Unverhofft kommt oft

 

Am Sonntag ging es nicht weiter, weder über Land- noch sonstige Straßen. Der Parkplatz war, als ich aufstand (früher als üblich, weil ich ja weiterfahren wollte), schon wieder total vollgeparkt. Klar, es war Sonntag und Freibadwetter! Das Wohnmobil auf dem ersten Platz war schon weg, dafür standen dort und auf den dazwischenliegenden Plätzen bis zu Oscarlotta PKWs. Grundsätzlich nicht toll, mir war es aber natürlich Recht. Dieses Problem gibt es immer, wenn die Wohnmobilstellplätze Bestandteil eines PKW-Parkplatzes sind. Ich wollte noch auf die VE-Station, aber das Geschehen auf dem Parkplatz war mir einfach zu busy. Ich beschloss, noch einen weiteren Ruhetag dranzuhängen. Im Laufe des Nachmittags kamen drei weitere Wohnmobile, der Bereich auf der anderen Seite war wundersamerweise frei geblieben. Zwei Mobile gehörten offensichtlich zusammen und fuhren nach ein paar Stunden auch wieder, man hatte sich wohl zum Sonntagsnachmittagskaffeetrinken getroffen. Mutter (um die 75) und Tochter (um die 50) trugen beide das gleiche Blümchen-Sommerkleid. Smiley mit geöffnetem Mund Ich hatte den Ehrgeiz, die Hitze ohne Einsatz meiner Dach-Klimaanlage auszuhalten (man könnte es auch Geiz nennen, 1 kW kostete €1), aber es war hart an der Grenze!

Eschede Am Montag war der Parkplatz LEER, kein Wohnmobil, ein PKW! Mein Stromgeld vom Vortag reichte noch haarscharf für zwei Kaffee. Cooles Smiley In aller Ruhe konnte ich ent- und versorgen und fuhr dann, wie geplant, über die Bundesstraßen 214 und 191 an Celle vorbei Richtung Uelzen. Bei der Ortsdurchfahrt von Eschede, 35km vor Uelzen, sah ich aus den Augenwinkeln ein Firmenschild: AC Auto Check Die Mehrmarkenwerkstatt Seemüller. Kurz danach kam ein Edeka-Markt, dort wendete ich kurzentschlossen und fuhr bei der Firma Seemüller auf den Hof. Im Büro schilderte ich mein Anliegen und fragte, ob die Möglichkeit sofortiger Hilfe bestehen würde. Daraufhin nahm sich der Chef persönlich der Sache an, ich bugsierte Oscarlotta direkt neben das Hallentor (Höhe nicht ausreichend und Halle voll) und nach kürzester Zeit war das Gerät zum Absaugen des Kältemittels angeschlossen. Ob ich wüsste, wieviel davon drin sein müsse? Nein, natürlich nicht und meine Betriebs- und Wartungsanleitung sagte zwar, dass es die Kühlflüssigkeit R134a sein solle, aber eine Mengenangabe fand ich nicht. Kein Problem für Herrn Seemüller, er telefonierte mal eben mit IVECO und bekam die Info, dass es 440g sein sollen. Es stellte sich heraus, dass ungefähr die Hälfte der Kühlflüssigkeit nicht mehr vorhanden war. Die letzte Wartung hatte ich im November 2017 in Auftrag gegeben und die Klimaanlage seitdem nicht benutzt. Dummerweise hatte ich damals auch nicht überprüft, ob sie funktioniert und das turnusmäßige Einschalten einmal im Monat, auch im Winter, sollte ich mir mal angewöhnen! Augen rollendes Smiley Leider löste das Wiederauffüllen mein Problem nicht. Es baute sich kein Druck auf und es kam weiterhin nur heiße Luft aus den Ausströmern. Das deutete entweder auf einen defekten Kompressor oder einen nicht funktionierenden Schalter (für was auch immer) hin. Herr Seemüller telefonierte erneut. Ein kompatibler Kompressor war verfügbar und ich gab mein okay, zumal er um €300 preiswerter sein würde als das Original von IVECO. Hoffentlich passt er! Bei den Starterbatterien ist es nämlich so, dass NUR die originale passt, alle anderen, die genauso gut sein würden, sind einen halben Zentimeter zu hoch! Herr Seemüller wird aber als erstes prüfen, ob ein Austausch besagten Schalters schon hilft. Den Kompressor könne er zurückgeben. Ich fühlte mich von Beginn an gut aufgehoben in dieser Werkstatt!

Jetzt hieß es wieder einen Tag überbrücken, der Kompressor war für Mittwochmorgen angekündigt. Ich fuhr zum Ortsausgang von Eschede und schaute mir den Stellplatz an. Nicht schlecht, aber kein Strom, dafür kostenfrei. Aber bei diesen Temperaturen dort einen ganzen Tag stehen? Ich entschied, noch die 35km nach Uelzen zu fahren in der Hoffnung, einen von 12 Plätzen auf dem Stellplatz am Sportboothafen zu erwischen. Und ich hatte wirklich Glück! Nicht nur, dass überhaupt noch etwas frei war (2 Plätze), ich bekam auch noch den besten überhaupt. Neben dem Clubhaus mit Restaurant und Gartenwirtschaft sind auf einer Aspaltfläche vier Plätze der für Stellplätze üblichen Größe nebeneinander (quer) angelegt und der fünfte Platz liegt wie ein T-Strich längs zu ihnen. Dazwischen der Fahrbereich. Von den vier querliegenden Plätzen hat man keinen Blick auf den Hafen, von Platz 5 aus schon! Das Allerbeste war aber die Stromregelung! Für einen Euro gibt es 6 Stunden Strom!!! In Windeseile hatte ich mein Stromkabel verlegt und die Klimaanlage angeworfen. Die sechs Stunden reichten aus, um Oscarlotta auf Schlaftemperatur herunterzukühlen. Während ich noch mit dem Kabel hantierte (ich musste es über den Fahrbereich ziehen und es reichte so gerade eben bis auf die Fahrerseite), schlenderte ein älterer Mann herbei. Wie sich herausstellte, der Nachbar mit Pössl vom letzten Platz gegenüber. Mein Mobil würde ihn so an seinen Großen erinnern. Und seine Heckgarage wäre auch immer so voll gewesen! (Was geht ihn der Inhalt meiner Heckgarage an?) Er folgte mir auf die Fahrerseite und schaute aufmerksam zu, wie ich mein Kabel ansteckte. ICH HASSE SO ETWAS! Ich würde aber den ganzen Tag voll in der Sonne stehen! Seine Frau und er hätten sich extra dicht an die Büsche gestellt, da wäre dann wenigstens am frühen Abend etwas Schatten. Entweder das oder er fahre wieder nach Hause, habe er zu seiner Frau gesagt. Und, nicht als Kritik gemeint, aber ich würde ihnen jetzt… Ich war drauf gefasst, zu hören, dass ich ihnen die Sicht nehme, aber es kam eine neue Variante: Ich würde ihnen das letzte bisschen Wind nehmen! Phhhh!!! Ich versicherte ihm, dass ich nur eine Nacht bleiben würde, wünschte ihm freundlich noch einen schönen Abend und verschwand nach innen. Die Dachklimaanlage haben wir 2011 oder 2012 nachrüsten lassen, als es noch im Gespräch war, Oscarlotta nach Nordamerika zu verschiffen. Sehr oft haben wir sie nicht gebraucht, allein schon deswegen, weil man im Sommer ja eigentlich nicht bei geschlossenen Fenstern, Luken und Türen drin sitzen möchte. Aber wenn sich ein Gewitter ankündigt, ist es eine feine Sache, wenn man den Innenraum rechtzeitig vorher runterkühlen kann, bevor man alles schließen muss. Und diesen Sommer habe ich sie so oft wie nie zuvor in so kurzen Abständen genutzt. Die Sommer werden immer heißer und ich werde immer hitzeempfindlicher! Enttäuschtes Smiley

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Bei einem kleinen Rundgang entdeckte ich dann die restlichen 7 der angepriesenen 12 Plätze. Die befinden sich auf dem Niveau des Yachthafens und haben eine separate Zufahrt, die mir (zum Glück) entgangen war. Sieben Plätze in einer Reihe, auf der 9 Wohnmobile standen! Alle mit Blick auf die Boote, aber den hatte ich ja auch! Zwinkerndes Smiley

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Bezahlt habe ich übrigens €8 für das Mobil/den Platz und €1 für mich. Im Preis enthalten ist die Nutzung des Sanitärgebäudes (Toiletten und Duschen) und die Abfallentsorgung. Sogar Mietfahrräder gibt es umsonst! Der Innenstadtbereich ist ca. 2,5km entfernt, per Rad, zu Fuß oder per Bus zu erreichen.

Fortsetzung folgt…

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.