzen zu stehen. Also fuhr ich hin und hatte Glück, zwei der vier Plätze waren noch frei, incl. der dazugehörigen Steckdosen. Smiley Ich hatte mich für den Parkplatz am Bahnhof entschieden und obwohl die Bahnlinie nicht allzu weit entfernt war, gab es keine Störung dadurch. Die vorbeiführende Straße war da schon eher zu hören, aber auch das war erträglich.

Stellplatz am BahnhofStellplatz am Bahnhof

Bei der Einfahrt muss man eine Karte ziehen, über die dann automatisch alles abgerechnet wird, sowohl die Parkzeit als auch der Strom. Dummerweise waren der Anforderungsknopf sowie der Ausgabeschlitz auf PKW-Höhe angebracht, also aussteigen, um Oscarlotta herumlaufen und hoffen, dass die Schranke geöffnet bleibt, bis wir durch sind. Die Parkdauer zählt nach Stunden, höchstens €8/24 Stunden. Wenn man Strom möchte, muss man die Karte vor das Display halten (nachdem man seinen Stromstecker ausgewählt hat und BEVOR der Stecker angeschlossen ist) und es werden automatisch 2 Kilowatt für €1 bereitgestellt und verbucht. Da nicht ganz klar war, wo genau die Karte hingehalten werden muss und weil ich nicht sicher war, ob es beim ersten Mal geklappt hatte und es noch einmal versuchte, hatte ich als Ergebnis dann 4 Kilowatt! Aber das war nicht schlimm, ich wollte ja etwas bleiben. Ich war übrigens noch nicht ganz fertig, als schon der Nachbar aus seinem Mobil kam, um mir hilfreich zur Seite zu stehen, weil ich, wie er meinte, alleine nicht zurecht käme. Ja, so ist das in Camperkreisen! Zwinkerndes Smiley Diesmal zeigte mir mein Display dann auch an, dass der Strom in Oscarlotta ankam! In welche Richtung ich laufen müsse, um in die Altstadt zu kommen, konnte der freundliche Nachbar mir allerdings nicht sagen und seine vage Vermutung stellte sich nach einem Blick auf Google Maps als falsch heraus.

Altstadt Schwerin und Schloss/SchlossparkAm nächsten Tag zog ich los, warm eingepackt, denn es wurde immer kälter in Deutschland. Schon wenige Meter, nachdem ich den Parkplatz verlassen hatte, konnte ich in eine Querstraße einbiegen, die direkt auf den ersten Schweriner See führte. Na ja, See ist vielleicht etwas übertrieben, tatsächlich ist es eher ein (großer) Teich und heißt auch so: Pfaffenteich. Eine Eisfläche lag vor mir, leider noch nicht tragfähig, denn dann wäre das die perfekte Eislauflocation! Aber hübsch war es auch so mit den Häusern am anderen Ufer und dem Blick auf den Dom. Ich war sehr zufrieden mit meiner Stellplatzwahl. Am Ende des Pfaffenteichs hielt ich mich intuitiv links (ich „rolle“ eine Stadt gerne von außen nach innen auf) und als ich um die nächste Straßenecke bog, lag das Schloss vor mir! Noch etwas entfernt, aber jetzt schon so berauschend schön wie ich es erhofft hatte.

PfaffenteichDomMaskottchen am PfaffenteichSchloss

Ich ließ mir Zeit, schlenderte von hier nach da und wieder zurück und dann noch einmal anders herum. Ein Traum, diese Seenlandschaft, der blaue Himmel, das Schloss, der Schlossgarten! Nur meine Finger drohten mir abzufallen nach jedem Foto, das ich machte. Der Wind war echt eisig!

Blick vom SchlossSchlossSchlossSchlossInnenseeInnenseeSchloss vom Schlosspark ausEisInnenseeBurgsee

Das Museum war leider geschlossen wegen Umbaus, die Schlosskirche nur zu bestimmten Zeiten zu besichtigen. Ich lief ein wenig durch den Burggarten und ging dann neugierig zu den vielen Menschen, die irgendetwas im Wasser fotografierten. Ein Nutria-Nest im Schilf! Zwei wirklich riesige, gut genährte Elterntiere und eine nicht auszumachende Kinderschar. Alle bildeten ein großes Knäuel, die Alten wechselten mal kurz die Position, aber brauchbare Fotos konnte ich keine machen.

BurggartenBurggartenBurggartenBurggartenBurggartenSchlossparkRückansicht vom Burggarten ausRückansicht vom Burggarten aus

Jetzt wollte ich die Stadt sehen! Und was ich sah, gefiel mir. Mein erster Weg führte mich in einen alternativen Supermarkt und ich konnte endlich mal vernünftigen Käse kaufen, allerdings teuer. Gegenüber gab es ein Einkaufszentrum und sofort fiel mir die Bäckerei „Junge“ ins Auge. Das ist eine Kette mit guten Backwaren, gutem Kaffee und nett eingerichteten Cafés, die ich vom letzten Winter in guter Erinnerung hatte. Die Junge-Kundenkarte hatte ich ebenfalls noch, man bekommt bei jedem Verzehr oder Brotkauf Punkte gutgeschrieben und kann dann irgendwann einen Kaffee oder ein Brot umsonst trinken/mitnehmen.

bei Jungebei Jungebei Jungebei Junge

Danach durchstreifte ich das dreigeschossige Zentrum und wollte dann nur noch nach Hause. Nein, ich habe längst nicht alles gesehen, was es zu sehen gäbe, nicht einmal den Dom von innen, aber ich hatte schon beschlossen, dass ich hier im Frühling/Sommer/Herbst noch einmal hin will. So war es auch nicht schlimm, dass es am nächsten Tag schneite! Ich verbrachte einen Höhlentag. Als ich nach meinem Stromstand sah und feststellte, dass ich nachbuchen muss, entdeckte ich, dass der freundliche Nachbar oder einer der anderen Nachbarn (die Plätze waren zwischenzeitlich alle belegt worden) mir ein Stromguthaben von weiteren 4 Kilowatt hinterlassen hatte. Cooles Smiley Da hatte vermutlich noch jemand nicht gewusst, wo genau die Karte hingehalten werden muss.

Als ich am nächsten Tag fuhr, entleerte ich auf dem unteren Teil des riesigen Parkplatzes noch meine Toilette an der VE-Station. Auf diesen Platzteil dürfen außer zu diesem Zweck keine Wohnmobile, dort stehen die Linienbusse, die auf ihre nächste Betriebsfahrt warten und dort an der Ausfahrt war der Ticketschlitz dann in Bus-/Wohnmobilhöhe! Bezahlt hatte ich vorher am Ticketautomaten (Münzen/Scheine oder EC/Kredit-Karte), alles war ordnungsgemäß berechnet, drei Nächte á 8 Euro und 2 Euro für den Strom.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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2 Kommentare zu “Schwerin, Stadt der 7 Seen

  1. Schwerin ist wirklich schön, aber bei den Temperaturen??
    Ich habe schnell mal bei Wetter.com nachgesehen – heute 4°C 😳
    Brrrrr❗️ Toll, dass du trotzdem unterwegs bist.
    LG ❤️ Silverli

    • Man braucht nur eine gute Heizung und halt alle 2-3 Tage eine neue Gasflasche ODER das Glück, Strom pauschal mit ausreichend hoher Absicherung zu bekommen (nächster Beitrag!). Und draußen ist es egal, ob man im Wohnmobil oder im Steinhaus lebt! Da ist es einfach typabhängig, die einen mummeln sich dick ein und gehen raus, die anderen mummeln sich auch dick ein, bleiben aber lieber zu Hause. 😉 Es hatte bis zu -10°C zu der Zeit, war ja in ganz Deutschland so (und teilweise noch um einiges kälter, aber da war ich nicht). Trotzdem hätte ich auch nichts dagegen, wenn es endlich Frühling (im besten Sinne) würde, also angenehme Temperaturen, Regen nur nachts und die Sonne scheint jeden Tag. 🙂

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