Wanderwochen in Oberstdorf mit Uschi

 

Da der Wetterbericht für die ersten zwei Wochen im September stabiles Spätsommerwetter vorhergesagt hatte, machte ich dieses Jahr noch einmal “Urlaub” in Oberstdorf. Der Wohnmobilstellplatz in der Hermann-von-Barth-Straße war fast die ganze Zeit nicht voll belegt bis auf das “dicke Ende”. Das Wetter war traumhaft mit angenehmen Temperaturen und das Städtchen so nah und schön wie immer. Verliebt

Oberstdorf

Ich hatte aber vor allem vor, noch einige Wanderungen zu unternehmen, die ich bei meinem Aufenthalt im Frühling nicht geschafft hatte. Gipfel wollte und kann ich nicht mehr erklimmen, außer mit der Seilbahn und die Benutzung ist teuer (finde ich!). Außerdem stören mich dann oben auf den Bergen die vielen Menschen. Also bin ich  Wanderwege einige “Stockwerke” tiefer und abseits der Massen gegangen und habe viel Schönes am Wegesrand und auch tolle  Aussichten aus verschiedenen Höhenlagen genossen. Die Vielfältigkeit der Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad/E-Bike lässt keine Langeweile aufkommen. Egal ob man sich entlang der Flüsse meistens im Schatten von Bäumen bewegt oder kleinere Anstiege durch Wälder und entlang/über Kuhweiden in Kauf nimmt, man wird immer mit schönen Ausblicken belohnt. Die vielen Almen mit Bewirtschaftung laden in jeder Richtung und Entfernung Fußgänger und auch Radfahrer zu einer Pause ein.

Ausblick auf OberstdorfAlm mit Bewirtschaftungam Flüsschen entlangRinnsalein seltenes Exemplar MIT HörnernVerdauungspäuschensturmerprobtam Wegesrand

Den Lesern, die sich für meine erwanderten Touren interessieren, möchte ich meine Auflistung ans Herz legen, die ich ganz am Ende meiner kleinen “Reportage” angehängt habe. Zwinkerndes Smiley

Karte

Nun komme ich nochmal zurück zum Leben auf dem Stellplatz und einer Stellplatzgeschichte der besonderen Art. Erstauntes Smiley

Ich hatte mich für die Zeit hier nicht in eine Ecke verkrochen, sondern mich ziemlich in die Mitte des großen Platzes gestellt, hauptsächlich, weil ich dort die meisten Sonnenstrahlen für meine Solarplatte erhaschen konnte und die Tage ohne Stromanschluss (Pauschalpreis für 24 Stunden 2,50€) auskam. Ich stand auch die meiste Zeit ganz allein auf dem Stellplatz, der seit Neuestem durch Markierungen parzelliert ist. Trotzdem wurde ich mit meinem Gespann zur Zielscheibe einer rasanten Rückwärtsfahrt diagonal über den Riesenplatz. Ich konnte nur noch schnell mein Fenster aufreißen und den Fahrer mit lautem Geschrei stoppen. Der Abstand meiner hinteren Ecke von Boxi zur Seitenwand seines Mobilchens betrug keine 20 Zentimeter mehr und er hatte schon mit dem Heck meinen hochgeklappten Fahrradträger angefahren. Ich stürzte raus und wurde prompt von einem wütenden Menschen richtig böse angebrüllt, er hätte doch im Rückspiegel die Ecke meines Mobils gesehen und er fährt immer so dicht an Mobilen vorbei wie er möchte und bla bla bla. Ich konnte ihn zwar unterbrechen, erst mit der wütenden Frage meinerseits, ob er denn den hochgeklappten Fahrradständer auch im Blick gehabt hätte und dann mit dem Hinweis, dass er meinen Träger, meine Kabine und sein Auto fast richtig heftig demoliert hätte. Seine prompte Antwort war: “Hab ich nicht, kein Mensch schaut im Rückspiegel nach solchen Sachen, so was Blödes hat man auch nicht bla bla bla!” Ein Anwohner, der die ganze Szene miterlebt hatte, kam dann zu meiner Unterstützung näher und erklärte dem wütenden Menschen, dass er sich am besten VORWÄRTS vom Acker machen solle, was der Rückwärtsfahrer, weitere Schimpfkanonaden ausstoßend, dann auch in die Tat umsetzte, EINSICHT ODER SOGAR EINE ENTSCHULDIGUNG FEHLANZEIGE! Erzürnt

Fahrradträger

Anschließend habe ich meinen Fahrradträger (der übrigens NICHT über die hintere Begrenzungslinie meiner Parzelle ragte) mit meiner knallgelben Warnweste gekennzeichnet! Sarkastisches Smiley

Das “dicke Ende” meiner Zeit auf dem Stellplatz kam mit den Oberstdorfer Viehscheidtagen. Schon Tage davor wurde es rappelvoll und damit laut und eng. Ich war froh, am Tag des Almabtriebes von den zu Oberstdorf gehörigen Almen meine Abfahrt geplant zu haben. Am Tag davor konnte ich aber noch eine große Kuhherde mit ihren Hirten auf dem Weg nach Hause (Schöllang) direkt vor dem Stellplatz filmen. (Video 1:45 Minuten)

 

 

Hier nun noch die versprochene Auflistung einiger Frühjahrs- und Herbsttouren zu Fuß:

1. Rund um Oberstdorf: Stellplatz – Mühlenbrücke – St.Loretto – Unterer Renksteg – Stillachtal – Schlechtenbrücke – Fußweg Richtung Tennispark – Dummelsmoosbrücke – Stellplatz (keine Höhenmeter, 9km)

2. Rundweg nach Norden: Stellplatz – Dummelsmoosbrücke – Illerursprung – Illersteg – Rubi – Widum – Schöllang – Wiesenweg über Reichenbach – oberhalb von Rubi zurück zur Dummelsmoosbrücke – Stellplatz (etwa 90 Höhenmeter, 14 km)

Rundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach NordenRundweg nach Norden
Ein kleines Wasser-Video gibt es “hier” ( 1:07 Minuten)

3. Großer Rundweg nach Norden: Stellplatz – Mühlenbrücke – Schattenbergschanzen (Erdinger Arena) – Breitenberg – Wallraffweg – Gaisalpkapelle – Gaisalp (bewirtschaftete Alm) – Tobelweg – Reichenbach – Moorstüble am Moorfreibad (in Reichenbach ausgeschildert, sehr schönes Gartenlokal, gute Küche) – Reichenbach – oberhalb von Rubi zurück zur Dummelsmoosbrücke – Stellplatz ( 400 Höhenmeter, 15km)

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                 Für ein Wasserfall-Video bitte auf das Foto klicken (2:52 Minuten)

4. Kleiner Rundweg nach Süden: Stellplatz – Mühlenbrücke – Moorbad – Moorweiher – Jägerstand – Golfplatz – Dieters – Gruben – Mühlenbrücke – Stellplatz (etwa 100 Höhenmeter, 7 km)

5. Großer Rundweg nach Süden: Stellplatz – St.Loretto – Unterer Renksteg – Freibergsee – Dr. Reh-Weg – Heini Klopfer Skiflugschanze  Absprung – Schwand – Skiflugschanze  Aufsprung – Zimmeroyebrücke – Oberer Renksteg – Unterer Renksteg – Loretto – Fußweg Richtung Kirche – Stellplatz ( 170 Höhenmeter, 13 km)

FreibergseeSkiflugschanzeSkiflugschanze

6. Neue Runde um den Freibergsee: Stellplatz – zur Kirche – Weststraße zur Schlechtenbrücke – Bergkristall – Edmund Probst-Weg – Skiflugschanze – Strandcafe – Unterer Renksteg – Loretto – Dorf – Stellplatz (200 Höhenmeter, 15km)

7. Christlesee (im Süden von Oberstdorf): Mühlenbrücke – Gruben – Dieters – Mummelstüble (sehr nettes Gartenlokal) – Christlesee – Gruben – Jägerstand – Jägerstand – Fußweg links der Trettach zurück zur Mühlenbrücke – Stellplatz ( 120 Höhenmeter, 11km)

ChristleseeChristleseeChristleseeChristlesee

Karte Die genannten Orte  sind auf jeder Wanderkarte von Oberstdorf zu finden, Angaben zu Höhen- und Kilometern sind nach bestem Wissen notiert, aber ohne Gewähr; alle Wanderungen erfordern festes Schuhwerk!

 

 

 

 
written by Uschi
photos and videos taken with HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Pfrontar Viehscheid-Däg

 

Auf Hochdeutsch: Pfrontener Viehscheid-Tage

Okay, ich bin in Pfronten-Weißbach! Tage sind Tage, mal interessant und kurzweilig, mal öde und langweilig. Soweit alles klar! Aber wer oder was ist VIEHSCHEID??? Das freie Platz-WLAN half und bei Google und Wikipedia wurde ich aufgeklärt:

In vielen alpenländischen Regionen ist es nachweislich seit dem 13. Jahrhundert üblich, die Jungrinder der Bauern über die Sommermonate auf die Alm (Bayern, Österreich) oder Alp(e) (Allgäu) zu bringen, wo sie von einem oder mehreren Hirten betreut werden. Im September, manchmal auch erst im Oktober, werden die Rinder wieder ins Tal zurückgetrieben, dort voneinander geSCHIEDEN und an ihre Besitzer verteilt. Eine willkommene Gelegenheit im ereignisarmen jährlichen Geschehen zu früherer Zeit, um dies festlich zu gestalten. In der Neuzeit stellte sich schnell heraus, dass die anwesenden Feriengäste ebenfalls Gefallen daran fanden und so hat sich die Viehscheid, auch Almabtrieb, Alpabtrieb oder Alpfahrt genannt, zu einer Touristenattraktion gemausert. Es ist aber in erster Linie immer noch eine uralte bäuerliche Tradition, die in den unterschiedlichen Gemeinden unterschiedlich aufwändig zelebriert wird. (siehe auch „hier„)

Pfronten macht gleich eine 14-Tage-Veranstaltung daraus! Es gibt geführte Wanderungen, Besichtigungen, Ausstellungen, Demonstrationen alten Handwerks, Lichtbildvorträge, Musikveranstaltungen, Theatervorführungen, Mitmachkurse – fast alles kostenlos. Hauptattraktion ist der große Festumzug am Abend vor der Viehscheid und dann natürlich diese selbst.

FestumzugFestumzugFestumzug
 

 
Ich sah mir eine Multivisionsshow mit dem Titel „Wilde Alpen“ an, eine Dia-Show „Moorwelten“ und einen Film über Filigran-Drechslerei mit ergänzenden Erklärungen und Demonstrationen in echt des anwesenden Künstlers.

Und an einem Tag war ich beim „Hummelbaur“. Das ist ein altes Allgäuer Bauernhaus, in dem seit 1939 eine Schmiede, hauptsächlich für Kuhschellen und Schlösser, betrieben wird. Inzwischen gibt es den Zusatz „Kunst“-Schmiede, vermutlich, weil man als Zusatzverdienst Zimmer an Touristen vermietet, die im Gesamtpaket für eine Woche viermal vier Stunden schmieden lernen können. Und zwar Rosen aus Messing oder Eisen.

HummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaur

Am Demonstrationstag ging es allerdings nicht um Rosen, sondern um die Entstehung einer Kuhschelle. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird ja immer von Kuhglocken geredet, die sind aber weit in der Minderheit. Die Kuh von Welt trägt Schelle! Der Grund dafür ist „hier“ nachzulesen. Und „Kuh“ ist natürlich auch sehr verallgemeinert und absolut ungenau ausgedrückt. Auf viele Almen/Alpen kommt nur „Galtvieh“. Zum Galtvieh zählen Stiere und Ochsen unter 2 Jahren (Jungstiere), einjährige Kälber (Jungvieh) und Färsen/Kalbinnen (zweijährige weibliche Rinder) bis zur ersten Abkalbung. Damit der Viehhirte seine Tiere im weitläufigen und teilweise für Zweibeiner unzugänglichen Gelände orten kann, braucht das Rind die Schelle und der Hirte außer einem gut entwickelten Gehör ein Fernglas. Natürlich gibt es auch Milchalmen. Die Milchkuhalmen unterteilen sich in Melkalmen und Sennalmen. Auf den Melkalmen werden die Kühe gemolken, die Milch wird zum Milchhof oder zu einer Sennerei ins Tal transportiert. Auf Sennalmen wird die Milch gleich vor Ort zu Butter und Käse verarbeitet. Im Übrigen wird immer wieder darüber diskutiert und von Tierschützern vehement behauptet, ob/dass die wirklich lauten Schellen/Glocken Tierquälerei seien. Die Bauern/Hirten halten dagegen, dass sie den Aufenthaltsort ihrer Tiere halt jederzeit bestimmen können müssen. Alternativ zum Gebimmel bietet sich in der heutigen Zeit ein GPS-Halsband an, mit dessen Hilfe die Kühe auf dem Smartphone geortet werden können. Fragt sich allerdings, ob dessen Strahlung gesünder ist und ob es in den Bergen überall Netzempfang gibt. Vielleicht wäre es ja ein Weg, den Hirten Drohnen zur Verfügung zu stellen??? Smiley mit geöffnetem Mund

Der Schmied vom „Hummelbaur“-Hof verrichtete seine Arbeit leider ohne irgendwelche Erklärungen, sodass ich zur Entstehung einer Schelle nicht mehr weiß als vorher schon.

HummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaur

Aber ich schaute mich ausgiebig in seinen Werkstatträumen um und fand eine Menge Fotomotive!!!

HummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaurHummelbaur

Als weiterer Programmpunkt stand die Herstellung von „Hoinzen“ (auch „Huinzen“) an. Auch so ein Wort, dass ich noch nie zuvor gehört hatte! Es sind Holzgestelle, auf denen das Heu zum Trocknen „gehängt“ wird, wenn die Wiesen zu feucht sind, um es liegend zu trocknen. Leider gab es auch hier keine Erläuterungen, der Hoinzenhersteller drehte mit Hingabe per Hand Löcher in Holzstangen. Das dauerte mir zu lange und so fotografierte ich nur die säuberlich aufgestellten fertigen Hoinzen. Ob die auch heute noch in Gebrauch sind, kann ich nicht sagen.

HoinzenHoinzen

Nebendran schlug ein Mann mit einem schweren Hammer immer auf dieselbe Stelle eines Eisenstückes. Das sollte vermutlich das im Programm angekündigte Dengeln einer Sense sein. Ich habe später bei YouTube einen hochinteressanten (alten) Film gefunden, in dem die Herstellung von Sensen mit sämtlichen Arbeitsschritten demonstriert wird, „hier“ anzuschauen. Es lohnt sich! Und wie dengeln denn nun geht, sieht man „hier“.

Der vierte Programmpunkt versprach das Binden einer Krone für das Kranzrind. Wenn während des gesamten Almaufenthaltes kein Unglück passiert und kein Tier ums Leben gekommen ist, darf das schönste Rind beim Almabtrieb diese reichverzierte Krone tragen und führt damit die Herde an. Der Bauer, dem das Kranzrind gehört, ist dann natürlich besonders stolz und wird sich dem Hirten gegenüber mit einem großzügigen Trinkgeld erkenntlich zeigen. Wollen wir mal hoffen, dass hier noch keine Korruption üblich ist! Ich bat darum, die im Entstehen begriffene Krone fotografieren zu dürfen und die Bäuerin trat wortlos kurz zur Seite. Könnte es sein, dass diese Touristenveranstaltung eventuell nicht auf Wunsch der Handwerker entstanden ist, sondern eine Idee des Touristenverbandes war? Enttäuschtes Smiley

KronenherstellungKronenherstellungKronenherstellung

Zwei Tage später bei der Filmvorführung alter Handwerkskünste brachte der Schmied die fertige Krone mit.

schmiedeeiserne KunstKrone für das Kranzrind

written by Ingrid
photos and video taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Sommer adé??? (Scheiden tut weh!!!)

 

Nein, ich möchte den Sommer noch nicht gehen lassen!!! Weinendes Smiley Uschi ist Anfang August nach Lauterburg gefahren, um nach ihrem Vater zu sehen, der dann auch prompt in seiner Wohnung stürzte und sich eine Rippe prellte. Zum Glück hat er sich nichts gebrochen, denn das könnte in seinem Alter dann das Ende seiner selbstständigen Lebensweise sein. Er ist froh, dass wir nur 170km entfernt sind und so konnte Uschi letzte Woche auch wieder fahren. Sie ist für 14 Tage noch in Oberstdorf und kommt dann wieder hierher nach Pfronten. Eigentlich wollte ich heute auch nach Oberstdorf fahren, aber ich kann mich von meinem „Plätzchen in der Ecke“ einfach nicht trennen. Verliebt

Mein schöner EckplatzMein schöner EckplatzLebensmottoSchräglagehappy FlitziBlick nach obenBlick nach obenBlick nach oben

Die auch hier heißen Augusttage habe ich wunderbar im Schatten der Bäume auf der meinen Platz begrenzenden hohen Böschung verbracht. Gegen Abend kühlte es zuverlässig ab, sodass es in Oscarlotta über Nacht sehr angenehm war. Dank Flitzi konnte ich jederzeit einkaufen fahren, Spritztouren nach Lust und Laune unternehmen und meine diversen Arztbesuche abarbeiten. Die haben übrigens, genau wie vor 4 Jahren, kein Ergebnis bzw. keine Diagnose erbracht. Ultraschall, Nervenleitgeschwindigkeitsüberprüfung und MRT sagen, dass sowohl der Peroneus (Fußheber)-Nerv als auch der interaktierende Muskel völlig in Ordnung ist! Meine Gehprobleme habe ich aber trotzdem. Der Neurologe sagte freimütig, dass er jetzt mit seinem Latein am Ende sei. Enttäuschtes Smiley Also habe ich mich im Internet schlau gemacht und mir eine mechanische Geh-/Unterstützungshilfe ausgesucht und über ein Sanitätshaus geordert. Bei den ersten Gehversuchen zeigte sich relativ sofort, dass sie an der Innenseite des Knöchelgelenks scheuerte. Im Sanitätshaus verbog man sie etwas, mit dem Erfolg, dass sie jetzt innen und außen scheuerte! Ich polsterte mit Schaumstoff ab, klebte Blasenpflaster auf die wunden Stellen, zog einen Socken an und probierte es weiter. Es ging nicht! Eine erneute Recherche meinerseits ergab, dass ich das Standardmodell (angepasst!) bekommen hatte, es aber auch ein Modell für breitere Knöchelgelenke gibt und sogar die Möglichkeit, ein Modell nach einem Gipsabdruck sonderanfertigen zu lassen. Das hätte aber doch eigentlich der Techniker des Sanitätshauses wissen sollen, oder? Ich brachte die Orthese zurück in der Absicht, mein Geld zurückzuverlangen, falls es nicht noch eine andere Lösung geben würde. Der Geschäftsinhaber versprach, den Hersteller zu kontaktieren. Das Ergebnis war dann tatsächlich ein Umtausch in das breitere Modell. Das muss ich jetzt einlaufen, es scheuert NUR auf der Innenseite! Trauriges Smiley

Letzte Woche hat es einen Temperatursturz gegeben und nachdem ich mich zunächst noch geweigert hatte, die Heizung anzustellen (im August!!!), habe ich am zweiten Abend aufgegeben. 17°C sind etwas wenig, um abends behaglich zu sitzen. Jetzt wurde auch klar, dass mein schattiger Eckplatz zwar der perfekte Sommerplatz ist, aber für den Herbst, wenn man sich über jeden Sonnenstrahl freut, nicht unbedingt. Mal sehen, ich kann ja jederzeit umziehen. Für drei Nächte hatte ich übrigens Pech mit meinen Nachbarn! Es stellte sich ein alter VW-Bus mit der Schiebetür zu Oscarlotta auf deren Fahrerseite (zum Glück sitze ich auf der anderen Seite draußen). Insassen: 2 Frauen und 3 Jugendliche von ca. 14 Jahren! Erstauntes Smiley Im Nu standen 5 Fahrräder beidseitig am Baum angelehnt, der die Platzgrenze bildet. Ob mich das stören würde, wurde ich gefragt. Solange kein Fahrrad gegen mein Mobil fällt, nicht. Sie fanden dann aber doch noch eine andere Lösung. Ein Zelt wurde aufgestellt, spätabends noch ein zweites. Mit einem halben Meter Abstand saßen fünf Personen unterhalb meines wegen der Wärme offenen Wohnzimmerfensters. Es war wohl ihr erster Urlaubstag und es wurde laut! Nach dem zehnten „Ey Alter“ schloss ich mein Fenster und steckte mir Kopfhörer in die Ohren, hörte Musik und schaute mir einen Film an. Das mehrfache Rummsen der Schiebetür und Zuschlagen der Hecktür sowie der Beifahrertür hörte ich trotzdem. Ich nahm mir vor, wenn es am nächsten Abend genauso sein würde, darum zu bitten, dass man den Bus dreht und sich auf die andere Seite setzt. Dort stand nämlich nur ein abgestelltes Wohnmobil. Aber vermutlich hatte sich schon jemand anderer beschwert. Am nächsten Abend war (relative) Ruhe und das zweite Zelt wurde auch nicht mehr aufgebaut. Es verblieben eine Frau und die beiden Jungen, die andere und das Mädchen schliefen entweder irgendwo in dem auch noch mitgeführten PKW oder hatten sich ein Zimmer gemietet. Tagsüber war die ganze Truppe zum Glück unterwegs und am vierten Tag beobachtete ich freudig und amüsiert, dass Mama das Zelt abbaute, während die jungen Herren es sich auf dem Bett im VW-Bus gemütlich gemacht hatten. Laut lachen Als ich von meinem Arztbesuch zurückkam, waren sie WEG!!! Mein erster Gang war zur Stromsäule und da erhielt ich eine kleine Entschädigung in Form von zurückgelassenen 7,3kW Strom! Die hatte zu meinem Glück auch der andere Nachbar noch nicht entdeckt! Da ich überwiegend mit solarerzeugtem Strom wirtschafte, reichen mir 7,3kW fast einen Monat! Also Ende gut, alles gut!!! Smiley mit geöffnetem Mund

Jeden Sonntag gibt es vor dem zum Stellplatz gehörenden “Wirtshaus Wiesele” ein Alphornblaskonzert. Fünf Bläser, u. a. auch der Chef persönlich, spielen eine gute halbe Stunde für die anwesenden Gäste. Man hört es bis in die hinterste Ecke des Platzes und es ist toll! Seitdem schaue ich mir die Bäume im Wald mit anderen Augen an, nämlich auf ihre potentielle Eignung, ein Alphorn werden zu können. Zwinkerndes Smiley Dieser hat seine Chance allerdings schon vertan oder hatte das Pech, einfach nicht frühzeitig entdeckt worden zu sein.

AlphornbaumAlphornbaumAlphornkonzertAlphornkonzertAlphornkonzert

Dann hatte ich noch für ein paar Tage Besuch von einer Freundin. Wir haben einige schöne Fahrten mit Flitzi gemacht und (nicht nur) davon gibt es jetzt noch ein paar Fotos. Der Weißensee ist schön grün wie immer

WeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeAlatseeAlatseeAlatseeAlatsee

und der Forggensee ist noch immer eine Wüstenlandschaft, zumindest im Füssener Abschnitt. Am letzten Samstag war Königs Geburtstag und zu diesem Anlass gab es einen Kunsthandwerkermarkt auf der anderen Seite des Sees mit Blick auf Neuschwanstein. Interessante Sicht, aber sicherlich schöner, wenn der See ein See ist. Smiley

NeuschwansteinForggenseeKunsthandwerkermarktForggensee mit Wasser

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.