Vier Hochzeiten und ein Todesfall

 

Der Titel ist abgeleitet von dem gleichnamigen Spielfilm mit Hugh Grant. Hochzeiten im üblichen Wortsinn hatten wir allerdings keine zu feiern, nicht einmal zu beobachten. Wir waren wohl nicht oft genug auf Schloss Neuschwanstein, das als DIE perfekte Kulisse für Hochzeitsaufnahmen gilt.

Neuschwanstein

Unsere HOCHzeiten hatten wir trotzdem, nämlich in Form der vier Jahreszeiten! Uschi war ja schon zum Ende des letzten Winters hier im Allgäu und erlebte mit, wie innerhalb einer Woche die Natur förmlich explodierte und der Frühling da war.

FrühlingsbeginnFrühlingsbeginnFrühlingsbeginnFrühlingsbeginn

Ich kam Ende April von Norddeutschland her und wollte eigentlich nach unserem Mobiso-Frühjahrstreffen mit auf die Schwäbische Alb fahren. Es kam anders… Nicht nur Uschi liebt das Allgäu immer schon, auch mir gefällt es hier ausnehmend gut. Diese Grüne-Hügel-Schroffe-Felsen-Blaue-Seen-Landschaft ist einfach eine Wohltat für die Seele, dazu kommt die Freundlichkeit der Menschen und die noch etwas geruhsamere Lebensart.

Uschis Wanderung zur Alpspitze

Zusammengehörigkeit ist hier noch kein Fremdwort, Traditionen werden noch gepflegt, auch von den jungen Menschen. Oft haben wir von Einheimischen gehört, dass ihnen bewusst sei, dass sie „im Paradies“ leben und dass sie dankbar dafür sind. Verliebt haben wir uns auf Anhieb in den grünen Weißensee, wir berichteten schon mehrmals darüber, aber ein paar weitere Fotos müssen jetzt doch noch sein! Smiley

WeißenseeWeißensee Weißensee

Der sommerliche Frühling ging unmerklich über in den Hochsommer und ich war immer noch in Weißbach. Laut lachen

Weißbach

Uschi fuhr zwischendurch immer mal wieder nach Lauterburg, um nach ihrem Vater zu schauen. Anfang August zog ich um in „meine“ Ecke und wollte dort nicht mehr weg. Der perfekte Platz, groß genug für Oscarlotta und Flitzi, viel Schatten, höchstenfalls ein direkter Nachbar, meistens aber gar keiner, abseits vom Durchgangsverkehr, ruhig – und das Platz-WLAN funktionierte auch da hinten noch.

StellplatzMein EckplatzMein EckplatzMein Eckplatz

Ich trennte mich von meiner Fernsehanlage und kümmerte mich um Alternativen, die sich alle inzwischen als erfolgreich erwiesen haben. Es gab verschiedene Feste, ich bekam Besuch und dann war Uschi auch schon wieder da. Der Hochsommer ging über in einen hochsommerlichen Herbst und immer noch waren die Wiesen sattgrün. Dabei regnete es genauso wenig wie im restlichen Deutschland, die Flüsse waren alle fast ausgetrocknet. Aber sogar während der heißesten Sommertage kühlte es nachts so ab, dass vermutlich Morgentau für die Farbgebung verantwortlich war. Die Herbstnebel an einigen Tagen brachten eine ganz neue Stimmung.

Weißbach im HerbstWeißbach im Herbst

Jetzt wollten wir die vierte Jahreszeit auch noch erleben! Einmal rund ums Jahr im Allgäu. Uschi hatte per Zufall erfahren, dass es an anderer Stelle einen Stellplatz gibt, der Vierteljahresangebote zu einem sehr attraktiven Preis anbietet. Wir hatten ihn uns im Sommer schon angesehen und reserviert. Jetzt schlossen wir einen Vertrag ab von Mitte November bis Mitte Februar. Eigentlich wollte ich vor dem Ortswechsel noch ins Ruhrgebiet fahren, aber das Wetter war immer noch so schön, dass ich mich nicht losreißen konnte. Den fälligen TÜV-Termin erledigte ich in einer urigen LKW-Werkstatt in Füssen, wo ich Oscarlotta zwar nicht selbst über die Grube fahren durfte, aber nach erfolgreicher Sichtprüfung rückwärts wieder aus der Halle raus. Da war ja schon klar, dass die Höhe des Tores ausreichend war. Zwinkerndes Smiley Bezahlt werden konnte nur in bar! Ich habe noch in keiner Werkstatt für alle notwendigen Überprüfungen so wenig bezahlt wie dort!

Sehr ungern verabschiedeten wir uns von der Familie Wohlfart, aßen noch ein letztes Mal im Gasthaus Wiesele und versprachen, wiederzukommen. Flitzi hatte Uschi schon am Tag zuvor zu unserem neuen Standort gebracht und war mit dem Zug zurückgefahren. Am 15. November zogen wir um. Auch hier ist es schön, die Berge sind noch ein wenig näher und es gibt einen kleinen, hübschen und überwältigend klaren See nebenan.

WinterplatzStellplatzseeStellplatzsee

Den ersten Schnee hatten wir auch schon, der nicht liegenblieb, aber die Berge sehr attraktiv dekorierte. Es wurde schon so kalt, dass eine Gasflasche noch gerade 2 ½ Tage reichte. Dazu scheint fast immer die Sonne! Okay, drei Regentage am Stück hatten wir auch schon. Die ließen den Schnee in den Höhen schmelzen und seitdem sind auch die Flüsse wieder Flüsse.

Schnee auf den BergenHindelangFrostEiszapfenEiszapfen

Seit Weihnachten ist der Platz voll und inzwischen platzt er aus allen Nähten. Erstauntes Smiley Wer nicht reserviert hat, muss wieder fahren. Das ist hier überall so, das Allgäu hat das ganze Jahr über Hauptsaison. Die Skifahrer haben allerdings ein wenig Pech, aber das wird sich im Januar vermutlich noch ändern. Uns ist es recht so, Landschaft und Berge sind weiß überzuckert, die Straßen sind aber frei. Wir kennen uns schon gut aus, entdecken aber trotzdem immer noch wieder Neues. Die Weihnachtsmärkte waren so, wie ich sie mir erhofft hatte, mit viel handwerklichen Angeboten und wenig Kommerz, mit viel Stimmung und keinem Kitsch. Vom Pfrontener Weihnachtsmarkt aus entstand das Winterfoto vom Stellplatz in Weißbach. Am 1. Weihnachtstag waren wir noch einmal zum Kaffeetrinken dort und da war es deutlich voller.

Weißbach FüssenFüssenOberstdorfOberstdorfKempten

Das waren also unsere vier Hochzeiten, die in Wirklichkeit Jahreszeiten waren. Und leider gibt es auch in Wirklichkeit einen Todesfall. Am 1. Dezember erlitt Uschis Vater bei Nacht einen schweren Schlaganfall, der ihn zu einem absoluten Pflegefall gemacht hätte. Aufgrund einer Patientenverfügung, die er vor 10 Jahren ausgefüllt hatte, blieb ihm ein langer Leidensweg erspart. Wir sind sehr froh, dass wir ihn Ende Oktober zu seinem 91. Geburtstag noch von Weißbach aus besucht hatten. Uschi hat alles Notwendige geregelt, alle noch anfallenden Arbeiten verschieben wir auf die Zeit ab Mitte Februar.

 

Jetzt wünschen wir euch allen einen guten Rutsch in das Neue Jahr und für dieses inneren und äußeren Frieden, Gesundheit sowie viel (Lebens-)Freude und wenig Sorgen!!!

2019

written by Ingrid
photos taken with iPhone and HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frohes Fest!

 
 

Geschafft!!!

Wir hoffen, dass euch der Adventskalender dieses Jahr wieder
gefallen hat!

Wie immer könnt ihr euch das, was hinter den „Türchen“ versteckt war, noch einmal im Ganzen anschauen, wenn ihr „hier“ klickt.

 

Jetzt möchten wir euch einfach ein paar geruhsame oder turbulente Feiertage wünschen und falls es zu trubelig werden sollte, hängt euch einfach auch irgendwo über einen Zaun,
siehe oben!

Spaziergang auf dem Seeboden

 

An einem Sonntag im November wollten wir einen Spaziergang machen, aber nicht nur im Gelände hinter dem Stellplatz, obwohl es uns dort ja sehr gut gefiel. Welchen See der Umgebung hatten wir denn noch nicht besucht bzw. umrundet? Es blieb nur der Alpsee übrig. Dann fahren wir doch mal dorthin, ist ja nicht weit! Das Dumme war allerdings, dass der Alpsee direkt beim Schloss Neuschwanstein liegt und noch dümmer war, dass wir Sonntag hatten. Außer uns waren ein paar hundert weitere Menschen unterwegs (im November!), überwiegend Asiaten und sie alle wollten entweder ins Schloss oder an den See oder beides. Schon sehr weiträumig um das Gebiet der allgemeinen Begierde waren die Straßenränder lückenlos zugeparkt, warum erfuhren wir, als wir auf den am dichtesten am See gelegenen Parkplatz fuhren. 6 (in Worten sechs) Euro sollte es kosten. Erstauntes Smiley Für einen Spaziergang um einen eher kleinen See? Womöglich im Gänsemarsch mit all den Japanern? Nein, das war nicht nach unserem Geschmack! Ich wollte wenden, aber der Mensch am Kassenhäuschen gestikulierte wild und klärte uns darüber auf, dass die Zufahrt eine Einbahnstraße sei. Wir durften dann immerhin durch- und oben wieder hinausfahren, ohne zu bezahlen. Nur weg hier! Und nun? Fahren wir doch noch einmal zum Forggensee und schauen, wie hoch der Wasserstand inzwischen ist. Ganz zu Beginn unseres Aufenthaltes hier hatten wir ja schon davon berichtet, dass der See nur im Sommer voll mit Wasser ist und im Winter trockengelegt wird. Wegen eines Defekts an der Staumauer und der notwendigen Reparaturen war er den überwiegenden Teil des diesjährigen Sommers allerdings nur eine braune, rissige, wüstige Ödnis. Auf einer Schautafel hatten wir gelesen, dass es keinerlei Pflanzen im See gäbe, weil es keine Pflanzen geben würde, die ein halbes Jahr im und das andere halbe Jahr ohne Wasser leben können.

Forggensee

Wir fuhren zum unteren Teil des Sees, der am weitesten von der Staumauer entfernt ist. Und hier gab es tatsächlich noch einen größeren Bereich, der immer noch nicht mit Wasser geflutet war. Und es gab Pflanzen, sogar jede Menge! Es liefen (wenige!) Menschen auf dem Seeboden herum, sogar mit dem Fahrrad waren einige unterwegs. Das ging allerdings nur an wenigen Stellen. Der Seeuntergrund bestand aus Lehm und Kieselsteinen, wurde durchzogen von kleinen Rinnsalen und es gab Bereiche, in denen das Grundwasser durchdrückte. An einigen Stellen waren auch kleine Tümpel entstanden. Eine bizarre, aber sehr interessante Landschaft, die uns gut gefiel.

ForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggensee

Wir sind in Nordamerika schon auf einem Meerboden spazieren gegangen, bei Ebbe (siehe „hier“) und im vorletzten Herbst ist Uschi mit unserem Freund Juan auch schon auf dem ausgetrockneten Boden eines spanischen Stausees herumgelaufen (siehe „hier“), dieses war jetzt also Nummer 3. Es blieb nicht aus, dass wir auch durch die feuchteren Bereiche laufen mussten und schon bald waren unsere Wanderschuhe dick verklebt mit Lehm. Flitzi würde sich freuen! Aber zu seinem und unserem Glück mussten wir noch ein Bächlein durchqueren. Dass taten wir sehr ausgiebig und wussten danach auch, dass wir ein gutes Imprägnierspray gekauft hatten! Laut lachen

Forggensee

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Die höchstgelegene Burgruine Deutschlands

 

Falkenstein Das ist Falkenstein. Ihr habt sie schon im Adventskalender in der Collage vom 5. Dezember gesehen. Immer, wenn wir Richtung Weißensee fuhren, sahen wir die Überreste der Burg hoch oben stehen und wenn wir mal im Dunkeln zurückkamen, waren sie schön angestrahlt. Den ganzen Sommer wollte ich da hoch, aber erst ganz spät im Herbst hat es dann doch noch geklappt. Burg Falkenstein ist nicht nur die höchstgelegene Burganlage Deutschlands, sondern erlangte ihre Berühmtheit durch niemand Geringeren als den Bayernkönig Ludwig II. Der hatte wohl ein wenig Langeweile und noch nicht genug Schlösser, also setzte er sich in den Kopf, dort oben ein weiteres errichten zu lassen. Wir haben den Wanderpfad gesehen, der dort hinauf führt. Völlig unvorstellbar, wie man auf diese Art das Baumaterial dorthin bringen sollte. Aber das habe ich mich schon oft gefragt, bei Burgen, Kirchen, Klöstern an derart exponierten Stellen. Die Burg wurde schon um 1280 errichtet, in 1268m Höhe, 400m über dem Vilstal!

Falkenstein (iPhone)

Falkenstein (iPhone) Wir nahmen mit Flitzi die vor Jahren angelegte Privatstraße zum bereits 1897 dort oben errichteten Hotel Falkenstein. Sie ist steil, kurvig und einspurig und deswegen mit Ampeln geregelt. Von viertel nach bis fünf Minuten vor jeder vollen Stunde darf man hinauffahren und von der vollen Stunde bis zehn nach wieder hinunter. Da es eine Privatstraße ist, zahlt man vorher an einem Ticketautomaten 4 Euro. Ob oben jemand überprüft hat, ob man ein Ticket gelöst hatte, wissen wir nicht.

Vom Parkplatz aus muss man dann kraxeln, erst bis zum Hotel und dann bis zur Burgruine. Da man währenddessen die tollsten Ausblicke hat, macht das aber gar nichts!

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (Canon)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)

König Ludwig II erwarb die Burg 1883. Der Gipfel des Falkensteins hat keine große Grundfläche. Die alte Burg, seit dem Dreißigjährigen Krieg schon eine Ruine, war eher klein. Trotzdem hatte Ludwig sich in den Kopf gesetzt, dort ein Schloss vom Ausmaß Neuschwansteins errichten zu lassen! Erstauntes Smiley Es sollte auch fast genauso aussehen. Wofür braucht man als König zwei fast identische Schlösser? Sein Architekt wusste, dass dieses Vorhaben nicht durchführbar sein würde und präsentierte Ludwig den Entwurf eines realisierbaren kleineren Schlosses, das auch vom Stil her viel besser dorthin gepasst hätte. Damit erzürnte er seinen Arbeitgeber derart, dass er sofort entlassen wurde! Aber auch die chronische Geldknappheit Ludwigs sprach eher für ein kleineres Schloss. Der nachfolgende Architekt entwarf eine „Raubritterburg“, die wohl von der Größe her realisierbar gewesen wäre, allerdings war auch hierfür die Finanzierung nicht gesichert.

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)

Die Bauprojekte Ludwigs wurden aus dem königlichen Privatvermögen finanziert und verursachten dort, in der sogenannten Kabinettskasse, erhebliche Defizite. Die ihm zur Verfügung stehende Zivilliste war auf jährlich 4,2 Millionen Gulden festgelegt. 1884 hatte er 7,5 Millionen Gulden Schulden, die durch Anleihen gedeckt werden mussten. Der König war schließlich mit einem „Jahresgehalt“ im Rückstand und zum Weiterbau seiner Schlösser hätten 1887 noch etwa drei „Jahresgehälter“ (15 Millionen) gefehlt. Nach seinem Tod zahlte das Haus Wittelsbach bis 1902 alle durch König Ludwigs Bautätigkeit angefallenen Schulden vollständig an die Gläubigerbanken zurück.
(Quelle: Wikipedia)

Wohl auch wegen der nicht vorhandenen Baugelder blieb es bei einem neuen Burgweg und einer Wasserleitung ins Tal und der plötzliche Tod Ludwigs 1886 beendete das Bauvorhaben.

Wir liefen einmal um die Burgruine herum, was schnell erledigt ist, außer man kann sich an dem grandiosen Rundumblick auf Berge, Schlösser, Burgen und Seen nicht sattsehen. Die noch vorhandenen Außenwände des rechteckigen „Festen Hauses“ (ca. 18,6 × 8,5 Meter) sind etwa acht Meter hoch und werden von einigen, meist halbrunden Fensteröffnungen unterbrochen. Die Ostwand stürzte 1889 nach einem Blitzschlag ein. Im Gemäuer ist 2005 eine hölzerne Aussichtsplattform errichtet worden. Man muss kein König sein, um es dort oben wunderschön zu finden. Verliebt

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)

Königlich waren dann auch die Preise im noblen Hotel Falkenstein! Soviel haben wir für Kaffee und Kuchen selten gezahlt. Es ist übrigens ganzjährig geöffnet und uns wurde beteuert, dass auch bei Schnee die Straße durchaus zu befahren sei. Es sei ja schließlich eine Privatstraße, man wäre also nicht auf den Räumdienst der Gemeinde angewiesen. Fahren möchten wir bei Schnee dort aber genauso wenig wie nach Bschlabs oder Namlos, weder rauf noch runter!

Für die Fotografen unter unseren Lesern ist es vielleicht interessant zu wissen, dass alle Fotos dieses Beitrags teils wie fast immer mit meinem iPhone „geschossen“ worden sind und teils mit unserer Canon-Spiegelreflexkamera (mit 50mm Festbrennweite). Wir haben sie eine Weile nicht mehr benutzt, weil ein Smartphone eben leichter, handlicher und immer dabei ist und die Fotoqualität i. d. R. ausreicht. Ihr könnt ja mal raten, welches Foto womit entstanden ist! Für diejenigen, die am PC/Laptop lesen, ist es einfach, siehe Hinweis unten. Cooles Smiley

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Namlos

 

Ausflug nach BschlabsVon einem anderen unserer Blogleser bekamen wir den Tipp, nach Bschlabs zu fahren, wenn wir schon in der Nähe sind und das möglichst, bevor Schnee fällt. Inzwischen haben wir den ersten Schnee schon gehabt, aber wir waren auch schon in Bschlabs. Ist das nicht ein witziger, seltsamer, ungewöhnlicher Name? Man kann ihn kaum aussprechen! Smiley mit geöffnetem Mund Wie mag er wohl entstanden sein und was bedeutete er mal? Weder Uschi noch ich hatten ihn jemals gehört oder gelesen und so mussten wir erst einmal recherchieren, wo das überhaupt ist. In Österreich, stellte sich heraus, irgendwo im Nirgendwo.
Na klar fahren wir da hin!

Ausflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Der Herbst war in diesem Ausnahmejahr ein goldener, nicht nur, weil die Sonne fast immer schien, sondern auch, weil die Laubfärbung wunderschön war. Fast wie Indian Summer, fast. Der Weg durch das Tannheimer Tal ist immer wieder ein Genuss und so flitzten wir mit Flitzi durch unbekannte österreichische Dörfer. Aus dem Augenwinkel sah ich ein lohnendes Fotoobjekt, drehte kurzerhand und hielt vor einem ehemaligen Bauernhof. Na, das hatte sich doch gelohnt!

Ausflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Nur wenig später kam das nächste interessante Gebäude, irgendwie passend zum Indian Summer mit der amerikanischen Nationalflagge. Ein alter VW-Käfer, mit Blumen geschmückt, auf dem Hof, eine Harley vor dem Eingang und draußen wie drinnen alles aus unbehandeltem Holz. Café Treibholz! Der Keeper lässig im amerikanischen T-Shirt und mit verknotetem Kopftuch, an Kuchen hatte er Cheese Cake oder Chocolate Cake. Laut dröhnende Country-Musik, sodass man kaum eine Bestellung aufgeben konnte. Ein Freak ganz offensichtlich! Nur eins hatte er nicht, die sprichwörtliche Freundlichkeit der Amerikaner. Da war noch viel Luft nach oben! Cooles Smiley

Ausflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Es war trotzdem nett und es gab viel zu sehen. Tische und Bänke waren aus Paletten gezimmert, Treibholz war aufgereiht, dazu schien die Sonne und die Berglandschaft direkt neben uns war traumhaft.

Ausflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Kurz danach ging es links ab nach Bschlabs. Und dann in vielen Kehren immer weiter nach oben. Jetzt wussten wir auch, warum wir vor dem ersten Schnee fahren sollten! Unterwegs kam ein Abzweig nach Namlos und da wusste Uschi, dass sie hier doch schon gewesen war, sehr, sehr früher. Bschlabs entpuppte sich dann als ein winziges Dorf mit Kirche, einem (geschlossenen) Wirtshaus und drei bis fünf Häusern.

Ausflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Aber die Gegend war schon eindrucksvoll! Wir fuhren noch ein Stück weiter auf der Serpentinenstraße, aber als es wieder bergab ging, drehte ich und wir fuhren auf direktem Weg nach Namlos. Die Anfahrt war dann noch um einiges spektakulärer. Eine schmale Straße mit beachtlicher Steigung, rechts die Felswand, links der Abgrund, ungesichert. Nur an den Kurven waren Leitplanken, die allerdings im Notfall wohl keinen PKW und schon gar kein Wohnmobil halten würden. Aber was will man mit Wohnmobil auch schon da oben? Wenn eine Ansammlung von Häusern am Ende einer endlosen Serpentinenstraße den Namen Namlos bekam, dann kann man sich in etwa vorstellen, wie es dort ausgesehen haben muss. Wir waren erstaunt, relativ viele Häuser vorzufinden und sogar ein Wirtshaus. Aber das braucht man vermutlich in dieser Einsamkeit. Wer wohnt hier freiwillig? Im Sommer ja vielleicht noch ganz schön, von den elendig langen Fahrten zum Einkaufen, zum Arzt, zur Arbeit mal abgesehen. Aber im Winter??? Gibt es Kinder, die zur Schule müssen? Gibt es einen Schulbus? Der braucht dann mindestens eine Stunde bis unten oder die Eltern müssen viermal am Tag diese Strecke bewältigen. Da wären Fahrgemeinschaften sicher hilfreich. Wir fuhren wieder hinab und waren uns einig, dass wir hier bei Schnee und Eis NICHT fahren wollten. Sind die Menschen, die sich für Namlos entschieden haben, automatisch auch furchtlos?

Ausflug nach NamlosAusflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Wir tankten auf der Heimfahrt noch preiswerten österreichischen Sprit (Benzin, keinen Marillenlikör) und fuhren mit einem Umweg über das Vilstal wieder zurück. Wie schön, dass wir Flitzi (hier) haben, sonst hätten wir nie Bschlabs und Namlos kennengelernt. Und auch das Café Treibholz nicht! Danke, WvS!!! Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

1. Advent

 

Während der Adventszeit entfällt der Samstagabendkrimibeitrag, dafür gibt es an den Adventssonntagen außer einem zu öffnenden Türchen noch einen Blogartikel. Heute mit dem Titel:

LIMONCELLO

Ich weiß nicht, ob ich von der Existenz dieses Zitronen-/Limonenlikörs jemals zuvor gehört hatte. Und das heißt etwas, da ich bekennender Likörliebhaber bin, seit ich als Kind den selbstgemachten Eierlikör meiner Oma probieren durfte, aus einem Eierbecher, stilecht sozusagen. Mein 10 Jahre älterer Bruder ging jeden Abend auf dem Weg in sein Mansardenzimmer kurz bei unserer Oma vorbei und sie „verkümmelten“ sich einen oder zwei oder…? Ich war noch zu jung für mehr, deswegen blieb es bei dem viertel- bis halbvollen Eierbecher immer dann, wenn ich zufällig dabei war, wenn Oma Nachschub produzierte. Eierlikör ist heute noch mein absoluter Favorit, ich mache ihn aber nicht selbst und ich kaufe ihn auch nur sehr, sehr selten, denn er hat Suchtfaktor, es ist schwer, aufzuhören. Laut lachen

Aber ich wollte ja gar nicht über Eierlikör schreiben, sondern über Limoncello. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob ich von seiner Existenz wusste, bewusst wahrgenommen habe ich ihn nicht und mit Sicherheit nie getrunken. Dann erwähnte belle ihn in ihrem Blog und auch, dass sie und Baffo ihn selbst herstellen. Das machte mich neugierig und ich googelte das Rezept. DAS Rezept? Es gab unzählige Varianten! Ich beschloss, einfach mal loszulegen. Beim Zitronen besorgen war das einzige Problem, dass es ungespritzte sein mussten, denn es geht um die Schalen! Beim Alkohol wurde es schon schwieriger, denn es sollte mindestens 90-prozentiger sein. Den gibt es in Deutschland nur in Apotheken, teuer. Aber wofür ist denn Österreich nebenan? Dort gibt es Stroh-Rum und der hat immerhin 80%! Das müsste doch gehen?

Julienne-Streifen vorherDie Vorarbeiten sind schnell erledigt, Zitronen waschen und abschälen. Ich kaufte mir sogar extra einen Julienne-Schäler, der hübsche schmale Streifen fabrizierte. Das sah nett aus, aber man sollte dann auch ein Gefäß mit weiter Öffnung nehmen. Rein kriegt man die Zitronenschalenstreifen nämlich auch durch einen engen Flaschenhals, nur später nicht mehr wieder raus! Erstauntes Smiley

Dann heißt es warten!!! Mindestens 5 Wochen, ruhig auch länger, das Aroma der Schalen soll sich mit dem Alkohol vermischen. Gut Ding will Weile haben! Ich war sehr gespannt, im Allgemeinen und im Besonderen, bezüglich des Stroh-Rums. Der verfärbte die Schalen auf jeden Fall schon einmal knallorangefarben. Die Flasche/der Behälter muss luftdicht und dunkel lagern. Ich schüttelte ab und zu und kontrollierte den Flüssigkeitsstand, der aber unverändert blieb. Und weil es noch so lange dauern würde, kaufte ich eine Flasche original italienischen Limoncello und probierte schon einmal. Nicht schlecht! Aber auch nicht gerade preiswert. Meiner würde hoffentlich mindestens genauso gut (wenn nicht besser) und preiswerter werden. Smiley

Julienne-Streifen nachherJulienne-Streifen nachher

Nach 7 Wochen begab ich mich an die Vollendung. Ich kombinierte nach Gutdünken die verschiedenen Rezepturen. Den Saft der geschälten Zitronen hatte ich mitsamt dem Fruchtfleisch eingefroren und verwertete ihn jetzt mit. Das stand so nirgendwo, würde aber doch dem Ganzen noch etwas mehr Zitronengeschmack verleihen!? Schlimmstenfalls würde ich halt alles wegschütten müssen! Das Endergebnis war, nachdem es abgekühlt war, umwerfend gut!!! Zitronig sauer, durch den zugefügten Zuckersirup aber nicht zu sauer und mit schmeckbarem Promillegehalt. Den bestimmt man durch den Grad der Verdünnung selbst und ich hatte mit der Zugabe einer Flasche Vodka mit 40% noch etwas nachgeholfen, um mehr Gesamterlös zu erhalten. Ich denke, dass mein Zitronenlikör einen Alkoholgehalt von etwas über 30% hatte. Die Gesamtmenge betrug gute 2 ½ Liter leckeren, goldorangenen Limoncello. Es stellte sich dann schnell heraus, dass der Zitronensaft sich vom Likör absetzte. Das tat aber dem Geschmack keinen Abbruch und einmal schütteln vor dem Einschenken behob dieses „Problem“.

2 1/2 Liter Limoncello2 1/2 Liter Limoncello  

Mein Fazit: Absolut wiederholenswert!!! Die neuen Schalen schwimmen schon wieder. Zwinkerndes Smiley

Hier ist MEIN Rezept:

• 7-9 Zitronen, ungespritzt
• 1 Flasche Stroh-Rum (80%) oder 1/2l reinen Alkohol (90%)
—•—•—•—•—•—•—•—•—•—
• 1l Wasser
• 500g Zucker
• Saft/Fruchtfleisch der Zitronen (tiefgefroren)
—•—•—•—•—•—•—•—•—•—
• 1 Flasche Vodka (1/2l, 40%)
 
• Zitronenschale in Streifen abschälen und ca. 6 Wochen im Rum/Alkohol ziehen lassen (abgedunkelt und luftdicht)
• Flüssigkeit abgießen (die Zitronenschalenschnitze kleinschneiden und beliebig verwenden)
• Wasser und Zucker verrühren und einmal aufkochen, den gefrorenen Zitronensaft darin auftauen lassen
• die Flüssigkeit wieder zum Kochen bringen und 20 Minuten leicht köcheln lassen (nicht mehr rühren)
• die Flüssigkeit abkühlen lassen
• Rum und Vodka dazugeben, in Flaschen abfüllen und kaltstellen
• ergibt ca. 2 1/2l Limoncello
• gut gekühlt servieren


written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.