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Adventskalender 2017

 

Es ist eigentlich kaum zu glauben (war nicht gerade noch Sommer???), aber der Dezember naht mit großen Schritten und es wird schon wieder Zeit für den alljährlichen

ADVENTSKALENDER

auf Oscarlotta on tour. Inzwischen eine schöne Tradition seit 2011! Verliebt

Ich habe mir wieder Mühe gegeben und hoffe, dass das Ergebnis euch gefällt und jeden Tag ein wenig Freude macht!!!
Einfach immer auf das aktuelle Foto klicken und warten, was passiert!

Viel Vergnügen!!!

 

 

P. S.: Wer noch Lust, Zeit und Datenvolumen übrig hat, kann ab dem 1. Dezember gerne auch noch „hier“ klicken.

 

Toller Service!?!?

 

An der Mäusefront herrscht Ruhe, wem auch immer sei Dank!!! Smiley Ich bin noch nicht restlos entspannt und die Falle steht nach wie vor im Außenstaufach, aber wohl nur noch bis Sonntag, wenn ich weiterfahre. Danach werde ich mein Augenmerk wieder auf verräterische Spuren richten und nur bei Bedarf aktiv werden (wird hoffentlich nicht nötig sein).

Ich wollte hier in Bad Windsheim eigentlich nur zwei oder drei Nächte bleiben, habe dann aber beschlossen, dass ich erst in Ruhe das Mäuseproblem angehen werde. Außerdem gefällt es mir hier immer wieder gut. Für November ist allerdings noch recht viel los auf dem Stellplatz „PhoeniX-Reisemobilhafen“, aber das liegt sicher daran, dass er an einem Thermalbad liegt. Das zieht zu jeder Jahreszeit, im Winter sicher noch mehr als im Sommer.

PhoeniX-Reisemobilhafen Bad Windsheim

Als ich ankam, war direkt an der Rezeption (unten links, Platz 21) ein großer Eckplatz mit Rasenstück an der Türseite frei und der Nachbar zur Linken war relativ weit weg. Großer Vorteil, das kostenfreie WLAN war hervorragend zu empfangen und es war schnell. Großer Nachteil, ab halb acht morgens ging das Geschnatter hinter meinem Bett los, die Sanitärcontainer sind eben auch in unmittelbarer Nähe. Dann gab es noch einen Notfall-Reparatureinsatz an einer Dachrinne, der mit viel Metallgeschmeiße verbunden war. Durch meine Mäuse war mein Schlafrhythmus aber sowieso gestört, da kam es darauf auch nicht mehr an. Müdes Smiley

Ich hatte bei meiner Ankunft gefragt, ob und wann ich eine Gasflasche tauschen könne, wenn sie leer ist und mir wurden die Winteröffnungszeiten der Rezeption genannt, morgens von 8 bis 11 Uhr und nachmittags von 16 bis 17 Uhr. Über Nacht war die Betriebsflasche dann leer und da ich umständehalber (!) früh auf war, bat ich kurz vor 11 noch um den Austausch. Ich solle die leere Flasche rausstellen und bekäme dann nach 11 eine volle gebracht. Toller Service! Smiley

Als ich mich entschlossen hatte, länger zu bleiben und umziehen musste (siehe Foto oben), weil mein Platz reserviert war, fragte ich, ob man mir die nächste Gasflasche auch auf dem unteren Platzteil bis zum Mobil bringen würde? Ja, kein Problem, hieß es, einfach Bescheid sagen. Toller Service! Smiley

Als ich dann allerdings Bescheid sagte, nachmittags zwischen 16 und 17 Uhr, stellte sich heraus, dass es diesen Service nur morgens gibt! Ich versuchte zu verhandeln, aber es hieß nur, das habe man mir aber schon gesagt (ich konnte mich nicht erinnern) und man sei ja allein in der Rezeption und könne (nicht MÜSSE) sich seine Zeit ja selbst einteilen. Ja, genau, deswegen wäre es doch eigentlich kein Problem und eine nette Geste, in Ausnahmefällen flexibel zu sein. Das sagte ich allerdings nicht laut, sondern dachte es mir nur. Auch der erneute Hinweis darauf, dass ich nun mal kein Frühaufsteher sei, nützte nichts. Die wenigsten Menschen verstehen auch nur ansatzweise, dass es für jemanden ein Problem oder zumindest unangenehm ist, früher aufstehen zu müssen als „man“ es für gewöhnlich tut. Ich habe da einschlägige Erfahrungen! Warum wird denn immer nur derjenige, der lange schläft, komisch angesehen oder mit irgendwelchen „lustigen“ Sprüchen konfrontiert und nie derjenige, der schon morgens zwischen 6 und 7 durch die Gegend läuft? Erzürnt

Es half alles nichts, ich solle einfach am nächsten Morgen kommen, man würde das schon regeln! Ein freundliches Lächeln, ein „Wir sehen uns morgen!“. Ja, wenn ich aufstehe!!! Ich war etwas angesäuert. Aber ich brauchte eine volle Gasflasche. Kurz überlegte ich, Oscarlotta zusammenzupacken und zum nächsten Baumarkt zu fahren. Aber es wurde schon dunkel und ich wusste nicht, wo der nächste Baumarkt ist. Also würde ich wohl in den sauren Apfel beißen müssen und mir den Wecker stellen! Der Gedanke schmeckte mir aber so gar nicht, jetzt, wo ich endlich mäusefrei war und wieder durch- und ausschlafen konnte. Ein klein wenig hoffte ich noch, dass der Platzbetreiber vielleicht doch noch ein Einsehen haben würde, da er sich seine Zeit ja selbst einteilen kann und mir nach 17 Uhr eine Gasflasche vorbeibringen würde. Das hätte ich dann für einen wirklich tollen Service gehalten. Aber natürlich passierte nichts derartiges. Trauriges Smiley

Jetzt wurde der Steinbock in mir munter! Ich befragte Google nach einem Baumarkt im Umkreis und siehe da, keine 10 Minuten zu Fuß gibt es die BayWa!!! Normalerweise müssten die Gasflaschen tauschen. Es war schon zu spät, um dort anzurufen, aber ich ging sehr zuversichtlich ins Bett und stellte den Wecker NICHT! Am nächsten Mittag ergab eine telefonische Nachfrage einen positiven Bescheid, die Sonne schien und ich machte mit der leeren Gasflasche auf meiner Karre einen schönen Spaziergang hin und mit einer vollen Gasflasche wieder zurück. Der Weg führte mich übrigens an der Stelle vorbei, wo ich die letzte Maus ausgesetzt hatte. Viele Sandhaufen sah ich, das Gelände gehört schon zum BayWa Baustoffbereich. Ich hoffe, das Mäuschen findet eine schöne Möglichkeit, den Winter zu überstehen!

Als ich nach einer halben Stunde wieder zurück war und meine Gasflasche angeschlossen hatte, freute ich mich doppelt. Ich hatte €3,51 gespart und ich hatte nicht früher aufstehen müssen! Wobei letzteres noch wesentlich wertvoller für mich ist als das gesparte Geld. Nachtmenschen wie ich werden mich verstehen! Cooles Smiley

SELBST IST DIE FRAU!!!

PhoeniX-Reisemobilhafen Bad WindsheimPhoeniX-Reisemobilhafen Bad WindsheimPhoeniX-Reisemobilhafen Bad Windsheim

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Numero 6!!!

 

Den ganzen Tag tat sich nichts! Ich bin jede Stunde kontrollieren gegangen, trotz des grauenvollen Wetters, das hier gerade herrscht. Die Heckklappe konnte ich immer nur einen Spalt aufmachen, sonst hätte der Sturm mir meine kunstvolle Konstruktion zerstört. Deswegen konnte ich zwar feststellen, dass aktuell keine Maus in der Tüte war, aber ich konnte nicht nachsehen, ob die Tüte evtl. schon wieder leergefressen war. Dieser Maus traute ich ja inzwischen alles zu! Nach der Falle im Außenstaufach mochte ich schon gar nicht mehr schauen. Enttäuschtes Smiley Ja, ich weiß, dass Mäuse nachtaktiv sind und hoffte einfach, dass sie irgendwo in den Tiefen von Oscarlotta schläft. Wer schläft, kann nichts zernagen! Aber auch gegen Abend blieb alles so, als ob es gar keine Maus mehr gibt. Wäre das schön!!! Ich gehe nämlich langsam auf dem Zahnfleisch, rechne bei jeder Schublade oder Schranktür, die ich öffne, damit, dass mich eine Maus anstrahlt. Suche überall als erstes nach Kötteln. Und mein Schlafdefizit ist inzwischen auch erheblich. Nicht zu vergessen die Sorgen, die ich mir mache, was diese Maus/Mäuse alles beschädigen könnten oder vielleicht schon haben. Und sie müssen dringendst raus, bevor sie untereinander anfangen, sich zu vermehren. Schon nach 6 Wochen! Man stelle sich das mal vor. Drei Wochen sind sie lebensuntüchtige Babies, die gesäugt werden und weitere drei Wochen später sind sie geschlechtsreif!

Meine Stimmung verschlechterte sich mit jedem erfolglosen Kontrollgang. Inzwischen war es kurz vor 21 Uhr. Bei der letzten Sichtung war ich mehr denn je überzeugt davon, dass die Tüte längst leergefressen war. Um 22 Uhr würde ich alles reinholen und für die Nacht wieder hier aufbauen.

UND PLÖTZLICH KNALLTE ES!!!

Wenn ich nicht ruhig in meinem Sessel gesessen und gehäkelt hätte, wäre es mir womöglich sogar entgangen. Ich stellte die Falle nämlich seit kurzem auf eine Pappunterlage, damit weder Flocken noch Köttel in meine Stauboxen fallen.

Ich stürzte nicht sofort los. Es gab nämlich zunächst keine weiteren Geräusche. Das bedeutete entweder, die Maus ist noch entwischt oder sie hat es nicht überlebt. Beides bedurfte keiner Eile. Ich war mir auch nicht ganz sicher, was mir lieber gewesen wäre. Nach ca. 5 Minuten ging dann plötzlich das Gerappel los, was ich von der ersten gefangenen Maus schon kannte. Wahrscheinlich hat das Mäuschen erstmal in aller Ruhe gefressen. Smiley Jetzt wurde ich aktiv! Zog mir feste Schuhe an, eine warme Jacke, die Regenjacke drüber, nahm eine große Plastiktüte mit, das iPhone und eine Taschenlampe. Die Maus randalierte! Und als ich die Staufachklappe öffnete und Licht machte, drehte sie fast durch vor lauter Angst. Ich hatte eine riesige Maus erwartet, es war aber wieder nur ein Mäuschen. Nicht so klein wie die „Drillinge“, vermutlich Maus-Normalgröße, aber ob das nun die war, die sich letzte Nacht aus der Waschmittelbox befreien konnte??? Aber erst einmal egal, ich hatte Maus Nummer 6 gefangen! Unser beider Adrenalinspiegel stieg noch etwas an, bis die Falle samt Maus in der Plastiktüte war und dann machten wir einen kleinen Abendspaziergang in Regen und Sturm. Diese Maus wollte ich nicht einfach neben Oscarlotta freilassen, die war mir zu clever und ich war ja auch noch nicht im Nachthemd. Zwinkerndes Smiley

Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?

Wir liefen, d. h., ich lief bis zur Hauptstraße, überquerten sie und dann ging es noch ein ganzes Stück eine Siedlungsstraße entlang. An einem Brachgelände machte ich ein Abschiedsfoto und öffnete die Klappe ein kleines Stück. Wie der Blitz war die Maus draußen! Und lief zum Glück weiter nach vorne. Blieb immer wieder kurz stehen, um dann weiterzulaufen. Ich glaube, sie war etwas orientierungslos. Entweder sie ist auch in Oscarlotta geboren worden und war noch nie woanders oder sie fand es einfach nur unangenehm kalt im Gegensatz zu ihrem bisherigen warmen Zuhause. Ich machte schleunigst kehrt und ging schnellen Schrittes zurück, nicht ohne mich ab und zu umzudrehen und zu vergewissern, dass sie nicht hinter mir her läuft. Zwinkerndes Smiley

Und tschüss, pass auf dich auf!!!

Ich bin erleichtert, aber ich bin noch nicht unbeschwert. Traue dem Frieden noch nicht. Ich werde auch heute Nacht wieder alles aufbauen, die neue Konstruktion und auch die Falle, diesmal alles im Wohnraum. Ganz ruhig werde ich sicher auch diese Nacht noch nicht schlafen! Ich habe einfach schon zu oft gedacht, dass das jetzt die letzte Maus war… Ach, was wäre das schön, wenn es diesmal so wäre!!! Verliebt

Wenn ich mir auf den Fotos die Füße anschaue, dann denke ich, dass es eine absolut erwachsene Maus ist. Vielleicht doch die Mäuse-Mama? Und jetzt, wo klar ist, dass eben doch ein Wurf Junge in Oscarlotta geboren worden sind, verstehe ich auch dieses Zerfetzen von Papier und Servietten zu kleinsten Fitzelchen. Wahrscheinlich sollten das Nester werden!?

Nestbau???Nestbau???

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kein Erfolgserlebnis :-(

 

Als ich ins Bett ging, fing es an zu stürmen und heftig zu regnen. Mist! Ich würde so nicht hören, wenn eine Maus in der Tüte ist. Sie würde ein weiteres Loch nagen (das erste hatte ich überklebt) und verschwinden. Ich konnte nicht einschlafen, wegen des Regens und wegen meiner Gedanken. Ich musste für eine Verstärkung sorgen. Eine zweite Tüte darüberziehen? Dann würde das Durchnagen schon einmal etwas länger dauern. Besser wäre, die Tüte in einem Eimer zu deponieren. Mein Eimer ist in der Heckgarage. Anziehen und in Regen und Sturm bei Eiseskälte raus, nur um einen Eimer zu holen? Wo es so schön kuschelig warm in meinem Bett ist? Aber es half ja nichts, ich musste etwas tun. Mir fiel die Waschmittelbox ein, in der ich Bastelmaterial lagere. Die stand hinter dem Beifahrersitz. Ich schichtete den Inhalt um in eine andere Plastiktüte. Sollte ich nun die Box nach innen oder nach außen tun? Ich entschied mich für ersteres. Die Tüte passte so gerade darüber und stand noch so weit über, dass ich sie wieder auf der Arbeitsfläche der Küche festkleben konnte. Den Deckel beschwerte ich mit dem Müslibehälter, als kleinen Anreiz für die Maus. Zwinkerndes Smiley

neue Konstruktion

Die Box ist innen mindestens so glatt wie die Tüte und die Wände sind starr, sodass es noch unmöglicher sein würde, da wieder raus zu kommen. Und ein Loch rein nagen geht gar nicht. Wobei ich gestern entdeckt habe, dass die Maus/Mäuse alles daran setzen, den Vorratsbehälter mit dem Grieß zu knacken. Ich wunderte mich über die feinen weißen Krümel im Außenstaufach und bei genauerem Hinsehen fand ich dies:

Vorratsbehälter, angenagt

Ich füllte die Box mit den Müsliflocken aus der Tüte und ging zurück ins Bett. Und schlief ziemlich sofort ein. Smiley

Maus kann kommen!

Irgendwann wurde ich wach! Die Uhr zeigte 7:20! Ich hörte nichts. Trotzdem stand ich auf, nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Box hinein. Kein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Aber auch keine Müsliflocken waren zu sehen. Die Box war leergefressen!!! So eine verfluchte Sch…!!! Wie war diese verflixte Maus da wieder rausgekommen?!?! Die Box ist 25cm hoch. Das kann nur eine große Maus schaffen. Also das Muttertier??? Dann ist sie nicht nur groß, sondern auch verdammt clever, zielsicher, risikofreudig, hartnäckig und kämpferisch. Und hungrig. Das wird wohl der einzige Vorteil für mich sein, nur darüber kann ich sie kriegen, wenn überhaupt. Verwirrtes Smiley

LEER(GEFRESSEN)!!!

Eine neue Strategie musste her! Die Höhe musste vergrößert werden ohne dass die Sicherheit verloren geht. Ich tüftelte eine Weile und so sieht die Konstruktion jetzt aus, die tagsüber wieder in der Heckgarage bleibt. Jede Stunde schaue ich nach! Ich hoffe, dass die Maus es aus der Tüte heraus nicht schafft. Wenn sie wieder ein Loch hinein nagt, landet sie in der Box. Das ist dann noch ein Stück tiefer. Aber aus der Box heraus kommen kann sie ja, wie ich weiß. Allerdings hängt die Plastiktüte ein Stück da rein. Es wird also reine Glücksache sein, dass ich den richtigen Zeitpunkt erwische. Vielleicht sollte ich mich in die Heckgarage setzen??? Enttäuschtes Smiley

neueste Konstruktion

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Etwas kürzerer Beitrag mit Fotos :-)

 
 
Das Mäuseproblem fing an, mir unter den Nägeln zu brennen! Mit jeder Nacht, mit jedem Tag, mit jeder Stunde, die verging, ohne dass ich die Maus/Mäuse fing, gab ich ihnen Gelegenheit, nicht kontrollier- und absehbare Schäden an Oscarlotta zu verrichten. Es musste dringendst etwas geschehen, das erfolgversprechender war als die Falle. Töten wollte ich die Tiere allerdings immer noch nicht, aus ethischen Gründen und weil ich Tiere im Allgemeinen und Mäuse im Besonderen mag. Smiley Das wird sicher nicht jeder unter unseren Lesern verstehen, aber das ist ja auch nicht nötig! Mir kam eine Idee! Uschi hatte mir erzählt, dass sie, als ich oben außerhalb des Campingplatzes gestanden hatte, aus Versehen einer Maus zum Ableben verholfen hatte. In unserem Blech-Gartenhäuschen sind immer mal wieder Mäuse, vor allem wenn wir im Frühjahr auf die Schwäbische Alb zurückkommen, finden wir Spuren von ihnen. Gerne zernagen sie alles, was aus Stoff ist, Arbeitskleidung oder Gartenhandschuhe. Jedes Mal, wenn diesen Sommer und Herbst jemand von uns das Häuschen betrat, huschte hörbar eine Maus davon. Das störte uns aber nicht weiter, denn dieses Häuschen mäusesicher zu machen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir ließen einfach nichts über den Winter liegen, was uns wichtig war.
Von unserer Spanien-Tour hatten wir eine besonders schöne und stabile Plastik-Einkaufstasche mitgebracht. Die war ein wenig feucht geworden und Uschi hängte sie im Häuschen zum Trocknen an einen Haken. Nach zwei Tagen nahm sie sie ab um sie zusammenzulegen und zu verstauen und wunderte sich, dass sie relativ schwer war. Ein prüfender Blick hinein erbrachte eine tote Maus! Die Tasche wird wohl nach Lebensmitteln gerochen haben, die Maus kam rein, aber nicht wieder raus. Was ich allerdings nicht verstehe, jetzt wo ich weiß, was für Nagekünstler Mäuse sind, ist, dass sie lieber gestorben ist als sich freizunagen! Wie dem auch sei, mir fiel in meiner aussichtslosen Situation diese Begebenheit ein. Ich suchte mir eine kräftige Plastiktüte aus meinem Fundus aus, bestückte sie mit etwas Müslimischung und klebte eine der oberen Seiten mit einem Stück Klebeband auf der Küchenanrichte fest. Es müsste eigentlich unmöglich für eine Maus sein, da wieder herauszukommen. Die Frage war nur, ob sie überhaupt den freien Fall in die Tüte wagen würde. Aber sicher sind Mäuse, so intelligent sie auch sein mögen, nicht in der Lage, eine solche Situation auf ihre Gefährlichkeit hin abschätzen zu können. Ich musste es auf jeden Fall versuchen! Und ich hoffte, dass ich wach werden würde, bevor eine Maus sich doch befreien könnte.

alternative Mausefalle

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 1:40! In der Tüte raschelte es. Mein Herz schlug etwas schneller. Ich nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Tüte hinein. Ein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Es blieb einfach sitzen, so als wollte es sagen, dumm gelaufen, ich komm hier nicht mehr raus, aber du tust mir ja nichts, oder? Als ich die Tüte samt Klebestreifen von der Küchenarbeitsplatte abzog und zur Tür transportierte, rannte sie in der Tüte aufgeregt ein wenig hin und her. Im Nachthemd öffnete ich die Tür und ließ die Maus samt der nicht gefressenen Müsliflocken aus der Tüte in die Freiheit rutschen. Das konnte ich ja jetzt tun, da alle Lochzugänge zu Oscarlotta verschlossen waren. Okay, den einen hatte ich wieder aufgeschnitten, aber der führt nur in einen geschlossenen Kasten, von dem aus keine Verbindung zum Inneren von Oscarlotta besteht. Ich füllte die Tüte neu, klebte sie wieder fest und ging zurück ins Bett.

KEIN FOTO VON MAUS NR. 1

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 4:10! In der Tüte raschelte es. Ich nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Tüte hinein. Ein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Es blieb einfach sitzen, so als wollte es sagen, dumm gelaufen, ich komm hier nicht mehr raus, aber du tust mir ja nichts, oder? Als ich die Tüte samt Klebestreifen von der Küchenarbeitsplatte abzog und zur Tür transportierte, blieb sie in der Tüte ganz ruhig sitzen. Im Nachthemd öffnete ich die Tür und ließ diese zweite Maus samt der nicht gefressenen Müsliflocken aus der Tüte in die Freiheit rutschen. Ich füllte die Tüte neu, klebte sie wieder fest und ging zurück ins Bett.

Maus Nr. 2

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 7:45! In der Tüte raschelte es. Ich nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Tüte hinein. Ein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Es blieb einfach sitzen, so als wollte es sagen, dumm gelaufen, ich komm hier nicht mehr raus, aber du tust mir ja nichts, oder? Als ich die Tüte samt Klebestreifen von der Küchenarbeitsplatte abzog und zur Tür transportierte, rannte und sprang es in der Tüte herum wie von der Tarantel gestochen. Fast wäre es herausgehüpft! Interessant, dass es auch bei Mäusen so unterschiedliche Wesensarten oder Charaktere gibt! Zwinkerndes Smiley Im Nachthemd öffnete ich die Tür und ließ diese dritte Maus samt der nicht gefressenen Müsliflocken aus der Tüte in die Freiheit rutschen. Zum Glück war noch keiner meiner Nachbarn zu dieser frühen Stunde unterwegs, der sich hätte wundern können über eine Frau im Nachthemd, die eine Plastiktüte ausschüttelt. Smiley mit geöffnetem Mund Ich füllte die Tüte neu, klebte sie wieder fest und ging zurück ins Bett.

KEIN FOTO VON MAUS NR. 3

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 11:45! In der Tüte raschelte es nicht. Ich brauchte keine Taschenlampe mehr, um zu sehen, dass in der Tüte nur Müslimischung war, keine Maus.

War es das jetzt? 5 Mäuse? Die letzten drei waren eindeutig noch sehr klein. Also hatte doch eine Mäusin bei mir in Oscarlotta ihre Jungen zur Welt gebracht? Zwischen der ersten (die mir an der Wand entlang laufend so groß vorgekommen war = vielleicht trächtig?) und der zweiten Maus lagen 6 Wochen. Das reicht, um zu gebären und die Jungen großzuziehen. Natürlich habe ich mich inzwischen etwas schlau gemacht. Die Tragezeit beträgt bei Mäusen drei Wochen und ebenfalls drei Wochen werden sie gesäugt. Das würde also passen! Die zweite Maus, die sich in der Falle stranguliert bzw. guillotiniert hat, habe ich mir nicht so genau angeschaut, aber sie war auch eher klein. Eine Maus kann im Jahr bis zu achtmal 3 bis 8 Junge werfen und die werden mit sechs Wochen geschlechtsreif. Habe ich nun die Muttermaus auch gefangen oder gibt es sie noch??? Sie kann nicht die erste gefangene Maus gewesen sein, denn wenn sie da ihre Kinder schon geboren gehabt hätte, hätten die nicht überlebt. War die erste Maus vielleicht der Mäusepapa? Es ist ganz unmöglich, dass diese winzigen Mäuschen, die ich letzte Nacht gefangen habe, Walnüsse über größere Distanzen transportieren können! Aber Mama und Papa hätten das wohl geschafft. Ich muss mal eben raus, im Außenstaufach nach der Falle schauen (sie steht da nach dem Motto: doppelt hält besser) und die Tüte, die den Tag über in der Heckgarage gehangen hat, für die Nacht wieder hereinholen.

Ich bin wieder da. Die Falle ist leergefressen! Die Tüte ist nicht leergefressen, hat aber ein Loch!!! Erstauntes Smiley

erfolgreicher Befreiungsversuch

Erwähnte ich schon, dass ich während meiner Steinhauszeit in meiner Dachgeschosswohnung (!) zwei Mäuseserien hatte mit jeweils weit über 100 Mäusen??? Erstauntes Smiley Erstauntes Smiley Erstauntes Smiley

ES BLEIBT SPANNEND!!!

(Ich höre sie übrigens gerade, sie ist/sind schon ganz in der Nähe!)

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ein langer Beitrag ohne Fotos :-(

 
 
Die zweite Maus hatte dieselben Angewohnheiten wie die erste. Sie schlief auf den Putzlappen in der Heckgarage, sie lief durch die Besteckschublade, sie zernagte die Kartonverpackung der Brühwürfel. Und sie fraß die Falle leer, ohne dass diese zuklappte!!! Konnte es sein, dass die ausgesetzte Maus den Weg zurück gefunden hatte??? Katzen können das ja, über hunderte von Kilometern. Aber Mäuse? Auf dem Rückweg durch Lauterburg hätte es doch …zig erfolg- und futterversprechende neue Behausungen gegeben. Also hatte doch eine zweite Maus den Weg in Oscarlotta gefunden? Weil sie gerochen hatte, dass schon eine Artverwandte da drin (gewesen) war? Ich stellte die Falle gefüllt in das Außenstaufach. Drei Nächte hintereinander wurde sie leergefressen. Ich sah ein, dass es so nicht funktioniert und stellte die Falle in die Heckgarage neben den Mäuseschlafplatz. Das fand die Maus offenbar besonders „kundenfreundlich“ und fraß sie schon am frühen Abend leer. Jetzt nahm ich die Falle mit in den Wohnraum und ließ sie über Nacht vor der Couch stehen, direkt neben den Öffnungen zum Vorratsstaufach. Um 1:15 Uhr, ich war gerade erst ins Bett gegangen, knallte die Falle zu!!! Mein Herz raste! Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, stand ich auf, denn es waren keine rappelnden Geräusche zu hören. War es der Maus gelungen, die Falle rechtzeitig zu verlassen? Dann musste sie neu gefüllt und wieder aktiviert werden. Bei eingeschaltetem Deckenlicht war klar, nein, es war der Maus nicht gelungen. Die herunterfallende Klappe hatte sie beim Herauslaufen direkt hinter dem Kopf erwischt! Also ist auch eine Lebendfalle kein Garant für (unbeschädigtes) Leben. Zum Glück war kein Blut zu sehen, aber auch so fand ich die Situation schon schrecklich genug!!! Einen Moment lang war ich nur geschockt, angeekelt und hilflos. Dann sagte ich mir, dass ich da jetzt durch muss, atmete tief ein, gab mir einen Ruck und packte die Falle mit spitzen Fingern an, sah nicht so genau hin und brachte sie nach draußen. Nein, diese Maus habe ich nirgendwo mehr hingefahren. Enttäuschtes Smiley

Obwohl der Erfolg nicht so war, wie ich es mir gewünscht hatte, war ich froh, dass ich die (letzte?) Maus noch gefangen hatte, denn am nächsten Tag hatte ich den Werkstatttermin bei IVECO. Beim Abschiedskaffeetrinken bei Maiers kam die Frage auf, wieviele Junge eine Maus eigentlich kriegt? NEIN!!! Sollte etwa nicht eine zweite Maus den Weg nach innen gefunden haben, sondern sie war schon die ganze Zeit da? Und mit ihr noch ein paar Geschwister??? Und war die erste Maus, als sie an der Wand entlang lief, mir deswegen so viel größer vorgekommen, weil es die Muttermaus war und ich bisher nur zwei ihrer Kinder gefangen hatte? Wie oft vermehren sich Mäuse??? Aber ich hatte die Falle ja wieder aufgestellt und sie war nicht mehr leergefressen worden. Ich versuchte, die Gedanken zu verdrängen und hatte auch erstmal anderes zu tun. Zuerst fuhr ich zum Bauhaus, eine Flasche Gas tauschen, dann zum Reifenhändler, die Radmuttern nachziehen lassen und dann zur Firma Wellkawee, die bei LKWs, Bussen, Militärfahrzeugen etc. Wartungen und Reparaturen macht. Oscarlotta hat den kleinsten IVECO-LKW-Motor. Die Hupe hupte nicht mehr und der Meister wollte nachschauen, ob für den nächsten Tag eine neue bestellt werden müsste. Er fummelte ein wenig im Motorraum herum und siehe da, es hupte! Oscarlotta wurde ein Plätzchen freigeräumt, neben der Böschung zur obenverlaufenden B19, nicht ganz ruhig, aber machbar, die Werkstatttore wurden geschlossen und ich ging um 22 Uhr ins Bett.

Um 7:30 (!!!) Uhr sollte es losgehen! Enttäuschtes Smiley Zwei Minuten vorher waren Oscarlotta und ich einsatzbereit, um fünf nach halb kam ein Mensch mit Plastikfolien zum Schutz des Teppichbodens auf uns zu. Es ging zuerst auf den Bremsenprüfstand und zur Abgasuntersuchung. Das Diagnosegerät bei Oscarlotta anzuschließen ist jedesmal ein Akt. Der große und stämmige Werkstattmensch gab nach verzweifelten Versuchen, sich in den Fußraum vor dem Fahrersitz zu zwängen, auf und so musste der Meister selbst ran. Der war klein und schmächtig, was manchmal ein Vorteil ist. Aber auch er stöhnte und es dauerte, bis er eine geeignete Position gefunden hatte. Es geht nämlich nur der Länge nach halb auf dem Rücken liegend, die Beine abgewinkelt im Gang. Und Oscarlotta hat nun einmal keine Fahrertür.

Die AU war erfolgreich. Schlimm ist immer der Bremsenprüfstand. Besonders schlimm, wenn man, wie ich in diesem Fall, mit im Fahrzeug ist. Da aber alle Gewürzdosen an ihrem Platz blieben und keine Schranktür aufflog, wusste ich, dass alles gut gesichert ist. Es hört sich nur immer so schlimm an, wenn alles scheppert und klappert und man das Gefühl hat, dass das Fahrgestell gleich durchbricht. Enttäuschtes Smiley

Anschließend fuhr ich Oscarlotta in die Werkstatthalle über die Grube. Ein netter junger Mechaniker hörte sich meine Mäusegeschichte an, wurde vom Meister über alle abzuarbeitenden Vorgänge instruiert, ich kletterte mit die etwas deformierte Treppe hinunter und wir suchten zu dritt mit Hilfe einer starken Taschenlampe den gesamten Unterboden ab. Ein erstes Loch (Rohr) fand sich auf der Hälfte des Fahrgestells auf der Beifahrerseite, kurz hinter der Trittstufe. Direkt neben der Schürze, umgeben von Kabeln und Rohren, perfekte Einstiegshilfen. Wo geht dieses Rohr hin? Links vom Einstieg steht der Kühlschrank, es könnte also ein Entlüftungsrohr sein? Unter dem Kühlschrank ist die Schublade, in der die erste Maus so gewütet hatte. Klingt zwar logisch, aber wo kann die Maus aus dem Rohr raus? Auf der gegenüberliegenden Seite ein zweites Loch, 10-15cm im Durchmesser. Keine Einstiegshilfen rundherum, hier konnte keine Maus reinkommen, es sei denn, sie hätte eine Leiter dabei. Machen wir trotzdem zu, sagte der Mechaniker. Wie? Machen wir ein Lochblech drüber bzw. drunter. Sonst fanden wir nichts. Können sie über den Motorraum rein? Der Meister meinte, nein – unmöglich, da ist alles zu. Da laufen zwar Kabelstränge, aber die sind spritzwassergeschützt abgedichtet. Da kommt keine Maus durch. Wissen das die Mäuse??? Enttäuschtes Smiley

Ich ließ die Männer arbeiten und ging in die Stadt. Der Weg war weit und ich wollte eigentlich mit dem Bus fahren. Der fuhr aber zwischen 9 und 11 Uhr nicht. Also laufen! Ich war noch nie um 10 Uhr morgens in Aalen unterwegs. Es war Wochenmarkt und es war voll! In meinem Bäckereicafé, wo ich frühstücken wollte, war kein Platz mehr zu bekommen. Also ging ich erst einmal in den Buchladen, trank dort einen Latte Macciato und nutzte das hauseigene WLAN. Ich wollte Karten für meine Navigations-App herunterladen, hatte extra eine 32GB-Speicherkarte gekauft. Der Verkäufer hatte gemeint, ich wolle die aber nicht in mein iPhone einlegen??? Irgendwie trauen die jungen Leute älteren Menschen, insbesondere Frauen, kein technisches Verständnis zu. Vermutlich aber zu Recht. Zwinkerndes Smiley Nein, ich möchte Uschis ausrangiertes Android-Smartphone als Navigationsgerät nutzen. Die Speicherkarte wurde erkannt, es konnte aber nicht darauf zugegriffen werden, warum auch immer! Ein bug in dieser Android-Version, hieß es, Google machte mir aber keinen Lösungsvorschlag außer rooten. Na klasse! Ich hatte ein kostenloses WLAN, ich hatte jede Menge Zeit, einen Kaffee und es war warm. Und ich konnte nicht auf die SD-Karte zugreifen. Rundherum fröhliche Menschen, die sich am Markttag auf einen Plausch und ein Käffchen treffen. Und ich sitze da und bin frustriert. Und müde! Müdes Smiley

Gehe ich halt zu Mittag essen, direkt nebenan in einem Bistro-Restaurant. Es gab noch genau einen kleinen freien Tisch! Und es gab ein vegetarisches Mittagsgericht, Reis mit Gemüse in Currysoße. In der Grundversion schon €9,90, aufgestockt werden konnte es mit Fleisch oder Scampi. Ich bestellte es ohne alles. Es war lecker, aber völlig überteuert für die Menge! Eine Tasse Basmati-Reis, ein paar Möhrenscheibchen, etwas Paprika, zwei Brokkoliröschen, drübergestreut viel Rucola, damit alles nach viel aussieht. Materialwert? Nicht der Rede wert! Ich empfand es als Unverschämtheit. Oder war ich nur zu empfindlich, zu kritisch, zu unleidlich? Aber fast 10 Euro für wenig Reis, wenig Gemüse, wenig Soße? Auf jeden Fall eine gute Gewinnspanne. Enttäuschtes Smiley

Ich machte mich so langsam auf den Rückweg. Am Busbahnhof gelang es mir nicht, die richtige Buslinie zu erfahren. Der Busfahrer kannte nur das Industriegebiet, aber keine Industriestraße. Google Maps konnte mir auch keine Auskunft geben. Und da ich die Faxen jetzt sowieso schon dicke hatte, lief ich auch den Rückweg zu Fuß. Hatte den Vorteil, dass ich bei ATU vorbeikam und mir noch ein Döschen Bremsenreiniger kaufen könnte. Den brauche ich zum Durchspülen meiner neuen Gasfilter. Es gab aber bloß riesige Sprayflaschen, weil man ja immer beide Bremsscheiben reinigen müsse. Das will ich aber doch gar nicht! Enttäuschtes Smiley Als ich wieder bei Wellkawee ankam, war es 14 Uhr und meine Füße waren platt. Ich setzte mich in den Aufenthaltsbereich, irgendwann fuhr Oscarlotta aus der Halle und nach einiger Zeit fuhr sie wieder rein. Um 15 Uhr bekam ich alle Unterlagen ausgehändigt und der junge Mechaniker sagte, er habe im hinteren Bereich von Oscarlotta noch ein drittes Loch gefunden und alle drei mit Gitterblechen verschlossen. Da käme jetzt keine Maus mehr rein! Leider konnte ich nicht mehr nach unten, um zu schauen, wo das dritte Loch, was wir ja vorher nicht gesehen hatten, ist, weil Oscarlotta schon draußen stand. Alle Arbeiten seien erledigt, es habe keine Beanstandungen gegeben, die Rechnung würde mir zugeschickt (der Chef wolle immer drüberschauen, sei heute aber nicht im Hause), ich könne fahren. Dem jungen Mann musste ich ein Trinkgeld regelrecht aufzwingen!

Schon bei den ersten Metern ein helles Piepen, das vorher nicht da gewesen war. Es war nicht besonders laut, aber vernehmbar. Nach 200 Metern fing es an zu klappern oder besser, metallisch zu scheppern. Enttäuschtes Smiley Ich dachte, dass ich gerade an irgendeiner Firma vorbeifahre, ich war ja noch im Industriegebiet. Das Scheppern hörte aber nicht auf. Außerdem war der Monitor der Rückfahrkamera in Dauerbetrieb und das Autoradio wurde mit der Schaltung zusammen eingeschaltet. Das Radio ist schon ewig nicht mehr in Ordnung, lässt sich manuell nicht mehr ausschalten, geht aber nach einer Stunde automatisch aus. Im Fahrbetrieb allerdings nicht. Am nächsten Kreisverkehr drehte ich um und fuhr zur Firma zurück. Der Meister war ratlos, er habe doch eine Probefahrt gemacht! Und an der Rückfahrkamera bzw. am Monitor sei doch gar nichts gemacht worden. Und am Radio auch nicht!!! Er verschwand im Motorraum und stellte fest, dass der Keilriemen (?) der Fahrerhausklimaanlage nur noch ganz dünn sei oder schon abgerutscht sei oder auch nicht, ich habe es nicht so genau verstanden, was er mir alles erzählt hat. Die Klimaanlage stand auf der Mängelliste, sie hatte nicht mehr funktioniert. Enttäuschtes Smiley Eventuell habe meine (kurze) Fahrt jetzt auch den ??? beschädigt, dann müsse der noch ausgetauscht werden (Kondensator?). Ich konnte nicht mehr zuhören. Und fuhr Oscarlotta wieder in die Halle. Dort stand schon ein Bus und ich konnte nicht weit genug vorfahren, dass die Treppe nach unten zugänglich gewesen wäre. Der Mechaniker turnte immer über einen Werkzeugwagen nach unten. Ich konnte also wieder nicht nach dem dritten Loch schauen. Es dauerte! Offenbar war aber nichts weiter kaputt. Es wurde ein neuer Keilriemen aufgezogen, aber dafür dauerte es verdammt lange. Ich bestand darauf, dass das Problem mit dem Monitor und dem Radio noch gelöst wurde. Schließlich war beides vorher nicht so gewesen und nach einem Werkstattbesuch sollte ja eigentlich alles besser und nicht schlechter sein. Wenn es Frauen unter unseren Lesern gibt, die allein mit ihrem Fahrzeug in die Werkstatt fahren, dann wissen sie sicher, wie Werkstattmänner Frauen anschauen, wenn die eine Beanstandung äußern. Enttäuschtes Smiley Man habe doch gar nichts daran gemacht, hörte ich wieder. Aber es war vorher nicht so, entgegnete ich wieder. Das Monitorproblem wurde durch etwas Hin- und Herklicken gelöst. Für das Radio musste die Bedienungsanleitung herhalten. Die sagte, dass das Gerät bei eingeschalteter Zündung ausgeschaltet werden müsse, damit es sich danach nicht automatisch wieder einschaltet. Es lässt sich aber doch nicht mehr ausschalten! Der Meister persönlich gab alles! Ohne Erfolg. Gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit? Es muss doch auch irgendetwas den neuen Zustand bewirkt haben! Meine Fragen stießen auf taube Ohren. Wenn Frauen unter unseren Lesern sind, die… (siehe oben). Enttäuschtes Smiley Um 16:30 Uhr bestand ich darauf, dass dieses Problem NICHT mehr zu lösen versucht werden sollte, ich würde das Radio eben leise stellen, wenn ich es nicht hören will und beim Ausschalten der Zündung würde es ja automatisch ausgehen. Der Meister drückte noch ein letztes Mal und das Radio ging aus!!! „Der Meister hat’s geschafft!“ jubelte der junge Mechaniker. Ich jubelte nicht, ich war nur noch genervt. Dann endlich wurde ich auf Probefahrt geschickt. Ob ich das allein machen könne oder solle der Meister mitfahren? Konnte ich allein. Und es hörte sich alles gut an, so wie gewohnt. Wenn alles in Ordnung sei, bräuchte ich nicht mehr in die Halle zu fahren, er könne dann so nachschauen, hatte es geheißen. Was der Meister im Motorraum sah, schien ihn zufriedenzustellen und um fast 17 Uhr konnte ich ENDLICH fahren!

Schon die Zufahrt zur B7 war zu. Auf der Autobahn lief es dann, da aber viel Verkehr war, blieb ich zwischen den LKWs. Ich war so müde! Und hungrig. In Feuchtwangen beschloss ich, Schluss zu machen. Die App „park4night“ listete einen kostenfreien Stellplatz mit 6 Plätzen auf, von Google Maps ließ ich mich direkt aus der App heraus hinführen. Ein wirklich gut angelegter Platz mit parzellierten, durch Büsche abgetrennten, geschotterten Stellflächen. Ein Strom-Münzautomat, 6 Steckdosen, eine VE-Station. Zwar direkt an der verkehrsreichen Durchgangsstraße gelegen, aber das war ich von der vorherigen Nacht ja schon gewöhnt. Ganz in der Nähe sämtliche Einkaufsläden, die man sich vorstellen kann. Für Oscarlotta war zwar nur einer der Plätze anfahrbar, aber da sonst niemand da war, war das kein Problem. Als ich das kleine Staufach öffnete und dort das Schiebeteil, um mein Stromkabel durchzuführen, erblickte ich ein hübsches silbernes Gitterblech! Ich Depp!!! Trauriges Smiley Warum war mir nicht eingefallen, dass das große runde Loch die Durchführung war??? Ich ließ Strom Strom sein, die Batterien waren noch voll genug und machte es mir gemütlich. Um 21:30 Uhr ging ich ins Bett. Wer mich kennt, weiß, was das heißt!

Am nächsten Tag knipste ich mit meiner Bastelzange die zum Glück dünnen Drähte durch, bog das Gewirr provisorisch nach unten um und fuhr bis Bad Windsheim. Die Schublade unter dem Kühlschrank, die der Mechaniker halb ausgeräumt hatte, um zu schauen, wo dahinter das Rohr sitzt, hatte ich schon am Abend wieder ordentlich eingeräumt. Als ich sie jetzt öffnete, um ein Tischset herauszunehmen, sah ich Mauseköttel!!! Enttäuschtes Smiley Also gibt es auf jeden Fall noch mindestens eine dritte Maus!!! Die Falle wurde gefüllt, in die Heckgarage gestellt und war heute Morgen leergefressen und offen. Ich habe übrigens nicht gut geschlafen heute Nacht, langsam mache ich mir echt Sorgen, was die Maus/Mäuse alles annagen könnten. Oder wo sie überall hinpinkeln. Sogar geträumt habe ich davon, da liefen mir Ströme von Wasser entgegen. Vor meiner Abfahrt habe ich eine Einkaufstasche, die immer in Flitzi liegt, zusammengefaltet in die Heckgarage geräumt. Heute sehe ich, dass sie innen (!) angenagt ist. Und auf dem Wohnzimmertisch lagen Mauseköttel!

Ich finde es nicht mehr lustig, ÜBERHAUPT NICHT!!! Enttäuschtes Smiley Trauriges Smiley Enttäuschtes Smiley

written by Ingrid

Refit für Oscarlotta

 
 
Seit dem 1. November darf Oscarlotta wieder auf die Straße. Und wie das bei Frauen halt so ist, ging die erste Tour zum Shoppen. Sie sollte neue Schühchen bekommen! Die alten hatte sie sich bei der Aktion mit der Maus beim Zurückfahren auf die nasse Terrasse derartig verschmiert, dass sie ganz unglücklich war. Da aber auch die Reifen-Verfallszeiten durchaus existent waren, ging es zum Reifenhändler. Der November wird ein teurer Monat!

Reifen (alt)Reifen (alt)Reifen (alt)Reifen (neu) 1Reifen (neu)

Oscarlotta weigerte sich danach standhaft, wieder in den Matsch zurückzufahren und so stehen wir jetzt vor der Schranke des Campingplatzes auf geschotterten Plätzen, mit sauberen Schuhen, sie sowie ich. Smiley

Nach nunmehr 10 Jahren fallen bei Oscarlotta so einige Arbeiten an, vorhersehbare und unvorhersehbare. Vorhersehbar war, dass die Gasanlage nach gesetzlichen Vorgaben erneuert werden musste. Schon bei Sichtung der eingebauten Wynen-LPG-Tankflasche (seit 2008 in Oscarlotta verbaut) durch unseren Wohnmobilreparateur ergab sich das erste Problem! Ich wurde informiert, dass es seit 2016 eine Gesetzesänderung gibt, nach der eine Tankflasche dieser Art so fest verankert sein muss, dass sie den Beschleunigungskräften bei einem Unfall standhält. Außerdem ist die bisherige Schlauchverbindung nicht mehr zulässig, es muss eine Festverrohrung vorliegen. Promobil sagt dazu: „Eine Gastankflasche und ihre Halterung im Fahrzeug müssen anders beschaffen sein als bei einer herkömmlichen Tauschflasche. Der Grund findet sich im Kleingedruckten der Gesetzestexte: Als fest verbauter Tank ist die Gastankflasche ein Teil des Fahrzeugs und muss andere Anforderungen erfüllen als eine Tauschflasche, die als Ladung definiert ist und die weniger stark gesichert sein muss – Spitzfindigkeiten mit enormen Auswirkungen.“ Den gesamten Text finden Interessierte „hier“.

Ohne erfolgreiche Gasprüfung und entsprechende Bescheinigung keine HU!!! Ich rief bei der Firma Wynen an, dort bestätigte man die Sachlage und ich erfuhr, dass eine Umrüstung beim Firmensitz in Viersen möglich sei. Auch bekam ich die hilfreiche Info, dass die in unseren Unterlagen aufgeführte Notwendigkeit einer Drucküberprüfung der Tankflasche nach 10 Jahren haltlos sei. Bei Tankflaschen, die nach 2006 hergestellt worden sind, reicht eine Sichtprüfung alle zwei Jahre.

Der Termin für die HU ist für die nächste Woche bei IVECO schon festgelegt. Es blieb also nur die Lösung, die Tankflasche vorübergehend auszubauen, um die Gasprüfungsbescheinigung zu bekommen. Da ich demnächst sowieso ins Ruhrgebiet fahre, werde ich in Viersen einen Termin machen.

Weiterhin vorhersehbar war der Austausch der Thetford-Kassettentoilette. Die war an einer Stelle gerissen, was aber keinerlei Undichtigkeiten zur Folge hatte, nur ein leichtes Schaukelgefühl bei der Benutzung. Nach 10 Jahren Dauerbenutzung darf es dann auch mal eine neue Toilette sein! Da seit einiger Zeit ja sog. Kompost- oder Trenntoiletten in bestimmten Wohnmobilkreisen „in“ sind und die Vorteile durchaus überlegenswert sind, haben wir uns informiert und gemessen. Wir konnten in einem Fernreisemobil vor ein paar Wochen sogar eine in natura anschauen, von der Firma Air Head. Die ist zwar nicht ganz preiswert, gescheitert ist es dann aber nicht daran, sondern dass sogar die kleinere Bootsausführung zu groß ist für das Bad von Oscarlotta. Sie würde zwar hineinpassen, aber der Durchgang zur Tür wäre sehr eingeschränkt und der Staubsauger in seiner Ladestation würde auch nicht mehr daneben passen, so wie jetzt. Und da Oscarlotta in der Regel sowieso auf Stell- oder Campingplätzen steht und von Anfang an über zwei Kassetten in zwei separaten Fächern verfügt, wurde es dann doch wieder eine Thetford-Toilette. Dasselbe Modell noch einmal zu bekommen, erwies sich dann allerdings als fast unmöglich. Beim Nachfolgemodell haben die Kassetten andere Maße dadurch, dass Räder und eine Transportstange integriert sind. Dank eines Wohnmobilkollegen hier auf dem Campingplatz konnte ich dann ein Ausstellungsmodell (nicht gebraucht!) kaufen, ich glaube, eins von insgesamt noch zwei verfügbaren in ganz Deutschland. Es wurde die Woche ebenfalls eingebaut, glänzt wunderschön neu und das ausgediente ging die Tage den Weg alles Irdischen. Enttäuschtes Smiley

Toilette (neu)Toilette (alt)Toilettenentsorgung etwas andersToilettenentsorgung etwas andersToilettenentsorgung etwas andersToilettenentsorgung etwas andersToilettenentsorgung etwas anders

Nicht vorhersehbar war, dass die Wasserpumpe ihren Geist aufzugeben androhte. Obwohl, nach ebenfalls 10 Jahren Dauergebrauch braucht man sich wohl weder zu wundern noch zu beschweren. Gut, dass alles auf einmal anfiel, dazu noch ein paar Kleinigkeiten wie ein abgerissener Sensordraht für die Anzeige des Frischwasserfüllzustandes und eine kaputte Begrenzungsleuchte am Fahrradträger. Gut für den Arbeitsaufwand, schlecht allerdings für das Portemonnaie. Zwinkerndes Smiley

Und noch etwas ist schlecht! Es gibt eine weitere Maus in Oscarlotta!!! Sie ist nicht zu hören und nicht zu sehen, hinterlässt aber Köttel und Plastiktütenfetzen und hat es letzte Nacht geschafft, die Rattenfalle leerzufressen, ohne dass die Klappe zugeflogen ist! Trauriges Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ein Untermieter auf Zeit

 
 
Als ich bei unserer Rückkehr Oscarlotta offensichtlich unversehrt stehen sah, fiel mir ein Stein vom Herzen. Kein Partyzelt diesmal, das über sie hinweggeflogen war und sie beschädigt hatte. Ein banges Gefühl ist es dann noch, die Aufbautür zu öffnen und einen ersten Blick in das Innere zu werfen. Alles in Ordnung??? Ja, es sah so aus. Eine meiner ersten Handlungen war dann, den kleinen Abfalleimer in der Küche mit einem neuen Beutel zu versehen. Ich zog die Schublade unter dem Kühlschrank auf. Kennt ihr den Moment, wo eure Augen etwas sehen und der Verstand es nicht sofort verarbeiten kann? In der Schublade lag alles durcheinander! Das hatte ich doch so nicht hinterlassen!?!? Als mein Verstand sich zuschaltete, war sofort klar, das war eine Maus gewesen!!! Erstauntes Smiley Ich fand zerfetzte Plastiktüten, ein angeknabbertes Tischset aus Plastikmaterial und einen Wust von zu kleinsten Fitzelchen zerlegten Papierservietten. Und Mäuseköttel. Na prima! 10 Jahre lang war bisher alles gut gegangen, Oscarlotta hatte bereits 2013, als wir das erste Mal in USA/Kanada waren, für drei Monate abgestellt gestanden, ein weiteres Mal für zwei Monate, als wir unsere Erprobungsfahrt mit Fix und Boxi nach Dänemark machten, dann letztes Jahr bei Luise an der Oste, als wir ein halbes Jahr in Übersee waren und jetzt während unserer Frankreich/Spanien-Sommerreise. Diesmal hatte es uns also erwischt! Ich ahnte zum Glück noch nicht, in welchem Ausmaß. Aber dass es nicht die Schublade allein war, wurde klar, als ich im Außenstaufach (unter der Couch) eine neue Kartusche für den Wasserfilter holen wollte, der wieder in Betrieb genommen werden musste. Es fielen mir unzählige einzelne Teebeutel entgegen! Die verschlossenen, teilweise mit Cellophan ummantelten, Teepackungen in einem Plastikbehälter gestapelt waren teils ganz geöffnet, teils nur angeknabbert. Ein Teebeuteltütchen nach dem anderen war aus den angenagten und geöffneten Packungen herausgeholt und vor der Klappe des Vorratsfaches abgelegt worden, nach dem Motto: „Schmeckt mir nicht, schmeckt mir auch nicht, iiiihhh!“ Geschmeckt hatten aber offensichtlich sämtliche nicht in Plastikdosen befindliche Getreidekörner und auch meine Lieblingskekse, die noch gut verschlossen gewesen waren. Überall dazwischen Mäuseköttel. Ein großer Müllsack kam zum Einsatz!

Teeliebhaber :-)Körnerfresseralles leer!!!

Jetzt war klar, dass das vermutlich nicht alles gewesen war und ich ging auf die Suche. Schon der erste Schrank, den ich öffnete, war ein Volltreffer! Klar, bewahre ich im Oberschrank über der Küche nicht nur meine Kaffeekapseln auf, sondern auch die dazugehörigen Kekse. Nicht alle in verschließbaren Dosen. Aber der Maus kann es nicht nur um das Fressen gegangen sein, sondern sie wollte offenbar auch noch Spaß haben. Oder ihre Zähne wetzen. Ich habe keine Ahnung, wie Mäuse ticken. Auf jeden Fall hat sie die Kaffeepackung nicht nur so weit angenagt, bis sie sie öffnen konnte, sondern sie hat sie so wie die Servietten in der Schublade „pulverisiert“. Spieltrieb? Die Kaffeekapseln hat sie interessanterweise nicht geöffnet, nur im Schrank verteilt. Die Kekse waren angefressen. Ich auch! Grün vor Neid

KaffeepauseKaffeepause

Die Besteckschublade hatte sie auch inspiziert, da dort aber nichts Fressbares zu finden war, hatte sie nur überall hingepinkelt und -geköttelt. Mir reichte es fürs Erste!!! Nachdem ich die Unordnung in Außenstaufach, Oberschrank und Schublade beseitigt hatte, beschloss ich, die Besteckschublade auf den nächsten Tag zu verschieben und erst einmal etwas zu Abend zu essen. Der leere Kartoffelsalatbehälter kam anschließend in den Trockenmüll, ohne Deckel. Für den Gelbe-Sack-Müll benutzen wir schon immer den herausziehbaren Gitterkorb neben der Badezimmertür, der innen im Badunterschrank integriert ist. Er ist eigentlich für Schmutzwäsche gedacht. Es dauerte nicht lange, da raschelte es gut vernehmbar in der Abfalltüte im Korb! Die Maus!!! Ich öffnete den Korb ein kleines Stückchen und knallte ihn wieder zu. Ruhe! Für die Nacht versperrte ich den Eingang von innen. Am nächsten Tag kam ich auf die Idee, dass ich versuchen könnte, die Maus in diesem Korb zu fangen! Ich müsste dann nur schneller sein als sie, den Korb blitzschnell öffnen, wenn ich sie darin gehört hätte, ein Tuch reinschmeißen und die Tüte verknoten. Während ich das alles so überlegte, saß ich beim Frühstück, es war ganz ruhig in Oscarlotta. Plötzlich hörte ich ein undefinierbares Geräusch, schaute nach rechts und sah, wie eine Maus ganz langsam und vorsichtig hinter den Oberschränken hervor die mit Teppichboden verkleidete Wand hinunterlief und hinter der Couch Richtung Außenstaufach verschwand. Erstauntes Smiley Auch jetzt war mein Verstand ein paar Sekundenbruchteile hinter meinen Augen zurück, denn es wäre vermutlich ein Leichtes gewesen, die Maus am Schwanz zu packen und ins Freie zu befördern, war sie doch höchstens 1 1/2m von mir entfernt. So aber sah ich ihr nur völlig perplex hinterher! Ich muss dazusagen, dass ich keine Angst vor Mäusen habe, einschlägige Erfahrungen mit ihnen während meiner Steinhauszeit machte und sie unglaublich niedlich finde mit ihren kleinen rosafarbenen Pfötchen und den Knopfaugen. Aber mir meine Kekse wegfressen und alles vollpinkeln geht gar nicht!!! Die Maus muss wieder ausziehen! Uschi fuhr sowieso nach Essingen und bekam den Auftrag, eine Lebendfalle zu kaufen.

Ich wollte meine Sommerschuhe verstauen und öffnete die Heckgarage. Warum lagen auf den Sportschuhen im Regal so viele Papierstückchen? Ich nahm den ersten heraus und wunderte mich, dass er so schwer ist!? Der zweite und der dritte auch! Alle waren bis in die Spitzen vollgestopft mit Walnüssen, alle Zwischenräume ausgefüllt mit kleingerupften Kleenextüchern. Die Walnüsse lagen seit zwei Jahren in einer Plastiktüte links im Eingang der Heckgarage, ich wollte sie diesen Sommer endlich mal knacken und war sicher, dass sie innen alle schon vertrocknet sein würden und ich sie wegschmeißen kann. Dazu war es aber dann doch wieder nicht gekommen. Die Schuhe stehen auf einem Regal ungefähr 2m entfernt und in 1m Höhe. Wie transportiert eine kleine Maus ca. 40 Walnüsse über diese Distanz? Auch hier hat sie aber nicht nur schwer gearbeitet, sondern auch noch ihren Spaß gehabt. Indem sie alle meine Waschschwämme, Putzlappen und sogar die Stofftasche, in der diese sich befanden, zernagt hat. Auch den Pappkarton, in dem die Stofftasche lag. Die Schuhe waren unversehrt! Von den Hundeleckerchen, die ebenfalls in der Heckgarage gelagert waren, war natürlich nicht mehr viel da!

Winterlager für WalnüsseHundeleckerli und Zerstörungswut

Ich leuchtete mit einer Taschenlampe die hinteren Ecken der Heckgarage aus und es erschien mir, als ob hinten links etwas wäre. Also den Fahrradträger abklappen und die hintere Heckklappe öffnen. Direkt dahinter liegt die Winterabdeckung für das Armaturenbrett in einer Stoffhülle. Die war zerlöchert! Beim Herausheben erschien uns das ganze Paket ungewöhnlich schwer. Als wir es öffneten, zogen wir mit der Winterabdeckung eine Menge loser Haferflocken heraus! Ich wusste, dass ich kurz vor unserer Abreise noch ein Paket Haferflocken gekauft und in einem Küchenschrank deponiert hatte. Dort fand ich später auch die total leere 500-Gramm-Tüte. Haferflockentüte Die Distanz vom Schrank in der Küche bis zum letzten Winkel der Heckgarage beträgt ca. 2,5m in der Länge und 1,40m in der Höhe. Man stelle sich vor, wie oft die Maus mit einer vollen Maulladung Haferflocken diese Strecke gelaufen und geklettert sein muss! Ich hätte ja liebend gerne „Mäuschen gespielt“ bei all diesen Aktionen!!! Leider hatten die Haferflocken ihr aber nicht gereicht, sie hatte außer der Stoffhülle auch die Winterabdeckung angefressen, am unteren Saum und mittenrein ein großes Loch. Das fand ich dann gar nicht mehr lustig. Sogar die Teppichbeschichtung an der Wand unterhalb der Heckklappe war an einer Stelle angefressen.

Jetzt beschloss ich, auf den oberen Teil des Campingplatzes zu fahren in der Hoffnung, dass die Maus, wenn der Motor angelassen wird, in Panik ins Freie flüchtet. Vorher warf Uschi vorsichtshalber einen Blick in den Motorraum und suchte nach angenagten Kabeln. Die fanden sich zum Glück nicht, dafür aber ein ausgewachsenes Vogelnest mit einem nicht ausgebrüteten Ei, festgeklebt am Wasserbehälter für die Scheibenputzanlage. Ein Wunderwerk der Nestbautechnik, so ein Vogelnest! Oscarlotta sprang an, wir fuhren nach oben neben die Schranke und am Abend war klar, die Maus war mitgefahren. Laut lachen

VogelnestVogelnest

Die Mausefalle, die Uschi mitbrachte, war nicht größer als die Maus! Die zufallende Tür, wenn die Maus denn überhaupt hineingehen würde, würde ihr den Schwanz abschlagen. Also noch eine Nacht ohne Falle! Aber da war ja noch die Idee mit dem Trockenmüll. Ich präparierte einen Joghurtbecher mit Müsliflocken, legte einen Stofflappen in Griffnähe, lehnte die Tür des Abfallfaches nur an und wartete einen ganzen Abend voller Spannung. Es passierte – nichts! Am nächsten Morgen sah ich, dass der Becher leergefressen war!

Jetzt nahm ich mir endlich meine Besteckschublade vor, spülte alles und schnitt für jedes Fach neue Anti-Rutschmatten zu. Wisst ihr, wie Mäusepipi riecht??? Bei der Gelegenheit öffnete ich den danebenliegenden Apothekerauszug. Na, was glaubt ihr? Sämtliche Backpulvertütchen waren geöffnet worden, der Inhalt sagte aber offenbar nicht zu. Aber das konnte die Maus ja erst wissen, nachdem das zweite, das dritte, das vierte… bearbeitet worden war. Ebenso die Vanillezuckertüten und die Tütensuppen. Dort fand ich, neben den entnommenen getrockneten Champignons, zwei Plastikgabeln aus der Besteckschublade. Warum transportiert eine Maus Plastikgabeln aus dem einen Fach zu den Tütensuppen in einem anderen Fach??? Weiß sie nicht, dass man Suppe mit Löffeln isst? Smiley mit geöffnetem Mund Von den Mandeln, die in einem Stoffsäckchen aufbewahrt worden waren, war nur noch das verpinkelte Säckchen da. Brühwürfel mochte sie dagegen offenbar nicht. Einen aus der Cellophanhülle befreiten fand ich Tage später im Topfschrank unter dem Backofen auf einem Pfannendeckel. Köttel natürlich auch!

Backpulver und Vanillin-Zuckerplus zwei Gabelnfür die Suppe???Wie krieg ich den Dreck da unten raus?

Das Gute an solchen Aktionen ist ja, dass man danach weiß, was an Vorräten man noch hat und dass alles wieder schön übersichtlich und sauber ist!

Die Maus war wirklich überall in Oscarlotta unterwegs gewesen, erkennbar an den hinterlassenen Kötteln. Sogar den abgetauten und auf Dauerlüftung gestellten Kühlschrank hatte sie inspiziert. Es ist absolut erstaunlich, wo Mäuse überall hinein und vor allem auch wieder heraus kommen! Das Spülbecken war abgedeckt mit einer Platte. Das Griffloch hat höchstens Mäusegröße, das Becken ist aus glattem Edelstahl. Die Maus war drin und ist wieder herausgeklettert. Hinter dem Becken befinden sich zwei Fächer, in denen Behälter hängen, die eigentlich für Abfall gedacht sind. Wir bewahren da schon immer u. a. unser Brot drin auf. In der zweiten Nacht kam ich nicht auf die Idee, das im Durchmesser 2 1/2cm kleine Griffloch mit der draufgestellten Teekanne zu verschließen. Die Folge war am nächsten Morgen angeknabbertes Brot, durch eine Plastik- und eine Papiertüte hindurch!

So langsam reichte es mir! Wir fuhren zum Bauhaus und kauften eine Rattenfalle. Die war schön groß und ich erhoffte mir den gewünschten Erfolg. Mit Krümeln des angeknabberten Brotes gefüllt stellte ich sie gespannt in das Außenstaufach. Nicht nur die Falle war gespannt, sondern auch ich. Ich würde es hören, wenn sie zuschnappt. Ich verzichtete sogar auf meine Freitags-Talkshow, damit es möglichst ruhig in Oscarlotta war. Um 0:15 Uhr knallte die Tür der Falle zu! Mit solchem Krach, dass ich fast von meinem Sessel fiel! Okay, Jacke und Schuhe angezogen, Autoschlüssel und Führerschein geschnappt. Flitzi stand schon bereit. Eine Tasche und ein Tuch, um den Gitterkäfig anfassen zu können, ohne von der Maus gebissen zu werden, lagen schon im Eingang. Ganz gespannt schloss ich das Außenstaufach auf. Die Rattenfalle war zu, leergefressen und LEER!!! Diese Maus musste ein Akrobat sein, es war mir absolut schleierhaft, wie sie das geschafft hatte! Und nun? Ich nahm die Falle mit rein, zog mich wieder aus und befüllte sie neu. Dann beschloss ich, die Falle über Nacht vor der Couch stehenzulassen und ging ins Bett. Und konnte natürlich nicht einschlafen, weil ich jederzeit mit dem lauten Knall der zufliegenden Tür rechnete. Wach wurde ich irgendwann von metallischem Gerappel. Gleich würde es knallen! Es rappelte weiter, ein Knall kam nicht. Langsam wurde mir klar, dass es schon geknallt haben musste (vielleicht war ich deshalb wach geworden) und der Lärm von der in der Falle befindlichen Maus kam. Ich öffnete die Schiebetür zum Wohnraum, machte das große Deckenlicht an und erblickte ein ob des hellen Lichtes erschrockenes Mäuslein. In der Falle! War es, als es an der Wand entlang lief, nicht viel größer gewesen? Ich stellte mich vor, versicherte ihm, dass ich ihm nichts tun würde, es also keine Angst zu haben brauche. Die hatte es aber offensichtlich auch vorher schon nicht gehabt, denn alle Müsliflocken waren aufgefressen. Da es so entspannt war, schaltete ich mein iPhone ein und machte ein kleines Video. Das ist allerdings total langweilig, weil das Mäuschen nur ganz unaufgeregt von einer Ecke in die andere GEHT, um zu schauen, ob es nicht doch irgendwo einen Ausgang gibt. Wer es sich trotzdem anschauen möchte, bitte auf das Foto klicken!

Der Übeltäter

Es war übrigens kurz nach 4 Uhr! Ich überlegte, was ich tun sollte. Die Falle samt Maus nach draußen unter Oscarlotta stellen, damit ich weiterschlafen kann? Nein, ich hätte sicher nicht wieder einschlafen können. Also, siehe oben! Um zwanzig Minuten nach vier Uhr in der Früh fuhren Flitzi, das Mäuschen und ich durch ein ausgestorbenes Lauterburg bis zum Wanderparkplatz vor Bartholomä. Es war stockdunkel und etwas neblig, die roten Warnlichter der Windkrafträder in der Nähe blinkten gespenstisch und im Scheinwerferlicht brachte ich die Falle samt Maus zur Wiese, sagte ihr, dass es mir Leid täte, sie sich jetzt aber ein schönes neues Zuhause suchen müsse und öffnete die Klappe. In Sekundenbruchteilen war sie draußen, rannte zwei Meter, stutzte kurz und verschwand dann in der Dunkelheit.

Es tut mir ja WIRKLICH Leid, dass ich ihr ihre ganze, viele, unglaublich umfangreiche Arbeit kaputtmachen musste, sie ihrer wertvollen Wintervorräte berauben musste. Wenn sie nicht auch noch so viel zerstört und nicht alles verunreinigt hätte, hätte sie ja vielleicht eventuell wohnen bleiben dürfen. Und Walnüsse knacken über den Winter. Ich hätte ihr sogar dabei geholfen und die Nüsse ein wenig vorgeknackt. Damit sie es etwas einfacher hat. Aber so? Sie hat es halt etwas übertrieben und so bewahrheitet sich für sie leider das Sprichwort: „Wie gewonnen, so zerronnen!“.

Ich schlief gut den Rest der Nacht! Die Falle stellte ich gefüllt wieder in das Außenstaufach, Lebensmittel ließ ich nicht offen liegen, Kekse wurden in Dosen gefüllt, der Zugang zum Brotfach verschlossen. Es war ja noch nicht sicher, dass es nur diese eine Maus gewesen war. Bei jedem ungewöhnlichen Geräusch zuckte ich zusammen! Ein Wohnmobil macht viele Geräusche, sei es dadurch, dass sich in der Sonne etwas ausdehnt und knackt, sei es, dass der Wind Blätter oder kleine Zweige auf das Dach befördert. Jeden Tag kontrollierte ich die Falle, suchte nach Mäusekötteln, aber es schien alles in Ordnung zu sein. Oscarlotta und ich fuhren wieder auf unseren Platz.

Obwohl ich alles gesäubert hatte, verschwand der stechende Geruch nach Mäusepipi nicht. Besonders bemerkte ich das, wenn ich auf meinem Stammplatz, dem Beifahrersitz, saß. Dann wollte ich die Aldi-SIM-Karte, die Uschi nicht mehr brauchte, verräumen. In den Büro-Schrank oberhalb meines Sitzes. Oha!!! Hier hatte die Maus in einer Ecke ihre Toilette eingerichtet und sich auch gleich jede Menge Toilettenpapier zurechtgenagt. Sogar einen der Plastik-Ablagekörbe hatte sie angenagt! Warum tun Mäuse das? Warum zernagen sie Plasiktüten, Pappkartons, Servietten, Papier? Weil nagen ihre Bestimmung ist, als Nagetiere? Aber das macht doch weder satt noch kann es gut schmecken! Okay, satt vielleicht, ist ja Zellulose. Aber einen Nährwert kann es ja nicht haben. Weiß das die Maus bloß nicht? Oder ist das ein genetisch bedingter Zwang??? Herr von S., Sie als Fachmann, bitte klären Sie uns auf! SIM-Karten mochte sie offensichtlich auch, sogar spanische. Und die Jahresrechnung von unserem Stellplatz fand sie offenbar genauso hoch wie wir. Cooles Smiley

Toilettenpapier???gründliche Arbeitnach Hause telefonieren?indiskutable Jahresrechnung

Inzwischen habe ich zwar in alle weiteren (Ober-)Schränke geschaut und auch in die Fächer im Zwischenboden, bis auf weitere Köttel aber keine Schäden entdeckt. Ich weiß jetzt auch, welche Schränke unzugänglich sind. Es sind nicht viele… Es gibt eine Lichtleiste in einem durchlaufenden Kanal in Oscarlotta, die sich im Wohn- und im Schlafbereich zwischen Decke und Oberschränken durchzieht. Ich mag sie sehr, das Mäuslein wohl vor allem den Kanal. Smiley

Liebe Leser, ihr habt euch bestimmt gut amüsiert bis hierher, oder? Sicher auch ein wenig gegruselt, vor allem die Wohnmobilbesitzer unter euch. Ja, ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist. Die Lebensmittelverluste und Sachschäden sind nicht gravierend, die Winterabdeckung kann ich reparieren. Was mir aber wirklich zu schaffen macht, ist, dass wir Oscarlotta in Zukunft ja wohl nicht mehr unbewohnt stehenlassen können, um mit Fix und Boxi zu reisen oder um noch einmal nach USA/Kanada zu fliegen. Wie hätte es denn wohl ausgesehen, wenn die Maus noch mehr Zeit gehabt hätte oder wenn es eine Mäusin gewesen wäre, die ihre Kinder hier zur Welt gebracht hätte??? Diese Gedanken sind es, die mir echt zu schaffen machen! Übernächste Woche muss Oscarlotta zu IVECO in die Werkstatt, Jahresinspektion und HU. Dann werde ich mit in die Grube steigen und von unten mal schauen, wo überall eine Maus überhaupt reinkommen kann. Ob es Möglichkeiten gibt, etwas zu verschließen, mit Maschendraht, Fliegendraht, Stöpseln oder so. Zumindest, wenn man das Fahrzeug längere Zeit stehenlassen muss/möchte. Wenn jemand von euch Ideen oder Erfahrungswerte hat, her damit!!! Ich bin für jeden Rat dankbar! Denn so etwas brauche ich wirklich nicht unbedingt noch einmal!!!

written by Ingrid
photos and video taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Da sind wir wieder! ;-)

 

Unsere Sommerpause ist beendet, für uns zumindest. Uns bedeutet, Uschi, ich und Fix und Boxi. Oscarlotta und Flitzi müssen (oder dürfen?) noch schön geruhsam am Hirtenteich weiter stehenbleiben.

Abreise

Unsere Planung war ja, ca. Mitte August eine kleine Spätsommertour zu starten, so bis Mitte Oktober. Meine (junge) Zahnärztin und ihre (ebenfalls sehr junge) Assistentin bekamen einen fast hysterischen Lachanfall, als ich meinte, ich sei noch einmal kurz weg und sie nachfragten, was ich denn unter kurz verstehen würde. Nun ja, zwei Monate eben! Cooles Smiley

Wir müssen Mitte Oktober zurück, weil Uschis Vater 90 wird und ihre Schwester zur Feier aus den U.S.A. hierher kommt. Und da wir in Lauterburg erst einmal alles erledigt hatten (okay, Oscarlotta ist noch nicht poliert!), sind wir schon am Sonntag losgefahren, also etwas früher als geplant. Wir verabschiedeten uns am Samstag bei einem leckeren Abendessen bei Maiers von Maiers und von Alexej. Von den zwei Hundis, Jule und Mona, konnten wir uns nicht mehr verabschieden bzw. hatten das schon tun müssen. Beide leben leider nicht mehr, obwohl erst 11 und 13 Jahre alt! Besonders unser „Ferienhund“ Jule fehlt uns schmerzlich. Weinendes Smiley

Jule nicht ganz sauber :-) 

Am Sonntag ging es nur bis Freiburg. Dort waren wir auch schon wieder zwei Jahre nicht gewesen und kamen jetzt incognito. Entsprechend erstaunt waren die Gesichter der Betreiber, denn sie erkannten zwar uns, konnten aber Oscarlotta nirgendwo entdecken. Also stellten wir ihnen Fix und Boxi vor und erklärten, dass wir mit unserem „Reise“mobil unterwegs wären und unser „Wohn“mobil auf unserem Dauerplatz stehen würde. Und gut, dass es so war! Wir hatten angenommen, dass der Stellplatz in Freiburg an einem Sonntagspätnachmittag einigermaßen leer sein würde. Weit gefehlt!!! Es gab noch drei Plätze, die für uns infrage gekommen wären; mit Oscarlotta hätten wir keine Chance gehabt, außer wir hätten vorher reserviert. Der Platz war voll mit Italienern, Spaniern, Franzosen, Schweizern, Holländern, Briten und ein paar Deutschen. 🙂 Und dabei ist der Platz in der Zwischenzeit durch Neuanordnung der Plätze auf 100 Stellplätze angewachsen. Aber wenn man so sieht, was auf den Straßen an Wohnmobilen unterwegs ist, ist es auch logisch, dass die Stellplätze voll sind, vor allem in solch attraktiven Städten wie Freiburg. Völlig unverständlicherweise soll der Platz schon seit Jahren aufgegeben werden, da die Fläche mit Wohnhäusern für Professoren der Universität Freiburg bebaut werden soll. Zum Glück zieht sich das Vorhaben in die Länge! Es ist der einzige Wohnmobilstellplatz in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt und alle Mobilisten gehen einkaufen, bummeln, essen. Bringt das etwa kein Geld in die Stadt?

Da wir eine kleine Sonderstellung bei den Betreibern, Frau Nöltge und Herr Tigges, haben (wir sind mal durch Zufall zu den „Covergirls“ auf ihrem Flyer geworden), bekamen wir den Platz an ihrem Garten angeboten. Der war eigentlich für ein 8-Meter-Mobil vorgesehen und so hatten wir nach hinten ausreichend Platz (wir haben ja eine Hecktür) und auf der linken Seite eine schöne Aussicht.

Vorgarten BissierstraßeVorgarten BissierstraßeVorgarten BissierstraßeVorgarten Bissierstraße    Vorgarten Bissierstraße

Rechts von uns standen Spanier und bei dem Versuch einer kleinen Unterhaltung stellten wir fest, was wir schon geahnt hatten: Unsere Spanischkenntnisse reichen nach dreijähriger Abwesenheit von Spanien noch ansatzweise aus, um zu verstehen, aber absolut nicht mehr, um zu reden!!! 😦 Zum Glück sprachen die Spanier englisch!

Wir machten noch einen Abendspaziergang an die Dreisam und bewunderten sowohl den Sonnenuntergang als auch den riesigen Fast-Vollmond. Ausnahmsweise hatte ich mein iPhone nicht dabei, sodass es davon keine Fotos gibt!

Am nächsten Morgen ging es schon um 10 Uhr weiter, denn es lag eine größere Etappe vor uns. Davon und ab jetzt alle weiteren Berichte lest ihr bei Fix und Boxi. Wer sich immer noch kein Lesezeichen gesetzt hat, kann den nachfolgenden Link verwenden:

https://fixundboxi.wordpress.com/

Und wer nicht immer auf Verdacht nachschauen will (wir werden NICHT jeden Tag schreiben und auch nicht jeden zweiten, sondern eher sporadisch), kann sich anmelden und Follower werden und bekommt dann eine Benachrichtigung. Kostet nichts und tut auch nicht weh! Zwinkerndes Smiley

P. S.: Falls sich jemand wundert,warum dieser Artikel erst jetzt erscheint, sei ihm gesagt, dass der Mobilfunkempfang dort, wo wir hingefahren sind, so gut wie nicht existent war, WLAN gar nicht. Roaming ohne Zusatzkosten ist von der Idee her ja eine feine Sache, aber die Bedingungen müssen halt immer noch stimmen… Trauriges Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Aus zwei mach eins

 

In Bad Schönborn warteten Uschi, Alexander und Paul auf mich. Paul war, im Gegensatz zu Alexander, einem Stellplatznachbarn, nicht zweibeinig, sondern zweirädrig. Smiley mit geöffnetem Mund Köhlers, die Stellplatzbetreiber vom WellMobilPark, verkaufen auch E-Bikes. Wir wollten ja eigentlich noch keine, hatten vor zwei Jahren bei unserem Aufenthalt hier unsere Fahrräder noch teuer aufarbeiten lassen. Aber da stand dann Paul und Uschi verliebte sich! Ein Pedelec mit 20 Zoll-Reifen, faltbar.

PaulPaulPaul geklapptPaul gefaltet

Zugegebenermaßen ein hübscher Kerl, aber ich blieb standhaft. Ich will immer noch kein batteriebetriebenes Fahrrad, obwohl alle Menschen, die eins fahren, beteuern, wie toll das ist und dass sie nie wieder etwas anderes fahren wollen. Und dass man sich genauso anstrengen könne wie bei einem ohne Batterie. KÖNNE! Ich weiß genau, dass ich mich nicht mehr anstrengen werde, wenn ich nicht MUSS. Jetzt muss ich und ich nehme es in Kauf, dass ich bei allzu heftigen Steigungen eben mal absteigen und schieben muss. Ja, und Gegenwind kann sehr unlustig sein. Ich will aber keine 70km-Radtour am Tag machen und auch keine mit 50km. Ich will ab und zu mal zum Einkaufen fahren oder eine nette Waldrunde, bevorzugt mit einem Ausflugslokal als Ziel. Dafür reicht mir mein altes Fahrrad allemal.
Da Uschis KTM-Rad hochwertiger ist als mein Pegasus, fingen wir an zu demontieren. Meine Lenkerhalterung wollte ich unbedingt behalten, war ich doch vor zwei Jahren so froh gewesen, die hässliche alte austauschen zu können. Die Schrauben waren etwas festgerostet und nach einer Weile konnte der Nachbar von gegenüber es offensichtlich nicht mehr aushalten, unsere Bemühungen zu beobachten. Ob er den „Damen“ helfen könne? Wir lehnten höflich dankend ab und er hatte wohl schon damit gerechnet, zumindest schien er nicht beleidigt zu sein, was wir auch schon erlebt haben. Wir nahmen allerdings die Hilfe von WD-40 in Anspruch, erfolgreich. Die Lenkerbefestigung wurde ausgetauscht, ebenso die Halterung für die Lenkertasche. Meine silbernen Schutzbleche wollte ich auch gerne „umziehen“. Wir fingen mit dem Vorderrad an. Die Demontage am Hinterrad hätte sich etwas schwieriger gestaltet und darüberhinaus fand ich es absolut passend, zwei unterschiedlich farbige Schutzbleche zu haben, da das Rad vorne hauptsächlich silberfarben und hinten schwarz ist. Cooles Smiley Mein Sattel ist bequemer als der vom KTM, also wurde auch er ausgewechselt. Das Endergebnis sah dann aus wie unten zu sehen und in den nächsten Tagen konnten wir einige Menschen beobachten, die sich über dieses seltsame halbe Fahrrad auf dem Fahrradträger ihre Gedanken machten. Es wird in Lauterburg restlos ausgeschlachtet werden und alles, was noch als Ersatzteil tauglich ist, wird aufgehoben.

aus zwei mach eins Ersatzteilewas ist das denn? 

Am „Vatertag“ beendeten wir unsere Deutschland-Überwinterung und fuhren zu unserem Heimatcampingplatz auf die Schwäbische Ostalb. Vorsichtshalber nahmen wir die Autobahn, wir wollten den Leiterwagen ziehenden „Vätern“ auf den Landstraßen nicht in die Quere kommen. Sarkastisches Smiley
Der Campingplatz war nahezu komplett voll! Langes Wochenende und traumhaftes Wetter ist eine gute Kombination. Gut, dass wir unseren Dauerplatz haben!

unsere Terrasse

Eine Menge Arbeit wartete auf uns und konnte jetzt endlich erledigt werden! Den Hänger freischneiden, Flitzi aktivieren und waschen, die Steuererklärungen machen, Rasen mähen (unsere Terrasse war zwar vom Campingplatzbetreiber freundlicherweise schon gemäht worden, aber das Gras wächst so schnell!), Wäsche mal wieder waschen und – als größere Herausforderung – Oscarlotta vom Dreck der letzten 1 ½ Jahre befreien. Die provisorische Reinigung nach dem halben Jahr Sommerpause bei Luise hatte ja mehr verschlimmert als verbessert und im Winter hatten wir nirgendwo eine Gelegenheit. Wie immer fingen wir auf dem Dach an, schraubten alle drei Dachluken ab und entfernten endlich den Dreck, der zwischen der Ober- und der Unterschale saß. Vier Stunden waren wir zu zweit beschäftigt, bis das Dach wieder hell war!

Dachreinigung

Rundherum ist Oscarlotta erst zur Hälfte sauber, Fix und Boxi noch gar nicht, poliert ist logischerweise auch noch nicht. Aber die Frischwasseranlagen sind gereinigt und desinfiziert, die Abwassertanks gesäubert. Wir teilen uns die Arbeit ein und genießen zwischendurch, endlich wieder barfuß auf schönem weichen Gras laufen zu können und in der Sonne zu sitzen. Beziehungsweise eher im Schatten, denn das Wetter ist sommerlich. Sogar unsere neue Outdoor-Küche haben wir schon aktiviert. Endlich kommt unsere Fire Pit-Eisenpfanne mal wieder zum Einsatz! Smiley

outdoor-Küche

Apropos aktivieren, ich habe, als Vodafone-Kunde, mich für das neueste Angebot, den GigaCube, entschieden. Vorgestern habe ich ihn in Betrieb genommen und nun verfügen wir über monatliche 50GB LTE-Internet für €24,99. Es ist eine wahre Freude, wie schnell sich jetzt Seiten aufbauen und Fotos öffnen. Und endlich können wir uns auch die diversen Videos und Vlogs anschauen, die einige Blogschreiber veröffentlichen und die bisher unser verfügbares Datenvolumen überforderten.

Die nächsten ca. zwei Monate werden wir hier unseren Alltag leben und der lohnt nicht, darüber zu berichten. Deswegen verabschieden wir uns hiermit in eine kurze Sommerpause bis Mitte August. Wie es dann weitergeht, verraten wir noch nicht! Zwinkerndes Smiley

Wir wünschen allen unseren Lesern schöne Pfingsttage und einen schönen Sommer!!! Man liest, hört oder sieht sich!

wir wünscheneinenschönenSommer

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wie es weiterging…

 

Am Sonntag nach unserem Busausflug zur Bastei gingen unsere Fahrwege in unterschiedliche Richtungen. Uschi fuhr nach Haßfurt, um Big Fix beim Nissan-Händler einer Inspektion zu unterziehen sowie die HU und Gasprüfung durchführen zu lassen. Außerdem war ein Reifenwechsel aller vier Räder angesagt, da es seltsame Verschleißerscheinungen gab, die bei der Laufleistung noch nicht hätten sein dürfen. Ich fuhr einmal quer durch Deutschland, um in Nordhorn meine Freunde zu besuchen. Wie immer stand ich mit Oscarlotta auf dem Stellplatz am Vechtesee. Die Hälfte des Platzes ist mit Rasengittersteinen gepflastert, die andere Hälfte ist naturbelassen. Es gibt sechs Reihen, in denen die Mobile hintereinander stehen, eine V/E-Anlage, Müllentsorgung, Stromautomaten (€1/5 Stunden) und einen Parkscheinautomaten, an dem pro 24 Stunden €5 zu bezahlen sind. Das Besondere ist die Nähe zum See und die fußläufige Entfernung zur hübschen Innenstadt. Rund um den See gibt es Fuß- und Radwege, ein schönes Seerestaurant plus Hotel ist vorhanden und es ist ruhig, trotz der Straße, die am Stellplatz vorbeiführt. Radfreunde können hier voll auf ihre Kosten kommen, man merkt die Nähe zu Holland, hier ist Radfahrerland!

Vechtesee

Eine ganze Woche blieb ich hier, offiziell erlaubt sind allerdings nur 3 Nächte. Der Platz ist immer gut besucht und über den 1. Mai waren nur noch wenige Plätze frei. Es hätte aber absolut nicht sein müssen, dass ein Mobilist direkt im Anschluss an die Entsorgungsstation über Stunden parkt, sodass man nicht mehr durchfahren konnte, sondern vorwärts rein und rückwärts wieder rausfahren musste. Oder umgedreht. Vermutlich wollte er keinen Stellplatz belegen, aber diese Entscheidung war mehr als dämlich. Und Kurzzeitparkgebühr hat er sicher nicht bezahlt, ich habe jedenfalls kein Ticket gesehen (er stand genau gegenüber von Oscarlotta). Was manche Menschen sich denken (oder auch nicht), erschließt sich mir oft nicht!

Stellplatz am Vechteseeparken auf der V/E-Station

Ein paar Kilometer weiter wohnt seit 5 Jahren ein Freund den Sommer über auf dem Campingplatz „Saller See“, der zwar Campingplatz heißt, aber inzwischen fast ausschließlich aus Mobilheimen besteht. Es gibt eine Alibiwiese mit angeblich 14 Touristenplätzen. Da dort aber auch noch die anliegenden Mobilheimbesitzer ihre PKWs parken, dürfte das schwierig werden. Außer Oscarlotta war jedoch kein anderes Wohnmobil da. Etwas eng die Zufahrt, etwas heruntergekommen die Sanitäranlagen und wieder einmal merkte ich, dass Dauercamperbehausungen, egal ob Mobilheim oder Wohnwagen oder Wohnmobil nichts für mich sind. Zu eng, zu dicht auf dicht, kein Ausblick und schlimmstenfalls an drei Seiten Nachbarn. Es gibt ja Menschen, denen macht das nichts aus und es gibt sogar welche, die genau das lieben (die die Winter in Spanien und Portugal auf Stell- und Campingplätzen unter noch verschärfteren Bedingungen verbringen), ich gehöre definitiv nicht dazu!

TouristenplatzSaller SeeSaller SeeSanitärhaus aus den 1970er-JahrenSaller SeeSaller See

Mein Weg ins Ruhrgebiet führte mich über Münster. Vom Stellplatz „Camp Marina Alte Fahrt“ in Greven-Fuestrup hatte ich noch eine Guthabenkarte. Von 2008! Ich konnte gar nicht glauben, dass wir seitdem nicht mehr da gewesen waren!?! Der Platz liegt direkt am Dortmund-Ems-Kanal und mir war nach ein paar Tagen Ruhe und Schiffe gucken. Beim ersten Überfahren des Platzes stellte sich heraus, dass die erste Reihe am Kanal mit Hütchen komplett gesperrt war und zwischendrin auch sehr viele Plätze. Nicht alle Plätze sind für Oscarlotta lang genug und so stellte ich mich erst einmal auf den angrenzenden Platz, der als Winterlager für die Schiffe genutzt wird und im Sommer als Ausweichplatz für Wohnmobile. Dieser Stellplatz ist nämlich so begehrt, dass er in der Reisesaison zumindest an den Wochenenden ständig ausgebucht ist. Und das, obwohl es außer der Möglichkeit, Schiffe zu gucken und Rad zu fahren nichts gibt. Okay, ein Restaurant ist vorhanden. Theoretisch (und praktisch, Batteriefahrräder sind hilfreich) kann man per Rad nach Münster fahren, das sind aber einige Kilometer.

LageplanBlick vom Kanal ausFähre von Dover nach CalaisMarina Alte Fahrt FuestrupSlipanlageWLAN-Verfügbarkeit

Ich guckte mir einen geeignet erscheinenden Platz aus, von dem allerdings nicht ganz klar war, ob das Hütchen nur für den Nachbarplatz oder auch für ihn galt und wartete, bis um 17 Uhr der Platzwart erschien. Der Platz war frei! Alle gesperrten Plätze waren neu eingesät worden. Nun stand ich zwar in der vorletzten von 6 Reihen, aber die Plätze vor mir waren alle gesperrt, sodass mir niemand die Sicht auf den Kanal nehmen konnte. Das sollte sich allerdings zum Wochenende hin ändern, da blieb mir noch ein winziger Durchblick! Meine Guthabenkarte wurde tatsächlich noch anerkannt, interessant war die Preisentwicklung. Hatten wir noch 2008 für eine 10er-Karte €60 bezahlt, so kostet diese inzwischen €99 (regulärer Preis €11/Tag ohne Strom). Aber was wird schon preiswerter?

noch ist PlatzKanalblickKanalblick?

Ich entschied mich erst nur für eine Nacht, es gab nämlich so gut wie kein Vodafone-Netz. Zumindest nicht auf meinem iPhone. Testweise hängte ich am Abend den Mobilfunkrouter ins Fenster, bestückt ebenfalls mit einer Vodafone-Karte. HSPA!!! Das iPhone sagte derweil „Kein Netz“. Mir doch egal, zum abendlichen Telefonat mit Uschi setzte ich mich an den Kanal, zum Schiffe gucken auch, Hauptsache, ich hatte abends in Oscarlotta Internet. Ich verlängerte um weitere 3 Nächte!


 
Dann ging es zügig nach Hattingen. Ich hatte einen Nachbesserungstermin bei meinem Lackdoktor, der vor einem Jahr die Schäden an Oscarlotta durch die blödsinnige Kollision mit dem Schrankenpfosten größtenteils beseitigt hatte. Die Schrammen sind zwar nicht mehr zu sehen, aber Farbabweichungen im Lack. Leider könne er da nichts weiter machen, silbermetallic sei einfach eine schwierige Farbe. Ein erneutes Überpolieren brachte leider keine Verbesserung. Wir werden wohl damit leben müssen!

Lackschaden

Ich stand, bis ich einen Termin bekam, in Velbert-Neviges. Einmal an der A45 direkt im Wald, Zwinkerndes Smiley

A45Am Nizzabad

einmal am Schloss Hardenberg auf dem öffentlichen Parkplatz, wo drei Wohnmobile kostenfrei stehen dürfen. Den Platz und seine Bedingungen kannte ich noch vom letzten Jahr. Er bietet keinerlei Infrastruktur und liegt dicht an einer stark befahrenen Bundesstraße, aber auch neben einem kleinen Park, dem Schloss und einem großen Waldgebiet. Eine nette Nachbarin hatte ich auch.

Velbert-NevigesSchloss Hardenberg (Wirtschaftsgebäude)WehrturmNachbarschaft

Der Stellplatz in Hattingen an der Minigolfanlage hat inzwischen das geplante Sanitärhaus bekommen (2 Duschen, €1/4 Minuten, 2 Toilettenräume mit je 2 Toiletten), kostet dafür aber jetzt 10 Euro statt wie bisher 7! Es ist ja ganz nett, wenn man mal aushäusig duschen kann, es erspart das Putzen des Bades/der Dusche und das verfrühte Auffüllen des Frischwasser- und das Leeren des Abwassertanks. Aber wenn ich dafür dann gleich 3 Euro mehr bezahlen muss, auch wenn ich gar nicht jeden Tag duschen will (und das Duschen selbst ja auch noch €2 kostet, denn mit 4 Minuten komme ich, mit Haare waschen, nicht aus), dann würde ich lieber auf die Annehmlichkeit eines Sanitärhauses verzichten. Denn die anderen Bedingungen des Stellplatzes sind gleich geblieben, sprich relativ enge Parzellen. Trotzdem gefällt es mir dort, die Nähe zur Ruhr, die Möglichkeiten, dort zu laufen oder Rad zu fahren und mitten im Ruhrgebiet und trotzdem mitten in der Natur zu sein.

Stellplatz an der MinigolfanlagePlatz 13 brachte kein Unglück (gegenüber vom Schrankenpfosten!)HenrichshütteHenrichshütteAn der Ruhr

Eines Abends hatte eine Schafherde ihr Nachtlager auf einem Teil der Ruhrböschung aufgeschlagen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, was anders war. Habt ihr schon einmal so viele nackte Schafe gesehen???

nackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafe

Uschi wartete bereits in Bad Schönborn auf mich und so fuhr ich am vorletzten Sonntag auch dort hin. Es waren nur 336km, für die ich aber, mit Pausen, satte 7 Stunden brauchte! Es war Muttertag und ich hatte den Eindruck, dass halb Deutschland auf dem Weg zu oder von den Müttern auf der Autobahn unterwegs war! Mein Tommie war auch etwas durch den Wind. An jeder Autobahnausfahrt im Frankfurter Raum wollte er, dass ich abfahre. Originalton: „Nehmen Sie die Ausfahrt! Am Ende der Straße drehen Sie um, dann fahren Sie rechts!“ Vielleicht wollte er auch zu seiner Mama??? Cooles Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Busausflug zur Bastei

 
 
Am Donnerstag nach Ostern nahmen wir eines der Ausflugsangebote des Campingplatzes „LuxOase“ wahr und fuhren in das Elbsandsteingebirge. Der Bus brachte uns bis zur Bastei. Dort hatten wir bis 15 Uhr Zeit, uns alles genau anzuschauen. Eine sehr beeindruckende Landschaft! Solche Felsformationen hatten wir noch nirgendwo gesehen. Ein wenig wurden wir an die Hopewell Rocks an der Bay of Fundy erinnert, die wir bei unserem Nordamerikaaufenthalt 2016 so beeindruckend fanden. Vor vielen Millionen von Jahren entstanden durch ähnliche Bedingungen an unterschiedlichen Orten eben sehr ähnliche Naturbauwerke. Wer an den geologischen Einzelheiten der Entstehung des Elbsandsteingebirges interessiert ist, findet „hier“ eine ausführliche Ausarbeitung und „hier“ einen zusammenfassenden, kurzen Überblick.

Elbsandsteingebirge

Im Mittelalter wurde in diesem unwegsamen Felsmassiv von böhmischen Rittern eine Natursteinfestung angelegt, die Felsenburg Neurathen. Das Gelände kann gegen einen geringen Obolus besichtigt werden, von der Festung ist allerdings bis auf eine Zisterne, ein paar Steinschleuderkugeln und in den Fels gehauene Treppenstufen nichts mehr erhalten. Trotzdem ist die Vorstellung, mit den Mitteln des 14. Jahrhunderts hier oben gebaut zu haben, faszinierend und die Ausblicke von den verschiedenen Stellen des Rundweges sind beeindruckend.

Felsenburg NeurathenSteinkugelnSteinkugelnSteinschleuderSteinschleuderFelstreppeFelstreppeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirge

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen nach und nach immer mehr Reisende in diese Gegend und das Erklimmen dieser mit 194m recht stattlichen Felsformation scheint viele gereizt zu haben. Einheimische, die als Führer fungierten, konnten sich eine neue Erwerbsquelle erschließen. 1814 wurden die ersten 487 Stufen angelegt, 1816 war die Zufahrt von der Straße Lohmen-Hohnstein ausgebaut und 1826 wurde dann endlich vom Neurathener Felsentor über die Mardertelle (40 m tiefe Schlucht) hinweg zum Basteimassiv eine Holzbrücke geschlagen und die mühsame Kraxelei durch die Vogeltelle beendet. Und pünktlich zur Einweihung der Eisenbahnstrecke durch das Elbtal im Jahre 1851 war die Holzbrücke, die wegen der vielen Reparaturen zum Ärger der Besucher häufig gesperrt werden musste und schließlich ganz baufällig geworden war, durch eine Steinbrücke ersetzt worden. Sie hat eine Länge von 76,50m und überspannt mit 7 Bögen die Mardertelle. In nur zwei Jahren erbaut, ist sie immer noch das weltweit bekannte Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz. Schon der berühmte Maler der deutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, malte hier 1822 sein bekanntes Bild Felsenpartie im Elbsandsteingebirge.

Gemälde "Felsenpartie im Elbsandsteingebirge"BasteibrückeBasteiausblickBasteiausblickBasteiausblickBasteiausblickBasteiausblick

Wir waren erstaunt, wie viele Menschen an einen ganz normalen Donnerstag hier unterwegs waren und sich über die Felsenbrücke schoben. Viele Asiaten mit immer einsatzbereitem Selfie-Stick! Das Wetter war endlich sonnig und frühlingshaft warm, zumindest für diesen einen Tag. Unser Programm sah vor, dass wir um 15 Uhr unten im Kurort Rathen an der Schiffsanlegestelle von der LuxOase vorreservierte Tickets abholen sollten, um dann um 15:20 mit dem Raddampfer auf der Elbe zurückzufahren. Wir machten uns rechtzeitig an den Abstieg über viele Treppen und teilweise steile Wege durch einen wunderschönen, schon maigrünen Wald. Erstaunlich viele Besucher kamen uns entgegen und taten uns echt Leid, da wir ja wussten, was ihnen noch bevorstand. Runter ist zwar auch anstrengend und wir hatten auch einen ordentlichen Muskelkater am nächsten Tag, aber rauf hätte zumindest ich diese Tour ganz sicher nicht machen wollen!

ElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeElbsandsteingebirgeKurort Rathen

Unten angekommen hatten wir noch ausreichend Zeit, uns den kleinen Ort anzuschauen (was allerdings schnell erledigt ist), etwas zu essen und, nachdem wir unsere Tickets bezahlt und erhalten hatten, einen Kaffee in der Sonne mit Blick auf die Elbe zu trinken. Unser Schiff verspätete sich. In die Gegenrichtung war der Schiffsverkehr eingestellt, hatten wir beim Ticketkauf gehört. Was, wenn unser Schiff nicht kommt? Außer uns wartete eine ganze Reihe von Menschen. Aber dann tauchte sie doch noch auf, die PD (Postdampfer? – siehe Kommentare) „Kurort Rathen“, ein restaurierter Schaufelraddampfer von 1896. Länge 55,76m, Breite 5,02m ohne die Radkästen.

PD "Kurort Rathen"

Überwiegend offene Decks, teilweise immerhin überdacht. Natürlich wollten wir auf dem Außendeck mitfahren, so wie die meisten anderen Passagiere. Kaum hatten wir abgelegt, verschwand die Sonne hinter dicken Wolken. Sofort wurde spürbar, dass es immer noch April war. Der Fahrtwind kam dazu und machte die Angelegenheit ziemlich schnell ziemlich ungemütlich. Das Deck leerte sich zusehends. Wir harrten noch eine Weile aus, drehten uns mit dem Rücken zum Wind und flüchteten schließlich total durchfroren doch in die Mitte des Schiffes. In die überfüllten Salons wollten wir nicht und so blieben wir direkt oberhalb der frei einsehbaren Dampfmaschine und neben den durch Glaswände abgetrennten Schaufelrädern stehen. Die rhythmischen, immer gleichen Bewegungen und Geräusche der verschiedenen Kolben waren fast meditativ. So standen wir eine Stunde bei einigermaßen erträglichen Temperaturen über dem Motorraum, beobachteten den Maschinisten bei seinen Kontroll- und Wartungsarbeiten, verfolgten die An- und Ablegeprozeduren und waren froh, endlich an der Anlegestelle Schloss Pillnitz aussteigen zu dürfen.
 

 
Das Schloss, ebenfalls im Besitz August des Starken und seiner Erben, diente der damaligen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts als „Lustschloss“ und Sommerresidenz. Unsere Lust, uns noch etwas anzuschauen, hielt sich schwer in Grenzen. Wir wollten nur ins Warme! Eine gute Stunde hatten wir, bis der Bus uns hier wieder abholen würde. Alles, was wir noch hätten besichtigen können, war draußen und kostete Geld. Die berühmte Kamelie blühte schon nicht mehr und ob der Palmengarten noch geöffnet war, haben wir gar nicht erfragt. Wir machten ein paar Fotos von dem wirklich schönen Schloss mit seinen vielen Türmchen und verdrückten uns in den Souvenirshop. Dort war es so herrlich warm! Laut lachen

Schloss PillnitzSchloss PillnitzSchloss Pillnitz

written by Ingrid
photos and video taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

DRESDEN – top oder Flop?

 
 
Mit Norma hatten wir nicht nur unsere persönliche Reiseleiterin, sondern auch eine private Taxifahrerin! Jeden Tag kam sie uns abholen und natürlich fuhren wir dann auch nach Dresden. In der Inneren Neustadt hinter dem Albertplatz fanden wir einen Parkscheiben-Parkplatz am Straßenrand und kauften uns alle drei zuallererst sündhaft teure, weil vegane, Barfußschuhe. Sündhaft teuer bei Schuhen ist für uns eher ungewöhnlich.Smiley mit geöffnetem Mund So gerüstet marschierten wir die Hauptstraße entlang Richtung Goldener Reiter, legten vorher aber noch einen Kaffeezwischenstopp in einer ehemaligen Markthalle ein, die uns sofort an spanische Markthallen erinnerte. Und die Hauptstraße hätte von ihrer Art und dem üppigen Baumbestand her auch fast die Rambla in Barcelona sein können. Erstaunlich, dass die Häuserfassaden und die Balkone direkt am Neustädter Markt, also kurz vor dem Übergang zur Altstadt, total heruntergekommen waren und vor sich hin rotteten. Dass man das an solch einer Touristenmeile nicht ändert, hat uns sehr gewundert!

Markthalle

Der goldene männliche Mensch auf seinem Pferd wurde zwar von uns fotografiert, weil er ja offensichtlich etwas Besonderes darstellte, aber in seinen Bann zog er uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Der Panoramablick auf die monumentalen Gebäude der Altstadt von der ebenfalls alten Augustusbrücke aus war allerdings beeindruckend. Diese Brücke wird übrigens die nächsten zwei Jahre restauriert und ist im Moment nur noch für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Wir hatten also noch Glück, auf ihr die Elbe überqueren zu können.

August der StarkeAugust der StarkePanoramaansicht (Canaletto-Blick) Panoramaansicht

Elbansicht von den Brühlschen Terrassen Norma zeigte uns alles, die Katholische Hofkirche, das Schloss, die Semperoper, den Zwinger, den Fürstenzug, natürlich die Frauenkirche und schlussendlich die Brühlschen Terrassen. Aber trotz der zweifellos sehr eindrucksvollen Gebäude sprang der Funken bei diesem ersten Besuch nicht über, nicht bei Uschi und nicht bei mir. Mir war alles zu düster. Ich mag Sandstein, wenn er hell ist, aber diese Gebäude waren alle überwiegend schwarz.

KirchenKirchen 

Einzig der Fürstenzug faszinierte mich. Ein Wandgemälde, bestehend aus 23621 fugenlos aneinandergesetzten Porzellanfliesen, natürlich gebrannt und handbemalt von der Manufaktur Meißen (1905-1907). Wie durch ein Wunder überstand dieses wertvolle Juwel den Bombenangriff und Feuersturm im Februar 1945, der fast alles rundherum in Schutt und Asche legte. 35 Fürsten aus dem Geschlecht der Wettiner dokumentieren auf diesem Wandbild ihre mehr als 800-jährige Herrschaft. Über eine Fläche von 101,90m Breite und 10,51m Höhe reiten in unglaublicher Detailfreude die namentlich benannten Fürsten auf ihren prächtig geschmückten Pferden in eine imaginäre Schlacht, begleitet von allerlei Fußvolk.

FürstenzugFürstenzug 

Mit Konrad dem Großen, Markgraf von Meißen, fing es Mitte des 12. Jahrhunderts an und mit Georg, König von Sachsen, hört es 1904 auf. Mittendrin (1670-1733) dann der „Goldene Reiter“, Kurfürst Friedrich August I., Beiname „der Starke“. Er bewarb sich später um die polnische Krone, die nicht vererbt, sondern an den vielversprechendsten Bewerber vergeben wurde. Sachsen war seit der Reformation überwiegend protestantisch. Um König werden zu können, musste er zum Katholizismus konvertieren und als er die Krone 1697 erhielt und fortan als König August II. residierte, ließ er neben dem Schloss eine katholische Kirche errichten. Immerhin verlangte er von seinem Volk nicht, dass es ebenfalls katholisch werden musste! Jetzt erlebte Dresden seine Blütezeit. Sämtliche bedeutende Gebäude der Stadt entstanden auf sein Geheiß hin, darüberhinaus sammelte er neben Orangenbäumen leidenschaftlich Unmengen an Porzellan, das er aus Fernost einführen ließ, da die Porzellanherstellung hierzulande noch nicht „erfunden“ war. Die Porzellansammlung im Zwinger ist gewaltig und muss eine unvorstellbare Menge an Geld verschlungen haben. Es wird aus Platzgründen nur ein Teil der Sammlungsstücke ausgestellt und die wiederum sind in ihrer Gesamtsumme nur der Teil, der die Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg überstanden hat. Mein Geschmack deckt sich nicht mit dem Geschmack August des Starken, aber die Vorstellung, dass diese zerbrechlichen Gegenstände über Tausende von Kilometern zu Lande (Kutschen auf Kopfsteinplaster!!!) und zu Wasser transportiert werden mussten, ist schon beeindruckend. Eine Kutsche schaffte damals 30-40km pro Tag!

Norma fuhr uns dann noch großräumig in/um Dresden herum, rauf und wieder runter, natürlich auch über das Blaue Wunder, die alte genietete Eisenbrücke, die ihren Namen von ihrer Farbe hat. Das alles gefiel uns schon besser.

Spitzhausblick 

Über die Osterfeiertage (ja, so weit hinken wir mit unserer Berichterstattung inzwischen hinterher!) hatten wir auf dem Campingplatz „LuxOase“ östlich von Dresden reserviert. Uns war nach ein wenig Luxus, obwohl der Name einfach der Familienname der Betreiber ist. Da es sich aber um einen 5-Sterne-Platz handelt, war trotzdem alles vom Feinsten.

LuxOase SanitärbereichSanitärbereichSanitärbereichSanitärbereichSanitärbereichSanitärbereich für KinderDuschbereich für Kinder     

Wir bekamen vom Chef höchstpersönlich einen der neugestalteten XXL-Plätze zugewiesen, auf dem wir gemeinsam stehen durften. Das verdankten wir ausschließlich der Tatsache, dass Big Fix ein Allradfahrzeug ist, das versprach, die neu eingesäte Wiesenfläche nicht zu zerstören. Oscarlotta möge doch bitte auf dem Weg stehenbleiben, der eine Sackgasse war. Links von uns wurde noch gebaut, es war aber Baustopp während der Osterferien. So hatten wir nur hinter uns Nachbarn, vor und neben uns den schönen Ausblick auf den kleinen Stausee. Leider spielte das Wetter nicht mit (es schneite sogar noch kurz), um unsere große Wiese nutzen zu können! Der Campingplatz hat übrigens für Alleinfahrende ein besonderes Preisangebot, incl. 5 kW Strom/Tag.

LuxOaseLuxOase

Eine der Besonderheiten der LuxOase sind die Busausflüge, die angeboten werden, u. a. nach Prag. Ich war sehr interessiert bis ich erfuhr, dass es frühmorgens um 6 Uhr losgehen würde. Nein danke, das geht für mich gar nicht, so schön kann Prag gar nicht sein! Ich beschloss, Dresden doch noch eine zweite Chance zu geben und buchte die Stadtrundfahrt. Die kostete €20 und startete (erst) um 9 Uhr direkt am Campingplatz, was für mich immer noch mitten in der Nacht ist. 😉 Einer der Stadtrundfahrtbusfahrer wohnte am Campingplatz und durfte seinen Doppeldeckerbus mit nach Hause nehmen. Demzufolge nahm er morgens auf der Fahrt zur Arbeit die interessierten Campinggäste mit in die City. Die Fahrt dauerte 45 Minuten und wir Mitfahrer wurden schon mit vielen Vorab-Infos versorgt. Am Zwinger konnte man entweder direkt die 90-minütige Stadtrundfahrt machen, mit Aus- und Einsteigmöglichkeit an 22 Haltestellen oder man wartete auf die Stadtführer zur Zwingerführung, zur Fürstenzugführung und zur Führung rund um die Frauenkirche. Alle drei Führungen dauerten zusammen 2 Stunden. Ich hatte das Glück, eine sehr kompetente Stadtführerin zu erwischen, die sehr humorvoll und interessant erzählte. Geschichte war früher in der Schule nie mein Lieblingsfach und inzwischen verstehe ich, warum man zu all den trockenen Zahlen, die in Büchern stehen, keinen Bezug bekommt und somit auch nicht zu den Ereignissen, die die Zahlen dokumentieren. Aber wenn man vor einem Palast steht und erzählt bekommt, was den damaligen Bauherrn bewogen hat, ihn genau so bauen zu lassen, dann erhält diese Anlage, die man vorher bestenfalls schön oder beeindruckend oder imposant fand, auf einmal etwas wohltuend Persönliches. Und auch der Mensch, der bisher nur ein Name war, den man irgendwann mal gelernt hat, zu dem man aber nie einen Bezug hatte, bekommt im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht. Ab da hatte mich Dresden!

ZwingerZwingerZwingerZwingerZwingerZwingerZwinger

Um 17:30 Uhr nahm der Busfahrer uns wieder mit zurück zum Campingplatz. Ich hatte noch lange nicht alles gesehen! Wie gut, dass es die Möglichkeit gab, für nur 2 Euro einen weiteren Tag zu buchen, mit sämtlichen Inhalten. Allein die Tatsache, dass ich bereit war, noch einmal mitten in der Nacht aufzustehen, beweist, dass Dresden mich inzwischen faszinierte. Die Frauenkirche fehlte mir noch. Es wurde ein halbstündiger Film angeboten über den Wiederaufbau nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Wenn man einen Eindruck bekommt von den Dimensionen dieser baulichen Leistung, nicht nur in finanzieller Hinsicht, schaut man sich das Kirchengebäude anschließend mit anderen Augen an. Ich trank danach direkt nebenan einen Kaffee draußen in der Sonne. Die vielen schwarzen Steine inmitten vieler hellerer hatten jetzt eine andere Bedeutung für mich bekommen, nachdem ich wusste, wie mühselig sie nach fast 50 Jahren aus den Trümmern der Kirche geborgen und beim Neuaufbau wieder integriert worden waren, überwiegend sogar an den alten Stellen. So besteht die Frauenkirche, obwohl vom Bombenangriff am 13./14. Februar 1945 fast vollständig zerstört (auf Dresden wurden am 13. und 14. Februar 1945 insgesamt 1480 Tonnen Spreng- und 1190 Tonnen Brandbomben abgeworfen, insgesamt rund 2670 Tonnen), zu sagenhaften 45% aus originalem Steinmaterial. Ein Detail zeigt sehr anschaulich alt und neu, zu sehen auf dem letzten Foto, wenn es groß geklickt wird.

FrauenkircheFrauenkircheFrauenkircheFrauenkirche   

Nein, alles gesehen habe ich natürlich immer noch nicht! Aber das wäre ja ein Grund, irgendwann noch einmal nach Dresden zu fahren! Norma würde sich freuen! Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Bei Norma

 
 
Auf direktem Weg ging es weiter Richtung Dresden, aber nicht, ohne vorher noch eine Zwischenstation im Spreewald zu machen. Ein kleiner Wohnmobilstellplatz irgendwo im Nirgendwo, ursprünglich nur für Wassersportler zum Übernachten per Zelt gedacht. Es gab ein kleines Sanitärgebäude, je eine Dusche für Männlein und Weiblein, eine Außenspülküche, eine Entsorgungsstation und das alles für €5/Nacht, incl. Strom. Rundherum nichts als Ruhe und unter Wasser stehendes Sumpfgebiet. Von den Wegen abzukommen ist nicht ratsam!

Groß WasserburgFrühlingSpreewald

Dann aber endgültig Dresden! Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Wohnmobil dort zu stehen, preiswert ist keine. Eine der bevorzugten ist wohl der Stellplatz der Firma Schaffer. Von dort sind es aber auch immer noch mehrere Kilometer bis ins Stadtzentrum und €15 ist eine Ansage. Wir wollten aber nicht nur Dresden sehen, sondern uns mit Norma treffen, der Frau, die 2015 auf ihrer Rollertour bis Luzern durch Zufall bei uns auf dem Campingplatz auf der Schwäbischen Alb gelandet war und mit der wir seitdem in Kontakt sind. Norma lebt 24km nördlich von Dresden und so entschieden wir uns für den kostenfreien Stellplatz beim Wohnmobilhändler Meinert in Moritzburg-Boxdorf auf halber Strecke zwischen Normas Wohnort und Dresden. Wir rechneten damit, dort vielleicht nur ein oder zwei Nächte stehenbleiben zu dürfen, aber nein, wir könnten so lange bleiben, wie wir wollen, hieß es. Strom gab es über einen Münzautomaten zu den üblichen Konditionen (50 Cent/kW), eine V/E-Station war vorhanden und der Platz war absolut ruhig, obwohl in einem Industriegebiet gelegen. Ein wenig schief und auf Schotter, aber ansonsten standen wir dort richtig gut. Gasflasche leer? Kein Problem, nebenan im Shop gab es eine neue.

Stellplatz Caravan Meinert 

Norma freute sich, uns zu sehen und wir hatten für die nächsten Tage unsere ganz persönliche Reiseleiterin! Zunächst erkundeten wir die nähere Umgebung und waren damit schon gut beschäftigt. Unter Moritzburg hatte ich mir eine kleine, nette Stadt vorgestellt, es besteht aber nur aus einer Hauptstraße mit vielen Restaurants, Cafés, einem Gestüt und natürlich dem Schloss. Das allerdings ist wirklich sehenswert und wir hatten das Glück, dass das Wetter mitspielte. So kamen wir auch noch in den Genuss einer kleinen Wanderung durch den Schlossgarten, den anschließenden Wald (Moritzburg war das Jagdschloss des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen, besser bekannt als August der Starke) bis zum Fasanenschlösschen und dem hübschen kleinen Leuchtturm.

Moritzburg SchlossMoritzburg SchlossMoritzburg LeuchtturmMoritzburg LeuchtturmMoritzburg LeuchtturmMoritzburg SchlossMoritzburg SchlossMoritzburg SchlossMoritzburg Schloss

An einem anderen Tag wollte Norma eine etwas größere Rundwanderung zu den Biberteichen mit uns machen, 13,5km. Das ist zu weit für mich und so bekam ich Normas Roller. Nicht den, mit dem sie bei uns war, sondern einen mit Batterie!!! Natürlich keinen Kinderroller, sondern vorne ein 28-Zoll-Rad und hinten eins mit 20 Zoll. Ich war sofort hin und weg! Dumm war nur, dass ich jetzt VIEL schneller war als die beiden und immer hin und her fahren musste! Laut lachen Aber ich habe nicht nur die Batterie genutzt, sondern mich auch etwas angestrengt und getreten. So eine schöne Wanderung hatte ich selten!

BiberpfadRoburBatterie-RollerNorma und Uschi wandernIngrid rollert ;-)BiberpfadBiberpfadBiberdammBiberburgBiberarbeitBiberteichBiberteichBiberteich

Biber haben wir allerdings keine gesehen, obwohl angeblich 40 Familien in dem Wald- und Sumpfgebiet leben sollen. Uschi und Norma sind noch extra auf einen Aussichtsturm gestiegen, kein Biber weit und breit, nur der Roller und ich. Zwinkerndes Smiley

Aussichtsturm von untenUschi und Norma auf dem Weg nach obenAussicht von oben

Dann ging es ans Käselöcher bohren. Norma besitzt einen Schrebergarten und baute sich gerade einen neuen Zaun. Bei der Befestigung der Zaun(p)latten am Tor war sie froh um weitere zwei Hände (Uschis) und damit das Ganze nicht so festungsmäßig aussah, zeichnete ich viele „Käselöcher“ an, die von den beiden ausgebohrt bzw. -gesägt wurden. Das Gesamtergebnis ist richtig schön geworden!

SchrebergartenSchrebergartenalternative Wohnform ;-)alternative Wohnform ;-)SchrebergartenNormas WerkstattNormas WerkstattNormas WerkstattNormas ZaunohneundmitKäselöchern

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schiffshebewerk Niederfinow

 
 
Als wir uns in Lütow vom Betreiber des Stellplatzes „Marina Yachtlieger Achterwasser“ verabschiedeten und es unweigerlich noch zu einem kleinen Plausch kam, erhielten wir den Tipp, am Schiffshebewerk in Niederfinow vorbeizufahren und es uns anzuschauen. Man könne dort auf dem Parkplatz auch übernachten, sogar unentgeltlich. Er habe sein Schiff vor vielen Jahren von Berlin hierher ans Achterwasser geholt und sei genau mit diesem Hebewerk geschleust worden. Schiffe gehen bei uns immer, Schiffshebewerke gibt es nicht so viele und Zeit hatten wir auch. Also Niederfinow, wo auch immer das lag. Bei Eberswalde, stellte sich heraus, also auf unserem Weg nach Dresden.
Leider, leider mussten wir nach Altwarp die Küste endgültig verlassen und ins Landesinnere zurückkehren. Der Winter dort oben an Nord- und Ostsee war alles andere als schrecklich, auch wettermäßig nicht, sondern sehr entspannend und abwechslungsreich. Wir lieben es, immer ein Stückchen weiterzufahren und wieder etwas Neues zu entdecken. Oder auch an einen Ort zurückzukehren, der uns früher schon einmal gefallen hat. Jetzt wollten wir endlich auch einmal nach Dresden. Vorher aber Niederfinow!

altes Schiffshebewerk Ein weiteres Superlativ konnten wir nun also unserer Sammlung hinzufügen: Das Schiffshebewerk Niederfinow ist das älteste, noch in Betrieb befindliche, Deutschlands. Ein wahrlich imposantes Bauwerk von 60m Höhe! Seit 1934 verrichtet es, von wenigen Unterbrechungen abgesehen, Jahr für Jahr seinen Dienst in der Havel-Oder-Wasserstraße, die ihre Ursprünge bereits 1743 hat, als Großschifffahrtsweg von und nach Berlin. 36m Höhenunterschied vom unteren auf das obere Level oder umgedreht sind zu überwinden! Im Stil der damaligen Zeit wurde eine Stahlkonstruktion auf Stahlpfeilern errichtet und mit 5 Millionen Nieten zusammengehalten. Obwohl der Trog mit 85m Länge, 12m Breite und einer Wassertiefe von 2,50m nicht gerade klein zu nennen ist, reicht er für heutige Verhältnisse nicht mehr aus. Für Schubverbände ist er zu kurz, sodass die Einheiten getrennt werden müssen. neues Schiffshebewerk Deswegen wurde 1997 der Bau eines größeren, modernen Hebewerks nebenan beschlossen, was inzwischen fast fertiggestellt ist und spätestens 2025 den Schleusenbetrieb parallel oder ausschließlich (?) übernehmen soll. Was solch ein Bauvorhaben, egal ob 1934 oder jetzt, bedeutet, an Planung, Vorarbeiten, Bauausführung, ist für den normalen Besucher nur zu erahnen, aber absolut nicht nachvollziehbar. Beide Bauwerke ziehen einen trotzdem oder gerade deswegen aber sofort in ihren Bann. Ein wenig bekommt man einen tieferen Einblick im Informationspavillon mit seinen Schautafeln, Modellen, Filmen und Dia-Shows. Wer an den Fakten interessiert ist (auch wenn er kein Ingenieur ist), dem sei Wikipedia empfohlen, „hier“.

oberer Kanal 150000 Besucher kommen jedes Jahr und zwei davon in diesem Jahr waren wir! Für absolut bezahlbare 3 Euro kann man zunächst einem Serpentinenweg folgen, der bis zur Höhe des oberen Kanals führt. Ab da läuft man auf einer Besuchergalerie rund um das Hebewerk, kann die Landschaft und natürlich die Schleusungen ganz aus der Nähe UND VON OBEN ansehen! Die Gesamtdauer einer Schleusung beträgt 20 Minuten, der Trog benötigt für den Höhenausgleich der 36m nur 5 Minuten! Mit seiner Wasserfüllung wiegt er 4290 Tonnen und wird mittels 256 Stahlseilen, Umlenkrollen und Beton-Ausgleichsgewichten mit einem Gewicht von ebenfalls 4290 Tonnen elektrisch nach oben oder nach unten befördert, mit oder ohne Schiff (auch hierzu genaueres im obigen Link). Da ein Schiff stets so viel Wasser verdrängt wie es selbst wiegt, bleibt das Gewicht des wassergefüllten Troges immer gleich. (Physikunterricht Klasse ?) Cooles Smiley

Die Berufsschifffahrt hat natürlich Vorrang, deswegen müssen „just-for-fun“-Schleusende im Ausflugsboot unten oder oben schon einmal etwas länger warten. Aber dann haben sie wenigstens etwas für den Preis von €20 gehabt! Da Schubverbände ja getrennt werden müssen, gibt es für die unten oder oben in den Trog geschobenen maschinenlosen Leichter eine Seilzugvorrichtung. Wenn auch das Schubschiff geschleust wurde, wird wieder angekuppelt. Gut zu sehen in unserem nachfolgenden kleinen Video.

Park- und Stellplatz Wir sind dann wirklich die Nacht auf dem Parkplatz stehengeblieben. Tagsüber ist er mit Schranken verschlossen, die abends und über Nacht geöffnet sind. Wenn man das entsprechende Zeitfenster nutzt und rechtzeitig am Morgen fährt, steht man wirklich umsonst, ansonsten zahlt man am Automaten €3 für einen Jeton, der an der Schranke eingeworfen wird.

Ab hier nur noch (selbsterklärende) Fotos und ein Nachtrag!

Oder-Havel-KanalSchiffshebewerk (Erläuterungen)Schiffshebewerkaltes und neues SchiffshebewerkEinfahrt SchubverbandEinfahrt SchubverbandEinfahrt SchubverbandEinfahrt SchubverbandEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt FrachtschiffEinfahrt AusflugsbootEinfahrt AusflugsbootSchleusung AusflugsbootAusfahrt AusflugsbootSchleusung PolizeibootSchleusungSchleusungSchleusungSchubverband oberer KanalSchubverband oberer Kanal

Nachtrag:
Während der gemeinsamen Bootsurlaube mit meinem Bruder und seinem selbstgebauten Motorschiff „Octopus“ während der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts habe ich eine solche Hebewerkschleusung in Belgien selbst miterlebt. Eine aufregende Sache, wenn man mitsamt seines Schiffes schwimmend in einer „Badewanne“ immer weiter in die Höhe befördert wird und oben dann nur eine kleine Ausfahrt-Rinne wartet! Und unser Octopus war immerhin 13,50m lang und 4,00m breit mit einem Tiefgang von 0,90m. Ich werde mir mal die alten Fotos wieder ansehen, wenn ich wieder in der Nähe meiner Fotoalben bin. Da ich ja auch zum größten Teil aus dem vorigen Jahrhundert bin, gibt es auch noch Fotoalben in nicht digitaler Form! Zwinkerndes Smiley

written by Ingrid
photos and videos taken by Uschi with Mobistel Cyrus F9

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

An Bodden und Haff

 
 
Von Stralsund aus fuhren wir am Greifswalder Bodden entlang Richtung Usedom. Uschi wollte mal wieder ans Achterwasser. Über Greifswald und Wolgast erreichten wir das Dorf Lütow. Dort liegt seit vielen Jahren ein ehemaliges Fahrgastschiff vor Anker und dient jetzt Ausflüglern als Einkehrgastwirtschaft. Auf der Wiese können ein paar Wohnmobile stehen und höchstens drei auf der befestigten Sportboot-Hafenanlage. Uschi war bereits 1998 dort und weil es ihr so gut gefallen hatte noch einmal mit mir 2005. Ich konnte mich noch gut an die schlechten Zufahrtsstraßen erinnern und daran hat sich auch bis heute nichts geändert! Aber auch sonst war alles unverändert und das ist gut so. Wer absolute Ruhe und sonst nichts als Natur möchte, ist hier richtig. Alle anderen eher nicht. Zwinkerndes Smiley

AchterwasserAchterwasserAchterwasserAchterwasser

Wir stellten uns natürlich nicht auf die Wiese, sondern mit Blick aufs Achterwasser. Schöner geht fast nicht mehr! Leider spielte das Wetter nicht mit, bis auf den Ankunftstag war es kalt, windig und ab und zu auch regnerisch. Ein kleiner Spaziergang auf dem Deich und durch den Ort, mehr war nicht drin. Unsere Räder haben wir gar nicht erst aktiviert.

PrivatstellplatzPrivatwohnung BauwagenDorfkircheGlocken"turm"etwas Patinaerste FrühlingsbotenMode & Café

Der Stellplatz „Marina Yachtlieger Achterwasser“ bietet Strom pauschal für €2, der Stellplatzpreis beruht auf der Länge des Wohnmobils und wird wie bei Schiffen nach Metern berechnet, 1 Euro pro 1 Meter! Dazu kommt allerdings auch noch eine Personengebühr von €1/Person. Die Entsorgungs“station“ ist eine Klärgrube mit Deckel, eingelassen in der Wiese hinter dem Bootshaus. Frischwasser war gerade nicht verfügbar, da die Wasserleitung einen Defekt hatte. Alles also etwas minimalistisch, aber originell und ursprünglich. Muss man mögen, sonst ist man dort falsch. Zahlen muss man übrigens täglich bis 17 Uhr, bevor der Besitzer nach Hause fährt. Diese Gepflogenheit, auf der bestanden wird, ermöglicht ihm einen täglichen Plausch, der gerne auch ausführlicher ausfallen darf. Smiley mit geöffnetem Mund

Wir unternahmen mit Fix und Boxi einen Ausflug in die „Kaiserbäder“ Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, aber leider regnete es auch dort. Ganz feiner Sprühregen nur, aber durchdringend und selbst die schönste Seebrücke macht da keinen Spaß. Wir machten das Beste draus und nahmen an der Tour mit der (durch Planen verschlossenen) Bimmelbahn durch alle drei Bäder teil. Dabei sahen wir nicht nur alles, was sehenswert war, sondern erfuhren auch noch allerlei interessante Details über die Bäderarchitektur der vergangenen Zeiten und über das mecklenburgische Uradelsgeschlecht der von Bülow. Nicht verwunderlich also, dass Vicco von Bülow, alias Loriot, in seinen Film „Pappa ante Portas“ (Kurzvideo hinter dem Link) der Seebrücke von Ahlbeck eine Rolle gegeben hat. Das Wetter war allerdings nicht dazu angetan, Fotos zu machen, weshalb wir, logische Schlussforderung, keine von hier zeigen können. Enttäuschtes Smiley Die Häuser sehen aber in etwa alle so aus wie dieses wunderschöne Haus in Binz.

Bäderarchitektur

Nach ein paar weiteren Höhlentagen beschlossen wir, auf die andere Seite des Achterwassers zu fahren und dann am Kleinen Haff entlang über Ueckermünde nach Altwarp. Das liegt am Stettiner Haff unmittelbar vor der polnischen Grenze. Hier verabschiedete sich das deutsche Mobilfunknetz auf breiter Front! Aber sogar, wenn wir eine polnische SIM-Karte gehabt hätten, hätte uns das wohl nichts genützt, auch das polnische Netz war nur sporadisch verfügbar. WLAN gab es zwar vom benachbarten Hafen, zu dem der Stellplatz gehört, aber das konnte man ebenfalls gleich wieder vergessen! Wir waren also über Tage in der für uns völlig ungewohnten Lage, ohne Internet und ohne die Möglichkeit, telefonieren zu können zu sein und fragten uns, was man eigentlich früher so den ganzen Tag gemacht hat??? Cooles Smiley

Altwarp am Stettiner Haff

Das Wetter wurde langsam besser und tatsächlich konnten wir ein erstes Mal vor unseren Mobilen in der Sonne sitzen, ohne dicke Jacke, Schal und Mütze! Die Lage des Stellplatzes ist ein Traum und wie bereits gewöhnt, waren wir fast allein. Im Sommer wird es auch hier sicher anders aussehen, allerdings sind die Plätze ausreichend groß dimensioniert. Viel los ist auch hier nicht, touristisch gesehen, ein „Tante-Emma“-Laden, eine große Wanderdüne, zwei Fischrestaurants im Ort, während der Saison Fischbuden und Restauration direkt am Hafen, vormittags frischer Fisch direkt vom Kutter. Und ein Bäckerwagen, der täglich vorbeikommt. Man kann sowohl direkt im Hafen stehen als auf dem benachbarten Stellplatz, für €10 plus €2 für Strom pauschal. Es gibt einen Toiletten- und Duschcontainer samt Waschmaschine und Trockner, eine V/E-Station, die den Namen auch verdient und Frischwasser direkt an den Plätzen. Im Sommer fährt ein Schiff zum zollfreien Einkauf nach Neuwarp in Polen (direkt gegenüber), es gibt Hafenrundfahrten und Ausflugsfahrten nach Usedom. Dazu eine Busverbindung nach Ueckermünde. Das Dorf ist klein und beschaulich und verfügt noch über den Charme früherer Fischereizeiten. Ein nahezu perfekter Wohnmobilstellplatz, fanden wir, durchaus auch für einen längeren Zeitraum. Wenn nur die Sache mit dem Mobilfunknetz nicht wäre!!!

Altwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffHeimatkarte PommernAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffHumor am Stettiner HaffWanderdüne am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner Haff

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Die andere Geschichte

 
 
Bei meiner Internetrecherche über Stralsund stieß ich auf das Video eines Drohnenfluges über die Dächer der Stadt. Automatisch lud sich danach ein weiteres Video und eine Drohne flog über das Modell von Prora. PRORA?!?! Vor Jahrzehnten hatte ich mal einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen, über diese größenwahnsinnige Ferienanlage der Hitlerzeit, geplant, gebaut und nicht fertiggestellt. Das erste von fünf identischen KdF-Seebädern sollte es werden, jedes mit einer Kapazität von jeweils 20000 Urlaubern pro Durchgang von 10 Tagen. Die nationalsozialistische Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“, Teil der „Deutschen Arbeitsfront“, betraute 1935 den Kölner Architekten Clemens Klotz mit der Planung. Ein passender Name für ein solches Projekt!

KdF Die Rolle der KdF, insbesondere der geplanten Groß-Seebäder, ist widersprüchlich. Einerseits sollte sie kulturelle Bedürfnisse der Arbeitenden befriedigen, kostengünstige Urlaubsplätze – auch für kinderreiche Familien – zur Verfügung stellen, zum anderen bildete sie eine wirksame Form der ideologischen Beeinflussung im Sinne der NS-“Volksgemeinschaft“, der geistigen Kriegsvorbereitung und ermöglichte zudem in einem festen Rahmen die permanente Kontrolle der KdF-Urlauber. Die Ideologie der Volksgemeinschaft beschwor eine rassisch und politisch homogene Gemeinschaft, die als Gefolgschaft dem „Führer“ treu und gehorsam ergeben sein und dann ein Anrecht auf soziale Leistungen, wie etwa den Urlaub in Prora, haben sollte. Siehe auch „hier„. Bereits im Mai 1936 war Grundsteinlegung, ein Baustab koordinierte ab November die Zusammenarbeit von 9 Großbaufirmen und etwa 300 verantwortlichen Mitarbeitern. Nach abgeschlossenen Planierungs- und Gründungsarbeiten setzte ab April 1938 der straff und rationell organisierte Hochbau ein, in ca. 17 Monaten Bauzeit wurde das Vorhaben bis Kriegsausbruch September 1939 weitgehend rohbaufertig. Die Fertigstellung der gesamten Anlage war für das Jahr 1941 geplant. Nach Kriegsausbruch wurde der Baubetrieb jedoch drastisch reduziert, viele Arbeitskräfte wurden zur Heeresversuchsanstalt Peenemünde und an den Westwall abgezogen. Mit geringer Bautätigkeit wurde noch bis 1941 weitergearbeitet, auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene wurden hier eingesetzt. 1942/43 wurde der Bau dann endgültig eingestellt.

Koloss von Prora Es standen nun insgesamt acht identische Unterkunftshäuser mit jeweils sechs Stockwerken und einer Höhe von etwa 20m. Jeder dieser „Blöcke“ hatte eine Länge von ca. 500m und wies zur Landseite 10 rechtwinklig angeordnete Treppenhausflügel aus. Zwischen jeweils drei Blöcken im Norden und drei Blöcken im Süden blieben freie Flächen, die später mit dreigeschossigen Gemeinschaftsanlagen, die 150m weit in den Strand ragen, geschlossen werden sollten (gut zu sehen in dem ersten Video). Zwischen den beiden mittleren Blöcken sollte als Achsenmittelpunkt der in einem Segmentbogen von 13km Radius gebauten Anlage mit 90m Entfernung vom Strand ein Festplatz von 400000m² entstehen (siehe obiges Foto), mit monumentalen und repräsentativen Gebäuden wie ein Festbau mit einer offenen Säulenhalle zur Seeseite, der eine Festhalle und eine Kongresshalle für jeweils 20000 Menschen enthalten sollte. Ein „Probestück“ wurde realisiert und ist noch vorhanden. Zur Seeseite wurde eine ca. 80m ins Meer hineingebaute 500m lange Kaianlage errichtet, von der noch Teile zu sehen sind. Geplant waren zwei Seebrücken von 500m Länge für kleinere und 800m für längere Schiffe, z. B. die bereits in Betrieb befindlichen KdF-Urlaubsschiffe „Robert Ley“ und „Wilhelm Gustloff“. Wandelgänge zwischen den Gebäuden, Wasserbecken, Wasserspiele, eine 7km lange und 27m breite Strandpromenade an der gesamten, ca. 4,7km langen, Anlage entlang, waren geplant, dazu unzählige Restaurants, Cafés, Kinderhorte, Geschäfte, Schreib-, Lese- und Spielräume, Kegelbahnen, Billardräume, Bierrestaurants, Kleinkunstbühnen, ein Tonfilmtheater, ein Musikpavillon, eine Post- und eine Radiostation, zwei Schwimm- und Gymnastikhallen und ein Kontroll- und Aussichtsturm mit einem Café für 250 Personen in 70m Höhe. In jedem der acht Blöcke waren zwei zur See hin offene Liegehallen über alle sechs Stockwerke geplant und im Rohbau fertiggestellt, sie sollten durch Wärmestrahler auch bei kälteren Temperaturen benutzbar sein. Neben den Liegehallen gab es jeweils einen Aufzug, das ist das einzige Unterscheidungsmerkmal der jeweils 10 Treppenhausflügel auf der Landseite.

Brunnen für die Wasserversorgung wurden gebohrt, ein Eisenbahnstreckennetz nach bzw. von Binz errichtet sowie ein Straßennetz. Ein Kieslager wurde erschlossen, ein Kraftwerk und ein Wasserwerk errichtet. Zwei von acht Angestelltenwohnhäusern wurden gebaut. Vier Arbeitsdienst-Wohnlager einschließlich eines eigenen Speisehauses waren geplant, zwei wurden fertiggestellt und sind vorhanden und bewohnt. Für die Familien der Angestellten sollten eine Schule, ein Krankenhaus und kulturelle Einrichtungen geschaffen werden. Man rechnete mit ca. 5000 Angestellten und weiblichen Hilfskräften im Rahmen der obligatorischen Wehrdienstverpflichtung. Ein Wahnsinnsprojekt!!! Eine kleine Stadt für sich, die alle Bedürfnisse erfüllte, außer vermutlich die nach Intimität, Privatsphäre, Ruhe.

Die Zimmer, alle zur Seeseite gelegen, waren etwa 2,50m mal 5,00m groß (!), auf der Landseite befand sich ein vorgelagerter Flur von 2,50m Breite. Daraus ergibt sich die auffallend geringe Tiefe der Gebäude von nur 8 Metern! Lediglich die Unterlagerung der beiden unteren Geschosse zur Landseite beträgt 10,55m. Die Zimmer sollten schlicht und zweckmäßig eingerichtet werden: zwei Betten und ein Liegesofa, dazu Tisch und Stühle. Ein kleiner Vorraum mit Waschbecken (fließend kaltes und warmes Wasser!) und eingebauten Wandschränken, abgetrennt durch einen Paravent. Die Ausstattung aller Zimmer mit Zentralheizung sollte eine Nutzung auch in der kalten Jahreszeit, etwa 8 Monate im Jahr, ermöglichen. Die aus den Maßen der Skelettbauweise abgeleitete Zimmerform ließ auch eine Verbindung zweier Räume für Familien mit Kindern oder für eine Gruppe bis zu 6 Personen zu. Toiletten und Waschräume sowie Duschen sollte es in den Treppenhausflügeln geben.

Von den acht Blöcken stehen heute noch drei auf der Südseite und zwei im Norden. Ruinen zweier weiterer Blöcke schließen sich an. Hier wurden während der Besetzung durch die Sowjetarmee 1945 und später durch NVA-Einheiten Schießübungen vorgenommen, Nahkampf- und Häuserkampfübungen absolviert und Sprengversuche gemacht. Durch die massive Stahlbetonbauweise konnte allerdings nicht alles zum Einsturz gebracht werden. Nach Kriegsende versuchte man, die Gebäude zu demontieren. Ein „Abbau per Hand“ durch verpflichtete Ortsansässige musste nach einigen Unfällen mit Todesfolge aufgegeben werden. Ende der 40er-/Anfang der 50er-Jahre wurde aus Sicherheitsgründen der nur bis zum 4. Stockwerk errichtete vierte Block im Süden vollständig gesprengt. Seine Trümmer liegen noch im Wald verstreut. Trotz dieser Unvollständigkeit gilt die Anlage neben dem Reichsparteigebäude in Nürnberg als die größte geschlossene architektonische Hinterlassenschaft der nationalsozialistischen Zeit und steht heute unter Denkmalschutz. „Der Koloss von Rügen“ oder „Das längste Haus der Welt“ wird sie tituliert und viele Sagen ranken sich um sie herum. Das liegt überwiegend daran, dass das gesamte Gebiet bis 1991 militärisches Sperrgebiet war. Es hieß z. B., dass die gesamte Anlage durch drei unterirdische Geschosse miteinander verbunden sei. Richtig ist, dass alle Trakte durch einen übermannshohen Versorgungskanal zur Aufnahme von Energie- und Wasserleitungen verbunden sind. Diese enden aber jeweils an der Lücke des geplanten großen Festplatzes. Eine Unterkellerung dort war wohl geplant, wurde aber nicht ausgeführt. Also ist die 4,7km lange Anlage strenggenommen gar kein zusammenhängender Gebäudekomplex.

Wir waren in Stralsund, also an der günstigsten Position für einen Besuch in Prora. Ich machte Uschi den Vorschlag, eine Ausflugsfahrt mit Fix und Boxi zu unternehmen und das Meeresmuseum ausfallen zu lassen, zumal das Wetter wunderbar war. Also fuhren wir über die Rügenbrücke auf Deutschlands größte Insel. Es waren nur 45km und schon bald sahen wir durch den Wald hindurch lange graue Gebäudeteile entlang der Straße. Wir fuhren bis es nicht mehr weiterging und fanden an der Haltestelle der Jugendherberge einen Parkplatz. Da wir absolut keine Ahnung hatten, wo an dem Gesamtkomplex wir waren, liefen wir einfach mal drauflos. Wir kamen durch eine kleine Siedlung mit völlig identischen Häusern, die alle offensichtlich bewohnt waren und wussten erst im Nachhinein, dass es sich um die oben erwähnten Arbeitsdienst-Wohnlager handelte. Dann standen wir vor einer Mauer, links sah man graue verfallene Häuser und rechts strahlendweiße renovierte.

Prora alt+neu

Im Internet hatte ich erfahren, dass seit einigen Jahren Blöcke (v)ersteigert worden waren und jetzt renoviert werden. Ein Hotel sollte schon fertig sein. Ich interessiere mich ja sehr für Architektur und genau dieser Zustand von ruinenmäßig bis luxussaniert reizte mich. Auf der linken (Nord-) Seite sahen wir in der Ferne eine weiße Unterbrechung des Einheitsgraus. Dort ist schon 2011 in einem Drittel des zweiten Blocks eine Jugendherberge mit 96 Zimmern und insgesamt 400 Betten errichtet worden.

Prora JugendherbergeProra Jugendherberge (weiß)

Im Anschluss müssen die zwei Blöcke liegen, die nur noch als Ruinen vorhanden sind. Wir haben sie leider nicht gesehen, da wir uns entschieden, zum Strand zu gehen und dann nach rechts abzubiegen. Es gibt aber auch dazu ein Video auf youtube. Wir liefen an den Fundamenten einer der geplanten Gemeinschaftsanlagen entlang.

Prora RuinenProra RuinenProra RuinenProra Ruinen

Von der Seeseite her war der Kontrast zwischen alt und renoviert noch extremer und die Umsetzung und Gestaltung mit vorgesetzten Balkonen gefiel uns. Später erfuhren wir, dass diese Wohnungen vermietet wurden, teilweise als Sozialwohnungen. Sie schienen alle belegt zu sein.

Prora alt+neuProra MietwohnungenProra MietwohnungenProra Mietwohnungenehemalige LiegehallenProra Strand

Wir liefen weiter an der Garten-/Seeseite des Blockes entlang und fanden weitere Segmente, die noch restauriert wurden und größtenteils bereits völlig entkernt waren. Die seltsamen langen und offenen Fensterfronten konnten wir uns nicht erklären, jetzt wissen wir, dass das die geplanten offenen Liegehallen waren. (Während der späteren Nutzung der Anlage durch die NVA der ehemaligen DDR wurden die Liegehallen verglast und als Wohnraum genutzt.)

Prora entkerntProra entkerntProra ehem. LiegehallenProra entkerntProra entkerntProra Kunst am BauProra Kunst am Bau

Wir liefen den gesamten Block, also 500 Meter, ab und landeten an einer großen bewaldeten Freifläche. Weitere Gebäude waren nicht zu sehen und wir beschlossen, an der Landseite zurück zu unserem Mobil zu gehen und weiter nach Süden zu fahren. Die Freifläche war der geplante Festplatz, aber das erfuhren wir erst später. Wir fuhren auf der Landstraße ca. 2km nach Süden und folgten der Beschilderung zum Hotel „Solitaire“. Der frühere 3. Block (der 4. wurde ja gesprengt) wird z. Z. restauriert und war mit Planen verhängt. Der frühere (und jetzige) 2. beherbergt das erst 2016 fertig gewordene Hotel mit Suiten, Apartments und 120 Ferienwohnungen, die man auch käuflich erwerben kann. Die Preise beginnen bei 128000 Euro für eine 28m² Wohnung. 😉 Seit März diesen Jahres gibt es auch einen großen Fitness- & Spa-Bereich mit Hallenbad und Saunalandschaft. Alles vom Feinsten, versteht sich. Sogar eine Bäckerei, ein Café und ein italienisches Restaurant gibt es bereits in diesem Block.

Prora Hotel SolitaireProra Hotel SolitaireProra Hotel SolitaireProra Hotel Solitaire (ehemalige Liegehallen)Prora BäckereiProra BäckereiProra Hotel SolitaireProra Hotel Solitaire

Prora NVA-Museum Der nächste Block war in sämtlichen Daseinszuständen vertreten. Teilweise wurde heftig renoviert, teilweise sah schon alles fertig aus. Das NVA- Museum ist hier (noch) untergebracht, hat aber angeblich kein Geld zum Kauf und zur Renovierung.

Prora alt+neu
Prora altProra altProra altProra altProra BauzubehörProra SchuttProra PalettenProra BaumaterialProra alt+neuProra BauwagenProra RenovierungProra RenovierungProra Renovierung

Prora Eigentumswohnungen geplantKurz vor der Festplatzlücke wird Haus für Haus des jetzigen 3. Blockes in Eigentumswohnungen verwandelt (Qudratmeterpreise von €3391 bis €5.919), ein Hotel soll ebenfalls entstehen sowie eine Marina. Die Festplatzlücke soll modern, aber nicht weniger pompös als in den Originalentwürfen von 1935, bebaut werden. Es wird sich sicher lohnen, nächstes oder übernächstes Jahr noch einmal vorbeizuschauen und die Fortschritte zu beurteilen. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre ich sehr an einer der angebotenen Führungen durch die gesamte Anlage interessiert gewesen und an der auf dem Festplatzgelände gelegenen KdF-Ausstellung. Aber ich denke, dass wir hier noch einmal herkommen werden! Ob man in einer solchen, immer noch gigantischen, Ferienanlage Urlaub machen oder sogar in seiner Eigentumswohnung wohnen möchte, ist sicher Geschmackssache. Der Strandabschnitt gilt allerdings als der schönste von ganz Rügen!

Prora Festplatzbebauung Prora Festplatzbebauung

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

FELIZ PASCUA!!!

 
 

O S T E R N
sollte man nicht in Deutschland sein, sondern wirklich eher in Spanien (oder Portugal, wie ist denn dort gerade das Wetter???). Schlechter als hier kann es eigentlich nicht sein, obwohl es heißt, dass die Semana Santa, in der Hundertschaften von campingbegeisterten spanischen Großfamilien die Campingplätze überfallen, auch oft verregnet ist. Sollte man Ostern nicht vielleicht in den Mai verlegen? Weiß jemand, wo man das beantragen könnte???

Bei uns ist es kalt, stürmisch, regnerisch und für die nächste Woche sind ein paar Schneeflocken auf der Wetter-App zu sehen. Ja – pfui Teufel!

Trotzdem oder gerade deswegen wünschen wir allen unseren Lesern ein kuschelig warmes Zuhause, ob groß oder klein, ob mobil oder immobil und verweisen auf die Wünsche vom letzten Jahr, die auch diesmal wieder gelten!

von Oscarlotta on tour Veröffentlicht in Allgemein

In Stralsund

standen wir auf dem Stellplatz des Wohnmobilhändlers Dahnke. Der Platz liegt ca. 15-20 Gehminuten vom Zentrum entfernt direkt an der Rügenbrücke, es gibt auch eine Busverbindung in die Stadt. 40 Wohnmobile bis 9m und 7,5t sind willkommen, das reichte für Oscarlotta ja noch so gerade. Zwinkerndes Smiley Den Platz gibt es erst seit Mai 2014, er ist gut gestaltet, aber mit €15 nicht besonders preiswert. Bezahlt wird erst bei Abreise an einem Ticketautomaten, die ersten 15 Minuten nach Ankunft kann man bei Nichtgefallen den Platz kostenfrei wieder verlassen.

Stralsund kannten wir ebenfalls von 2002 und konnten uns gut daran erinnern, wie begeistert wir damals von der St.-Nikolai-Kirche waren, die im Inneren wunderbar mit Decken- und Pfeilermalereien in kräftigen, strahlenden Farben ausgestaltet war. Als älteste Pfarrkirche Stralsunds ist sie schon von weitem an ihren zwei unterschiedlichen Türmen zu erkennen, von denen nach einem schweren Brand 1662 nur einer einen barocken Helm und der andere aus finanziellen Gründen nur ein Notdach erhielt. Durch ihre Nähe zum Verwaltungszentrum, dem Rathaus, wird St. Nikolai als Hauptkirche betrachtet. In ihr fanden wichtige Ratssitzungen statt, auch Gesandte wurden hier empfangen. Es kam ihr aber noch eine weitere Funktion zu, durch die sie mit Recht als Hauptkirche betrachtet wird. Hier wurden die „bursprake“ verlesen, den Bürgern also wichtige Gesetze und Verordnungen bekannt gegeben. Heute gehört sie, zu Recht, wie wir finden, zum UNESCO Welterbe.

Wir nahmen die Fahrräder und fuhren erst einmal Richtung Hafen. Unterwegs hielten wir Ausschau nach einem Frisiersalon und wurden fündig. Ein winziger Laden, noch mit DDR-Charme eingerichtet, und ein Ein-Frau-Betrieb. Ja, sie hätte Zeit für uns, aber sie könne uns nur nacheinander bedienen. Kein Problem, Zeit hatten wir auch! Wir waren sowohl mit dem Ergebnis als auch mit dem Preis zufrieden.

Am Hafen ist das neue Ozeaneum errichtet worden, ein Monumentalbau, etwas gewöhnungsbedürftig und mit €17 pro Person auch nicht ganz preiswert. Die nördlichen Meere werden dort gezeigt und erklärt. Es gibt auch noch das ältere Meeresmuseum (Museum für Meereskunde
und Fischerei · Aquarium), das in der Altstadt in einem ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht ist. Dort „wohnen“ die Warmwasser- und Tropenfische und dort wollten wir am nächsten Tag hin. Dass es ganz anders kommen sollte, wussten wir da noch nicht.

RügenbrückeOzeaneumZollgebäudeZollgebäude

Das nicht mehr seetüchtige Segelschulschiff Gorch Fock mit seiner wechselvollen Geschichte (um sie 1945 nicht in die Hände der Roten Armee fallen zu lassen, wurde sie versenkt und konnte erst zwei Jahre später wieder geborgen werden, unüblicherweise mit stehenden Masten, so wie sie während der gesamten Zeit im Strelasund gut sichtbar auf Grund gelegen hatte) liegt dort seit 2003 und kann besichtigt werden. Wir bewunderten die alte Dame allerdings nur von außen.

Gorch FockGorch FockGorch FockGorch FockGorch Fock

Allein der Klecks Sprühsahne kostete 1 Euro! Wir sahen uns also die Stadt an, aßen in einem Café völlig überteuerten Kuchen und tranken Kaffee in keinem ausgewogenen Preis-/Leistungsverhältnis. Dem aufmerksamen Leser fällt sicher auf, dass wir ab und zu solche kritischen Anmerkungen machen, aber es ist leider im östlichen Teil Deutschlands so, dass wir uns öfter als woanders „abgezockt“ fühlen.

Stralsund ist hübsch, aber überschaubar und wir waren relativ schnell durch. Jetzt noch in die St.-Nikolai-Kirche! „Wir schließen jetzt!“ wurde uns, nicht besonders freundlich, mitgeteilt. Es war zwei Minuten vor vier! An der Eingangstür zum Kassenraum hing ein Hinweis, dass die Kirche am nächsten Tag wegen Wartungsarbeiten ganz geschlossen sei. Es stellte sich dann im Gespräch heraus, dass der noch amtierende Bundespräsident Gauck auf seiner Abschiedstour zu Besuch kommen sollte. So können wir leider keine Fotos dieser schön gestalteten Kirche präsentieren, sondern nur folgenden Link.

HafenHafenHafenTrabbiBürgerhäuserBürgerhausBürgerhausKirchenruineSt. MarienkircheSt. MarienkircheRathausRathaus

Abends entdeckte ich dann zufällig bei meiner Internetrecherche zu Stralsund etwas, das unsere Pläne für den nächsten Tag über den Haufen warf. Aber das ist eine andere Geschichte!

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