Es gibt uns noch :-)

 

Nachdem die Anfragen, ob es uns noch gibt und wie es uns geht, häufiger werden, raffen wir uns zu einem kleinen Update auf. Zwinkerndes Smiley Aufraffen deshalb, weil wir etwas ausgepowert sind, körperlich, aber hauptsächlich psychisch. Ein Haus (Uschis Elternhaus, auch wenn sie dort nicht lange gelebt hat) auszuräumen bedeutet, so gut wie jeden Gegenstand mindestens zweimal in die Hand zu nehmen. Einmal, um festzustellen, dass es ihn gibt und zur Entscheidung, was mit ihm geschehen soll und ein zweites Mal, um ihn in den Mülleimer zu werfen oder in eine/n Korb/Karton/Zimmerecke/Garage zu legen/stellen, damit er verkauft/verschenkt/behalten werden kann. Es müssen Ordner gesichtet, aussortiert und entsorgt werden. Bei dieser Tätigkeit fanden sich auf der Bühne (schwäbisch für Dachboden) sämtliche Studienunterlagen von Uschis Schwester, die seit über 30 Jahren in den U.S.A. lebt. Erstauntes Smiley Außerdem altes Spielzeug, selbstgefertigte Puppen von Uschis Mutter und ihre Kleidung, in mehreren alten Koffern. Die Kleidung der Mutter, die seit 27 Jahren nicht mehr lebt! Ihr Mann, Uschis Vater, hatte es damals wohl nicht über sich gebracht, die Kleidungsstücke aus dem Haus zu bringen. Auch das blieb jetzt uns. Es mussten Fotos und Dias gesichtet werden, die zahlreichen Filmspulen hat Uschi unbesehen entsorgt. Vieles hat uns ein privater Händler abgenommen, für kleines Geld. Aber wir waren ja froh um alles, was weg war. Einiges habe ich im Internet verkauft oder gegen Abholung verschenkt. Es gab an die 200 Bildbände Modelleisenbahn, unzählige VHS-Kassetten Modelleisenbahn und etliche DVDs mit dem Thema, na? Im Keller einen deckenhohen Metall-Büroschrank, voll mit kompletten Jahrgängen Modelleisenbahn. Verwirrtes Smiley Das meiste davon haben wir verschenkt oder so gut wie, wir waren froh, das nicht alles wegwerfen zu müssen.

Die größte Herausforderung allerdings war die Eisenbahnanlage. Es wurde nämlich sehr bald klar, dass nicht die Anlage selbst das Problem war, sondern die Räumlichkeiten. Der Zugang zum Kellergang und somit zum Garten war so verwinkelt, dass man mit größeren Teilen nicht um die Ecken kam und die beiden vorhandenen Fenster sind relativ klein. Es gab Interessenten, die Besichtigungstermine machten, aber nicht einhielten und auch nicht absagten, andere wurden krank, wieder andere wohnten zu weit weg. Es gab auch welche, die freimütig zugaben, dass, nach eingehender Überlegung, sie zu dem Ergebnis gekommen wären, dass dieses Projekt sie oder ihre finanziellen und räumlichen Möglichkeiten überfordern würde. Und dann waren da noch diejenigen, die die Anlage unbedingt haben wollten, weil sie schon seit Kindheitstagen rollendes Material sammelten, aber noch nie eine Anlage selbst betrieben hatten und weder über ein geeignetes Transportfahrzeug verfügten noch über fachkundiges Hilfs“personal“. Etwas kundigere Modellbahner hatten geschätzt, dass der fachgerechte Abbau der Anlage wohl den Einsatz von drei erfahrenen Männern über zwei bis drei Tage erfordern würde, vorausgesetzt, man will die Anlage ohne allzu große Verluste teilen, abtransportieren und später wieder aufbauen und zum Laufen bringen. Ich schrieb über Wochen Antworten auf Anfragen, ein Interessent nach dem anderen sprang ab und uns verließ langsam der Mut. Dann meldete sich jemand erneut, den ich ganz zu Beginn als unseriös eingestuft und nicht mehr kontaktiert hatte. Ein vielversprechender Mailwechsel überzeugte uns vom Gegenteil und so kam Anfang Mai dann tatsächlich ein ernsthafter Interessent aus Norddeutschland angereist. Mit einem auf den ersten Blick klar erkennbar viel zu kleinen Anhänger! Dem und den räumlichen Einschränkungen geschuldet konnten dann doch, wie befürchtet, nur wenige Teilbereiche der Anlage „am Stück“ abtransportiert werden, der größte Teil wurde „abgeräumt“ und die Überreste zum Wertstoffhof gebracht. Trauriges Smiley Zu dem Zeitpunkt war uns aber schon alles fast egal. Wir wollten nur noch fertig werden!

Das endgültige Leerräumen des Hauses erledigten zwei junge Männer, die solcher Art Arbeiten nebenberuflich machen, um sich etwas Geld zusätzlich zu verdienen. Sie arbeiteten gründlich, zuverlässig und schnell und nach zwei Wochenenden und ein paar Stunden zwischendurch war das Haus komplett leer. Ein eigenartiger Anblick, einerseits befreiend, andererseits sehr gefühlsbeladen.

Parallel zu all dem lief der bürokratische Teil und da lief einiges schief! Sarkastisches Smiley Und alles sehr langsam! Uschi brauchte eine vom deutschen Konsulat beglaubigte Vollmacht ihrer Schwester, um überhaupt einen Erbschein beantragen zu können. Ohne Erbschein geht gar nichts, kein Verkauf des Hauses, keine Kontoauflösung bei der Bank. Uschi war zwar seit Jahren im Besitz einer Generalvollmacht für die Bank, aber da fehlten die vier ausschlaggebenden Wörter „über meinen Tod hinaus“. Wohlgemerkt, die Vollmacht hatte ein Notar erstellt, vor vielen Jahren. Das nächste Konsulat für Uschis Schwester befindet sich in San Francisco, ca. 1600 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Recherchen ergaben, dass es einen Honorarkonsul in Seattle gibt. Auch noch über 300 km, aber dorthin hätte man mit dem PKW fahren können, aber erst, wenn der Pass über die Cascades, die große nordamerikanische Gebirgskette, wieder geöffnet, weil schneefrei, sein würde. Per Zufall erfuhr Uschi bei einem Telefonat mit dem Notariat, dass Honorarkonsule von deutschen Amtsgerichten nicht akzeptiert werden!!! Aber eventuell ein sogenannter notary public, das bliebe aber abzuwarten und läge im Ermessen des Gerichts! Aber probieren könne man es ja mal. Im Heimatsort von Uschis Schwester gibt es seit kurzem so jemanden und es ist sogar eine Deutsche, die Uschis Begleitbrief mit den notwendigen Erfordernissen lesen konnte und sogar mit dem zuständigen Amtsgericht hier in Deutschland telefonierte, um sich zu vergewissern, dass sie alles richtig erledigen würde. Zwei Wochen später war das entsprechende Schreiben mit Siegel versehen beim Notar und wurde tatsächlich vom Gericht anerkannt! Hurra!!! Smiley mit geöffnetem Mund Jetzt erst konnte Uschi einen Makler für das Haus beauftragen. Der machte ihr Hoffnungen, dass die Immobilie binnen kürzester Zeit verkauft sein würde. Tatsächlich fand sich erfreulich schnell ein Abnehmer und diese Woche hätte schon der Notartermin zur Unterzeichnung des Kaufvertrages stattfinden sollen, ABER es ergaben sich im letzten Moment Schwierigkeiten mit der Finanzierung. Das war dem Makler sehr unangenehm, er hat aber zum Glück noch mehr Kaufinteressenten. Jetzt heißt es also wieder warten… Augen rollendes Smiley Uschi könnte inzwischen ein Buch schreiben über alles das, was nicht geklappt hat oder zumindest schwierig war. Bei Behörden und Institutionen sitzen erschreckend viele Menschen, die ihren Job offenbar nicht mehr so verantwortungsvoll erledigen wie man es erwarten sollte. Die Mülltonnen wurden plötzlich nicht mehr geleert, obwohl es telefonisch anders besprochen war und die Müllgebühren inzwischen von Uschis Konto abgebucht wurden. Die Bank löste das Konto von Uschis Vater auf, obwohl Uschi deutlich gesagt hatte, dass sie Bescheid gibt, wenn es aufgelöst werden soll. Natürlich wird sie darüber nicht benachrichtigt, sondern wird erst aufmerksam, nachdem Rechnungen über nicht ausführbare Daueraufträge (Gas, Wasser, Strom, Gebäudeversicherung etc.) samt zu bezahlender Rückbuchungsgebühren per Post eintreffen. Sich auf jemanden verlassen ist nicht mehr ratsam, alles muss angezweifelt und überprüft werden. Das kann schon ganz schön nerven! Umso größer ist die Freude, wenn dann mal etwas ganz problemlos klappt. Smiley

So sieht es aus! Ich könnte jetzt hier wegfahren, meine Arbeit ist erledigt. Aber jetzt, wo es überall voll und voller ist, dazu (für mich zu) warm, zieht es mich nirgendwo anders hin. Also werde ich wohl auch noch ein wenig hierbleiben. Den nächsten fixen Termin haben wir erst am 1. September. Ab da haben wir auf einem Campingplatz auf Rügen gebucht, zwei Monate
USonneRSonneLSonneASonneUSonneB zum Pauschalpreis. 

Fuhrpark

Nein, Flitzi macht keine Sommerpause und er friert auch nicht! Aber nachdem er die Tage von innen (Ingrid) und von außen (Waschanlage) piccobello sauber gemacht wurde, haben wir ihn erst einmal verpackt. Cooles Smiley Nein, Scherz, es drohte ein heftiges Gewitter mit Hagel und da es eine Abdeckhaube für ihn gibt, haben wir ihm die mal vorsichtshalber übergestreift. Fix und Boxi und Oscarlotta haben so etwas ja nicht und hoffen immer, dass sie unbeschadet davon kommen! Bisher hat das geklappt, toi, toi, toi!!!

Gewitter erwartet

written by Ingrid
photos taken by Uschi with HUAWEI P10 Lite