Seenvielfalt

 

Heute gibt es weniger Text, dafür aber ein paar Fotos mehr! In einem Verzeichnis über Pfronten und seine nähere Umgebung sind 10 Seen und Weiher verzeichnet, vom riesigen Forggensee bis zum kleinen Kögelweiher. Einige sind Badeseen, einige schiffbar, alle wunderschön anzusehen in der immergrünen Landschaft, umrahmt von den teils bewaldeten, teils schroffen Bergwänden, mal näher, mal weiter entfernt. Der Forggensee bildete lange eine braune Ausnahme, da er diesen Sommer ja weitgehend trockengelegt blieb, aber zum Schluss war auch er wieder die blaue Wasserfläche unter meist blauem Himmel. Smiley

ForggenseeForggensee

Unser Lieblingssee ist allerdings nach wie vor der grüne Weißensee! Verliebt Wir haben ihn etliche Male umrundet.

WeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißensee

Aber nicht nur ihn. Unser aktuelles Headerfoto zum Beispiel ist am Haldensee entstanden. Der liegt nicht in der unmittelbaren Umgebung, sondern schon in Österreich. Aber Österreich ist ja fast nebenan! Allein die Fahrt dahin, wahlweise entweder auf direktem Weg durch das Achtal oder mit einem Umweg über das Tannheimertal, ist lohnenswert. Der Haldensee selbst ist überraschend klein, in einer halben Stunde hat man ihn bereits halb umrundet und kann erst einmal Kaffee trinken gehen! Cooles Smiley Es gibt nämlich ein nettes Café mit angeschlossenem Souvenir-, Haushalt- und Spirituosenladen. Eine gute Gelegenheit, Marillenlikör mitzunehmen, den ich früher immer so gerne getrunken habe. Man sollte auch die Gelegenheit nutzen, in Österreich zu tanken, der Sprit kostet dort bis zu 20 Cent/Liter weniger als in Deutschland! Erstauntes Smiley

HaldenseeHaldenseeHaldenseeHaldenseeHaldensee

Nach dem Cafébesuch ging es für uns dann an der Uferpromenade eine weitere halbe Stunde zurück zum Parkplatz, allerdings direkt neben der Straße. Im Sommer, bei mehr Verkehr, ist das dann vielleicht nicht mehr so schön.

An einem der nächsten, noch spätsommerlich warmen und sonnigen Herbsttage nahmen wir uns den Hopfensee vor. Der ist etwas größer und ich war mir nicht sicher, ob die Strecke für mich nicht zu weit sein würde.

Hopfensee

Wir fingen auf der Sonnenseite an, wegen der wärmenden Strahlen und auch, weil auf der anderen Seite der Campingplatz liegt, an dem Uschi mich zur Not abholen könnte. So kam es letztendlich dann auch. Nach ca. einer Stunde wird das Gehen trotz oder wegen der Orthese unangenehm, weil meine Fußsohle einschläft. Ich laufe ja auf einer starren Carbonfläche, die dem Fuß eine bestimmte Bewegung aufzwingt, die zwar insgesamt hilfreich ist, aber den Fuß bzw. seine Nerven offensichtlich auch einschränkt. Ab einer Stunde wird es mühsam und mein Wunsch, das „Sch…-Ding“ auszuziehen, immer stärker. Trotzdem war es ein sehr schöner Weg, der zum Schluss noch durch ein nettes kleines Wäldchen verlief, in dem an einigen Stellen ein Künstler aus den Überresten von gefällten Bäumen kleine Überraschungen gestaltet hat.

HopfenseeHopfenseeHopfenseeHopfenseeHopfenseeHopfenseeHopfenseeHopfenseeHopfensee

Ein letztes Mal fuhr Uschi noch alleine zum Weißensee. Diesmal schien die Sonne nicht, aber gerade das macht den besonderen Reiz der Fotos aus, die sie mitbrachte.

WeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißensee

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Neue Schuhe und der Wasserfallweg

 

Wir fuhren nach Oberstdorf und kauften mir neue Wanderschuhe. Uschi hatte bei ihrem Aufenthalt Anfang September dort ein Schuhgeschäft entdeckt mit einer riesigen Auswahl und netten und vor allem fachkundigen Verkäuferinnen. Als Alternative zur immer sehr befahrenen B19 gibt es ab Sonthofen eine Bergstrecke, die oberhalb von Fischen verläuft. Nicht nur, dass es sich hier viel schöner fährt, man kommt auch durch Reichenbach und dort gibt es das Moorschwimmbad mit dem netten Moorstüble. In früheren Jahren sind wir einige Male von Oberstdorf aus dorthin gewandert und jetzt waren sowohl ich als auch Uschi schon separat dort gewesen, Uschi zu Fuß, ich mit Flitzi. Bevor für den Winter geschlossen wird, wollten wir noch einmal gemeinsam hin. Es gibt nämlich sehr leckeren selbstgebackenen Kuchen, einen schönen Kaffeegarten, natürlich eine tolle Aussicht und eine hübsche Damentoilette. Smiley

Am Moorschwimmbad ReichenbachAm Moorschwimmbad ReichenbachMoorschwimmbad ReichenbachMoorstüble

Gestärkt fuhren wir dann nach Oberstdorf rein und gingen zu besagtem Schuhgeschäft. Meine Orthese hatte ich dabei und ich war gespannt, ob ich ein paar Schuhe finden würde, in denen ich mit ihr würde laufen können. Kurzfassung: Ich schilderte der Verkäuferin mein Problem, sie griff nach einem Paar halbhoher Wanderschuhe, ich probierte sie an, lief ein paar Runden durch den Laden, ließ sie gleich an, bezahlte und ging! So schnell habe ich sicher noch nie Schuhe gekauft!!! Erstauntes Smiley Und bis heute kann ich wirklich gut in ihnen laufen!

Wanderschuhe mit Orthese

Die erste echte Erprobung gab es bei einem nochmaligen Alpspitzbesuch. Diesmal fuhr auch Uschi per Sessellift mit hoch, wir tranken etwas im Biergartenbereich des Sportheimes Böck, genossen, wohl zum letzten Mal in diesem Jahr, die Sonne und die Aussicht

Sportheim BöckAussicht

und liefen dann bergab. Den oberen Eingang zum Wasserfallweg nahmen wir noch nicht, sondern gingen erst noch eine Weile die Teerstraße hinunter. Und dann kamen viele, viele Treppenstufen! Teils aus dem Gelände herausgehauen unter Einbeziehung der Baumwurzeln, teils in Form von meterlangen Stahlkonstruktionen. Die waren in Steg- und in Treppenform überall dort, wo der Berg zu steil war. Irgendwann stießen wir auch auf einen Wasserlauf, der aber fast ausgetrocknet war. Mehrere Fallstufen gab es auch und im Frühjahr nach der Schneeschmelze ist es bestimmt ein Schauspiel, den stürzenden Wassermassen zuzuschauen. Jetzt stürzte nichts, trotzdem hat dieser Weg seinen Reiz.

WasserfallwegWasserfallwegWasserfallweg

WasserfallwegUnterwegs überholten wir zwei Frauen, die sich etwas eigenartig im Zeitlupentempo bewegten. Die ältere stützte sich auf die Schultern der vor ihr gehenden jüngeren Frau. Die hatte einen Stock in der Hand. Wir grüßten und gingen vorbei. Eine ganze Weile später und mehrere Höhenmeter tiefer standen, offensichtlich wartend, ein junger Mann und ein ca. 12-jähriges Mädchen am Fuße einer ewig langen Treppe.

Wir fragten, ob sie eventuell auf die beiden Frauen warteten, das würde dann aber noch eine Weile dauern. Ja, das seien seine Frau und seine blinde Schwiegermutter! Oha! Wir hatten es fast vermutet, dass die ältere Frau mindestens sehbehindert sein würde, aber daran geglaubt hatten wir nicht, denn wer mutet sich solch eine Strecke zu, sowohl als Blinder als auch als Begleitung??? Wir waren ja schon nicht allzu schnell unterwegs, weil man auf jeden Schritt achten musste. Und bei den Treppen hatte man zwar ein Geländer, aber die Treppenstufen waren nicht immer alle gleich hoch oder gingen immer wieder mal in Gitterwege über. Wenn die beiden auf die Art, die wir beobachtet hatten, weiterlaufen würden (und anders ging es fast nicht), würden sie Stunden brauchen! Wer denn auf diese Idee gekommen wäre, fragte ich den Mann. Spürbar genervt antwortete er, dass die zwei völlig verrückt seien und sich alles zutrauen würden. Seine Frau habe auch noch Höhenangst. Wir schauten gemeinsam auf die lange Treppe am Berg und er beschloss, noch einmal hinaufzulaufen und nach den Frauen zu sehen. Die Tochter sollte unten warten.

Wir hatten es dann bald geschafft. Die Tour war für mich machbar gewesen und die Schuhe hatten mir zum Glück keine Schwierigkeiten bereitet. Am Ende des Wanderweges, kurz vor dem Parkplatz, kehrten wir noch in einem Gartenlokal ein und belohnten uns mit Kaiserschmarrn und Kaffee. Wir saßen eine gute Stunde dort und während der gesamten Zeit war von den beiden Frauen, dem Mann und dem Kind nichts zu sehen. Wir hätten gerne gewusst, wie und wann sie unten angekommen sind!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Antennen, nichts als Antennen

 

Bereits im Frühjahr hatte ich zum ersten Mal ein Problem mit meiner Satellitenschüssel. Sie gab eine Fehlermeldung über den Fernsehmonitor aus und wollte sich nicht mehr einfahren lassen. Sie ließ sich dann nach mehreren Versuchen doch noch überreden und danach traute ich mich natürlich nicht, sie wieder auszufahren. Ein Telefonat mit einer Wohnmobilwerkstatt ergab, dass man vermutlich etwas zum Hersteller ten Haaft einschicken und überprüfen lassen müsste und das könne ein paar Wochen dauern. Solange wollte und konnte ich aber nicht vor Ort bleiben, also war fernsehen erstmal gestrichen. Was nicht schlimm war, so viele interessante Sendungen gibt es ja nicht. Und das meiste kann man sowieso in den diversen Mediatheken online sehen, genügendes Internetvolumen vorausgesetzt. Natürlich könnte man online auch sofort live fernsehen, aber dafür braucht man eine Flatrate, sprich ein kostenfreies WLAN. Das gibt es allerdings nicht überall und wenn doch, dann kann es gut sein, dass die Übertragungsgeschwindigkeit nicht ausreicht für einen ruckel- und unterbrechungsfreien Empfang. Eine „echte“, also nicht begrenzte, Flatrate über Mobilfunk gibt es erst seit einigen Monaten bei Telekom und Vodafone und sie kostet €80/Monat. Die zahlt man natürlich jeden Monat, also auch dann, wenn man sie nicht bräuchte, weil man ein freies WLAN zur Verfügung hat, so wie hier in Pfronten-Weißbach. Das würde mich schon ärgern, wenn ich über Monate 80 Euro für umsonst bezahlen würde. Deswegen habe ich mich vor ein paar Jahren für die flexible Variante des GigaCube von Vodafone entschieden. Die bietet mir zwar „nur“ 50GB/Monat, aber der Monatspreis wird auch nur dann fällig, wenn ich den Cube nutze. 50GB ist schon nicht schlecht, aber stundenlang damit fernsehen oder Videos streamen geht trotzdem nicht. Trauriges Smiley

Ende April trafen Uschi und ich uns hier in Weißbach und bei der nächsten Gelegenheit stieg Uschi aufs Dach von Oscarlotta und reinigte und fettete alle sichtbaren Gelenke von Schüssel und Außeneinheit der Oyster-Anlage. Und siehe da, die Schüssel ließ sich wieder aus- und auch wieder einfahren! Beim Ausfahren tat sie sich aber hörbar schwer und so beschloss ich, sie dauerhaft draußen zu lassen, solange ich nicht fahren musste. Im Mai/Juni gab es allerdings recht häufig Gewitter und als ich die Schüssel eines Tages mal wieder vorsichtshalber einfahren wollte, weigerte sie sich erneut. Diesmal hatte ich keine Chance! Die Fehlermeldungen wechselten zwischen „Motorblockade“ und „Außeneinheit nicht gefunden“. Ich probierte tagelang immer wieder alle möglichen Schaltungen und Einstellungen über das Menü, in der Hoffnung, dass sie es sich doch noch einmal überlegen und wenigstens einfahren würde. Ohne Erfolg! Ich fragte in einer Wohnmobilfirma mit Werkstatt nach. Ja, abbauen könnten sie mir die Anlage und die Außeneinheit dann zu ten Haaft schicken. Die würden dann reparieren, falls möglich, oder eine neue Einheit schicken. Kostenpunkt min. €2000. Nach meinen diversen Reparaturerfahrungen des letzten Winters ging ich davon aus, dass ziemlich sicher der Bescheid kommen würde, dass nichts repariert werden könne, sondern eine neue Außeneinheit nötig sei. Und dann würde evtl. auch der alte Receiver nicht mehr passen oder die Schüssel oder beides. Letztendlich würde es auf eine völlig neue Anlage hinauslaufen, da war ich mir sicher. Das heißt, ich wäre mit ca. 3 bis 3 ½ tausend Euro dabei gewesen. Enttäuschtes Smiley Für ab und zu mal fernsehen??? Nein, das war es mir nicht wert! Ich recherchierte ein wenig nach preiswerteren Alternativen und fand auch eine interessante. Eine Sat-Anlage nicht als Parabol- oder Flachantenne, sondern als länglicher Dome, wie ein überdimensionaler Fahrradhelm aussehend. Und als Besonderheit gibt es eine Ausführung, die ein WLAN-Netz herstellt, auf das man mit bis zu 8 Endgeräten (Smartphones, Tablets, Notebooks) zugreifen kann. Dabei ist man nicht einmal auf dasselbe Fernsehprogramm angewiesen, sondern kann mit jedem Gerät etwas anderes sehen. Das ist natürlich eine feine Sache für Familien und auch, wenn man an lauen Sommerabenden nicht im Wohnmobil sitzen, aber trotzdem fernsehen möchte. Den Nachbarn zuliebe mit Ohrhörern! Cooles Smiley Ein wenig verlockte mich diese technische Errungenschaft, aber letztendlich entschied ich mich auch hierbei dagegen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Ob das alles nämlich wirklich funktionieren würde und das WLAN es vom Dach aus auch in das Innere von Oscarlotta schaffen würde, wäre ja erst feststellbar, wenn die Anlage montiert (und bezahlt) sein würde.

Nun brauchte ich allerdings jemanden, der mir zumindest die Satellitenschüssel abbauen würde, denn so konnte ich ja nicht fahren! Uschi wollte ich das nicht aufhalsen, also kontaktierten wir den ansässigen Radio- und Fernsehfachmann. Wir schilderten ihm das Problem und er sagte zu, sich die Sache anzuschauen. Vor Ort kam aber auch er zu dem Ergebnis, dass die Außeneinheit sicher nicht mehr zu retten sei, nach 11 Jahren Dauereinsatz war sie innen doch ziemlich korrodiert. Der Dichtungsring bröselte uns schon entgegen. Auch seine Versuche, die Schüssel wieder einsatzfähig zu machen, scheiterten und so bat ich ihn, sie abzubauen.

Oyster komplettDemontageDemontageAußeneinheit von innenDichtungsringDichtungsringAußeneinheit

Die Außeneinheit konnte erstmal auf dem Dach bleiben, sie störte mich ja nicht. Als erstes verschenkte ich die abmontierte Schüssel, die mir in der Heckgarage viel zu viel Platz weg nahm, ein paar Tage später dann auch den Fernseher. Was sollte ich mit einem Fernseher, den ich nicht mehr nutzen konnte? Das Fach, in dem er bisher untergebracht gewesen war, konnte ich gut für andere Dinge gebrauchen.

WLAN-VerstärkerantenneJetzt begann die Antennenrecherche! Das WLAN hier auf dem Platz ist zwar gut, aber wenn sich ein Wohnmobil direkt neben mich stellt und das Signal unterbricht, geht (fast) nichts mehr. Eine Verstärkerantenne musste her! Eine fest auf dem Dach montierte schied wegen der Höhe aus, obwohl das natürlich die beste Variante gewesen wäre. Meine Wahl fiel auf einen Stick mit aufschraubbaren Antennen, dazu bestellte ich zwei Fensterdurchführungen, um sie gegebenenfalls auch mal neben dem Heki (Hebekippfenster) aufs Dach stellen zu können. In der Praxis stellte sich aber sofort heraus, dass die gesamte, von mir gebastelte, Konstruktion am Fenster am Bett hervorragend funktionierte. Bisher war kein Wohnmobil, das neben mir stand, länger als Oscarlotta, sodass Sender- und Empfängerantenne sich „sehen“. Zusätzlich nötig war natürlich ein aktives USB-Verlängerungskabel von 5m Länge, das die Distanz zwischen Verstärkerantennen und meinem Laptop überbrückt. Das schlängelt sich elegant vom Kleiderhaken neben dem Bett über einen an der Schiebetür angebrachten Haken am Kühlschrank vorbei über die Armlehne vom Sessel an der Eingangstür zum Tisch in den USB-Eingang des Laptops. Laut lachen Vielleicht nicht besonders schön, aber funktional. Den Laptop nutze ich fast ausschließlich erst abends, muss also nicht dauernd unter dem Kabel durchtauchen, weil ich zur Tür raus oder wieder rein will. Schön ist jetzt auch, dass ich meine Verdunkelungsrollos im Wohnbereich abends schließen kann, weil ich mit dem Laptop eine Hotspot-Verbindung herstellen kann für Tablet und iPhone.

WLAN konnte ich also abhaken, aber was ist, wenn wir hier wegfahren? Dann würde wohl der GigaCube wieder in Gebrauch genommen werden. Könnte ihm eine Verstärkerantenne vielleicht auch gut tun??? Gedacht, recherchiert, bestellt! Für LTE braucht man zwei Antennen und die sollten nun wirklich aufs Dach, sie sind auch nur 15cm hoch. Um eine neue Kabeldurchführung durchs Dach zu vermeiden, musste die Außeneinheit der Sat-Anlage nun doch abmontiert werden, damit der vorhandene Kabelschacht genutzt werden könnte. In Füssen gibt es einen Wohnmobilstellplatz mit Werkstatt und dort fuhr ich hin. Die Außeneinheit abbauen sei kein Problem, erfuhr ich, aber angelieferte Sachen montiert er nicht! Da habe er schlechte Erfahrungen gemacht. Nach einem kurzen Gespräch änderte er seine Meinung allerdings und wir machten einen Termin. Es entspann sich noch ein ganz typisches (Fach-)Mann/Frau-Gespräch über die Montage der Antennen, in dem die weiblichen Argumente (meine) nicht gelten gelassen oder erst gar nicht verstanden wurden. Aber das kenne ich/kennen wir ja schon und da muss frau einfach freundlich, aber penetrant bleiben. Zwinkerndes Smiley

LTE-Antennen Am Werkstatttag war die Außeneinheit so schnell abgebaut, dass ich noch nicht einmal vom Bett durch das Heki auf dem Dach war, um zuzuschauen. Als Uschi dann auch noch auf dem Dach auftauchte, bekam der Werkstattmensch Magenschmerzen. Wenn etwas passieren würde, bekäme er ein Problem mit seiner Versicherung! Wir versicherten ihm, dass es für uns normaler Alltag sei, auf dem Dach herumzulaufen und dass keine von uns herunterfallen würde. Da er selbst auf einer langen Leiter stand, reichten seine Arme in der Folge nicht überall hin und nachdem er gemerkt hatte, dass wir uns nicht ganz dumm anstellen im Umgang mit Werkzeug, war das Eis gebrochen. Für die Montage der Antennenhalterung konnten zwei der Befestigungsschrauben auf der verklebten Grundplatte für die abmontierte Außeneinheit genutzt werden. Nur mit der Kabeldurchführung klappte es nicht so, wie ich das gedacht hatte. Der Kabelschacht, durch den außerdem die Leitungen zu den Solarplatten laufen, war mit Silikon zugekleistert. Keine Chance, das alte Antennenkabel da herauszuziehen, geschweige denn zwei weitere Kabel durchzuführen. Ich redete Oscarlotta gut zu, dass das Bohren gar nicht weh tun würde, Uschi maß innen, ich oben und dann kam der Bohrer zum Einsatz. Vorteil: Die neuen Kabel kommen jetzt nicht im Kleiderschrank beim Receiver aus der Decke, sondern direkt im ehemaligen Fernsehschrank, wo auch der GigaCube steht. Der verfügt übrigens natürlich über die zwei notwendigen Antennenbuchsen, deren Standard aber (auch natürlich!) nicht derselbe ist wie der der Antennenkabel. Es mussten also noch zwei Adapterkabel besorgt werden! Ausprobiert habe ich das Ganze noch nicht, weil dann ja der Monatspreis bei Vodafone anfallen würde. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass alles funktionieren wird!

DVB-T2 Und weil ich jetzt so schön in Fahrt war, habe ich mir gleich noch einen DVB-T2 Stick samt Verstärkerantenne gekauft!!! Letztere wieder für innen, denn noch einmal bohren wollte ich Oscarlotta nicht zumuten. Da ist sie dann doch ein Mädchen! Prinzessin

Während der letzten Monate habe ich festgestellt, dass das Fernsehen oder Videos anschauen auf dem Laptop viel schöner ist als auf meinem alten 15-Zoll-Fernseher, der noch nicht HD-fähig und gut 2,50m von mir entfernt war. Natürlich hätte ich mir einen neuen kaufen können, aber mehr als 15 Zoll passt in mein Fernsehfach nicht hinein und einen größeren kann ich nirgendwo wirklich geschickt anbringen/aufhängen. Der Laptop steht einsatzbereit ständig auf meinem Tisch und das Bild ist brilliant. Und wenn man direkt davor sitzt, reichen sogar weniger als 15 Zoll! Jede Schweißperle, jede Falte, jede schlecht gepuderte Stelle im Gesicht eines Schauspielers ist jetzt zu sehen, Smiley mit geöffnetem Mund jeder Untertitel, jede Einblendung und, viel wichtiger, Naturdokumentationen sind jetzt eine wahre Freude! Nein, ich will eigentlich nichts anderes mehr, als über meinen Laptop oder alternativ bzw. parallel über mein Tablet fernzusehen. Ich denke, dass das der Standard der Zukunft sein wird, fernsehen über Internet (IPTV). Es gibt ja jetzt schon dermaßen viele verschiedene Möglichkeiten und Anbieter, kostenfrei und kostenpflichtig, dass man schon fast den Überblick verliert. Man ist nicht mehr auf die fixen Sendetermine angewiesen, kann jederzeit unterbrechen, wiederholen, so oft man möchte und auch speichern. Sendung verpasst? Gibt es nicht mehr! Und die Größe des Monitors kann ja jeder so für sich heraussuchen, wie es seinen Wohnverhältnissen und Vorlieben entspricht. Schöne neue Welt!? Regenbogen

written by Ingrid
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Schuhe, nichts als Schuhe

 

Den ganzen letzten Winter und den ganzen Sommer hatte ich es vermieden, ein bestimmtes Fach im Zwischenboden zu öffnen. Dort lagerten Schuhe, die ich nur selten trage. Jetzt aber brauchte ich meine Wanderschuhe und nachdem ich sie in der Heckgarage nicht fand, war klar, dass sie in besagtem Fach sein würden. Allerdings in welchem Zustand, war nicht klar! Stichwort Mäuse!!! Im Frühsommer hatte ich die Heckgarage gesäubert, ausgemistet und umgeräumt und dabei ein paar weitere Mausespätfolgen entdeckt. Zum einen die Dose, in der immer Hundeleckerli für Nachbar- und Besuchshunde sind bzw. waren. Mäuse haben offenbar viel Hunger, viel Zeit und viel Geduld…

HundeleckerlidoseHundeleckerlidoseHundeleckerlidose

Wem die ganze Mäusestory entgangen ist oder wer sich noch einmal amüsieren möchte, einfach „hier“ klicken. Smiley mit geöffnetem Mund

Zum anderen fand ich ein weiteres Paar Schuhe, in denen Wintervorräte angelegt worden waren! Die Schuhe waren zum Glück verschont geblieben.

WintervorräteWintervorräteWintervorräte

Meine Befürchtung war, dass die Mäuse durch das Tunnelsystem im Doppelboden auch den Zugang zum Schuhfach gefunden hatten und irgendwie wollte ich das gar nicht wissen. Aber nun musste es wohl sein und schon der erste Taschenlampenstrahl bestätigte mein unbehagliches Gefühl! Einen angenagten Schuh nach dem anderen beförderte ich mit spitzen Fingern ans Tageslicht und durch die offene Tür gleich ins Freie. Bei dem einen Paar waren beide Schuhe beschädigt, bei dem anderen nur ein Schuh und der andere war unversehrt. Das nützte mir aber auch nichts! Ein Schuh war randvoll gefüllt mit Grünkern, den ich auf der anderen Seite des Mobils im Außenstaufach gelagert hatte, in seiner Originalverpackung und nicht in einer Plastikdose. Von insgesamt sieben Paar Schuhen waren nur zwei Paar komplett verschont geblieben, ein Paar Gummistiefel und meine Wanderschuhe! An denen waren nur die Schnürsenkel angeknabbert. Trauriges Smiley

SchuhschädenSchuhschädenSchuhschädenSchuhschäden

Jetzt hatte ich ein fast leeres Fach. Was tun? Neue Schuhe kaufen oder es mit anderen Dingen füllen? Ich freute mich, dass die Wanderschuhe noch tragbar waren. Die besaß ich zwar schon ca. 15 Jahre und hatte sie nicht sehr oft getragen, aber in ihnen hatte ich immer gut auch längere Strecken laufen können. Ich probierte meine Orthese in ihnen, merkte aber sofort, dass das nicht funktionieren würde.

Am nächsten Tag wollten wir mal wieder um den Weißensee laufen, knapp 7km. Es war sehr sonnig und noch richtig warm. Ich wollte den weniger schönen Teil der Strecke, auf Schotter und an der Straße entlang, zu Beginn laufen und dann, quasi als Belohnung, direkt am See entlang über Stock und Stein im Schatten durch den Wald zurück. Uschi war einverstanden. Der Schotterweg zog sich, die Sonne brannte, das Laufen ohne Orthese war, sagen wir mal, mühsam. Nach einer halben Stunde waren wir am Ende des Sees angekommen, auf der einzigen Bank saßen schon Leute, aber ich brauchte dringend etwas zu trinken. Die nächsten Bänke würden erst im Wald kommen und bis dahin war es noch ein ganzes Stück die Straße zum Parkplatz entlang. Und erfahrungsgemäß waren die ersten Bänke auch immer voll. Also steuerte ich auf das Geländer der kleinen Brücke über dem Bachzulauf zum See zu. Wenigstens anlehnen und eine kleine Pause einlegen! Bei den letzten Schritten merkte ich, dass an meinem rechten Schuh irgendetwas anders war. Ein prüfender Blick ergab, dass sich die Sohle fast vollständig gelöst hatte! Darunter waren nur noch Brösel und Hohlräume! So konnte ich unmöglich weitergehen. Am linken Schuh war es noch nicht ganz so schlimm, aber das hätte auch nicht mehr lange gedauert. Uschi nahm die Autoschlüssel und ging den gleichen Weg wieder zurück. Ich setzte mich auf eine Wiese neben der Straße und wartete eine gute halbe Stunde, bis sie mich aufsammelte. Das war es dann mit der Weißensee-Umrundung! Eine halbe Stunde Schotterweg und keine (Wald-) Belohnung! Die wollten wir uns dann in Form von Kaffee und Kuchen in unserem Stellplatzlokal holen, aber die Idee hatten viele andere Menschen auch, es war alles voll, zumindest draußen. Drinnen sitzen wollten wir nicht und auf die Idee, uns einfach Kuchen mitzunehmen, kamen wir nicht!

Am Tegelberg hatte ich meine MBT-Schuhe angehabt, die mit der Orthese gut kooperierten, aber durch ihre runden Sohlen nicht perfekt geeignet sind für unwegsames Gelände bergab. Außerdem zeigten sich bereits einige Abnutzungsspuren an den Seiten der Sohlen (!). Ich würde mir wohl neue Wanderschuhe kaufen müssen. Da ich mich von den ansonsten noch guten MBT-Schuhen aber noch nicht trennen wollte, suchte ich im Netz nach einem Schuhmacher und entschied mich für einen mit dem für einen Schuster lustigen Namen Kleber. Er sollte sich in der Nähe unseres Lieblingscafés befinden, ca. 10km vom Stellplatz entfernt. Also zwei Fliegen mit einer Klappe! Zwinkerndes Smiley An der angegebenen Adresse war kein Schuhmacher zu finden. Ich fragte eine junge Frau mit Kinderwagen, der sagte der Name Kleber tatsächlich etwas und sie beschrieb uns genauestens den Weg in den Nachbarort. Dort sollten wir noch einmal fragen. Ja, da vorne das Haus mit den Solarplatten, sagte der Bauer im offenen Stall. Ich fuhr in die Einfahrt. Kein Hinweis auf eine Schuhmacherwerkstatt. Ich klingelte und fragte nach dem Schuhmacher Kleber. Ja, da fahren Sie zu meiner Hofeinfahrt wieder hinaus und in die nächste hinein, bekam ich freundlich zu hören. In der nächsten Einfahrt ebenfalls kein Schild. Aber auf einer Bank in einem winzigen Gemüsegärtchen saß ein alter Mann, sicher weit über 80! Ich suche den Schuhmacher Kleber? Ja, das sei er! Vorsichtig fragte ich, ob er noch aktiv sei? Gelegentlich, war die Antwort. Ob er sich wohl meine Schuhe ansehen würde? Ja, das wollte er, aber als er sie in Augenschein nahm, war sein Urteil, das würde wohl nichts mehr. Aber irgendwie war sein Ehrgeiz wohl doch geweckt worden und wir einigten uns darauf, dass er es versuchen wolle. Aber sicher wäre er sich nicht und er würde auch keine Garantie übernehmen. Ich fragte, was es denn wohl voraussichtlich kosten würde, denn allzu viel wollte ich natürlich bei solchen vagen Aussagen nicht mehr investieren. Zehn Mark, war die Antwort und es war klar, dass er sich nicht versprochen hatte. Okay, es dürften auch 15 werden, sagte ich, die Begriffe Euro und Mark vermeidend. Wann ich denn wieder vorbeikommen könne? Egal, er sei immer da, nur am nächsten Wochenende nicht. Ich könne morgen kommen. Nein, nein, so eilig sei es nicht, er solle sich ruhig Zeit lassen, ich käme dann Anfang der nächsten Woche.

Am nächsten Dienstag fand ich ihn im Haus in seiner winzigen Werkstatt. Mit dem Öffnen der Tür war ich in einer anderen Welt! Dieser Raum hatte sich in den letzten mindestens 60 Jahren wohl kaum verändert. Herr Kleber saß auf seinem Arbeitshocker und nagelte einen Absatz an einen abgelatschten Schuh. Meine Schuhe standen fertig auf dem Boden und sahen recht gut aus. Das würde aber nicht lange halten, erfuhr ich. Aber das haben Sie doch gut hingekriegt, warf ich ein. Nein, das wird nichts mehr, erwiderte er. Er hatte zwar innen noch ausgefüttert, aber an einen dauerhaften Erfolg glaubte er trotzdem offenbar nicht. Mir gefiel es in dieser Werkstatt und mich berührte dieser alte Mann auf eigentümliche Art. Ich setzte mich unaufgefordert neben ihn auf einen gepolsterten Hocker und fragte, ob ich ein Foto von ihm vor seiner Werkbank machen dürfte. Ach nein, kein Foto von ihm. Aber von seiner Werkbank und den anderen alten Sachen? Ja, das durfte ich.

SchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstatt

Wie lange er denn schon hier arbeiten würde? Die Frage verstand er falsch und meinte, dass er immer dann arbeitet, wenn ihm jemand etwas gebracht habe. Und zeigte mir mit spürbarem Missfallen, was die Menschen ihm so vorbeibrachten und offenbar konnte er da genauso wenig nein sagen wie bei mir. Ich stellte meine Frage anders noch einmal. 1938 habe er die Lehre angefangen, erfuhr ich jetzt. Ob es ihm denn immer noch Spaß mache? Na ja, was heißt Spaß, es vertreibe eben die Langeweile. Ich wollte dann wissen, was ich ihm schuldig sei. Nichts, war die Antwort. Das ging natürlich gar nicht, ich sagte, dass er ja schließlich Zeit und Kleber Laut lachen aufgewendet habe und hielt ihm einen 20-Euro-Schein hin. Umständlich kramte er ein winziges Portemonnaie aus seiner Hosentasche und fingerte einen 10-Euro-Schein heraus. Dann wollte er noch einmal hineingreifen, aber ich protestierte vehement. Na, er hätte mir eigentlich noch einen 5-Mark-Schein geben wollen, hörte ich. Nein, den wollte ich nicht! Nicht nur diese Werkstatt, sondern offensichtlich auch die Preise waren ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert. Ich verabschiedete mich, bedankte mich noch einmal und wünschte ihm alles Gute! Und fuhr mit einem sehr umfangreichen Gefühlsspektrum und meinen reparierten Schuhen nach Hause.

Passend zum Thema gehen liebe Grüße nach Bochum-Eppendorf!!! Herz

written by Ingrid
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