Von Dienstag bis Dienstag (Teil 1)

 

Hattingen und Umgebung Für Dienstag vergangener Woche hatte ich auf dem Stellplatz in Hattingen an der Ruhr meinen Wunschplatz reserviert. Auf dem Platz bin ich schon zweimal gewesen und hatte dort vor zwei Jahren, bei meinen ersten Alleinfahrten mit Oscarlotta, prompt den Schrankenpfosten „mitgenommen“. Nicht schön, ich war am Boden zerstört und nun hat Oscarlotta, trotz fachmännischer Reparatur, einen kleinen Schönheitsfehler. Seitdem fahre ich noch vorsichtiger und es ist mir kein weiteres Malheur passiert. Toi, toi, toi!!!

Katastrophe in Hattingen 2016Katastrophe in Hattingen 2016

Ich wusste also, welche Plätze für mich (gut) anfahrbar sind. Der Platz ist sehr einnahmeorientiert gestaltet worden, ob gewollt oder aus Unerfahrenheit entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn er voll ist, verhindern an einigen Stellen längere Wohnmobile, dass der dazwischenliegende Platz noch anfahrbar ist oder, wenn dort schon ein kleineres Mobil stand, dann kommt es nicht mehr raus. Dann bräuchte man, wie Uschi immer sagt, einen „Siemens Lufthaken“. Ich reservierte den Platz 14 (17 Plätze gibt es insgesamt). Weit genug von der Einfahrt weg, aber direkt nach der Schranke vorwärts gut anfahrbar. Beim letzten Mal hatte ich rückwärts eingeparkt, aber dann könnte ich meinen Fahrradträger nicht abklappen. Und das musste ich, um mein Kennzeichen demontieren zu können. Oscarlotta sollte nämlich wieder eine Ganzjahreszulassung bekommen.

Hattingen 2017

Als ich endlich nach stressiger Staufahrt ankam, war der Platz angenehm leer. Am Zaun hing ein Reserviert-Schild mit meinem Kennzeichen und ich parkte mit ausreichendem Abstand zum Nachbarn auf der linken Seite ein. Der stand rückwärts in seinem Platz und relativ dicht an der Begrenzungslinie und ich wollte einen gewissen Mindestabstand haben. Zum Stellplatz gehört ein öffentlicher Minigolfplatz mit Restauration und so ging ich zum Biergarten, um mich anzumelden. Ich sagte, dass ich Platz 14 reserviert hätte. Ob ich auf 14 oder 15 stehe, wurde ich gefragt. Ich denke, auf 14, entgegnete ich, zumindest würde ich direkt vor meinem Kennzeichen stehen. Da meldete sich der Platzchef aus der Küche und rief, es sei Platz 15 geworden. Auf die Platznummern hatte ich gar nicht geachtet! Im Prinzip war es mir auch egal, Platz 15 war genauso gut, allerdings war die Zufahrt zu den nächsten beiden Plätzen 16 und 17 zwischen dem Fahrradträger von Oscarlotta und der Schranke jetzt nicht mehr sehr breit. Würde da überhaupt noch ein Wohnmobil durchpassen? An beiden Plätzen hingen Reservierungsschilder für den übernächsten Tag. Ich überlegte ernsthaft, ob ich Oscarlotta doch noch einen halben Meter nach links versetzen sollte, entschied mich dann aber dagegen. Es war ja schließlich nicht meine Schuld, dass ich nicht den Platz 14 bekommen hatte, wie gewünscht und bestellt. Und die beiden Plätze waren sowieso nur für kleinere Mobile geeignet. Ich würde es mal darauf ankommen lassen, beschloss ich. Am nächsten Mittag fuhr ein Einzelfahrer in einem Teilintegrierten souverän rückwärts auf Platz 17! Smiley mit geöffnetem Mund

Platz 15enge DurchfahrtPlatz 16 und 17

Am Donnerstag fuhr mich ein alter Freund zur Zulassungsstelle in Bochum. Donnerstags ist auch nachmittags geöffnet! Zwinkerndes Smiley Der freundliche Mensch an der Rezeption fragte alles ab, was ich brauchen würde, nachdem ich ihm geschildert hatte, was mein Anliegen sei. Personalausweis, TÜV-Nachweis, Gutachten für die Eintragung der Tankflasche, Kennzeichen zur Entwertung, Kraftfahrzeugschein, Fahrzeugbrief (MIST!), eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) der Versicherung (MIST!). Hätte ich doch besser vorher mal telefonisch nachgefragt! Die letzte Änderung vor drei Jahren, als Oscarlotta vor unserem halbjährigen Nordamerika-Aufenthalt ein Saisonkennzeichen bekam, hatte mein Bruder für mich erledigt. Er konnte sich auch noch daran erinnern, dass schon damals die fehlende eVB-Nummer ein Problem war, die ich dann bei der Versicherung erfragt und ihm telefonisch durchgegeben hatte. Diesen Vorfall hatte ich allerdings inzwischen offensichtlich gänzlich vergessen. Und dass ich den Brief auch brauchen würde, war einfach nicht in meinem Kopf!!! Enttäuschtes Smiley Ich hätte mich vor Ärger auf mich selbst irgendwo hinbeißen mögen! Also die ganze Strecke wieder zurück, durch die sehr verkehrsreiche Bochumer Innenstadt bis Hattingen. Unterwegs rief ich bei der Versicherung an und erhielt die eVB-Nummer noch während des Telefonats per SMS. Doch wo ist der Fahrzeugbrief? In Oscarlotta wohl eher nicht, sondern wahrscheinlich, wie alle wichtigen Unterlagen, bei einem Menschen meines Vertrauens in Verwahrung. Und dann? Ich wollte am Dienstag weiterfahren! Am Montag hatte das Straßenverkehrsamt zwar auch noch nachmittags geöffnet, aber ob der Brief bis dahin in Bochum sein würde? Wir beschlossen, dass ich in meinem Safe nachschauen würde und wir, falls er wider Erwarten dort wäre, sofort wieder zurückfahren würden. Ich hatte wenig Hoffnung! Und was war? Der Brief war im Safe!!! Ich hatte nach unserer Halbjahresreise den vorletzten Winter ja mit Oscarlotta in Norddeutschland verbracht und nach meiner Rückkehr nach Lauterburg offensichtlich mit keinem Gedanken mehr an den Brief gedacht. Das war jetzt natürlich mein Glück! Wir fuhren zurück. Die Zulassungsstelle hatte laut Internet bis 16 Uhr geöffnet. Um 15:30 Uhr waren wir dort und ich erklärte dem Mitarbeiter freudestrahlend, dass ich jetzt alle Unterlagen beisammen hätte. Ich bekam einen Nummernzettel, der besagte, dass 25 Personen vor mir dran seien. Es wurde 16 Uhr und die Türen wurden nicht verschlossen! Bis 18 Uhr sei geöffnet, erfuhren wir. Verwirrtes Smiley Nach einer Stunde Wartezeit wurde endlich meine Nummer angezeigt! Die Sachbearbeiterin begann zügig mit der Bearbeitung, merkte allerdings etwas erstaunt an, dass das Gutachten ja noch von 2017 sei? Mit meiner Erklärung, das sei zwei Tage vor Weihnachten gewesen und ich hätte da nicht mehr kommen können, gab sie sich ohne weitere Nachfrage, wo ich denn in der Zwischenzeit gewesen wäre, zufrieden. Sie fütterte ihren Computer mit den Daten, druckte einen neuen Kraftfahrzeugschein aus, vernichtete den alten und stellte dann fest, dass die eVB-Nummer nicht richtig sei. Sie sei mit meiner (Post-)Adresse in Lauterburg verknüpft, die ja aber nicht meine Meldeadresse sei. Ich müsse eine andere eVB-Nummer anfordern. Es war inzwischen 16:40 und ich war sicher, dass ich bei der Versicherung niemanden mehr erreichen würde! Aber noch einmal hatte ich Glück! Es dauerte zwar eine Weile, weil der Versicherungsangestellte einen neuen Vorgang mit neuer Adresse anlegen musste, aber dann gab er mir die neue Nummer telefonisch durch. Ich wiederholte jeden Buchstaben laut und meine geduldige Sachbearbeiterin, die sich in der Zwischenzeit ein wenig mit ihrer Kollegin unterhalten hatte, gab sie gleichzeitig in ihren Computer ein. Dann ging es schnell, neue Plaketten auf die alten Kennzeichenschilder kleben (die von vor drei Jahren, die ich natürlich aufgehoben UND mitgebracht hatte), die Plaketten von den alten Kennzeichen schaben (hab ich auch wieder mitgenommen, man weiß ja nie), das Gutachten für ihre Unterlagen kopieren und schon durfte ich bezahlen. Es war auch gar nicht teuer, €10,20 für die Eintragung der LPG-Tankflasche, €27,60 für die Änderung des Zulassungszeitraumes und noch 60 Cent für zwei Klebesiegel.

Zum vierten Mal an diesem Tag fuhren wir dieselbe Strecke, nun im Feierabendverkehr. Aber diesmal fuhren wir nicht schnurstracks zu Oscarlotta zurück, sondern in den Biergarten des Landgasthauses „Grum“ in Hattingen direkt an der Ruhr. Dort kann man gut, allerdings nicht besonders günstig, speisen und die Küche hatte auch schon geöffnet. Das hatten wir uns verdient, vor allem natürlich mein etwas geplagter, aber sehr nachsichtiger Chauffeur!!!

Hattingen an der Ruhr

Jetzt darf Oscarlotta wieder auf die Straße, wann immer sie möchte. Ich hoffe nur, sie nimmt lieber mich mit als noch einmal einen Schrankenpfosten! Laut lachen

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Seilersee

 

Carola kam am Dienstag noch einmal zum Verabschieden vorbei und weil ich nicht zu spät weiterfahren wollte, gingen wir nur an den Seilersee. Dort sollte es ein neues Lokal geben, das sie auch noch nicht kannte. Ich fuhr vorher noch auf die Ent- und Versorgungsstation und schaffte es, außer der Toilettenkassette acht Eimer Abwasser zu entleeren, bevor der Rolladen sich wieder schloss. Frischwasser konnte ich komplett auffüllen und musste der Hahn sogar zudrehen, bevor die Zeit abgelaufen war. Eine Viertelstunde, bevor Carola kommen wollte, war ich fertig und stellte Oscarlotta auf einen der PKW-Plätze, um einem eventuellen Neuankömmling einen offiziellen Platz zu überlassen. Die vorhandenen vier Plätze waren jede Nacht belegt, auf zweien standen allerdings „Dauercamper“, was u. a. an den irre hohen Wattstundenanzeigen am Display des Stromautomaten abzulesen war. Ich dachte zuerst, dass die beiden Mobile über den Winter nur abgestellt sein würden, aber dem war nicht so, sie wurden bewohnt. Das ist bei einem Platz, der nur über vier Stellflächen verfügt, natürlich von Nachteil für alle anderen Interessenten. Enttäuschtes Smiley

zwei von vier sind Dauerbewohner

Vom Stellplatz bzw. PKW-Parkplatz aus führt eine Fußgängerbrücke über die Bundesstraße und schon sahen wir den Seilersee. Die Natur explodierte förmlich, der See war gesäumt von maigrünen Bäumen und überall blühte es. Jetzt war der Winter wohl endgültig vorbei!?!? Smiley

SeilerseeSeilerseeSeilerseeSeilerseeSeilersee

Eine Infotafel erklärte, dass der Seilersee eigentlich eine Talsperre ist und eigentlich (oder auch) Callerbachtalsperre heißt. Eine richtige (Mini-) Sperrmauer gibt es und auch eine Überlaufzone.

CallerbachtalsperreCallerbachtalsperre

Ein Stück weiter waren wir auch schon an unserem Tagesziel. Man kann aber auch den gesamten See umrunden, zu Fuß oder per Rad. Neben einem Minigolfplatz ist ein schönes Restaurant entstanden mit großem Außenbereich. Aber auch innen hat es in zwei Etagen einiges zu bieten! Das geht bis zu den Toiletten. Die “Wilde Ente” ist eine Dependance des gegenüberliegenden Hotels “VierJahreszeiten”.

"Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente""Wilde Ente"

Diesmal tranken wir nur einen Kaffee, das Frühstück war noch nicht lange genug vorbei (bei mir!). Und wenn ich hier etwas gegessen hätte, dann keinen Kuchen, sondern Pommes frites. Die wurden am Nachbartisch serviert und sahen soooo lecker aus! Dazu gab es ein Holzbrettchen mit drei eingelassenen Gläschen, gefüllt mit verschiedenen Gewürzen. Nicht nur langweiliges Salz!!! Cooles Smiley

"Wilde Ente"

Ich hatte nur 50km bis Hattingen, brauchte dafür aber über eine Stunde, obwohl der überwiegende Teil der Strecke über Autobahnen ging. Zum Teil war schon auf der Abbiegespur von einer Autobahn auf die andere Stau! Zum Glück ist das Autobahnnetz im Ruhrgebiet vielfältig, sodass es immer mehrere Möglichkeiten gibt. Aber jeden Tag möchte ich dort nicht mehr unterwegs sein müssen!!! Erstauntes Smiley

written by Ingrid
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Hörder Burg am Phoenixsee

 

Auf der Fahrt zum Kino in Dortmund kamen wir am Phoenixsee vorbei, zumindest besagten das entsprechende Hinweisschilder. Zu sehen waren nur interessante, sehr moderne Gebäude. Ich hatte keine Ahnung, was der Phoenixsee sein könnte und Carola war dort bisher auch nicht gewesen. Auf dem Rückweg suchten wir uns einen Parkplatz und obwohl wir auch richtig Hunger hatten, liefen wir erst ein Stück am See entlang. Überall wird noch gebaut, Wohn- und Bürohäuser, vieles ist schon fertiggestellt und bewohnt. An diesem schönen Sonntagabend waren sehr viele Menschen unterwegs, die wie wir ein wenig flanieren und vielleicht noch nett essen wollten. Die Warteschlange an der Eisdiele war superlang!

Phönixsee

An der einen Seite des Sees stand ein Gebäude, das vom Baustil her so gar nicht zum Gesamtensemble passte. Es sah aus wie eine Burg.

Hörder BurgHörder BurgHörder BurgHörder Burg

Am Haupteingang gab es dann ein aufklärendes Schild, es war wirklich einmal eine Burg! Ursprünglich 1287 als Wasserburg aus den Steinen der damals zerstörten Hohensyburg entstanden. Ihr jetziges Aussehen verdankt sie allerdings der historisierenden Architektur aus der Zeit vom 19. zum 20. Jahrhundert. Ab 1840 entstand hier ein Walzwerk für die Herstellung von Eisenbahnschienen. Die nach ihrem Besitzer Hermann Diedrich Piepenstock benannte Hermannshütte wurde 1852 unter dem Namen Hörder Bergwerks- und Hüttenverein zur ersten Aktiengesellschaft im Hüttenwesen des Ruhrgebiets. Und jetzt erfuhren wir auch endlich, woher der See seinen Namen hat. Von 1906 bis 1922 war die „Hörder Burg“ Sitz der Hauptverwaltung des Montankonzerns Phoenix, des fünftgrößten deutschen Unternehmens.

an der Hörder Burgan der Hörder Burgam Phönixsee

Eine Inschrift gab uns Rätsel auf! Was soll das Wort in der mittleren Reihe bedeuten??? Wir haben es nicht entziffern können! Verwirrtes Smiley

??? mittlere Zeile ???

Der See ist mit 1200m Länge und 320m Breite nicht besonders groß. Seine Wassertiefe beträgt nur 2-3 Meter im Mittel und einmal rundherum sind es gerade mal gut 3km. Die Aushubarbeiten dieses künstlich angelegten Sees begannen im September 2006, die Flutung dauerte ab dem 1. Oktober 2010 ein ganzes Jahr lang an. Gespeist wird er ausschließlich durch Grundwasser und durch Niederschlagswasser und nur bei einer bestimmten Hochwassersituation ist er mit der hier renaturierten Emscher verbunden und dient dann als Rückhaltebecken, um eine Überflutung der flussabwärts liegenden Wohn- und Gewerbebebauung zu verhindern. Im Mai 2011 wurde der fertiggestellte Seeuferbereich für die Öffentlichkeit freigegeben und nach Fertigstellung aller Bauvorhaben sollen ca. 2000 neue Wohneinheiten entstanden sein sowie eine Vielzahl von Büro- und Geschäftshäusern. Alles wirkt sehr modern und stylisch, aber nicht unpersönlich und es scheint schon jetzt von der Bevölkerung sehr angenommen zu werden. Man darf zwar nicht im See baden, aber kleine Segelboote und motorlose Sportboote dürfen auf ihm verkehren.

weitergehende Infos: hier klicken

am Phönixseeam PhönixseePhönixsee

So schön kann es im Ruhrgebiet sein! Dortmund-Hörde hat sich fein herausgemacht, ist nicht mehr das Aschenputtel mitten im Pott! Natürlich fanden wir auch noch ein nettes Lokal und wurden exzellent bewirtet! Verliebt

am Phönixsee

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Seilerblick

 

Über Bad Bentheim fuhr ich diagonal an Coesfeld vorbei bis zur A1, auf dieser bis Unna und dann den Rest Bundesstraße bis Iserlohn. Die A1 war natürlich, wie von früher gewöhnt, voll mit LKW-Kolonnen, aber Stau gab es zum Glück nur in der Gegenrichtung. Den kostenfreien Stellplatz in Iserlohn kannte ich schon und wusste, dass es dort nur 4 Stellflächen für Wohnmobile gibt. Allerdings zusätzlich 9 PKW-Plätze und dieser separate Abschnitt ist Teil eines großen öffentlichen Parkplatzes. Ich machte mir also keine Sorgen. Tatsächlich zählte ich bei der Anfahrt vier Wohnmobile! Dann stellte sich aber heraus, dass eins auf der Fläche der Ent- und Versorgungsanlage stand und mein Wunschplatz am Ende des Platzes frei war! Das Wohnmobil auf der VE-Station blieb dort übrigens über Nacht stehen, der Platz ist schön eben und der Fahrer hatte wohl noch nicht viel Erfahrung oder ein dickes Fell. Der Platz liegt neben einer wenig befahrenen Anliegerstraße im Grünen. Benachbart ist eine Tennisanlage und ein Fitnesskomplex, der PKW-Parkbereich ist so weit weg, dass er nicht stört. Durch eine Grünanlage läuft man zur Hauptstraße und ein kleines Stück weiter gibt es ein Einkaufszentrum. Ganz in der Nähe liegt der Seilersee (den man komplett umrunden kann), weswegen der Stellplatz nach der angrenzenden Straße “Seilerblick” heißt. Zu sehen ist der See vom Stellplatz aus allerdings nicht. Strom erhält man über einen Münzautomaten, 50 Cent für angezeigte 1000 Wattstunden. Die VE-Station hat als Nachteil, dass man die Toilette nur ausleeren kann, wenn man 1 Euro investiert, nur dann öffnet sich der Rolladen. Abwasser kann auch nur dort abgelassen werden, per Schlauch. Wenn man, wie ich, am liebsten per Eimer entsorgt, falls es keine Bodenrinne gibt, muss man sich beeilen, der Rolladen schließt automatisch nach 4 ½ Minuten. Mal sehen, wieviele Eimer plus Toilette entleeren ich in der Zeit schaffe! Zwinkerndes Smiley

Stellplatz "Seilerblick"Stellplatz "Seilerblick"Stellplatz "Seilerblick"Stellplatz "Seilerblick"

Meine Freundin Carola kam am nächsten Nachmittag zum Kaffeetrinken und die folgenden Tage gab es ein ausgiebiges Programm,

IserlohnIserlohnIserlohn

bestehend aus Stadtbummel, quatschen, Eis essen, quatschen, die neue Wohnung anschauen, quatschen, ins Kino gehen, nicht quatschen, erst danach wieder. Smiley mit geöffnetem Mund Wir sahen übrigens den Film „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer, die Romy Schneider auf grandiose Weise spielt. Sie sieht Romy sehr ähnlich und während des Films vergisst man vollständig, dass man auf der Leinwand NICHT die echte Romy Schneider sieht. Tonfall, Gesten, Körpersprache, alles zum Verwechseln ähnlich! Es geht um ein Interview, dass der „Stern“ im Jahre 1981 mit der Schauspielerin, die in Deutschland ihr Sissi-Image nie losgeworden ist, auf der französischen Halbinsel im Atlantik führte. Der Film, der komplett in schwarz-weiß gedreht ist, orientiert sich sehr an den originalen Geschehnissen, zu sehen an diesen Fotos (gleiche Szenen im Film). Es wird sehr deutlich, wie zerrissen der innere Zustand von Romy Schneider in ihrem letzten Lebensjahr war bzw. wie wenig sie dem noch entgegenzusetzen hatte. Der tragische Tod ihres 14-jährigen Sohnes kurz nach dem Interview, der nicht Teil des Filmes ist, hat ihren Lebensmut dann wohl vollständig zerstört und sie starb mit nur 43 Jahren aus nicht wirklich geklärter Ursache. (Trailer zum Film im 1. Link)

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Wildes Hausen im Strandkorb am See

 

Mein nächstes Ziel war Nordhorn. Da ich nun mal kein Frühaufsteher bin und noch Abwasser wegtragen und Frischwasser auffüllen sowie eine Gasflasche bei Toom wechseln und LPG tanken musste, wurde es 15 Uhr, bis ich so richtig unterwegs war. Das Wetter war gut, die Autobahn voller LKWs, aber es lief – bis Bremen. Da war nur noch zähfließender Verkehr und es machte auch nichts mehr, dass ich an das LKW-Überholverbot gebunden war. Es konnte niemand mehr schnell fahren. Als es dann wieder voran ging, hatte ich trotzdem keine Lust mehr. Klar hätte ich es noch bis Nordhorn geschafft, es wäre ja auch egal gewesen, wann ich dort ankomme, aber eigentlich wollte ich mir lieber einen gemütlichen Feierabend machen. Ich war gerade auf der Höhe von Wildeshausen und beschloss, meine Apps zu befragen, ob es dort einen Stellplatz gibt. Also fuhr ich die nächste Raststätte an und unverrichteter Dinge auf der anderen Seite wieder heraus, denn es war kein einziger Parkplatz für Oscarlotta frei. Alles war belegt mit LKWs! Die Züge standen sogar dicht an dicht der Länge nach hinter den einzelnen Spuren und selbst wenn ein LKW bereits nach vorne weggefahren war, konnte man deswegen den freien Platz nicht anfahren. Zum Glück kam kurz danach ein Parkplatz und es gab einen ausreichenden Abstand zwischen weiteren LKWs. Und es gab einen Stellplatz in Wildeshausen! 19 Plätze, da sollte doch ein geeigneter für Oscarlotta dabei sein. Dem war auch so, gut die Hälfte der Plätze war frei, allerdings waren nicht alle lang genug und mit dem Heck über die Wiese fahren ging wegen dort drapierter Felsbrocken auch nicht. An einer Seite waren allerdings extralange Plätze mit Fahrspuren aus Platten und dort sortierten wir uns ein. Der Stellplatz liegt an einen Schwimmbad (am Anfang des Stellplatzes) und an einem Restaurant/Imbiss (am Ende des Stellplatzes). Das bedeutete, dass doch der eine oder andere PKW an uns vorbeifuhr. Kleinkinder und Hunde müssten hier an die Leine!

WildeshausenWildeshausenWildeshausenWildeshausenWildeshausen

Der Nachbar war gerade draußen, als ich mein Stromkabel verlegen wollte und ich fragte ihn, wo man bezahlen müsse. Der Platz sollte €5 incl. Strom kosten. Der Ticketautomat sei kaputt, erfuhr ich, Strom würde man aber trotzdem kriegen. Okayyyyy! Die Stromsäule war ziemlich weit weg, da würde mein 25m-Kabel nicht reichen. Ich kramte also die Kabeltrommel aus der Heckgarage, aber auch die reichte nur so gerade eben bis hinter das rechte Vorderrad. Mit Hilfe des losen Kabels kam ich auf die andere Seite von Oscarlotta zum Stromanschluss und konnte wieder einmal alles mit Strom betreiben – und das auch noch für umsonst! Smiley mit geöffnetem Mund

Am nächsten Tag regnete es! Der Nachbar links neben mir war schon weggefahren und was stand direkt neben seinem Platz? Eine Stromsäule!!! Vielleicht hätte ich am Abend zuvor mal schauen sollen, ob er Strom angeschlossen hatte und WO! Nun ja. Eigentlich war es ja schade, dass ich weiterfahren musste. Und ich würde mir Oscarlotta auf der Autobahn total versauen, jetzt, wo sie gerade wieder einigermaßen sauber war. Ich hatte sie schon fahrfertig geräumt und beschloss dann trotzdem, einfach den Tag noch dort zu verbringen und das schlechte Wetter auszusitzen. Für den nächsten Tag war der Frühling angekündigt! In einer kurzen Regenpause holte ich mein Stromkabel ein, verstaute die Kabeltrommel wieder in der Heckgarage und wechselte zu der Stromsäule nebenan. Der Ticketautomat funktionierte immer noch nicht. Eine bessere Entscheidung hätte ich nicht treffen können! Ich wachte am nächsten Morgen (ja, Morgen!) bei strahlendem Sonnenschein auf. Draußen verrichtete ein Laubbläser seinen lauten Dienst und direkt hinter meinem Bett unterhielten sich gegen den Lärm zwei Stadtbedienstete in einer mir unverständlichen Sprache. Dann konnte ich auch aufstehen! Und so war ich mittags bereits auf dem Stellplatz in Nordhorn. Wie erwartet waren alle drei gepflasterten Spuren voll belegt. Aber dort, mitten im Getümmel, stehe ich sowieso nicht gerne, zu viele Nachbarn mit zu wenig Abstand. Die unbefestigten Rasenplätze waren durch die Nässe arg zerfahren mit tiefen Spurrillen und Schlammlöchern, aber Oscarlotta fand ein Plätzchen ohne sich die Füße dreckig zu machen. Ein wenig schief, der Platz, aber Keile wollte ich in den Schlamm nicht legen. Ich bin da auch nicht so empfindlich.

StellplatzStellplatzStellplatzStellplatzStellplatz

Das Wetter war der Hammer!!! Die Winterschuhe wanderten in die Heckgarage, die Kniehosen wurden aus der Winterruhe geholt, vorsichtshalber nahm ich eine leichte Jacke mit, die ich dann aber nicht brauchte. Ich ging quer über die Straße zum Vechtesee. Dort gibt es seit Jahren ein schönes und sehr beliebtes Seerestaurant/Hotel mit großem Gartenbereich, das Pier 99. Die Tische waren alle voll, aber die Strandkörbe waren fast alle noch leer. Wann hatte ich das letzte Mal in einem Strandkorb gesessen? Dazu noch in einem, der im Sand steht? Kaffee bitte! Und Kuchen. Ich hatte nämlich noch nichts gefrühstückt.

Pier 99Pier 99Pier 99Pier 99Pier 99

Alles war gut! Das Wetter, der Ausblick, der Kuchen, der Stellplatz sowieso. Ich bin immer wieder gerne in Nordhorn. Der Platz kostet akzeptable 5 Euro/Nacht, zu bezahlen an einem Ticketautomaten. Der nimmt allerding nur 2 und 1-Eurostücke, man sollte also vorher sammeln. Für €1 bekommt man 5 Stunden Strom, den brauche ich mittags für meinen Frühstückskaffee und der Kühlschrank läuft für diese Zeit dann auch auf Strom. Den Rest des Tages komme ich mit Solar (und Gas für den Kühlschrank) gut über die Runden. Ein Nachteil ist, dass es keine Kleinmenge Wasser gibt, so muss ich meinen Tee- und Kaffeewasserkanister alle paar Tage bei meinen Freunden füllen. Die nette Innenstadt ist in fußläufiger Entfernung (per Rad 5 Minuten), in Holland ist man mit dem Fahrrad ganz schnell, den Vechtesee kann man in einer Dreiviertelstunde zu Fuß umrunden. Mehrere Einkaufsläden sind nicht allzu weit entfernt. Hier ist Radfahrerland, die Nähe zu Holland macht sich bemerkbar. Alles ist eben und es gibt überall Radwege. Mein Fahrrad durfte also auch endlich mal wieder vom Heckträger runter und freute sich ganz offensichtlich, mal wieder sausen zu können!

Nur meiner Satellitenschüssel passte irgendetwas nicht! Eines Nachts wollte sie nicht mehr eingefahren werden. Motorblockade, sagte eine Fehlermeldung auf dem Fernsehschirm. Ich schaltete ein wenig hin und her, ließ sie wieder rotieren, wobei sie keinen Satelliten mehr fand, leuchtete mit der Taschenlampe nach irgendwelchen Hindernissen, die nicht da waren und hatte beim dritten Versuch das Glück, dass sie sich doch noch aufs Dach legte. Um zu überprüfen, was los ist, müsste ich aufs Dach (mache ich nicht so gerne, vor allem nicht auf einem vollen Stellplatz mit lauter draußensitzenden gelangweilten und neugierigen männlichen Menschen), außerdem müsste ich die Schüssel wieder hochfahren. Und wenn ich sie dann nicht mehr dazu bewegen kann, sich wieder einzuklappen, kann ich nicht weiterfahren! Ich rief bei einem Wohnmobilservice an. Diese Fehlermeldung hätten viele, da müsse das Steuerelement ausgebaut und eingeschickt werden, das könne drei bis vier Wochen dauern. So viel Zeit habe ich nicht. Also ist fernsehen gestrichen! Wird ja sowieso total überbewertet! Cooles Smiley

written by Ingrid
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Der Hase und der Igel

 

Nun waren die Tage am Meer auch schon Vergangenheit, leider. Ich hätte am liebsten den Sommer dort oben verbracht, an der Ostsee hat es mir immer schon gefallen. Ob es daran liegt, dass ich mit 4 Jahren in ihr schwimmen gelernt habe, damals in Kellenhusen? Mein Vater hat es mir beigebracht, zunächst, indem er mich an den Trägern meines Badeanzuges, die am Rücken über Kreuz liefen, über Wasser hielt. Irgendwann kam ich ihm auf die Schliche, dass er längst losgelassen hatte! Aber das war schon im nächsten Jahr, als ich fünf war. Und dann sollte ich über eine kurze Distanz allein zu ihm hin schwimmen und ertappte ihn bald dabei, dass er heimlich immer weiter rückwärts ging. Ich war sauer, aber ich konnte schwimmen!

Am Palmsonntag fuhr ich bis Buxtehude. Ich wollte unsere Freundin Gisela in Hamburg besuchen und Brodo, ebenfalls ein langjähriger Wohnmobilreisender, Freund und Fulltimer (lebt wie wir ständig im Wohnmobil), wollte mich in Buxtehude treffen, nicht nur, aber auch, damit ich mich seiner diversen Computer-, Tablet- und Smartphoneprobleme annehmen kann. Zwinkerndes Smiley Gisela äußerte dann den Wunsch, ihr erstes Smartphone zu kaufen und entschloss sich auch dazu, nachdem ich ihr angeboten hatte, es ihr einzurichten und zu erklären. Gisela ist 80.

So war ich gut beschäftigt. Meinen Vorgarten stellte ich auf Frühling um, was dem Winter aber offensichtlich nicht gefiel.

Frühlings-Vorgarten (!)Frühlings-Vorgarten (?)Ostern mit SchneeOstern mit Schnee

Ich hatte damit gerechnet, dass der Stellplatz „Schützenplatz“ über Ostern voll werden würde. Buxtehude ist ja ein nettes Städtchen, der Platz liegt stadtnah und trotzdem im Grünen und kostet nur €5. Offiziell darf man nur maximal 3 Tage bleiben, aber das interessiert offenbar niemanden. Es wurde nicht voll, über die Ostertage waren mit uns höchstens 6 oder 7 Mobile da.

Stellplatz "Schützenplatz"Stellplatz "Schützenplatz"auf dem Weg in die StadtStellplatz "Schützenplatz"BuxtehudeBuxtehudeBuxtehudeBuxtehudeOstern naht!

In Buxtehude soll sich der Überlieferung nach ja das Wettrennen zwischen dem Hasen und dem Igel abgespielt haben. Dem war zwar nicht so, aber das Grimm’sche Märchen ist natürlich eine gute Marketingidee für die Stadt. So findet man die beiden Figuren auch an den verschiedensten Stellen, oft an das Verkaufsangebot des Geschäftes, vor dem sie stehen, angepasst.

Uhren-IgelHaseImbiss-Igel

Das mit dem leeren Stellplatz änderte sich schlagartig am Dienstag nach Ostern! Da kamen die Mobile im Minutentakt! Hatten alle noch mit den Enkelkindern Ostereier suchen müssen? Uschi hatte dann die Erklärung: Es war Anfang April, alle Saisonkennzeichenfahrer durften mit ihren Fahrzeugen wieder auf die Straße!!! Jetzt beginnt wieder die schwierigere Jahreszeit. Zwar ist das Wetter besser (hoffentlich!), dafür sind aber die Stellplätze überfüllt. Zeit, auf die Schwäbische Alb zurückzukehren. Vorher möchte ich aber noch meine Freunde in Nordhorn besuchen und einen Abstecher ins Ruhrgebiet machen. Und Ende des Monats zum Jazzfrühling und Wohnmobiltreffen nach Kempten fahren. Gisela und ihr Smartphone kommen auch! Smiley

nach Osternnach OsternFußmatte ohne Matte

written by Ingrid
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Das “Beste” kommt zum Schluss

 

Der Sturm ging, die Sonne kam, die Minustemperaturen blieben. Bei einem Strandspaziergang zeigten sich wahre Kunstwerke, die Schnee und/oder Regen in Verbindung mit der Kälte und dem Wind hervorgebracht hatten.

Eis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh Strand

Die Vorhersage kündigte besseres Wetter an und nun wollte ich nicht abreisen und verlängerte um eine ganze weitere Woche. Am Samstag wurde der Platz immer voller, in Bremen hatten die Osterferien begonnen. Ich blieb trotzdem allein hinten in meiner Ecke am letzten Zipfel des Campingplatzes. Dummerweise waren die Wasserentnahmestellen, die es auf fast jedem Stellplatz gibt, wegen der Kälte noch nicht wieder in Betrieb, so musste ich einige Male mit vollem Abwassereimer hin und voller Gießkanne zurück bis zum Sanitärhaus laufen. Molli bekam keine zweite Chance, auch mit der Bäderbahn bin ich nicht gefahren und auf einen weiteren Kinobesuch verzichtete ich ebenfalls, obwohl es noch einen Film gab, der mich interessiert hätte. Aber der kommt irgendwann sowieso im Fernsehen. Dafür war ich noch einige Male am Strand unterwegs und in den zwei Ortsteilen, sogar mit Friseurbesuch. So teuer im Osten!!! Erstauntes Smiley

am Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsborn

Am nächsten Samstag ging ich nachmittags in die Rezeption, um schon einmal zu bezahlen. Ich ahnte, dass es schwierig werden würde mit anderem Platz, einmal umziehen, zweimal verlängern und als Krönung galt für die letzten zwei Nächte auch der Sparwochenpreis nicht mehr, sondern der der Nebensaison. Vorsichtshalber hatte ich akribisch für mich ausgerechnet, was ich zu zahlen haben würde und hatte es mindestens zweimal überprüft. Die resolute Dame, die mich zu Beginn empfangen hatte, bediente mich. Und wie erwartet fiel die Rechnung um einiges höher aus als ich errechnet hatte! Nachdem ich das angemerkt hatte und auch, dass ich gewusst hätte, dass es schwierig werden würde, wurde ich etwas von oben herab darüber belehrt, dass sie (die Rezeptionisten) dies seit Jahren Tag für Tag machen würden und den (besseren?) Überblick hätten. Es hätte schon alles seine Richtigkeit! Daraufhin legte sie mir die reichlich unübersichtliche Rechnung mit mehreren Posten und nachträglichen Gutschriften vor, schob von Zeile zu Zeile ein Lineal über die Rechnung und erläuterte die Einzelposten. Alles ziemlich schnell und etwas ungeduldig. Ihr Unmut, dass ich dumme Touristin es gewagt hatte, ihre Rechnung anzuzweifeln, war deutlich zu spüren und ich glaube nicht, dass ich das nur so empfunden habe. Auf die Schnelle sah alles richtig aus, ich zweifelte an mir (wenn auch nur ein wenig) und beschloss, erst einmal zu bezahlen und dann in das nächste Café zu gehen und alles IN RUHE zu überprüfen. Das machte ich dann auf einer Bank auf der Strandpromenade in der Sonne. Und siehe da, ICH HATTE RICHTIG GERECHNET!!! Die letzten zwei Nächte kosteten nicht mehr €7,50/Person, sondern €8,00. Zweimal acht macht sechzehn, auf der Rechnung wurden mir aber €32 berechnet! Es wurde offenbar also auch hier davon ausgegangen, dass es sich um zwei Personen handelt, aber das hätte ja nun klar sein müssen, dass ich allein bin, denn sonst wären mir ja die 6 Euro für die zweite berechnete Person während der Sparwochen nicht vergütet worden. Und da war dann auch der zweite Fehler, statt einer Gutschrift für 12 Tage wurde nur eine für 4 Tage aufgeführt. Beides zusammen ergab dann genau die Differenz zwischen meiner Vorabrechnung und der, die ich bezahlt hatte, nämlich €64,00!!! Ist ja nicht ganz wenig, nicht wahr? Auf dem Rückweg ging ich wieder in der Rezeption vorbei, die Dame war noch da. Sie telefonierte und ich legte ihr wortlos die Rechnung auf den Tresen. Sie nahm sie und rief schon einmal meine Daten im Computer auf. Ich zeigte ihr dann die entdeckten Fehler und nun geschah etwas Erstaunliches. Sie war nicht in der Lage, diese Fehler nachzuvollziehen, setzte sich vor den Computerbildschirm und war sichtlich überfordert. Also war sie doch nicht so souverän und fähig, wie sie es mir zu vermitteln versucht hatte? Oder war es ihr nur peinlich, dass ihr diese Fehler unterlaufen waren, konnte das aber nicht zugeben? Als sie bei den letzten zwei Nächte (die für €8/Person) wieder mit den Sparwochen anfing, sagte ich, jetzt reichlich genervt, dass es sich hierbei NICHT mehr um die Sparwochen handeln würde und ich aber auch nicht für zwei Personen bezahlen würde, da ich ja nun nur eine Person sei. Daraufhin stand sie auf, stellte sich vor mich hin und erzählte mir irgendetwas, das darin gipfelte, dass wir doch bitte in einem freundschaftlichen Ton miteinander reden wollten. Ich hatte nicht geschrien, ich war auch nicht unverschämt geworden, nur etwas bestimmter in meinem Tonfall! Jetzt hatte ich nur zwei Möglichkeiten, entweder völlig auszurasten oder zu schweigen. Ich entschied mich für zweiteres. Sie setzte sich wieder an den PC und war weiterhin nicht in der Lage, zu erkennen, warum die Computereingabe an diesen zwei Punkten einfach falsch war. Sie müsse sich das in Ruhe anschauen und die Berechnung ändern und ich möge doch bitte am nächsten Morgen noch einmal wiederkommen. Sie würde den Kollegen eine Benachrichtigung schreiben und die würden mir mein zuviel bezahltes Geld dann aushändigen. Immerhin entschuldigte sie sich für das „Versehen“ und lächelte mich freundlichst an mit dem sehr fühlbaren Anspruch, dass ich jetzt auch nett zurücklächeln möge. Freundschaftlich eben. Warum bin ich eigentlich nicht (seltenst) in der Lage, meinen Unmut kundzutun??? Geärgert hat mich ja ihre überhebliche Art, mir eine falsche Rechnung zu erklären, besonders nachdem ich sagte, dass ich wesentlich weniger errechnet hätte. Geärgert hat mich ihre überzeugte Behauptung, sie wisse schon, was richtig ist. Ich hasse es, wenn man mich behandelt wie ein dummes Blag! Und mindestens genauso hasse ich es, wenn ich mich so behandeln lasse!!! Eine kleine Genugtuung war es für mich, dass sie so ins Schleudern kam und ich denke, dass es ihr schon ziemlich peinlich war. Wenn sie nämlich so großartig wäre wie sie vorgab zu sein, dann hätte ihr ein so schwerwiegender Fehler nicht passieren dürfen, gerade weil ich die Höhe der Rechnung ja sofort angezweifelt hatte.

Am nächsten Mittag gab ich meine Magnetkarte ab und erklärte, dass ich noch Geld zu bekommen hätte. Bei meinen Personalien lag die korrigierte Rechnung, die diensthabende Rezeptionistin wusste offenbar noch von nichts, erfasste die Angelegenheit aber schnell, zerriss die alte Rechnung, druckte mir die neue aus und erstattete mir €64 in bar. Ich hatte nicht sonderlich gut geschlafen, das sagte ich ihr und auch, dass ich beschlossen hätte, wenn schon nicht gestern, dann immerhin jetzt zu der ganzen Angelegenheit etwas zu sagen. Es hätte mir nämlich grundsätzlich gut gefallen auf diesem Campingplatz und in Kühlungsborn und ich würde gerne noch einmal wiederkommen. Wenn ich aber mit Groll fahren würde, dann könnte ich das nicht. Sie war sehr freundlich und hörte sich meine Geschichte an, verzog bei der „freundschaftlichen“ Sequenz sogar ein wenig das Gesicht und fragte dann, um welche Mitarbeiterin es sich handeln würde. Das sagte ihr dann ihre Kollegin, die im Hintergrund alles mitangehört hatte und sie sagte auch, dass sie am Tag zuvor danebengestanden hätte. Sie sagte es in einem ganz bestimmten Tonfall! Cooles Smiley

Ich fuhr mit Oscarlotta auf die Entsorgungsstation und füllte noch ein paar Gießkannen Frischwasser ein. Innerhalb der vorgeschriebenen Abreisezeit fuhr ich vor die Schranke, die sich nicht öffnete! Ich setzte ein Stück zurück und fuhr in einem etwas anderen Winkel wieder vor. Die Schranke machte keine Anstalten, sich zu öffnen. Ich wiederholte den Vorgang weitere drei Male, immer in der Annahme, dass die eingebaute Kamera mein Nummernschild nicht erfassen kann. Die Rezeption lag nicht weit daneben mit Sichtkontakt zur Ein- und Ausfahrt, wie das so üblich ist. Aber dort schien niemand zu bemerken, dass ich ein Problem hatte. Schließlich ließ ich einen anderen Mobilfahrer, der auf dem Randstreifen stand und erst noch seinen Enkel angegurtet hatte, vor. Die Schranke öffnete sich sofort! Hoffnungsfroh fuhr ich wieder nach vorne. Nichts! Es blieb mir nichts anderes übrig, als auszusteigen und in der Rezeption darum zu bitten, mir die Schranke manuell zu öffnen. Ja, selbstverständlich würde sie das! Und dann konnte ich endlich fahren. Erzürnt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stürmische Zeiten

 

Je mehr ich vom Campingpark und von Kühlungsborn sah, desto besser gefiel es mir dort. Vom feinsten sind die Sanitäranlagen, die fast identisch waren mit denen der „LuxOase“ in Kleinröhrsdorf bei Dresden, wo wir das letzte Osterfest verbracht haben. Dort hatte es mir vor allem der Kinderbereich angetan. Also ging ich hier natürlich auch hin und war wieder restlos begeistert!

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Schon am Mittwoch sagte ich in der Rezeption Bescheid, dass ich bis Sonntag bleiben würde und fragte gleichzeitig, ob es möglich sei, dass ich evtl. kurzfristig für ein paar Stunden oder eine Nacht den Platz wechseln könnte. Ich stand nämlich unter Bäumen und es war für die nächsten Tage Sturm mit orkanartigen Böen angekündigt. Sturm und Bäume sind keine gute Kombination und seitdem mir in Spanien bereits einmal ein entwurzelter Baum gegen mein damaliges Wohnmobil gefallen ist, werde ich da etwas nervös. Unerwartet ging es am selben Abend schon los und am nächsten Morgen zog ich dauerhaft um auf einen anderen Platz. Am Ende meiner „Straße“ gab es zwei Plätze, die außerhalb der Gefahrenzone lagen, weil sich dort statt Bäumen die Gebäude der Bootsvermietung sowie viele Boote im Winterlager befanden.

Umzug uf Platz 146der alte PlatzBlick von der anderen Seite

Dieser Platz kostete zwar noch einmal einen Euro mehr, aber das waren mir meine Ruhe und Sicherheit wert. Und es stellte sich heraus, dass diese Entscheidung die einzig richtige gewesen war. Es gab über drei Tage Windgeschwindigkeiten von bis zu 80km/h mit heftigen Böen! Zudem stand Oscarlotta jetzt mit der Schnauze zum Wind, auf dem alten Platz hätten wir die Böen seitlich abbekommen, was wenig lustig gewesen wäre! Auch jetzt schüttelte Oscarlotta sich ab und zu, aber mit ihren 6 Tonnen bewies sie ausreichende Bodenhaftung. Wir standen allein, rundherum war nichts, was uns hätte gefährlich werden können und so war ich in der Lage, das Getöse entspannt zu beobachten. Von meinem gedrehten Beifahrersessel konnte ich, bequem mit den Beinen auf der Couch, direkt auf die aufgewühlte Ostsee sehen. So hatte ich bisher nur die Nordsee, das Mittelmeer bei Orkan oder den Atlantik gesehen, nicht aber die überwiegend zahme Ostsee! Sich draußen aufzuhalten war wenig erfreulich, die Temperaturen fielen noch einmal auf -3°C. Aber ich musste von diesem Schauspiel unbedingt ein paar Videos drehen! Nach dem zweiten zeigte mein iPhone Erbarmen und schaltete sich aus, bevor mir die Finger abfielen. Laut lachen
 

 

 
Am nächsten Tag schien dann immerhin die Sonne und ich schaffte zwei weitere Videos.
 

 

 
Kühlungsborn unterteilt sich in die Ortsteile West (wo der Campingplatz liegt) und Ost (wo die Seebrücke ist). Dazwischen ist ein recht großes Waldgebiet mit vielen verzweigten Wegen, im Sommer bestimmt sehr schön schattig. Trotz Ortsplan verlief ich mich ein wenig. Zwinkerndes Smiley

Kühlungsborn

Kühlungsborn Ost ist etwas touristischer, „mondäner“ trifft es nicht ganz, aber es gibt eine lange Straße mit Geschäften, Restaurants, Cafés. Die Bäckereikette Junge hat hier sogar zwei Geschäfte/Cafés und noch eins in West. Da war es ja klar, wo ich landete! Die Seebrücke sah ich mir noch an, meine Füße wollten sie allerdings nicht mehr begehen, sondern nach Hause. Aber nicht laufen! Bis zum Bahnhof Ost schafften wir es aber noch und hatten Glück, dass nach 10 Minuten der richtige Bus kam. €1,50 kostete die Fahrt bis zum Bahnhof West, von dort sind es noch einmal 15 Gehminuten bis zum Campingplatz.

KühlungsbornSeebrückeaufgewühlte OstseeausruhenKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornverlassene Prunkvillaverlassene Prunkvilla

Eine weitere Attraktion ist das Campingplatz-Kino. Gleich zweimal war ich dort, so vor der Haustür habe ich ein Kino ja sonst nie. Beide Filme waren extrem berührend, einer davon hat mich für einen Abend und die darauffolgende Nacht regelrecht ausgeknockt. Trotzdem empfehle ich beide uneingeschränkt weiter, thematisch und schauspielerisch sind sie ganz „großes Kino“. Es handelt sich um „Wunder“ mit Julia Roberts und „Das Leuchten der Erinnerung“ mit Helen Mirren und Donald Sutherland, beide auch im Alter immer noch hervorragende Schauspieler. Weinen und lachen liegen bei beiden Filmen ganz dicht beieinander.

Aber nicht nur ein Kino gehört zum Campingplatz, sondern auch ein ganz normal großer Norma-Supermarkt. Die Namensgleichheit ist Zufall, aber Norma hätte vermutlich nichts dagegen, wenn die eine oder andere Tageseinnahme in ihre Taschen fließen würde. Vielleicht bekommt sie ja wenigstens einen Einkaufsrabatt!?

Direkt am Campingplatz ist auch eine Haltestelle der Bäderbahn. Mit der kann man für €7 eine Rundfahrt durch ganz Kühlungsborn machen oder für 50 Cent mehr per Tageskarte die Fahrt so oft und lange unterbrechen wie man möchte. Wenn man nur ein paar Stationen fahren will, z. B. um vom Campingplatz zur Seebrücke zu kommen, zahlt man von Station zu Station €0,70. Das wären in diesem Fall €3,50. Übrigens zahlt man nichts mehr, wenn man älter als 99 Jahre ist! Smiley mit geöffnetem Mund

Und dann gibt es natürlich noch die „Molli“! Eine Schmalspurbahn mit 900mm Spurweite. Sechs liebevoll restaurierte Personenwagen, Baujahr 1911-1926 mit je 26 originalen Holzlattensitzen, holzgerahmten Fallfenstern mit Lederriemen, verglasten Oberlichtern, handgeknüpften Gepäcknetzen mit Gusskonsolen sowie Türschlössern und Lampen aus Messing. Ein Büffetwagen mit 22 Sitzplätzen, Baujahr 1925 und ein Gepäckwagen/Postwagen komplettieren den Zug, der ausschließlich von historischen Dampflokomotiven bewegt wird, gebaut 1932 von der Firma Orenstein & Koppel in Drewitz bei Berlin. Ich wollte die Fahrt nach Bad Doberan und zurück mitmachen, unterwegs an der Haltestelle „Steilküste“ aussteigen und zwei Stunden später wieder weiterfahren. Mein Vorhaben scheiterte leider ganz profan daran, dass ich zu spät am Bahnhof ankam und Molli mir vor der Nase wegfuhr! Ich habe sie nicht einmal mehr gesehen, nur gehört. Enttäuschtes Smiley

Ein wenig tröstete mich, als ich las, dass die Station Steilküste keine reguläre Haltestelle ist und der Zug auf Anfrage dort nur hält, wenn es weder Eis noch Schnee gibt. In der Nacht zuvor hatte es noch einmal geschneit! Die nächsten Tage schien die Sonne nicht mehr und es war weiterhin kalt. Ob die Personenwagen überhaupt geheizt sein würden? Molli sollte also nicht sein, dieses Mal jedenfalls.

Molli

written by Ingrid
photos and videos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Fröhliche Ostertage!

 

Da man sich in Deutschland ja nicht darauf verlassen kann, dass zu Ostern das Wetter schön ist (mindestens die letzten zwei Jahre war es das nicht, wie ich in unserem Blog nachgelesen habe), wenn also die Sonne nicht für Farbe sorgt und auch noch nicht soooo viel blüht, dann muss auf andere Weise Farbe hergezaubert werden! Was wäre dafür besser geeignet als die wunderbar bunten und so bezaubernd liebe- und humorvoll gezeichneten Bilder einer neuseeländischen Künstlerin, die ich vor mehr als einem Jahr auf Instagram gefunden habe. Jedes ihrer kleinen Kunstwerke entzückt und/oder belustigt mich! Exemplarisch möchten drei ihrer wunderbaren Osterhäschen dieses Jahr die Aufgabe übernehmen, unseren Lesern

FROHE   OSTERN

zu wünschen!!!

Osterhase 1Osterhase 2Osterhase 3

 

Natürlich habe ich ihre Erlaubnis eingeholt, sie freut sich darüber, dass ihre bunnies hier angeschaut werden. Smiley

Wer noch mehr sehen möchte (und es lohnt sich!), kann das auch tun, wenn er keinen Instagram-Account hat, einfach dem Link folgen!

https://www.instagram.com/lynpollock/

Thanks Lyn, I appreciate it!