2017 – Das Ende der Welt???

 
 
Rostock kannten wir noch nicht. Und wenn wir schon in der Nähe waren, würden wir es uns natürlich ansehen. Leider gibt es in Rostock zwar einige ausgewiesene WohnmobilPARKplätze, aber keinen Stellplatz. Nur in Warnemünde oder im 11km entfernten Elmenhorst. Wir fuhren Elmenhorst an und wurden nicht enttäuscht. Ein gut und großzügig angelegter Stellplatz für 24 Mobile mit unterschiedlich großen Parzellen, 5 bis 12m, 18 bis 10m und einer bis 8m Länge. Die Breite ist einheitlich mit 6m ausreichend bemessen. Der Untergrund besteht aus Pflastersteinen, an einer Längsseite befindet sich ein Klettergarten, an der anderen ein Betriebsgelände und nach hinten (wo wir gestanden haben) sind große Ackerflächen. Es war wunderbar ruhig dort! Bezahlt wird per Automaten (€10/24 Std.), V/E-Station ist natürlich vorhanden sowie ausreichend Automaten-Stromsäulen. Der Clou aber ist, dass es zwei Smarts zu mieten gibt für €25/Tag (incl. 200km) oder €150/Woche (incl. 350km). Es gab zwar auch eine Busverbindung nach Rostock, Warnemünde, Bad Doberan, Kühlungsborn, aber der Fahrpreis betrug pro Person 13 Euro für Hin- und Rückfahrt. Da war der Smart eindeutig nicht nur preiswerter, sondern sehr viel komfortabler! Gesagt, gebucht!

Stellplatz Elmenhorst

Einen Großparkplatz gab es am Stadthafen, ein paar hundert Meter und ein paar Treppenstufen später waren wir in der Innenstadt. Riesige interessante Gebäude unbekannter Herkunft, riesige Kirchen, eine riesig breite Straße, die auch so hieß (nicht Riesig Breite Straße, sondern nur Breite Straße). Cooles Smiley Nicht sie, sondern die Lange Straße, war zu DDR-Zeiten als Aufmarschstraße geplant und gebaut worden. Unser Eindruck von der Stadt: eine Einkaufsstadt zum Shoppen, noch ein paar ganz nette alte Viertel, aber kein Vergleich zu Wismar! In der Petrikirche, mit einer Turmhöhe von 117m die höchste Kirche, fuhren wir per Aufzug auf die Aussichtsplattform in 44m Höhe. Beeindruckender als die Aussicht war der Blick in das offene Turmgestühl 70m über uns. Ein Gemälde erregte meine Aufmerksamkeit. Es zeigte die im 2. Weltkrieg völlig zerbomte Stadt zur Marienkirche hinüber.

Marienkirche Marienkirche

Rostock scheint ziemlich zerstört worden zu sein, was erklärt, dass es nicht mehr so viele alte Häuser gibt.

KerkhoffhausKrahnstöverhausBürgerhausBank

Die Marienkirche, die größte und schönste Kirche Rostocks von 1230, sahen wir uns natürlich auch noch an! Und dort faszinierte uns vor allem die alte Astronomische Uhr. Sie ist die einzige weltweit (!), die mit ihrem ursprünglichen mittelalterlichen Uhrwerk von 1472 noch bis heute präzise funktioniert. Tag für Tag werden ihre fünf Werke von Hand aufgezogen. Die exakten Anzeigen der Uhrzeit, der Mondphasen und des Sonnenjahres sowie die zahlreichen Daten der Kalenderscheibe zeugen von der hohen Kompetenz der Wissenschaft des Mittelalters. Verblüfft und etwas beunruhigt entdeckten wir bei genauerem Hinsehen, dass die Daten der jetzigen Kalenderscheibe 1885 beginnen und 2017 enden! Ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet das Jahr 2017 das letzte ist, das dargestellt wird? Und wir nicht 2016 oder 2018 davorstehen, sondern ausgerechnet 2017???

Astronomische UhrAstronomische Uhr

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.