4 KostNixe zur Auswahl

 

Am Montag (letzter Woche) fuhren wir weiter. Wismar stand zur Auswahl oder Travemünde oder Lübeck. Entschieden haben wir uns dann für Scharbeutz. Smiley Dort war ich allein im Januar 2017, als ich nach unserer USA/Kanada-Tour über den Winter im Norden geblieben war. Uschi kannte Scharbeutz noch nicht und da es mir damals auf dem Stellplatz gut gefallen hatte, fuhren wir dort hin. Der „Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“ ist eine Kombination aus Campingplatz und Wohnmobilstellplatz und Ferienhausanlage. Das Drumherum (Rezeption, Sanitäranlagen) entspricht eher dem Standard eines Campingplatzes, die Größe der Stellflächen ist aber eindeutig Stellplatz. Auch hier ist es, wie so oft, zur Hauptsaison bestimmt nicht mehr lustig! Wenn nicht alle Mobile in derselben Richtung einparken (und das passiert sicher nicht), gibt es von Fahrer- zu Fahrerseite nicht einmal mehr zwei Meter Abstand. Augen rollendes Smiley Jetzt war alles gut, es kamen am Wochenende zwar erstaunlich viele Wohnmobile, aber die blieben fast alle im vorderen Bereich. Das mag an der Beschaffenheit der Zufahrtswege gelegen haben, die bestanden nämlich überwiegend aus wassergefüllten Schlaglöchern. Der gesamte Platz stand mehr oder weniger, eher mehr, unter Wasser. Kein Wunder bei einem Grundwasserspiegel von 60cm unter der Rasenoberfläche. Da weiß das Regenwasser nicht mehr, wohin es soll. Einige Plätze waren ein einziges Schlammloch! Wir fanden dennoch zwei akzeptable, direkt neben der WLAN-Antenne und organisierten uns zwei Holzpaletten von den leeren Nachbarplätzen.

ScharbeutzScharbeutz

Vor drei Jahren hatte ich noch €10/Nacht bezahlt, es war aber damals schon klar, dass die Preise erhöht werden würden. Jetzt bekommt man dafür nur noch einen sogenannten Bulli-Platz mit 6,50m Länge. Die normalen Wohnmobilplätze kosten €15 und größere Wohnwagenplätze fangen bei €25 an. Das alles sind die absoluten Nebensaisonpreise! In der Zwischensaison erhöhen sie sich alle um €5 und in der Hauptsaison auch noch einmal, die Wohnwagenplätze sogar um €9.

Stellplatz an der Rügenbrücke Stralsund Eine Besonderheit, die mir schon vor drei Jahren gut gefallen hatte und die es immer noch gibt, sind drei KostNix-Smarts in rot, gelb und silber und ein Viersitzer-Hyundai, die man stundenweise kostenfrei ausleihen kann, um einkaufen zu fahren oder eine Gasflasche im nahen Baumarkt zu tauschen. Gasflaschentausch gehört nämlich nicht zum Service. Dafür ist aber das WLAN ebenfalls kostenfrei. Leider konnten wir das nicht die ganze Zeit nutzen, am Donnerstag ging auf einmal nichts mehr! Ein Bagger, der in der Zufahrt zum Ferienpark arbeitete, hatte das Internetkabel erwischt und das, obwohl der Baggerführer extra die Pläne ausgehändigt bekommen hatte, um sehen zu können, wo die Kabel liegen. Sarkastisches Smiley

Bagger-DesasterBagger-DesasterBagger-DesasterBagger-DesasterBagger-Desaster

Da bei diesem Ferienpark so gut wie alles über Internet funktioniert, fielen u. a. die Stromzähler aus. Wir bezahlten also nur unseren Verbrauch bis einschließlich Mittwoch! Ein kWh kostet übrigens nur 49 Cent. Alles andere ist im Stellplatzpreis enthalten, es gibt eine VE-Station im Bereich der Rezeption und sehr schöne Sanitäranlagen mit Einzeltoiletten und kompletten Badezimmern mit Dusche, Waschbecken und Toilette, außerdem Waschmaschinen und Trockner und Gemeinschaftsküchen mit Essecken. Alles nett gemacht und sauber, ob die Menge allerdings bei Vollbelegung ausreicht, ist fraglich.

Zum Strand sind es nur ein paar Meter und in den „Ort“ führt einen schöner Promenaden-Holzweg, an dessen Ende sich einige Geschäfte, Boutiquen und Restaurants ansammeln, außerdem ein kleiner Kurpark und natürlich die Seebrücke. Früher galt der November in der Touristikbranche mal als „toter“ Monat, das scheint nicht mehr so zu sein. Speziell an den Wochenenden waren jede Menge Urlauber unterwegs und das waren nicht nur Tagesausflügler. An unserem letzten Abend gingen wir noch zu Gosch/Sylt, der hier eine Niederlassung hat, essen und der Laden war brechend voll! Erstauntes Smiley

Gosch in ScharbeutzFisch auf dem Trockenen

Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, es war überwiegend grau. Deswegen beschränkten sich unsere Aktivitäten auf zwei Einkaufsfahrten mit Smart und ein paar Gänge am Strand und auf der Promenade. Die Lichtverhältnisse luden nicht zum Fotografieren ein. Es gibt lediglich noch einige Fotos der verschiedenen Ferienhäuser, die ebenfalls zum Platz gehören. Die Anlage ist seit 2017 um einige Häuser gewachsen und sehr ansprechend gestaltet. Es hieß damals, dass mit Miethäuschen am allermeisten verdient werden kann. Es musste nur noch gewartet werden, bis die letzten Dauercamperverträge ausgelaufen waren.

„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“„Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“

Ich habe es noch nicht einmal geschafft, ein Foto von unseren beiden Mobilen zu schießen, da ich immer auf besseres Wetter gewartet habe. Am Abfahrtstag (Montag dieser Woche) blieb mir nichts anderes mehr übrig, aber da war Uschi dann schon weg. Cooles Smiley

mein PlatzUschis Platz

Und nicht vergessen: Morgen beginnt Oscarlottas Adventskalender!!!

Einladung Adventskalender 2019

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Und jährlich grüßt… – oder – Advent, Advent…

 

Jaha, es ist wieder soweit!!!

Der 9. Adventskalender in Folge auf dem Oscarlotta-Blog befindet sich in Wartestellung. Nur im ersten Blogjahr gab es noch keinen, weil uns die Idee erst später kam. Ja, es stimmt, unser Blog feiert in diesen Tagen 10-jähriges Jubiläum!!! Verliebt Begonnen haben wir mit unserem 1. Blogeintrag am 26. November 2009 und dem Start unserer Winterreise 2009/10, die wir, so wie jetzt gerade wieder, an der deutschen Nord- und Ostseeküste verbracht haben. Der damalige Winter war eine Besonderheit, die es nur alle paar Jahrzehnte mal gibt. Im Januar/Februar fror sogar die Nordsee großflächig zu, trotz Ebbe und Flut! Wir waren in St. Peter-Ording, Norddeutschlands Straßen versanken im Schneechaos, Oscarlotta verreckte die Starterbatterie, wir holten unsere Gasflaschen mit einem geliehenen Schlitten und zogen uns für draußen warm an. Wer Fotos sehen möchte = *klick*

Die Adventskalender 2011, 2012 und 2013 sind hier inzwischen leider nicht mehr verfügbar, sie fielen einem Umzug des Blogs zum Opfer. Trauriges Smiley Ich hatte so schon genug Malessen damit, da habe ich darauf verzichtet, mir diese Sisyphusarbeit auch noch anzutun. Wenn ihr die nachfolgenden Adventskalender (noch einmal) sehen möchtet, findet ihr sie am einfachsten über die Suche nach Monaten im Archiv in der rechten Seitenleiste unter dem Kalender. Und wer nur an den Fotos hinter den „Türchen“ interessiert ist, der findet jeweils am 25. Dezember einen Link zur Gesamtübersicht. Dieses Jahr wird es nicht ganz so opulent werden, ganz einfach in Ermangelung von geeigneten Fotos, da wir die meiste Zeit des Jahres mit anderem als reisen beschäftigt waren. Und nicht vergessen: Jeden Tag auf das „Türchen“ klicken und etwas warten!!!

OKAY!
Jetzt macht ihr es euch am besten schön gemütlich und wartet auf den Sonntag!!!

Auf dem Bauhof in Rerik

 

Unser nächstes Ziel war Rerik. Das liegt ganz zu Beginn (im Westen) der Küste, an der sich die bekannten Seebäder wie Kühlungsborn, Heiligendamm, Nienhagen und ganz im Osten Warnemünde befinden. Kennen wir alles, nur Rerik noch nicht. Wir entschieden uns für den Campingplatz. Pardon, CampingPARK! Zwinkerndes Smiley Ortsnah, nicht weit zum Strand, ganzjährig geöffnet, bezahlbar – und – es gibt einen separaten Wohnmobilstellplatzbereich mit 35 Plätzen außerhalb des eigentlichen Platzes. Uschi fuhr wie immer vor und wollte vor Ort entscheiden, wo wir schöner stehen. Jetzt in der Nebensaison kommt es preislich auf das gleiche heraus (€12/Nacht), ob man innerhalb des Campingparks steht oder eben auf dem Stellplatz. Es wurde dann der Stellplatz, weil es dort 1. fast leer war und 2. man in der Ferne zwischen den Bäumen hindurch ein Stück Ostsee erblicken konnte. Wir entschieden uns, erst einmal 3 Nächte bis zum Donnerstag zu bleiben. Wäsche waschen war mal wieder angesagt. Hierfür und zum Duschen erhält man gegen 5 Euro Pfand eine Karte, auf die man einen beliebigen Geldbetrag aufbuchen lässt. Waschmaschine und Trockner kosten je €3, beim Duschen werden alle 2 Sekunden 1 Cent fällig. Da muss man erst einmal rechnen! Die Karte bleibt auf einem Lesegerät in der Duschkabine liegen, es gibt einen stop-and-go Knopf zur Wasserregulierung. In Thiessow konnte man auch stoppen und zwei Minuten kosteten 50 Cent. Mit zwei Minuten komme ICH mit Haare waschen nicht aus, vier Minuten reichen mir so gerade eben. Ich rechnete aus, dass hier in Rerik fünf Minuten €1,50 kosten würden, aber mit der stop-and-go Funktion verbrauchte ich dann doch nur einen Euro und konnte trotzdem alles ganz in Ruhe erledigen. Das Geld, das man nicht verbraucht hat, bekommt man bei Abgabe der Karte wieder vergütet.

Rerik

Wir liefen am nächsten Tag bei Sonnenschein zum Meer. Der Weg dorthin führt ein kleines Stück die Straße in den Ort entlang und biegt dann ab zu einem Parkplatz. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten, entweder eine lange Treppe zum Strand hinunter oder oberhalb der Steilküste auf einem kleinen Pfad bis in den Ort bzw. zur Seebrücke. Am Strand zu laufen war etwas beschwerlich, der Sand war nicht fest und es gibt sehr viele Steine.

Rerik RerikRerikRerikRerikRerikRerikRerikRerikSeebrücke Rerik

Rerik selbst bietet nur im Sommer etwas. Es gibt einen schönen Hafenbereich, an dem sich Restaurants, Eisdielen und Geschäfte befinden, die jetzt natürlich schon fast alle geschlossen waren.

RerikRerikRerikRerikRerikRerik

Ein geöffnetes Café mit sensationell leckerem Käsekuchen aus eigener Herstellung (22 verschiedenen Variationen, allerdings nicht gleichzeitig, zumindest nicht jetzt in der Nachsaison) haben wir dann zum Glück noch gefunden und einen überraschend gut sortierten Edeka-Markt. Wir beschlossen, bis zum Sonntag zu verlängern. Der Rezeptionist stand mit seiner Familie an der Kasse vor uns und wir teilten ihm unseren Entschluss schon einmal mit. Smiley

Am nächsten Tag stellte sich dann allerdings heraus, dass die Entscheidung für den Stellplatzbereich vielleicht doch nicht die beste war. Ich wurde geweckt von rhythmischem Männergeschrei. Was machten die??? Ich war noch viel zu müde, um nachzuschauen und versuchte, weiterzuschlafen. Das gelang mir aber nur mittelmäßig. Beim ersten Blick aus meinem Schlafzimmerfenster sah ich Männer, die die Bespannung der großen Mehrzweckhalle auswechselten. Die alte lag schon großflächig direkt vor unseren Mobilen, die neue wurde Zentimeter für Zentimeter über das Gestell gezogen. Am nächsten Morgen holte ein Gabelstapler die vorher direkt neben meinem Bett lautstark zu einem großen Paket zusammengelegte alte Hallenabdeckung ab. Am Nachmittag fing ein Bagger an, Sand zu verteilen. Im Dauercamperbereich direkt nebenan sollten neue Stellplätze entstehen. Der Sand war bei uns abgeladen worden. Wir überlegten, in den Campingplatz umzuziehen, aber der Baggerfahrer versicherte Uschi, dass er am nächsten Tag nicht arbeiten würde, da er zum 70. Geburtstag seines besten Freundes eingeladen sei. Wir blieben also stehen. Am nächsten Morgen um 7:15 Uhr (!) schreckte mich ein lauter metallischer Knall aus meinen Träumen. Was um alles in der Welt war das nun wieder??? Uschi, die auch davon geweckt worden war, klärte mich später auf. Ein LKW mit Kippvorrichtung hatte Erde abgeladen! Grrrrr… Zähnezeigendes Smiley Natürlich fuhr am Nachmittag auch der Bagger wieder, mit einem anderen Fahrer! Jetzt war aber schon Freitag und wir hofften einfach, dass am Samstag nicht gearbeitet werden würde. Dem war dann auch so. Es ist uns schon klar, dass solche Arbeiten in der Nach- oder Vorsaison erledigt werden müssen, aber vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, uns bei unserer Ankunft darüber zu informieren. Trotz alledem hat es uns gut gefallen, vor allem, weil wir die meiste Zeit allein auf dem Platz standen. Der Strompreis war mit €1 für 3kWh sehr günstig und im Gegensatz zu Barth wurde genau angezeigt, wieviel Restguthaben noch vorhanden war. Das nützte ich, um mal festzustellen, wieviel mein Kühlschrank verbraucht, wenn er auf Strom läuft. Die Idee entstand, als ich beim Aufstehen kein Gas mehr hatte, aber nicht im Nachthemd raus wollte, um die Flasche zu tauschen. Also stellte ich den Kühlschrank auf Strom um. Als kurze Zeit später der Strom auch aufgebraucht war, beschloss ich, den Kühlschrank vier Stunden mit Strom und vier Stunden mit Gas laufen zu lassen und die entsprechenden Zählerstände miteinander zu vergleichen. Aus der Differenz errechnete ich einen Verbrauch von ziemlich genau 1kWh/24Std. für den Kühlschrank. Diese Berechnung ist allerdings insofern nicht ganz exakt, als ich während der zwei Testphasen nicht die gleichen Bedingungen hatte (Heizung, Licht, Computer). Ich werde es bei passender Gelegenheit noch einmal wiederholen und dann im Sommer auch noch einmal.

Der Campingpark Rerik hat wie Thiessow auch interessante Langzeitangebote für das Frühjahr und den Herbst, jeweils €345 für 6½ – 7 Wochen, incl. 2 Erwachsene (etwas teurer als Thiessow) und ein wirklich superpreiswertes Winterangebot von €350 für den Zeitraum 1. November bis 31. März. Das sind gerade mal €2,30/Tag!!! Da würde man in Thiessow schon für nur eine Person mehr als das Doppelte bezahlen. Im Jahresschnitt bietet Rerik für €1400 Jahresgebühr (Dauerstellplatz von Anfang April bis Ende Oktober) allerdings zwei Monate weniger als Thiessow für den gleichen Betrag, wenn man sich dort von Angebot zu Angebot hangelt (für eine Person berechnet). Es ist ganz gut, so etwas im Hinterkopf zu behalten, man weiß ja nie… Cooles Smiley

RerikRerik

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

An der Peripherie von Rügen

 

Stellplatz an der Rügenbrücke Stralsund Oscarlotta ist wieder upgedatet, nicht nur HU und AU ohne Beanstandungen, sondern auch zwei neue Bordbatterien sind an Bord. Smiley Um kurz nach 8 (!) Uhr war ich bereits an der Werkstatt, die nicht allzu weit vom Stellplatz an der Rügenbrücke entfernt ist. Oscarlotta wurde sofort zur Abgasuntersuchung gebracht und ich wartete in der Aufenthaltsecke auf Uschi, die um halb zehn mit frischen Brötchen zum Frühstück nachkam. In Boxi saß es sich dann etwas gemütlicher und einen Kaffee gab es auch! Es dauerte dann allerdings noch bis 12 Uhr, bis der Meister Bescheid sagte, dass nach der Mittagspause um halb eins die Batterien dran seien. Ich hatte darum gebeten, eine Viertelstunde Vorlauf und ein Eckchen in der Werkstatthalle zu bekommen, da einiges aus der Heckgarage ausgeräumt werden musste. Die Batterien sitzen nämlich in einem Fach im Doppelboden. Uschi half mir, wir klappten den Fahrradträger mit den Rädern um und räumten den Zugang von der hinteren Heckklappe aus frei. Meine Überlegungen und Bedenken im Voraus bezüglich der Solarregler, die nicht ohne Anschluss an den Batterien arbeiten sollten, erübrigten sich erfreulicherweise. In der Halle war es so dunkel, dass die Regler sich bereits ausgeschaltet hatten. Vorsichtshalber wurden trotzdem nicht beide Akkus gleichzeitig abgeklemmt, sondern einer nach dem anderen. Der Werkstattmensch meinte, wenn die neuen Akkus auch wieder 12½ Jahre halten, dann wäre sicher vorher schon ein neues Wohnmobil fällig. Ich meinte, dass nicht sicher sei, ob ICH die 12½ Jahre noch durchhalte. Das ist auch eine neue Erfahrung, dass man so langsam anfängt, sich zu fragen, wie lange man dieses Leben noch so führen kann. Und was danach kommt. Eine nette Angestellte beim LPG tanken, mit der sich ein längeres Gespräch entwickelte, weil sie mich fragte, ob ich alleine unterwegs sei, meinte, es wäre notwendig, einen Plan B zu haben. Den gibt es aber erst in Fragmenten und er lockt mich auch nicht sonderlich. Enttäuschtes Smiley

Doch zurück zur Werkstatt! Als ich mit dem Mechaniker über meine Aufbautür reden wollte, stellte ich überrascht fest, dass der untere „Tannenbaum“ bereits wieder angeschraubt war. Ein probeweises Schließen und Öffnen der Tür ergab, dass sie sich mit dem kleinen Finger öffnen ließ!!! Daumen hoch Hartal hatte mir per eMail mitgeteilt, dass entweder die Scharniere abgeschraubt und neu eingestellt oder die „Tannenbäume“ etwas schräg gestellt werden müssten. Letzteres wurde gemacht und zumindest im Moment scheint es das Problem zu beheben. Ich hoffe, es bleibt dabei! Ach ja, neue Wischerblätter waren auch schon montiert und sogar das rechte wischt AUF der Scheibe. Ich hoffe, es…

Bis die Heckgarage wieder komplett eingeräumt war und Oscarlotta aus der Halle fahren durfte, wurde es 14 Uhr. Langsam merkte ich, dass ich in der Nacht zuvor viel zu wenig Schlaf bekommen hatte und so war ich nur noch in der Lage, zum Stellplatz zurückzufahren.

Weil das Wetter seit Sonntag regnerisch war, hatten wir es noch nicht in die Stralsunder Innenstadt geschafft und deswegen beschlossen, noch länger auf dem Stellplatz zu bleiben. Er liegt direkt neben der Rügenbrücke, wird von der Firma Caravan-Center Dahnke betrieben, ist mit €16 schon nicht mehr ganz preiswert und trotzdem im Sommer ständig voll. Trotz Schotterrasen stand der Platz großflächig unter Wasser! Ganz ruhig ist es dort nicht, aber man hat alles, was man braucht und ist in 20 Minuten zu Fuß in der Altstadt. Oder man fährt, so wie ich, für zwei Euro mit dem Bus, der direkt am Stellplatz hält.

Am Mittwoch regnete es nicht mehr, Uschi lief, ich fuhr und am Alten Markt trafen wir uns. Vor zwei Jahren konnten wir die St.-Nikolai-Kirche nicht besichtigen, da für den nächsten Tag der damals noch amtierende Bundespräsident Gauck zu Besuch erwartet wurde und man noch putzen musste! Smiley mit geöffnetem Mund Diese Kirche haben wir das erste und bisher einzige Mal 2002 von innen gesehen und waren damals schon sehr angetan von den Restaurierungsarbeiten, die sehr vielversprechend erschienen. Dieses Mal gelang es, uns von den Ergebnissen zu überzeugen. Es ist noch lange nicht alles fertig, aber das, was fertiggestellt ist, ist traumhaft schön! Dafür und damit es weitergeht, haben wir gerne die 3 Euro Eintritt gezahlt.

St.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche Stralsund

Eine Astronomische Uhr gibt es auch, aber sie ist lange nicht so schön wie die in der Rostocker Marienkirche, obwohl sie von demselben Erbauer, dem Uhrmacher Nikolaus Lilienfeld, stammt. Und der hat nicht etwa erst die Uhr in Stralsund und dann die bedeutend aufwändigere in Rostock gebaut, sondern andersherum, Rostock 1379, Stralsund 1394. Die in Rostock funktioniert immer noch und hat vom November 2017 an ihre 5. Scheibe montiert bekommen. Jede Scheibe reicht nämlich „nur“ 133 Jahre! Damit hat sich auch unsere Frage von 2017 beantwortet, als wir in Rostock vor der Uhr standen, siehe „hier“. Zwinkerndes Smiley Die Astronomische Uhr in Stralsund läuft seit einer vermuteten Beschädigung im 16. Jahrhundert nicht mehr, ist in ihrem originären Zustand aber fast komplett erhalten und gilt deswegen als die älteste mechanische Uhr der Welt. (Quelle Wikipedia)

St.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche StralsundSt.-Nikolai-Kirche Stralsund

In einer Nische warteten einige Krippenfiguren auf ihren nächsten Einsatz, ist ja schon bald…

KrippenfigurenKrippenfiguren

Nebenan, zwischen Kirche und Rathaus, entdeckten wir eine offenbar alte Passage. (Laut Wikipedia handelt es sich um das Gebäude einer der zwei erhaltenen Stadtwaagen von Stralsund aus dem 13. oder 14. Jahrhundert) Eine Büste des schwedischen Königs Gustav II. Adolf stand angestrahlt in einer der vielen Nischen. Geschichte gehörte früher nicht zu meinen Lieblingsfächern, es kann aber gut sein, dass ich schon von ihm gehört hatte. Cooles Smiley Er spielte im Dreißigjährigen Krieg eine tragende Rolle, da er u. a. durch seinen Kriegseintritt Stralsund im Jahre 1630 von der Belagerung durch die Truppen des Habsburger Kaisers Ferdinand II. befreite (mehr für Geschichtsinteressierte „hier“). Er war als Kriegsherr selbst an den Schlachten beteiligt und verstarb auf einer solchen 1632 mit gerade mal 38 Jahren. Trotzdem war er 21 Jahre lang auf dem schwedischen Königsthron, musste bereits mit 17 Jahren die Nachfolge seines Vaters antreten und dafür vorzeitig für mündig erklärt werden. Trotz der kriegerischen Zeiten muss genug Gelegenheit für (Fr)Essgelage gewesen sein, wie die Fotos beweisen. Und er sah viel älter aus als er nach Jahren war, finde ich!

Alte Stadtwaage StralsundAlte Stadtwaage StralsundGustav II. AdolfGustav II. Adolf

Wir hatten auch noch Zeit für unser leibliches Wohl und Junge gibt es in Stralsund (natürlich!) auch. Zwinkerndes Smiley

Bäckereicafé Junge StralsundBäckereicafé Junge Stralsund

Am Donnerstag bekam Uschi bzw. Boxi von den Monteuren der Firma Dahnke eine neue Wasserdruckpumpe eingebaut, da ihre alte sie seit Wochen mit unkontrolliertem und nicht nachvollziehbarem selbsttätigen Einschalten in unregelmäßigen Abständen nervte. Undichtigkeiten waren nicht auffindbar. Dahnke hat einen Reparaturterminvorlauf von mehreren Wochen, auch jetzt noch im November. Die neue Pumpe hatte Uschi schon von Thiessow aus telefonisch bestellt und bereits abgeholt, in der Hoffnung, dass die alte Pumpe noch eine Weile still hält. Als dem nicht so war, erreichte sie mit hartnäckiger Bitte um Soforthilfe dann doch, dass am nächsten Tag jemand zu ihr auf den Stellplatz kam. Wir finden, so etwas muss aber auch drin sein, wenn ein Stellplatz von einem Wohnmobilhändler mit angeschlossener Werkstatt betrieben wird.

Nach vollendeter Tat liefen wir nur noch zum nahegelegenen Rewe-Markt, der allerdings für unseren Geschmack nicht besonders gut sortiert war.

Barth

Am Freitag sind wir ein kleines Stück weitergefahren, bis in das Städtchen Barth. Es liegt am südlichen Ufer des Barther Boddens. Von seinem Hafen aus gibt es einen Schiffspendelverkehr nach Zingst, das quasi gegenüber liegt. Bestimmt eine schöne Tour, aber die Saison war natürlich schon vorbei.

BarthBarthBarth

Der Wohnmobilstellplatz liegt am Segler-Verein und bietet Platz für 30 Mobile. An der Slipanlage mit Blick auf Bodden und Hafen können allerdings nur ca. 5-6 Mobile stehen, die anderen müssen mit einem Grundstück ohne Wasserblick vorlieb nehmen. Zumindest im Winter ist das so, da ein Teil der Fläche von an Land gebrachten Booten eingenommen wird. Der Platz ist eher einfacher Natur, unparzellierte Rasenflächen, die jetzt schon recht schlammig waren mit tiefen Spuren von den Fahrzeugen, die die Boote über den Winter aus dem Wasser geholt hatten. Dafür kostet es aber auch „nur“ €12 und für einen Euro sollte es 3kWh Strom geben. Das war die Aussage der Hafenmeisterin, im Internet und in den diversen Stellplatz-Apps finden sich völlig widersprüchliche Angaben zu den Preisen und den Öffnungszeiten. Fakt ist, dass man immer nur einen Euro in den Stromautomaten einwerfen kann, worauf neben dem gewählten Anschluss eine Kontrollampe leuchtet. Leuchtet = Strom, leuchtet nicht = kein Strom! Nun wissen wir ja ziemlich genau, wie weit bei uns 3kWh reichen, bei mir 48 Stunden unter den schlechtesten Bedingungen, nämlich ohne Solarertrag bei nicht vorhandener Sonne. Am Freitag um 14 Uhr aktivierte ich meine Steckdose, am nächsten Mittag zeigte mein Panel kein Stromsymbol mehr an. Uschi verbraucht nicht so viel Strom, aber auch bei ihr leuchtete kein Lämpchen mehr. Also nachwerfen! Diesmal reichte der Euro von 13:30 bis Mitternacht! Ich hatte keine stromfressenden Verbraucher angeschlossen, mein Kühlschrank lief wie immer auf Gas. Am Sonntag schien die Sonne und ich gab der Solarladung den Vorrang. Trotzdem war am frühen Abend der Strom wieder weg! Bei Uschi war es ähnlich. Nach welchen Kriterien dieser Stromautomat agierte, wurde uns nicht klar. Weder 24 Stunden noch der Verbrauch von 1kWh wurden jeweils erreicht. Da über das Wochenende niemand erreichbar war, blieb uns nichts anderes übrig, als Geld nachzuwerfen. Bei mir wurden es dann insgesamt 5 Euro! Ja, ich hätte meine neuen Batterien testen können, aber meine Kaffeemaschine läuft nur mit 230V und das ist für mich ein schlagendes Argument! Smiley

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Der Hafenbereich ist recht hübsch gestaltet und in der Saison ist auch bestimmt einiges los. Jetzt war fast alles bereits geschlossen, erfreulicherweise das Vereinslokal nicht. Am Samstagnachmittag holte ich dort leckeren lauwarmen Pflaumenkuchen und am Sonntagabend gingen wir Fisch essen. Preiswert, gut und reichlich! Das Lokal ist sehr nett eingerichtet und, wie wir feststellen konnten, auch sehr beliebt.

Barth

Nachmittags hatten wir das schöne Wetter für einen Erkundungsspaziergang rund um den Hafen genutzt

BarthBarthBarthBarthBarthBarthBarth

und dabei auch eine weitere Möglichkeit entdeckt, mit dem Wohnmobil übernachten zu können. Auf einem öffentlichen Parkplatz gibt es (laut Promobil) Flächen für 10 Mobile und auch Stromsäulen. Wir haben sie nur aus der Entfernung gesehen und nicht nachgezählt. Den Preis von €7/Nacht können wir aber bestätigen, da er am Parkscheinautomaten angezeigt wurde.

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Trotz der nicht ganz optimalen Bedingungen (schlammiger Untergrund, Gemeinschaftsduschen, Strombedingungen, zum Spülen der Toilettenkassette muss per Eimer Wasser aus dem Bodden geholt werden, das eigentlich vorhandene kostenlose WLAN war nicht verfügbar) hat es uns gut dort gefallen. Das lag aber hauptsächlich an unseren Plätzen mit der schönen Aussicht. Ein (abends beleuchteter) Hafen vor dem Fenster zur einen Seite und zur anderen der Blick auf den Bodden ist auch etwas, an das man sich gewöhnen könnte. Im Sommer sicher noch interessanter mit regem Schiffs- und Bootsverkehr, aber dann wäre es uns schon wieder zu turbulent.

BarthBarth

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße (bessere Qualität) bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Abschlussbericht Rügen

 

Auf Rügen gibt es natürlich noch ein paar mehr Highlights außer Putbus oder Klein Zicker oder dem Rügen-Markt. Unser tägliches Highlight (sorry, wenn ich mich wiederhole) war aber nach wie vor unser Ausblick. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele Sonnenuntergangsfotos in so kurzer Zeit gemacht zu haben. Die erhofften Kraniche haben sich leider bei uns nicht niedergelassen und bei unseren diversen Ausflugsfahrten haben wir sie auch nicht gesehen. Dafür aber umso mehr Wildgänse! Und die veranstalten auch schon ein ganz schönes Geschrei. Smiley mit geöffnetem Mund

Thiessow Ausblick

Die Stubnitz auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten Rügens mit dem berühmten Königsstuhl und den sonstigen Kreidefelsen haben wir ausgelassen, aber zum Kap Arkona sind wir mal wieder gefahren. Die Leuchttürme haben wir allerdings nur aus der Entfernung gesehen, wir sind nur bis zum Fischerdörfchen Vitt gelaufen. Die wenigen Menschen, die dort noch leben, sind bestimmt froh, wenn die Saison vorbei ist und nicht mehr jeden Tag hunderte von Touristen durch ihre Vorgärten laufen. Verwirrtes Smiley

Kap ArkonaKap ArkonaVittVitt

Im Westen der Insel waren wir noch, auf der Insel Ummanz. Dort werden Kranichbeobachtungstouren, zu Fuß und per Schiff, angeboten, aber dafür war es schon zu spät im Jahr. Wir haben einfach nur die Landschaft genossen und konnten Ummanz einmal umrunden. Es gibt einige Campingplätze dort, aber man ist schon sehr weit von allem entfernt. In Gingst hatten wir auf der Hinfahrt ein vielversprechendes Café an der Hauptstraße entdeckt, erkennbar an einem Tisch und zwei Stühlen auf dem Gehweg und einem Schild. Auf dem Rückweg kehrten wir dort ein und entdeckten ein kleines Museums“dorf“. Das Café war gleichzeitig ein Verkaufsladen, Kaffee und Kuchen gab es in/auf handgefertigtem Keramikgeschirr.

GingstGingstGingstGingstGingstGingstGingstGingst

Ja, und dann stand noch Prora auf meiner Wunschliste! Vor zwei Jahren waren wir das erste Mal dort („hier“ nachzulesen) und hatten über die Sanierungsfortschritte gestaunt und was man aus so altem Gemäuer entstehen lassen kann. Zu den Ruinen hatten wir es damals nicht geschafft und das holten wir jetzt nach. An der Nordflanke des 4,7km langen Kolosses besteht ein Block überwiegend nur noch aus Trümmerresten. Hier wurden während der Besetzung durch die Sowjetarmee 1945 und später durch NVA-Einheiten Schießübungen vorgenommen, Nahkampf- und Häuserkampfübungen absolviert und Sprengversuche gemacht. Durch die massive Stahlbetonbauweise konnte allerdings nicht alles zum Einsturz gebracht werden. Nach Kriegsende versuchte man, die Gebäude zu demontieren. Ein „Abbau per Hand“ durch verpflichtete Ortsansässige musste nach einigen Unfällen mit Todesfolge aufgegeben werden. Ende der 1940er-/Anfang der 1950er-Jahre wurde aus Sicherheitsgründen der nur bis zum 4. Stockwerk errichtete vierte Block vollständig gesprengt. Seine Trümmer sollen noch im Wald verstreut liegen. Wir haben uns nur den Block 3 angesehen, das war schon ausreichend. Uschi mag so etwas überhaupt nicht, mich fasziniert es.

ProraProraProraProraProraProraProraProraProraProraProraProra

Der große Festplatz in der Mitte der Anlage war eine Großbaustelle und gesperrt. Wir wollten eigentlich noch nachsehen, was sich bei den vor zwei Jahren in Renovierung befindlichen Blöcken getan hatte, fanden aber keinen Parkplatz. Okay, wir hätten das Verbotsschild für Wohnmobile über 2,8t einfach übersehen sollen! Cooles Smiley

Da wir nun keinen Kaffee bekommen hatten, beschlossen wir, auf der Rückfahrt in einem Restaurant zu Abend zu essen. Aber wo? In Sellin kamen wir am Kleinbahnhof (jetzt für den Rasenden Roland) vorbei und fuhren kurzentschlossen auf den Parkplatz. Eine gute Entscheidung! Das ehemalige originale Bahnhofsgebäude mit Fahrkartenverkauf, Gepäckraum und Wartehalle, in Betrieb seit Ende des 19. Jahrhunderts, wurde 1999 zum Restaurant umgebaut unter Beibehaltung vieler Eisenbahnmerkmale. So sitzt man in der 1. Klasse stilgerecht im Ambiente eines Reisesalonwagens mit den typischen alten Glaslampen, Wandmalereien, Holzvertäfelungen und Seidentapeten.

SellinSellinSellinSellinSellin

SellinIn der 2. Klasse wurden alte Kirchenbänke zu Sitzbänken umgebaut

 

 

 

 

 

 

 

 

und in der 3. Klasse sitzt man in einem gemütlichen Holzklassenwagon auf originalen Holzbänken mit nostalgischem Flair.

Sellin

Es hat uns nicht nur sehr gut gefallen, sondern auch geschmeckt!

In der letzten Oktoberwoche fuhren wir ein letztes Mal mit dem Bus nach Göhren, in der Annahme, dass er wie immer den Abstecher nach Alt Reddewitz macht. Dem war aber nicht so, weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt. Anscheinend gelten mit dem schon in Kraft getretenen Winterfahrplan andere Bedingungen. So konnten wir also nur von Göhren Abschied nehmen. Hätten wir vielleicht auch ein Schloss dort lassen sollen, um sicherzustellen, dass wir wiederkommen möchten?

GöhrenGöhrenGöhrenGöhrenGöhren

Leider ist unsere Zeit auf Rügen jetzt schon wieder herum. Enttäuschtes Smiley Am Donnerstag letzter Woche (31. Okt.) hätten wir schon abreisen müssen. Für Dienstag dieser Woche hatte ich einen Termin für Oscarlotta in einer Iveco-Werkstatt in Stralsund vereinbart, die HU ist wieder fällig, ein Ölwechsel sollte auch mal wieder gemacht werden sowie alle anderen notwendigen Servicemaßnahmen. Da die Aufbaubatterien inzwischen 12½ Jahre alt sind, was ja schon eine Sensation ist, traue ich mich nicht, noch einen Winter in Deutschland damit anzugehen. Also werde ich Oscarlotta und mir zwei neue Gel-Akkus spendieren. Natürlich müssten wir im Anschluss an unser Herbstangebot in Thiessow den vollen Preis von €18 pro Nacht bezahlen (Nachsaison, 1 Mobil, 1 Person), aber der Stellplatz in Stralsund kostet inzwischen auch schon €16. Ich beschloss für mich, die zwei Euro mehr mit Vergnügen zu investieren für die Ruhe und den Ausblick und erst am Sonntag oder am Montag nach Stralsund zu fahren. Uschi blieb noch eine weitere Nacht und fuhr dann am Freitag schon einmal vor. Am Donnerstag machten wir bei Sonnenschein unseren gemeinsamen Abschiedsspaziergang an den Strand

ThiessowThiessowThiessowThiessowThiessowThiessowThiessowThiessow

und durften anschließend noch einmal einen herrlichen Sonnenuntergang bewundern. Verliebt

SonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

Ich machte am Freitag Nachmittag eine allerletzte Abschiedsrunde, da für Samstag Regen angesagt war. Zum ersten Mal blies ein ekelhaft kalter Wind, ich hatte den ganzen Strand für mich allein, aber mein Spaziergang fiel dann doch etwas kürzer aus. Es ist spürbar kälter geworden, aber solange die Sonne wenigstens ab und zu scheint, ist alles gut. Und das tat sie die letzten Tage immer mal wieder. Wie anders die Landschaft doch aussieht, mit oder ohne Sonne!

ThiessowThiessowThiessow

Ich erledigte in weiser Voraussicht nach meinem Spaziergang auch gleich noch meine Außenarbeiten, sodass ich am Sonntag nur noch mein Stromkabel abziehen und verstauen müsste und von den Keilen fahren. Das war eine gute Entscheidung, denn am nächsten Tag regnete es fast ununterbrochen. Ich hätte mit absolut keinem Sonnenuntergangs-Abendhimmel gerechnet, aber ich wurde dann doch noch überrascht!

Sonnenuntergang

In der Rezeption hatte ich ausgehandelt, dass ich nicht bereits um 10 Uhr abgereist sein muss, sondern erst um 12! Offiziell war am Sonntag der letzte Tag der Saison und der Rezeptionist hatte anschließend Feierabend. Der Campingplatz schließt zwar nicht über den Winter, aber es kann durchaus sein, dass die Rezeption tagelang nicht besetzt ist, wenn keine Gäste auf dem Platz sind. Es gibt auch für den Winter ein Angebot, man kann sein Wohnmobil oder seinen Wohnwagen von Anfang November bis Ende März für €199 stehenlassen und zahlt bei Anwesenheit dann noch die Personengebühr von €3,50 zusätzlich. Dann wird das vordere Sanitärgebäude geöffnet und geheizt, die Platzbeleuchtung eingeschaltet (nur im vorderen Platzbereich) und ein Ansprechpartner ist stundenweise oder nach Absprache anwesend, um z. B. Gasflaschen zu tauschen oder Dusch- und Waschmaschinenmarken zu kaufen. Das Waschen und Trocknen kostet hier übrigens pro Durchgang nur EINEN sagenhaften Euro (sonst i. d. R. €2,50 oder sogar €3)!!!

Am Sonntag hörte es netterweise auf zu regnen, als ich soweit fertig war, um raus zu müssen. Meine Keile bzw. Auffahrplatten waren innerhalb der zwei Monate so weit in den Boden gedrückt worden, dass in allen Zwischenräumen Erde war und schon Gras herauswuchs. Smiley Mein Stromverbrauch hielt sich in erfreulichen Grenzen, im Schnitt ein Kilowatt pro Tag, das allerdings mit teuren 80 Cent berechnet wird. Es macht sich immer bezahlt, dass ich bei Sonnenschein der Solarladung den Vorrang geben kann.

Abschied von ThiessowAbschied von ThiessowAbschied von Thiessow

Ich machte noch ein paar Abschiedsfotos und stand um zehn Minuten vor 12 Uhr in der Rezeption. Diese speziellen Angebote des Campingplatzes (Herbst, Winter, Frühjahr) müssen im Voraus mit einer Anzahlung von €50/Platz gebucht werden. Bezahlt wird dann bei Ankunft und ob man den verfügbaren Zeitraum voll ausschöpft oder nicht, bleibt einem selbst überlassen. Ich brauchte jetzt also nur noch meinen Strom zu zahlen und mich zu verabschieden.

Insel Rügen

Ich bin nicht gerne weggefahren! Weinendes Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Spaziergang nach Klein Zicker

 

Klein Zicker Am Dienstag sind wir noch ein letztes Mal zum Fisch-Imbiss nach Klein Zicker gelaufen. Die Sonne schien und glich die schon spürbar kälteren Tagestemperaturen noch recht gut aus. Der Rügen-Markt fand zum letzten Mal für dieses Jahr statt, wir liefen noch einmal an einigen Ständen vorbei, warfen einen Blick über den Hafen (Fotos sind schon etwas älter)

 

Hafen ThiessowHafen ThiessowHafen ThiessowHafen ThiessowHafen ThiessowHafen ThiessowHafen Thiessow

und entdeckten an einer Seite eine abgestellte Uralt-Ente, aus den frühen 1950er-Jahren! Erkennbar u. a. an den „Selbstmördertüren“. Laut lachen Die Türscharniere der Vordertüren waren bis 1964 hinten angebracht, sodass die Türen sich nach vorne hin öffneten. Außerdem gab es noch keine feste Kofferraumklappe (erst ab 1957), sondern das Stoffverdeck reichte bis zur Stoßstange (wenn man sie überhaupt so nennen kann!) und wurde dort einfach festgebunden. Nicht besonders diebstahlsicher! Die Ente war zugelassen und es ist anzunehmen, dass sie noch fährt. Die Ausstattung seeeeehr spartanisch, es gab keinen Beifahrersitz und keine Rücksitzbank (serienmäßig schon) und sehr wenige Kontrollinstrumente. Es handelt sich entweder um die Ausstattung mit 375cm³ Hubraum, 9 PS, 65km/h Höchstgeschwindigkeit oder eventuell schon um die ab 1955 erhältliche Version mit 425cm³ Hubraum, 12,5 PS Motorleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 80km/h. Eine Heizung wurde übrigens auch erst ab 1957 eingebaut! Smiley mit geöffnetem Mund

EnteEnteEnteEnte

Mein Herz schlug höher, nicht nur, weil diese Ente noch in einem wirklich guten Zustand ist, sondern auch, weil sie genau die gleiche Farbe hat wie meine. Und abgesehen von Details wie Kühlergrill, Türanschlägen, Rückleuchten, Stoßstangen sieht eine Ente halt immer gleich aus, egal welches Baujahr sie ist. Kuss senden Der letzte 2CV verließ am 27. Juli 1990 die Produktionshalle in Mangualde/Portugal. Insgesamt wurden 5.114.966 Stück gebaut. Fünf davon gehörten mal mir! Die 5. gehört mir immer noch, allerdings steht sie seit Jahren schon untergestellt in einer Halle. Sie wird jetzt 30 Jahre alt und ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass ich sie noch einmal fahren werde. Ulrich, liest du mit? Zwinkerndes Smiley

Wir liefen dann den Wiesenweg Richtung Klein Zicker. Das geht, wenn es geregnet hat, vermutlich nicht mehr, weil rundherum Wasser steht.

ThiessowThiessow

Für die letzten hundert Meter wechselten wir zum Strand. Im beginnenden Abendlicht sah die Landschaft besonders schön aus. Alles so ruhig und friedlich!

ThiessowKlein ZickerKlein ZickerKlein ZickerKlein ZickerKlein ZickerKlein Zicker

Der Imbiss war schon fast verwaist, aber noch geöffnet. Wir waren die letzten Gäste und konnten sogar noch einmal draußen sitzen und essen. Die gezeigte Portion, einmal Kibbeling mit Remoulade, eine große Portion Pommes rot-weiß teilen wir uns übrigens! Cooles Smiley Das (alkoholfreie) Bier nicht, ich bevorzuge Cola light.

Klein ZickerKlein Zicker

Das Meer war fast unbewegt, die späte Abendsonne ergab ein intensives goldgelbes Licht, es war eine magische Stimmung. Die wenigen Menschen rundherum fotografierten oder saßen einfach nur auf den Kieseln und Felsbrocken am Strand und beobachteten den Sonnenuntergang, der durch die Zeitumstellung jetzt bereits um 16:30 beginnt.

SonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

Wir liefen am Strand entlang langsam zum Campingplatz zurück, blieben immer wieder stehen, um zurückzuschauen und Fotos zu machen.

SonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

Schön, oder??? Verliebt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.