Statusbericht Rügen Teil 2

 

Die schönen sonnigen Tage nutzten wir bisher für kurze oder längere Strandspaziergänge mit und ohne Einkehr, für Radtouren, für Überlandfahrten mit Fix und Boxi oder für Busfahrten nach Göhren oder Sellin. Einige stürmische Höhlentage gab es auch, aber erfreulich wenig Regen.

Strandkiosk Klein ZickerStrandkiosk Klein ZickerStrandpromenade Thiessow

Eines schönen Tages im September wollten wir per Bus nach Binz. Das bedeutet zweimal umsteigen, einmal in Göhren und einmal in Sellin, am sogenannten Serams Wendeplatz. Ich überlegte mir, dass wir für die Hinfahrt auch den Rasenden Roland nehmen könnten und Uschi war einverstanden. Also fuhren wir mit dem Bus nur bis Göhren zum Bahnhof und konnten sofort in den schon wartenden Zug, der hier seine Endstation hat, einsteigen.

Rasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender Roland

Ein Zug besteht immer aus der hervorragend gepflegten Kleinspurlok, vier geschlossenen Waggons, davon ein Speisewagen, einem offenen Aussichtswaggon und noch einmal vier geschlossenen Waggons, einer oder zwei davon für Gepäck- bzw. Fahrradtransport. Wir hatten Glück und ergatterten die letzten beiden Sitzplätze im offenen Waggon. Kurz darauf ging es auch schon los. Die Fahrpreise sind nicht ganz niedrig, aber einmal muss man das gemacht haben, wenn man schon hier ist. Die Gesamtstrecke geht von Göhren bis Lauterbach Mole und entweder fährt man von dort wieder zurück oder man steigt um auf ein Schiff und fährt mit diesem bis Sellin (umgedreht ist natürlich auch möglich). Die kombinierte Tour kostet pro Person €17,50 (Kinder 4–14 Jahre €10,50). Ein Hund kostet, unabhängig wie alt er ist, ebenfalls €10,50!!! Zwei Erwachsenen mit bis zu drei Kindern zahlen €45,00.

Kombitour Rasender Roland

Der Rasende Roland fährt bereits seit 120 Jahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30km/h und einer Spurbreite von 750mm über die Insel und erfreut sich ungebrochener Begeisterung bei den Touristen. Überall an der Strecke stehen filmende Enthusiasten. Die Gesamtstrecke beträgt 24km, für die der Zug eine gute Stunde braucht. Vielleicht würde er besser Fauchender Roland heißen, aber vor 120 Jahren waren 30km/h vermutlich schon rasend schnell. Laut lachen An den Stationen Putbus, Binz LB, Sellin Ost und Göhren laden gemütliche Bahnhofsgaststätten zur Einkehr ein.

Sellin OstHaltestelle Granitz

Wir fuhren also von Göhren bis Binz und zahlten dafür €6,60/Person. Hätten wir einen Hund dabei gehabt, wären noch einmal €3,30 fällig geworden und für Fahrräder je €3. Die Fahrstrecke bis Binz ist ein wenig langweilig, weil es fast nur durch Wald geht, kurz vor Binz durch das Waldgebiet der Granitz, von wo man auch fußläufig zum gleichnamigen Jagdschloss gelangt. Allerdings sind diese Buchenwälder wunderschön! Unangenehm wird es, wenn der Wind so steht, dass der Rauch in Richtung der Waggons geblasen wird. Er hat einen ganz spezifischen Geruch, den man nicht einatmen mag und den man den ganzen restlichen Tag in der Nase behält. Und der Rauchausstoß ist bei einer Dampflok schon gewaltig! Sicher auch nicht mehr klimapolitisch vertretbar, aber es bringt halt gutes Geld.

In Binz stiegen wir also aus und mussten dann noch eine ganze Weile an der Hauptstraße entlanglaufen, bis wir zur Fußgängerzone kamen. Es hätte natürlich auch die Möglichkeit gegeben, die Bäder-Bimmelbahn zu nehmen. Binz ist recht nett, die weißen Häuser in Bäderarchitektur sehen schön aus und wer hier hungrig oder durstig ist, hat eine Riesenauswahl. Bei schönem Wetter sind alle Tische in allen Gartenlokalen belegt! Uns zog es natürlich wieder zu Junge!!! Zwinkerndes Smiley

BinzBinz

Zurück nahmen wir dann den Bus. Da wir mit unserer Kurkarte ja erst ab Sellin kostenfrei fahren können, zahlten wir von Binz bis Sellin €3,20/Person. Das bedeutet, dass wir ganz schön sparen bei unseren kostenfreien Fahrten. Smiley

In Göhren angekommen hatten wir Glück und mussten nicht ein zweites Mal umsteigen, der Bus änderte seine Nummer und Zielanzeige und fuhr uns direkt zum Campingplatz.

Eine weitere Bustour machten wir nach Sellin. Dort fängt die Haupteinkaufsstraße und „Fressmeile“ direkt an der Bushaltestelle an. Sellin gefällt uns noch besser als Binz. Die Architektur und die Restaurantdichte ist zwar gleich, aber die Wilhelmstraße ist, obwohl keine Fußgängerzone, sehr hübsch mit ihren Bäumen zu beiden Seiten. Und das Highlight ist natürlich die Selliner Seebrücke! Vielleicht ist die Seebrücke von Ahlbeck auf Usedom durch den Loriot-Film „Pappa ante Portas“ bekannter und sie ist auch die ältere (1882), aber schöner ist sie sicher nicht. Wir kennen beide und uns gefällt die in Sellin besonders gut. Beiden Seebrücken gemeinsam ist, dass ihre weit ins Meer hineinragenden Stege durch Eisschollen zerstört wurden und wieder aufgebaut werden mussten. In Ahlbeck nur im Winter 1941/42, in Sellin zusätzlich noch 1918 und 1924. Erst in den 1970er-Jahren wurden die Holzpfosten gegen Stahlträger ausgetauscht, die vom Eis nicht mehr zerdrückt werden können. Das ist zwar sinnvoll, sieht aber lange nicht so schön aus. Baubeginn in Sellin war 1906 und außer dem Gebäude auf dem Brückenkopf (noch ohne die seitlichen Anbauten) entstand eine Seebrücke von sagenhaften 508 Metern. Nach der ersten Beschädigung durch Packeis baute man erneut auf „nur“ noch 500m auf, zusätzlich wurde aus dem Gebäude eine Konzerthalle, später genutzt als äußerst beliebtes Tanzlokal. Da über einen Zeitraum von 20 Jahren zu DDR-Zeiten nichts mehr renoviert wurde, musste das Gebäude samt Brückenkopf 1978 abgerissen werden. Erst 1991 begann der Wiederaufbau, unterstützt durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und orientiert an den Bauten von 1906 und 1925. Seit dem 2. April 1998 ist die Seebrücke wieder in Betrieb. Sie wurde zwar auf 394m verkürzt, ist damit aber immer noch die längste der Insel. (Quelle: Wikipedia)

Seebrücke SellinSeebrücke Sellin1. Seebrücke von 1906Die Seebrücke der 1930er-JahreZerstörung Winter 1924Zerstörung Winter 1942

Zur Seebrücke hinunter und wieder zur Stadt hinauf gibt es sowohl eine lange, steile und breite Treppe mit steinernen Ruhebänkchen als auch zwei breite Rampen und sogar einen kostenfreien Aufzug. Wer von uns nahm die Treppe und wer den Aufzug??? Cooles Smiley

In Göhren muss man von der Seebrücke zur Stadt ebenfalls ein paar Höhenmeter überwinden und es gibt auch einen Aufzug bzw. eine Zahnradbahn. Der Transport kostet allerdings einen Euro.

Seebrücke Göhren

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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