Oscarlottas Adventskalender 2016

 

ES  IST SOWEIT!!!

In guter Tradition seit 2011 fängt MORGEN der alljährliche Adventskalender auf dem Oscarlotta-Blog an! Es hat einiges an Überredungskunst gebraucht, denn Oscarlotta zickte ein wenig rum. Ja, das ist IHR Adventskalender, von Anfang an und ohne Ausnahme! Nein, sie will nicht, dass er dieses Jahr auf dem Fix und Boxi-Blog stattfindet, auch wenn der „content“ von dort kommt. Ja, hast du denn eigene Fotos, fragte ich sie. Da wurde sie ganz still und – ich glaube – auch etwas traurig. Wo sollte sie auch Fotos für einen Adventskalender herhaben, wenn sie doch die meiste Zeit des Jahres rumgestanden hatte?!? Erst auf der Schwäbischen Alb und dann an der Oste. Ich habe sie ein wenig getröstet und ihr etwas „Honig um’s Maul geschmiert“ und so findet der diesjährige Adventskalender nun sicher ab morgen hier statt. Smiley

Jeden Morgen ab 9:00 Uhr könnt ihr durch Klick ein Türchen öffnen und euch überraschen lassen! Nein, ich stehe nicht schon so früh auf!!! Ist alles automatisiert. Eigentlich könnte ich es also auch so programmieren, dass das jeweilige Türchen um eine Sekunde nach Mitternacht online verfügbar ist. Ich möchte aber nicht, dass Follower, die ihr Smartphone nachts nicht ausschalten, von der Benachrichtigung geweckt werden. Es sind ja nicht alle solche Nachteulen wie ich! Cooles Smiley

Oscarlotta und ich wünschen euch viel Vergnügen!!!

advent-2016

written by Ingrid

Hier geht es jetzt wieder weiter! :-)

 

So, es ist soweit, das Oscarlotta-Blog erwacht aus seinem Dornröschenschlaf! Im Hintergrund hat es übrigens gar nicht wirklich geschlafen, denn etwa die Hälfte aller täglichen Zugriffe auf unser Fix und Boxi-Blog kamen von hier, mit einem kleinen Umweg sozusagen. Laut lachen Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier und da ich ja nun vor einem halben Jahr schon so einen schönen bequemen Link im letzten Artikel eingebaut hatte, war das offenbar für viele Leser einfacher als Follower zu werden oder sich gar ein neues Lesezeichen zu setzen. Cooles Smiley

Apropos Gewohnheitstier: Es gibt treue LeserInnen, die sich schon erwartungsvoll fragen, ob es denn auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender bei Oscarlotta geben wird? Und sie wollen wir natürlich nicht enttäuschen! Selbstverständlich wird es AB DEM 1. DEZEMBER in guter Tradition wie nun schon seit 2011 einen geben!!! Ich bin schon fleißig am Basteln und hoffe, dass ihr es mir verzeiht, wenn ich bis dahin wieder abtauche, so wie der Wal in der Margarine. Bin schon weg…

adventskalender

written by Ingrid

Hier geht es jetzt nicht mehr weiter (die nächsten 6 Monate)!

 
So, liebe Leser, ab heute wird es hier erstmal nichts mehr zu lesen geben! Während unserer Nordamerikareise schreiben wir ausschließlich in unserem “Ableger”-Blog. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder ihr schaut sporadisch dort vorbei oder ihr werdet dort Follower, dann erhaltet ihr eine Benachrichtigung bei jedem neuen Blogartikel.

Wir sind jetzt zwar mal eine Weile weg, aber dennoch erreichbar, sogar auf vielfältige Art und Weise.

– Kommentare schreiben (über die wir uns freuen!) und unsere Antworten (wir antworten immer!) lesen

– eMails schreiben

– über unserer virtuelle Festnetznummer (+4923452009752) anrufen und eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen

– über Ingrids Vodafone-Handynummer (+49172…) sind wir zu Deutschlandpreisen (für euch und für uns) ebenfalls weiterhin erreichbar (Zeitverschiebung 5 Stunden, Beispiel: D 12:00/USA 7:00). Einzige Voraussetzung: Wir müssen in einem Vodafone-Partnernetz eingebucht sein. Das sind aber sowohl in Kanada als auch in USA die größten Mobilfunkanbieter des jeweiligen Landes. Wenn euer Anruf also unbeantwortet bleiben sollte, könnte das bedeuten, dass wir nicht im richtigen Netz sind (oder dass wir gar kein Mobilfunknetz haben oder dass wir gerade nicht in Reichweite des Telefons sind).

– SMS/MMS schicken (Preise wie in Deutschland, Empfang für uns kostenlos)

– Instagram-Direktnachrichten kommen auch an, Internetzugang vorausgesetzt (bei uns)

Ich (Ingrid) habe meinen Vodafone-Vertrag entsprechend verändert, sodass ich für unseren Überseeaufenthalt die “Easy-Travel-Flat” dazubuchen kann. Diese ermöglicht mir/uns, das Datenvolumen und die Flatrates so zu nutzen wie in Deutschland. (für Interessierte: Zusatzkosten: €4,99/Monat, Mindestlaufzeit 12 Monate)

 

So, und jetzt kommt hier noch ein letztes Mal ein permanenter Link zu unserem “Fix und Boxi”-Blog (einfacher ist es, ihr setzt euch dort ein Lesezeichen!):

https://fixundboxi.wordpress.com/

WIR SIND DANN MAL WEG!!!

 wir sind dann mal weg...

Wir verabschieden uns aus Deutschland!

 

Noch 3x schlafen! Am Mittwoch bringt uns Luise nach Hemmoor auf den Bahnhof, wir fahren (ab Hamburg) per ICE nach Frankfurt, übernachten im NH-Hotel in Flughafennähe und steigen am Donnerstagnachmittag (hoffentlich) entspannt in unseren Flieger. Und dann sind wir mal für ‘ne Weile weg!!! Aber keine Sorge, wir haben vor, zurückzukommen, aaaber noch nicht so bald! Und mit Blogartikeln versorgen können wir euch ja von überall auf der Welt, eine Internetverbindung vorausgesetzt.

Wir sind unserer Freundin Luise SEHR dankbar für ihre Unterstützung! Nicht nur, dass Oscarlotta hier auf ihrem Garagenhof 6 Monate gut behütet stehenbleiben kann, es war auch eindeutig sehr viel komfortabler und einfacher, alle notwendigen Vorarbeiten zu erledigen als auf einem Stellplatz. Uschi ist jetzt schon seit 6 Wochen hier und bei mir sind es heute auch schon drei. Zwei Wochen stand Oscarlotta direkt an der Oste mit immer wechselnden Ausblicken (die Oste ist ein Tidengewässer) und traumhaften Sonnenuntergängen.

AbendstimmungNiedrigwasserDeichhotel Bootsanleger SeefahrerAbendstimmungAbendstimmungAbendstimmung mit SchiffAbendstimmungAbendstimmung   Abendstimmung      

Am Dienstag mussten wir dann leider umziehen, für den Vatertag wurde der hintere Parkplatz des Deichhotels “Seefahrer” für einen Bier- und einen Würstchenstand sowie einen Toilettenwagen gebraucht.

Oscarlotta an der OsteFest am Vatertag

Es war dann gar nicht sooo einfach, Oscarlotta passgenau vor Luises Hoftor einzuparken! Per Kran wäre es leichter gewesen. Schon die Deichlücke ist so bemessen, dass rechts und links vom Spiegel nur noch Zentimeter verbleiben und wenn das Heck noch nicht durch ist, muss man schon rechtwinklig abbiegen. Luises Garagenhof ist etwas verwinkelt und Oscarlotta war dann doch etwas größer als Luise sie in Erinnerung hatte! 😉 Aber mit hin und her, vor und zurück stand sie irgendwann perfekt in Parkposition.

Oscarlottas SommersitzOscarlottas SommersitzOscarlottas Sommersitz Achthöfen  

Damit hatte sich der ursprüngliche Plan, über das Wochenende noch einmal an die Oste zurückzufahren, erledigt!

Wir haben nicht nur gearbeitet, sondern auch “Urlaub” gemacht. Waren in Buxtehude und haben Birgit und Steffi samt Edelweiß noch einmal getroffen, bevor wir abdüsen. Stade haben wir auch noch einmal besucht, Uschi hatte dort eine Woche auf dem sehr schönen, noch relativ neuen Stellplatz gestanden, bevor sie bei Luise aufschlug.

BuxtehudeStadeStade

Ein paar Ausflüge mit Luises kleinem Citroen ins Alte Land mussten natürlich auch sein, als das Wetter endlich frühlingshaft wurde und die Kirschblüte einsetzte. In Stadersand an der Elbe waren wir, ohne Fix und Boxi vorbeischwimmen zu sehen, aber das wisst ihr ja schon!

Stadersand

StadersandStadersandStadersand

Stadersand     

Und dann haben wir Oscarlotta noch von ihren im Laufe der Jahre sehr unschön gewordenen Designfolien befreit. Die eine hatte im Sommer 2013 sehr gelitten, als während unserer damaligen Abwesenheit (1. Nordamerikareise) 3 Monate die pralle Sonne darauf “knallte”. Bei der anderen hatte sich in diesem Winter von uns unbemerkt eine Wasserblase gebildet, das Wasser war gefroren und nach anpieksen der wieder flüssigen Blase lief das Wasser zwar ab, aber die Folie sah so aus:

Aufkleber linksAufkleber rechts

Auf der sonnenbeschienenen Seite konnten wir die Folie in großen Stücken relativ einfach abziehen, auf der Schattenseite mit Hilfe eines Föhns. Die Konturen der abgelösten Folien sind leicht zu sehen, der Lack darunter ist eben noch “fabrikneu”, das hat auch das häufige Polieren von Oscarlotta nicht verhindern können. Wir lassen es trotzdem erstmal so, jetzt über den Sommer sowieso. Vielleicht kommt im November etwas Neues drauf, eine entsprechende Firma ist hier ganz in der Nähe.

FolienentfernungFolienentfernungFolienentfernung

Jetzt muss noch der Kühlschrank leergegessen und danach abgetaut werden. Ersteres ist gar nicht so einfach, da Luise immer wieder etwas Leckeres kocht oder eine ihrer sensationellen Torten backt. Und dann müssen wir Koffer packen!!!

Luises Torten

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nadelmarkt in Barendorf

 

Auf meiner Fahrt mit Oscarlotta gen Norden habe ich in Iserlohn eine gute Freundin besucht, die ich auch schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen hatte. In (und in der Nähe von) Iserlohn gibt es zwei Wohnmobilstellplätze, die beide empfehlenswert sind. Der eine liegt mehr im Grünen, der andere stadtnäher. Meine Freundin meinte, ich könne aber sicher auch auf dem Parkplatz der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf stehen, das sei ganz in ihrer Nähe. Von dieser Anlage hatte ich noch nie etwas gehört, bei meiner Internetrecherche erfuhr ich dann, dass dort am nächsten Wochenende ein Nadelmarkt stattfinden würde. Also fuhr ich schon donnerstags hin, in der Hoffnung, auf dem Parkplatz, der für 80 PKWs ausgewiesen war, stehenbleiben zu können und zu dürfen. Das Können stellte sich vor Ort als möglich heraus, es war etwas schräg und etwas schlammig, aber Oscarlotta nahm nur den Platz zweier PKW-Plätze ein. Das ließ sich doch sicher verschmerzen! Ich suchte das Info-Büro und trug mein Anliegen vor. Der zuständige Angestellte war offenbar etwas überfordert oder überrumpelt, er überlegte eine Weile und meinte dann, dass eigentlich nichts dagegen spräche. Na, prima! Ich legte einen Keil in den Schlamm, der die eklatante Schieflage etwas abmilderte und machte es mir gemütlich.

Historische Fabrikanlage Maste-Barendorfin Barendorf

Die Nacht war ruhig und ich schlief gut, ganz allein auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz. Am Freitag besichtigte ich die Museumsräume, die schon von den Ausstellern des Nadelmarktes mit ihren Verkaufsprodukten bestückt wurden. Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt als bedeutendste in ihrem ursprünglichen Charakter noch erhaltene Industrieansiedlung aus dem 19. Jh. im Märkischen Kreis. Die historische Bausubstanz der zehn zum Teil aneinander gebauten Fachwerkhäuser ist bis auf geringe Teile heute noch vorhanden und substanziell weitgehend unverändert. Ab 1985 begann der Aufbau des Museums- und Künstlerdorfes in der nun als „Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf“ bezeichneten Anlage. Beim Anblick der hübschen Fachwerkhäuser würde man niemals auf die Idee kommen, dass dieses kleine Dorf 1822 als Fabrikanlage gebaut wurde.

Historische Fabrikanlage Maste-BarendorfHistorische Fabrikanlage Maste-BarendorfLageplanmein Stellplatz (X)   

Iserlohn ist bekannt als Stadt der Nadelherstellung. Die Entwicklung Iserlohns hängt eng mit der industriellen Entwicklung zusammen. In der Anfangszeit der Metallverarbeitung im Spätmittelalter wurde Eisenerz ringsum an den Berghängen abgebaut und über Holzfeuern und später in Öfen geschmolzen. Brennholz lieferten die reichhaltig vorhandenen umliegenden Wälder. Ab dem 14. Jahrhundert entstanden die ersten von Wasserkraft betriebenen Eisenhämmer im Grüner Tal und am Baarbach. Der fließt auch heute noch mitten durch das Fabrikdorf und so konnte man die Wasserkraft für den Antrieb der Maschinen nutzen. Ab dem 18. Jahrhundert stieg Iserlohn zu einer der wichtigsten Industriestädte Preußens auf. 1690 wurden erstmals Nadeln produziert und im Lauf der folgenden Jahrzehnte entwickelten sich die Nadel- und die Drahtherstellung zu den wichtigsten Industriezweigen. NadelsortimenteHat einer von euch sich schon jemals Gedanken über die Herstellung von Nadeln gemacht??? Ich nicht, obwohl ich mein Leben lang täglich mit allen Varianten zu tun hatte, privat und beruflich als Lehrerin für Textilgestaltung. Um 1800 bildete der Raum Iserlohn mit seiner Draht-, Nadel-, Messing-, Bronze- und Seidenindustrie, zusammen mit der südlich angrenzenden Region um Altena und Lüdenscheid, eines der weltweit größten Industriegebiete. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Iserlohn die größte Industriestadt Westfalens und eine der reichsten Handelsstädte Preußens. Dabei war auch die Produktion von Rüstungen von großer Bedeutung, wie ein in Iserlohn hergestelltes Panzerhemd im Londoner Tower belegt. Die Iserlohner Nadeln waren ein weltweiter Exportschlager.

In den Museumsräumen stehen viele gut erhaltene alte Maschinen und viele Schautafeln und Plakate erklären ihre Funktionsweise. Was für ein wahnsinniger Arbeitsaufwand für eine kleine Nähnadel oder eine Haarnadel!!! Und hier fing es ja schon mit dem fertigen Draht als Grundmaterial an, aber der musste ja auch erstmal hergestellt werden. Ich war schwer beeindruckt!

HaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikationHaarnadelfabrikation

Am Samstagmorgen wachte ich von Motorengeräuschen auf und fand Oscarlotta eingeparkt zwischen vielen PKWs. Das Fabrikdorf ist bekannt für viele regelmäßig stattfindende Veranstaltungen und der Nadelmarkt ist eine davon. Wie der Name es schon sagt, gab es viele kunsthandwerkliche Produkte, deren Herstellung in enger Verbindung mit Nadeln aller Art steht.

NadelmarktNadelmarktNadelmarktNadelmarkt

Und es gab eine halbstündige Vorführung und Erklärung der Haarnadelproduktion, mit laufenden Maschinen!

NadelkunstNadelkunstNadelkunst

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nur kurz!

 

Heute gibt es nur einen kurzen Statusbericht – keine Zeit, keine Zeit!!! 😉

Ich bin am Sonntagabend gut bei Luise und Uschi an der Oste angekommen. Oscarlotta steht diesmal nicht auf Luises Rasengrundstück direkt an der Oste (Boden zu weich, Oscarlotta zu schwer), sondern auf dem angrenzenden Parkplatz vom “Seefahrer”. Das hat auch den Vorteil, dass wir mit sauberen Schuhen ein- und aussteigen können. Der Ausblick ist trotzdem so toll wie immer!

Osteblick seitlich und durch Frontscheibe

Wir räumen! Raus aus dem Mobil, rein ins Mobil – und umgedreht. Allein Klamotten aussuchen für ein halbes Jahr ist gar nicht so einfach! Zuviel darf es nicht sein, aber wir müssen drei Jahreszeiten abdecken. Mitte bis Ende Oktober kann es in Kanada schon wieder kalt sein. Und es müssen ja nicht nur Kleidungsstücke mit, sondern auch Computer- und Handyzubehör sowie all die tausend anderen “Kleinigkeiten”.

Heute kam per eMail der Bescheid, dass sich die Verschiffung um vier Tage nach hinten verschiebt, da die Reihenfolge der anzulaufenden Häfen sich geändert hat. Gut, dass wir unseren Flug erst am 12. Mai haben! Für uns also kein Problem, für andere vielleicht schon.

Für heute dann nur noch ein Sonnenuntergangsfoto, das Uschi vor ein paar Tagen geknipst hat:

Oste-Panorama   

written by Ingrid
photos taken with iPhone and with Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wunder der Natur

 

Gasometer Oberhausen Während meines Aufenthalts im Ruhrgebiet habe ich mit meinem Bruder und meiner Schwägerin – natürlich – auch etwas „in Kultur gemacht“, im Wortsinne. Ein Element der Ruhrgebiets- bzw. Industriekultur ist der ehemalige Gasometer der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Gasometer OberhausenNach seiner Stilllegung 1988 sollte er eigentlich abgerissen werden. Wegen der immensen Kosten von 1,5 Millionen DM zögerte der damalige Besitzer, die Ruhrkohle AG, den Abriss hinaus und schließlich kaufte 1992 die Stadt Oberhausen das Gebäude und baute es für 16 Millionen D-Mark zu Europas höchster Ausstellungshalle um. Dabei wurde die ursprünglich flexible Gasdruckscheibe auf einer Höhe von 4,20 Metern am Zylindermantel sowie durch Zwischenstützen fixiert und dient nun als zweite Ebene der Ausstellungsfläche, auf der eine Tribüne für 500 Besucher installiert wurde. Außerdem wurden vier Außentreppen errichtet, drei bis zur oberen Ausstellungsebene auf 12 Meter Höhe sowie eine vierte mit 38 Läufen bis zum Dach des Gasometers. In den Treppenturm ist ein Aufzug integriert. Mit einer Höhe von 115 Metern und Grundrissabmessungen von 6,0 Meter mal 8,5 Meter ist es weltweit eine der größten Industrietreppen. Wir zogen den Fahrstuhl vor. 😉

Wunder der Natur Im Innern des Gasometers haben im Laufe der Jahre 14 verschiedenen Ausstellungen stattgefunden, die großen Zulauf hatten. Ganz aktuell seit dem 11. März gibt es nun die Ausstellung “Wunder der Natur”. Auf rund 150 großformatigen Fotografien werden detaillierte Einblicke in die Welt von Tieren und Pflanzen gezeigt. Die Bilder kommen dabei so gehaltvoll daher, dass man glaubt, tatsächlich mitten im Dschungel zu stehen. Auf Monitoren ergänzen Ausschnitte aus der BBC-Filmreihe „Planet Erde“ den Rundgang durch zehn Kapitel Naturschauspiel.

Wunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der NaturWunder der Natur

Der Höhepunkt allerdings ist eine 20 Meter große, durch Projektion echter Satellitenbilder entstandene Erdkugel. Rund 1,5 Millionen Bilder verschiedener Satelliten wurden von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammengetragen, insgesamt benötigten die Computer 115 Tage, um die Animation mit einer Auflösung von 58 Millionen Pixeln zu erstellen. Dieser Erdball schwebt im 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers. Beim Anblick von der Zuschauertribüne aus sind der Wechsel zwischen Tag und Nacht und der Wandel der Jahreszeiten erlebbar. Und wenn man mit dem Innenaufzug bis in den 10. Stock gefahren ist, hat man von oben einen Blick auf die Erde wie Astronauten aus dem Weltraum.

Blick auf die Erde aus dem Weltall

Uns hat es gut gefallen, die Eintrittspreise sind mit € 10 und ermäßigt (auch für Rentner) € 7 sehr akzeptabel. Die Ausstellung dauert bis Ende 2016. Weitere Infos zum Gasometer Oberhausen “hier” und zur Ausstellung “hier” und “hier”.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Panoramabad, Nostalgie-Café und ein Narzissenfest

 
Der Lackdoktor meinte, ich solle mal vorsichtshalber noch in der Nähe bleiben, falls sich matte Stellen bilden würden, er könne dann am Sonntag noch einmal drüberpolieren. Von den drei Stellplätzen, die es in Neviges gibt, empfahl er mir den am Panoramabad. Als gab ich Tommie die nötigen Infos und er führte mich dort hin. Vier separate Stellplätze für Wohnmobile sollte es geben. Bloß war nirgendwo ein entsprechendes Hinweisschild zu sehen. Ein weiterer Teil des Parkplatzes war mit mobilen Durchfahrtspfosten abgetrennt, aber auch dahinter war nichts von Wohnmobilstellplätzen zu sehen. Ich wendete Oscarlotta, stellte sie im absoluten Halteverbot ab und ging zur Kasse des Schwimmbades. Ja, der Stellplatzbereich sei dort unten, wenn ich hinunterführe, würde ich ihn sehen. Ich zweifelte an meiner Wahrnehmung und fuhr noch einmal den Berg hinunter, mit genau dem gleichen Ergebnis! Keine Stellplätze, dafür Durchfahrtspfosten. Ein Stehenbleiben über mehrere PKW-Parkplätze kam wegen des Gefälles nicht in Frage. Also wieder wenden! Oben stand inzwischen ein Eura-Mobil an der Entsorgungsanlage. Der Mann sah mir schon erwartungsvoll entgegen und auf meine Frage, ob er mir sagen könne, wo der Wohnmobilbereich sei, meinte er lakonisch: “Ja, wenn die mal die Pfosten entfernen würden!” Sie wären es Leid, sie hätten sich schon so oft beschwert und auf der Entsorgung würden auch ständig PKWs parken. Seine Frau kam um das Mobil herum und verzog nur das Gesicht. Ich fragte sie, welchen der beiden anderen Stellplätze sie mir empfehlen würden und machte mich auf den Weg. Domparkplatz Nach kurzer Zeit kam ich an einem riesigen, fast leeren Schotterplatz vorbei, dem Domparkplatz. Kurzentschlossen bog ich ab und sah bei der Einfahrt sogar ein Wohnmobilzeichen. Als Parkgebühr waren €2 bis 20 Uhr angegeben, es stand aber nirgendwo, dass das Stehen über Nacht verboten sei. Das Kassenhäuschen war geschlossen, obwohl es erst 15 Uhr war. Ich suchte mir einen geeigneten Platz und ging ins Städtchen. Dort war allerdings tote Hose, mit Mühe fand ich ein einziges Café, das so nostalgisch eingerichtet war, dass es eher ein Museum als ein Café war. Etwas too much!

Nostalgie-CaféNostalgie-CaféNostalgie-CaféNostalgie-Café

Die Nacht war ruhig und am nächsten Tag saß unter einem leuchtendgelben Sonnenschirm ein Parkwächter. Ich marschierte mit 4 Eurostücken zu ihm und erklärte, dass ich zu dem Wohnmobil gehören würde und gerne bezahlen möchte. Nein, ich bräuchte nichts zu bezahlen, es gäbe 3 ausgewiesene kostenfreie Wohnmobilstellplätze hier auf dem Platz, zwei seien ja schon da, somit sei ich der Dritte und alles wäre gut. Ich könne auch Strom haben, wenn ich wolle. Ich sah mich auf dem Platz um, entdeckte aber kein weiteres Wohnmobil! Die Stellplätze seien hier neben dem Haus, wurde mir erklärt. Dort standen zwei eindeutig über den Winter abgestellte Wohnwagen, ein Kastenanhänger und daneben noch ein PKW. Da sei aber doch alles voll, gab ich zu bedenken. Ja, ich hätte ja auch alles richtig gemacht und könne gerne dort stehenbleiben, wo ich stehe! Auch noch eine weitere Nacht? Ja, aber am Sonntag sei das Narzissenfest, da würde der Parkplatz voll und ich evtl. zugeparkt werden. Also stellte ich Oscarlotta abends noch direkt neben die Einfahrt.

Am Sonntag war reger Autoverkehr neben meinem Bett und noch vor dem Frühstück ging ich gegen Mittag zum Fest, das laut Aussage des Parkwächters auf dem Gelände des kleinen Schlösschens sein sollte. Von einem Fest keine Spur! Die ersten Menschen, die ich fragte, sagten, sie suchen auch. Die zweiten meinten, in der Zeitung habe gestanden, dass das Fest um 11 Uhr anfange und sie hätten beschlossen, mal so gegen 13 Uhr hinzufahren. Sie waren auch etwas verwundert! Gegen 11 Uhr hatte ich eine Musikkapelle gehört und gesehen, wie eine Zeit später die Musiker mit ihren Instrumenten wieder zu ihren Autos zurückkamen. Offenbar war das das ganze Fest. Die Stadt hätte noch die vielen Narzissen gepflanzt, meinte ein Mann, Ja, schön, die hatte ich am Samstag schon bewundert. Für ein Fest war das Ganze aber dann doch ein wenig dürftig. Aber das fand ja nicht nur ich! Velbert-Neviges? Da muss ich nicht unbedingt noch einmal hin!

Narzissenfest

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Beim Lackdoktor in Neviges

 

So gut es mir in Hattingen gefallen hat, so ungut war die Ankunft. Die Zufahrt zum Stellplatz war schon schwierig, da man rechtwinklich und eng über einen PKW-Parkplatz fahren muss und in der schmalen Zufahrt noch ein PKW/Hänger-Gespann stand. Ich war also froh, als ich auf dem Stellplatz angekommen war. An Wochenenden, außer vielleicht im Winter, sollte man hier weder anreisen noch abzureisen versuchen. Da ist alles zugeparkt mit PKWs und man hätte keinerlei Chance mehr, um die Kurve zu kommen. Auf der einen Seite ein Baum, auf der anderen auf der Zufahrt parkende Autos.

Ich fand einen einigermaßen ebenen Platz, der groß genug war und dann fiel mir ein, dass ich ja noch ent- und versorgen wollte! Die Entsorgungsstation liegt außerhalb des Platzes am Zaun. Eigentlich hätte ich sie rückwärts anfahren müssen, aber aufgrund der Zufahrtsbedingungen traute ich mich nicht, dort zu wenden. Also schlug ich ein und wollte ganz scharf nach rechts abbiegen. Leider hatte ich den rechten Schrankenpfosten nicht mehr im Kopf, obwohl ich vorher ja durch die geöffnete Schranke auf den Platz gefahren war!!! Es knirschte unschön, ein Geräusch, das ich wohl nicht mehr vergessen werde und dann hatte sich die Schrankenauflage in Oscarlottas Flanke gebohrt! Ich konnte nicht vor und nicht zurück fahren. Im zum Stellplatz gehörenden Haus war niemand, da hatte ich vorher schon geschellt. Also beschloss ich, auf einen mir geeignet erscheinenden PKW-Fahrer zu warten. Der Parkplatz wird von Leuten benutzt, die mit ihren Hunden an der Ruhr spazierengehen wollen. Nach einiger Zeit und nur PKWs mit Frauen kam ein Landrover mit einem Mann um die 40 samt Hund. Ich stellte mich direkt neben seine Tür, er schaute etwas erstaunt und noch erstaunter, als ich sagte, dass ich auf ihn gewartet hätte. Ich erklärte mein Dilemma und bat ihn, zu versuchen, den Pfosten ein wenig von Oscarlotta wegzuziehen. Das erwies sich aber als unmöglich. Ob ich Werkzeug dabei hätte, einen 13er-Schlüssel, dann könne er den Pfosten vielleicht abschrauben. Mein größter Schlüssel war ein 11er! Was jetzt? Am Stellplatz sei niemand. Aber da würde doch jemand laufen! Tatsächlich lief gerade jemand vom Garten aus ins Haus, der Betreiber, wie sich herausstellte, der zu Hause war, aber Mittag gemacht und deswegen auf mein Klingeln nicht reagiert hatte. Er würde Werkzeug holen und kommen! Ich bedankte mich bei dem Landroverfahrer und entließ ihn zu seinem Spaziergang. Der Stellplatzbetreiber, ein noch junger Mann, versuchte, das äußere Rohr abzuschrauben, was aber daran scheiterte, dass es in den Boden einzementiert ist. Ich fragte ihn, ob er nicht das innere Rohr mit der Auflage, an der ich mich festgefahren hatte, losschrauben könne, um die Auflage drehen zu können. Es gab nämlich oben noch einmal zwei Schrauben! Gesagt, getan. Er drehte nicht nur, sondern zog das ganze Teil nach oben raus. Der verbliebene Pfosten drückte aber immer noch gegen die Radkappe der Hinterräder. Der junge Mann zog ihn mit aller Kraft in seine Richtung, ich gab beherzt Gas, fuhr rückwärts und Oscarlotta war frei! Aber leider ziemlich lädiert. Und ich war am Boden zerstört!

Katastrophe in HattingenKatastrophe in Hattingen  

Am Zaun neben der Eingangspforte hing dieses Plakat:

Katastrophe in Hattingen

Wie passend! Leider konnte ich an dem Tag nicht darüber lachen, aber an einem der nächsten Tage rief ich dort an. Ja, das sei durchaus ein Fall für ihn, sagte der nette Mensch am anderen Ende, er käme vorbei und schaue es sich an. Am nächsten Tag meinte er vor Ort: “Das krieg’ ich wieder hin! Ich habe gedacht, es sei schlimmer.” Wir machten einen Termin. Ich könne bei ihm auf dem Gelände über Nacht stehenbleiben, dann wäre auch genug Zeit zum Aushärten der Spachtelmasse und am nächsten Tag würde er lackieren.

Genauso geschah es letzten Donnerstag und Freitag. Zum Glück spielte das Wetter mit, denn die neue Halle, in die auch große Wohnmobile passen, war noch nicht ganz fertig. Und bei Regen lackieren ist sicher nicht erfolgversprechend! Herr Lübeck arbeitete zügig und sorgfältig, schon die Spachtelarbeiten überzeugten mich von seinem Können. Für die Nacht bekam ich einen Torschlüssel, falls ich mich noch in das Nachtleben stürzen wolle (ich wollte nicht) und stand sicher auf einem abgeschlossenen Hof.

gespachtelt

Und so sieht es jetzt aus:

lackiert 1

Ein notwendiger zweiter Lackauftrag, um die Unregelmäßigkeiten zu beheben, kann erst in zwei Wochen erfolgen – und genau das ist jetzt mein Problem! ICH HABE KEINE ZEIT MEHR!!! In zwei Wochen bin ich schon bei Luise und Uschi, wir müssen aus- und ein- und umräumen und am 27. April Fix und Boxi in Hamburg abliefern. Dann noch einmal hierher zurückfahren??? Er könne auch später lackieren, es müsse aber warm sein. Das ist die große Frage, ob es im November noch warm genug ist. Wohl eher nicht!

Falls jemand von euch Herrn Lübecks Dienste in Anspruch nehmen muss oder möchte: Ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Noch eine (heimliche) Liebe

 

Auf meiner Fahrt Richtung Ruhrgebiet habe ich einen kleinen Abstecher nach Siegen gemacht. Dort habe ich studiert – lang, lang ist’s her!!! Siegen ist nicht wirklich gut aufgestellt mit Wohnmobilplätzen, es gibt einen in Siegen-Weidenau mit ganzen drei Stellplätzen und einen dichter an der Innenstadt mit vier Plätzen. Ich entschied mich zunächst für den in Weidenau, weil direkt nebenan ein großes Einkaufszentrum liegt, das ich noch nicht kannte. Die Wohnmobilplätze liegen in einem abgetrennten Bereich des Hallenbadparkplatzes. Natürlich hatte ich die Sorge, dass nichts mehr frei sein würde, aber ich hatte Glück, nur ein Wohnmobil stand schon dort. Stromanschlüsse gab es zwei, also perfekt! Für mich, nicht für den Dritten! Nein, besonders schön ist der Stellplatz nicht und auch nicht sehr ruhig! Dabei störte mich die Hochstraße, unter der Oscarlotta stand und die als laut gekennzeichnet wurde, weniger als die Autotüren schlagenden Hallenbadbesucher. Dafür ist der Platz kostenlos, bleiben darf man allerdings nur 3 Tage/2 Nächte. Das habe ich (nicht absichtlich) fehlinterpretiert und blieb 3 Nächte. Schon am Tag meiner Ankunft hörte ich gegen 20 Uhr, dass jemand am Nachbarmobil klopfte und sich ein Gespräch entwickelte. Als es dann bei mir auch klopfte, machte ich die Tür auf, was mir den Kommentar einer draußen stehenden Frau einbrachte, die meinte, ich sei aber mutig, dass ich öffnen würde. Ich versicherte ihr, dass ich nicht geöffnet hätte, wenn ich allein dort gestanden hätte. Sie stellte sich vor als Vertreterin des freiwilligen Betreuungskomitees der Wohnmobilstellplätze der Stadt Siegen und vor ? Jahren hätte sie bei der Planung und Gestaltung des Platzes mitgewirkt. Sie drückte mir einen kleinen Stadtplan in die Hand und eine Broschüre zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und wünschte mir viel Spaß in Siegen. So etwas hatte ich auch noch nicht erlebt! Am nächsten Tag muss sie auch wieder da gewesen sein, traf mich aber nicht an und steckte mir einen dicken Prospekt über das Sieger- und Wittgensteinerland hinter den Scheibenwischer, den ich aber nicht fand, weil ich meinen Rolladen an der Frontscheibe wegen der Kälte gar nicht hochgezogen hatte. Am dritten Tag kam sie schon mittags, stellte ihr Fahrrad neben Oscarlotta ab, lief nach vorne und kam mit dem Prospekt wieder zurück. Ich hätte den ja noch gar nicht gefunden! In der Broschüre hatte sie auf zig Seiten mit Kugelschreiber und Textmarker alles vermerkt, was ihr wichtig und für mich hilfreich erschien! Ich bedankte mich und sagte, dass ich am nächsten Tag weiterfahren würde, weil meine drei Nächte dann herum seien. Sie klärte mich über meinen Irrtum nicht auf, sondern wünschte mir eine gute Weiterfahrt.

Siegen-Weidenau am HallenbadSiegen (Studentenwohnheim)Siegen (Burgstraße) - Blick vom oberen Schloss auf die OberstadtSiegen (Schlosspark)

Da ich noch nicht weiter wollte, wechselte ich auf den anderen Stellplatz. Vier große (5x10m) Plätze hintereinander, alle leer! Da ich nicht wusste, ob das so bleiben würde, wollte ich Oscarlotta vorsichtshalber umdrehen, um am nächsten Tag nicht evtl. rückwärts wieder rausfahren zu müssen. Am Ende gab es eine einigermaßen ausreichende Möglichkeit, mit zweimal vor und zurück war es bewerkstelligt. Nur stand auf dem letzten Platz, den ich mir ausgewählt hatte, inzwischen ein PKW! Ein älterer Mann mit Dackel stieg aus. Erst wollte ich mich auf den nächsten Platz stellen, beschloss aber dann, ihn – freundlich – zu fragen, warum er seinen PKW auf einem Wohnmobilstellplatz parkt. Er könne ihn auch wegfahren, sagte er, etwas kleinlaut. Ja, das wäre SEHR nett! Er tat es und lief dann mit seinem Hund einmal an den 4 Plätzen entlang und wieder zurück. Ich hantierte mit meinem Stromkabel und er beobachtete mich mit einem Gesichtsausdruck, der besagte, dass er mich für einen Außerirdischen oder so etwas in der Art halten musste. Er hatte sicher noch nie eine Frau mit einem Stromkabelbündel über der Schulter gesehen! 😉

Siegen (An der Alche)

Dieser Stellplatz liegt zwar relativ nah an der City und im Grünen, aber die viel befahrene Freudenberger Straße ist unüberhörbar. Sinnigerweise gibt es auch direkt neben den Plätzen eine Skateranlage! Das stelle ich mir im Sommer recht lustig vor, vermutlich braucht man dann nicht nur wegen der Straße Ohrstöpsel. Die VE-Station ist nicht anfahrbar, einerseits wegen des fehlenden Platzes, andererseits wegen der Steine, die man davor aufgebaut hat. Auch nicht so ganz praktisch! Wie man per Schlauch Wasser tanken soll, wenn man nicht gerade auf dem 1. oder vielleicht noch auf dem 2. Platz steht, erschloss sich mir nicht. Wasser in Kleinmenge gibt es nicht (am Hallenbad auch nicht), also nahm ich meinen leeren Behälter für mein Tee- und Kaffeewasser mit in das benachbarte Lokal “Café del Sol”. Eine tolle Einrichtung, nette Bedienung, guter Kuchen und mein Kanister wurde in der Küche auch befüllt, wenn auch nur halb.

Café del SolCafé del Sol

Auch dieser Stellplatz ist kostenlos, auch hier darf man 2 Nächte bleiben und auch hier gab es Infomaterial hinter den Scheibenwischer geklemmt. Genauere Beschreibungen “hier”.

Ich habe Erinnerungen aufgefrischt, Altbekanntes mit etwas Wehmut betrachtet, Neues erkundet und bin in das Gebäude gegangen, in dem damals das Studentenwohnheim beherbergt war und in dem ich ein winziges Zimmer mit Dusche, Klo und Gemeinschaftsküche auf dem Flur (alle drei) bewohnte. Die erste Zeit allein “in der Fremde”, selbstverantwortlich und weit weg – 100km – von der elterlichen Aufsicht. Zur Erinnerung: Zu meinen Zeiten wurde man erst mit 21 Jahren volljährig und ich war zu Beginn noch keine 19! Ach, es war schön in Siegen!!! 🙂 Dort habe ich auch meinen Führerschein gemacht. Siegen liegt, wie Rom, auf 7 Hügeln und was ich dort besonders gut gelernt habe, ist anfahren am Berg! Das Studentenheim gibt es übrigens immer noch!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Henrichshütte Hattingen – mein grünes Ruhrgebiet :-)

 


 
Das immer noch gängige Vorurteil gegenüber dem Ruhrgebiet, auch Kohlenpott genannt – oder liebevoll einfach POTT – ist immer noch: „Da ist doch alles kohlenstaubschwarz!“. Nein, liebe Leser, DAS STIMMT NICHT (MEHR). Ich wurde 1950 hier geboren und meine Kindheitserinnerungen bis ins junge Erwachsenenalter sind wirklich so. Die Häuserfassaden waren anthrazitgrau, wenn meine Mutter im Sommer Gäste auf der Terrasse bewirten wollte, wurden die Kaffeetassen bis zum Eintreffen der Gäste verkehrt herum auf die Unterteller gestellt. Kohlenstaub war immer in der Luft, verfärbte die draußen zum Trocknen aufgehängte Wäsche, wenn man nicht aufpasste. Die äußeren Fensterbänke hätte man halbstündlich mit Erfolg abwischen können. ABER SO IST ES SCHON LANGE NICHT MEHR!!! Das Zechensterben begann unaufhaltsam bereits 1957/58, ironischerweise wegen eines Überangebots an Kohle, aber auch wegen der sinkenden Ölpreise und erreichte seinen Höhepunkt 1963, als 13 Zechen gleichzeitig geschlossen wurden. Bis 1975 gab es in früheren Bergbaustädten wie Bochum, Essen, Herne oder Wattenscheid so gut wie keine Bergwerke mehr. Aber der Kohlenpott bestand nicht nur aus kohlefördernden Zechen, es gab und gibt auch die Hüttenwerke, in denen aus Eisenerz Eisen wird, die Kokshochöfen, die daran maßgeblich beteiligt sind und die Stahlindustrie, z.B. Thyssen-Krupp. Anfang 2012 waren in Nordrhein-Westfalen noch vier Zechen in Betrieb: das Bergwerk West wurde Ende 2012 und die Auguste Victoria wurde Ende 2015 stillgelegt, Bergwerk Ibbenbüren und Prosper-Haniel werden 2018 folgen. Staatlich subventioniert wird der Abbau von Steinkohle noch bis 2018, danach wird dieses Kapitel in der Geschichte des Ruhrgebiets endgültig abgeschlossen sein.

Viele stillgelegte Zechenanlagen oder Hochöfen sind zu Veranstaltungsorten geworden, Teil der Industriekultur Ruhrgebiet. So hätte der Stahlindustrielle August Thyssen (1842-1926) wohl kaum vermutet, dass eines Tages in seinem zum Landschaftspark Duisburg-Nord umgewandelten Stahlwerk Duisburg-Meiderich Freizeittaucher im Gasometer schwimmen würden! Das wohl bekannteste Beispiel ist die Zeche Zollverein, seit Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Falls es einen von euch mal hierher verschlägt, empfehle ich hier oder anderswo eine Zechenführung, besonders eindrucksvoll als Fackelführung, weitergehende Infos „hier„.

Ich stehe seit einigen Tagen ganz in der Nähe der Henrichshütte in Hattingen. Hattingen hat seit meiner Geburt einen hohen symbolischen Wert, habe ich doch 50 Jahre meines Lebens in der Hattinger Straße in Bochum gelebt. Hattingen hat einen schönen Campingplatz direkt an der Ruhr, der leider erst am 1. April öffnet. So stehe ich auf dem Wohnmobilstellplatz auf der anderen Seite der Ruhr. Hier gibt es 15 Stellplätze, genaueres „hier“ nachzulesen (freies WLAN!!!). In wenigen Schritten ist man an der Bushaltestelle, die Linie 558 fährt direkt in das Stadtzentrum von Hattingen, ein hübsches Fachwerkstädtchen, von wo man Anschluss z. B. nach Bochum (es gibt hier noch Straßenbahnen) und von dort aus in die ganze Welt hat. 😉

Sorry für die vielen Links, aber ihr habt sicher schon gemerkt, dass die Pferde (etwas) mit mir durchgegangen sind! Ich liebe halt meinen „Pott“, hier sind meine Wurzeln. Und da ich schon fast 4 (in Worten: VIER) Jahre nicht mehr hier war, musste es mal wieder etwas ausführlicher sein. Und wie grün es hier wirklich ist, seht ihr auf der Karte oben. Beim Bushaltezeichen an der Ruhr links von der Henrichshütte befindet sich der Stellplatz.

Und jetzt sage ich „GLÜCK AUF„!!!

Stellplatz in Hattingen

 

P. S.: Wer Uschi vermisst, die ist mit Fix und Boxi schon bei Luise an der Oste. Es lohnt sich also, ab und zu auch mal einen Blick dorthin zu werfen. Wer Abonnent/Follower ist, bekommt automatisch eine Benachrichtigung bei neuen Blogbeiträgen.

written by Ingrid