Stürmische Zeiten

 

Je mehr ich vom Campingpark und von Kühlungsborn sah, desto besser gefiel es mir dort. Vom feinsten sind die Sanitäranlagen, die fast identisch waren mit denen der „LuxOase“ in Kleinröhrsdorf bei Dresden, wo wir das letzte Osterfest verbracht haben. Dort hatte es mir vor allem der Kinderbereich angetan. Also ging ich hier natürlich auch hin und war wieder restlos begeistert!

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Schon am Mittwoch sagte ich in der Rezeption Bescheid, dass ich bis Sonntag bleiben würde und fragte gleichzeitig, ob es möglich sei, dass ich evtl. kurzfristig für ein paar Stunden oder eine Nacht den Platz wechseln könnte. Ich stand nämlich unter Bäumen und es war für die nächsten Tage Sturm mit orkanartigen Böen angekündigt. Sturm und Bäume sind keine gute Kombination und seitdem mir in Spanien bereits einmal ein entwurzelter Baum gegen mein damaliges Wohnmobil gefallen ist, werde ich da etwas nervös. Unerwartet ging es am selben Abend schon los und am nächsten Morgen zog ich dauerhaft um auf einen anderen Platz. Am Ende meiner „Straße“ gab es zwei Plätze, die außerhalb der Gefahrenzone lagen, weil sich dort statt Bäumen die Gebäude der Bootsvermietung sowie viele Boote im Winterlager befanden.

Umzug uf Platz 146der alte PlatzBlick von der anderen Seite

Dieser Platz kostete zwar noch einmal einen Euro mehr, aber das waren mir meine Ruhe und Sicherheit wert. Und es stellte sich heraus, dass diese Entscheidung die einzig richtige gewesen war. Es gab über drei Tage Windgeschwindigkeiten von bis zu 80km/h mit heftigen Böen! Zudem stand Oscarlotta jetzt mit der Schnauze zum Wind, auf dem alten Platz hätten wir die Böen seitlich abbekommen, was wenig lustig gewesen wäre! Auch jetzt schüttelte Oscarlotta sich ab und zu, aber mit ihren 6 Tonnen bewies sie ausreichende Bodenhaftung. Wir standen allein, rundherum war nichts, was uns hätte gefährlich werden können und so war ich in der Lage, das Getöse entspannt zu beobachten. Von meinem gedrehten Beifahrersessel konnte ich, bequem mit den Beinen auf der Couch, direkt auf die aufgewühlte Ostsee sehen. So hatte ich bisher nur die Nordsee, das Mittelmeer bei Orkan oder den Atlantik gesehen, nicht aber die überwiegend zahme Ostsee! Sich draußen aufzuhalten war wenig erfreulich, die Temperaturen fielen noch einmal auf -3°C. Aber ich musste von diesem Schauspiel unbedingt ein paar Videos drehen! Nach dem zweiten zeigte mein iPhone Erbarmen und schaltete sich aus, bevor mir die Finger abfielen. Laut lachen
 

 

 
Am nächsten Tag schien dann immerhin die Sonne und ich schaffte zwei weitere Videos.
 

 

 
Kühlungsborn unterteilt sich in die Ortsteile West (wo der Campingplatz liegt) und Ost (wo die Seebrücke ist). Dazwischen ist ein recht großes Waldgebiet mit vielen verzweigten Wegen, im Sommer bestimmt sehr schön schattig. Trotz Ortsplan verlief ich mich ein wenig. Zwinkerndes Smiley

Kühlungsborn

Kühlungsborn Ost ist etwas touristischer, „mondäner“ trifft es nicht ganz, aber es gibt eine lange Straße mit Geschäften, Restaurants, Cafés. Die Bäckereikette Junge hat hier sogar zwei Geschäfte/Cafés und noch eins in West. Da war es ja klar, wo ich landete! Die Seebrücke sah ich mir noch an, meine Füße wollten sie allerdings nicht mehr begehen, sondern nach Hause. Aber nicht laufen! Bis zum Bahnhof Ost schafften wir es aber noch und hatten Glück, dass nach 10 Minuten der richtige Bus kam. €1,50 kostete die Fahrt bis zum Bahnhof West, von dort sind es noch einmal 15 Gehminuten bis zum Campingplatz.

KühlungsbornSeebrückeaufgewühlte OstseeausruhenKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornverlassene Prunkvillaverlassene Prunkvilla

Eine weitere Attraktion ist das Campingplatz-Kino. Gleich zweimal war ich dort, so vor der Haustür habe ich ein Kino ja sonst nie. Beide Filme waren extrem berührend, einer davon hat mich für einen Abend und die darauffolgende Nacht regelrecht ausgeknockt. Trotzdem empfehle ich beide uneingeschränkt weiter, thematisch und schauspielerisch sind sie ganz „großes Kino“. Es handelt sich um „Wunder“ mit Julia Roberts und „Das Leuchten der Erinnerung“ mit Helen Mirren und Donald Sutherland, beide auch im Alter immer noch hervorragende Schauspieler. Weinen und lachen liegen bei beiden Filmen ganz dicht beieinander.

Aber nicht nur ein Kino gehört zum Campingplatz, sondern auch ein ganz normal großer Norma-Supermarkt. Die Namensgleichheit ist Zufall, aber Norma hätte vermutlich nichts dagegen, wenn die eine oder andere Tageseinnahme in ihre Taschen fließen würde. Vielleicht bekommt sie ja wenigstens einen Einkaufsrabatt!?

Direkt am Campingplatz ist auch eine Haltestelle der Bäderbahn. Mit der kann man für €7 eine Rundfahrt durch ganz Kühlungsborn machen oder für 50 Cent mehr per Tageskarte die Fahrt so oft und lange unterbrechen wie man möchte. Wenn man nur ein paar Stationen fahren will, z. B. um vom Campingplatz zur Seebrücke zu kommen, zahlt man von Station zu Station €0,70. Das wären in diesem Fall €3,50. Übrigens zahlt man nichts mehr, wenn man älter als 99 Jahre ist! Smiley mit geöffnetem Mund

Und dann gibt es natürlich noch die „Molli“! Eine Schmalspurbahn mit 900mm Spurweite. Sechs liebevoll restaurierte Personenwagen, Baujahr 1911-1926 mit je 26 originalen Holzlattensitzen, holzgerahmten Fallfenstern mit Lederriemen, verglasten Oberlichtern, handgeknüpften Gepäcknetzen mit Gusskonsolen sowie Türschlössern und Lampen aus Messing. Ein Büffetwagen mit 22 Sitzplätzen, Baujahr 1925 und ein Gepäckwagen/Postwagen komplettieren den Zug, der ausschließlich von historischen Dampflokomotiven bewegt wird, gebaut 1932 von der Firma Orenstein & Koppel in Drewitz bei Berlin. Ich wollte die Fahrt nach Bad Doberan und zurück mitmachen, unterwegs an der Haltestelle „Steilküste“ aussteigen und zwei Stunden später wieder weiterfahren. Mein Vorhaben scheiterte leider ganz profan daran, dass ich zu spät am Bahnhof ankam und Molli mir vor der Nase wegfuhr! Ich habe sie nicht einmal mehr gesehen, nur gehört. Enttäuschtes Smiley

Ein wenig tröstete mich, als ich las, dass die Station Steilküste keine reguläre Haltestelle ist und der Zug auf Anfrage dort nur hält, wenn es weder Eis noch Schnee gibt. In der Nacht zuvor hatte es noch einmal geschneit! Die nächsten Tage schien die Sonne nicht mehr und es war weiterhin kalt. Ob die Personenwagen überhaupt geheizt sein würden? Molli sollte also nicht sein, dieses Mal jedenfalls.

Molli

written by Ingrid
photos and videos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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