Auf dem Bauhof in Rerik

 

Unser nächstes Ziel war Rerik. Das liegt ganz zu Beginn (im Westen) der Küste, an der sich die bekannten Seebäder wie Kühlungsborn, Heiligendamm, Nienhagen und ganz im Osten Warnemünde befinden. Kennen wir alles, nur Rerik noch nicht. Wir entschieden uns für den Campingplatz. Pardon, CampingPARK! Zwinkerndes Smiley Ortsnah, nicht weit zum Strand, ganzjährig geöffnet, bezahlbar – und – es gibt einen separaten Wohnmobilstellplatzbereich mit 35 Plätzen außerhalb des eigentlichen Platzes. Uschi fuhr wie immer vor und wollte vor Ort entscheiden, wo wir schöner stehen. Jetzt in der Nebensaison kommt es preislich auf das gleiche heraus (€12/Nacht), ob man innerhalb des Campingparks steht oder eben auf dem Stellplatz. Es wurde dann der Stellplatz, weil es dort 1. fast leer war und 2. man in der Ferne zwischen den Bäumen hindurch ein Stück Ostsee erblicken konnte. Wir entschieden uns, erst einmal 3 Nächte bis zum Donnerstag zu bleiben. Wäsche waschen war mal wieder angesagt. Hierfür und zum Duschen erhält man gegen 5 Euro Pfand eine Karte, auf die man einen beliebigen Geldbetrag aufbuchen lässt. Waschmaschine und Trockner kosten je €3, beim Duschen werden alle 2 Sekunden 1 Cent fällig. Da muss man erst einmal rechnen! Die Karte bleibt auf einem Lesegerät in der Duschkabine liegen, es gibt einen stop-and-go Knopf zur Wasserregulierung. In Thiessow konnte man auch stoppen und zwei Minuten kosteten 50 Cent. Mit zwei Minuten komme ICH mit Haare waschen nicht aus, vier Minuten reichen mir so gerade eben. Ich rechnete aus, dass hier in Rerik fünf Minuten €1,50 kosten würden, aber mit der stop-and-go Funktion verbrauchte ich dann doch nur einen Euro und konnte trotzdem alles ganz in Ruhe erledigen. Das Geld, das man nicht verbraucht hat, bekommt man bei Abgabe der Karte wieder vergütet.

Rerik

Wir liefen am nächsten Tag bei Sonnenschein zum Meer. Der Weg dorthin führt ein kleines Stück die Straße in den Ort entlang und biegt dann ab zu einem Parkplatz. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten, entweder eine lange Treppe zum Strand hinunter oder oberhalb der Steilküste auf einem kleinen Pfad bis in den Ort bzw. zur Seebrücke. Am Strand zu laufen war etwas beschwerlich, der Sand war nicht fest und es gibt sehr viele Steine.

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Rerik selbst bietet nur im Sommer etwas. Es gibt einen schönen Hafenbereich, an dem sich Restaurants, Eisdielen und Geschäfte befinden, die jetzt natürlich schon fast alle geschlossen waren.

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Ein geöffnetes Café mit sensationell leckerem Käsekuchen aus eigener Herstellung (22 verschiedenen Variationen, allerdings nicht gleichzeitig, zumindest nicht jetzt in der Nachsaison) haben wir dann zum Glück noch gefunden und einen überraschend gut sortierten Edeka-Markt. Wir beschlossen, bis zum Sonntag zu verlängern. Der Rezeptionist stand mit seiner Familie an der Kasse vor uns und wir teilten ihm unseren Entschluss schon einmal mit. Smiley

Am nächsten Tag stellte sich dann allerdings heraus, dass die Entscheidung für den Stellplatzbereich vielleicht doch nicht die beste war. Ich wurde geweckt von rhythmischem Männergeschrei. Was machten die??? Ich war noch viel zu müde, um nachzuschauen und versuchte, weiterzuschlafen. Das gelang mir aber nur mittelmäßig. Beim ersten Blick aus meinem Schlafzimmerfenster sah ich Männer, die die Bespannung der großen Mehrzweckhalle auswechselten. Die alte lag schon großflächig direkt vor unseren Mobilen, die neue wurde Zentimeter für Zentimeter über das Gestell gezogen. Am nächsten Morgen holte ein Gabelstapler die vorher direkt neben meinem Bett lautstark zu einem großen Paket zusammengelegte alte Hallenabdeckung ab. Am Nachmittag fing ein Bagger an, Sand zu verteilen. Im Dauercamperbereich direkt nebenan sollten neue Stellplätze entstehen. Der Sand war bei uns abgeladen worden. Wir überlegten, in den Campingplatz umzuziehen, aber der Baggerfahrer versicherte Uschi, dass er am nächsten Tag nicht arbeiten würde, da er zum 70. Geburtstag seines besten Freundes eingeladen sei. Wir blieben also stehen. Am nächsten Morgen um 7:15 Uhr (!) schreckte mich ein lauter metallischer Knall aus meinen Träumen. Was um alles in der Welt war das nun wieder??? Uschi, die auch davon geweckt worden war, klärte mich später auf. Ein LKW mit Kippvorrichtung hatte Erde abgeladen! Grrrrr… Zähnezeigendes Smiley Natürlich fuhr am Nachmittag auch der Bagger wieder, mit einem anderen Fahrer! Jetzt war aber schon Freitag und wir hofften einfach, dass am Samstag nicht gearbeitet werden würde. Dem war dann auch so. Es ist uns schon klar, dass solche Arbeiten in der Nach- oder Vorsaison erledigt werden müssen, aber vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, uns bei unserer Ankunft darüber zu informieren. Trotz alledem hat es uns gut gefallen, vor allem, weil wir die meiste Zeit allein auf dem Platz standen. Der Strompreis war mit €1 für 3kWh sehr günstig und im Gegensatz zu Barth wurde genau angezeigt, wieviel Restguthaben noch vorhanden war. Das nützte ich, um mal festzustellen, wieviel mein Kühlschrank verbraucht, wenn er auf Strom läuft. Die Idee entstand, als ich beim Aufstehen kein Gas mehr hatte, aber nicht im Nachthemd raus wollte, um die Flasche zu tauschen. Also stellte ich den Kühlschrank auf Strom um. Als kurze Zeit später der Strom auch aufgebraucht war, beschloss ich, den Kühlschrank vier Stunden mit Strom und vier Stunden mit Gas laufen zu lassen und die entsprechenden Zählerstände miteinander zu vergleichen. Aus der Differenz errechnete ich einen Verbrauch von ziemlich genau 1kWh/24Std. für den Kühlschrank. Diese Berechnung ist allerdings insofern nicht ganz exakt, als ich während der zwei Testphasen nicht die gleichen Bedingungen hatte (Heizung, Licht, Computer). Ich werde es bei passender Gelegenheit noch einmal wiederholen und dann im Sommer auch noch einmal.

Der Campingpark Rerik hat wie Thiessow auch interessante Langzeitangebote für das Frühjahr und den Herbst, jeweils €345 für 6½ – 7 Wochen, incl. 2 Erwachsene (etwas teurer als Thiessow) und ein wirklich superpreiswertes Winterangebot von €350 für den Zeitraum 1. November bis 31. März. Das sind gerade mal €2,30/Tag!!! Da würde man in Thiessow schon für nur eine Person mehr als das Doppelte bezahlen. Im Jahresschnitt bietet Rerik für €1400 Jahresgebühr (Dauerstellplatz von Anfang April bis Ende Oktober) allerdings zwei Monate weniger als Thiessow für den gleichen Betrag, wenn man sich dort von Angebot zu Angebot hangelt (für eine Person berechnet). Es ist ganz gut, so etwas im Hinterkopf zu behalten, man weiß ja nie… Cooles Smiley

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written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

2 Kommentare zu “Auf dem Bauhof in Rerik

  1. Ha, die Welt ist klein! Auf dem Campingplatz waren wir im September für drei Wochen. Wollten eigentlich komplett an der Ostsee bleiben, Stralsund, Usedom, usw. Nachdem der Wetterbericht für die nächsten Tage viel Regen und Sturm vorher sagte, sind wir nach Spanien geflüchtet. Liegt nicht so direkt auf dem Weg, aber wir wurden mit gutem Wetter belohnt! Selten so erlebt, von dem Unwetter abgesehen, eine Woche hat´s gedauert bis von allen Straßen das Wasser abgeflossen war.
    Wir hoffen es geht euch gut und wünschen noch eine schöne Zeit. Hat uns gut gefallen da. Liebe Grüße, wir 4

    • Hallo ihr Lieben!
      Da hättet ihr ja auch zu uns nach Thiessow kommen können, wären weniger Kilometer gewesen! Spanienwetter hätten wir euch natürlich nicht bieten können, aber Unwetter hatten wir glücklicherweise auch keine. Aber ihr müsst halt einmal im Jahr nach Spanien! 😉😀🙃
      Liebe Grüße zurück (aktuell aus Scharbeutz bei Novembergrau) 🤔

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