Doppeldesaster in Scharbeutz

 
 
Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz war für den 7. Januar angekündigt, wir hatten also noch gut eine Woche Zeit, da es nicht wahrscheinlich war, dass ein Lockdown, falls er denn beschlossen werden sollte, bereits am nächsten Tag in Kraft treten würde. Klar war aber, dass wir vor dem Beginn in unserem Lockdown-Hafen eintreffen müssten. Da die Infektionsdaten über Weihnachten und Neujahr und die Zeit dazwischen sehr unzuverlässig waren und es auch Anfang Januar noch längere Zeit als bis zum 7. Januar dauern würde, bis man absehen könnte, ob durch die sich verbreitende Omikron-Variante die Infektionen in dem Maße zunehmen würden, wie die Wissenschaftler vorhersagten, rechneten wir nicht damit, dass bei der MPK ein Lockdown beschlossen würde. So war es dann ja auch. Wir denken aber, dass das Infektionsgeschehen bis Ende Januar/Mitte Februar aussagekräftig sein wird und wenn es so weitergeht wie jetzt, dann ist völlig offen, wie von Seiten der Regierung darauf reagiert wird. Diesmal geht es ja nicht mehr „nur“ um eine Überlastung der Krankenhäuser, sondern um die Aufrechterhaltung der gesamten kritischen Infrastruktur Deutschlands. Es gibt eine ganze Menge sog. systemrelevanter Berufe! Schon, wenn die Müllabfuhr nicht mehr in den gewohnten Intervallen geschehen kann, ist das mindestens lästig. Schlimmer, wenn bei Strom, Gas, Wasser oder der Belieferung der Supermärkte gravierende Ausfälle stattfinden. Vor einigen Tagen lief (wieder) eine Dokumentation der heftigsten Tage im Katastrophenwinter 1978/79 in Norddeutschland und dort wurde sehr deutlich, wie abhängig wir z. B. von funktionierendem Strom sind.

NebensaisonIch wollte endlich mal wieder an die Ostsee! Nicht in den Osten der Republik, sondern nur an die Lübecker Bucht, nach Scharbeutz. Im „Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“ waren wir das letzte Mal vor zwei Jahren. Ich schaute auf der Homepage nach den Preisen und fand, dass die Nebensaison vom 1. Januar bis zum 27. Februar geht und der Platz dann für normalgroße Wohnmobile (es gibt auch kleinere „Bulli“-Plätze) €15 kosten soll. Das war der Preis, den ich aus früheren Jahren kannte und so rief ich dort an und reservierte für eine Woche zwei Plätze. Ich vergewisserte mich nicht, dass der Preis stimmt und das war ein Fehler!!!
Uschi war wie immer früher da und teilte mir per SMS mit, dass die Nacht nicht €15, sondern €27,50 kosten soll! Hä? Erstauntes Smiley Ich fuhr auf den nächsten Parkplatz und checkte die Preisliste: €15 ab dem 1. Januar!!! Uschi fing mich an der Zufahrt ab und wir gingen gemeinsam in die Rezeption. Der Rezeptionist am Kassencomputer hatte Kundschaft, aber ein anderer Angestellter meinte, wir könnten auch zu ihm kommen. Ich teilte ihm mit, dass ich auf der Camping-Webseite einen Beginn der Nebensaison am 1. Januar und einen Preis von €15/Nacht gefunden hätte, meine Freundin mir aber mitgeteilt hätte, dass es jetzt €27,50 kosten solle. Als Beweis zeigte ich ihm die geöffnete Preisliste auf meinem Telefon. Er wurde sofort ungnädig und im weiteren Verlauf des Gesprächs unverschämt. Um was für ein Jahr es sich denn handeln würde? Ah, 2021! Mein Einwand war, dass es keine neueren Angaben gebe. Der andere Rezeptionist warf ein, dass die Preisliste noch nicht aktualisiert sei. Ja, also, wo sollte ich denn dann schauen? Der unfreundliche Mitarbeiter wurde laut und ich sagte ihm, dass ich unter diesen Umständen lieber mit seinem Kollegen, der inzwischen frei war, weiterreden würde. Das stachelte ihn allerdings noch mehr an und er mischte sich auf unflätige Weise mehrfach in das Gespräch ein. Der freundliche Rezeptionist erklärte uns dann, dass vom 23.12.2021 bis zum 9.1.2022 „Super-Hauptsaison“ sei mit Preisen wie im Sommer. Zu finden war diese Angabe dann tatsächlich bei der Spalte Hauptsaison, wo ich natürlich nicht nachgeschaut hatte, da bei der Spalte Nebensaison ja eindeutig der 1. Januar stand und nicht, wie es richtig gewesen wäre, der 9. (für das Jahr 2021). Ich erklärte ruhig, aber bestimmt, dass ich nicht bereit wäre, für einen Platz, der nicht größer ist als auf jedem Wohnmobilstellplatz und noch dazu völlig verschlammt (Erfahrung von vor zwei Jahren, aktuell bestätigt durch Uschi), €27,50 zu bezahlen! Und dass ich die Differenz von €15 zu €27,50 auch heftig finden würde! Und dass ich unter diesen Umständen meine Reservierung stornieren möchte und dass ich, falls er eine Stornierungsgebühr verlangen müsse, diese bezahlen würde. Der nette Angestellte fütterte seinen Computer mit den nötigen Angaben und teilte mir dann mit, dass die Reservierung kostenfrei storniert sei, der andere musste mich unbedingt noch in aggressiver Form darauf hinweisen, dass eine Stornierung im Normalfall bezahlt werden müsste! Ich sagte ihm, dass ich genau das ja angeboten hätte und er sich diese Bemerkung hätte sparen können. Dem netten Rezeptionisten sagte ich, dass ich schon mehrfach bei ihnen gewesen sei und mich immer wohlgefühlt hätte, aber unter diesen Umständen wohl nicht mehr wiederkommen würde. Solch eine Behandlung wie durch seinen Kollegen bräuchte ich mir nicht anzutun, generell nicht und als zahlender Kunde schon erst recht nicht!

SchlammplätzeSchlammplätze

Nach außen war ich ruhig, aber in mir brodelte es!!! Eigentlich hätte ich meinen Wassertank auffüllen müssen und Oscarlotta stand schon auf der VE-Station, aber jetzt wollte ich nur so schnell wie möglich weg! Uschi hatte sich für den nächsten Tag schon eine Waschmaschine und einen Trockner (jeweils €5!!!) reserviert und sich häuslich eingerichtet und blieb dort.

Es gibt noch einen „richtigen“ Wohnmobilstellplatz in Scharbeutz und dort fuhr ich hin, in der Hoffnung, einen freien Platz zu bekommen, Scharbeutz war nämlich augenscheinlich voll. Da z. Z. ja bei Berherbergungsbetrieben 2G+ gilt, werden Ankommende überprüft und damit sich keiner durchmogeln kann, war die Einfahrt mit Absperrgittern und -schildern verschlankt. Es war inzwischen fast dunkel und in der Einfahrt stand bereits ein Wohnmobil. Ich hielt schräg am Beginn der abschüssigen Einfahrt. Weiter vorfahren konnte ich nicht, weil dann niemand mehr hätte rausfahren könne, aber auch nicht weiter zurück, weil ich dann mit dem Heck schon auf der Straße gestanden hätte. Zum Glück kam relativ bald ein Mann von links aus Richtung der Anmeldung, schaute zu mir rüber und zeigte auf sein Fahrzeug. Ich konnte mir nicht erklären, was das bedeuten sollte, aber dann tauchte er auf der rechten Seite wieder auf, schob seine Trittstufe rein, stieg zur Fahrertür ein und fuhr los. Ich war froh, dass ich nicht länger hatte warten müssen und fuhr langsam rein. Bis es plötzlich ein sehr unschönes Geräusch gab und ich im rechten Rückspiegel sah, dass ich offenbar ein Absperrschild umgefahren hatte! Erstauntes Smiley Es stand dort wohl, um zu verhindern, dass man beim Reinfahren díe Vorgartenmauer mitnimmt. Das hatte sicherlich auch seine Berechtigung, denn als ich aussteigen wollte, verhinderten die Mauersteine das Ausfahren meiner Trittstufe. Das hatte mir nun gerade noch gefehlt!!!

EinfahrtEinfahrtEinfahrtcorpus delicti

Nachdem ich in den Vorgarten geklettert war, konnte ich sehen, dass das Schild sich unter Oscarlotta verkeilt hatte und noch in seinem Ständer steckte. Ich musste den mit meinen Zwillingsreifen vorgeschoben haben, bis das Schild umkippte und unter Oscarlotta gezogen wurde. Ich versuchte, es herauszuziehen, hatte aber keine Chance. Also ging ich zur Anmeldung. Dort saß eine ältere Dame. Als ich ihr mein Dilemma schilderte, reagierte sie mit „Ach, Sie armes Mädchen!“ und schob mir erst einmal zwei Bonbons zur Beruhigung meiner Nerven rüber, bevor sie den Platzwart anrief. Inzwischen war ein weiteres Wohnmobil angekommen, das offenbar schon auf dem Platz stand. Die Beifahrerin war ausgestiegen und fragte mich, ob ich mein Fahrzeug nicht ein Stück nach vorne fahren könne, damit sie vorbeifahren könnten. Ich entschuldigte mich und erklärte, dass ich das nicht könne und warum und dass der Platzwart schon unterwegs sei. Daraufhin schob sie die Absperrgitter ein Stück zur Seite und ihr Mann fuhr ihr Wohnmobil durch. Jetzt kam ein „Dickschiff“ und wollte den Platz verlassen. Das passte nun beim besten Willen nicht mehr durch und ich erklärte meine Notlage erneut. Vom Platzwart war noch nichts zu sehen und die ältere Dame wählte immer wieder neu. Ich beschloss, noch einmal zu versuchen, das Schild unter Oscarlotta herauszuziehen. Die lange Metallstange, die abends und nachts als provisorischer Schrankenersatz dient, konnte ich aus ihrer Halterung ziehen, die Nikolausmütze saß bombenfest, genau wie das Schild in seinem Ständer. Während ich mich noch abmühte, hörte ich jemanden fragen, ob er mir helfen könne? Es war nicht der Fahrer des Dickschiffes, sondern ein jüngerer Mann, der mit seiner Frau wohl gerade vorbeiging. Ich weiß nicht einmal, ob es Reisemobilisten oder einfach nur Passanten waren. Natürlich sagte ich ja! Aber auch er bekam das Schild zunächst nicht aus seinem Ständer herausgezogen, der fast in der Mitte unter Oscarlotta lag. Er leuchtete mit seinem Smartphone von der anderen Seite, um sich einen Überblick zu verschaffen und mobilisierte dann seine ganze Kraft und schaffte es wirklich, das Schild herauszuziehen. Einen kurzen Moment dachte ich, dass er die Kunstoffverkleidung zwischen Kotflügel und Trittstufe mit herausreißt, aber die gab nach und ging in ihre Ursprungsform zurück. Wegfahren konnte ich aber immer noch nicht, zumindest nicht auf direktem Weg, sonst hätte ich über den Ständer fahren müssen. Ich sagte dem Mann, dass ich mit eingeschlagener Lenkung rückwärts so weit zurückfahren würde, dass ich danach um den Ständer herumfahren könne. Ich war so aufgeregt, dass ich zunächst den falschen Gang erwischte, aber dann klappte alles und ich konnte Oscarlotta ein Stück weiter auf einem schmalen Parkstreifen für PKWs diagonal zwischen einem Smart und einem Wohnmobil abstellen, sodass ich niemanden mehr blockierte. Als ich ausstieg, stand das Schild in seinem Ständer wieder an seinem Platz, als sei nicht passiert und der nette Helfer war nicht mehr da. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich mich bei ihm bedankt habe! Verlegenes Smiley
Just in dem Moment kam auch der Platzwart an, überprüfte als erstes meinen Impfstatus, hörte sich dann meine Geschichte an und untersuchte das Schild auf Schäden. Es waren ein paar Schürfstellen zu sehen, aber das fand er nicht weiter bemerkenswert und erklärte mir, dass ich davon ausgehen könne, dass von Seiten des Platzes keine Ansprüche an mich geltend gemacht würden. Ob mein Fahrzeug denn beschädigt worden sei? Das konnte ich noch nicht mit Sicherheit verneinen, auf den ersten Blick sah es allerdings eher gut aus.

PlatzübersichtEr erklärte mir die Platz- und Bezahlbedingungen und wo es noch freie Plätze geben würde. Von der Einfahrt aus sah der Platz nämlich voll aus. Ich solle mir einen Platz aussuchen und dann am Zahlautomat ein Ticket lösen. Das gelte bis zum nächsten Mittag und wenn ich noch länger bleiben wolle, könne ich dann verlängern, außerdem einen Meldeschein ausfüllen und die Kurtaxe bezahlen. Ich verstand, dass der Ticketautomat nur bar zu bezahlen ist und nicht wechselt. Als ich den erstbesten ausreichend großen Platz besetzt hatte (Hinweis des Platzwartes, immer so reinfahren, wie alle anderen in der Reihe schon stehen), installierte ich zunächst meine Winterabdeckung des Armaturenbrettes, steckte das Stromkabel an, telefonierte mit Uschi und ging dann mit einem 10-Euro-Schein und €2,50 in Münzen zum Automaten. Der funktionierte zwar, wollte aber den Geldschein nicht annehmen. Nicht, dass er ihn wieder ausspuckte, er wurde gar nicht erst eingezogen. Dafür wurde eine Kreditkarte angefordert, die ich aber nicht dabei hatte. Vielleicht hätte ich noch irgendeine Taste drücken können oder sollen, aber das überforderte mich alles total. Ich bat einen vorbeikommenden jungen Mann, mir zu helfen und drückte ihm meinen Geldschein in die Hand. Er schaffte es auch nicht. Ein Paar, das ich ansprach, meinte, der Ticketautomat sei neu, sie hätten dort noch nie bezahlt und sie wären früher schon öfter erst spät abends angekommen und hätten erst am nächsten Morgen bezahlt und das wäre nie ein Problem gewesen. Ich ging also zu Oscarlotta zurück, aber die Angelegenheit ließ mir keine Ruhe. Ich suchte weitere Münzen im Wert von 10 Euro zusammen und nahm meine EC-Karte mit. Am Automaten blinkte wieder das Kartensymbol, ich hielt die Karte vor das Lesefeld, musste meine PIN eingeben und schon erschien auf dem Display der Hinweis, dass mein Ticket gedruckt würde. Im selben Moment fiel es schon unten in das Ausgabefach! Und ich fiel kurze Zeit später in mein Bett! Was für ein bescheidener Tag! Oscarlotta hatte offenbar wirklich nichts abgekriegt außer einem weiteren Haarriss im Kotflügel. Noch einmal Glück gehabt!

Am nächsten Mittag erledigte ich meine Anmeldung, verlängerte meine Aufenthaltsdauer und zahlte die Kurtaxe von €1,50/Tag. Außerdem fotografierte ich den „Tatort“. Uschi hatte Waschtag und so ging ich allein über die Promenade, an den ganzen Lokalen und Geschäften vorbei bis zur Bäckerei „Junge“. Die Tür zum Verkaufsraum stand offen, drinnen war es fast leer und ich genoss einen großen Milchkaffee und meinen ganz speziellen Lieblingskuchen. Danach ging es mir wieder besser! Smiley

Stellplatz

Im Laufe der Woche zog Uschi dann auch um, wir machten gemeinsame Strandspaziergänge und fuhren mit ihrem Gespann zum Einkaufen und Gasflaschen tauschen und LPG tanken. Vom Platzwart hatten wir den Tipp bekommen, nach Süsel zur Firma „Ostseegas“ zu fahren. Und tatsächlich zahlte ich dort für den Tausch meiner 11-Kilo-Flasche nur €19,99 und keine €32! Und das LPG kostete auch endlich mal wieder unter 80 Cent!

Uschi ist daStrandStrandStrand

Der Wohnmobilstellplatz Scharbeutz ist übrigens einwandfrei, bietet Platz für 85 Mobile auf Schotterrasen, verfügt über eine großzügige VE-Station und ausreichend Stromautomaten mit Bezahlfunktion. Für €1 erhält man 1,5 kWh. Sanitäranlagen sind noch im Bau. Die Betreuung, sowohl in der Anmeldung durch die Mutter/Schwiegermutter der Betreiber als auch durch den Platzwart, ist sehr freundlich und hilfreich. Dekoriert wird auch gerne!

Rezeption/SanitärgebäudeDekoDekoDeko

Der Weg bis ins Zentrum ist um einiges kürzer als vom Ferienpark aus. Für uns ist klar, dass wir in Zukunft immer auf den Stellplatz fahren werden. Ich habe übrigens erst vor wenigen Tagen beim Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz noch einmal auf die Webseite und die Preisliste geschaut. Und siehe da, das Datum bei der Nebensaison wurde vom 1. Januar auf den 9. Januar geändert! Aber aktualisiert auf 2022 war die Seite immer noch nicht! Sarkastisches Smiley

ja - ist denn schon KarnevalDa der Platzwart sein Wohnmobil direkt gegenüber meines Platzes stehen hatte und dort jeden Tag um 17 Uhr die Impfnachweise der Neuangekommenen kontrollierte, gelang mir an einem Tag noch ein witziges Foto! Wir blieben bis zum Sonntag und sind jetzt, wie im letzten Beitrag schon berichtet, in unserem Lockdown-Notquartier und warten hier mal bis Ende des Monats ab, wie sich die Lage entwickelt. Es kann sein, dass wir uns erst irgendwann im Februar wieder melden.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nachtrag

 
 
Ich hatte ja im letzten Artikel vor zwei Wochen darum gebeten, dass mir mal jemand seine Energiekosten mitteilt, weil es mich interessiert, ob bzw. wieviel wir mit unserer mobilen Lebensweise mehr bezahlen als die immobilen Mitmenschen. Einer unserer Freunde hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, seine Kosten der letzten drei Jahre zu ermitteln. Allerdings ist seine Energiequelle nicht Gas, sondern Heizöl. Das bedeutet, dass nur Heizung und Warmwasser betroffen sind, nicht aber, wie bei mir, auch Kühlschrank und Herd/Backofen. Ich musste also noch heftig hin und her rechnen, alles auf Basis meiner diversen Infodaten (Verbrauch Kühlschrank, Heizung etc.). Mein Buchhalter-Gen freute sich! Smiley mit geöffnetem Mund

Zunächst aktualisierte ich meine Jahresübersicht und errechnete die monatlichen Durchschnittswerte der letzten zwei Jahre, sodass ich auf insgesamt fünf Jahre zurückgreifen konnte. Im Vergleich musste ich an einigen Stellen schätzen oder Mittelwerte einsetzen (z. B. sehr schwankende Gasflaschenpreise), aber letztendlich stellte sich heraus, dass ich mindestens dreimal so viel bezahlen muss(te) als er. Natürlich unter Berücksichtigung unserer sehr unterschiedlichen Wohnraumgrößen! Zwinkerndes Smiley

Diese Beurteilung erhärtete sich durch einen Fernsehbeitrag über die aktuell gestiegenen Energiekosten und ihre Auswirkungen für Mieter und Haus-/Wohnungsbesitzer. Es war die Rede davon, dass der Preis für eine Kilowattstunde für Privatverbraucher in der Vergangenheit bei knapp 5 Cent lag und sich jetzt teilweise verdreifacht hat. Der Brennwert einer 11-Kilo-Gasflasche wird mit ~140 kWh angegeben. Im günstigsten Fall kostet mich bei einem Flaschen(füllungs)preis von €20 die Kilowattstunde also 14,2 Cent, im (bisher) teuersten von €32 wären es schon 22,8 Cent. Also bezahle ich schon immer mindestens das dreifache vom immobilen Verbraucher! Da zahlt es sich einmal mehr aus, dass mein interner Lebensraum so viel kleiner ist. Smiley

Etwas ausgleichen kann ich diese viel höheren Betriebskosten durch Stromeinsparungen durch Solarnutzung. Ich nutze zwar i. d. R. „Landstrom“, d. h. ich stecke mein Stromkabel an eine Steckdose der jeweiligen Campinglocation an, weil meine Kaffeemaschine nur mit 230 Watt funktioniert, aber ich habe die Möglichkeit, einen Schalter zu betätigen, der den Landstrom nur auf die Steckdosen und den Kühlschrank beschränkt. Letzterer wird aber ausschließlich mit Gas betrieben (außer der Strom ist pauschal im Übernachtungspreis enthalten wie jetzt gerade), weil der Betrieb mit Strom ca. 3kWh (€1,50-€3,00 je nach den Preisen des Platzbetreibers) verbraucht. Das konnte ich mal wieder gut überprüfen, als mein Kühlschrank im letzten Winter über Monate nicht mehr mit Gas funktionierte und Oscarlotta an einem Strombezahlautomaten hing. Der Betrieb mit Gas kostet dagegen nur (je nach dem Gaspreis) zwischen 69 Cent (€20/Füllung) und €1,10 (€32/Füllung). LPG ist noch einmal preiswerter. Also selbst beim bisher höchsten Gaspreis ist der Kühlschrankbetrieb immer noch preiswerter als der Betrieb mit Strom beim preiswertesten Stellplatzpreis von €0,50/kWh (Standard ist inzwischen €0,60/0,70).

Ich schalte also, wann immer die Wetterlage es zulässt, den Landstrom weg und lasse meine Aufbau-Akkus mit Solarenergie laden, im Sommer fast ausschließlich. Das reduziert meine durchschnittlichen monatlichen Kosten, gemittelt über die letzten fünf Jahre, auf ziemlich genau €20.

So, genug der Statistik und Buchhaltung! Verwirrtes Smiley

Lockdown-Notquartier

Wir sind seit zwei Wochen in unserer „Lockdown-Eventualunterkunft“ weitab jeglicher Menschenansammlungen. Die Infektionszahlen steigen täglich in immer unfassbarere, nie vorstellbare Höhen. Da davon auszugehen ist, dass die Nachverfolgung schon länger nicht mehr funktioniert, weil nicht mehr nur die Gesundheitsämter an ihren Leistungsgrenzen sind, sondern auch die Labore und es inzwischen nicht mehr ausreichend Testmaterial gibt bzw. es rationiert/priorisiert werden muss, ist die Dunkelziffer nicht abschätzbar. Wenn man sich daran erinnert, mit welchen rigorosen Restriktionen vor einem Jahr bei wesentlich niedrigeren Inzidenzen seitens der politisch Verantwortlichen agiert wurde, ist es schon verwunderlich bis irritierend, wie die aktuelle Situation ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man sich immer noch verwundert die Augen reibt, dass dieses verdammte Virus einfach nicht aufgibt! Erstauntes Smiley

Aber vielleicht ist es auch so, dass man die Pandemie mit den Überschwemmungen im letzten Sommer vergleichen muss. Man wird von Fachleuten, die es wissen müssten, vor einer bedrohlichen Situation gewarnt. Vielleicht rechtzeitig, vielleicht auch nicht. Einige Menschen verfallen in Panik und Hektik, andere in Schockstarre und wiederum andere glauben nicht daran, dass es so schlimm kommen könnte wie es vorhergesagt wird. Das Wasser/das Virus kommt und nimmt sich das, was es kriegen kann. Das, was nicht geschützt wurde/nicht geschützt werden konnte, wird sofort zum Opfer. Alles andere wird unter Aufbietung aller zur Verfügung stehenden Kräfte weiterhin vor der Vernichtung zu schützen versucht. Über einen sehr langen Zeitraum. Aber die Kräfte schwinden und die bedrohende Gewalt (Wasser/Virus) hört nicht auf, sondern wird immer stärker. Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man nicht mehr standhalten kann. Dann werden Fundamente unterspült und ganze Häuser brechen weg! Gut, wer wenigstens sein Leben retten kann. Um nichts anderes ging es von Anfang an auch in dieser Pandemie. Kollateralschäden sind nicht zu vermeiden, viele werden am Ende ohne „Haus“ dastehen. Aber sie werden sich glücklich schätzen, noch am Leben zu sein. Andere, denen ihr Leben auf andere Weise wertvoll war und die selbstbestimmte Risiken eingehen, werden erkranken und, wenn sie Pech haben, auch schwer mit noch nicht abschätzbaren Spätschäden oder mit dem Endergebnis Tod. Die grundlegende philosophische Frage, gebe ich dem Leben mehr Jahre oder den Jahren mehr Leben. Betrifft die Entscheidung nur den jeweiligen einzelnen Menschen, sollte das jeder für sich entscheiden dürfen. In einer Pandemie ist das anders. Jede vorausschauende, gemeinschaftsverträgliche Entscheidung hilft allen anderen, jede egoistische, selbstherrliche Entscheidung schadet allen anderen. Und dann kann man sich mit aller Kraft gegen das Wasser/Virus stemmen, es wird doch stärker sein, weil die Abwehr nicht ausreicht, weil nicht genügend Menschen mitgeholfen haben. Und leider und ungerechterweise trifft es auch diejenigen, die absolut keine Schuld haben. Enttäuschtes Smiley

Wir werden hierbleiben, bis es Entwarnung gibt. Nein, das ist nicht das, was wir uns wünschen würden. Aber wir wollen versuchen, zu den 50% zu gehören, die sich nicht infizieren. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe das Gefühl, meinen Jahren noch nicht genug Leben gegeben zu haben. Müdes Smiley

Der noch ausstehende Blogbeitrag zwischen Husum und hier liegt schon auf Halde und kommt nächsten Samstag. Danach könnte es eine längere Blogpause geben. Aber wer weiß…

Ach ja, ich höre schon einige von euch sagen: „Aber der Verlauf von Omikron soll doch viel milder sein!“ Vielleicht schaut ihr euch mal die nachfolgende Übersicht der WHO und die medizinische Definition von „mild“ an!
 
Kaffeepause

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Graue Stadt am Meer

 
 
LoofNachdem Friedrichstadt ja ins Wasser bzw. in den Matsch fiel, fuhren wir sofort zu unserem nächsten angepeilten Ziel weiter, nämlich nach Husum, nur 17km entfernt. Auf der Strecke lagen alle benötigten Lebensmittelläden, sodass wir erst einmal versorgt waren. Außerdem gehört zu dem Wohnmobilstellplatz der Fischladen „Loof“ und der Preis für die erste Nacht beinhaltet einen Verzehrgutschein über €2. Danach kostet jede weitere Nacht €10, das ist noch günstig. Allerdings ist der Platz auch eher einfach gehalten, die einzelnen Parzellen werden durch Bahnschwellen abgetrennt, über die man im Dunkeln gerne mal stolpert und sich im schlimmsten Fall Beine oder Arme bricht. Genau das sollte man im Moment ja nicht und so waren wir doppelt vorsichtig! Die Plätze sind so groß oder klein wie (fast) überall. Im Winter egal, im Sommer weniger, aber der Platz ist auch nicht als Urlaubsplatz gedacht, sondern um sich Husum anzusehen. Dafür liegt er ideal, man muss nur einmal über die Hauptverkehrsstraße (dass es auch eine Fußgängerunterführung gibt, haben wir irgendwann auch entdeckt!) und ist schon beim Fischhaus „Loof“. Dort musste man in früheren Jahren die Stellplatzgebühr bezahlen, jetzt erledigt man das im benachbarten Hotel, was ebenfalls zum Loof-Imperium gehört. Im Fischhaus kann man sehr gut essen, im Erdgeschoss bistroartig, in der 1. Etage eher restaurantmäßig. Außerdem gibt es einen sehr umfangreichen Fischverkauf, von rohem Fisch über geräucherten bis zu Fischbrötchen und einer riesigen Menge an leckersten Fischsalaten. Wir haben die Möglichkeiten genutzt! Smiley mit geöffnetem Mund

LoofLoofLoof

In Husum waren wir das letzte Mal vor zwei Jahren, auch in der Vorweihnachtszeit und so wussten wir, wie besonders hübsch das Städtchen dann ist. Auch der Weihnachtsmarkt war aufgebaut und durfte betrieben werden und wirklich überall wurde kontrolliert, ob man geimpft oder genesen oder getestet ist.

WeihnachtsmarktWeihnachtsmarktWeihnachtsmarkt

Für Unsicherheit sorgte für einige Tage, ob Herr Günther, der MP von Schleswig-Holstein, seine Ankündigung, ab dem 15. Dezember 2G+ für Beherbergungsbetriebe einführen zu wollen, wahr machen würde. Einige andere Bundesländer hatten inzwischen beschlossen, Menschen mit Boosterimpfung bei 2G+ auszuschließen und zunächst konnte uns auch niemand verbindlich sagen, wie oft man sich testen lassen müsste. Sogar im Testzentrum im Shoppingcenter in der Stadt war von alle 24 Stunden die Rede. Wir waren uns einig, dass wir nach Niedersachsen zurückfahren würden, sollte es dazu kommen. Jeden Tag bei welchem Wetter auch immer in die Stadt latschen und den Testnachweis im Hotel vorlegen, dazu hatten wir effektiv keine Lust. Verwirrtes Smiley Zum Glück einigten sich die Gesundheitsminister aller Bundesländer dann auf den Verzicht von 2G+ für Geboosterte. Bei allen, die sich testen lassen müssen, ist es wieder von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So hätten wir uns nur einmal bei Anreise („einchecken“) testen lassen müssen und dann nicht mehr (nicht sinnvoll, weil man ja schon einen Tag später positiv sein kann) und in Niedersachsen alle 72 Stunden (sinnvoll, weil dadurch eventuelle nachfolgende Infektionen bemerkt worden wären). Wir beschlossen also, bis über den Jahreswechsel in Husum zu bleiben.
 
Es wurde für ein paar Tage richtig kalt!

Stellplatz LoofHafenHafenInnenhafen

Da es auf dem Platz keinen Gasflaschenverkauf gibt, räumten wir alle drei Tage unsere Fahrzeuge fahrbereit und fuhren zur nur 1,2km entfernten Tankstelle, um LPG nachzutanken. Uschi kann aus Platzgründen ja nur 5-Kilo-Flaschen nutzen (die Tankflasche hat die gleiche Größe) und interessanterweise verbraucht sie im selben Zeitraum flaschenmäßig genausoviel wie ich in Oscarlotta, kilo- bzw. litermäßig aber nur die Hälfte. Aber ihr Wohnraum ist ja auch wesentlich kleiner als der von Oscarlotta und hier wird noch jede Menge Stauraum mit beheizt. Unsere Heizkosten im Dezember beliefen sich dann auch entsprechend auf knapp €69 bei Uschi und meine auf €160. Bei mir läuft allerdings auch der Kühlschrank über Gas, bei Uschi nicht. Sagt uns bitte mal jemand mit Wohnung oder Haus, möglichst mit Wohnflächenangabe, wieviel ihr im Winter oder im Jahresschnitt an Gaskosten habt, falls ihr damit heizt? Das würde uns mal interessieren!

Stellplatz LoofStellplatz LoofStellplatz LoofStellplatz Loof

Husum, die graue Stadt am Meer, verwöhnte uns mit einigen sonnigen Tagen, die wir für längere (Uschi) und kürzere (Uschi und ich) Spaziergänge nutzten.

sonnigsonnig
In entgegengesetzter Richtung zur Stadtmitte kann man bis ans Meer laufen und draufschauen, wenn es denn gerade da ist. Zwinkerndes Smiley Ich habe es jeweils nur bis zur Hafenein-/ausfahrt geschafft. Am Heiligen Abend war der Hinweg noch erträglich, aber der Rückweg mit eisigem Wind von vorne grenzwertig.

zum Hafenzum Hafenzum Hafenzum Hafenam Hafenam Hafenam Hafenam Hafenam Hafen

grauDie grauen Tage machten wir entweder zu Höhlentagen oder gingen mit Anbruch der Dunkelheit in die Stadt, Lichter gucken. Schön!

graue Stadt - ganz buntgraue Stadt - ganz buntgraue Stadt - ganz buntgraue Stadt - ganz bunt

Am 1. Weihnachtstag schafften wir es auch endlich mal zum Husumer Schloss und in den Schlossgarten und waren sehr angetan. So schön, dass alles wie von Puderzucker bestäubt aussah! Verliebt

zum SchlossSchlossSchlosszum SchlossTheodor StormSchlossSchlossSchlossparkWasserturmTorhausTorhausTorhaus

Der Jahreswechsel verlief relativ ruhig und, wie immer bei uns, völlig unspektakulär. Natürlich mit leckeren Fischsalaten zu Pellkartoffeln vom Fischhaus „Loof“. Um Mitternacht wurde in der Stadt und am Fischereihafen geböllert, aber bereits nach einer guten Viertelstunde war es wieder ruhig. Gut für Mensch, Tier und Umwelt.

Deko

Den Neujahrstag verbrachten wir noch in unseren Höhlen (Husum, graue Stadt am Meer) und am Sonntag ging es etwas wehmütig weiter… Im Falle eines erneuten Lockdowns, der ja noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, hätten wir dort nicht bleiben können. Und dort, wo wir bleiben können, falls, müssen wir rechtzeitig da sein.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frohes Neues!?!?

 
 
sonnig
 
eisig
 
Eines Tages kam eine Professorin in das Seminar und kündigte einen Test an. Sie verteilte das Aufgabenblatt wie üblich mit der beschrifteten Seite nach unten. Dann forderte sie ihre Studenten auf, das Blatt umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller standen auf dem Zettel aber keine Fragen – zu sehen war nur ein schwarzer Punkt auf der Mitte des weißen Papiers.
Nun forderte die Professorin die Hochschüler auf: „Notiert bitte, was ihr auf dem Blatt seht!“ Die Studenten waren irritiert, nahmen die Aufgabe aber in Angriff. Am Ende der Stunde sammelte die Professorin alle Blätter ein und schaute sich die Antworten an. Diese begann sie dann laut vorzulesen. Die Studenten hatten ausnahmslos den schwarzen Punkt beschrieben: seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, das Größenverhältnis zur Seite etc…
Die Professorin lächelte und erklärte: „Ich wollte euch eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand von euch hat etwas über den weißen Teil des Blattes geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das Gleiche geschieht häufig in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu gestalten, aber wir fokussieren uns auf die dunklen Flecken.
Nehmt die dunklen, schwarzen Punkte wahr, doch richtet eure Aufmerksamkeit in erster Linie auf das helle, weiße Papier. Erst dadurch werdet ihr euch der Möglichkeiten in eurem Leben bewusst. Teilt die freudigen Momente, das Helle in eurem Leben auch mit anderen Menschen!“
(Verfasser unbekannt)

 

Alles hat seine Zeit und seine Schönheit, sogar das Dunkle, siehe unsere Vergleichfotos. Wir haben die Wahl, was wir sehen wollen.

ALLES GUTE FÜR 2022!!!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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