Bei den Zwillingsmühlen

 

Vorab: Ich bin am Sonntagnachmittag nach insgesamt 862km gut in Lauterburg angekommen. Die Fahrt bei Sonnenschein und überwiegend leeren Autobahnen war von zwiespältigen Gefühlen begleitet. Für wie lange würde das die letzte Fahrt mit Oscarlotta sein? Im Prinzip kann man ja erst gefahrlos wieder unterwegs sein, wenn man sich infiziert, die Erkrankung überstanden hat und damit für eine gewisse Zeit (die Virologen sprechen von ca. einem Jahr) immun geworden ist. Und wenn dann die touristischen Einrichtungen noch nicht wieder geöffnet sind, muss man gezwungenermaßen zum Freisteher werden. Mag sein, dass das jetzt eher „Luxusprobleme“ sind und in Anbetracht der Situation speziell in Italien, Frankreich, Spanien und jetzt auch USA sind sie das sicher, aber ich bin nun einmal nicht mehr die Jüngste und die Zeitspanne, in der ich noch so weiterleben kann wie bisher, schmilzt wie Schnee an der Sonne. Enttäuschtes Smiley

Oscarlotta am HirtenteichFix und Boxi und Flitzi am Hirtenteich

Hier bei uns auf dem Campingplatz ist bisher noch niemand erkrankt, aber ob das nun gut oder schlecht ist, weiß man auch nicht mit Gewissheit. Solange man nicht ins Krankenhaus muss, ist es wohl egal. Falls doch, wäre es vermutlich gut, wenn das ganz am Anfang oder ganz zum Schluss passiert. Aber darauf können wir nur so gut es geht Einfluss nehmen, sprich so viel wie möglich zu Hause bleiben, die Kontaktregeln befolgen und alle denkbaren Vorsichtsmaßnahmen beim Einkaufen etc. beachten. 

So, um mich und vielleicht auch euch auf andere Gedanken zu bringen, werde ich die noch fehlenden Stationen unserer letzten – hoffentlich nicht letzten – Reise nachtragen. Smiley

Nach dem Besuch bei meinen Freunden in Nordhorn wollten wir auf dem schnellsten Weg wieder ans Meer. Also ging es „geradeaus nach oben“, um den Dollart und Emden herum und direkt nach Greetsiel. Dort waren wir tatsächlich vorher noch nie! Zumindest nicht richtig, denn vor vielen Jahren haben wir dort mal besuchsweise vorbeigeschaut. Wir erkannten den Hafen, können uns aber beide nicht erinnern, mit welchem Fahrzeug wir von wo aus dort waren und wo wir geparkt haben. Vielleicht war es auch auf der Durchfahrt von irgendwo nach irgendwo. Den Stellplatz gab es jedenfalls damals noch nicht.

GreetsielGreetsielGreetsiel

Der liegt direkt bei den Zwillingsmühlen, nicht weit vom Ortskern entfernt und war am Wochenende auch schon wieder halb voll und das Ende Februar!

Greetsiel Ich hatte gar keine großen Erwartungen an das Städtchen und war umso erfreuter über die Vielzahl an netten Geschäften. Auffallend in Greetsiel ist, dass nicht nur die üblichen touristischen Souvenirartikel angeboten werden, sondern ausgefallene künstlerische oder kunsthandwerkliche Produkte. Dazu kommen der wirklich sehenswerte Hafen und die schönen Häuser. Wir hatten das Glück, dass die Fischerboote wegen der schweren Stürme der letzten Tage nicht auslaufen konnten und der Hafen somit voll war. Die Boote sind, neben den Zwillingsmühlen, das Wahrzeichen von Greetsiel und so ist es üblich, dass ständig mindestens ein Boot im Hafen zurückbleibt, damit die Touristen Selfies mit Fischerboot machen können. Wir hatten jetzt die vollständige Flotte zur Verfügung, hätten also viele Selfies machen können, wenn wir gewollt hätten! Zwinkerndes Smiley

GreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsiel

Leider wurde das Wetter dann so schlecht, dass draußen zu sein nicht mehr wirklich angenehm war. Wir blieben trotzdem ein paar Tage. In einer der beiden Mühlen gibt es ein nettes Café mit sensationell leckerem Kuchen und direkt gegenüber einen Laden mit interessantem Angebot. Laut lachen

Greetsiel

In der Mühle, die dem Stellplatz fast gegenüberliegt, ist ebenfalls ein Lokal, das hatte aber nur am Wochenende geöffnet und war da total überfüllt. Es gibt noch einen kleinen Laden, wo man auch Frühstücksbrötchen bestellen kann. Der Stellplatz bietet, außer Sanitäranlagen, alles, was das Camperherz begehrt. Man bezahlt an einem Geldautomaten (keine Kartenzahlung), pro Nacht oder mehrere Tage (oder sogar Wochen) im Voraus. €12/Nacht incl. Kurtaxe für 2 Personen. Für €1 bekommt man offiziell 8 Stunden Strom mit einer Absicherung bis max. 1500 Watt. In der Realität lief der Strom 10 Stunden und ich konnte problemlos meine Heizung auf der 2000 Watt-Stufe laufen lassen. Eine Ent- und Versorgungsanlage ist bei der Zufahrt zum vorgelagerten PKW-Parkplatz, auf dem offenbar auch Wohnmobile gestattet sind, für einen Tagespreis von €8. Eine weitere Sani-Station ist bei der benachbarten Tankstelle, dort kann man auch LPG tanken und Camping-Gasflaschen tauschen. Frischwasser, auch in Kleinmengen, gibt es gegen die übliche Gebühr auch auf dem Stellplatz neben dem Kassenhäuschen. Insgesamt ein gut gestalteter Platz mit den gängigen Abmessungen der einzelnen Parzellen. Dort, wo wir standen, gibt es rechts und links zwei große Freiflächen, die im Moment noch total verschlammt waren. Dort werden im Sommer sicher die Picknicktische aufgestellt, die jetzt außerhalb gelagert waren.

Greetsiel 

Ich hatte mich genau umgeschaut, um einige möglichst ideale Plätze für Oscarlotta und mich zu finden, falls ich im Sommer noch einmal hierherkommen würde. Tja, das wird jetzt dann ja wohl eher nichts! Trauriges Smiley

Passt auf euch auf!!!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Gestrandet in Stralsund

 

So gerne habe ich noch nie auf einen Werkstatttermin gewartet!!!  

Anlässlich der gegenwärtigen globalen Ausnahmesituation unterbreche ich die laufende Berichterstattung unserer Überwinterung und erzähle, was es aktuelles gibt. Wir waren inzwischen in der Nähe von Hamburg gelandet und beeilten uns, weiter Richtung Osten zu kommen. Für den 1. April hatten wir auf Rügen wieder reserviert, leider sollte sich das dann aber als übler Aprilscherz entpuppen! Erstauntes Smiley Es war ja eine Weile nicht klar, was noch alles passieren und zu welchen Einschränkungen es kommen würde, man konnte nur spekulieren. Aber dann überholten sich die Erlasse, Verbote, Meldungen in nie dagewesenem Tempo. Vom einen auf den anderen Tag wurde bekanntgegeben, dass alle Camping- und Stellplätze auf Beschluss der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns geschlossen würden. Am Mittwoch musste man den Stellplatz in Wismar, wo wir seit Sonntag waren, bis 12 Uhr verlassen haben. Alle Touristen wurden von offizieller Seite aufgefordert, das Bundesland zu verlassen und nach Hause zu fahren! Uschi folgte der Aufforderung, ich nicht. Mein Zuhause ist dort, wo ich Oscarlotta geparkt habe, Uschi ist seit dem Tod ihres Vaters in Essingen gemeldet und darf sich auf dem Campingplatz aufhalten. Ich nicht, ich habe nur den Status eines Dauercampers. Das war der Infostand zu dem Zeitpunkt. Alle „Fulltimer“, die wie ich keine Wohnung mehr haben und dauerhaft in ihrem Wohnmobil leben, fallen jetzt durchs Raster. Uns gibt es nämlich offiziell nicht! Natürlich habe ich eine Meldeadresse, aber es wäre nicht sinnvoll, mich dorthin zu begeben, aus mehreren Gründen. Außerdem würde ich ja weiterhin in Oscarlotta leben, das ist ja auch wünschenswert, weil ich da weder mich noch andere infizieren kann. Selbstgewählte Quarantäne sozusagen. Warum, um alles in der Welt, sollte ich jetzt einmal quer durch Deutschland fahren, nur um in dem Bundesland zu sein, das Oscarlottas Kennzeichen entspricht!?!? Verwirrtes Smiley

Ich hatte eindeutig ein Problem und ich wusste nicht, wie ich es lösen konnte! Verwirrtes Smiley

Seit letztem August funktionierte, trotz Reparaturversuch auf der Fahrt nach Rügen, meine Fahrerhaus-Klimaanlage ja nicht mehr. Das wollte ich jetzt in Erwartung eines neuerlich heißen Sommers in Ordnung bringen lassen und hatte schon einen Termin für den 2. April in der IVECO-Werkstatt in Stralsund vereinbart, in der ich im November HU/AU und den Tausch der Aufbaubatterien hatte erledigen lassen. Ich hatte „hier“ über den Reparaturversuch berichtet. Als klar wurde, dass der Rügenaufenthalt nicht stattfinden würde, verlegte ich den Termin nach vorne auf nächsten Montag. Da ging ich noch davon aus, dass ich bis zum Sonntag in Wismar sein würde. Wie jetzt die Zeit bis Montag überbrücken??? Ich rief bei der Werkstatt an und sagte, dass ich den Termin canceln müsse, außer sie könnten mich schon am Donnerstag „behandeln“ und ich könnte die Nacht auf dem Firmengelände verbringen. Kein Problem, war die Antwort, ich solle kommen und dann könne man sofort schon einmal nachschauen, was gemacht werden müsse. Um kurz vor ein Uhr war ich dort! Keine Viertelstunde später war Oscarlotta in der Werkstatt, ich durfte in ihr bleiben. Die Diagnose ergab, dass der Kompressor undicht ist und somit ausgetauscht werden muss. Der Meister bemühte sich, ein Modell vom freien Markt zu bestellen, Preisunterschied zu einem original IVECO Kompressor schlappe 700 Euro! Diese Preisgestaltung ist unmoralisch, finde ich! Der Kompressor sollte am nächsten Vormittag per Expresslieferung vor Ort sein. Ich bekam einen Firmenkaffee und einen Stellplatz für die Nacht und war erst einmal zufrieden. Smiley

Der Kompressor kam am nächsten Tag nicht! Ich hatte keinen Landstrom = keinen Kaffee, aber dank Sonnenschein genug Solarertrag und dank der netten Firmenmitarbeiter gab es dann auch Kaffee. Meine angebotene Bezahlung für einen doppelten Cappuccino wurde abgelehnt! Ich hatte absolut kein Problem damit, die nächste Nacht auch noch dort zu verbringen! Und in mir reifte eine Idee! Die wollte ich am nächsten Tag versuchen in die Tat umzusetzen. Ich schärfte schon einmal meine Steinbockhörner, denn die würde ich brauchen!!! Zwinkerndes Smiley

Um meine innere Unruhe in Schach zu halten, schrieb ich eine eMail an den BVCD (Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland). Von dessen Existenz wusste ich bisher nichts, bekam die Info von einer um mich besorgten Freundin.

Ich schrieb:

Hallo und guten Tag!
Ich befinde mich in einer Notsituation, verursacht durch die Corona-Problematik, sehe keine Lösungsmöglichkeit und hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können!
Eine Freundin, die in Niedersachsen lebt, hat mich auf Ihre Organisation aufmerksam gemacht und ich habe bereits in Ihren diversen Publikationen nach hilfreichen Tipps gesucht, leider ohne Erfolg. Sie beschäftigen sich offensichtlich mit den Wünschen von Dauercampern, die auf ihren Campingplatz möchten. Aber offenbar beschäftigt sich bisher niemand mit den Menschen, die wie ich dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben und KEINEN ANDEREN WOHNSITZ haben! Wo sollen wir hin??? Ja, ich habe eine Meldeadresse. Die ist bei meinem Bruder in NRW. Mein Bruder fällt mit seinen 80 Jahren und einer Krebserkrankung unter die Risikogruppe, ich sollte also den Kontakt zu ihm vermeiden. Ich bin 70 Jahre alt (also auch schon Risikogruppe), lebe und reise allein und befinde mich z. Z. im äußersten Osten Deutschlands, weil ich für April/Mai einen Aufenthalt auf Rügen geplant und gebucht (Campingplatz) hatte. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat alle Touristen aufgefordert, nach Hause zu fahren. Mein Zuhause ist aber dort, wo ich mein Wohnmobil parke! Soll ich jetzt allen Ernstes 629km zu meiner Meldeadresse fahren, am Stück, damit ich nicht zwischen LKWs auf einer Autobahnraststätte übernachten muss? Und soll ich wirklich aus einer noch nicht so befallenen Region in das Bundesland wechseln, in dem es die meisten Infizierten gibt? Ich verlasse mein Wohnmobil derzeit nur, um einkaufen zu gehen. Ich möchte einfach nur die Möglichkeit haben, SICHER irgendwo stehen zu können, nicht auf einem Waldparkplatz und ganz sicher nicht auf einem Autobahnrastplatz. Mein Bruder hat auch kein Haus mit Grundstück, wo ich stehen könnte, es wäre also auch deswegen sinnlos, zu ihm zu fahren. Wo also, ich stelle diese Frage eindringlich noch einmal, WO SOLL ICH HIN??? Ich hätte gerne die Möglichkeit, Landstrom anzuschließen, das geht nur auf Stell- oder Campingplätzen. Ich muss alle paar Tage meine Toilettenkassette entleeren. Soll ich das auf dem nächsten Feld tun? Ich brauche Frischwasser und muss das Abwasser ablassen. Wo??? Soll ich es auf die Straße laufen lassen? Mein Wasserbedarf ist im Moment erhöht, da ich in meinem Mobil duschen muss. Soll ich alle Stellplätze der Umgebung abfahren in der Hoffnung, dass die VE-Anlage AUSSERHALB des geschlossenen Stellplatzes ist?

Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die so leben wie ich und das ist nicht gesetzeswidrig, sondern eine freiwillige Entscheidung. Wir schaden niemandem mit unserer Lebensweise, aber wir scheinen eine offiziell nicht vorhandene „Randgruppe“ oder „Untergrundgruppe“ zu sein. Freunde von mir ziehen jetzt von Supermarktparkplatz zu Tankstelle zu Schwimmbadparkplatz und wieder zurück. Aber das sind gestandene Männer und haben das auch früher ab und zu so gemacht. Ich möchte als Frau und vor allem als Frau, die alleine unterwegs ist, so nicht leben!!! Aber auch die Männer haben das Problem mit der Ent- und Versorgung ihrer Mobile! Einer von ihnen ist offiziell und mit Personalausweiseintrag ohne festen Wohnsitz, soll er sich mit seinem Mobil in Luft auflösen?
Soweit ich gehört habe, gibt es sogar für Obdachlose Lösungen. Wo bleiben welche für uns, die dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben???
Mit freundlichen, aber leicht verzweifelten und sehr rat- und hilflosen Grüßen und in der Hoffnung auf eine baldige und hilfreiche Antwort,
Ingrid Heidemann

Eine Antwort kam erfreulicherweise postwendend, sie enthielt aber lediglich den Rat, ich solle mich an die hiesige Kommune wenden.

Das tat ich am nächsten Tag, also gestern. Aber erst musste ich noch warten, bis mein Kompressor getauscht würde. Auf 10 Uhr sollte ich mich bereit halten, um 11 Uhr konnte ich Oscarlotta in die Werkstatt fahren

und um 14 Uhr war endlich alles erledigt. Drei Stunden? Ja, der Kompressor kühlte nach dem Einbau nicht! Keine Ahnung, ob man das so nennen kann, in dieser Materie kenne ich mich nicht aus. Irgendwann kam dann doch kalte Luft aus den Ausströmern und der nette junge Mechaniker versuchte mir auf meine Fragen zu antworten, ohne zu viel zu sagen. Das musste er dann letztendlich doch und es ergab sich, dass er den Fehler gemacht hatte, am Tag zuvor schon die defekte Sicherung auszutauschen. Die paar Meter aus der Werkstatthalle raus und wieder auf meinen Übernachtungsplatz fahren hatte dann schon ausgereicht, sie wieder zu töten. Und darauf musste er erst kommen! Cooles Smiley

Ich saß zum Bezahlen in einem der Büros und es ergab sich ein Gespräch mit der Bürokraft über mein aktuelles Problem und was ich jetzt machen könne/wolle/sollte. Sie war sehr interessiert und bemüht und rief eigenständig bei einem Stellplatz in der Nähe an. Geschlossen, war die Antwort, mit der ich gerechnet hatte. Sie nannte mir zwei weitere Stellplätze in der näheren Umgebung, die Bestandteil eines Großparkplatzes sind. Dort könnte man nicht absperren und wenn die Polizei vorbeikommen würde, solle ich doch einfach sagen, dass ich Fieber habe und mich selbst in Quarantäne geschickt hätte. Ich sagte ihr, dass ich jetzt sowieso bei der Hauptwache der Polizei vorbeifahren wolle. Die sei in der Altstadt, da käme ich mit dem Wohnmobil nicht hin, aber man könne doch sicher einfach mal anrufen. Gesagt, getan und schon hatte ich einen Polizeioberüberhauptwachtmeister an der Strippe, der mit meinem Problem und der Bitte um Hilfe absolut eindeutig überfordert war! Ja, da könne er mir auch nicht weiterhelfen. Immerhin fiel ihm ein, dass es ein Bürgertelefon zu Fragen bezüglich der Corona-Krise gebe und die Telefonnummer gab er mir. Dort ging tatsächlich sofort jemand dran und die Frau, mit der ich sprach, war erkennbar sehr kompetent. Sie nannte mir den Paragraph 4 von welcher Verordnung auch immer und der würde besagen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern nur noch Menschen aufhalten dürften, die dort gemeldet sind. Und das schon seit dem Tag zuvor. Ich müsse unverzüglich abreisen, die Polizei würde kontrollieren und Bußgelder verhängen! Hervorragend!!! Sarkastisches Smiley

Ich fuhr zur Tankstelle am Stellplatz an der Rügenbrücke, wo wir im November noch gestanden hatten, um LPG zu tanken. Der Stellplatz wird von der Wohnmobilbedarfs- und Reparaturwerkstatt Dahnke betrieben. Dort hatte ich auch nachfragen wollen, aber das konnte ich mir jetzt sparen. Es war auch keiner mehr dort am Freitagnachmittag um 16 Uhr. Vermutlich haben sie den Betrieb geschlossen, den Laden sowieso und wer sollte denn jetzt noch sein Wohnmobil dort reparieren lassen?

Ich nahm mir einen großen Kaffee mit und stellte mich auf den benachbarten Parkplatz, der ausdrücklich für Wohnmobile zugelassen ist, um ein Telefonat zu führen und mir ein Brot zu schmieren für die Fahrt. Es dauerte keine fünf Minuten, bis eine Frau auf dem Rad vorbeikam, mein Kennzeichen anschaute und drehte. Ich öffnete das Fenster. Sehr aufgebracht erklärte sie mir, dass ich gar nicht mehr hier sein dürfe, dass ich SOFORT fahren müsse und wenn ich das nicht tue, dann holt sie die Polizei und zeigt mich an. Meine Frage, ob sie von der Stadtverwaltung sei, verneinte sie, wiederholte aber ihre Drohungen. Ich versicherte ihr, dass ich fahren würde. Das tat ich dann auch, mit einem beschissenen Gefühl. Nicht wegen der Frau, sondern weil es mir verwehrt wird, direkt am „Eingang“ von Rügen darauf zu warten, dass der Zugang wieder erlaubt wird. Ja, ich weiß, dass das dauern kann, aber ich hätte es erst einmal versucht auszusitzen. Ist es gerade nicht egal, wo man ist? Vermutlich bekommen wir in Deutschland auch noch eine Ausgangssperre, die Entscheidung darüber soll heute fallen, je nachdem wie viele Menschen sich immer noch an die Empfehlungen, Abstand zueinander zu halten und keine Zusammenkünfte abzuhalten, NICHT halten. Und das scheinen ja einige zu sein, die sich bei den schönen Vorfrühlingstagen wie immer in den Parks zusammenfinden oder den letzten Tag der Skisaison ausgiebigst nutzten. Dummheit? Ignoranz? Egoismus? Wahrscheinlich alles zusammen oder eine ungute Mischung. Das ist die eine Gruppe der Bevölkerung. Neben mir (ich stehe auf einem Autohof an der Autobahn bei Neuruppin) steht so jemand. In der Erwartung, dass es sich auch um einen Fulltimer handelt, ging ich mal rüber, vielleicht hatte er ja eine zündende Idee. Auf meine Frage, ob er auch in seinem Wohnmobil lebe, kam die fast schon entrüstete oder entsetzte Antwort: „Nein, natürlich nicht!“ Wieso natürlich? Also ist mein Lebensstil offenbar unnatürlich!? Natürlich ist, in einem Steinhaus zu leben, vielleicht darf es auch noch ein Holzhaus sein. Aber im Wohnmobil? Das ist doch nicht normal, nicht nur nicht natürlich. Sie hätten Freunde besucht und würden jetzt wieder nach Hause fahren!!! Erstauntes Smiley

Die zweite Gruppe der Bevölkerung ist die, die in Panik verfällt, Hamsterkäufe tätigt, sich um Klopapier prügelt und die Angestellten der Supermärkte beschimpft, wenn keins mehr da ist. Klopapier sollte zum Wort des Jahres 2020 werden!

Die dritte Gruppe verhält sich vorbildlich und solidarisch und fügt sich in unser aller Schicksal, ungeachtet aller persönlichen Schwierigkeiten. Dass das, was wir auf der gesamten Welt gerade in dieser globalen Ausbreitung zum ersten Mal erleben, weder lustig noch leichtzunehmen, sondern durchaus bedrohlich und angstmachend ist, ist keine Frage!

Ich beschloss, jetzt hier stehenzubleiben, nach vielem hin und her überlegen. Hier gibt es alles, was ich brauche, außer Landstrom, so zumindest der Jetztstand, vielleicht lässt sich da ja auch noch etwas machen. Es gibt ein Bistro, das bis 18 Uhr geöffnet ist und eine Schnelltheke für belegte Brötchen und Kaffee. Wenn mein Kühlschrank in ein paar Tagen leergegessen ist, werde ich zumindest nicht verhungern. Smiley mit geöffnetem Mund Es gibt eine LPG-Zapfsäule in 50m Entfernung, ich werde also nicht frieren. Es gibt einen Wasserhahn draußen am Haus, wo die Fernfahrer ihre Wasserkanister auffüllen können, also ich vermutlich auch. Es gibt Duschmöglichkeiten und wenn getrennt nach Geschlechtern, werde ich eine für mich allein haben! Meinen Toilettenkassetteninhalt und mein Abwasser werde ich bestimmt auch los, wenn nicht in einer Entsorgungsstation (weiß noch nicht, ob es die gibt), dann im nächsten Gulli oder einer Toilette. Es gibt Abfallbehälter und es gibt sogar freies WLAN! Und eine Aussicht ins Grüne habe ich auch. Das sind doch fast schon paradiesische Zustände, oder??? Wenn ich krank werden sollte (was ich nicht hoffe), kann man mich hier abholen. Falls Taxifahrer noch arbeiten, könnte ich mich hier auch abholen und zu einem Supermarkt fahren lassen. Aber vielleicht ernähre ich mich die nächste Zeit auch nur von belegten Brötchen? Ich muss mal nachsehen, was es sonst noch so im Angebot hat…

Und wenn die Polizei vorbeikommen sollte, werde ich die gleiche Diskussion führen und den Beamten fragen, ob er mich lieber neben sein Haus stellen möchte und ob ich meine Toilettenkassette dann bei ihm entleeren darf. Erzürnt Mal schauen, was passiert…

Als ich Uschi meinen Plan mitteilte, erfuhr ich, dass es jetzt für „Härtefälle“ wie mich von der Gemeinde Essingen oder wem auch immer eine Ausnahmegenehmigung gibt und ich doch auf den Campingplatz darf. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll?! Damit ist zwar mein aktuelles Problem gelöst, nach dem Motto „Glück gehabt“, aber alle anderen armen Fulltimer-„Schweine“ sind weiter da draußen auf sich gestellt. Vielleicht organisieren sie sich selbst, zumindest die, die bei Facebook sind. Dort gibt es eine Gruppe „Leben im Wohnmobil“ und die ruft dazu auf, dass jeder, der die Möglichkeit hat, einen privaten Stellplatz neben seinem Haus oder in der Garagenauffahrt zur Verfügung zu stellen, sich bitte melden soll.
Ich fahre dann mal los, sind ja nur noch 610 Kilometer!
Enttäuschtes Smiley

Passt alle gut auf euch auf!!! Ich hoffe, wir überstehen diese Krise möglichst unbeschadet und gehen gestärkt aus ihr hervor. Viel mehr als hoffen können wir ja alle nicht.

written by Ingrid
photo taken with iPhone

Overijsselsche Vecht – Vechte – Vechtesee – Nordhorn

 

Provinzen NiederlandeVon den 13 Provinzen der Niederlande hatten wir nun den nördlichen Teil bis auf die Provinz Drenthe und die Watteninseln bereist, nicht ausführlich, sondern eher nur reingeschnuppert. Aber nach so vielen Jahren Abwesenheit war es mal wieder sehr schön dort und hat, auf jeden Fall bei mir, die Lust auf mehr wiedererweckt. Kuss senden

unsere Stationen in den Niederlanden

Von Hasselt waren es nur noch knapp 80 Kilometer bis nach Nordhorn, auf der Landstraße. Hätten wir die OverijsselscheVecht/Vechte per Boot nehmen müssen, wären es weitaus mehr gewesen, denn sie verläuft, wie oft bei freifließenden Gewässern, sehr kurvenreich und in einem großen Bogen.

Vechtesee Der Wohnmobilstellplatz in Nordhorn liegt fast unmittelbar am Vechte-See, der seit 1974 zum Schutz vor Überschwemmungen besteht und von der Vechte durchflossen wird. Die schöne Lage und die Nähe zu den Niederlanden bewirkt, dass der Platz schon von Anfang an gut frequentiert wurde. Wir kennen ihn schon aus der Zeit, als er noch kostenfrei war und im Sommer von niederländischen Mobilisten wochenlang urlaubsmäßig genutzt wurde. Seit ein paar Jahren kostet eine Übernachtung sehr preisgünstige 5 Euro, bezahlbar nur mit Münzen an einem Parkscheinautomat. Strom gibt es für €1/5 Stunden. Eine VE-Station ist vorhanden, allerdings ohne die Möglichkeit, eine Kleinmenge Kaffee- oder Teewasser zu entnehmen. Den Müll wird man auch los, aber es gibt leider keine Mülltrennung. Die stark befahrene Straße, die den Stellplatz vom See trennt, ist vor allem in den ersten Reihen hörbar, man gewöhnt sich aber daran. Angenehm ist, wie ich finde, dass die Plätze in sechs langen Reihen angelegt sind, jeweils getrennt durch einen kleinen (Wasser-) Graben. Die Nachbarn sind also auf der anderen Seite des Grabens, der durch Holzzäune gesichert ist und somit ausreichend weit entfernt. Zwinkerndes Smiley

Nordhorn

In den Reihen steht man logischerweise hintereinander, ob vorwärts oder rückwärts kann jeder selbst entscheiden, je nachdem, wo man seine Ausstiegstür haben möchte, zur Fahrstraße oder zum Graben. Mit dem notwendigen Abstand zum Rangieren passen auf jeden Abschnitt (drei pro Reihe) drei bis vier Mobile, je nach Länge. Im letzten Jahr wurde die zweite Hälfte des gesamten Platzes ebenfalls mit Rasengittersteinen versehen. Davor stand man bei schlechtem Wetter schon mal im Matsch und tiefe Fahrspuren zeugten davon, dass einige Mobile Schwierigkeiten gehabt hatten, ihren Platz wieder zu verlassen. Wenn diese Spuren dann austrocknen, wird das Befahren der Stellflächen nicht einfacher. Das ist jetzt sehr viel besser! Und die Anzahl der Stromsäulen/Steckdosen wurde auch erfreulich großzügig erhöht. Das war früher ein Problem und jeder, der eine Steckdose ergattert hatte, gab sie nicht wieder frei, ob nun Strom floss oder nicht. Da der Andrang vor allem im Sommer ungebrochen groß ist, überlegt die Stadtverwaltung, auf der anderen Straßenseite eine Erweiterung anzulegen. Der Ehemann der zweiten Bürgermeisterin klopfte eines Vormittags bei Uschi, übergab ihr ein paar Broschüren und fragte, ob sie das erste Mal da sei, ob sie zufrieden sei und ob sie Kritik oder Verbesserungsvorschläge habe. Nachdem wir jetzt ja eine Weile unterwegs sind, müssen wir sagen, dass dieser Stellplatz in Nordhorn wirklich sehr preiswert ist, vor allem für seine Lage und Ausstattung und es ist zu befürchten, dass spätestens nach der Erweiterung der Preis ansteigen wird. Trauriges Smiley Bleiben darf man übrigens offiziell nur drei Nächte. Ob das im Sommer kontrolliert wird, wissen wir nicht. In der Nebensaison interessiert es jedenfalls niemanden. (folgende Fotos von April 2018)

Nordhorn 2018Nordhorn 2018Hotel und Pier 99

Am See gibt es ein Hotel und ein sehr schönes Café/Bistro/Restaurant, das Pier 99 (Foto oben). Am Wochenende sollte man unbedingt reservieren! Wir waren natürlich, wie immer, dort, diesmal aber mit meinen Freunden auch noch an einem anderen See mit einem ähnlich gearteten Strandlokal. Die Windbeutel waren leider nicht so lecker, wie sie aussahen, sondern einfach viel zu trocken und hart.

Quendorfer SeeQuendorfer SeeElse am See

So, das muss für heute reichen! Wer mehr Fotos und Text möchte, den verweise ich auf die Berichte aus Nordhorn vom April 2018 und vom September 2011. In letzterem gibt es ein paar kuriose Fahrzeuge zu sehen, die damals auf dem Stellplatz standen. Besonders interessant ist das 6. Foto! Da sieht man sehr schön, wie unterschiedlich die Bedürfnisse von Wohnmobilisten doch sein können. Erstauntes Smiley

Ach ja, für Kuchen-, Äpfel- und/oder Omnia-Liebhaber (für Nichteingeweihte: ein schwedischer Omnia-“Backofen“ ist die Möglichkeit, mit Gas ohne Backofen Kuchen zu backen) hätten wir noch ein sehr einfaches Rezept: „Grafschafter Apfelbrot“, zu finden oben in der Menüleiste in der Rubrik „Lieblingsrezepte“ ODER direkt über den gleichnamigen Link in der rechten Seitenleiste ODER der Einfachheit halber „hier“. Aber vielleicht schaut ihr mal in unsere (bescheidene) Rezeptsammlung? Und natürlich kann man das Apfelbrot auch in einer normalen Kastenform in einem normalen Backofen backen! Mit etwas Schlagsahne und/oder einer Kugel Eis wirklich köstlich!!! Verliebt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Zwarte Water und die Hanse

 

Übersicht Wir flüchteten in das Landesinnere, wohlwissend, dass der nächste Orkan kommen würde. Über kurz oder lang wollten wir bei meinen Freunden in Nordhorn sein, bis dahin aber noch ein oder zwei kleine niederländische Städtchen „mitnehmen“, Meppel und/oder Hasselt. Uschi fuhr wie immer vor und teilte mir von unterwegs schon mit, dass der Stellplatz in Meppel für Oscarlotta schwer bis unmöglich anzufahren sei, weil gerade Straßenbauarbeiten stattfanden und die direkte Zufahrt gesperrt war. Also fuhr ich gleich durch nach Hasselt. Dort gibt es 10 Wohnmobilstellplätze direkt am Yachthafen. Auf der Hälfte standen allerdings an Land überwinternde Segel- und Motorschiffe, aber außer uns war sonst niemand mit Wohnmobil da. Das änderte sich zum Wochenende allerdings und auf fünf Plätzen standen sieben Mobile. In früheren Jahren waren wir im Winter auf den Stellplätzen ja fast immer allein, das hat sich grundlegend geändert! Nicht nur in Spanien und Portugal nimmt die Wohnmobildichte immer mehr zu, sondern (leider) auch in Mittel- und Nordeuropa. Noch geht es, weil es sich vielerorts noch hauptsächlich auf die Wochenenden beschränkt, aber, wie gesagt, auch nur in den Wintermonaten. Enttäuschtes Smiley

Wir standen prima, mit schönem Blick auf den Hafen und windgeschützt neben den Schiffen. Zwei Seiten des Yachthafens nahmen sowieso größere Gebäude ein, oben die Wohnungen, unten Schiffsgaragen.

Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"

Übersicht Hasselt liegt am Zusammenfluss vom Zwarte Water und der Overijsselse Vecht, was die niederländische Fortsetzung der Vechte ist, die auch durch Nordhorn fließt. Gemeinsam und mit noch ein paar Zuflüssen bilden sie das Zwarte Meer. Und dieses, zusammen mit dem anschließenden Ketelmeer, stimmt ein auf das große IJsselmeer.

Zwolle Hasselt bekam schon 1252 Stadtrechte mit eigener Rechtssprechung, der Erlaubnis, Jahrmärkte abzuhalten, Handelsprivilegien und es durften Verteidigungsbollwerke angelegt werden. Nicht ganz so aufwändig wie im benachbarten Zwolle, wo die sternförmige Verteidigungslinie noch fast vollständig erhalten ist. Aber Hasselt ist auch fast rundherum von Wasser umgeben, das erschwerte Angriffe und so hatte man im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls den Status einer Festungsstadt. Und schon seit dem 14. Jahrhundert gehörte diese kleine Stadt der Hanse an! Begünstigt auch hier durch die Lage am Zwarte Water und dem freien Zugang zur damaligen Zuiderzee. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Rindern, Holz, Fisch, Getreide, Butter und Bentheimer Sandstein. Im 19. Jahrhundert konzentrierte man sich auf den Abbau von Torf, die Herstellung von Kalk, den Bau von Schiffen und auf Schiffsreparaturbedarf. Ein Kalkofen ist erhalten geblieben.

KalkovenKalkoven

Vom Wohlstand früherer Zeiten zeugen die schönen Häuser entlang der einzigen Gracht, das Oude Stadhuis und die große, dreischiffige Stephanuskerk. Ein kleines, aber sehr hübsches Städtchen, finden wir! Verliebt

HasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltOude StadhuisHasseltBierlisteHasseltGrote KerkGrote KerkGrote KerkHasseltHasseltHasseltHasseltHasselt

Windtechnisch wurde es dann wirklich noch einmal heftig! Das Sturmtief „Sabine“ zog über uns hinweg, aber nicht nur innerhalb ein paar Stunden. Es stürmte über drei Tage, hörte für ein paar Stunden auf und fing wieder an. Wir standen gut, rundherum konnte uns nichts gefährlich werden, die Schiffe neben uns waren gut gesichert und alles war fest vertäut. Den Schiffen im Wasser ging es nicht ganz so gut. Der Hafenmeister war mit seinem Helfer und einem Schlauchboot mit Außenbordmotor von Schiff zu Schiff unterwegs, kontrollierte Leinen und legte Zusatzleinen. Viele Schiffe waren mit Planen abgedeckt, die nach Stunden heftigstem Gezerre durch die Windböen nicht mehr standhalten konnten. Ein Schiff war in meinem direkten Blickfeld und ich beobachtete über zwei Tage, dass die riesige Plane sich immer mehr freiflatterte, bis sie eines Morgens nicht mehr da war! Ein kleineres Schiff bekam Schräglage, was dafür sprach, dass schon Wasser eingedrungen war. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes wurde es vom Hafenmeister zur Slipanlage geschleppt und an Land gekrant, bevor es sinken konnte. Erstauntes Smiley

Ich wäre gerne noch mit dem Bus nach Zwolle gefahren, aber da machte mir Sabine einen Strich durch die Rechnung. Und dann war keine Zeit mehr. Wir mussten zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder in Deutschland sein, da das turnusmäßige Telefonat zu Uschis Schwester in USA anstand, das Uschi während unserer Zeit in den Niederlanden schon einmal teuer bezahlt und einmal hatte ausfallen lassen. Teuer bezahlt übrigens, obwohl wir extra bei der Vodafone-Hotline angerufen, aber eine falsche Auskunft bekommen und der vertraut hatten. Gut, dass Uschi eine Prepaid-Karte hat! So war das Guthaben nach einigen Minuten einfach nur aufgebraucht. Bei einem Vertrag wäre es richtig teuer geworden!!! Weinendes Smiley

Zwolle steht also noch auf meinem/unserem Programmzettel, was bedeutet, dass wir noch einmal wiederkommen müssen! Ich fragte den Hafenmeister beim Abschied, ob ich im Sommer mit Oscarlotta denn überhaupt eine Chance hätte und ob man reservieren könne. Ja, kein Problem, man würde schon ein „Plätzchen“ finden. Sie würden niemanden wegschicken! Also gut!

Bezahlt haben wir übrigens €10/Nacht/Mobil plus €2,50 für Strom. Uschi würde keinen Strom brauchen, wenn wenigstens ab und zu die Sonne scheint und ich auch nur, um meine Kaffeemaschine laufen zu lassen. Da wir aber beide unsere Heizungen auch mit Strom betreiben können, erspart uns das eine Menge Gasverbrauch, zumal der Kühlschrank dann auch über Strom läuft, was wir sonst nicht machen, da der Betrieb mit Strom gut doppelt so teuer ist als mit Gas. Meistens ist in den Niederlanden der Strom sowieso pauschal mit im Übernachtungspreis enthalten und das ist, vor allem im Winter, eine feine Sache! Wir brauchten uns über Wochen keine Sorgen um Gas zu machen, ab und zu tankten wir unsere LPG-Flaschen auf und das war es auch schon! Die Absicherungen der Stell- und Campingplätze waren immer ausreichend, um zumindest auf niedrigster Stufe zu heizen. Da es ja so gut wie keine Minustemperaturen gab, reichte im schlechtesten Fall, ab und zu für 10 Minuten mit Gas zuzuheizen. In der Regel konnten wir aber unsere Heizungen auf voller Leistung durchlaufen lassen, mussten nur daran denken, sie kurz auszuschalten, wenn die Kaffeemaschine eingeschaltet wurde. Sonst wären die Sicherungen vermutlich rausgeflogen und nicht immer kommt man an die heran. Smiley mit geöffnetem Mund

Es gibt im Yachthafen einen Duschcontainer und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen, natürlich gegen Bezahlung. V/E und Müllentsorgung ist gewährleistet, ein gut sortierter Supermarkt ist zu Fuß gut erreichbar und die Bushaltestelle ist quasi vor der Tür. Der Hafenmeister ist super nett und der Platz ist mit einer geschlossenen Schranke versehen. Man klingelt, er meldet sich, man sagt, was man will und er öffnet die Schranke. Ich musste bei meiner Ankunft aussteigen, um klingeln und mit ihm reden zu können. Da Uschi schon da war und mich angekündigt hatte, ging die Schranke sofort hoch. Bis ich um Oscarlotta herumgelaufen und eingestiegen war (es gibt nur eine Tür!), die Treppe eingefahren hatte, weil es sonst bei laufendem Motor laut piept und wieder auf dem Fahrersitz saß, war die Schranke wieder zu! Also noch einmal von vorne! Die Schranke ging erneut auf. Als ich wieder auf dem Fahrersitz saß… Verwirrtes Smiley Beim dritten Mal konnte ich dann mitteilen, dass ich erst wieder einsteigen muss und dann die Schranke aber schon wieder unten sei! Ja, er würde mich schon sehen, hieß es. Ich solle in Ruhe einsteigen und dann würde er die Schranke öffnen. Am Ende des Zufahrtsweges sah ich einen Mann mit Sprechgerät in der Hand. Nach meinem zweiten Klingeln hatte er sich in Bewegung gesetzt, um zu schauen, was das Problem war. Letztendlich konnte ich dann reinfahren! Laut lachen

Hasselt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.