Namlos

 

Ausflug nach BschlabsVon einem anderen unserer Blogleser bekamen wir den Tipp, nach Bschlabs zu fahren, wenn wir schon in der Nähe sind und das möglichst, bevor Schnee fällt. Inzwischen haben wir den ersten Schnee schon gehabt, aber wir waren auch schon in Bschlabs. Ist das nicht ein witziger, seltsamer, ungewöhnlicher Name? Man kann ihn kaum aussprechen! Smiley mit geöffnetem Mund Wie mag er wohl entstanden sein und was bedeutete er mal? Weder Uschi noch ich hatten ihn jemals gehört oder gelesen und so mussten wir erst einmal recherchieren, wo das überhaupt ist. In Österreich, stellte sich heraus, irgendwo im Nirgendwo.
Na klar fahren wir da hin!

Ausflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Der Herbst war in diesem Ausnahmejahr ein goldener, nicht nur, weil die Sonne fast immer schien, sondern auch, weil die Laubfärbung wunderschön war. Fast wie Indian Summer, fast. Der Weg durch das Tannheimer Tal ist immer wieder ein Genuss und so flitzten wir mit Flitzi durch unbekannte österreichische Dörfer. Aus dem Augenwinkel sah ich ein lohnendes Fotoobjekt, drehte kurzerhand und hielt vor einem ehemaligen Bauernhof. Na, das hatte sich doch gelohnt!

Ausflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Nur wenig später kam das nächste interessante Gebäude, irgendwie passend zum Indian Summer mit der amerikanischen Nationalflagge. Ein alter VW-Käfer, mit Blumen geschmückt, auf dem Hof, eine Harley vor dem Eingang und draußen wie drinnen alles aus unbehandeltem Holz. Café Treibholz! Der Keeper lässig im amerikanischen T-Shirt und mit verknotetem Kopftuch, an Kuchen hatte er Cheese Cake oder Chocolate Cake. Laut dröhnende Country-Musik, sodass man kaum eine Bestellung aufgeben konnte. Ein Freak ganz offensichtlich! Nur eins hatte er nicht, die sprichwörtliche Freundlichkeit der Amerikaner. Da war noch viel Luft nach oben! Cooles Smiley

Ausflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Es war trotzdem nett und es gab viel zu sehen. Tische und Bänke waren aus Paletten gezimmert, Treibholz war aufgereiht, dazu schien die Sonne und die Berglandschaft direkt neben uns war traumhaft.

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Kurz danach ging es links ab nach Bschlabs. Und dann in vielen Kehren immer weiter nach oben. Jetzt wussten wir auch, warum wir vor dem ersten Schnee fahren sollten! Unterwegs kam ein Abzweig nach Namlos und da wusste Uschi, dass sie hier doch schon gewesen war, sehr, sehr früher. Bschlabs entpuppte sich dann als ein winziges Dorf mit Kirche, einem (geschlossenen) Wirtshaus und drei bis fünf Häusern.

Ausflug nach BschlabsAusflug nach Bschlabs

Aber die Gegend war schon eindrucksvoll! Wir fuhren noch ein Stück weiter auf der Serpentinenstraße, aber als es wieder bergab ging, drehte ich und wir fuhren auf direktem Weg nach Namlos. Die Anfahrt war dann noch um einiges spektakulärer. Eine schmale Straße mit beachtlicher Steigung, rechts die Felswand, links der Abgrund, ungesichert. Nur an den Kurven waren Leitplanken, die allerdings im Notfall wohl keinen PKW und schon gar kein Wohnmobil halten würden. Aber was will man mit Wohnmobil auch schon da oben? Wenn eine Ansammlung von Häusern am Ende einer endlosen Serpentinenstraße den Namen Namlos bekam, dann kann man sich in etwa vorstellen, wie es dort ausgesehen haben muss. Wir waren erstaunt, relativ viele Häuser vorzufinden und sogar ein Wirtshaus. Aber das braucht man vermutlich in dieser Einsamkeit. Wer wohnt hier freiwillig? Im Sommer ja vielleicht noch ganz schön, von den elendig langen Fahrten zum Einkaufen, zum Arzt, zur Arbeit mal abgesehen. Aber im Winter??? Gibt es Kinder, die zur Schule müssen? Gibt es einen Schulbus? Der braucht dann mindestens eine Stunde bis unten oder die Eltern müssen viermal am Tag diese Strecke bewältigen. Da wären Fahrgemeinschaften sicher hilfreich. Wir fuhren wieder hinab und waren uns einig, dass wir hier bei Schnee und Eis NICHT fahren wollten. Sind die Menschen, die sich für Namlos entschieden haben, automatisch auch furchtlos?

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Wir tankten auf der Heimfahrt noch preiswerten österreichischen Sprit (Benzin, keinen Marillenlikör) und fuhren mit einem Umweg über das Vilstal wieder zurück. Wie schön, dass wir Flitzi (hier) haben, sonst hätten wir nie Bschlabs und Namlos kennengelernt. Und auch das Café Treibholz nicht! Danke, WvS!!! Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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4 Kommentare zu “Namlos

  1. Bitte, gern geschehen. Ich freue mich weil es meinen Erinnerungen wieder auf die Sprünge geholfen hat – wir waren (damals noch unvermählt) in dem Gasthaus in Bschlabs, wo man ernsthaft überlegte bevor wir als Gäste akzeptiert wurden …. so ändern sich die Zeiten!

      • Auf die Idee etwas anderes als ein Doppelzimmer zu nehmen wäre ich vielleicht 1966 (21) aber nicht mehr 1975 (30) gekommen ….

      • Ja, schon klar! 😉 Aber ich meinte gar nicht, dass ihr zwei Einzelzimmer akzeptiert hättet, sondern dass man euch nur in diesen (zumindest offiziell) geduldet hätte und es aber vielleicht keine gab. Deswegen meine Frage! Dass man so lange überlegte, ist für die damalige Zeit verständlich. Immerhin war ja erst 1974 der Kuppeleiparagraph abgeschafft worden und vielleicht hatte sich das noch nicht bis in dieses hinterwäldlerische Bergdorf rumgesprochen!?!? 🙂

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