Lost in the jungle Teil 2

 
 
Ihr erinnert euch? Es geht noch etwas weiter! Denjenigen, die den ersten Teil gar nicht gelesen haben, weil er ihnen zu lang, zu kompliziert, zu negativ, zu trocken oder sonstiges war, sei gesagt, dass es nur ein einziges Mittel gibt, im Dschungel der Telefongesellschaften nicht verloren zu gehen. Das ist: informiert, wachsam, misstrauisch und hartnäckig zu sein. Oder wieder zu Rauchzeichen zurückzukehren. 😉

Ihr erinnert euch? Letzter Abschnitt (vor dem Foto) von „Lost in the jungle„. Wir mussten die verbilligte Hardware, die an den stornierten Vertrag bei 1&1 gebunden war, zurückschicken, um dann ein identisches neues Gerät zugeschickt zu bekommen. Soweit-so gut. Inzwischen sind 4 Wochen vergangen und in unserem online-account war immer noch für den zurückgeschickten Router keine Gutschrift erfolgt. Natürlich war aber bereits der Preis für den neuen Router von unserem Konto abgebucht worden! Außerdem stimmte etwas mit einer Rechnung nicht, die nachgebuchte 2GB-Flat war doppelt berechnet worden. Rechnungen lagen uns in dreierlei Art vor, in Papierform, als eMail-Anhang und im Kundenkonto online. Nachdem ich gestern Abend mal wieder mühsam versucht hatte, mir einen Durchblick zu verschaffen (mit zusätzlicher Überprüfung des letzten Kontoauszuges der Bank) und unser Tisch voll war mit diversen Notizzetteln, entschloss ich mich noch um 23:30 die Hotline von 1&1 anzurufen. Da ist tatsächlich rund um die Uhr jemand zu erreichen und wenn man die 1&1 SIM-Karte benutzt, ist der Anruf sogar kostenfrei! Nach relativ kurzer Zeit hatte ich eine „freie Mitarbeiterin“ am anderen Ende und im Verlauf des Gesprächs hörte ich im Hintergrund mindestens zwei weitere Hotline-Mitarbeiterinnen im Kundengespräch. Abends um kurz vor Mitternacht! Während der nächsten halben Stunde versuchte die freundliche Dame sich konzentriert und leise vor sich hin murmelnd mit der einen oder anderen Nachfrage einen Durchblick zu verschaffen. Sie konnte feststellen, dass der Router als zurückgeschickt vermerkt war, aber warum noch keine Gutschrift erfolgt war, wusste sie nicht. Sie wollte mir dann 30 Euro gutschreiben, wir hatten aber nur € 19,99 bezahlt. Wo denn der Preis für den Router stehe? Na, auf der Webseite, aber mit der Preispolitik ihrer Firma war sie offensichtlich nicht vertraut. Sie sagt mir also zu, € 19,99 gutzuschreiben. Jetzt noch die doppelt berechnete Flat. Ja, da kann sie mir leider nicht weiterhelfen, da ich den Einzelverbindungsnachweis bisher nicht freigeschaltet habe! Der ist, wie ich jetzt erfahre, standardmäßig deaktiviert. Als ich ihn noch während des Gesprächs aktiviere, steht dort, dass der Einzelverbindungsnachweis ab der ÜBERnächsten Rechnung zur Verfügung steht. Ihr Computer sagt ihr, dass ich zwei 2GB-Flats nachgebucht habe, ich sage ihr, dass das nicht stimmt. Ja, dann steht jetzt Aussage gegen Aussage!!! Es ist 3 Minuten vor 12 und da die Dame, wie sich kurz darauf rausstellt, um 0 Uhr Feierabend hat, sagt sie, dass sie sich ja gar nicht mit mir rumstreiten will und mir die € 9,99 auch noch vergütet. Die insgesamt € 29,98 würden mit den folgenden Rechnungen verrechnet. Ihr wisst also, was ich die nächsten Wochen zu tun habe?

Teil 3 folgt dann irgendwann einmal…

Lost in the jungle

 
 
Nach einigen erheiternden/frustrierenden/unverschämten/ärgerlichen/unsinnigen/total bescheuerten Erfahrungen mit den Bedingungen und Gepflogenheiten der Handynetz- und Tarifanbieter muss ich meinen Gefühlen hier mal freien Lauf lassen. Vielleicht lernt der Eine oder Andere von euch ja daraus oder wird zumindest etwas wachsamer vor Abschluss eines Vertrags oder Buchung eines Volumentarifs.

Es fing an, als wir vor fast 2 Jahren Uschis Vater zu seinem 85sten Geburtstag ein Tablet geschenkt hatten, damit er, wenn wir die Wintermonate in Spanien verbringen, zusätzlich zu den wöchentlichen Telefonaten unsere Blogeinträge verfolgen kann. Also musste logischerweise auch ein Internetzugang her! Die Telekom schied aus, weil er schon seit Jahren keinen Festnetzanschluss mehr hat, sondern über Vodafone die Zuhause-Option zu seinem Mobilfunkvertrag nutzt. Vodafone schien von der Netzabdeckung her geeignet zu sein, vorsichtshalber lieh ich mir von Freunden zusätzlich einen Mobilfunk-Stick im Telekom-Netz aus. Bei beiden war das enttäuschende Ergebnis GPRS, also das langsamste Internet, was es gibt. So langsam, dass man sich in der heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellen kann, dass es das noch gibt. Eine Geschwindigkeit wie in der Internetsteinzeit Anfang der 90er-Jahre. Selbst für einen 85-Jährigen mit keinerlei Computer-/Internetvorkenntnissen eigentlich nicht tragbar. Er wohnt im Randgebiet einer Kleinstadt. Aber er konnte deswegen ja schlecht umziehen! Ich fand nach eingehenden Recherchen ein günstiges Angebot im Vodafone-Netz, befristet auf zwei Jahre, danach würde es deutlich teurer werden. DAS IST DIE ERSTE FALLE!!! Die Tarifbetreiber hoffen, dass man dies im Verlauf der zwei Jahre vergisst, den Vertrag nicht rechtzeitig kündigt und dann für mindestens ein weiteres Jahr mit wesentlich höheren Gebühren gebunden ist. Denjenigen von euch, die jetzt fragen, warum Vertrag und nicht Prepaid, sei gesagt, dass Vertrag immer die besseren Konditionen hat. Nur wenn man, wie wir, viele Monate des Jahres im Ausland verbringt, lohnt sich ein Vertrag nicht.

Das Vodafone-Internet kroch in Schneckengeschwindigkeit durch den angesteckten Stick in das Tablet. Wenn Uschis Vater Glück hatte, konnte er nach einigen Minuten immerhin schon unsere Texte lesen, die Fotos brauchten laaange oder wurden erst gar nicht angezeigt. Zu unserem und seinem Glück hatte er keinerlei Vergleichsmöglichkeiten zu schnellem Internet und behauptete auch, er habe doch Zeit. Nun ja! Ich probierte, dem Stick in einem Mobilfunk-Router direkt auf der Fensterbank zu mehr Geschwindigkeit zu verhelfen, es war erfolglos!

Wir nutzten seit Jahren einen Stick der Internetcommunity wkw (wer kennt wen) im Vodafone-Netz. Das war nicht die preiswerteste Variante, aber unkompliziert und zuverlässig. Guthaben konnte nach Belieben aufgebucht werden und verfiel nicht während unserer Spanienmonate. GROSSER VORTEIL (wenn auch teuer): Falls das gebuchte Volumen vor Ende der gebuchten Zeit aufgebraucht war, konnte man ein neues Paket kaufen und von vorne anfangen. Das ist nicht bei allen Anbietern der Fall, oft muss man mit dem oben erwähnten Schneckentempo bis zum Ende der Laufzeit auskommen. Im Mai, wir hatten kaum die Grenze von Frankreich nach Deutschland überfahren, wollte ich wkw aktivieren. Es ging nicht! Ich vermutete schlechten Mobilfunkempfang, wunderte mich allerdings, dass mein Handy, auch Vodafone, dies nicht bestätigte. An einem anderen Standort passierte das Gleiche. Irgendwann rief ich bei der Hotline an und erfuhr, dass wkw seinen Mobilfunkbereich zum Ende des Monats Mai aufgeben würde. Ob ich denn keine Post bekommen hätte? Hatte ich bestimmt, aber ich war halt noch nicht da, wo meine Post lag. Ja – aber, wir haben doch erst Anfang Mai, warum funktioniert es jetzt schon nicht mehr? Und wieviel Guthaben habe ich denn noch??? Die Post besagte, man möge doch bitte die ab und zu auftretenden technischen Schwierigkeiten entschuldigen und eine Kontoverbindung angeben, wohin das Restguthaben zurückerstattet werden würde. Es betrage € 8,41. Inzwischen in Lauterburg gelang es mir zwischen zwei auftretenden technischen Schwierigkeiten, mich einzuloggen, ein Internetpaket zu buchen und dabei konnte ich feststellen, dass mein/unser Guthaben noch € 19,76 betrug!!! Ich telefonierte wieder, um mitzuteilen, dass ich mein Guthaben bis zum Ende des Monats verbrauchen würde und dass es wesentlich höher sei als mitgeteilt. “Unser System sagt € 8,41”, war die Antwort! Bis Ende des Monats hatte ich erfolgreich zwei Wochenflats zu je einem GB gebucht und verbraucht, die deutlich teurer als € 8,41 waren. DAS IST DIE ZWEITE FALLE!!! Wenn man nicht selbst nachprüfen kann, wieviel Geld man noch auf dem Konto hat, erzählen sie einem die Story vom Pferd. Hätte ich das Geld zurückbuchen lassen, hätte ich mit Sicherheit nur € 8,41 bekommen. Beispiel Aldi, unsere SIM-Ersatzkarte für besondere Anlässe: Wir hatten die Karte verlegt, sie war weder in dem entsprechenden Handy noch im Tablet noch im Web-Stick. Ich wusste, dass noch Guthaben da war, aber nicht wieviel. Der freundliche Aldi-Mitarbeiter von der Hotline sagte, kein Problem, er schickt mir kostenfrei eine neue SIM-Karte, überträgt das Guthaben von € 20 und wenn ich die neue SIM in Betrieb genommen und aktiviert habe, wird die alte automatisch deaktiviert. Die neue Karte kommt, wir fahren nach Spanien (wo ich sie nicht wirklich brauche). Irgendwann haben wir kein Internet und ich will das wöchentliche Telefonat mit unserem Freund Brodo über Aldi führen bzw. ihm eine SMS schicken, dass er mich anruft. Er hat eine Flatrate und Aldi hatte gerade die Roaminggebühren abgeschafft. Mein Handy sagt, dass das Guthaben € 0,00 beträgt! Also kann ich noch nicht einmal bei der Hotline nachfragen. Das tue ich, als wir wieder in Deutschland sind. „Tut mir Leid, aber ich kann die Verbräuche nur 90 Tage zurückverfolgen.“ Also habe ich Pech gehabt? Ja, leider!!! € 20 im A…

Den Vertrag für Uschis Vater kündigte ich fristgerecht und bat um eine Kündigungsbestätigung. Die kam (natürlich) nicht. Nachfrage bei meinem Bruder in Bochum (meine Meldeadresse), nichts. Also telefonisch nachfragen, “der nächste Mitarbeiter ist schon für Sie reserviert, bitte legen Sie nicht auf, alle Mitarbeiter sind momentan im Kundengespräch”. Sie haben keine Kündigungsbestätigung von uns bekommen??? Das verstehe ich aber gar nicht! DAS IST DIE DRITTE FALLE!!! Kündigungen unbedingt per Einschreiben schicken oder faxen (ich hatte gefaxt). Und frühzeitig nachhaken!!!

Uschis Vater braucht ab Mitte August einen neuen Internetanbieter. Also wieder Vodafone, Telekom mit und ohne Router bei ihm zu Hause getestet. In den letzten zwei Jahren hat sich leider offensichtlich nichts verbessert, immer noch nur GPRS. Nach frustrierenden hin und her-Versuchen sagt Uschi zum Schluss: “Probier doch mal Aldi!” Hahaha, E-Plus-Netz in Zang! Ich probiere trotzdem und SIEHE DA: EDGE! Das ist auch noch nicht wirklich schnell, aber immerhin ca. 4x so schnell wie GPRS. Hurra!!! Wir überließen ihm unsere SIM-Karte, ich richtete auf meinem Tablet eine Monatsflat ein (1,5 GB für € 9,99), wir tauschten seinen Internetstick, der nur SIM-Karten im Vodafone-Netz akzeptiert aus gegen unseren “freien” Stick und fuhren hocherfreut auf den Campingplatz zurück. Nach drei Wochen und der Aussage von Uschis Vater, dass das Internet jetzt wirklich schneller geworden sei, kauften wir ihm bei Aldi einen Stick (€ 39) und ein Starterpaket (€ 12,99 incl. SIM-Karte und € 10 Startguthaben). Unsere Karte und unseren Stick brauchen wir auf Dauer für uns. Beim Tausch wunderte ich mich, dass sein Tablet mir mitteilte, dass jetzt eine Tagesflat aktiv sei. Ich hatte vorher auf meinem Tablet mit seiner neuen SIM-Karte wieder eine Monatsflat gebucht. Mein Tablet, in das ich unsere alte SIM-Karte legte, die er jetzt drei Wochen genutzt hatte und wo noch eine Woche gültige Monatsflat verfügbar sein musste, sagte, dass die Tagesflat jetzt aktiv sei. Hä??? Also Anruf bei Aldi-Talk, “der nächste freie Mitarbeiter…”. Nachdem die freie Mitarbeiterin verstanden hatte, was ich von ihr wollte, erklärte sie mir, dass die SIM-Karte in Verbindung mit einem Stick nur für den Computer oder das Note-/Netbook gedacht sei. Ich müsse die SIM-Karte in ein Tablet einlegen, um die “kleine” Flat nutzen zu können. Sonst würde jeden Tag eine Tagesflat berechnet. (€1,99 mal 30 Tage gleich € 59,70!!! Ein wenig teuer, oder?) Gute Frau, es gibt Tablets mit SIM-Karteneinschub und solche, an die man nur einen Stick mit eingelegter SIM-Karte anstecken kann! Ja, aber dann funktioniert es eben nicht! Dann geht nur die Tagesflat oder die “große” Monatsflat (€ 14,99 für 5 GB). Wo steht das in Ihren Prospekten, im Internet etc.? Schwammige Antwort und Wiederholung dessen, was ich nun schon weiß. Ja, die Monatsflat ist aktiv und auch berechnet worden, zusätzlich jeweils eine Tagesflat an den Tagen, an denen das Internet genutzt wurde. Wir können ja nichts dazu, wenn Sie die Monatsflat dann gar nicht nutzen. WIR KONNTEN SIE NICHT NUTZEN, WEIL UNS NIEMAND GESAGT HAT, DASS ES SO NICHT FUNKTIONIERT!!! Also gut, sie verbindet mich jetzt mit der Kulanzabteilung, ich erzähle die ganze Geschichte noch einmal, bekomme das Gleiche zu hören und die freundliche freie Mitarbeiterin stimmt mir sogar zu, dass das alles wenig kundenfreundlich ist. Ob sie die Möglichkeit habe, solche Kritikpunkte weiterzugeben? Eher nicht, aber sie schreibt mir die € 9,99 gut. DAS IST DIE VIERTE FALLE!!! Glaube nicht, dass alles in Ordnung ist, nur weil es so zu sein scheint! Sei misstrauisch, glaube niemandem irgendetwas, kontrolliere und überprüfe alles und ständig.

Jetzt gäbe es mehrere Möglichkeiten:
Umzug in eine Gegend mit besserem Netzausbau – nicht realisierbar.

Ein anderes Tablet mit SIM-Karteneinschub kaufen – unsinnig.

Die Monatsflat für € 14,99 mit 5 GB buchen, von denen er dann vielleicht 500 MB verbraucht – unwirtschaftlich und Verschwendung.

Nach einem anderen Anbieter im E-Plus-Netz suchen, bei dem es diese Stolperfalle nicht gibt – zeitaufwändig und Ingrid hat die Nase voll.

Den Internetzugang rationieren und per Tagesflat nur noch nutzen, wenn wir Bescheid gesagt haben, dass wir einen neuen Blogbeitrag online haben – unbefriedigend, aber machbar.

Wem noch etwas einfällt, bitte melden!!! Ich könnte noch weiter auflisten, z. B., dass man GEBRAUCHTE verbilligte Hardware, die an einen stornierten Vertrag gebunden ist und die man gegen Bezahlung des Differenzbetrages behalten möchte, zurückschicken muss, um dann ein identisches, NEUES  Modell zugeschickt zu bekommen. Dass bei einem stornierter Vertrag der Internetzugang durch deaktivieren der SIM-Karte nicht zum Monatsende, sondern nach Eingang des Stornierungsantrags gesperrt wird. “Sie hatten zusätzliche 2 GB Volumen dazugebucht und hätten bis zum Monatsende noch sechs Tage Zeit um es zu verbrauchen? Das tut mir Leid, aber einen stornierten Vertrag kann ich nicht mehr reaktivieren!” Und so weiter, und so fort. Ich mache jetzt Schluss, ist eh schon ein halber Roman geworden. Mein Fazit ist: Du wirst überall zu besch… versucht, der Begriff “Ehre” scheint nicht mehr bekannt und schon gar nicht mehr gebräuchlich zu sein, wer dumm, gutgläubig oder vertrauensvoll ist, hat im Zweifel halt Pech gehabt. Antwort bei Beschwerde: “Ach, das haben Sie nicht gewusst??? Das tut mir jetzt aber Leid!”

unsere verschiedenartigen mobilen Internetlösungen

P. S.: Informiert euch über den Abrechnungszeitraum eures gebuchten Volumens! Das geht nicht immer vom ersten Tag bis zum letzten Tag des Monats und erst recht nicht von der ersten Verwendung an 30 Tage. Bei 1&1 z. B. wird in der Nacht vom 22. auf den 23. umgestellt. Wenn ich also am 18. d. M. mein 3 GB-Volumen beginnen werde, weil ich gerade dann meine neue SIM-Karte zugeschickt bekommen habe, verfällt alles, was ich bis zum 22. nicht verbraucht habe. Ich glaube NICHT, dass es anteilig verrechnet wird.