Stover Strand

 

Stover Strand Von Bad Zwischenahn aus fuhren wir auf direktem Weg zum Campingplatz „Stover Strand“ südöstlich von Hamburg. Dort waren wir im Winter 2018 schon einmal gewesen und es hatte uns gut gefallen. Unser jetziger Aufenthalt hatte aber noch einen weiteren Grund. Wir hatten vor ein paar Monaten eine Hurtigruten-Expeditionsreise gebucht, die in der zweiten Maiwoche stattfinden sollte und brauchten eine Unterstellmöglichkeit für Oscarlotta und Fix und Boxi. Normalerweise fängt die Tour, die der historischen Postschiffroute entlang der norwegischen Küste folgt, erst in Bergen an. Diese Reise sollte aber in Hamburg beginnen, mit einem ganz neu gebauten Expeditionsschiff mit Hybrid-Technologie und entsprechend deutlich reduziertem Kraftstoffverbrauch. Expedition bedeutet, es finden verschiedene wissenschaftliche Vorträge etc. neben den täglichen Landgängen statt, es geht also nicht nur darum, sich eine schöne Zeit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu machen. Zwinkerndes Smiley

Die Reise würde terminlich in das Ende unseres Rügen-Aufenthaltes fallen, sodass wir unsere Mobile auch auf dem Campingplatz in Thiessow hätten stehenlassen können. Aber die Anreise von dort aus mit Bus und Bahn wäre um einiges zeit- und kostenaufwändiger geworden. Ich plädierte dafür, dass wir die Bedingungen am Stover Strand mal recherchieren sollten. Eine erste Nachfrage in der Rezeption ergab, dass man zwar einen separaten Abstellbereich habe, aber der dürfte nur von Dauercampern genutzt werden. Blöd! In dem Moment kam ein Mann durch den internen Eingang in die Rezeption, den ich als Chef identifizierte und ich wiederholte vernehmlich meine Frage, dass man uns dann wohl leider nicht helfen könne? Es funktionierte! Der Mann, der sich wirklich als Campingplatzchef bzw. Geschäftsführer herausstellte, hatte meine Frage nicht nur gehört, sondern fühlte sich auch angesprochen. Das Ergebnis unseres folgenden Gesprächs war, dass wir unsere Mobile entweder auf dem Abstellplatz deponieren könnten oder direkt im Wohnmobilbereich an der Elbe. Eine der Besonderheiten dieses Campingplatzes ist, dass von April bis Oktober ein großer naturbelassener Bereich direkt an der Elbe und rund um den kleinen Sportboothafen für 100 Wohnmobile freigegeben wird.

Stover Strand

Es werden mobile Stromsäulen errichtet sowie mobile Toiletten und eine Ent- und Versorgungsmöglichkeit. Die Elbe hat, zumindest bei Ebbe, wirklich Sandstrände, außerdem gibt es ein Restaurantschiff, Sportplätze, nostalgische Mietwohnwagen und und und. Es ist also jede Menge los und genau das war dann auch der Grund, warum wir uns gegen diesen Standort entschieden, auch wenn der Tagessonderpreis von €10, der uns eingeräumt wurde, ein Argument war. Aber wir wollten unsere Mobile nicht nur während unserer 15-tägigen Reise dort stehenlassen, sondern danach auch noch eine Weile dableiben (dann natürlich zum Normalpreis von €16,50, incl. zwei Personen). Und da wäre zwar der Blick auf die Elbe sicher schön gewesen, aber nicht der Abstand zu dem Nachbarmobil und das Geschrei vom direkt danebenliegenden Sportplatz. Der Abstellplatz kam gar nicht infrage, der war jetzt schon voll und viel zu klein für Oscarlotta. Wir beratschlagten und entschieden uns, lieber etwas mehr zu bezahlen. Stover Strand Die Plätze, auf denen wir aktuell standen, gefielen uns eigentlich gut und sie waren für den benötigten Zeitraum und eine Zeit darüber hinaus auch noch frei. Wir reservierten! Es gibt am Rande des Komfortplätzebereichs (50 Touristenplätze) drei ausgewiesene und geschotterte Wohnmobilplätze, nicht besonders breit, aber für einen Pauschalpreis von €15 für Einzelfahrer. Der restliche Platz besteht aus Sitz-/Vorzeltflächen aus Steinplatten und Erd-/Grasspuren für Wohnmobile oder Wohnwagen. Die waren zum damaligen Zeitpunkt alle mehr oder weniger verschlammt und kaputtgefahren oder standen mehr als knöcheltief unter Wasser. Von Komfortplätzen kann man, meiner Meinung nach, da eher nicht reden! Den Komfort macht aus, dass jeder Platz über Frisch- und Abwasseranschlüsse verfügt. Es war alles noch in der Um- und Neugestaltung und natürlich könnte es sein, dass die Schlammplätze noch geschottert werden oder man eine Drainage legt. Augen rollendes Smiley

Übersichtsplan Stover StrandÜbersichtsplan Stover Strand

Die Coronavirus-Informationen wurden inzwischen von Tag zu Tag umfangreicher sowie besorgniserregender und eine Bedrohung auch für Deutschland war absehbar. Wir waren nicht sehr zuversichtlich, dass unsere Reise stattfinden würde, obwohl Hurtigruten noch nichts gegenteiliges verkündete. Aber würden wir uns überhaupt sicher fühlen an Bord eines Schiffes, mit zwar „nur“ knapp 500 Passagieren und trotz der Vorkehrungen, die laut Hurtigruten getroffen werden würden? Man sollte vor Betreten des Schiffes einen simplen Fragebogen ausfüllen, wo man sich vorher aufgehalten hat und wie man sich fühlt. Das erschien uns schon zum damaligen Zeitpunkt nicht ausreichend und aus heutiger Sicht ist es fast schon lächerlich naiv. Der Fall mit dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“, das mit 2600 Passagieren, darunter ein paar Infizierte, über 14 Tage in Quarantäne im Hafen von Yokohama lag, war schon in der Presse. Bestimmt nicht lustig, wenn man seine Kabine nur für eine Stunde am Tag mal verlassen darf, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Unsere gebuchte Kabine hatte immerhin einen Balkon, aber so etwas braucht man ja trotzdem nicht. Wir stellten uns auch vor, dass es durchaus passieren könne, dass einzelne Häfen auf der Postschiffroute einfach das Einlaufen unseres Schiffes nicht erlauben würden. Wie würde es sein, mit so vielen anderen Menschen, von denen man nicht wusste, ob sie bereits infiziert waren, Landausflüge zu machen und gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen? Uns wurde immer unwohler. Verwirrtes Smiley Wir überlegten, ob wir stornieren sollten, aber wir waren zeitlich schon so kurz vor der Reise, dass wir viel Geld verloren hätten. Dann ging die Nachricht durch die Presse, dass Norwegen seine Häfen komplett schließt! Am nächsten Tag erhielten wir eine Rundmail von Hurtigruten mit der Möglichkeit, kostenfrei zu stornieren oder einen Gutschein bis Ende 2021 über die bereits gezahlten Beträge zu akzeptieren, einlösbar auf alle Hurtigrutenangebote. Wir entschieden uns für den Gutschein. Ob das richtig war, ist jetzt, ein paar Wochen später und um etliche Erkenntnisse reicher, nicht mehr so sicher, aber das warten wir einfach mal ab. Darin werden wir ja sowieso alle bald Weltmeister sein! 

Als wir in die Rezeption gingen, um unsere Reservierungen zu ändern, hingen dort schon Plexiglasscheiben über der Theke. Erklärbar, verständlich, aber ich erinnere mich noch genau an das Gefühl von erstaunter Ungläubigkeit. Was passiert hier gerade??? Beim Einkauf im nahegelegenen Supermarkt zwei Tage später fühlten wir uns zum ersten Mal nicht mehr sicher. Ein absolut ungewohntes Gefühl, das nicht real begründbar schien. Außer, dass einige Regale wirklich schon leergeräumt waren, war noch alles wie immer. Die Kassiererin war nicht abgeschirmt, die Menschen in der Schlange hinter uns hielten so wenig Abstand wie immer und das war ja auch immer in Ordnung gewesen. Wir ahnten noch nicht, dass für eine Weile nichts mehr wie immer sein würde. Und wie lange diese Weile dauern würde, davon hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht den leisesten Schimmer. Auch nicht davon, dass wir Rügen nicht erreichen würden und nicht, dass sich unsere Reservierung für Juni am Stover Strand mit hoher Wahrscheinlichkeit als überflüssig erweisen wird. Trauriges Smiley

Stover StrandStover StrandStover StrandStover StrandStover Strand

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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