Norddeich und die Heuler

 

Unser nächster Anlaufpunkt war Norddeich. Dort waren wir auch schon ein paar Jahre nicht mehr gewesen. Das letzte Mal in der Gegend waren wir 2015, als wir eine erste Erprobungsfahrt mit Fix und Boxi nach Dänemark machten und ich die Gelegenheit nutzte, um meine Ente von der Schwäbischen Alb nach Ostfriesland zu bringen. Seit wir Flitzi hatten, wurde sie immer weniger gefahren und jetzt steht sie dort oben in einer Halle. Ob ich sie jemals wieder fahren werde, steht jetzt mehr in den Sternen denn je! Enttäuschtes Smiley

Enti in Ostfriesland

Wir entschieden uns für den „Womopark Norddeich“ direkt hinter dem Deich, der seit dem 20. Februar wieder geöffnet hatte. Als wir das letzte Mal hier waren, hatten wir mit Freude die Wanderung der Deichschafe beobachtet. Die waren jetzt natürlich noch im „Winterlager“. Das Wetter war nicht besonders und so liefen wir die 3 Kilometer zu unserem Besuch der Seehunde nicht, sondern fuhren mit Fix und Boxi.

Norddeich

In Norddeich gibt es seit den 1970er-Jahren eine Aufzuchtstation für verwaiste Seehund- und Kegelrobbenbabies, um die damals schwindende Population zu stärken. Die sogenannten Heuler werden, je nach ihrem Alter, mit Fischbrei oder von Hand gereichten ganzen Fischen ernährt. Die ganz kleinen liegen unter Wärmelampen in Einzelbereichen mit einem kleinen Wasserbecken. Mit zunehmendem Wachstum durchwandern sie verschiedene Bereiche und dürfen zuletzt in einer größeren Gruppe zusammenleben. Zweimal am Tag gibt es eine öffentliche Fütterung, bei der ganze (aber nicht mehr lebende) Heringe im großen Schwung in die Becken geworfen werden, damit die Seehunde sie „jagen“ können. Das müssen sie nämlich können, wenn sie, nachdem sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben, wieder ausgewildert werden.

Wir waren zur Fütterung um 15 Uhr dort und hatten das Glück, dass eine der freiwilligen Helferinnen sehr professionell und anregend einen langen Vortrag hielt, während sie mit ihrem Futtereimer zwischen den Seehundbecken stand. Wenn sie zu lange mit dem Fischeverteilen wartete (ein Kollege war parallel aktiv) kamen einige Heuler aus dem Wasser und versuchten, sich einen Vorteil zu verschaffen. Aus der Hand gefüttert wurden aber nur zwei Dauerbewohner, erwachsene Seehunde, die aufgrund von Verletzungen nicht ausgewildert werden können.

Es ist immer wieder nett, dem fröhlichen Treiben dort zuzuschauen! Man kann überall herumlaufen, alle Bereiche sind durch große Glasfronten sichtbar und es gibt außerdem noch eine wirklich informative Ausstellung über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer mit vielen interaktiven Stationen für Kinder. Einen Shop gibt es natürlich auch! Cooles Smiley In einem der Becken kann man durch eine große Panoramascheibe sogar das Treiben unter Wasser beobachten. Und, nicht unwichtig, man kann Fördermitglied werden im seit Juli 1978 gegründeten „Verein zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e. V.“. Als Dank hat man freien Eintritt in die Aufzuchtstation sowie in das benachbarte „Waloseum“ und bekommt jedes Jahr einen Kalender mit niedlichen Seehundfotos sowie regelmäßige Infomails. Smiley

Norddeich

Gleichzeitig mit uns besuchte eine Schülergruppe die Aufzuchtstation, sodass es ziemlich voll war. Corona war gerade ein, wenn auch noch sehr diffuses, Thema geworden und wir hielten uns schon ein wenig fern von den Menschenmengen. So gibt es auch keine Fotos, zumal das Fotografieren durch Glasscheiben sowieso schwierig ist. Die finden sich aber auf der Homepage (link oben).

Wir besuchten noch Freunde, die in der Nähe wohnen und Enti betreuen, bevor wir weiterfuhren. Und wir gingen im dem Stellplatz angeschlossenen Hotel/Restaurant essen, nicht ahnend, dass das eines der letzten auswärtigen Essen für lange Zeit sein würde.

NorddeichNorddeich

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.