Da sind wir wieder! ;-)

 

Unsere Sommerpause ist beendet, für uns zumindest. Uns bedeutet, Uschi, ich und Fix und Boxi. Oscarlotta und Flitzi müssen (oder dürfen?) noch schön geruhsam am Hirtenteich weiter stehenbleiben.

Abreise

Unsere Planung war ja, ca. Mitte August eine kleine Spätsommertour zu starten, so bis Mitte Oktober. Meine (junge) Zahnärztin und ihre (ebenfalls sehr junge) Assistentin bekamen einen fast hysterischen Lachanfall, als ich meinte, ich sei noch einmal kurz weg und sie nachfragten, was ich denn unter kurz verstehen würde. Nun ja, zwei Monate eben! Cooles Smiley

Wir müssen Mitte Oktober zurück, weil Uschis Vater 90 wird und ihre Schwester zur Feier aus den U.S.A. hierher kommt. Und da wir in Lauterburg erst einmal alles erledigt hatten (okay, Oscarlotta ist noch nicht poliert!), sind wir schon am Sonntag losgefahren, also etwas früher als geplant. Wir verabschiedeten uns am Samstag bei einem leckeren Abendessen bei Maiers von Maiers und von Alexej. Von den zwei Hundis, Jule und Mona, konnten wir uns nicht mehr verabschieden bzw. hatten das schon tun müssen. Beide leben leider nicht mehr, obwohl erst 11 und 13 Jahre alt! Besonders unser „Ferienhund“ Jule fehlt uns schmerzlich. Weinendes Smiley

Jule nicht ganz sauber :-) 

Am Sonntag ging es nur bis Freiburg. Dort waren wir auch schon wieder zwei Jahre nicht gewesen und kamen jetzt incognito. Entsprechend erstaunt waren die Gesichter der Betreiber, denn sie erkannten zwar uns, konnten aber Oscarlotta nirgendwo entdecken. Also stellten wir ihnen Fix und Boxi vor und erklärten, dass wir mit unserem „Reise“mobil unterwegs wären und unser „Wohn“mobil auf unserem Dauerplatz stehen würde. Und gut, dass es so war! Wir hatten angenommen, dass der Stellplatz in Freiburg an einem Sonntagspätnachmittag einigermaßen leer sein würde. Weit gefehlt!!! Es gab noch drei Plätze, die für uns infrage gekommen wären; mit Oscarlotta hätten wir keine Chance gehabt, außer wir hätten vorher reserviert. Der Platz war voll mit Italienern, Spaniern, Franzosen, Schweizern, Holländern, Briten und ein paar Deutschen. 🙂 Und dabei ist der Platz in der Zwischenzeit durch Neuanordnung der Plätze auf 100 Stellplätze angewachsen. Aber wenn man so sieht, was auf den Straßen an Wohnmobilen unterwegs ist, ist es auch logisch, dass die Stellplätze voll sind, vor allem in solch attraktiven Städten wie Freiburg. Völlig unverständlicherweise soll der Platz schon seit Jahren aufgegeben werden, da die Fläche mit Wohnhäusern für Professoren der Universität Freiburg bebaut werden soll. Zum Glück zieht sich das Vorhaben in die Länge! Es ist der einzige Wohnmobilstellplatz in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt und alle Mobilisten gehen einkaufen, bummeln, essen. Bringt das etwa kein Geld in die Stadt?

Da wir eine kleine Sonderstellung bei den Betreibern, Frau Nöltge und Herr Tigges, haben (wir sind mal durch Zufall zu den „Covergirls“ auf ihrem Flyer geworden), bekamen wir den Platz an ihrem Garten angeboten. Der war eigentlich für ein 8-Meter-Mobil vorgesehen und so hatten wir nach hinten ausreichend Platz (wir haben ja eine Hecktür) und auf der linken Seite eine schöne Aussicht.

Vorgarten BissierstraßeVorgarten BissierstraßeVorgarten BissierstraßeVorgarten Bissierstraße    Vorgarten Bissierstraße

Rechts von uns standen Spanier und bei dem Versuch einer kleinen Unterhaltung stellten wir fest, was wir schon geahnt hatten: Unsere Spanischkenntnisse reichen nach dreijähriger Abwesenheit von Spanien noch ansatzweise aus, um zu verstehen, aber absolut nicht mehr, um zu reden!!! 😦 Zum Glück sprachen die Spanier englisch!

Wir machten noch einen Abendspaziergang an die Dreisam und bewunderten sowohl den Sonnenuntergang als auch den riesigen Fast-Vollmond. Ausnahmsweise hatte ich mein iPhone nicht dabei, sodass es davon keine Fotos gibt!

Am nächsten Morgen ging es schon um 10 Uhr weiter, denn es lag eine größere Etappe vor uns. Davon und ab jetzt alle weiteren Berichte lest ihr bei Fix und Boxi. Wer sich immer noch kein Lesezeichen gesetzt hat, kann den nachfolgenden Link verwenden:

https://fixundboxi.wordpress.com/

Und wer nicht immer auf Verdacht nachschauen will (wir werden NICHT jeden Tag schreiben und auch nicht jeden zweiten, sondern eher sporadisch), kann sich anmelden und Follower werden und bekommt dann eine Benachrichtigung. Kostet nichts und tut auch nicht weh! Zwinkerndes Smiley

P. S.: Falls sich jemand wundert,warum dieser Artikel erst jetzt erscheint, sei ihm gesagt, dass der Mobilfunkempfang dort, wo wir hingefahren sind, so gut wie nicht existent war, WLAN gar nicht. Roaming ohne Zusatzkosten ist von der Idee her ja eine feine Sache, aber die Bedingungen müssen halt immer noch stimmen… Trauriges Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Aus zwei mach eins

 

In Bad Schönborn warteten Uschi, Alexander und Paul auf mich. Paul war, im Gegensatz zu Alexander, einem Stellplatznachbarn, nicht zweibeinig, sondern zweirädrig. Smiley mit geöffnetem Mund Köhlers, die Stellplatzbetreiber vom WellMobilPark, verkaufen auch E-Bikes. Wir wollten ja eigentlich noch keine, hatten vor zwei Jahren bei unserem Aufenthalt hier unsere Fahrräder noch teuer aufarbeiten lassen. Aber da stand dann Paul und Uschi verliebte sich! Ein Pedelec mit 20 Zoll-Reifen, faltbar.

PaulPaulPaul geklapptPaul gefaltet

Zugegebenermaßen ein hübscher Kerl, aber ich blieb standhaft. Ich will immer noch kein batteriebetriebenes Fahrrad, obwohl alle Menschen, die eins fahren, beteuern, wie toll das ist und dass sie nie wieder etwas anderes fahren wollen. Und dass man sich genauso anstrengen könne wie bei einem ohne Batterie. KÖNNE! Ich weiß genau, dass ich mich nicht mehr anstrengen werde, wenn ich nicht MUSS. Jetzt muss ich und ich nehme es in Kauf, dass ich bei allzu heftigen Steigungen eben mal absteigen und schieben muss. Ja, und Gegenwind kann sehr unlustig sein. Ich will aber keine 70km-Radtour am Tag machen und auch keine mit 50km. Ich will ab und zu mal zum Einkaufen fahren oder eine nette Waldrunde, bevorzugt mit einem Ausflugslokal als Ziel. Dafür reicht mir mein altes Fahrrad allemal.
Da Uschis KTM-Rad hochwertiger ist als mein Pegasus, fingen wir an zu demontieren. Meine Lenkerhalterung wollte ich unbedingt behalten, war ich doch vor zwei Jahren so froh gewesen, die hässliche alte austauschen zu können. Die Schrauben waren etwas festgerostet und nach einer Weile konnte der Nachbar von gegenüber es offensichtlich nicht mehr aushalten, unsere Bemühungen zu beobachten. Ob er den „Damen“ helfen könne? Wir lehnten höflich dankend ab und er hatte wohl schon damit gerechnet, zumindest schien er nicht beleidigt zu sein, was wir auch schon erlebt haben. Wir nahmen allerdings die Hilfe von WD-40 in Anspruch, erfolgreich. Die Lenkerbefestigung wurde ausgetauscht, ebenso die Halterung für die Lenkertasche. Meine silbernen Schutzbleche wollte ich auch gerne „umziehen“. Wir fingen mit dem Vorderrad an. Die Demontage am Hinterrad hätte sich etwas schwieriger gestaltet und darüberhinaus fand ich es absolut passend, zwei unterschiedlich farbige Schutzbleche zu haben, da das Rad vorne hauptsächlich silberfarben und hinten schwarz ist. Cooles Smiley Mein Sattel ist bequemer als der vom KTM, also wurde auch er ausgewechselt. Das Endergebnis sah dann aus wie unten zu sehen und in den nächsten Tagen konnten wir einige Menschen beobachten, die sich über dieses seltsame halbe Fahrrad auf dem Fahrradträger ihre Gedanken machten. Es wird in Lauterburg restlos ausgeschlachtet werden und alles, was noch als Ersatzteil tauglich ist, wird aufgehoben.

aus zwei mach eins Ersatzteilewas ist das denn? 

Am „Vatertag“ beendeten wir unsere Deutschland-Überwinterung und fuhren zu unserem Heimatcampingplatz auf die Schwäbische Ostalb. Vorsichtshalber nahmen wir die Autobahn, wir wollten den Leiterwagen ziehenden „Vätern“ auf den Landstraßen nicht in die Quere kommen. Sarkastisches Smiley
Der Campingplatz war nahezu komplett voll! Langes Wochenende und traumhaftes Wetter ist eine gute Kombination. Gut, dass wir unseren Dauerplatz haben!

unsere Terrasse

Eine Menge Arbeit wartete auf uns und konnte jetzt endlich erledigt werden! Den Hänger freischneiden, Flitzi aktivieren und waschen, die Steuererklärungen machen, Rasen mähen (unsere Terrasse war zwar vom Campingplatzbetreiber freundlicherweise schon gemäht worden, aber das Gras wächst so schnell!), Wäsche mal wieder waschen und – als größere Herausforderung – Oscarlotta vom Dreck der letzten 1 ½ Jahre befreien. Die provisorische Reinigung nach dem halben Jahr Sommerpause bei Luise hatte ja mehr verschlimmert als verbessert und im Winter hatten wir nirgendwo eine Gelegenheit. Wie immer fingen wir auf dem Dach an, schraubten alle drei Dachluken ab und entfernten endlich den Dreck, der zwischen der Ober- und der Unterschale saß. Vier Stunden waren wir zu zweit beschäftigt, bis das Dach wieder hell war!

Dachreinigung

Rundherum ist Oscarlotta erst zur Hälfte sauber, Fix und Boxi noch gar nicht, poliert ist logischerweise auch noch nicht. Aber die Frischwasseranlagen sind gereinigt und desinfiziert, die Abwassertanks gesäubert. Wir teilen uns die Arbeit ein und genießen zwischendurch, endlich wieder barfuß auf schönem weichen Gras laufen zu können und in der Sonne zu sitzen. Beziehungsweise eher im Schatten, denn das Wetter ist sommerlich. Sogar unsere neue Outdoor-Küche haben wir schon aktiviert. Endlich kommt unsere Fire Pit-Eisenpfanne mal wieder zum Einsatz! Smiley

outdoor-Küche

Apropos aktivieren, ich habe, als Vodafone-Kunde, mich für das neueste Angebot, den GigaCube, entschieden. Vorgestern habe ich ihn in Betrieb genommen und nun verfügen wir über monatliche 50GB LTE-Internet für €24,99. Es ist eine wahre Freude, wie schnell sich jetzt Seiten aufbauen und Fotos öffnen. Und endlich können wir uns auch die diversen Videos und Vlogs anschauen, die einige Blogschreiber veröffentlichen und die bisher unser verfügbares Datenvolumen überforderten.

Die nächsten ca. zwei Monate werden wir hier unseren Alltag leben und der lohnt nicht, darüber zu berichten. Deswegen verabschieden wir uns hiermit in eine kurze Sommerpause bis Mitte August. Wie es dann weitergeht, verraten wir noch nicht! Zwinkerndes Smiley

Wir wünschen allen unseren Lesern schöne Pfingsttage und einen schönen Sommer!!! Man liest, hört oder sieht sich!

wir wünscheneinenschönenSommer

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wie es weiterging…

 

Am Sonntag nach unserem Busausflug zur Bastei gingen unsere Fahrwege in unterschiedliche Richtungen. Uschi fuhr nach Haßfurt, um Big Fix beim Nissan-Händler einer Inspektion zu unterziehen sowie die HU und Gasprüfung durchführen zu lassen. Außerdem war ein Reifenwechsel aller vier Räder angesagt, da es seltsame Verschleißerscheinungen gab, die bei der Laufleistung noch nicht hätten sein dürfen. Ich fuhr einmal quer durch Deutschland, um in Nordhorn meine Freunde zu besuchen. Wie immer stand ich mit Oscarlotta auf dem Stellplatz am Vechtesee. Die Hälfte des Platzes ist mit Rasengittersteinen gepflastert, die andere Hälfte ist naturbelassen. Es gibt sechs Reihen, in denen die Mobile hintereinander stehen, eine V/E-Anlage, Müllentsorgung, Stromautomaten (€1/5 Stunden) und einen Parkscheinautomaten, an dem pro 24 Stunden €5 zu bezahlen sind. Das Besondere ist die Nähe zum See und die fußläufige Entfernung zur hübschen Innenstadt. Rund um den See gibt es Fuß- und Radwege, ein schönes Seerestaurant plus Hotel ist vorhanden und es ist ruhig, trotz der Straße, die am Stellplatz vorbeiführt. Radfreunde können hier voll auf ihre Kosten kommen, man merkt die Nähe zu Holland, hier ist Radfahrerland!

Vechtesee

Eine ganze Woche blieb ich hier, offiziell erlaubt sind allerdings nur 3 Nächte. Der Platz ist immer gut besucht und über den 1. Mai waren nur noch wenige Plätze frei. Es hätte aber absolut nicht sein müssen, dass ein Mobilist direkt im Anschluss an die Entsorgungsstation über Stunden parkt, sodass man nicht mehr durchfahren konnte, sondern vorwärts rein und rückwärts wieder rausfahren musste. Oder umgedreht. Vermutlich wollte er keinen Stellplatz belegen, aber diese Entscheidung war mehr als dämlich. Und Kurzzeitparkgebühr hat er sicher nicht bezahlt, ich habe jedenfalls kein Ticket gesehen (er stand genau gegenüber von Oscarlotta). Was manche Menschen sich denken (oder auch nicht), erschließt sich mir oft nicht!

Stellplatz am Vechteseeparken auf der V/E-Station

Ein paar Kilometer weiter wohnt seit 5 Jahren ein Freund den Sommer über auf dem Campingplatz „Saller See“, der zwar Campingplatz heißt, aber inzwischen fast ausschließlich aus Mobilheimen besteht. Es gibt eine Alibiwiese mit angeblich 14 Touristenplätzen. Da dort aber auch noch die anliegenden Mobilheimbesitzer ihre PKWs parken, dürfte das schwierig werden. Außer Oscarlotta war jedoch kein anderes Wohnmobil da. Etwas eng die Zufahrt, etwas heruntergekommen die Sanitäranlagen und wieder einmal merkte ich, dass Dauercamperbehausungen, egal ob Mobilheim oder Wohnwagen oder Wohnmobil nichts für mich sind. Zu eng, zu dicht auf dicht, kein Ausblick und schlimmstenfalls an drei Seiten Nachbarn. Es gibt ja Menschen, denen macht das nichts aus und es gibt sogar welche, die genau das lieben (die die Winter in Spanien und Portugal auf Stell- und Campingplätzen unter noch verschärfteren Bedingungen verbringen), ich gehöre definitiv nicht dazu!

TouristenplatzSaller SeeSaller SeeSanitärhaus aus den 1970er-JahrenSaller SeeSaller See

Mein Weg ins Ruhrgebiet führte mich über Münster. Vom Stellplatz „Camp Marina Alte Fahrt“ in Greven-Fuestrup hatte ich noch eine Guthabenkarte. Von 2008! Ich konnte gar nicht glauben, dass wir seitdem nicht mehr da gewesen waren!?! Der Platz liegt direkt am Dortmund-Ems-Kanal und mir war nach ein paar Tagen Ruhe und Schiffe gucken. Beim ersten Überfahren des Platzes stellte sich heraus, dass die erste Reihe am Kanal mit Hütchen komplett gesperrt war und zwischendrin auch sehr viele Plätze. Nicht alle Plätze sind für Oscarlotta lang genug und so stellte ich mich erst einmal auf den angrenzenden Platz, der als Winterlager für die Schiffe genutzt wird und im Sommer als Ausweichplatz für Wohnmobile. Dieser Stellplatz ist nämlich so begehrt, dass er in der Reisesaison zumindest an den Wochenenden ständig ausgebucht ist. Und das, obwohl es außer der Möglichkeit, Schiffe zu gucken und Rad zu fahren nichts gibt. Okay, ein Restaurant ist vorhanden. Theoretisch (und praktisch, Batteriefahrräder sind hilfreich) kann man per Rad nach Münster fahren, das sind aber einige Kilometer.

LageplanBlick vom Kanal ausFähre von Dover nach CalaisMarina Alte Fahrt FuestrupSlipanlageWLAN-Verfügbarkeit

Ich guckte mir einen geeignet erscheinenden Platz aus, von dem allerdings nicht ganz klar war, ob das Hütchen nur für den Nachbarplatz oder auch für ihn galt und wartete, bis um 17 Uhr der Platzwart erschien. Der Platz war frei! Alle gesperrten Plätze waren neu eingesät worden. Nun stand ich zwar in der vorletzten von 6 Reihen, aber die Plätze vor mir waren alle gesperrt, sodass mir niemand die Sicht auf den Kanal nehmen konnte. Das sollte sich allerdings zum Wochenende hin ändern, da blieb mir noch ein winziger Durchblick! Meine Guthabenkarte wurde tatsächlich noch anerkannt, interessant war die Preisentwicklung. Hatten wir noch 2008 für eine 10er-Karte €60 bezahlt, so kostet diese inzwischen €99 (regulärer Preis €11/Tag ohne Strom). Aber was wird schon preiswerter?

noch ist PlatzKanalblickKanalblick?

Ich entschied mich erst nur für eine Nacht, es gab nämlich so gut wie kein Vodafone-Netz. Zumindest nicht auf meinem iPhone. Testweise hängte ich am Abend den Mobilfunkrouter ins Fenster, bestückt ebenfalls mit einer Vodafone-Karte. HSPA!!! Das iPhone sagte derweil „Kein Netz“. Mir doch egal, zum abendlichen Telefonat mit Uschi setzte ich mich an den Kanal, zum Schiffe gucken auch, Hauptsache, ich hatte abends in Oscarlotta Internet. Ich verlängerte um weitere 3 Nächte!


 
Dann ging es zügig nach Hattingen. Ich hatte einen Nachbesserungstermin bei meinem Lackdoktor, der vor einem Jahr die Schäden an Oscarlotta durch die blödsinnige Kollision mit dem Schrankenpfosten größtenteils beseitigt hatte. Die Schrammen sind zwar nicht mehr zu sehen, aber Farbabweichungen im Lack. Leider könne er da nichts weiter machen, silbermetallic sei einfach eine schwierige Farbe. Ein erneutes Überpolieren brachte leider keine Verbesserung. Wir werden wohl damit leben müssen!

Lackschaden

Ich stand, bis ich einen Termin bekam, in Velbert-Neviges. Einmal an der A45 direkt im Wald, Zwinkerndes Smiley

A45Am Nizzabad

einmal am Schloss Hardenberg auf dem öffentlichen Parkplatz, wo drei Wohnmobile kostenfrei stehen dürfen. Den Platz und seine Bedingungen kannte ich noch vom letzten Jahr. Er bietet keinerlei Infrastruktur und liegt dicht an einer stark befahrenen Bundesstraße, aber auch neben einem kleinen Park, dem Schloss und einem großen Waldgebiet. Eine nette Nachbarin hatte ich auch.

Velbert-NevigesSchloss Hardenberg (Wirtschaftsgebäude)WehrturmNachbarschaft

Der Stellplatz in Hattingen an der Minigolfanlage hat inzwischen das geplante Sanitärhaus bekommen (2 Duschen, €1/4 Minuten, 2 Toilettenräume mit je 2 Toiletten), kostet dafür aber jetzt 10 Euro statt wie bisher 7! Es ist ja ganz nett, wenn man mal aushäusig duschen kann, es erspart das Putzen des Bades/der Dusche und das verfrühte Auffüllen des Frischwasser- und das Leeren des Abwassertanks. Aber wenn ich dafür dann gleich 3 Euro mehr bezahlen muss, auch wenn ich gar nicht jeden Tag duschen will (und das Duschen selbst ja auch noch €2 kostet, denn mit 4 Minuten komme ich, mit Haare waschen, nicht aus), dann würde ich lieber auf die Annehmlichkeit eines Sanitärhauses verzichten. Denn die anderen Bedingungen des Stellplatzes sind gleich geblieben, sprich relativ enge Parzellen. Trotzdem gefällt es mir dort, die Nähe zur Ruhr, die Möglichkeiten, dort zu laufen oder Rad zu fahren und mitten im Ruhrgebiet und trotzdem mitten in der Natur zu sein.

Stellplatz an der MinigolfanlagePlatz 13 brachte kein Unglück (gegenüber vom Schrankenpfosten!)HenrichshütteHenrichshütteAn der Ruhr

Eines Abends hatte eine Schafherde ihr Nachtlager auf einem Teil der Ruhrböschung aufgeschlagen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, was anders war. Habt ihr schon einmal so viele nackte Schafe gesehen???

nackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafe

Uschi wartete bereits in Bad Schönborn auf mich und so fuhr ich am vorletzten Sonntag auch dort hin. Es waren nur 336km, für die ich aber, mit Pausen, satte 7 Stunden brauchte! Es war Muttertag und ich hatte den Eindruck, dass halb Deutschland auf dem Weg zu oder von den Müttern auf der Autobahn unterwegs war! Mein Tommie war auch etwas durch den Wind. An jeder Autobahnausfahrt im Frankfurter Raum wollte er, dass ich abfahre. Originalton: „Nehmen Sie die Ausfahrt! Am Ende der Straße drehen Sie um, dann fahren Sie rechts!“ Vielleicht wollte er auch zu seiner Mama??? Cooles Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Busausflug zur Bastei

 
 
Am Donnerstag nach Ostern nahmen wir eines der Ausflugsangebote des Campingplatzes „LuxOase“ wahr und fuhren in das Elbsandsteingebirge. Der Bus brachte uns bis zur Bastei. Dort hatten wir bis 15 Uhr Zeit, uns alles genau anzuschauen. Eine sehr beeindruckende Landschaft! Solche Felsformationen hatten wir noch nirgendwo gesehen. Ein wenig wurden wir an die Hopewell Rocks an der Bay of Fundy erinnert, die wir bei unserem Nordamerikaaufenthalt 2016 so beeindruckend fanden. Vor vielen Millionen von Jahren entstanden durch ähnliche Bedingungen an unterschiedlichen Orten eben sehr ähnliche Naturbauwerke. Wer an den geologischen Einzelheiten der Entstehung des Elbsandsteingebirges interessiert ist, findet „hier“ eine ausführliche Ausarbeitung und „hier“ einen zusammenfassenden, kurzen Überblick.

Elbsandsteingebirge

Im Mittelalter wurde in diesem unwegsamen Felsmassiv von böhmischen Rittern eine Natursteinfestung angelegt, die Felsenburg Neurathen. Das Gelände kann gegen einen geringen Obolus besichtigt werden, von der Festung ist allerdings bis auf eine Zisterne, ein paar Steinschleuderkugeln und in den Fels gehauene Treppenstufen nichts mehr erhalten. Trotzdem ist die Vorstellung, mit den Mitteln des 14. Jahrhunderts hier oben gebaut zu haben, faszinierend und die Ausblicke von den verschiedenen Stellen des Rundweges sind beeindruckend.

Felsenburg NeurathenSteinkugelnSteinkugelnSteinschleuderSteinschleuderFelstreppeFelstreppeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirge

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen nach und nach immer mehr Reisende in diese Gegend und das Erklimmen dieser mit 194m recht stattlichen Felsformation scheint viele gereizt zu haben. Einheimische, die als Führer fungierten, konnten sich eine neue Erwerbsquelle erschließen. 1814 wurden die ersten 487 Stufen angelegt, 1816 war die Zufahrt von der Straße Lohmen-Hohnstein ausgebaut und 1826 wurde dann endlich vom Neurathener Felsentor über die Mardertelle (40 m tiefe Schlucht) hinweg zum Basteimassiv eine Holzbrücke geschlagen und die mühsame Kraxelei durch die Vogeltelle beendet. Und pünktlich zur Einweihung der Eisenbahnstrecke durch das Elbtal im Jahre 1851 war die Holzbrücke, die wegen der vielen Reparaturen zum Ärger der Besucher häufig gesperrt werden musste und schließlich ganz baufällig geworden war, durch eine Steinbrücke ersetzt worden. Sie hat eine Länge von 76,50m und überspannt mit 7 Bögen die Mardertelle. In nur zwei Jahren erbaut, ist sie immer noch das weltweit bekannte Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz. Schon der berühmte Maler der deutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, malte hier 1822 sein bekanntes Bild Felsenpartie im Elbsandsteingebirge.

Gemälde "Felsenpartie im Elbsandsteingebirge"BasteibrückeBasteiausblickBasteiausblickBasteiausblickBasteiausblickBasteiausblick

Wir waren erstaunt, wie viele Menschen an einen ganz normalen Donnerstag hier unterwegs waren und sich über die Felsenbrücke schoben. Viele Asiaten mit immer einsatzbereitem Selfie-Stick! Das Wetter war endlich sonnig und frühlingshaft warm, zumindest für diesen einen Tag. Unser Programm sah vor, dass wir um 15 Uhr unten im Kurort Rathen an der Schiffsanlegestelle von der LuxOase vorreservierte Tickets abholen sollten, um dann um 15:20 mit dem Raddampfer auf der Elbe zurückzufahren. Wir machten uns rechtzeitig an den Abstieg über viele Treppen und teilweise steile Wege durch einen wunderschönen, schon maigrünen Wald. Erstaunlich viele Besucher kamen uns entgegen und taten uns echt Leid, da wir ja wussten, was ihnen noch bevorstand. Runter ist zwar auch anstrengend und wir hatten auch einen ordentlichen Muskelkater am nächsten Tag, aber rauf hätte zumindest ich diese Tour ganz sicher nicht machen wollen!

ElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeKurort Rathen

Unten angekommen hatten wir noch ausreichend Zeit, uns den kleinen Ort anzuschauen (was allerdings schnell erledigt ist), etwas zu essen und, nachdem wir unsere Tickets bezahlt und erhalten hatten, einen Kaffee in der Sonne mit Blick auf die Elbe zu trinken. Unser Schiff verspätete sich. In die Gegenrichtung war der Schiffsverkehr eingestellt, hatten wir beim Ticketkauf gehört. Was, wenn unser Schiff nicht kommt? Außer uns wartete eine ganze Reihe von Menschen. Aber dann tauchte sie doch noch auf, die PD (Postdampfer? – siehe Kommentare) „Kurort Rathen“, ein restaurierter Schaufelraddampfer von 1896. Länge 55,76m, Breite 5,02m ohne die Radkästen.

PD "Kurort Rathen"

Überwiegend offene Decks, teilweise immerhin überdacht. Natürlich wollten wir auf dem Außendeck mitfahren, so wie die meisten anderen Passagiere. Kaum hatten wir abgelegt, verschwand die Sonne hinter dicken Wolken. Sofort wurde spürbar, dass es immer noch April war. Der Fahrtwind kam dazu und machte die Angelegenheit ziemlich schnell ziemlich ungemütlich. Das Deck leerte sich zusehends. Wir harrten noch eine Weile aus, drehten uns mit dem Rücken zum Wind und flüchteten schließlich total durchfroren doch in die Mitte des Schiffes. In die überfüllten Salons wollten wir nicht und so blieben wir direkt oberhalb der frei einsehbaren Dampfmaschine und neben den durch Glaswände abgetrennten Schaufelrädern stehen. Die rhythmischen, immer gleichen Bewegungen und Geräusche der verschiedenen Kolben waren fast meditativ. So standen wir eine Stunde bei einigermaßen erträglichen Temperaturen über dem Motorraum, beobachteten den Maschinisten bei seinen Kontroll- und Wartungsarbeiten, verfolgten die An- und Ablegeprozeduren und waren froh, endlich an der Anlegestelle Schloss Pillnitz aussteigen zu dürfen.
 

 
Das Schloss, ebenfalls im Besitz August des Starken und seiner Erben, diente der damaligen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts als „Lustschloss“ und Sommerresidenz. Unsere Lust, uns noch etwas anzuschauen, hielt sich schwer in Grenzen. Wir wollten nur ins Warme! Eine gute Stunde hatten wir, bis der Bus uns hier wieder abholen würde. Alles, was wir noch hätten besichtigen können, war draußen und kostete Geld. Die berühmte Kamelie blühte schon nicht mehr und ob der Palmengarten noch geöffnet war, haben wir gar nicht erfragt. Wir machten ein paar Fotos von dem wirklich schönen Schloss mit seinen vielen Türmchen und verdrückten uns in den Souvenirshop. Dort war es so herrlich warm! Laut lachen

Schloss PillnitzSchloss PillnitzSchloss Pillnitz

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

DRESDEN – top oder Flop?

 
 
Mit Norma hatten wir nicht nur unsere persönliche Reiseleiterin, sondern auch eine private Taxifahrerin! Jeden Tag kam sie uns abholen und natürlich fuhren wir dann auch nach Dresden. In der Inneren Neustadt hinter dem Albertplatz fanden wir einen Parkscheiben-Parkplatz am Straßenrand und kauften uns alle drei zuallererst sündhaft teure, weil vegane, Barfußschuhe. Sündhaft teuer bei Schuhen ist für uns eher ungewöhnlich.Smiley mit geöffnetem Mund So gerüstet marschierten wir die Hauptstraße entlang Richtung Goldener Reiter, legten vorher aber noch einen Kaffeezwischenstopp in einer ehemaligen Markthalle ein, die uns sofort an spanische Markthallen erinnerte. Und die Hauptstraße hätte von ihrer Art und dem üppigen Baumbestand her auch fast die Rambla in Barcelona sein können. Erstaunlich, dass die Häuserfassaden und die Balkone direkt am Neustädter Markt, also kurz vor dem Übergang zur Altstadt, total heruntergekommen waren und vor sich hin rotteten. Dass man das an solch einer Touristenmeile nicht ändert, hat uns sehr gewundert!

Markthalle

Der goldene männliche Mensch auf seinem Pferd wurde zwar von uns fotografiert, weil er ja offensichtlich etwas Besonderes darstellte, aber in seinen Bann zog er uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Panoramablick auf die monumentalen Gebäude der Altstadt von der ebenfalls alten Augustusbrücke aus war allerdings beeindruckend. Diese Brücke wird übrigens die nächsten zwei Jahre restauriert und ist im Moment nur noch für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Wir hatten also noch Glück, auf ihr die Elbe überqueren zu können.

August der StarkeAugust der StarkePanoramaansicht (Canaletto-Blick) Panoramaansicht

Elbansicht von den Brühlschen Terrassen Norma zeigte uns alles, die Katholische Hofkirche, das Schloss, die Semperoper, den Zwinger, den Fürstenzug, natürlich die Frauenkirche und schlussendlich die Brühlschen Terrassen. Aber trotz der zweifellos sehr eindrucksvollen Gebäude sprang der Funken bei diesem ersten Besuch nicht über, nicht bei Uschi und nicht bei mir. Mir war alles zu düster. Ich mag Sandstein, wenn er hell ist, aber diese Gebäude waren alle überwiegend schwarz.

KirchenKirchen 

Einzig der Fürstenzug faszinierte mich. Ein Wandgemälde, bestehend aus 23621 fugenlos aneinandergesetzten Porzellanfliesen, natürlich gebrannt und handbemalt von der Manufaktur Meißen (1905-1907). Wie durch ein Wunder überstand dieses wertvolle Juwel den Bombenangriff und Feuersturm im Februar 1945, der fast alles rundherum in Schutt und Asche legte. 35 Fürsten aus dem Geschlecht der Wettiner dokumentieren auf diesem Wandbild ihre mehr als 800-jährige Herrschaft. Über eine Fläche von 101,90m Breite und 10,51m Höhe reiten in unglaublicher Detailfreude die namentlich benannten Fürsten auf ihren prächtig geschmückten Pferden in eine imaginäre Schlacht, begleitet von allerlei Fußvolk.

FürstenzugFürstenzug 

Mit Konrad dem Großen, Markgraf von Meißen, fing es Mitte des 12. Jahrhunderts an und mit Georg, König von Sachsen, hört es 1904 auf. Mittendrin (1670-1733) dann der „Goldene Reiter“, Kurfürst Friedrich August I., Beiname „der Starke“. Er bewarb sich später um die polnische Krone, die nicht vererbt, sondern an den vielversprechendsten Bewerber vergeben wurde. Sachsen war seit der Reformation überwiegend protestantisch. Um König werden zu können, musste er zum Katholizismus konvertieren und als er die Krone 1697 erhielt und fortan als König August II. residierte, ließ er neben dem Schloss eine katholische Kirche errichten. Immerhin verlangte er von seinem Volk nicht, dass es ebenfalls katholisch werden musste! Jetzt erlebte Dresden seine Blütezeit. Sämtliche bedeutende Gebäude der Stadt entstanden auf sein Geheiß hin, darüberhinaus sammelte er neben Orangenbäumen leidenschaftlich Unmengen an Porzellan, das er aus Fernost einführen ließ, da die Porzellanherstellung hierzulande noch nicht „erfunden“ war. Die Porzellansammlung im Zwinger ist gewaltig und muss eine unvorstellbare Menge an Geld verschlungen haben. Es wird aus Platzgründen nur ein Teil der Sammlungsstücke ausgestellt und die wiederum sind in ihrer Gesamtsumme nur der Teil, der die Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg überstanden hat. Mein Geschmack deckt sich nicht mit dem Geschmack August des Starken, aber die Vorstellung, dass diese zerbrechlichen Gegenstände über Tausende von Kilometern zu Lande (Kutschen auf Kopfsteinplaster!!!) und zu Wasser transportiert werden mussten, ist schon beeindruckend. Eine Kutsche schaffte damals 30-40km pro Tag!

Norma fuhr uns dann noch großräumig in/um Dresden herum, rauf und wieder runter, natürlich auch über das Blaue Wunder, die alte genietete Eisenbrücke, die ihren Namen von ihrer Farbe hat. Das alles gefiel uns schon besser.

Spitzhausblick 

Über die Osterfeiertage (ja, so weit hinken wir mit unserer Berichterstattung inzwischen hinterher!) hatten wir auf dem Campingplatz „LuxOase“ östlich von Dresden reserviert. Uns war nach ein wenig Luxus, obwohl der Name einfach der Familienname der Betreiber ist. Da es sich aber um einen 5-Sterne-Platz handelt, war trotzdem alles vom Feinsten.

LuxOase SanitärbereichSanitärbereichSanitärbereichSanitärbereichSanitärbereichSanitärbereich für KinderDuschbereich für Kinder     

Wir bekamen vom Chef höchstpersönlich einen der neugestalteten XXL-Plätze zugewiesen, auf dem wir gemeinsam stehen durften. Das verdankten wir ausschließlich der Tatsache, dass Big Fix ein Allradfahrzeug ist, das versprach, die neu eingesäte Wiesenfläche nicht zu zerstören. Oscarlotta möge doch bitte auf dem Weg stehenbleiben, der eine Sackgasse war. Links von uns wurde noch gebaut, es war aber Baustopp während der Osterferien. So hatten wir nur hinter uns Nachbarn, vor und neben uns den schönen Ausblick auf den kleinen Stausee. Leider spielte das Wetter nicht mit (es schneite sogar noch kurz), um unsere große Wiese nutzen zu können! Der Campingplatz hat übrigens für Alleinfahrende ein besonderes Preisangebot, incl. 5 kW Strom/Tag.

LuxOaseLuxOase

Eine der Besonderheiten der LuxOase sind die Busausflüge, die angeboten werden, u. a. nach Prag. Ich war sehr interessiert bis ich erfuhr, dass es frühmorgens um 6 Uhr losgehen würde. Nein danke, das geht für mich gar nicht, so schön kann Prag gar nicht sein! Ich beschloss, Dresden doch noch eine zweite Chance zu geben und buchte die Stadtrundfahrt. Die kostete €20 und startete (erst) um 9 Uhr direkt am Campingplatz, was für mich immer noch mitten in der Nacht ist. 😉 Einer der Stadtrundfahrtbusfahrer wohnte am Campingplatz und durfte seinen Doppeldeckerbus mit nach Hause nehmen. Demzufolge nahm er morgens auf der Fahrt zur Arbeit die interessierten Campinggäste mit in die City. Die Fahrt dauerte 45 Minuten und wir Mitfahrer wurden schon mit vielen Vorab-Infos versorgt. Am Zwinger konnte man entweder direkt die 90-minütige Stadtrundfahrt machen, mit Aus- und Einsteigmöglichkeit an 22 Haltestellen oder man wartete auf die Stadtführer zur Zwingerführung, zur Fürstenzugführung und zur Führung rund um die Frauenkirche. Alle drei Führungen dauerten zusammen 2 Stunden. Ich hatte das Glück, eine sehr kompetente Stadtführerin zu erwischen, die sehr humorvoll und interessant erzählte. Geschichte war früher in der Schule nie mein Lieblingsfach und inzwischen verstehe ich, warum man zu all den trockenen Zahlen, die in Büchern stehen, keinen Bezug bekommt und somit auch nicht zu den Ereignissen, die die Zahlen dokumentieren. Aber wenn man vor einem Palast steht und erzählt bekommt, was den damaligen Bauherrn bewogen hat, ihn genau so bauen zu lassen, dann erhält diese Anlage, die man vorher bestenfalls schön oder beeindruckend oder imposant fand, auf einmal etwas wohltuend Persönliches. Und auch der Mensch, der bisher nur ein Name war, den man irgendwann mal gelernt hat, zu dem man aber nie einen Bezug hatte, bekommt im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht. Ab da hatte mich Dresden!

ZwingerZwingerZwingerZwingerZwingerZwingerZwinger

Um 17:30 Uhr nahm der Busfahrer uns wieder mit zurück zum Campingplatz. Ich hatte noch lange nicht alles gesehen! Wie gut, dass es die Möglichkeit gab, für nur 2 Euro einen weiteren Tag zu buchen, mit sämtlichen Inhalten. Allein die Tatsache, dass ich bereit war, noch einmal mitten in der Nacht aufzustehen, beweist, dass Dresden mich inzwischen faszinierte. Die Frauenkirche fehlte mir noch. Es wurde ein halbstündiger Film angeboten über den Wiederaufbau nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Wenn man einen Eindruck bekommt von den Dimensionen dieser baulichen Leistung, nicht nur in finanzieller Hinsicht, schaut man sich das Kirchengebäude anschließend mit anderen Augen an. Ich trank danach direkt nebenan einen Kaffee draußen in der Sonne. Die vielen schwarzen Steine inmitten vieler hellerer hatten jetzt eine andere Bedeutung für mich bekommen, nachdem ich wusste, wie mühselig sie nach fast 50 Jahren aus den Trümmern der Kirche geborgen und beim Neuaufbau wieder integriert worden waren, überwiegend sogar an den alten Stellen. So besteht die Frauenkirche, obwohl vom Bombenangriff am 13./14. Februar 1945 fast vollständig zerstört (auf Dresden wurden am 13. und 14. Februar 1945 insgesamt 1480 Tonnen Spreng- und 1190 Tonnen Brandbomben abgeworfen, insgesamt rund 2670 Tonnen), zu sagenhaften 45% aus originalem Steinmaterial. Ein Detail zeigt sehr anschaulich alt und neu, zu sehen auf dem letzten Foto, wenn es groß geklickt wird.

FrauenkircheFrauenkircheFrauenkircheFrauenkirche   

Nein, alles gesehen habe ich natürlich immer noch nicht! Aber das wäre ja ein Grund, irgendwann noch einmal nach Dresden zu fahren! Norma würde sich freuen! Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Bei Norma

 
 
Auf direktem Weg ging es weiter Richtung Dresden, aber nicht, ohne vorher noch eine Zwischenstation im Spreewald zu machen. Ein kleiner Wohnmobilstellplatz irgendwo im Nirgendwo, ursprünglich nur für Wassersportler zum Übernachten per Zelt gedacht. Es gab ein kleines Sanitärgebäude, je eine Dusche für Männlein und Weiblein, eine Außenspülküche, eine Entsorgungsstation und das alles für €5/Nacht, incl. Strom. Rundherum nichts als Ruhe und unter Wasser stehendes Sumpfgebiet. Von den Wegen abzukommen ist nicht ratsam!

Groß WasserburgFrühlingSpreewald

Dann aber endgültig Dresden! Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Wohnmobil dort zu stehen, preiswert ist keine. Eine der bevorzugten ist wohl der Stellplatz der Firma Schaffer. Von dort sind es aber auch immer noch mehrere Kilometer bis ins Stadtzentrum und €15 ist eine Ansage. Wir wollten aber nicht nur Dresden sehen, sondern uns mit Norma treffen, der Frau, die 2015 auf ihrer Rollertour bis Luzern durch Zufall bei uns auf dem Campingplatz auf der Schwäbischen Alb gelandet war und mit der wir seitdem in Kontakt sind. Norma lebt 24km nördlich von Dresden und so entschieden wir uns für den kostenfreien Stellplatz beim Wohnmobilhändler Meinert in Moritzburg-Boxdorf auf halber Strecke zwischen Normas Wohnort und Dresden. Wir rechneten damit, dort vielleicht nur ein oder zwei Nächte stehenbleiben zu dürfen, aber nein, wir könnten so lange bleiben, wie wir wollen, hieß es. Strom gab es über einen Münzautomaten zu den üblichen Konditionen (50 Cent/kW), eine V/E-Station war vorhanden und der Platz war absolut ruhig, obwohl in einem Industriegebiet gelegen. Ein wenig schief und auf Schotter, aber ansonsten standen wir dort richtig gut. Gasflasche leer? Kein Problem, nebenan im Shop gab es eine neue.

Stellplatz Caravan Meinert 

Norma freute sich, uns zu sehen und wir hatten für die nächsten Tage unsere ganz persönliche Reiseleiterin! Zunächst erkundeten wir die nähere Umgebung und waren damit schon gut beschäftigt. Unter Moritzburg hatte ich mir eine kleine, nette Stadt vorgestellt, es besteht aber nur aus einer Hauptstraße mit vielen Restaurants, Cafés, einem Gestüt und natürlich dem Schloss. Das allerdings ist wirklich sehenswert und wir hatten das Glück, dass das Wetter mitspielte. So kamen wir auch noch in den Genuss einer kleinen Wanderung durch den Schlossgarten, den anschließenden Wald (Moritzburg war das Jagdschloss des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen, besser bekannt als August der Starke) bis zum Fasanenschlösschen und dem hübschen kleinen Leuchtturm.

Moritzburg SchlossMoritzburg SchlossMoritzburg LeuchtturmMoritzburg LeuchtturmMoritzburg LeuchtturmMoritzburg SchlossMoritzburg SchlossMoritzburg SchlossMoritzburg Schloss

An einem anderen Tag wollte Norma eine etwas größere Rundwanderung zu den Biberteichen mit uns machen, 13,5km. Das ist zu weit für mich und so bekam ich Normas Roller. Nicht den, mit dem sie bei uns war, sondern einen mit Batterie!!! Natürlich keinen Kinderroller, sondern vorne ein 28-Zoll-Rad und hinten eins mit 20 Zoll. Ich war sofort hin und weg! Dumm war nur, dass ich jetzt VIEL schneller war als die beiden und immer hin und her fahren musste! Laut lachen Aber ich habe nicht nur die Batterie genutzt, sondern mich auch etwas angestrengt und getreten. So eine schöne Wanderung hatte ich selten!

BiberpfadRoburBatterie-RollerNorma und Uschi wandernIngrid rollert ;-)BiberpfadBiberpfadBiberdammBiberburgBiberarbeitBiberteichBiberteichBiberteich

Biber haben wir allerdings keine gesehen, obwohl angeblich 40 Familien in dem Wald- und Sumpfgebiet leben sollen. Uschi und Norma sind noch extra auf einen Aussichtsturm gestiegen, kein Biber weit und breit, nur der Roller und ich. Zwinkerndes Smiley

Aussichtsturm von untenUschi und Norma auf dem Weg nach obenAussicht von oben

Dann ging es ans Käselöcher bohren. Norma besitzt einen Schrebergarten und baute sich gerade einen neuen Zaun. Bei der Befestigung der Zaun(p)latten am Tor war sie froh um weitere zwei Hände (Uschis) und damit das Ganze nicht so festungsmäßig aussah, zeichnete ich viele „Käselöcher“ an, die von den beiden ausgebohrt bzw. -gesägt wurden. Das Gesamtergebnis ist richtig schön geworden!

SchrebergartenSchrebergartenalternative Wohnform ;-)alternative Wohnform ;-)SchrebergartenNormas WerkstattNormas WerkstattNormas WerkstattNormas ZaunohneundmitKäselöchern

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schiffshebewerk Niederfinow

 
 
Als wir uns in Lütow vom Betreiber des Stellplatzes „Marina Yachtlieger Achterwasser“ verabschiedeten und es unweigerlich noch zu einem kleinen Plausch kam, erhielten wir den Tipp, am Schiffshebewerk in Niederfinow vorbeizufahren und es uns anzuschauen. Man könne dort auf dem Parkplatz auch übernachten, sogar unentgeltlich. Er habe sein Schiff vor vielen Jahren von Berlin hierher ans Achterwasser geholt und sei genau mit diesem Hebewerk geschleust worden. Schiffe gehen bei uns immer, Schiffshebewerke gibt es nicht so viele und Zeit hatten wir auch. Also Niederfinow, wo auch immer das lag. Bei Eberswalde, stellte sich heraus, also auf unserem Weg nach Dresden.
Leider, leider mussten wir nach Altwarp die Küste endgültig verlassen und ins Landesinnere zurückkehren. Der Winter dort oben an Nord- und Ostsee war alles andere als schrecklich, auch wettermäßig nicht, sondern sehr entspannend und abwechslungsreich. Wir lieben es, immer ein Stückchen weiterzufahren und wieder etwas Neues zu entdecken. Oder auch an einen Ort zurückzukehren, der uns früher schon einmal gefallen hat. Jetzt wollten wir endlich auch einmal nach Dresden. Vorher aber Niederfinow!

altes Schiffshebewerk Ein weiteres Superlativ konnten wir nun also unserer Sammlung hinzufügen: Das Schiffshebewerk Niederfinow ist das älteste, noch in Betrieb befindliche, Deutschlands. Ein wahrlich imposantes Bauwerk von 60m Höhe! Seit 1934 verrichtet es, von wenigen Unterbrechungen abgesehen, Jahr für Jahr seinen Dienst in der Havel-Oder-Wasserstraße, die ihre Ursprünge bereits 1743 hat, als Großschifffahrtsweg von und nach Berlin. 36m Höhenunterschied vom unteren auf das obere Level oder umgedreht sind zu überwinden! Im Stil der damaligen Zeit wurde eine Stahlkonstruktion auf Stahlpfeilern errichtet und mit 5 Millionen Nieten zusammengehalten. Obwohl der Trog mit 85m Länge, 12m Breite und einer Wassertiefe von 2,50m nicht gerade klein zu nennen ist, reicht er für heutige Verhältnisse nicht mehr aus. Für Schubverbände ist er zu kurz, sodass die Einheiten getrennt werden müssen. neues Schiffshebewerk Deswegen wurde 1997 der Bau eines größeren, modernen Hebewerks nebenan beschlossen, was inzwischen fast fertiggestellt ist und spätestens 2025 den Schleusenbetrieb parallel oder ausschließlich (?) übernehmen soll. Was solch ein Bauvorhaben, egal ob 1934 oder jetzt, bedeutet, an Planung, Vorarbeiten, Bauausführung, ist für den normalen Besucher nur zu erahnen, aber absolut nicht nachvollziehbar. Beide Bauwerke ziehen einen trotzdem oder gerade deswegen aber sofort in ihren Bann. Ein wenig bekommt man einen tieferen Einblick im Informationspavillon mit seinen Schautafeln, Modellen, Filmen und Dia-Shows. Wer an den Fakten interessiert ist (auch wenn er kein Ingenieur ist), dem sei Wikipedia empfohlen, „hier“.

oberer Kanal 150000 Besucher kommen jedes Jahr und zwei davon in diesem Jahr waren wir! Für absolut bezahlbare 3 Euro kann man zunächst einem Serpentinenweg folgen, der bis zur Höhe des oberen Kanals führt. Ab da läuft man auf einer Besuchergalerie rund um das Hebewerk, kann die Landschaft und natürlich die Schleusungen ganz aus der Nähe UND VON OBEN ansehen! Die Gesamtdauer einer Schleusung beträgt 20 Minuten, der Trog benötigt für den Höhenausgleich der 36m nur 5 Minuten! Mit seiner Wasserfüllung wiegt er 4290 Tonnen und wird mittels 256 Stahlseilen, Umlenkrollen und Beton-Ausgleichsgewichten mit einem Gewicht von ebenfalls 4290 Tonnen elektrisch nach oben oder nach unten befördert, mit oder ohne Schiff (auch hierzu genaueres im obigen Link). Da ein Schiff stets so viel Wasser verdrängt wie es selbst wiegt, bleibt das Gewicht des wassergefüllten Troges immer gleich. (Physikunterricht Klasse ?) Cooles Smiley

Die Berufsschifffahrt hat natürlich Vorrang, deswegen müssen „just-for-fun“-Schleusende im Ausflugsboot unten oder oben schon einmal etwas länger warten. Aber dann haben sie wenigstens etwas für den Preis von €20 gehabt! Da Schubverbände ja getrennt werden müssen, gibt es für die unten oder oben in den Trog geschobenen maschinenlosen Leichter eine Seilzugvorrichtung. Wenn auch das Schubschiff geschleust wurde, wird wieder angekuppelt. Gut zu sehen in unserem nachfolgenden kleinen Video.

Park- und Stellplatz Wir sind dann wirklich die Nacht auf dem Parkplatz stehengeblieben. Tagsüber ist er mit Schranken verschlossen, die abends und über Nacht geöffnet sind. Wenn man das entsprechende Zeitfenster nutzt und rechtzeitig am Morgen fährt, steht man wirklich umsonst, ansonsten zahlt man am Automaten €3 für einen Jeton, der an der Schranke eingeworfen wird.

Ab hier nur noch (selbsterklärende) Fotos und ein Nachtrag!

Oder-Havel-KanalSchiffshebewerk (Erläuterungen)Schiffshebewerkaltes und neues SchiffshebewerkEinfahrt SchubverbandEinfahrt SchubverbandEinfahrt SchubverbandEinfahrt SchubverbandEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt AusflugsbootEinfahrt AusflugsbootSchleusung AusflugsbootAusfahrt AusflugsbootSchleusung PolizeibootSchleusungSchleusungSchleusungSchubverband oberer KanalSchubverband oberer Kanal

Nachtrag:
Während der gemeinsamen Bootsurlaube mit meinem Bruder und seinem selbstgebauten Motorschiff „Octopus“ während der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts habe ich eine solche Hebewerkschleusung in Belgien selbst miterlebt. Eine aufregende Sache, wenn man mitsamt seines Schiffes schwimmend in einer „Badewanne“ immer weiter in die Höhe befördert wird und oben dann nur eine kleine Ausfahrt-Rinne wartet! Und unser Octopus war immerhin 13,50m lang und 4,00m breit mit einem Tiefgang von 0,90m. Ich werde mir mal die alten Fotos wieder ansehen, wenn ich wieder in der Nähe meiner Fotoalben bin. Da ich ja auch zum größten Teil aus dem vorigen Jahrhundert bin, gibt es auch noch Fotoalben in nicht digitaler Form! Zwinkerndes Smiley

written by Ingrid
photos and videos taken by Uschi with Mobistel Cyrus F9

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

An Bodden und Haff

 
 
Von Stralsund aus fuhren wir am Greifswalder Bodden entlang Richtung Usedom. Uschi wollte mal wieder ans Achterwasser. Über Greifswald und Wolgast erreichten wir das Dorf Lütow. Dort liegt seit vielen Jahren ein ehemaliges Fahrgastschiff vor Anker und dient jetzt Ausflüglern als Einkehrgastwirtschaft. Auf der Wiese können ein paar Wohnmobile stehen und höchstens drei auf der befestigten Sportboot-Hafenanlage. Uschi war bereits 1998 dort und weil es ihr so gut gefallen hatte noch einmal mit mir 2005. Ich konnte mich noch gut an die schlechten Zufahrtsstraßen erinnern und daran hat sich auch bis heute nichts geändert! Aber auch sonst war alles unverändert und das ist gut so. Wer absolute Ruhe und sonst nichts als Natur möchte, ist hier richtig. Alle anderen eher nicht. Zwinkerndes Smiley

AchterwasserAchterwasserAchterwasserAchterwasser

Wir stellten uns natürlich nicht auf die Wiese, sondern mit Blick aufs Achterwasser. Schöner geht fast nicht mehr! Leider spielte das Wetter nicht mit, bis auf den Ankunftstag war es kalt, windig und ab und zu auch regnerisch. Ein kleiner Spaziergang auf dem Deich und durch den Ort, mehr war nicht drin. Unsere Räder haben wir gar nicht erst aktiviert.

PrivatstellplatzPrivatwohnung BauwagenDorfkircheGlocken"turm"etwas Patinaerste FrühlingsbotenMode & Café

Der Stellplatz „Marina Yachtlieger Achterwasser“ bietet Strom pauschal für €2, der Stellplatzpreis beruht auf der Länge des Wohnmobils und wird wie bei Schiffen nach Metern berechnet, 1 Euro pro 1 Meter! Dazu kommt allerdings auch noch eine Personengebühr von €1/Person. Die Entsorgungs“station“ ist eine Klärgrube mit Deckel, eingelassen in der Wiese hinter dem Bootshaus. Frischwasser war gerade nicht verfügbar, da die Wasserleitung einen Defekt hatte. Alles also etwas minimalistisch, aber originell und ursprünglich. Muss man mögen, sonst ist man dort falsch. Zahlen muss man übrigens täglich bis 17 Uhr, bevor der Besitzer nach Hause fährt. Diese Gepflogenheit, auf der bestanden wird, ermöglicht ihm einen täglichen Plausch, der gerne auch ausführlicher ausfallen darf. Smiley mit geöffnetem Mund

Wir unternahmen mit Fix und Boxi einen Ausflug in die „Kaiserbäder“ Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, aber leider regnete es auch dort. Ganz feiner Sprühregen nur, aber durchdringend und selbst die schönste Seebrücke macht da keinen Spaß. Wir machten das Beste draus und nahmen an der Tour mit der (durch Planen verschlossenen) Bimmelbahn durch alle drei Bäder teil. Dabei sahen wir nicht nur alles, was sehenswert war, sondern erfuhren auch noch allerlei interessante Details über die Bäderarchitektur der vergangenen Zeiten und über das mecklenburgische Uradelsgeschlecht der von Bülow. Nicht verwunderlich also, dass Vicco von Bülow, alias Loriot, in seinen Film „Pappa ante Portas“ (Kurzvideo hinter dem Link) der Seebrücke von Ahlbeck eine Rolle gegeben hat. Das Wetter war allerdings nicht dazu angetan, Fotos zu machen, weshalb wir, logische Schlussforderung, keine von hier zeigen können. Enttäuschtes Smiley Die Häuser sehen aber in etwa alle so aus wie dieses wunderschöne Haus in Binz.

Bäderarchitektur

Nach ein paar weiteren Höhlentagen beschlossen wir, auf die andere Seite des Achterwassers zu fahren und dann am Kleinen Haff entlang über Ueckermünde nach Altwarp. Das liegt am Stettiner Haff unmittelbar vor der polnischen Grenze. Hier verabschiedete sich das deutsche Mobilfunknetz auf breiter Front! Aber sogar, wenn wir eine polnische SIM-Karte gehabt hätten, hätte uns das wohl nichts genützt, auch das polnische Netz war nur sporadisch verfügbar. WLAN gab es zwar vom benachbarten Hafen, zu dem der Stellplatz gehört, aber das konnte man ebenfalls gleich wieder vergessen! Wir waren also über Tage in der für uns völlig ungewohnten Lage, ohne Internet und ohne die Möglichkeit, telefonieren zu können zu sein und fragten uns, was man eigentlich früher so den ganzen Tag gemacht hat??? Cooles Smiley

Altwarp am Stettiner Haff

Das Wetter wurde langsam besser und tatsächlich konnten wir ein erstes Mal vor unseren Mobilen in der Sonne sitzen, ohne dicke Jacke, Schal und Mütze! Die Lage des Stellplatzes ist ein Traum und wie bereits gewöhnt, waren wir fast allein. Im Sommer wird es auch hier sicher anders aussehen, allerdings sind die Plätze ausreichend groß dimensioniert. Viel los ist auch hier nicht, touristisch gesehen, ein „Tante-Emma“-Laden, eine große Wanderdüne, zwei Fischrestaurants im Ort, während der Saison Fischbuden und Restauration direkt am Hafen, vormittags frischer Fisch direkt vom Kutter. Und ein Bäckerwagen, der täglich vorbeikommt. Man kann sowohl direkt im Hafen stehen als auf dem benachbarten Stellplatz, für €10 plus €2 für Strom pauschal. Es gibt einen Toiletten- und Duschcontainer samt Waschmaschine und Trockner, eine V/E-Station, die den Namen auch verdient und Frischwasser direkt an den Plätzen. Im Sommer fährt ein Schiff zum zollfreien Einkauf nach Neuwarp in Polen (direkt gegenüber), es gibt Hafenrundfahrten und Ausflugsfahrten nach Usedom. Dazu eine Busverbindung nach Ueckermünde. Das Dorf ist klein und beschaulich und verfügt noch über den Charme früherer Fischereizeiten. Ein nahezu perfekter Wohnmobilstellplatz, fanden wir, durchaus auch für einen längeren Zeitraum. Wenn nur die Sache mit dem Mobilfunknetz nicht wäre!!!

Altwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffHeimatkarte PommernAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffHumor am Stettiner HaffWanderdüne am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner Haff

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Die andere Geschichte

 
 
Bei meiner Internetrecherche über Stralsund stieß ich auf das Video eines Drohnenfluges über die Dächer der Stadt. Automatisch lud sich danach ein weiteres Video und eine Drohne flog über das Modell von Prora. PRORA?!?! Vor Jahrzehnten hatte ich mal einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen, über diese größenwahnsinnige Ferienanlage der Hitlerzeit, geplant, gebaut und nicht fertiggestellt. Das erste von fünf identischen KdF-Seebädern sollte es werden, jedes mit einer Kapazität von jeweils 20000 Urlaubern pro Durchgang von 10 Tagen. Die nationalsozialistische Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“, Teil der „Deutschen Arbeitsfront“, betraute 1935 den Kölner Architekten Clemens Klotz mit der Planung. Ein passender Name für ein solches Projekt!

KdF Die Rolle der KdF, insbesondere der geplanten Groß-Seebäder, ist widersprüchlich. Einerseits sollte sie kulturelle Bedürfnisse der Arbeitenden befriedigen, kostengünstige Urlaubsplätze – auch für kinderreiche Familien – zur Verfügung stellen, zum anderen bildete sie eine wirksame Form der ideologischen Beeinflussung im Sinne der NS-“Volksgemeinschaft“, der geistigen Kriegsvorbereitung und ermöglichte zudem in einem festen Rahmen die permanente Kontrolle der KdF-Urlauber. Die Ideologie der Volksgemeinschaft beschwor eine rassisch und politisch homogene Gemeinschaft, die als Gefolgschaft dem „Führer“ treu und gehorsam ergeben sein und dann ein Anrecht auf soziale Leistungen, wie etwa den Urlaub in Prora, haben sollte. Siehe auch „hier„. Bereits im Mai 1936 war Grundsteinlegung, ein Baustab koordinierte ab November die Zusammenarbeit von 9 Großbaufirmen und etwa 300 verantwortlichen Mitarbeitern. Nach abgeschlossenen Planierungs- und Gründungsarbeiten setzte ab April 1938 der straff und rationell organisierte Hochbau ein, in ca. 17 Monaten Bauzeit wurde das Vorhaben bis Kriegsausbruch September 1939 weitgehend rohbaufertig. Die Fertigstellung der gesamten Anlage war für das Jahr 1941 geplant. Nach Kriegsausbruch wurde der Baubetrieb jedoch drastisch reduziert, viele Arbeitskräfte wurden zur Heeresversuchsanstalt Peenemünde und an den Westwall abgezogen. Mit geringer Bautätigkeit wurde noch bis 1941 weitergearbeitet, auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden hier eingesetzt. 1942/43 wurde der Bau dann endgültig eingestellt.

Koloss von Prora Es standen nun insgesamt acht identische Unterkunftshäuser mit jeweils sechs Stockwerken und einer Höhe von etwa 20m. Jeder dieser „Blöcke“ hatte eine Länge von ca. 500m und wies zur Landseite 10 rechtwinklig angeordnete Treppenhausflügel aus. Zwischen jeweils drei Blöcken im Norden und drei Blöcken im Süden blieben freie Flächen, die später mit dreigeschossigen Gemeinschaftsanlagen, die 150m weit in den Strand ragen, geschlossen werden sollten (gut zu sehen in dem ersten Video). Zwischen den beiden mittleren Blöcken sollte als Achsenmittelpunkt der in einem Segmentbogen von 13km Radius gebauten Anlage mit 90m Entfernung vom Strand ein Festplatz von 400000m² entstehen (siehe obiges Foto), mit monumentalen und repräsentativen Gebäuden wie ein Festbau mit einer offenen Säulenhalle zur Seeseite, der eine Festhalle und eine Kongresshalle für jeweils 20000 Menschen enthalten sollte. Ein „Probestück“ wurde realisiert und ist noch vorhanden. Zur Seeseite wurde eine ca. 80m ins Meer hineingebaute 500m lange Kaianlage errichtet, von der noch Teile zu sehen sind. Geplant waren zwei Seebrücken von 500m Länge für kleinere und 800m für längere Schiffe, z. B. die bereits in Betrieb befindlichen KdF-Urlaubsschiffe „Robert Ley“ und „Wilhelm Gustloff“. Wandelgänge zwischen den Gebäuden, Wasserbecken, Wasserspiele, eine 7km lange und 27m breite Strandpromenade an der gesamten, ca. 4,7km langen, Anlage entlang, waren geplant, dazu unzählige Restaurants, Cafés, Kinderhorte, Geschäfte, Schreib-, Lese- und Spielräume, Kegelbahnen, Billardräume, Bierrestaurants, Kleinkunstbühnen, ein Tonfilmtheater, ein Musikpavillon, eine Post- und eine Radiostation, zwei Schwimm- und Gymnastikhallen und ein Kontroll- und Aussichtsturm mit einem Café für 250 Personen in 70m Höhe. In jedem der acht Blöcke waren zwei zur See hin offene Liegehallen über alle sechs Stockwerke geplant und im Rohbau fertiggestellt, sie sollten durch Wärmestrahler auch bei kälteren Temperaturen benutzbar sein. Neben den Liegehallen gab es jeweils einen Aufzug, das ist das einzige Unterscheidungsmerkmal der jeweils 10 Treppenhausflügel auf der Landseite.

Brunnen für die Wasserversorgung wurden gebohrt, ein Eisenbahnstreckennetz nach bzw. von Binz errichtet sowie ein Straßennetz. Ein Kieslager wurde erschlossen, ein Kraftwerk und ein Wasserwerk errichtet. Zwei von acht Angestelltenwohnhäusern wurden gebaut. Vier Arbeitsdienst-Wohnlager einschließlich eines eigenen Speisehauses waren geplant, zwei wurden fertiggestellt und sind vorhanden und bewohnt. Für die Familien der Angestellten sollten eine Schule, ein Krankenhaus und kulturelle Einrichtungen geschaffen werden. Man rechnete mit ca. 5000 Angestellten und weiblichen Hilfskräften im Rahmen der obligatorischen Wehrdienstverpflichtung. Ein Wahnsinnsprojekt!!! Eine kleine Stadt für sich, die alle Bedürfnisse erfüllte, außer vermutlich die nach Intimität, Privatsphäre, Ruhe.

Die Zimmer, alle zur Seeseite gelegen, waren etwa 2,50m mal 5,00m groß (!), auf der Landseite befand sich ein vorgelagerter Flur von 2,50m Breite. Daraus ergibt sich die auffallend geringe Tiefe der Gebäude von nur 8 Metern! Lediglich die Unterlagerung der beiden unteren Geschosse zur Landseite beträgt 10,55m. Die Zimmer sollten schlicht und zweckmäßig eingerichtet werden: zwei Betten und ein Liegesofa, dazu Tisch und Stühle. Ein kleiner Vorraum mit Waschbecken (fließend kaltes und warmes Wasser!) und eingebauten Wandschränken, abgetrennt durch einen Paravent. Die Ausstattung aller Zimmer mit Zentralheizung sollte eine Nutzung auch in der kalten Jahreszeit, etwa 8 Monate im Jahr, ermöglichen. Die aus den Maßen der Skelettbauweise abgeleitete Zimmerform ließ auch eine Verbindung zweier Räume für Familien mit Kindern oder für eine Gruppe bis zu 6 Personen zu. Toiletten und Waschräume sowie Duschen sollte es in den Treppenhausflügeln geben.

Von den acht Blöcken stehen heute noch drei auf der Südseite und zwei im Norden. Ruinen zweier weiterer Blöcke schließen sich an. Hier wurden während der Besetzung durch die Sowjetarmee 1945 und später durch NVA-Einheiten Schießübungen vorgenommen, Nahkampf- und Häuserkampfübungen absolviert und Sprengversuche gemacht. Durch die massive Stahlbetonbauweise konnte allerdings nicht alles zum Einsturz gebracht werden. Nach Kriegsende versuchte man, die Gebäude zu demontieren. Ein „Abbau per Hand“ durch verpflichtete Ortsansässige musste nach einigen Unfällen mit Todesfolge aufgegeben werden. Ende der 40er-/Anfang der 50er-Jahre wurde aus Sicherheitsgründen der nur bis zum 4. Stockwerk errichtete vierte Block im Süden vollständig gesprengt. Seine Trümmer liegen noch im Wald verstreut. Trotz dieser Unvollständigkeit gilt die Anlage neben dem Reichsparteigebäude in Nürnberg als die größte geschlossene architektonische Hinterlassenschaft der nationalsozialistischen Zeit und steht heute unter Denkmalschutz. „Der Koloss von Rügen“ oder „Das längste Haus der Welt“ wird sie tituliert und viele Sagen ranken sich um sie herum. Das liegt überwiegend daran, dass das gesamte Gebiet bis 1991 militärisches Sperrgebiet war. Es hieß z. B., dass die gesamte Anlage durch drei unterirdische Geschosse miteinander verbunden sei. Richtig ist, dass alle Trakte durch einen übermannshohen Versorgungskanal zur Aufnahme von Energie- und Wasserleitungen verbunden sind. Diese enden aber jeweils an der Lücke des geplanten großen Festplatzes. Eine Unterkellerung dort war wohl geplant, wurde aber nicht ausgeführt. Also ist die 4,7km lange Anlage strenggenommen gar kein zusammenhängender Gebäudekomplex.

Wir waren in Stralsund, also an der günstigsten Position für einen Besuch in Prora. Ich machte Uschi den Vorschlag, eine Ausflugsfahrt mit Fix und Boxi zu unternehmen und das Meeresmuseum ausfallen zu lassen, zumal das Wetter wunderbar war. Also fuhren wir über die Rügenbrücke auf Deutschlands größte Insel. Es waren nur 45km und schon bald sahen wir durch den Wald hindurch lange graue Gebäudeteile entlang der Straße. Wir fuhren bis es nicht mehr weiterging und fanden an der Haltestelle der Jugendherberge einen Parkplatz. Da wir absolut keine Ahnung hatten, wo an dem Gesamtkomplex wir waren, liefen wir einfach mal drauflos. Wir kamen durch eine kleine Siedlung mit völlig identischen Häusern, die alle offensichtlich bewohnt waren und wussten erst im Nachhinein, dass es sich um die oben erwähnten Arbeitsdienst-Wohnlager handelte. Dann standen wir vor einer Mauer, links sah man graue verfallene Häuser und rechts strahlendweiße renovierte.

Prora alt+neu

Im Internet hatte ich erfahren, dass seit einigen Jahren Blöcke (v)ersteigert worden waren und jetzt renoviert werden. Ein Hotel sollte schon fertig sein. Ich interessiere mich ja sehr für Architektur und genau dieser Zustand von ruinenmäßig bis luxussaniert reizte mich. Auf der linken (Nord-) Seite sahen wir in der Ferne eine weiße Unterbrechung des Einheitsgraus. Dort ist schon 2011 in einem Drittel des zweiten Blocks eine Jugendherberge mit 96 Zimmern und insgesamt 400 Betten errichtet worden.

Prora JugendherbergeProra Jugendherberge (weiß)

Im Anschluss müssen die zwei Blöcke liegen, die nur noch als Ruinen vorhanden sind. Wir haben sie leider nicht gesehen, da wir uns entschieden, zum Strand zu gehen und dann nach rechts abzubiegen. Es gibt aber auch dazu ein Video auf youtube. Wir liefen an den Fundamenten einer der geplanten Gemeinschaftsanlagen entlang.

Prora RuinenProra RuinenProra RuinenProra Ruinen

Von der Seeseite her war der Kontrast zwischen alt und renoviert noch extremer und die Umsetzung und Gestaltung mit vorgesetzten Balkonen gefiel uns. Später erfuhren wir, dass diese Wohnungen vermietet wurden, teilweise als Sozialwohnungen. Sie schienen alle belegt zu sein.

Prora alt+neuProra MietwohnungenProra MietwohnungenProra Mietwohnungenehemalige LiegehallenProra Strand

Wir liefen weiter an der Garten-/Seeseite des Blockes entlang und fanden weitere Segmente, die noch restauriert wurden und größtenteils bereits völlig entkernt waren. Die seltsamen langen und offenen Fensterfronten konnten wir uns nicht erklären, jetzt wissen wir, dass das die geplanten offenen Liegehallen waren. (Während der späteren Nutzung der Anlage durch die NVA der ehemaligen DDR wurden die Liegehallen verglast und als Wohnraum genutzt.)

Prora entkerntProra entkerntProra ehem. LiegehallenProra entkerntProra entkerntProra Kunst am BauProra Kunst am Bau

Wir liefen den gesamten Block, also 500 Meter, ab und landeten an einer großen bewaldeten Freifläche. Weitere Gebäude waren nicht zu sehen und wir beschlossen, an der Landseite zurück zu unserem Mobil zu gehen und weiter nach Süden zu fahren. Die Freifläche war der geplante Festplatz, aber das erfuhren wir erst später. Wir fuhren auf der Landstraße ca. 2km nach Süden und folgten der Beschilderung zum Hotel „Solitaire“. Der frühere 3. Block (der 4. wurde ja gesprengt) wird z. Z. restauriert und war mit Planen verhängt. Der frühere (und jetzige) 2. beherbergt das erst 2016 fertig gewordene Hotel mit Suiten, Apartments und 120 Ferienwohnungen, die man auch käuflich erwerben kann. Die Preise beginnen bei 128000 Euro für eine 28m² Wohnung. 😉 Seit März diesen Jahres gibt es auch einen großen Fitness- & Spa-Bereich mit Hallenbad und Saunalandschaft. Alles vom Feinsten, versteht sich. Sogar eine Bäckerei, ein Café und ein italienisches Restaurant gibt es bereits in diesem Block.

Prora Hotel SolitaireProra Hotel SolitaireProra Hotel SolitaireProra Hotel Solitaire (ehemalige Liegehallen)Prora BäckereiProra BäckereiProra Hotel SolitaireProra Hotel Solitaire

Prora NVA-Museum Der nächste Block war in sämtlichen Daseinszuständen vertreten. Teilweise wurde heftig renoviert, teilweise sah schon alles fertig aus. Das NVA- Museum ist hier (noch) untergebracht, hat aber angeblich kein Geld zum Kauf und zur Renovierung.

Prora alt+neu
Prora altProra altProra altProra altProra BauzubehörProra SchuttProra PalettenProra BaumaterialProra alt+neuProra BauwagenProra RenovierungProra RenovierungProra Renovierung

Prora Eigentumswohnungen geplantKurz vor der Festplatzlücke wird Haus für Haus des jetzigen 3. Blockes in Eigentumswohnungen verwandelt (Qudratmeterpreise von €3391 bis €5.919), ein Hotel soll ebenfalls entstehen sowie eine Marina. Die Festplatzlücke soll modern, aber nicht weniger pompös als in den Originalentwürfen von 1935, bebaut werden. Es wird sich sicher lohnen, nächstes oder übernächstes Jahr noch einmal vorbeizuschauen und die Fortschritte zu beurteilen. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre ich sehr an einer der angebotenen Führungen durch die gesamte Anlage interessiert gewesen und an der auf dem Festplatzgelände gelegenen KdF-Ausstellung. Aber ich denke, dass wir hier noch einmal herkommen werden! Ob man in einer solchen, immer noch gigantischen, Ferienanlage Urlaub machen oder sogar in seiner Eigentumswohnung wohnen möchte, ist sicher Geschmackssache. Der Strandabschnitt gilt allerdings als der schönste von ganz Rügen!

Prora Festplatzbebauung Prora Festplatzbebauung

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

FELIZ PASCUA!!!

 
 

O S T E R N
sollte man nicht in Deutschland sein, sondern wirklich eher in Spanien (oder Portugal, wie ist denn dort gerade das Wetter???). Schlechter als hier kann es eigentlich nicht sein, obwohl es heißt, dass die Semana Santa, in der Hundertschaften von campingbegeisterten spanischen Großfamilien die Campingplätze überfallen, auch oft verregnet ist. Sollte man Ostern nicht vielleicht in den Mai verlegen? Weiß jemand, wo man das beantragen könnte???

Bei uns ist es kalt, stürmisch, regnerisch und für die nächste Woche sind ein paar Schneeflocken auf der Wetter-App zu sehen. Ja – pfui Teufel!

Trotzdem oder gerade deswegen wünschen wir allen unseren Lesern ein kuschelig warmes Zuhause, ob groß oder klein, ob mobil oder immobil und verweisen auf die Wünsche vom letzten Jahr, die auch diesmal wieder gelten!

von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

In Stralsund

standen wir auf dem Stellplatz des Wohnmobilhändlers Dahnke. Der Platz liegt ca. 15-20 Gehminuten vom Zentrum entfernt direkt an der Rügenbrücke, es gibt auch eine Busverbindung in die Stadt. 40 Wohnmobile bis 9m und 7,5t sind willkommen, das reichte für Oscarlotta ja noch so gerade. Zwinkerndes Smiley Den Platz gibt es erst seit Mai 2014, er ist gut gestaltet, aber mit €15 nicht besonders preiswert. Bezahlt wird erst bei Abreise an einem Ticketautomaten, die ersten 15 Minuten nach Ankunft kann man bei Nichtgefallen den Platz kostenfrei wieder verlassen.

Stralsund kannten wir ebenfalls von 2002 und konnten uns gut daran erinnern, wie begeistert wir damals von der St.-Nikolai-Kirche waren, die im Inneren wunderbar mit Decken- und Pfeilermalereien in kräftigen, strahlenden Farben ausgestaltet war. Als älteste Pfarrkirche Stralsunds ist sie schon von weitem an ihren zwei unterschiedlichen Türmen zu erkennen, von denen nach einem schweren Brand 1662 nur einer einen barocken Helm und der andere aus finanziellen Gründen nur ein Notdach erhielt. Durch ihre Nähe zum Verwaltungszentrum, dem Rathaus, wird St. Nikolai als Hauptkirche betrachtet. In ihr fanden wichtige Ratssitzungen statt, auch Gesandte wurden hier empfangen. Es kam ihr aber noch eine weitere Funktion zu, durch die sie mit Recht als Hauptkirche betrachtet wird. Hier wurden die „bursprake“ verlesen, den Bürgern also wichtige Gesetze und Verordnungen bekannt gegeben. Heute gehört sie, zu Recht, wie wir finden, zum UNESCO Welterbe.

Wir nahmen die Fahrräder und fuhren erst einmal Richtung Hafen. Unterwegs hielten wir Ausschau nach einem Frisiersalon und wurden fündig. Ein winziger Laden, noch mit DDR-Charme eingerichtet, und ein Ein-Frau-Betrieb. Ja, sie hätte Zeit für uns, aber sie könne uns nur nacheinander bedienen. Kein Problem, Zeit hatten wir auch! Wir waren sowohl mit dem Ergebnis als auch mit dem Preis zufrieden.

Am Hafen ist das neue Ozeaneum errichtet worden, ein Monumentalbau, etwas gewöhnungsbedürftig und mit €17 pro Person auch nicht ganz preiswert. Die nördlichen Meere werden dort gezeigt und erklärt. Es gibt auch noch das ältere Meeresmuseum (Museum für Meereskunde
und Fischerei · Aquarium), das in der Altstadt in einem ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht ist. Dort „wohnen“ die Warmwasser- und Tropenfische und dort wollten wir am nächsten Tag hin. Dass es ganz anders kommen sollte, wussten wir da noch nicht.

RügenbrückeOzeaneumZollgebäudeZollgebäude

Das nicht mehr seetüchtige Segelschulschiff Gorch Fock mit seiner wechselvollen Geschichte (um sie 1945 nicht in die Hände der Roten Armee fallen zu lassen, wurde sie versenkt und konnte erst zwei Jahre später wieder geborgen werden, unüblicherweise mit stehenden Masten, so wie sie während der gesamten Zeit im Strelasund gut sichtbar auf Grund gelegen hatte) liegt dort seit 2003 und kann besichtigt werden. Wir bewunderten die alte Dame allerdings nur von außen.

Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock

Allein der Klecks Sprühsahne kostete 1 Euro! Wir sahen uns also die Stadt an, aßen in einem Café völlig überteuerten Kuchen und tranken Kaffee in keinem ausgewogenen Preis-/Leistungsverhältnis. Dem aufmerksamen Leser fällt sicher auf, dass wir ab und zu solche kritischen Anmerkungen machen, aber es ist leider im östlichen Teil Deutschlands so, dass wir uns öfter als woanders „abgezockt“ fühlen.

Stralsund ist hübsch, aber überschaubar und wir waren relativ schnell durch. Jetzt noch in die St.-Nikolai-Kirche! „Wir schließen jetzt!“ wurde uns, nicht besonders freundlich, mitgeteilt. Es war zwei Minuten vor vier! An der Eingangstür zum Kassenraum hing ein Hinweis, dass die Kirche am nächsten Tag wegen Wartungsarbeiten ganz geschlossen sei. Es stellte sich dann im Gespräch heraus, dass der noch amtierende Bundespräsident Gauck auf seiner Abschiedstour zu Besuch kommen sollte. So können wir leider keine Fotos dieser schön gestalteten Kirche präsentieren, sondern nur folgenden Link.

HafenHafenHafenTrabbiBürgerhäuserBürgerhausBürgerhausKirchenruineSt. MarienkircheSt. MarienkircheRathausRathaus

Abends entdeckte ich dann zufällig bei meiner Internetrecherche zu Stralsund etwas, das unsere Pläne für den nächsten Tag über den Haufen warf. Aber das ist eine andere Geschichte!

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Fischland – Darß – Zingst

 
 
Weiter ging es Richtung Osten. Die Insel Poel ließen wir aus, noch zu früh im Jahr und das Fischlokal am von uns bevorzugten Stellplatz hatte Montag und Dienstag Ruhepause. In Ribnitz-Damgarten blieben wir eine Nacht auf dem zwar schön am Bodden gelegenen Stellplatz, aber €8 ohne die Möglichkeit, ent- oder versorgen zu können, war uns zu teuer. Das Städtchen ist klein, aber recht nett und gute Radfahrmöglichkeiten immer am Bodden entlang gibt es auch. Uns zog es aber weiter.

Ribnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-DamgartenRibnitz-Damgarten

Wir entschieden uns für die weitere, aber interessantere Strecke „links herum“ direkt an der Küste entlang. Erst Fischland mit seinem Künstlerdorf Ahrenshoop, links die Ostsee, rechts der (Saaler) Bodden. Die dazwischenliegende Landfläche ist schmal und der Grundwasserspiegel hoch. Von den Wegen abkommen ist nicht ratsam! Wir fanden eine Töpferei mit sehenswerten Kunstobjekten im Garten und ein winziges, aber um so gemütlicheres Café.

AhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoopAhrenshoop

Unser Tagesziel war der Campingplatz „Am Freesenbruch“ in Zingst, der ausgewiesene Wohnmobilstellplätze etwas separiert vom Campingplatzbereich hat. Wie immer war es so leer, dass wir uns die für uns besten Plätze aussuchen konnten. Bei Saisonbetrieb hätten wir dort allerdings nicht stehen wollen, weil direkt nebenan die Terrasse des Campingplatzlokals war. Jetzt war es optimal, weil nahe an den Sanitäranlagen, der Entsorgung, den Waschmaschinen. Waschen war mal wieder angesagt! Natürlich war es hier etwas teurer als auf einem Stellplatz, aber der Stellplatz von Zingst ist so klein und verwinkelt, dass Oscarlotta dort nur quer über drei Plätze gepasst hätte und damit der Stellplatz schon zur Hälfte voll gewesen wäre. Und dafür auch noch €10 bezahlen? Dann doch lieber etwas mehr auf dem Campingplatz, wo wir den Strom inclusive hatten und somit unsere Heizung darüber betreiben konnten.

ZingstZingstZingstZingstZingst

Zingst und seine Umgebung gefiel uns gut, das Wetter spielte auch mit, wir konnten die Fahrräder endlich mal wieder in Gebrauch nehmen, weil es nicht mehr so eisig kalt war. Der Campingplatz liegt direkt am Strand, bis zur Seebrücke und in den Ort läuft man 25 Minuten und durch den Wald führt ein wunderschöner Rad- und Spazierweg zum Hafen. Auch hier stehen überall die Waldflächen unter Wasser und deutlich waren überall Wildschweinspuren zu sehen.

ZingstZingstZingstZingstZingstZingst

Wir wollten eigentlich eine Schiffstour unternehmen, aber nur mit dem Schaufelraddampfer. Der sollte auch fahren, tat es dann aber doch nicht, angeblich wegen technischer Probleme. Das „normale“ Ausflugsschiff wollten wir nicht und haben die Entscheidung auch nicht bereut, denn nach der Hälfte der Zeit zog dichter Seenebel auf und an Deck wäre es sicher zu kalt und im Inneren des Schiffes zu voll geworden. Und gesehen hätte man auch nichts mehr.

ZingstZingstZingstZingstZingst

Wir hatten hingegen eine schöne Radtour einmal um Zingst herum, einen Spaziergang auf der Seebrücke und ein Eis auf die Faust!

ZingstZingstZingstZingst

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(Mit) Smart an die Küste

 
 
Unsere zweite Tour mit dem Leih-Smart führte uns an die Ostseeküste, Warnemünde, Heiligendamm, Kühlungsborn und auf der Rückfahrt Bad Doberan im Landesinneren. Mit Heiligendamm fingen wir an und wunderten uns, dass a) der Parkplatz in Strandnähe mit Parkscheinautomaten bestückt war und b) der Zugang auf die Promenade noch einmal 2 Euro pro Person kosten sollte! Sind wir auf Sylt? Und es ist Winter!!! Dass hier oben im östlichen Teil Deutschlands alles ein klein wenig teurer ist als anderswo, hatten wir schon ein paarmal bemerkt. Die Parkgebühr bezahlten wir, den Automaten an der Promenade übersahen wir, zumal wir auch kein Kleingeld mehr hatten. Mit Heiligendamm verbanden wir alte Gründerzeitvillen direkt an der Promenade und waren sehr erstaunt, dass es sie zwar tatsächlich gab, dass sie aber in unrenoviertem Zustand waren! Wunderschöne Gebäude, architektonisch gesehen, aber in bedauernswertem Zustand. Wie kommt so etwas, 27 Jahre nach der Wende??? Wieviele Einnahmen durch Touristen sind in all den Jahren verschenkt worden, in denen in keinem der Häuser Ferienappartements vermietet wurden, Kaffee und Kuchen angeboten wurde, Gastronomiebetriebe ansässig waren, Souvenirs verkauft wurden. Ganz sicher brummt hier im Sommer der Urlaubsbetrieb, der Name Heiligendamm allein ist ein Touristenmagnet. Immerhin scheint es jetzt aber langsam loszugehen, eines der fünf Häuser wird restauriert und in Eigentumswohnungen umgewandelt (und ein sechstes war schon fertig). Bestimmt sehr schön und bestimmt auch sehr teuer.

HeiligendammHeiligendammHeiligendammHeiligendammHeiligendamm

Weiter ging es nach Kühlungsborn. Von hier aus fährt die Schmalspurbahn „Molli“ nach Bad Doberan bzw. umgekehrt. Wir sahen sie aus dem Auto heraus und dann nicht mehr, also gibt es kein Foto von ihr! Wer sie aber in Aktion sehen möchte, kann „hier“ klicken. Kühlungsborn sah aus wie ein typischer Badeort am Meer, leider regnete es und wir sind nur durchgefahren.

OstseestrandOstseestrand

Also Bad Doberan! Das Münster wollte ich sehen, gilt es doch als die „Perle der norddeutschen Backsteingotik“. Eine im hochgotischen Stil im späten 13. Jahrhundert erbaute Kirche des damaligen Zisterzienserklosters. Ein Kloster konnte und durfte sich einen solchen Monumentalbau leisten??? Vom Kloster stehen nur noch ein paar fotogene Ruinen, das Münster, im 2. Weltkrieg weitgehend verschont, steht in voller Pracht. Die Restaurierungskosten betragen pro Jahr um die 300000 Euro! Der Parkplatz sollte Geld kosten, der Eintritt ins Münster natürlich auch. Und da hatten wir irgendwie keine Lust mehr! Ich machte ein paar Fotos, wir liefen im großen Bogen einmal um Kirche und Kloster herum, sahen uns die überschaubare Stadt an und fuhren weiter nach Warnemünde. Am besten gefallen hat uns der Cafébesuch. Cooles Smiley

KlosterruineKlosterruineKlosterruineMünster Bad DoberanMünster Bad Doberan

Große Erwartungen hatten wir jetzt schon nicht mehr und es wäre schade gewesen, wenn wir nicht hingefahren wären! Ein nettes kleines Hafenstädtchen, für mitten in der Woche im Winter quirliger Betrieb. Wie mag das erst im Sommer sein? Ein Restaurant, Geschäft, Café am anderen, im Wasser mehrere Fischverkaufsschiffe. Schöne kleine Fischerhäuschen, ein breiter Strand, die Promenade wurde gerade saisonfrisch gemacht. Einen Leuchtturm gibt es auch, allerdings lange nicht so schön wie die in USA/Kanada! Verliebt

WarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemünde

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2017 – Das Ende der Welt???

 
 
Rostock kannten wir noch nicht. Und wenn wir schon in der Nähe waren, würden wir es uns natürlich ansehen. Leider gibt es in Rostock zwar einige ausgewiesene WohnmobilPARKplätze, aber keinen Stellplatz. Nur in Warnemünde oder im 11km entfernten Elmenhorst. Wir fuhren Elmenhorst an und wurden nicht enttäuscht. Ein gut und großzügig angelegter Stellplatz für 24 Mobile mit unterschiedlich großen Parzellen, 5 bis 12m, 18 bis 10m und einer bis 8m Länge. Die Breite ist einheitlich mit 6m ausreichend bemessen. Der Untergrund besteht aus Pflastersteinen, an einer Längsseite befindet sich ein Klettergarten, an der anderen ein Betriebsgelände und nach hinten (wo wir gestanden haben) sind große Ackerflächen. Es war wunderbar ruhig dort! Bezahlt wird per Automaten (€10/24 Std.), V/E-Station ist natürlich vorhanden sowie ausreichend Automaten-Stromsäulen. Der Clou aber ist, dass es zwei Smarts zu mieten gibt für €25/Tag (incl. 200km) oder €150/Woche (incl. 350km). Es gab zwar auch eine Busverbindung nach Rostock, Warnemünde, Bad Doberan, Kühlungsborn, aber der Fahrpreis betrug pro Person 13 Euro für Hin- und Rückfahrt. Da war der Smart eindeutig nicht nur preiswerter, sondern sehr viel komfortabler! Gesagt, gebucht!

Stellplatz Elmenhorst

Einen Großparkplatz gab es am Stadthafen, ein paar hundert Meter und ein paar Treppenstufen später waren wir in der Innenstadt. Riesige interessante Gebäude unbekannter Herkunft, riesige Kirchen, eine riesig breite Straße, die auch so hieß (nicht Riesig Breite Straße, sondern nur Breite Straße). Cooles Smiley Nicht sie, sondern die Lange Straße, war zu DDR-Zeiten als Aufmarschstraße geplant und gebaut worden. Unser Eindruck von der Stadt: eine Einkaufsstadt zum Shoppen, noch ein paar ganz nette alte Viertel, aber kein Vergleich zu Wismar! In der Petrikirche, mit einer Turmhöhe von 117m die höchste Kirche, fuhren wir per Aufzug auf die Aussichtsplattform in 44m Höhe. Beeindruckender als die Aussicht war der Blick in das offene Turmgestühl 70m über uns. Ein Gemälde erregte meine Aufmerksamkeit. Es zeigte die im 2. Weltkrieg völlig zerbomte Stadt zur Marienkirche hinüber.

Marienkirche Marienkirche

Rostock scheint ziemlich zerstört worden zu sein, was erklärt, dass es nicht mehr so viele alte Häuser gibt.

KerkhoffhausKrahnstöverhausBürgerhausBank

Die Marienkirche, die größte und schönste Kirche Rostocks von 1230, sahen wir uns natürlich auch noch an! Und dort faszinierte uns vor allem die alte Astronomische Uhr. Sie ist die einzige weltweit (!), die mit ihrem ursprünglichen mittelalterlichen Uhrwerk von 1472 noch bis heute präzise funktioniert. Tag für Tag werden ihre fünf Werke von Hand aufgezogen. Die exakten Anzeigen der Uhrzeit, der Mondphasen und des Sonnenjahres sowie die zahlreichen Daten der Kalenderscheibe zeugen von der hohen Kompetenz der Wissenschaft des 15. Jahrhunderts. Verblüfft und etwas beunruhigt entdeckten wir bei genauerem Hinsehen, dass die Daten der jetzigen Kalenderscheibe 1885 beginnen und 2017 enden! Ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet das Jahr 2017 das letzte ist, das dargestellt wird? Und wir nicht 2016 oder 2018 davorstehen, sondern ausgerechnet 2017???

Astronomische UhrAstronomische Uhr

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Schönes Wismar

 
 
Wir waren 2002 und 2010 schon einmal in Wismar, allerdings jeweils nur für einen kurzen Stadtbummel. Jedes Mal war Wismar für uns das Ziel einer kleinen Bootstour, einmal von der Insel Poel, einmal von Boltenhagen aus. 2002 konnte man erkennen, dass Wismar vom Grundsatz her eine schöne Stadt war und immer noch ist, aber die überwiegende Zahl der Häuser war entweder ziemlich heruntergekommen oder schon im Verfall. Nur weniges war bereits restauriert.

Wismar 2002Wismar 2002 

Hansestadt Wismar um 1653 Wismar zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen in Norddeutschland und wurde 2002 ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Der Grundriss ist bis heute unverändert geblieben und verdeutlicht die typische Struktur einer alten Hansestadt. Es lohnte sich also, zu restaurieren. Und bei unserem Besuch 2007 sah es dann bereits ganz anders aus! Da waren sicher mehr als 80% der Gebäude restauriert, das ehemals graue Stadtbild war bunt und der Tourismus florierte. Ab und zu gab es ein Haus, das noch nicht restauriert war, vermutlich, weil entweder die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt waren oder das Geld fehlte. Wir kamen durch Zufall an einem großen, einzeln stehenden Haus vorbei, das meine Aufmerksamkeit erregte, weil ich mir vorstellen konnte, dass es einmal wunderschön werden könnte. Und tatsächlich hing schon das Plakat einer Baufirma daran! Ich habe es damals fotografiert.
Inzwischen gibt es einen schönen Wohnmobilstellplatz in Wismar, günstig gelegen in fußläufiger Entfernung zum Stadtzentrum und zum alten Hafen (ca. 10-15 Min.). Ruhig, ein auch im Winter betriebenes Büro mit Ansprechpartner, Gasverkauf, Sanitärgebäude, €10, Strom über Automaten (€1/8 Std). Wir blieben ein paar Tage und erkundeten die Stadt. Schön ist sie geworden! So gut wie kein Haus ist noch renovierungsbedürftig, egal in welchen Seitenstraßen man sich umschaut, überall stehen wunderschöne alte Häuser, teilweise ganz im alten Stil der Backsteingotik, teilweise die alten klassizistischen Giebelhäuser. Keines ist genau gleich mit dem Nachbarhaus und auch die neu erbauten modernen Gebäude sind vom Stil her sehr harmonisch angepasst.

WismarWismarWismar (74)WismarWismar (81)WismarWismar

Je mehr wir sahen, desto begeisterter waren wir! Und dann kamen wir an einem großen, einzeln stehenden Haus vorbei, das meine Aufmerksamkeit erregte, weil sich irgendetwas in meinem Hinterkopf regte. War das das Haus, das ich vor 10 Jahren fotografiert hatte??? Wieder in Oscarlotta befragte ich meinen Laptop. Das Ergebnis seht ihr hier:

Wismar 2010 Wismar 2017

St. Marien Wismar hatte das Glück, im 2. Weltkrieg nicht total zerstört worden zu sein. Zwei ihrer drei beeindruckenden Kirchenbauten im Stil der Backsteingotik erwischte es allerdings. Von St. Marien blieb nur der gewaltige Turm stehen, das beschädigte Kirchenschiff wurde 1960 gesprengt. Die Umrisse sind noch gekennzeichnet und im Inneren des Turmes kann man sich einen kurzen 3D-Film anschauen, der sehr anschaulich erklärt, wie Backsteingotik-Kirchen dieser Größe erbaut wurden. Mit den Mitteln, die man im 13./14. Jahrhundert zur Verfügung hatte, ein für uns immer wieder unvorstellbares Unterfangen! In einem Nebenraum gibt es eine interessante Ansammlung von sechs Backstein-Figuren. Als Vertreter unterschiedlicher Kulturen und Religionen treten sie mit Originalzitaten aus ihren Schriften in einen Dialog über Gott und seine Schöpfung, über die Suche nach dem Sinn des Lebens und die Möglichkeiten des friedlichen Zusammenlebens von Menschen. Diese Gespräche werden über Lautsprecher wiedergegeben (Sprecher ist Bruno Ganz) und erzeugen im Zusammenspiel mit dem abgedunkelten, kargen Raum und den Figuren eine eigentümliche Stimmung. Die Figuren stellen einen Pilger dar, den streitbaren Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux, den Philosophen und Theologen Petrus Abaelard, den persischen Dichter Hafis, den Rabbi, Arzt und Philosophen Moses ben Maimon und schließlich Parzival, den Held aus Wolfram von Eschenbachs berühmtem Ritter-Epos.

Dialog des GeistesDialog des GeistesDialog des GeistesDialog des Geistes

St. Georgen Die Kirche St. Georgen wurde ebenfalls stark beschädigt, aber nicht gesprengt, sondern ihrem Verfall überlassen. Erst als 1990 bei einem Orkan der Giebel des Nordquerhauses auf zwei benachbarte Bürgerhäuser fiel und diese zerstörte, fing man an, Spendengelder zu sammeln und die Restaurierung zu beginnen. Allerdings ist von der originalen Kircheneinrichtung nichts mehr erhalten. Über 40 Millionen Euro ermöglichten die Gesamtrestaurierung bis 2010. Die Kirche wird als sog. Veranstaltungskirche heute für verschiedenen Events genutzt und entsprechend bestuhlt und hergerichtet. Inzwischen gibt es auch eine Aussichtsplattform auf dem 36m hohen Turmstumpf. Der ursprünglich geplante große Turm wurde über die Jahrhunderte wegen Geldmangels übrigens niemals fertiggestellt. Ganz bequem kann man sich mit einem gläsernen Aufzug nach oben fahren lassen. Die Kosten für den Bau der Plattform, des Aufzuges und die Turmsanierung beliefen sich auf rund 2,1 Millionen Euro, die man mit einer Besuchergebühr von 3 Euro wohl nicht so schnell wieder hereinbekommen wird! Der Blick von oben über die Stadt lohnt den Einsatz auf jeden Fall.

Wismar von obenWismar von obenWismar von obenWismar von oben

Die dritte große Kirche, St. Nikolai, wurde im Krieg vollständig verschont und beeindruckt durch das 37m hohe Mittelschiff, nach Köln, Ulm und Lübeck das vierthöchste Deutschlands. Das komplett erhaltene Kircheninnere ist im Barockstil gestaltet und verfügt noch über Teile der originalen Inneneinrichtung und viele Grabplatten mit alten Inschriften.

St. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. NikolaiSt. Nikolai

Unser Favorit ist eindeutig die Kirche St. Georgen. Sie wirkt durch ihre vielen Anbauten und Türmchen trotz ihrer Größe zwar imposant, aber auch irgendwie anmutig. Alle drei Großkirchen prägen schon von weitem das Stadtbild von Wismar.

"Alte Schule" Ein weiteres Juwel wird gerade wiederhergestellt, was aber sicher noch ein paar Jahre dauern wird. Die „Alte Schule“, 1351 erstmals im Stadtbuch von Wismar erwähnt, war ein langgestrecktes Gebäude, was in der Mitte durch eine Brandmauer geteilt wurde. Jede der beiden Hälften wurde durch Fachwerkwände in drei gleich große Klassenräume gegliedert und setzte sich vom Erdboden bis zum Dachstuhl fort. Dieses Bauwerk galt als herausragendes Beispiel der Backsteinbaukunst im hochgotischen Stil und zählte im Ostseeraum zu den Spitzenleistungen des Profanbaus. Ab 1863 wurde das Gebäude als Armenhaus genutzt und 1880 aufwändig restauriert, um es fortan als Museum für Kunst und Altertum zu nutzen. 1945 wurde die „Alte Schule“ bei einem Bombenangriff so schwer beschädigt, dass die Reste des Gebäudes schon zwischen 1946 und 1948 abgebrochen werden mussten. Der noch erhebliche Bestand des Kellers wurde mit Schutt verfüllt und überpflastert. 2001 wurden bei ersten Grabungen kleine Teile des Kellermauerwerks freigelegt.

"Alte Schule""Alte Schule"

Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, um den Wiederaufbau voranzutreiben. Für uns, unter anderem, durchaus ein guter Grund, in ein paar Jahren mal wieder vorbeizuschauen… 

Unter anderem, weil es außer Häusern und Kirchen natürlich auch noch einiges andere gibt, das durchaus lohnenswert ist! 

Eine Auswahl davon haben wir in ein Fotoalbum gepackt, das ihr euch anschauen könnt, wenn ihr „hier“ klickt.

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Warum wir den Winter in Deutschland verbringen

 
CampingLetztens wurden wir in einem Kommentar gefragt, wie wir es nur aushalten im Winter in Deutschland?!?! Die Anfrage kam aus dem warmen Portugal, das diesen Winter aber so warm auch nicht ist. Ja, wir können die Frage verstehen, haben wir doch vor wenigen Jahren auch noch mitleidsvoll im Winter von Spanien nach Deutschland geschaut und alle die bedauert, die dort ausharren mussten. Wie also kommt es, dass wir jetzt schon den 3. Winter hintereinander freiwillig in Deutschland bleiben???

Mein erstes Mal Winter in Spanien war 2002/2003 und ich weiß noch genau, wie toll ich es fand, im Dezember in Sommerbekleidung draußen in der Sonne sitzen zu können und abends nur eine leichte Jacke überzuziehen. Im Wetterbericht sah man dann, wie kalt es gleichzeitig in Deutschland war! „Freu dich, du bist in Spanien!“ war ein oft gesagter und gehörter Satz. Die nächsten drei Winter mussten wir berufsbedingt zwangsläufig wieder in Deutschland verbringen und es war klar, dass wir bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nach Spanien und/oder Portugal entschwinden würden. Wir mussten noch bis 2006/2007 warten. Den Winter verbrachten wir zum letzten Mal mit zwei Mobilen, Oscarlotta war schon bestellt und Frieda, mein altes Wohnmobil, opferte sich heroisch beim stärksten Orkan, den wir je erlebt haben und verhinderte, dass ein entwurzelter Baum auf den schon in Zahlung gegebenen Flair von Uschi fiel. Im Winter darauf fuhren wir zum ersten Mal zusammen in unserer niegelnagelneuen Oscarlotta! Die war nun etwas größer geraten, das Einparken im 90-Grad-Winkel in die Stellplatzbuchten mit gegenüberstehenden Wohnmobilen gestaltete sich schon etwas schwieriger als früher. Und nicht alle Plätze kamen noch für uns in Frage! Meistens waren die ausladenden Äste der Maulbeerbäume das Haupthindernis. Beim nächsten heftigen Sturm hielt es uns nicht unter den einzelnen Pinien, zu frisch war noch die Erinnerung, aber auf den einzigen einigermaßen ausreichenden Platz in der Nähe passte Oscarlotta nur diagonal. Das war uns an dem Abend aber sowas von egal! Die nächsten fünf Winter gab es gar keine Frage, wir fuhren nach Spanien. Ohne Mietwagen vor Ort, mit Mietwagen vor Ort, große Umrundung der Iberischen Halbinsel, 10-tägiger Hotelaufenthalt auf Mallorca, Rückrufaktion durch Krankheit von Uschis Vater, schließlich Mitnahme unseres Smarts. Der ermöglichte uns schöne Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung und wir hatten nicht, wie bei einem Mietwagen, das Gefühl, nun jeden Tag fahren zu müssen, um den Mietpreis auszuschöpfen. Rein rechnerisch wäre ein Mietwagen trotzdem preiswerter gewesen, aber in Deutschland konnten wir ein flitziges Einkaufsauto auch gebrauchen. Zwinkerndes Smiley Dann konkretisierten sich unsere Pläne, unseren ersten gemeinsamen Nordamerika-Aufenthalt zu realisieren. 3 Monate wollten wir los, von Ende Mai bis Ende August 2013. Üblicherweise kamen wir erst Mitte Mai von Spanien zurück, vorher braucht man auf der Schwäbischen Ostalb nicht aufzuschlagen, wenn man nicht in die Gefahr von verspäteten Schneefällen kommen will. Erstauntes Smiley Das kollidierte also etwas miteinander, ging aber nun nicht anders, außer wir hätten auf Spanien verzichtet. Das wollten wir allerdings nicht, noch nicht. Auch den nächsten Winter stand Spanien auf dem Plan, aber da merkten wir schon ganz deutlich, dass langsam die „Luft raus“ war. Wir waren reisemüde, Spanienmüde, wollten keine Ausflüge mehr machen, wollten aber auch nicht dauernd weiterfahren, um neue Eindrücke zu bekommen, Wir hatten so viele Eindrücke von unserer Nordamerika-Tour noch zu verarbeiten, dass wir einerseits froh waren, an ein und demselben Campingplatz stehenbleiben zu können, andererseits uns das alltägliche Rentner-/Camperleben zunehmend auf die Nerven ging, mir noch mehr als Uschi. Wir hatten schon vieles gesehen in Spanien. Portugal wäre noch einmal eine Option gewesen, aber wir machten auf der Weiterfahrt die Erfahrung, wie voll es inzwischen überall geworden war und dass man teilweise schon keine Plätze mehr vorreservieren konnte, zumindest nicht kurzfristig. Oscarlotta brauchte halt einen etwas größeren Platz. Und wir legen uns doch so ungern fest! Und nein, die Freihsteher sind wir nicht, aus diversen Gründen. Den nächsten Winter bleiben wir in Deutschland! Wer diesen Gedanken zuerst aussprach, weiß ich nicht mehr. Im Oktober beratschlagten wir noch einmal, mit dem Ergebnis, den kommenden Winter bleiben wir wirklich in Deutschland. Wir wollten wissen, ob wir es noch können, Winter in Deutschland, Minusgrade, grauer Himmel, vielleicht Schnee, sicher Regen, aber auch deutsche Weihnachtsmärkte, Adventsstimmung (die in Spanien nicht aufkommt), Kino und anderes, das Spanien nicht zu bieten hat oder wir es dort nicht nutzen können, u. a., weil unsere spanischen Sprachkenntnisse dafür nicht ausreichen. Ich hatte inzwischen fast schon eine Spanien-„Allergie“, nachzulesen „hier„. Der Winter wurde gut! Wir buchten mehrere Monatsabos hintereinander in einem Fittnessstudio, wir blieben im klimatisch begünstigten Heidelberger Raum, wir pflegten Körper und Seele. Schaut selbst, falls ihr damals noch nicht bei uns gelesen habt. In der Suchmaske ab November 2014 werdet ihr fündig. In diesem Winter kam die Idee zum Kauf eines kleinen „Reise“mobils auf, das wir nach Nordamerika verschiffen könnten, denn wir wollten unbedingt noch einmal dorthin und diesmal nicht nur 3 Monate. Daraus wurde, wie ihr wisst, die Familienerweiterung durch Big Fix mit Boxi. Nachzulesen von Anfang an „hier„. Damit war auch klar, dass der Winter vor und der Winter nach sechs Sommermonaten USA/Kanada nicht in Spanien stattfinden würde. Aber das habt ihr ja alles mitverfolgt!

Und wie ist es nun im Winter in Deutschland? Kommt drauf an. Auf die Einstellung, auf die Erwartungen, auf die aktuellen Bedingungen. So, wie in Spanien/Portugal nicht alle Winter gleich sind, sind sie es auch in Deutschland nicht. Wir hatten Glück, wenig Schnee, wenig Regen, aber natürlich auch wenig Sonne. Umso mehr freut man sich dann, wenn sie da ist!!! Spaziergänge am Meer in eiskalter Luft können, warm eingepackt, toll sein, wenn danach ein muckelig warmes Wohnmobil wartet. Viele Gasflaschen braucht man allerdings. Smiley mit geöffnetem Mund Die Stell- und Campingplätze sind halb bis ganz leer, man kann sich den schönsten Platz aussuchen und hat nicht den nächsten Nachbarn zwei Meter neben sich kleben. Preiswerter als sonst ist es auch. Wenn das Wetter ganz bescheiden ist, bleibt man mit gutem Gewissen drinnen und zelebriert einen Höhlentag. Nein, wir bekommen keine Langeweile! Wir machen ja keinen Kurz- und auch keinen Langzeiturlaub, sondern leben inzwischen seit 13 Jahren (ich) und 15 Jahren (Uschi) dauerhaft in unseren Mobilen. Was bedeutet, wir leben unseren Alltag mit den notwendigen Alltagserledigungen, wir üben unsere Hobbies aus, wir pflegen unsere sozialen Kontakte und wir genehmigen uns ab und zu einen Urlaubs- oder eben einen Höhlentag. Wir finden es übrigens sehr witzig, wie dieser Begriff, den wir vor Jahren mal erfunden, aber natürlich kein Copyright darauf haben, Sarkastisches Smiley Kreise zieht und inzwischen von einigen Blogschreibern verwendet wird. Was wieder ein Beweis dafür ist, dass Höhlentage länderübergreifend sind und auch im sonnigen, warmen Süden Europas möglich sein können. Wir verfolgen die Überwinterung mehrerer Blogschreiber und, ganz ehrlich, ein Gefühl von Bedauern, Neid oder der Gedanke, dort wäre ich jetzt auch gerne, kommt (fast) nie auf. Wir lesen von drangvoller Enge auf Camping- und Stellplätzen und wir lesen von der ständigen Befürchtung bei den Freistehern, von der örtlichen Polizei bestenfalls verscheucht und schlimmstenfalls mit heftigen Bußgeldern bestraft zu werden. Das alles kommt für uns absolut nicht in Frage! Den damit verbundenen Stress können für uns auch die Sonne und die im Schnitt höheren Temperaturen nicht ausgleichen. Heißt das nun, dass Spanien im Winter für alle Zeiten für uns gestorben ist? Wir wissen es nicht…

Winterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft RatzeburgWinterlandschaft Ratzeburg

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ELPHI – die Unnahbare

 
 
Elbphilharmonie Natürlich waren wir einige Male in Hamburg, wenn wir schon mal wieder in der Nähe sind. Das letzte Mal ist immerhin schon wieder 7 Jahre her! Ja, wir haben Fix und Boxi im Hamburger Hafen auf große Fahrt geschickt und die fertiggestellte Elbphilharmonie aus der Ferne gesehen. Jetzt wollten wir ganz nah hin. Das erste Mal habe ich es am 2. Weihnachtstag zusammen mit unserer Freundin Gisela, die in Hamburg lebt, versucht. Die Idee hatte allerdings ungefähr die Hälfte aller Hamburger und entsprechend lang war die Warteschlange. Und das, obwohl es stürmisch und ziemlich nasskalt war. Man muss zwar für die Besichtigung der Elphi, wie sie jetzt schon liebevoll genannt wird, nichts bezahlen, aber man muss sich ein Ticket holen, damit eine Kontrolle besteht, wieviele Besucher nach oben auf die Plaza fahren. Wir waren gegen 15 Uhr dort und hätten um 17 Uhr Einlass bekommen. So lange anstehen wollten wir nicht, aber es gibt ja noch einen Ticket-Shop um die Ecke. Dort zahlt man 2 Euro und kann sich eine Zeit aussuchen (geht auch online und ist zu empfehlen!). 17 Uhr, hieß es auch hier und wir verzichteten. Was sich als Fehler herausstellte, denn nachdem wir ein wenig durch die neue Hafencity geschlendert waren und bei Meßmer Momentum Tee getrunken hatten, war es 17 Uhr! Okay, aber das Wetter war wirklich nicht dazu gemacht, in luftiger Höhe einmal um das ganze Gebäude zu laufen und Fotografierlicht war auch nicht. Um eine Eintrittskarte zu einem musikalischen Event braucht man sich übrigens vorläufig nicht zu bemühen. Alles auf Monate ausverkauft! Kein Wunder, hat man doch 10 Jahre lang auf die Fertigstellung gewartet, die um einiges teurer geworden ist als ursprünglich veranschlagt, sodass das Gebäude jetzt an 12. Stelle der teuersten Bauwerke der Welt liegt, “hier” nachzulesen.

Das zweite Mal versuchten Uschi und ich es vom Stover Strand aus. Die Warteschlange war sehr übersichtlich und wir stellten uns frohgemut an. Nach 10 Minuten kam eine Bedienstete und gab die Info ab, dass alle jetzt Wartenden um 17:30 Einlass erhalten würden. Es war halb drei!!! Ticket-Shop! Ja, wir könnten Tickets kaufen, für 17:30 Uhr. Um 18 Uhr wartete unser Shuttlebus am S-Bahnhof Bergedorf auf uns, um uns zum Campingplatz zurückzubringen. Also wieder nichts! Uschi war froh, sie mag solche Menschenansammlungen nicht sonderlich.

Für den nächsten Hamburg-Besuch hatten wir das Miniatur Wunderland auf dem Programm und damit würde unsere zur Verfügung stehende Zeit ausgefüllt sein, wie wir vom letzten Mal, ebenfalls vor 7 Jahren, wussten. Gut, dann schauen wir uns die Elphi eben dort an. Und in natura irgendwann. Damals gab es ein Modell der Bühne des großen Saales im Bau. Jetzt ist natürlich das gesamte Gebäude zu sehen, das sich alle paar Minuten wie eine Muschel öffnet und einen Blick in das Innere zulässt. Sehen könnt ihr das alles und noch viel mehr in unserem Fotoalbum “Miniatur-Wunderland Hamburg”. Als Modelleisenbahnanlage im Jahre 2000 gestartet und über die letzten Jahre immer weiter ausgebaut, ist es inzwischen wirklich ein Wunderland im Miniaturformat mit viel Liebe zum Detail. Man sollte sich Zeit nehmen, sonst übersieht man die vielen liebevollen und witzigen Kleinigkeiten und Szenen. Bisher wurden 9 Abschnitte fertiggestellt: Österreich, Knuffingen, Mitteldeutschland, Hamburg, Amerika, Skandinavien, die Schweiz, Knuffingen Airport und Italien. Über unser Fotoalbum hinaus gibt es auf der Webseite natürlich ganz viele Inhalte mit bewegten Bildern. Empfehlen würden wir, wenn möglich auf einen Besuch am Wochenende zu verzichten und sich Tickets online zu reservieren! Die Warteschlangen, besonders in der Sommersaison, können gigantisch lang sein, denn das Miniatur Wunderland erfreut sich ungebrochener Besucherfreude. Wenn ich in Hamburg leben würde, hätte ich mit Sicherheit eine Jahreskarte!!!

Elphi im Miniatur WunderlandHier” geht es zu unserem Fotoalbum (bitte auf das 1. Foto klicken und dann der Reihe nach oder als Dia-Show anschauen). Viel Spaß beim Appetit holen! Zwinkerndes Smiley

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Von den Besonderheiten des Lebens “auf der Straße”

 
Ab und zu möchten auch wir mal etwas im Internet bestellen oder uns unsere Post nachschicken lassen, wenn wir „on tour“ sind. Gerne nutzen wir dafür die Aufenthalte auf Campingplätzen, weil das bequemer ist als eine Packstation. Bisher ging das immer problemlos, diesmal nicht! Als wir in der Rezeption Bescheid sagten, dass am nächsten oder übernächsten Tag ein Paket von DHL angeliefert werden würde, teilte man uns mit, dass die Post nur Pakete für Dauerbewohner des Campingplatzes ausliefert und für Touristen oder Dauercamper nur eine Abholkarte mitbringt. Wir befanden uns auf dem Campingplatz “Stover Strand” an der Elbe südlich von Hamburg. Dieser Platz besteht zu einem großen Teil aus Mobilheimen, die ganzjährig genutzt werden und deren Bewohner ihre Meldeadresse auf dem Campingplatz haben. Wir versuchten, der Rezeptionistin klarzumachen, dass gerade Wohnmobil-Touristen es schätzen würden, wenn sie nicht mit dem Fahrrad zur Poststelle fahren müssen, da sie normalerweise ja nicht noch einen separaten PKW dabei haben. Das leuchtete der Dame auch ein und sie versprach, auf den Paketboten zu achten und ihn zu bitten, das Paket bei ihr abzugeben, FALLS er es in seinem Auto haben würde. Üblicherweise bliebe es allerdings in der Zentrale, wenn der Name des Empfängers nicht auf der Liste der Dauerbewohner stehen würde. Am nächsten Tag fragten wir nach, nein, es sei leider kein Paket da. Nun gut, ich hatte ja am Tag zuvor eine Versandbestätigung gekriegt, also müsste es auf jeden Fall Freitag da sein. Am Freitag hieß es, nein, leider sei wieder kein Paket für mich da. Aber vielleicht läge ja ein Abholschein in der Posthütte. Posthütte? Welche Posthütte? Die Rezeption war doch gleichzeitig eine Poststelle, wo man Briefe, Postkarten, Pakete frankieren und abgeben konnte. Würde denn ein Abholschein nicht hier abgegeben werden? Nein, meistens käme der Postbote gar nicht herein. Für die Mobilheimbewohner gäbe es draußen ein Areal mit Briefkastenwänden und für die Dauercamper eben die Posthütte hinter den Glascontainern. Wir marschierten hin und landeten in einem Raum mit vielen Büchern. Offensichtlich die Campingplatz-Leihbücherei. Erst auf den zweiten Blick entdeckten wir in einem Regal eine Reihe von mit Briefen vollgepfropften Boxen, von A bis Z beschriftet und davor zwei Abholscheine. Bingo! Einer davon war auf meinen Namen ausgestellt. Okay, den Schein hatte ich, das Paket musste jetzt also “nur noch” bei der nächsten Poststelle abgeholt werden. Für den Samstag hatten wir uns angemeldet, mit dem Campingplatz-Shuttlebus zur S-Bahnstation nach Hamburg-Bergedorf gefahren zu werden. Das hatten wir am Samstag davor schon gemacht, kannten den netten Fahrer bereits und er hatte kein Problem damit, einen kleinen Umweg zur Post zu machen. Dort zeigte ich meinen Schein vor, auf dem vermerkt war, dass eine Abholung am nächsten Tag ab 10 Uhr möglich sei. Den nächsten Tag hatten wir und es war zehn Minuten nach zehn. Oh, das tue ihr Leid, das sei auf dem Schein nicht richtig angegeben, sagte die Dame am Postschalter. Nur bei einer Adresse VOR der Brücke könne man am nächsten Tag abholen, NACH der Brücke erst am übernächsten. Natürlich liegt der Campingplatz nach der Brücke! Große Begeisterung bei uns! Der übernächste Tag war der Sonntag, am Montag wollten wir weiterfahren. Mit Oscarlotta konnte ich dort nicht parken, es gab nur einen schmalen Parkstreifen vor dem Schreibwarenladen, in dem die Poststelle war. Da Uschi mit Fix und Boxi hier ist, bot sie sich an, das Paket für mich zu holen. Frohgemut verbrachten wir unseren letzten Tag an der Elbe. Da ich ja nicht der Frühaufsteher bin, fragte ich am Sonntag nach, bis wann man abgereist sein muss und war sehr erfreut zu hören, dass es erst um 13 Uhr war. Bis 12 Uhr musste allerdings bezahlt werden und die Rezeption machte von 12 bis 15 Uhr Mittagspause. Prima, dann konnte ich nach dem Bezahlen noch in aller Ruhe per Gießkanne Wasser tanken und das Abwasser eimerweise in den Toilettenausguss entsorgen. Als ich um zwanzig vor zwölf in die Rezeption kam, stand dort Uschi und erzählte der Campingplatzbesitzerin, dass sie immer noch kein Paket bekommen habe. Das würde erst um 17 Uhr von der Hauptpost in Winsen an der Luhe mitgebracht werden, vielleicht, eventuell aber auch erst am Dienstag!!! Nein, es gäbe keine andere Möglichkeit. Nein, sie könne das Paket nicht direkt in Winsen abholen. Man könne ihr auch keine Adresse geben, wo sie sich beschweren könne. Und überhaupt würde das immer so laufen, da könne man gar nichts machen! Was tun? Wir hielten Kriegsrat und beschlossen, dass Uschi schon zu unserer nächsten Station, Ratzeburg, fahren und dort einen Platz für mich freihalten würde. Ich könne mit Oscarlotta auf dem Parkplatz vom Sky-Supermarkt parken, hatte sie herausgefunden, und von dort aus zur Post laufen. Und was, wenn das Paket auch um 17 Uhr nicht kommt? Übernachte ich dann auf dem Parkplatz? Einer Eingebung folgend fragte ich, ob die Schranke an der Ausfahrt des Campingplatzes um 13 Uhr automatisch öffnet. Das ist ja eigentlich so üblich bei der Abreise. Nein, die Schranke ist über Mittag geschlossen. Und wie komme ich dann raus? Entweder um 12 oder erst wieder um 15 Uhr. Abreise sei um 12. Aber gestern hieß es doch, um 13 Uhr, ich hatte doch extra gefragt!!! 13 Uhr gelte nur für die Sommersaisonplätze direkt an der Elbe. Es war die Juniorchefin, die mir am Tag zuvor die zumindest aktuell für mich falsche Auskunft gegeben hatte! Das war ihrer Mutter dann offensichtlich etwas peinlich und da Winter war und ich nun bekanntlich die Zeit bis 17 Uhr totschlagen musste, durfte ich bis 15 Uhr bleiben. Ich entsorgte, ich versorgte, ich machte einen halben Frühjahrsputz und fuhr um eine Minute nach 15 Uhr vom Platz. 10 Minuten später war ich auf dem Sky-Parkplatz. Ich kaufte ein, ich trank Kaffee, ich aß ein Stück Kuchen und um zwanzig vor fünf lief ich zur Post. Vor der Tür stand ein Lieferwagen und ein junger Mann trug Pakete aus dem Laden zu seinem Fahrzeug. Ich hoffte inständig, dass er mein Paket vorher schon hineingetragen hatte! Und tatsächlich war es SCHON da!!! Ich war glücklich! Im Dunkeln kam ich in Ratzeburg an. Außer Fix und Boxi stand dort kein anderes Wohnmobil.

Infos und Fotos zum Stover Strand:

Campingplatz “Stover Strand”: Zwei durch den Elbedeich getrennte Platzteile, direkt an der Elbe nur nutzbar von Anfang April bis Ende Oktober (Elbe-Überschwemmungsgebiet), auch für Wohnwagen; VE-Station zwischen den beiden Bereichen hinter dem Deich; Campingplatzgaststätte (im Winter geschlossen); Edeka-Frischemarkt; Poststelle in der Rezeption; großer Dauercamperbereich; noch größerer Bereich für Mobilheime (Anmeldung des 1. Wohnsitzes lt. Gerichtsbeschluss wegen privater Streitigkeiten aktuell nicht mehr für Neumieter, solange es kein Bundesgesetz für die Anmeldung auf Campingplätzen gibt); Shuttlebus (bisher nur in der Wintersaison Samstag und Sonntag) für €3/Person/Fahrt zum (10:00)/vom (18:00) S-Bahnhof Bergedorf (15 Minuten), von dort Tages-Gruppenkarte im Innenbereich (2 Ringe) Hamburgs €11,80 (im Sommer fährt ein Schiff direkt nach HH); Hamburg-Card, Kartenreservierungen etc. in der Rezeption; ruhige Lage im Grünen, gute Spazier- und Radfahrmöglichkeiten (Elbe-Radweg); Bäckereicafé 10 (Geh-)Min., Edeka 25 (Geh-)Min., Restaurant 15 (Geh-)Min.; bei regulärem Aufenthalt gibt es ab dem 8. Tag 20% Rabatt, darüberhinaus gibt es Monats- und Saisonpreise (siehe Homepage)

Wohnmobilstellplatz vor dem Deich an der ElbeStover Strand (Dauercamperbereich)Touristenbereich hinter dem DeichStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand an der ElbeStover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)Stover Strand (Campingplatzgaststätte)

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Season of the very smallest potatoes

 

Den Begriff “Saure-Gurken-Zeit” verbindet man ja eher mit dem Sommer. Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich eine Zeit, in der es nur wenige Lebensmittel gab; ähnliche Ausdrücke sind laut Wikipedia das englische “season of the very smallest potatoes” (“Jahreszeit der kleinsten Kartoffeln”) und “cucumber time” (“Gurkenzeit”). Nun, an Lebensmitteln mangelt es nicht, sogar saure Gurken sind zur Genüge vorhanden, ABER jetzt im Januar keine lohnenswerten Geschichten. Die Admin dieses Blogs hat ein Problem! Seit Fix und Boxi als kleines, wendiges Reisefahrzeug zu uns gefunden haben, wird Oscarlotta mehr denn je zum WOHNmobil. Das bedeutet, sie fährt ein paar Kilometer alle paar Tage an der Ostseeküste der Lübecker Bucht entlang und an den Tagen dazwischen steht sie auf Stell- und Campingplätzen herum und dient als Wohnung. Reiseblog ist also gerade eher nicht. Natürlich könnte ich über die Stellplätze und die Campingplätze schreiben, aber das machen schon genügend andere. Ich könnte auch von der angekündigten und vorbeigezogenen Sturmflut, der höchsten seit 10 Jahren an der Ostsee, berichten, aber wirklich interessieren tut auch das niemanden, der nicht auch gerade hier oben ist. Mir ist auch nicht danach, mir irgendwelche lapidaren Geschichtchen aus den Fingern zu saugen, auch das machen schon genügend andere. Gibt es eigentlich Wohnblogs??? Und falls ja, liest die jemand?

Ich glaube, ich bin gerade etwas blogmüde nach der Marathon-Berichterstattung der Sommermonate. Da war es leicht, zu schreiben, weil genügend Themen da waren. Ich glaube, wir warten mit weiteren Berichten, bis wieder etwas geschieht, was sich zu berichten lohnt, ob nun mit Oscarlotta oder mit Fix und Boxi. Diejenigen unserer Leser, die Follower sind, können gelassen auf eine Benachrichtigungsmail warten. Die in die “Stefan-Liste” schauen, erfahren auch, wenn es wieder etwas gibt. Die anderen müssen entscheiden, ob sie ab und zu nachschauen wollen oder Oscarlotta on tour ad acta legen.

Heute gibt es dann nur noch ein paar Fotos vom Brodtener Steilufer in Travemünde!

TravemündeBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener SteiluferBrodtener Steilufer

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Hier geht es jetzt wieder weiter! :-)

 

So, es ist soweit, das Oscarlotta-Blog erwacht aus seinem Dornröschenschlaf! Im Hintergrund hat es übrigens gar nicht wirklich geschlafen, denn etwa die Hälfte aller täglichen Zugriffe auf unser Fix und Boxi-Blog kamen von hier, mit einem kleinen Umweg sozusagen. Laut lachen Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier und da ich ja nun vor einem halben Jahr schon so einen schönen bequemen Link im letzten Artikel eingebaut hatte, war das offenbar für viele Leser einfacher als Follower zu werden oder sich gar ein neues Lesezeichen zu setzen. Cooles Smiley

Apropos Gewohnheitstier: Es gibt treue LeserInnen, die sich schon erwartungsvoll fragen, ob es denn auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender bei Oscarlotta geben wird? Und sie wollen wir natürlich nicht enttäuschen! Selbstverständlich wird es AB DEM 1. DEZEMBER in guter Tradition wie nun schon seit 2011 einen geben!!! Ich bin schon fleißig am Basteln und hoffe, dass ihr es mir verzeiht, wenn ich bis dahin wieder abtauche, so wie der Wal in der Margarine. Bin schon weg…

adventskalender

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Hier geht es jetzt nicht mehr weiter (die nächsten 6 Monate)!

 
So, liebe Leser, ab heute wird es hier erstmal nichts mehr zu lesen geben! Während unserer Nordamerikareise schreiben wir ausschließlich in unserem “Ableger”-Blog. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder ihr schaut sporadisch dort vorbei oder ihr werdet dort Follower, dann erhaltet ihr eine Benachrichtigung bei jedem neuen Blogartikel.

Wir sind jetzt zwar mal eine Weile weg, aber dennoch erreichbar, sogar auf vielfältige Art und Weise.

– Kommentare schreiben (über die wir uns freuen!) und unsere Antworten (wir antworten immer!) lesen

– eMails schreiben

– über unserer virtuelle Festnetznummer (+4923452009752) anrufen und eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen

– über Ingrids Vodafone-Handynummer (+49172…) sind wir zu Deutschlandpreisen (für euch und für uns) ebenfalls weiterhin erreichbar (Zeitverschiebung 5 Stunden, Beispiel: D 12:00/USA 7:00). Einzige Voraussetzung: Wir müssen in einem Vodafone-Partnernetz eingebucht sein. Das sind aber sowohl in Kanada als auch in USA die größten Mobilfunkanbieter des jeweiligen Landes. Wenn euer Anruf also unbeantwortet bleiben sollte, könnte das bedeuten, dass wir nicht im richtigen Netz sind (oder dass wir gar kein Mobilfunknetz haben oder dass wir gerade nicht in Reichweite des Telefons sind).

– SMS/MMS schicken (Preise wie in Deutschland, Empfang für uns kostenlos)

– Instagram-Direktnachrichten kommen auch an, Internetzugang vorausgesetzt (bei uns)

Ich (Ingrid) habe meinen Vodafone-Vertrag entsprechend verändert, sodass ich für unseren Überseeaufenthalt die “Easy-Travel-Flat” dazubuchen kann. Diese ermöglicht mir/uns, das Datenvolumen und die Flatrates so zu nutzen wie in Deutschland. (für Interessierte: Zusatzkosten: €4,99/Monat, Mindestlaufzeit 12 Monate)

 

So, und jetzt kommt hier noch ein letztes Mal ein permanenter Link zu unserem “Fix und Boxi”-Blog (einfacher ist es, ihr setzt euch dort ein Lesezeichen!):

https://fixundboxi.wordpress.com/

WIR SIND DANN MAL WEG!!!

 wir sind dann mal weg...

Wir verabschieden uns aus Deutschland!

 

Noch 3x schlafen! Am Mittwoch bringt uns Luise nach Hemmoor auf den Bahnhof, wir fahren (ab Hamburg) per ICE nach Frankfurt, übernachten im NH-Hotel in Flughafennähe und steigen am Donnerstagnachmittag (hoffentlich) entspannt in unseren Flieger. Und dann sind wir mal für ‘ne Weile weg!!! Aber keine Sorge, wir haben vor, zurückzukommen, aaaber noch nicht so bald! Und mit Blogartikeln versorgen können wir euch ja von überall auf der Welt, eine Internetverbindung vorausgesetzt.

Wir sind unserer Freundin Luise SEHR dankbar für ihre Unterstützung! Nicht nur, dass Oscarlotta hier auf ihrem Garagenhof 6 Monate gut behütet stehenbleiben kann, es war auch eindeutig sehr viel komfortabler und einfacher, alle notwendigen Vorarbeiten zu erledigen als auf einem Stellplatz. Uschi ist jetzt schon seit 6 Wochen hier und bei mir sind es heute auch schon drei. Zwei Wochen stand Oscarlotta direkt an der Oste mit immer wechselnden Ausblicken (die Oste ist ein Tidengewässer) und traumhaften Sonnenuntergängen.

AbendstimmungNiedrigwasserDeichhotel Bootsanleger SeefahrerAbendstimmungAbendstimmungAbendstimmung mit SchiffAbendstimmungAbendstimmung   Abendstimmung      

Am Dienstag mussten wir dann leider umziehen, für den Vatertag wurde der hintere Parkplatz des Deichhotels “Seefahrer” für einen Bier- und einen Würstchenstand sowie einen Toilettenwagen gebraucht.

Oscarlotta an der OsteFest am Vatertag

Es war dann gar nicht sooo einfach, Oscarlotta passgenau vor Luises Hoftor einzuparken! Per Kran wäre es leichter gewesen. Schon die Deichlücke ist so bemessen, dass rechts und links vom Spiegel nur noch Zentimeter verbleiben und wenn das Heck noch nicht durch ist, muss man schon rechtwinklig abbiegen. Luises Garagenhof ist etwas verwinkelt und Oscarlotta war dann doch etwas größer als Luise sie in Erinnerung hatte! 😉 Aber mit hin und her, vor und zurück stand sie irgendwann perfekt in Parkposition.

Oscarlottas SommersitzOscarlottas SommersitzOscarlottas Sommersitz Achthöfen  

Damit hatte sich der ursprüngliche Plan, über das Wochenende noch einmal an die Oste zurückzufahren, erledigt!

Wir haben nicht nur gearbeitet, sondern auch “Urlaub” gemacht. Waren in Buxtehude und haben Birgit und Steffi samt Edelweiß noch einmal getroffen, bevor wir abdüsen. Stade haben wir auch noch einmal besucht, Uschi hatte dort eine Woche auf dem sehr schönen, noch relativ neuen Stellplatz gestanden, bevor sie bei Luise aufschlug.

BuxtehudeStadeStade

Ein paar Ausflüge mit Luises kleinem Citroen ins Alte Land mussten natürlich auch sein, als das Wetter endlich frühlingshaft wurde und die Kirschblüte einsetzte. In Stadersand an der Elbe waren wir, ohne Fix und Boxi vorbeischwimmen zu sehen, aber das wisst ihr ja schon!

Stadersand

StadersandStadersandStadersand

Stadersand     

Und dann haben wir Oscarlotta noch von ihren im Laufe der Jahre sehr unschön gewordenen Designfolien befreit. Die eine hatte im Sommer 2013 sehr gelitten, als während unserer damaligen Abwesenheit (1. Nordamerikareise) 3 Monate die pralle Sonne darauf “knallte”. Bei der anderen hatte sich in diesem Winter von uns unbemerkt eine Wasserblase gebildet, das Wasser war gefroren und nach anpieksen der wieder flüssigen Blase lief das Wasser zwar ab, aber die Folie sah so aus:

Aufkleber linksAufkleber rechts

Auf der sonnenbeschienenen Seite konnten wir die Folie in großen Stücken relativ einfach abziehen, auf der Schattenseite mit Hilfe eines Föhns. Die Konturen der abgelösten Folien sind leicht zu sehen, der Lack darunter ist eben noch “fabrikneu”, das hat auch das häufige Polieren von Oscarlotta nicht verhindern können. Wir lassen es trotzdem erstmal so, jetzt über den Sommer sowieso. Vielleicht kommt im November etwas Neues drauf, eine entsprechende Firma ist hier ganz in der Nähe.

FolienentfernungFolienentfernungFolienentfernung

Jetzt muss noch der Kühlschrank leergegessen und danach abgetaut werden. Ersteres ist gar nicht so einfach, da Luise immer wieder etwas Leckeres kocht oder eine ihrer sensationellen Torten backt. Und dann müssen wir Koffer packen!!!

Luises Torten

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Nadelmarkt in Barendorf

 

Auf meiner Fahrt mit Oscarlotta gen Norden habe ich in Iserlohn eine gute Freundin besucht, die ich auch schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen hatte. In (und in der Nähe von) Iserlohn gibt es zwei Wohnmobilstellplätze, die beide empfehlenswert sind. Der eine liegt mehr im Grünen, der andere stadtnäher. Meine Freundin meinte, ich könne aber sicher auch auf dem Parkplatz der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf stehen, das sei ganz in ihrer Nähe. Von dieser Anlage hatte ich noch nie etwas gehört, bei meiner Internetrecherche erfuhr ich dann, dass dort am nächsten Wochenende ein Nadelmarkt stattfinden würde. Also fuhr ich schon donnerstags hin, in der Hoffnung, auf dem Parkplatz, der für 80 PKWs ausgewiesen war, stehenbleiben zu können und zu dürfen. Das Können stellte sich vor Ort als möglich heraus, es war etwas schräg und etwas schlammig, aber Oscarlotta nahm nur den Platz zweier PKW-Plätze ein. Das ließ sich doch sicher verschmerzen! Ich suchte das Info-Büro und trug mein Anliegen vor. Der zuständige Angestellte war offenbar etwas überfordert oder überrumpelt, er überlegte eine Weile und meinte dann, dass eigentlich nichts dagegen spräche. Na, prima! Ich legte einen Keil in den Schlamm, der die eklatante Schieflage etwas abmilderte und machte es mir gemütlich.

Historische Fabrikanlage Maste-Barendorfin Barendorf

Die Nacht war ruhig und ich schlief gut, ganz allein auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz. Am Freitag besichtigte ich die Museumsräume, die schon von den Ausstellern des Nadelmarktes mit ihren Verkaufsprodukten bestückt wurden. Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt als bedeutendste in ihrem ursprünglichen Charakter noch erhaltene Industrieansiedlung aus dem 19. Jh. im Märkischen Kreis. Die historische Bausubstanz der zehn zum Teil aneinander gebauten Fachwerkhäuser ist bis auf geringe Teile heute noch vorhanden und substanziell weitgehend unverändert. Ab 1985 begann der Aufbau des Museums- und Künstlerdorfes in der nun als „Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf“ bezeichneten Anlage. Beim Anblick der hübschen Fachwerkhäuser würde man niemals auf die Idee kommen, dass dieses kleine Dorf 1822 als Fabrikanlage gebaut wurde.

Historische Fabrikanlage Maste-BarendorfHistorische Fabrikanlage Maste-BarendorfLageplanmein Stellplatz (X)   

Iserlohn ist bekannt als Stadt der Nadelherstellung. Die Entwicklung Iserlohns hängt eng mit der industriellen Entwicklung zusammen. In der Anfangszeit der Metallverarbeitung im Spätmittelalter wurde Eisenerz ringsum an den Berghängen abgebaut und über Holzfeuern und später in Öfen geschmolzen. Brennholz lieferten die reichhaltig vorhandenen umliegenden Wälder. Ab dem 14. Jahrhundert entstanden die ersten von Wasserkraft betriebenen Eisenhämmer im Grüner Tal und am Baarbach. Der fließt auch heute noch mitten durch das Fabrikdorf und so konnte man die Wasserkraft für den Antrieb der Maschinen nutzen. Ab dem 18. Jahrhundert stieg Iserlohn zu einer der wichtigsten Industriestädte Preußens auf. 1690 wurden erstmals Nadeln produziert und im Lauf der folgenden Jahrzehnte entwickelten sich die Nadel- und die Drahtherstellung zu den wichtigsten Industriezweigen. NadelsortimenteHat einer von euch sich schon jemals Gedanken über die Herstellung von Nadeln gemacht??? Ich nicht, obwohl ich mein Leben lang täglich mit allen Varianten zu tun hatte, privat und beruflich als Lehrerin für Textilgestaltung. Um 1800 bildete der Raum Iserlohn mit seiner Draht-, Nadel-, Messing-, Bronze- und Seidenindustrie, zusammen mit der südlich angrenzenden Region um Altena und Lüdenscheid, eines der weltweit größten Industriegebiete. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Iserlohn die größte Industriestadt Westfalens und eine der reichsten Handelsstädte Preußens. Dabei war auch die Produktion von Rüstungen von großer Bedeutung, wie ein in Iserlohn hergestelltes Panzerhemd im Londoner Tower belegt. Die Iserlohner Nadeln waren ein weltweiter Exportschlager.

In den Museumsräumen stehen viele gut erhaltene alte Maschinen und viele Schautafeln und Plakate erklären ihre Funktionsweise. Was für ein wahnsinniger Arbeitsaufwand für eine kleine Nähnadel oder eine Haarnadel!!! Und hier fing es ja schon mit dem fertigen Draht als Grundmaterial an, aber der musste ja auch erstmal hergestellt werden. Ich war schwer beeindruckt!

HaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikation

Am Samstagmorgen wachte ich von Motorengeräuschen auf und fand Oscarlotta eingeparkt zwischen vielen PKWs. Das Fabrikdorf ist bekannt für viele regelmäßig stattfindende Veranstaltungen und der Nadelmarkt ist eine davon. Wie der Name es schon sagt, gab es viele kunsthandwerkliche Produkte, deren Herstellung in enger Verbindung mit Nadeln aller Art steht.

NadelmarktNadelmarktNadelmarktNadelmarkt

Und es gab eine halbstündige Vorführung und Erklärung der Haarnadelproduktion, mit laufenden Maschinen!

NadelkunstNadelkunstNadelkunst

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nur kurz!

 

Heute gibt es nur einen kurzen Statusbericht – keine Zeit, keine Zeit!!! 😉

Ich bin am Sonntagabend gut bei Luise und Uschi an der Oste angekommen. Oscarlotta steht diesmal nicht auf Luises Rasengrundstück direkt an der Oste (Boden zu weich, Oscarlotta zu schwer), sondern auf dem angrenzenden Parkplatz vom “Seefahrer”. Das hat auch den Vorteil, dass wir mit sauberen Schuhen ein- und aussteigen können. Der Ausblick ist trotzdem so toll wie immer!

Osteblick seitlich und durch Frontscheibe

Wir räumen! Raus aus dem Mobil, rein ins Mobil – und umgedreht. Allein Klamotten aussuchen für ein halbes Jahr ist gar nicht so einfach! Zuviel darf es nicht sein, aber wir müssen drei Jahreszeiten abdecken. Mitte bis Ende Oktober kann es in Kanada schon wieder kalt sein. Und es müssen ja nicht nur Kleidungsstücke mit, sondern auch Computer- und Handyzubehör sowie all die tausend anderen “Kleinigkeiten”.

Heute kam per eMail der Bescheid, dass sich die Verschiffung um vier Tage nach hinten verschiebt, da die Reihenfolge der anzulaufenden Häfen sich geändert hat. Gut, dass wir unseren Flug erst am 12. Mai haben! Für uns also kein Problem, für andere vielleicht schon.

Für heute dann nur noch ein Sonnenuntergangsfoto, das Uschi vor ein paar Tagen geknipst hat:

Oste-Panorama   

written by Ingrid
photos taken with iPhone and with Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wunder der Natur

 

Gasometer Oberhausen Während meines Aufenthalts im Ruhrgebiet habe ich mit meinem Bruder und meiner Schwägerin – natürlich – auch etwas „in Kultur gemacht“, im Wortsinne. Ein Element der Ruhrgebiets- bzw. Industriekultur ist der ehemalige Gasometer der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Gasometer OberhausenNach seiner Stilllegung 1988 sollte er eigentlich abgerissen werden. Wegen der immensen Kosten von 1,5 Millionen DM zögerte der damalige Besitzer, die Ruhrkohle AG, den Abriss hinaus und schließlich kaufte 1992 die Stadt Oberhausen das Gebäude und baute es für 16 Millionen D-Mark zu Europas höchster Ausstellungshalle um. Dabei wurde die ursprünglich flexible Gasdruckscheibe auf einer Höhe von 4,20 Metern am Zylindermantel sowie durch Zwischenstützen fixiert und dient nun als zweite Ebene der Ausstellungsfläche, auf der eine Tribüne für 500 Besucher installiert wurde. Außerdem wurden vier Außentreppen errichtet, drei bis zur oberen Ausstellungsebene auf 12 Meter Höhe sowie eine vierte mit 38 Läufen bis zum Dach des Gasometers. In den Treppenturm ist ein Aufzug integriert. Mit einer Höhe von 115 Metern und Grundrissabmessungen von 6,0 Meter mal 8,5 Meter ist es weltweit eine der größten Industrietreppen. Wir zogen den Fahrstuhl vor. 😉

Wunder der Natur Im Innern des Gasometers haben im Laufe der Jahre 14 verschiedenen Ausstellungen stattgefunden, die großen Zulauf hatten. Ganz aktuell seit dem 11. März gibt es nun die Ausstellung “Wunder der Natur”. Auf rund 150 großformatigen Fotografien werden detaillierte Einblicke in die Welt von Tieren und Pflanzen gezeigt. Die Bilder kommen dabei so gehaltvoll daher, dass man glaubt, tatsächlich mitten im Dschungel zu stehen. Auf Monitoren ergänzen Ausschnitte aus der BBC-Filmreihe „Planet Erde“ den Rundgang durch zehn Kapitel Naturschauspiel.

Wunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der Natur

Der Höhepunkt allerdings ist eine 20 Meter große, durch Projektion echter Satellitenbilder entstandene Erdkugel. Rund 1,5 Millionen Bilder verschiedener Satelliten wurden von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammengetragen, insgesamt benötigten die Computer 115 Tage, um die Animation mit einer Auflösung von 58 Millionen Pixeln zu erstellen. Dieser Erdball schwebt im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers. Beim Anblick von der Zuschauertribüne aus sind der Wechsel zwischen Tag und Nacht und der Wandel der Jahreszeiten erlebbar. Und wenn man mit dem Innenaufzug bis in den 10. Stock gefahren ist, hat man von oben einen Blick auf die Erde wie Astronauten aus dem Weltraum.

Blick auf die Erde aus dem Weltall

Uns hat es gut gefallen, die Eintrittspreise sind mit € 10 und ermäßigt (auch für Rentner) € 7 sehr akzeptabel. Die Ausstellung dauert bis Ende 2016. Weitere Infos zum Gasometer Oberhausen “hier” und zur Ausstellung “hier” und “hier”.

written by Ingrid
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