Doppeldesaster in Scharbeutz

 
 
Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz war für den 7. Januar angekündigt, wir hatten also noch gut eine Woche Zeit, da es nicht wahrscheinlich war, dass ein Lockdown, falls er denn beschlossen werden sollte, bereits am nächsten Tag in Kraft treten würde. Klar war aber, dass wir vor dem Beginn in unserem Lockdown-Hafen eintreffen müssten. Da die Infektionsdaten über Weihnachten und Neujahr und die Zeit dazwischen sehr unzuverlässig waren und es auch Anfang Januar noch längere Zeit als bis zum 7. Januar dauern würde, bis man absehen könnte, ob durch die sich verbreitende Omikron-Variante die Infektionen in dem Maße zunehmen würden, wie die Wissenschaftler vorhersagten, rechneten wir nicht damit, dass bei der MPK ein Lockdown beschlossen würde. So war es dann ja auch. Wir denken aber, dass das Infektionsgeschehen bis Ende Januar/Mitte Februar aussagekräftig sein wird und wenn es so weitergeht wie jetzt, dann ist völlig offen, wie von Seiten der Regierung darauf reagiert wird. Diesmal geht es ja nicht mehr „nur“ um eine Überlastung der Krankenhäuser, sondern um die Aufrechterhaltung der gesamten kritischen Infrastruktur Deutschlands. Es gibt eine ganze Menge sog. systemrelevanter Berufe! Schon, wenn die Müllabfuhr nicht mehr in den gewohnten Intervallen geschehen kann, ist das mindestens lästig. Schlimmer, wenn bei Strom, Gas, Wasser oder der Belieferung der Supermärkte gravierende Ausfälle stattfinden. Vor einigen Tagen lief (wieder) eine Dokumentation der heftigsten Tage im Katastrophenwinter 1978/79 in Norddeutschland und dort wurde sehr deutlich, wie abhängig wir z. B. von funktionierendem Strom sind.

NebensaisonIch wollte endlich mal wieder an die Ostsee! Nicht in den Osten der Republik, sondern nur an die Lübecker Bucht, nach Scharbeutz. Im „Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz“ waren wir das letzte Mal vor zwei Jahren. Ich schaute auf der Homepage nach den Preisen und fand, dass die Nebensaison vom 1. Januar bis zum 27. Februar geht und der Platz dann für normalgroße Wohnmobile (es gibt auch kleinere „Bulli“-Plätze) €15 kosten soll. Das war der Preis, den ich aus früheren Jahren kannte und so rief ich dort an und reservierte für eine Woche zwei Plätze. Ich vergewisserte mich nicht, dass der Preis stimmt und das war ein Fehler!!!
Uschi war wie immer früher da und teilte mir per SMS mit, dass die Nacht nicht €15, sondern €27,50 kosten soll! Hä? Erstauntes Smiley Ich fuhr auf den nächsten Parkplatz und checkte die Preisliste: €15 ab dem 1. Januar!!! Uschi fing mich an der Zufahrt ab und wir gingen gemeinsam in die Rezeption. Der Rezeptionist am Kassencomputer hatte Kundschaft, aber ein anderer Angestellter meinte, wir könnten auch zu ihm kommen. Ich teilte ihm mit, dass ich auf der Camping-Webseite einen Beginn der Nebensaison am 1. Januar und einen Preis von €15/Nacht gefunden hätte, meine Freundin mir aber mitgeteilt hätte, dass es jetzt €27,50 kosten solle. Als Beweis zeigte ich ihm die geöffnete Preisliste auf meinem Telefon. Er wurde sofort ungnädig und im weiteren Verlauf des Gesprächs unverschämt. Um was für ein Jahr es sich denn handeln würde? Ah, 2021! Mein Einwand war, dass es keine neueren Angaben gebe. Der andere Rezeptionist warf ein, dass die Preisliste noch nicht aktualisiert sei. Ja, also, wo sollte ich denn dann schauen? Der unfreundliche Mitarbeiter wurde laut und ich sagte ihm, dass ich unter diesen Umständen lieber mit seinem Kollegen, der inzwischen frei war, weiterreden würde. Das stachelte ihn allerdings noch mehr an und er mischte sich auf unflätige Weise mehrfach in das Gespräch ein. Der freundliche Rezeptionist erklärte uns dann, dass vom 23.12.2021 bis zum 9.1.2022 „Super-Hauptsaison“ sei mit Preisen wie im Sommer. Zu finden war diese Angabe dann tatsächlich bei der Spalte Hauptsaison, wo ich natürlich nicht nachgeschaut hatte, da bei der Spalte Nebensaison ja eindeutig der 1. Januar stand und nicht, wie es richtig gewesen wäre, der 9. (für das Jahr 2021). Ich erklärte ruhig, aber bestimmt, dass ich nicht bereit wäre, für einen Platz, der nicht größer ist als auf jedem Wohnmobilstellplatz und noch dazu völlig verschlammt (Erfahrung von vor zwei Jahren, aktuell bestätigt durch Uschi), €27,50 zu bezahlen! Und dass ich die Differenz von €15 zu €27,50 auch heftig finden würde! Und dass ich unter diesen Umständen meine Reservierung stornieren möchte und dass ich, falls er eine Stornierungsgebühr verlangen müsse, diese bezahlen würde. Der nette Angestellte fütterte seinen Computer mit den nötigen Angaben und teilte mir dann mit, dass die Reservierung kostenfrei storniert sei, der andere musste mich unbedingt noch in aggressiver Form darauf hinweisen, dass eine Stornierung im Normalfall bezahlt werden müsste! Ich sagte ihm, dass ich genau das ja angeboten hätte und er sich diese Bemerkung hätte sparen können. Dem netten Rezeptionisten sagte ich, dass ich schon mehrfach bei ihnen gewesen sei und mich immer wohlgefühlt hätte, aber unter diesen Umständen wohl nicht mehr wiederkommen würde. Solch eine Behandlung wie durch seinen Kollegen bräuchte ich mir nicht anzutun, generell nicht und als zahlender Kunde schon erst recht nicht!

SchlammplätzeSchlammplätze

Nach außen war ich ruhig, aber in mir brodelte es!!! Eigentlich hätte ich meinen Wassertank auffüllen müssen und Oscarlotta stand schon auf der VE-Station, aber jetzt wollte ich nur so schnell wie möglich weg! Uschi hatte sich für den nächsten Tag schon eine Waschmaschine und einen Trockner (jeweils €5!!!) reserviert und sich häuslich eingerichtet und blieb dort.

Es gibt noch einen „richtigen“ Wohnmobilstellplatz in Scharbeutz und dort fuhr ich hin, in der Hoffnung, einen freien Platz zu bekommen, Scharbeutz war nämlich augenscheinlich voll. Da z. Z. ja bei Berherbergungsbetrieben 2G+ gilt, werden Ankommende überprüft und damit sich keiner durchmogeln kann, war die Einfahrt mit Absperrgittern und -schildern verschlankt. Es war inzwischen fast dunkel und in der Einfahrt stand bereits ein Wohnmobil. Ich hielt schräg am Beginn der abschüssigen Einfahrt. Weiter vorfahren konnte ich nicht, weil dann niemand mehr hätte rausfahren könne, aber auch nicht weiter zurück, weil ich dann mit dem Heck schon auf der Straße gestanden hätte. Zum Glück kam relativ bald ein Mann von links aus Richtung der Anmeldung, schaute zu mir rüber und zeigte auf sein Fahrzeug. Ich konnte mir nicht erklären, was das bedeuten sollte, aber dann tauchte er auf der rechten Seite wieder auf, schob seine Trittstufe rein, stieg zur Fahrertür ein und fuhr los. Ich war froh, dass ich nicht länger hatte warten müssen und fuhr langsam rein. Bis es plötzlich ein sehr unschönes Geräusch gab und ich im rechten Rückspiegel sah, dass ich offenbar ein Absperrschild umgefahren hatte! Erstauntes Smiley Es stand dort wohl, um zu verhindern, dass man beim Reinfahren díe Vorgartenmauer mitnimmt. Das hatte sicherlich auch seine Berechtigung, denn als ich aussteigen wollte, verhinderten die Mauersteine das Ausfahren meiner Trittstufe. Das hatte mir nun gerade noch gefehlt!!!

EinfahrtEinfahrtEinfahrtcorpus delicti

Nachdem ich in den Vorgarten geklettert war, konnte ich sehen, dass das Schild sich unter Oscarlotta verkeilt hatte und noch in seinem Ständer steckte. Ich musste den mit meinen Zwillingsreifen vorgeschoben haben, bis das Schild umkippte und unter Oscarlotta gezogen wurde. Ich versuchte, es herauszuziehen, hatte aber keine Chance. Also ging ich zur Anmeldung. Dort saß eine ältere Dame. Als ich ihr mein Dilemma schilderte, reagierte sie mit „Ach, Sie armes Mädchen!“ und schob mir erst einmal zwei Bonbons zur Beruhigung meiner Nerven rüber, bevor sie den Platzwart anrief. Inzwischen war ein weiteres Wohnmobil angekommen, das offenbar schon auf dem Platz stand. Die Beifahrerin war ausgestiegen und fragte mich, ob ich mein Fahrzeug nicht ein Stück nach vorne fahren könne, damit sie vorbeifahren könnten. Ich entschuldigte mich und erklärte, dass ich das nicht könne und warum und dass der Platzwart schon unterwegs sei. Daraufhin schob sie die Absperrgitter ein Stück zur Seite und ihr Mann fuhr ihr Wohnmobil durch. Jetzt kam ein „Dickschiff“ und wollte den Platz verlassen. Das passte nun beim besten Willen nicht mehr durch und ich erklärte meine Notlage erneut. Vom Platzwart war noch nichts zu sehen und die ältere Dame wählte immer wieder neu. Ich beschloss, noch einmal zu versuchen, das Schild unter Oscarlotta herauszuziehen. Die lange Metallstange, die abends und nachts als provisorischer Schrankenersatz dient, konnte ich aus ihrer Halterung ziehen, die Nikolausmütze saß bombenfest, genau wie das Schild in seinem Ständer. Während ich mich noch abmühte, hörte ich jemanden fragen, ob er mir helfen könne? Es war nicht der Fahrer des Dickschiffes, sondern ein jüngerer Mann, der mit seiner Frau wohl gerade vorbeiging. Ich weiß nicht einmal, ob es Reisemobilisten oder einfach nur Passanten waren. Natürlich sagte ich ja! Aber auch er bekam das Schild zunächst nicht aus seinem Ständer herausgezogen, der fast in der Mitte unter Oscarlotta lag. Er leuchtete mit seinem Smartphone von der anderen Seite, um sich einen Überblick zu verschaffen und mobilisierte dann seine ganze Kraft und schaffte es wirklich, das Schild herauszuziehen. Einen kurzen Moment dachte ich, dass er die Kunstoffverkleidung zwischen Kotflügel und Trittstufe mit herausreißt, aber die gab nach und ging in ihre Ursprungsform zurück. Wegfahren konnte ich aber immer noch nicht, zumindest nicht auf direktem Weg, sonst hätte ich über den Ständer fahren müssen. Ich sagte dem Mann, dass ich mit eingeschlagener Lenkung rückwärts so weit zurückfahren würde, dass ich danach um den Ständer herumfahren könne. Ich war so aufgeregt, dass ich zunächst den falschen Gang erwischte, aber dann klappte alles und ich konnte Oscarlotta ein Stück weiter auf einem schmalen Parkstreifen für PKWs diagonal zwischen einem Smart und einem Wohnmobil abstellen, sodass ich niemanden mehr blockierte. Als ich ausstieg, stand das Schild in seinem Ständer wieder an seinem Platz, als sei nicht passiert und der nette Helfer war nicht mehr da. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich mich bei ihm bedankt habe! Verlegenes Smiley
Just in dem Moment kam auch der Platzwart an, überprüfte als erstes meinen Impfstatus, hörte sich dann meine Geschichte an und untersuchte das Schild auf Schäden. Es waren ein paar Schürfstellen zu sehen, aber das fand er nicht weiter bemerkenswert und erklärte mir, dass ich davon ausgehen könne, dass von Seiten des Platzes keine Ansprüche an mich geltend gemacht würden. Ob mein Fahrzeug denn beschädigt worden sei? Das konnte ich noch nicht mit Sicherheit verneinen, auf den ersten Blick sah es allerdings eher gut aus.

PlatzübersichtEr erklärte mir die Platz- und Bezahlbedingungen und wo es noch freie Plätze geben würde. Von der Einfahrt aus sah der Platz nämlich voll aus. Ich solle mir einen Platz aussuchen und dann am Zahlautomat ein Ticket lösen. Das gelte bis zum nächsten Mittag und wenn ich noch länger bleiben wolle, könne ich dann verlängern, außerdem einen Meldeschein ausfüllen und die Kurtaxe bezahlen. Ich verstand, dass der Ticketautomat nur bar zu bezahlen ist und nicht wechselt. Als ich den erstbesten ausreichend großen Platz besetzt hatte (Hinweis des Platzwartes, immer so reinfahren, wie alle anderen in der Reihe schon stehen), installierte ich zunächst meine Winterabdeckung des Armaturenbrettes, steckte das Stromkabel an, telefonierte mit Uschi und ging dann mit einem 10-Euro-Schein und €2,50 in Münzen zum Automaten. Der funktionierte zwar, wollte aber den Geldschein nicht annehmen. Nicht, dass er ihn wieder ausspuckte, er wurde gar nicht erst eingezogen. Dafür wurde eine Kreditkarte angefordert, die ich aber nicht dabei hatte. Vielleicht hätte ich noch irgendeine Taste drücken können oder sollen, aber das überforderte mich alles total. Ich bat einen vorbeikommenden jungen Mann, mir zu helfen und drückte ihm meinen Geldschein in die Hand. Er schaffte es auch nicht. Ein Paar, das ich ansprach, meinte, der Ticketautomat sei neu, sie hätten dort noch nie bezahlt und sie wären früher schon öfter erst spät abends angekommen und hätten erst am nächsten Morgen bezahlt und das wäre nie ein Problem gewesen. Ich ging also zu Oscarlotta zurück, aber die Angelegenheit ließ mir keine Ruhe. Ich suchte weitere Münzen im Wert von 10 Euro zusammen und nahm meine EC-Karte mit. Am Automaten blinkte wieder das Kartensymbol, ich hielt die Karte vor das Lesefeld, musste meine PIN eingeben und schon erschien auf dem Display der Hinweis, dass mein Ticket gedruckt würde. Im selben Moment fiel es schon unten in das Ausgabefach! Und ich fiel kurze Zeit später in mein Bett! Was für ein bescheidener Tag! Oscarlotta hatte offenbar wirklich nichts abgekriegt außer einem weiteren Haarriss im Kotflügel. Noch einmal Glück gehabt!

Am nächsten Mittag erledigte ich meine Anmeldung, verlängerte meine Aufenthaltsdauer und zahlte die Kurtaxe von €1,50/Tag. Außerdem fotografierte ich den „Tatort“. Uschi hatte Waschtag und so ging ich allein über die Promenade, an den ganzen Lokalen und Geschäften vorbei bis zur Bäckerei „Junge“. Die Tür zum Verkaufsraum stand offen, drinnen war es fast leer und ich genoss einen großen Milchkaffee und meinen ganz speziellen Lieblingskuchen. Danach ging es mir wieder besser! Smiley

Stellplatz

Im Laufe der Woche zog Uschi dann auch um, wir machten gemeinsame Strandspaziergänge und fuhren mit ihrem Gespann zum Einkaufen und Gasflaschen tauschen und LPG tanken. Vom Platzwart hatten wir den Tipp bekommen, nach Süsel zur Firma „Ostseegas“ zu fahren. Und tatsächlich zahlte ich dort für den Tausch meiner 11-Kilo-Flasche nur €19,99 und keine €32! Und das LPG kostete auch endlich mal wieder unter 80 Cent!

Uschi ist daStrandStrandStrand

Der Wohnmobilstellplatz Scharbeutz ist übrigens einwandfrei, bietet Platz für 85 Mobile auf Schotterrasen, verfügt über eine großzügige VE-Station und ausreichend Stromautomaten mit Bezahlfunktion. Für €1 erhält man 1,5 kWh. Sanitäranlagen sind noch im Bau. Die Betreuung, sowohl in der Anmeldung durch die Mutter/Schwiegermutter der Betreiber als auch durch den Platzwart, ist sehr freundlich und hilfreich. Dekoriert wird auch gerne!

Rezeption/SanitärgebäudeDekoDekoDeko

Der Weg bis ins Zentrum ist um einiges kürzer als vom Ferienpark aus. Für uns ist klar, dass wir in Zukunft immer auf den Stellplatz fahren werden. Ich habe übrigens erst vor wenigen Tagen beim Ostseestrand Ferienpark Scharbeutz noch einmal auf die Webseite und die Preisliste geschaut. Und siehe da, das Datum bei der Nebensaison wurde vom 1. Januar auf den 9. Januar geändert! Aber aktualisiert auf 2022 war die Seite immer noch nicht! Sarkastisches Smiley

ja - ist denn schon KarnevalDa der Platzwart sein Wohnmobil direkt gegenüber meines Platzes stehen hatte und dort jeden Tag um 17 Uhr die Impfnachweise der Neuangekommenen kontrollierte, gelang mir an einem Tag noch ein witziges Foto! Wir blieben bis zum Sonntag und sind jetzt, wie im letzten Beitrag schon berichtet, in unserem Lockdown-Notquartier und warten hier mal bis Ende des Monats ab, wie sich die Lage entwickelt. Es kann sein, dass wir uns erst irgendwann im Februar wieder melden.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nachtrag

 
 
Ich hatte ja im letzten Artikel vor zwei Wochen darum gebeten, dass mir mal jemand seine Energiekosten mitteilt, weil es mich interessiert, ob bzw. wieviel wir mit unserer mobilen Lebensweise mehr bezahlen als die immobilen Mitmenschen. Einer unserer Freunde hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht, seine Kosten der letzten drei Jahre zu ermitteln. Allerdings ist seine Energiequelle nicht Gas, sondern Heizöl. Das bedeutet, dass nur Heizung und Warmwasser betroffen sind, nicht aber, wie bei mir, auch Kühlschrank und Herd/Backofen. Ich musste also noch heftig hin und her rechnen, alles auf Basis meiner diversen Infodaten (Verbrauch Kühlschrank, Heizung etc.). Mein Buchhalter-Gen freute sich! Smiley mit geöffnetem Mund

Zunächst aktualisierte ich meine Jahresübersicht und errechnete die monatlichen Durchschnittswerte der letzten zwei Jahre, sodass ich auf insgesamt fünf Jahre zurückgreifen konnte. Im Vergleich musste ich an einigen Stellen schätzen oder Mittelwerte einsetzen (z. B. sehr schwankende Gasflaschenpreise), aber letztendlich stellte sich heraus, dass ich mindestens dreimal so viel bezahlen muss(te) als er. Natürlich unter Berücksichtigung unserer sehr unterschiedlichen Wohnraumgrößen! Zwinkerndes Smiley

Diese Beurteilung erhärtete sich durch einen Fernsehbeitrag über die aktuell gestiegenen Energiekosten und ihre Auswirkungen für Mieter und Haus-/Wohnungsbesitzer. Es war die Rede davon, dass der Preis für eine Kilowattstunde für Privatverbraucher in der Vergangenheit bei knapp 5 Cent lag und sich jetzt teilweise verdreifacht hat. Der Brennwert einer 11-Kilo-Gasflasche wird mit ~140 kWh angegeben. Im günstigsten Fall kostet mich bei einem Flaschen(füllungs)preis von €20 die Kilowattstunde also 14,2 Cent, im (bisher) teuersten von €32 wären es schon 22,8 Cent. Also bezahle ich schon immer mindestens das dreifache vom immobilen Verbraucher! Da zahlt es sich einmal mehr aus, dass mein interner Lebensraum so viel kleiner ist. Smiley

Etwas ausgleichen kann ich diese viel höheren Betriebskosten durch Stromeinsparungen durch Solarnutzung. Ich nutze zwar i. d. R. „Landstrom“, d. h. ich stecke mein Stromkabel an eine Steckdose der jeweiligen Campinglocation an, weil meine Kaffeemaschine nur mit 230 Watt funktioniert, aber ich habe die Möglichkeit, einen Schalter zu betätigen, der den Landstrom nur auf die Steckdosen und den Kühlschrank beschränkt. Letzterer wird aber ausschließlich mit Gas betrieben (außer der Strom ist pauschal im Übernachtungspreis enthalten wie jetzt gerade), weil der Betrieb mit Strom ca. 3kWh (€1,50-€3,00 je nach den Preisen des Platzbetreibers) verbraucht. Das konnte ich mal wieder gut überprüfen, als mein Kühlschrank im letzten Winter über Monate nicht mehr mit Gas funktionierte und Oscarlotta an einem Strombezahlautomaten hing. Der Betrieb mit Gas kostet dagegen nur (je nach dem Gaspreis) zwischen 69 Cent (€20/Füllung) und €1,10 (€32/Füllung). LPG ist noch einmal preiswerter. Also selbst beim bisher höchsten Gaspreis ist der Kühlschrankbetrieb immer noch preiswerter als der Betrieb mit Strom beim preiswertesten Stellplatzpreis von €0,50/kWh (Standard ist inzwischen €0,60/0,70).

Ich schalte also, wann immer die Wetterlage es zulässt, den Landstrom weg und lasse meine Aufbau-Akkus mit Solarenergie laden, im Sommer fast ausschließlich. Das reduziert meine durchschnittlichen monatlichen Kosten, gemittelt über die letzten fünf Jahre, auf ziemlich genau €20.

So, genug der Statistik und Buchhaltung! Verwirrtes Smiley

Lockdown-Notquartier

Wir sind seit zwei Wochen in unserer „Lockdown-Eventualunterkunft“ weitab jeglicher Menschenansammlungen. Die Infektionszahlen steigen täglich in immer unfassbarere, nie vorstellbare Höhen. Da davon auszugehen ist, dass die Nachverfolgung schon länger nicht mehr funktioniert, weil nicht mehr nur die Gesundheitsämter an ihren Leistungsgrenzen sind, sondern auch die Labore und es inzwischen nicht mehr ausreichend Testmaterial gibt bzw. es rationiert/priorisiert werden muss, ist die Dunkelziffer nicht abschätzbar. Wenn man sich daran erinnert, mit welchen rigorosen Restriktionen vor einem Jahr bei wesentlich niedrigeren Inzidenzen seitens der politisch Verantwortlichen agiert wurde, ist es schon verwunderlich bis irritierend, wie die aktuelle Situation ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man sich immer noch verwundert die Augen reibt, dass dieses verdammte Virus einfach nicht aufgibt! Erstauntes Smiley

Aber vielleicht ist es auch so, dass man die Pandemie mit den Überschwemmungen im letzten Sommer vergleichen muss. Man wird von Fachleuten, die es wissen müssten, vor einer bedrohlichen Situation gewarnt. Vielleicht rechtzeitig, vielleicht auch nicht. Einige Menschen verfallen in Panik und Hektik, andere in Schockstarre und wiederum andere glauben nicht daran, dass es so schlimm kommen könnte wie es vorhergesagt wird. Das Wasser/das Virus kommt und nimmt sich das, was es kriegen kann. Das, was nicht geschützt wurde/nicht geschützt werden konnte, wird sofort zum Opfer. Alles andere wird unter Aufbietung aller zur Verfügung stehenden Kräfte weiterhin vor der Vernichtung zu schützen versucht. Über einen sehr langen Zeitraum. Aber die Kräfte schwinden und die bedrohende Gewalt (Wasser/Virus) hört nicht auf, sondern wird immer stärker. Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man nicht mehr standhalten kann. Dann werden Fundamente unterspült und ganze Häuser brechen weg! Gut, wer wenigstens sein Leben retten kann. Um nichts anderes ging es von Anfang an auch in dieser Pandemie. Kollateralschäden sind nicht zu vermeiden, viele werden am Ende ohne „Haus“ dastehen. Aber sie werden sich glücklich schätzen, noch am Leben zu sein. Andere, denen ihr Leben auf andere Weise wertvoll war und die selbstbestimmte Risiken eingehen, werden erkranken und, wenn sie Pech haben, auch schwer mit noch nicht abschätzbaren Spätschäden oder mit dem Endergebnis Tod. Die grundlegende philosophische Frage, gebe ich dem Leben mehr Jahre oder den Jahren mehr Leben. Betrifft die Entscheidung nur den jeweiligen einzelnen Menschen, sollte das jeder für sich entscheiden dürfen. In einer Pandemie ist das anders. Jede vorausschauende, gemeinschaftsverträgliche Entscheidung hilft allen anderen, jede egoistische, selbstherrliche Entscheidung schadet allen anderen. Und dann kann man sich mit aller Kraft gegen das Wasser/Virus stemmen, es wird doch stärker sein, weil die Abwehr nicht ausreicht, weil nicht genügend Menschen mitgeholfen haben. Und leider und ungerechterweise trifft es auch diejenigen, die absolut keine Schuld haben. Enttäuschtes Smiley

Wir werden hierbleiben, bis es Entwarnung gibt. Nein, das ist nicht das, was wir uns wünschen würden. Aber wir wollen versuchen, zu den 50% zu gehören, die sich nicht infizieren. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe das Gefühl, meinen Jahren noch nicht genug Leben gegeben zu haben. Müdes Smiley

Der noch ausstehende Blogbeitrag zwischen Husum und hier liegt schon auf Halde und kommt nächsten Samstag. Danach könnte es eine längere Blogpause geben. Aber wer weiß…

Ach ja, ich höre schon einige von euch sagen: „Aber der Verlauf von Omikron soll doch viel milder sein!“ Vielleicht schaut ihr euch mal die nachfolgende Übersicht der WHO und die medizinische Definition von „mild“ an!
 
Kaffeepause

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Werkstatt- und Corona-Update

 
 
Am Mittwoch hatte ich meinen nächsten und für dieses Jahr hoffentlich letzten Werkstatttermin. Mittwoch war der 1. Dezember und ab diesem Tag galt in Niedersachsen die 2G+-Regelung, u. a. auch für Beherbergungsbetriebe. Der Ministerpräsident, Herr Weil, hatte das so für sein Land entschieden. Ich rief vorsichtshalber bei der Werkstatt an und fragte, ob ich am nächsten Tag schon einen Test mitbringen müsse. In Steinhude gibt es eine Teststation, es wäre also sicher einfacher, mir den Test dort zu holen. Nein, hieß es am Telefon, im Kreis Hannover sei das wohl (?) noch nicht nötig. Wir hatten unsere Weiterfahrt, geplant nach Westerstede, noch verschoben (Uschi wollte schon vorfahren), um abzuwarten, was die MPK am Dienstag ergeben würde. Die war ja nun noch nicht eindeutig und wir hätten noch bis Donnerstag warten müssen. Aber mit Herrn Weils Entscheidung und der Tatsache, dass wir uns in Niedersachsen zweimal die Woche testen lassen müssten, um auf Stell- und Campingplätzen aufgenommen zu werden, beschlossen wir, Niedersachsen zu verlassen. Trauriges Smiley
Ich fuhr, wie geplant, am Dienstag nach unserer Lagebesprechung los, kaufte ein, tauschte eine Gasflasche und war kurz vor halb fünf an der Werkstatt. Mein Übernachtungsplatz vor Tor 1 war schon frei und so freute ich mich, sowohl auf Strom umstellen zu können als auch meine Winterabdeckung des Armaturbereichs einzusetzen. Die bringt eine Menge gegen die Kälte, die vom Motorbereich hereinkriecht. Ich machte es mir gemütlich und war kurz nach zehn im Bett.
 
Diesmal konnte ich Oscarlotta pünktlich um sieben in die Halle fahren. Ich fragte, ob ich auch in der Halle Strom bekommen könnte und so lief einer der Männer mit meinem Stromkabel neben Oscarlotta her. Ich darf in der Werkstatt ja nicht aussteigen. Da ich nicht in Halle 1, sondern doch wieder in Halle 2 fahren sollte, war es etwas umständlicher, da ich ja erst entsprechend weit zurückfahren musste, um „die Kurve zu kriegen“. Es klappte aber gut und ich freute mich darüber, einen oder zwei weitere Kaffee zu bekommen. Smiley
Diesmal arbeitete ein anderer Mechaniker an Oscarlotta und zunächst passierte alles von außen/unten. Irgendwann wurde das Diagnosekabel wieder angeschlossen und später das Motor-Update aufgespielt. Wie erwartet, ließ sich jetzt auch die nicht mehr aktive Fehlermeldung löschen. Daumen hoch
Mein Display, das auf den 1. Januar eines unbekannten Jahres zurückgestellt war, ließ sich nicht bearbeiten (das hatte ich aber schon gemerkt, als ich die Uhrzeit auf Winterzeit umstellen wollte) und auch dieses Problem wurde noch behoben. Und dann waren wir fertig und dabei war es erst 11 Uhr!!! Wieso es denn jetzt doch so schnell gegangen wäre, wollte ich wissen, immerhin war ja von mindestens 4-5 Stunden die Rede gewesen, evtl. auch 7. Und das ohne Motor-Update. Sie hätten am Vortag mal etwas Zeit gehabt und hätten die einzubauenden Teile schon verkabelt. Das nenne ich mal vorausschauenden Service! Überhaupt kann ich diese Werkstatt uneingeschränkt weiterempfehlen.
Es dauerte dann noch eine Stunde, bis ich bezahlen konnte. Das Motor-Update wurde von Iveco kostenfrei zur Verfügung gestellt, die Rückrufaktion kostete mich ja sowieso nichts und so bezahlte ich lediglich ein wenig Arbeitslohn.

Itzehoe

Um kurz nach 12 Uhr war Oscarlotta on tour. Uschi war auf dem Weg nach Itzehoe und ich folgte ihr. Das Wetter war nicht optimal, es regnete immer mal wieder und es war stürmisch. Auf der Autobahn war noch alles einigermaßen gut, aber die letzten 50 km auf der Landstraße bei zunehmender Dunkelheit waren ekelhaft. Es lagen sehr viele plattgefahrene Äste auf der Fahrbahn und ich musste mein Lenkrad krampfhaft festhalten, weil immer wieder unvermittelt Windböen kamen. Ich war froh und dankbar, unversehrt in Itzehoe angekommen zu sein und den mir von Uschi reservierten Platz belegen zu können. Mein Stromkabel reichte so gerade eben bis zur Steckdosensäule! Es gibt offizielle 10 Wohnmobilstellplätze in einem gekennzeichneten Bereich eines riesigen Großparkplatzes/Festplatzes, aber man darf wohl auch auf der Wiese stehen. Das bietet sich jetzt im Winter allerdings nicht an, es ist auch so schon alles recht nass und pfützig. Das Städtchen ist nett, wir machten am Donnerstag einen schönen Stadtbummel und gingen vorsichtshalber nach Monaten mal wieder zum Friseur, solange die 2G+-Regelung hier nicht gilt.

Itzehoe

Und dann kam die Nachricht, dass Herr Günther, der MP von Schleswig Holstein, sich solidarisch erklären will und ab dem 15. Dezember eine 2G+-Regelung für Beherbergungsbetriebe, also auch Camping- und Stellplätze, einführen wird. Erstauntes Smiley So ein Mist!!! Jetzt waren wir extra nach SH geflüchtet, dem Bundesland mit den niedrigsten Inzidenzen – und nun das! Wir finden die 2G+-Regelung grundsätzlich ja nicht verkehrt, es ist nur lästig für uns. Wir beschlossen, erst einmal abzuwarten…
Schon am späten Abend kam die Meldung, dass einige Bundesländer 2G+ wieder abschaffen wollen, unter anderem auch Niedersachsen!!! Allerdings nur für Menschen, die schon ihre Booster-Impfung erhalten haben. In Niedersachsen sogar inoffiziell mit sofortiger Wirkung. Das spricht nun wirklich nicht dafür, dass zwischen den Ministerien zweier benachbarter Bundesländer Absprachen stattfinden. Jetzt bleibt abzuwarten, ob Herr Günther seine Ankündigung auch wieder zurücknimmt und wir in Schleswig Holstein bleiben können oder doch wieder nach Niedersachsen zurückfahren müssen. Was für ein Hickhack!!! Haben die Politiker immer noch nicht verstanden, dass es nicht sinnvoll ist, die Bürger mit immer neuen und immer anderen Verordnungen zu verwirren? Verwirrtes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Werkstatt zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten…

 
Im November muss Oscarlotta zur HU/AU. Aufgrund der besonderen Umstände muss ich mir immer da, wo ich gerade bin, eine passende LKW-Werkstatt suchen. Natürlich könnte ich auch einfach zum TÜV oder zur Dekra fahren, so wie letzten November in Coburg, aber diesmal stand wieder ein Ölwechsel an. Wir waren inzwischen in der Nähe von Soltau und dort gab es, was ich brauchte.

Iveco-Siemsglüss

Iveco-SiemsglüssUm 10 Uhr sollte ich dort sein, also war frühes Aufstehen angesagt! Uschi holte mich ab, nachdem ich alles in Auftrag gegeben hatte und wir fuhren erst einmal einen Kaffee trinken und danach ins Designer Outlet Soltau. Das kannten wir schon und wussten, dass es ein asiatisches Restaurant gibt mit sehr leckeren Gerichten, auch vegetarisch. Das Outlet ist, verglichen mit Wertheim oder Roermond, eher klein und nordisch schlicht. Es war aber sehr schön herbstlich geschmückt, natürlich mit viel Heidekraut.

Designer Outlet SoltauDesigner Outlet SoltauDesigner Outlet Soltau

Dann war warten angesagt und gerade, als wir beschlossen, schon einmal auf den Parkplatz der Werkstatt zu fahren, kam der Anruf, dass Oscarlotta fertig sei. Der TÜV-Prüfer hatte nichts zu beanstanden gehabt, ABER da sei ja noch eine Rückrufaktion von Iveco offen!? Ich erklärte, dass ich die im letzten November nicht hatte erledigen können, weil die Werkstatt die benötigten Teile nicht bekam. Danach hatte ich beschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Es handelt sich um irgendein Bauteil des ABS und um ungünstige Bedingungen von Wassereintritt. Da es 14 Jahre gut gegangen war, ging ich davon aus, dass das so bleiben würde. Der Werkstattmensch informierte mich dann allerdings, dass ich es machen lassen müsse, weil sonst 2022 die Betriebserlaubnis meines Fahrzeuges erlöschen würde! Erstauntes Smiley
Das war ein schlagendes Argument! Er fragte ab, ob die Teile verfügbar waren und meinte, dass sie innerhalb von drei Werktagen da sein müssten. Das war am Dienstag und am nächsten Montag rief ich mal an. Es wären leider noch nicht alle Teile da! Ich erinnerte noch einmal daran, dass ich auf der Durchreise sei und bat darum, mich nicht zu vergessen. Die Woche verging, ohne dass sich etwas tat! Am Montag erfuhr ich, dass drei von vier Teilen da seien und das vierte wahrscheinlich Mitte der nächsten Woche komme. Wahrscheinlich ist ein sehr ungenauer Begriff und so sagte ich, dass ich erstmal zum Steinhuder Meer (100km) fahren würde und zurück käme, wenn das Teil da sei. Falls es sich massiv verzögere, müsse man mir halt alles dahin nachschicken, wo ich dann gerade sein würde.
Wir fuhren am nächsten Tag und ungefähr auf der Hälfte der Fahrt tauchte unvermittelt eine Fehlermeldung im Display auf: „Motor defekt – Motor kontrollieren lassen – 129“. Gleichzeitig leuchteten zwei Lämpchen auf, die mir nichts sagten. Sonst passierte nichts, Oscarlotta fuhr brav weiter. Ich steuerte den nächsten Parkplatz an, stellte den Motor aus und startete hoffnungsfroh neu. Die Meldung kam sofort und die Lämpchen leuchteten. Verwirrtes Smiley Nicht mehr ganz so frohgemut fuhr ich weiter. Die Meldung kam in regelmäßigen Abständen, aber Oscarlotta fuhr unbeirrt, kein Leistungsverlust, kein Notlauf. Auf dem Stellplatz am Steinhuder Meer angekommen, schaltete ich den Motor noch ein paarmal aus und ein, bis ich auf dem richtigen Platz und auf Keilen stand, das Ergebnis war immer gleich. So würde ich natürlich nicht nach Soltau zurückfahren, das war klar! Ich machte mich in meiner Iveco-Betriebsanleitung schlau und im Internet, mit dem Ergebnis, dass es alles mögliche sein könne und einige Erfahrungsberichte besagten, dass alles mögliche ausgetauscht worden war, auch mehrfach und die Fehlermeldung nach ein paar hundert Kilometern wieder auftauchte. Trauriges Smiley
Na, prima!
Ich suchte nach der nächstgelegenen Iveco-Vertragswerkstatt. Zunächst fuhren wir aber nach Neustadt am Rübenberge zum Impfen, ich berichtete darüber bereits. Am Montag ging es dann mit Uschis Fahrzeug zur Werkstatt, die nur 14km entfernt ist. Ich machte einen Termin für die Fehlerüberprüfung und gab die Rückrufaktion in Auftrag. Das war in Ordnung, aber nicht an einem Tag durchführbar. Die Arbeiten der Rückrufaktion würden 4-5 Stunden dauern (das wusste ich schon) und bei einem Vollintegrierten auch schon mal 7 Stunden! Das Nachschicken der Teile würde man veranlassen, sobald ich mitteilen würde, dass sie in Soltau vorrätig seien. So weit, so gut! Ich bekam einen Termin für den übernächsten Tag, auf meine Bitte hin nicht zum Arbeitsbeginn um sieben (!) Uhr, sondern „erst“ für halb zehn.
Also hieß es, früher zu Bett gehen und SEHR FRÜH aufstehen. Beides klappte, aber viel Schlaf habe ich trotzdem nicht gekriegt. 15 Minuten, nachdem wir bei Iveco weg waren, rief übrigens Soltau an und vermeldete, dass alle Teile da seien! Smiley mit geöffnetem Mund


Und jetzt steht Oscarlotta schon seit fast vier Stunden in der Werkstatt über einer Grube und der Mechaniker macht und tut und läuft mit dem Diagnose-Laptop hin und her und rauf und runter. Ich durfte zum Glück mit rein und bin auch eine Hilfe, muss er doch nur seine Anweisungen geben für Zündung ein und Motor an und nicht jedesmal selbst einsteigen und sich die Plastikschoner über seine Schuhe ziehen, Oscarlotta hat nun einmal keine Fahrertür.

WerkstattWerkstatt

Ich habe es warm und alles, was ich brauche, aber langsam nervt es, zumal der Ausgang noch völlig ungewiss ist…

Es dauerte dann insgesamt 7(!) Stunden, mit dem Ergebnis, dass irgendein Ersatzteil geordert wurde und am nächsten Morgen angeliefert werden sollte. Und ganz offensichtlich hatte der Mensch, der seit viertel vor zehn an Oscarlotta gearbeitet hatte, uns inzwischen vergessen. Als er irgendwann nach einer guten halben Stunde mal wieder vorbeikam und ich ihn fragte, worauf ich denn jetzt eigentlich noch warten muss, fiel ihm ein, dass er mir ja das Tor öffnen sollte, damit ich rausfahren kann. Cooles Smiley Da Oscarlotta nicht wirklich fahrfähig und ich wirklich geschafft war, fuhr ich mit ihr nur vor das Nachbartor, hinter dem ein nicht fahrfähiger LKW stand. Der war die ganze Zeit in der Halle unser stummer Nachbar gewesen. Zwischen den Rolltoren gab es eine Außensteckdose und ich hatte absolut keine Skrupel, sowohl den Kühlschrank als auch meine Heizung mit Strom zu betreiben. Ich würde wohl genug Geld hier lassen müssen! Für den nächsten Tag hieß es, um 7 Uhr parat zu stehen und zu hoffen, dass das Ersatzteil da sein würde. Und dass es das Problem beheben würde!

Übernachtungsplatz

Um 22 Uhr war ich im Bett und konnte sogar relativ zügig einschlafen, es war wunderbar ruhig draußen. Um sechs ging der Wecker!!! Während der nächsten Stunde bekam ich nach langer Zeit mal wieder einen Eindruck vom Leben der arbeitenden Bevölkerung. Witzig, sich vorzustellen, dass alleine für diese Firma jetzt parallel zu mir sich eine Menge Menschen fertigmachten. Um halb sieben wurde der erste Auszubildende per PKW abgeliefert, die ersten zwei LKW verließen den Hof. Um viertel vor sieben ging das Licht im Empfangsraum und in den Büros an, dann in den sechs Werkstatthallen und ein Beschäftigter nach dem anderen trudelte ein. Ich nutzte den Strom noch schnell für zwei Kaffee, bevor ich mein Stromkabel verstaute. Punkt 7 Uhr war ich startklar! Und dann passierte – NICHTS! War das Ersatzteil noch nicht da? Hatte man mich erneut vergessen? Zu übersehen war Oscarlotta ja eigentlich nicht und in dem Büro nebenan hatte ich meinen Mechaniker schon gesehen und er mich sicherlich auch, wartend auf meinem Fahrersitz. Könnte nicht mal irgendjemand kommen und Bescheid geben??? Draußen wurde es langsam hell. Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätte ich seit ewigen Zeiten mal wieder einen Sonnenaufgang erleben können, zu ahnen war er. Und hätte ich doch bloß mein Stromkabel noch angeschlossen gelassen, für einen dritten Kaffee! Noch lieber wäre mir allerdings gewesen, noch eine Stunde länger schlafen zu können.
Um acht holte ich mir einen Kaffee im Empfangsraum. Zur Vermeidung von Plastikmüll hatte ich meine eigene Kaffeetasse mitgebracht. Die dürfe er nicht anfassen, wegen Corona, sagte der Mitarbeiter. Ich durfte sie dann aber immerhin selbst in den Kaffeeautomaten stellen und er drückte die Taste. Seltsame Zeiten! Ob hier, wie es seit dem Vortag gesetzlich vorgeschrieben ist, jeder nicht geimpfte Mitarbeiter täglich einen Schnelltest vorweisen muss? Ich bezweifle es. Nach meinem Impfnachweis hatte auch niemand gefragt und ich musste ihn der Büroangestellten regelrecht aufdrängen. Ich sage ja schon lange, so wird das nichts! ? Ganz anders in allen Bäckereien mit angeschlossenem Café. Bevor man überhaupt bestellen kann, muss man nachweisen, dass man geimpft ist!
Zu dem Thema (auch wenn es mit meinem Werkstattmarathon nur bedingt zu tun hat), ist „hier“ noch ein unterhaltsames und informatives Video, von und mit der genialen Mai Thi Nguyen-Kim (maiLab). Sie bringt es, wie immer, auf den Punkt und ich empfehle es vor allem denen, die meinen, dass Corona doch nicht mehr so schlimm ist, weil sie geimpft und vielleicht schon geboostert sind und deswegen dieses Jahr Weihnachten doch wieder so stattfinden kann wie früher. Sorry, Leute, kann es nicht! Müdes Smiley
Mein Ersatzteil sei leider noch nicht da, erfuhr ich. Und nun? Er würde mal in der Werkstatt nachfragen gehen… Ich hatte meine Tasse fast leer getrunken, bis er wieder auftauchte. Ich könne in die Halle fahren, das Teil sei da. Es war kurz vor halb 9 und man begann, unter Oscarlotta etwas einzubauen.
Um viertel nach 9 wurde das Diagnosekabel wieder angeschlossen und alles begann von vorne. Ein Magnetventil für die EGR-Steuerung war getauscht worden, aber es behob offenbar das Problem nicht, welches auch immer. Ich durfte wieder die Zündung und den Motor ein- und ausschalten… Der Mechaniker machte einen leicht verzweifelten Eindruck und ging erst einmal frühstücken. Danach arbeiteten zwei Männer weiter und verstanden nicht, warum das, was sie probierten, nicht funktionierte. Irgendwann blieb die Fehlermeldung aus und auch die Motor-Kontrolllampe leuchtete nicht mehr. Aber der Mechaniker war immer noch alles andere als zufrieden. Er verschwand erneut in den Untergrund und es klopfte und hämmerte und ich wurde leicht hin und her geschaukelt. Inzwischen war es 11 Uhr. Mein Glück war, dass inzwischen das Firmen-WLAN funktionierte und so schrieb ich häppchenweise an diesem Text und schaute ein Video nach dem anderen. Es wurde Mittag und bevor „mein“ Mechaniker in die Pause ging, teilte er mir mit, dass er eine Anfrage bei Iveco gestellt hätte, um die exakten Einstellwerte zu bekommen. In der Hoffnung, dass (bald) eine Antwort kommen würde. Ich machte mich langsam mit dem Gedanken vertraut, auch die nächste Nacht noch hier verbringen zu müssen. Enttäuschtes Smiley
Nach der Mittagspause fing man an, an dem stummen Nachbarn zu schleifen. So laut konnte ich mein iPad gar nicht stellen, da halfen nur noch Kopfhörer. Langsam tat mir auch der Hintern weh, obwohl ich schon zwischen Beifahrer- und Fahrersitz wechselte. Sooo lange war ich noch in keiner Werkstatt!
Es kam keine Antwort von Iveco. Um 15 Uhr beschloss der Mechaniker, alles wieder ein- oder zusammenzubauen. Mit (viel?) Glück würde die Fehlermeldung wegbleiben. Es würde auch soweit alles gut aussehen, teilweise fast wie neu, also mache ein Austausch wenig Sinn. Interessanterweise bestätigte sich alles, was ich im Internet dazu gelesen hatte. Die Fehlermeldung könnte also durchaus wieder auftauchen und was dann zu tun ist, keine Ahnung!?!? Es hängt offenbar alles mit der Abgasrückführung zusammen, wohl weniger ein Altersproblem als eines der geringen Fahrleistung. ICH HABE KEINE AHNUNG!!! Verwirrtes Smiley
Kurz vor 16 Uhr konnte ich Oscarlotta aus der Halle fahren, ein LKW wartete schon auf den freien Platz. Zu der Firma gehört auch eine große LKW-Flotte, die alle möglichen Sparten bedient. Wahrscheinlich ist die Werkstatt vor vielen Jahren aufgrund der wachsenden LKW-Anzahl entstanden, was ja nur logisch wäre.
Da es schon anfing, dunkel zu werden, bat ich darum, eine weitere Nacht bleiben zu dürfen. Ich wollte/musste auf der Rückfahrt nämlich LPG tanken, eine Gasflasche tauschen und einkaufen und bei Ankunft auf dem Stellplatz über die VE-Station fahren. Das alles im Dunkeln erledigen zu müssen behagte mir nicht wirklich und überhaupt reichte es mir schon wieder. Werkstatttage sind einfach anstrengend! Auf dem Platz der Nacht zuvor hätte ich wieder um sieben in der Lage sein müssen, zur Not wegzufahren, aber ich wollte ganz dringend mal wieder länger schlafen. Also wurde mir der nächste verfügbare Platz mit Steckdose zugewiesen, neben der Bremsprüfanlage. Dort stand ich etwas ziemlich geneigt, hatte aber keine Lust mehr, auf Keile zu fahren. Ich bin da relativ schmerzfrei, für eine Nacht allemal. Für die Dauer einer Stunde war reger LKW-Verkehr, die einen kamen zurück, die anderen starteten ihre Tour und dann war es wieder herrlich ruhig. Was ich wohl würde bezahlen müssen???

Das erfuhr ich dann am nächsten Tag. Ich beeilte mich, noch vor der Mittagspause im Bürobereich aufzuschlagen, mein Schlafdefizit hatte ich um einen Bruchteil verringern können. Die Rechnung belief sich auf „nur“ €841,50 – darin enthalten €695 Lohnkosten. Ich hatte mit mehr gerechnet! Ob alles gut ist/bleibt, wird sich zeigen. Da ja sowieso noch die Rückrufaktion aussteht, wird man ein Motor-Update, vier Versionen neuer, bei Iveco anfordern und installieren. Der Mechaniker geht davon aus, dass er dann auch endlich die nicht mehr aktive Fehlermeldung, die sich trotzdem nicht löschen lässt, gelöscht bekommt. Wir werden sehen…

Leider habe ich versäumt, noch ein Foto von meinem schrägen Schlafplatz zu machen! Auf der Rückfahrt war alles gut, ich stoppte noch an einer Tankstelle, an der ich sowohl LPG tanken als auch meine leere Gasflasche tauschen konnte (für günstige €20), fuhr auf dem Stellplatz wie geplant über die VE-Station und war dann froh, Oscarlotta wieder auf ihren Platz stellen und wohnlich einräumen zu können. Und Uschi freute sich auch, dass ich wieder da war! Smiley
Über das Wochenende kann ich mich jetzt erholen und am Dienstag werde ich zum Übernachten wieder vor der Werkstatt und am nächsten Morgen um 7 Uhr „Gewehr bei Fuß“ stehen…

Steinhude

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

WOW!!! Schon wieder???

 
 
???War nicht gerade erst November/Advent/Weihnachten??? Wo ist das Jahr hin? Und die relative Freiheit, die uns durch die langersehnte Impfung einen einigermaßen entspannten Sommer und Herbst hat verbringen lassen? Ein ganzes Jahr ist es her, dass ich mich mit Oscarlotta in Coburg in einen Lockdown begab, der nur für den November dauern sollte und sich dann in dreiwöchentlichen Verlängerungen ganze 7 (SIEBEN!!!) Monate hinzog.
Es waren harte Monate, ohne nennenswerte persönliche Kontakte und so besonders zermürbend, weil ein Ende nicht absehbar war. Das nach jeder Ministerpräsidentenkonferenz neu festgelegte Enddatum empfand man nach kürzester Zeit so wie ein Hund, dem zum wiederholten Mal die Wurst am langen Stock vor die Schnauze gehalten und im Moment des Zuschnappens schnell wieder weggezogen wird. Die Wurst blieb verlockend, aber die Hoffnung auf Erfolg war nicht mehr vorhanden. Enttäuschtes Smiley
Umso glücklicher war ich, als im späten Frühjahr die Inzidenzzahlen auch in Bayern fielen und es wieder losgehen konnte! Schnell bestätigte sich allerdings die Befürchtung, dass die Stell- und Campingplätze im Sommer und Herbst noch voller sein würden als schon die Jahre zuvor, nicht nur, weil natürlich alle endlich wieder unterwegs sein wollten, sondern weil so viele Wohnmobile und Wohnwagen neu dazugekommen waren. Ins Ausland trauten sich viele noch nicht und in seinem eigenen zwei-/vier-/sechsrädrigen Zuhause fühlte man sich am sichersten, zumal man normalerweise ja autark ist.
Wir verbrachten Sommer und Herbst also mehr stehend als rollend, was nicht optimal, aber akzeptabel war. UND JETZT DAS!!! Erstauntes Smiley

Vergleich 2020/2021

Explodierende Infektionszahlen, erneut überlastete Krankenhäuser, das Nachlassen des Impfschutzes bei vielen Älteren und besonders Gefährdeten, eine nur noch geschäftsführende Bundesregierung, die den zweiten Sommer in Folge keine ausreichenden Vorsorgen getroffen hat und offensichtlich nach wie vor mit den Anforderungen überfordert ist. Andere Länder kriegen das besser hin! Natürlich fällt uns auch die Tatsache auf die Füße, dass sich ca. 15 Millionen der bundesrepublikanischen Bevölkerung (Erwachsene wohlgemerkt) bisher nicht haben impfen lassen, aus welchen Gründen auch immer. Nein, solidarisches Verhalten sieht anders aus! Andere Länder kriegen das besser hin! Die täglichen Zahlen, Kommentare, Einschätzungen, Warnungen, Bedenken, Voraussagen machen mich kirre und nach wie vor #mütend! Viel zu vielen Menschen gelingt es offenbar sehr viel besser als mir, den Kopf in den Sand zu stecken oder zumindest die Ohren auf Durchzug zu schalten und natürlich ist das Herumgeeiere der Bundes- und Landesregierung*en nicht sehr hilfreich. Viele Menschen sind nach fast zwei Jahren Pandemie auch einfach nur fettich (Kohlenpott-Slang). Sehr verständlich! Aber (zu) viele sind auch leider nur egozentrisch, aus Prinzip, aus persönlicher Wesensstruktur, aus Unsicherheit, aus Uninformiertheit. Dumm nur, dass genau diese Menschen, nicht geimpft, jetzt (aktuell zu 90%!!!) die Kapazitäten der Intensivstationen der Krankenhäuser sprengen und alle anderen Bedürftigen, wenn sie Pech haben und eine Notfallbehandlung brauchen, das Nachsehen haben werden. Weil kein Bett für sie mehr frei ist, weil sie einen Transport in ein weiter entferntes Krankenhaus vielleicht nicht überleben werden. Und das alles, wo unser Gesundheitssystem schon lange kaputt gespart wurde und es zwar freie Betten gibt, aber kein Personal. Ist halt nicht sinnvoll, wenn der Gesundheitsminister agiert wie ein Bankkaufmann. Man sollte im Moment echt nicht notfallmäßig ins Krankenhaus müssen! Aber auch die Menschen, die schon lange auf eine Operation warten, haben vielfach Pech, weil keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Machen die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, sich das alles nicht klar? Ist es ihnen egal? Ich verstehe das nicht!!! Zähnezeigendes Smiley

Corona

Quelle: Instagram

Wir sind inzwischen in Niedersachsen und bald sind wir an der Reihe, geboostert werden zu können. Ich stelle mich schon darauf ein, wieder irgendeinen Landrat kontaktieren zu müssen, um die Möglichkeit zu bekommen, in einem „fremden“ Bundesland geimpft zu werden. Auf die aktuellen Beteuerungen seitens der Politik, dass es keinen erneuten Lockdown geben soll, kann ich nicht mehr vertrauen, zu oft schon wurde etwas versprochen, das letztendlich nicht gehalten wurde, weil es nicht gehalten werden konnte, weil man zu blauäugig war. Nicht alle haben offenbar etwas gelernt aus den Erfahrungen der letzten Monate, nicht alle Politiker und nicht alle Bürger. Wie sonst ist es zu erklären, dass in NRW Karneval stattfinden kann? 2G hat ja wohl eher eine Alibifunktion, ist beim Straßenkarneval nicht durchsetzbar, weil nicht kontrollierbar.

Karneval

Also bleibt uns wie bisher nur übrig, uns selbst zu schützen und das bedeutet, wie besonders im letzten Winter auch schon, alle nicht notwendigen Kontakte zu vermeiden. Die damit einhergehenden Lebensqualitätseinbußen müssen wohl als Kollateralschäden verbucht werden, so wie all die Todesfälle derer, die, obwohl geimpft und vorsichtig und rücksichtsvoll, aus welchen Gründen auch immer medizinische Nothilfe benötigen und diese nicht erhalten können, siehe oben. Ich finde, dieser Preis ist zu hoch, viel zu hoch!!!

Vertiefend zu diesem Thema empfehle ich die Sendung von Maybrit Illner vom 11.11.2021 (zu finden in der ZDF-Mediathek) und die verlinkte Kolumne von Sascha Lobo (Ausschnitt nachfolgend).

Kolumne

Spiegel


 

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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Coburg und seine Veste

 
 
StadtplanDass ich mich in Coburg grundsätzlich wohlgefühlt habe, hatte ich ja bereits erwähnt. Jetzt möchte ich euch noch ein paar Eindrücke von der Stadt und vor allem von seiner Veste vermitteln. Coburg ist mit seinen gut 40000 Einwohnern von einer angenehmen Größe, nicht zu klein und nicht zu groß, man kann alles fußläufig gut erreichen. Die Auswahl an Geschäften ist vielfältig, die Häuser in der Altstadt sind teilweise reich verziert und man erkennt, dass Coburg auch früher zu Zeiten der Herzöge von Sachsen-Coburg schon eine wohlhabende Stadt war. Mir war die Stadt nur bekannt durch die Werbung für die HUK Coburg, die es ja schon seit Jahrzehnten gibt (die Werbung). Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der Marktplatz mit dem ältesten Haus der Stadt, der alten Hofapotheke und den sich gegenüberliegenden imposanten Gebäuden Stadthaus und Rathaus.

AltstadtHahnenmühleMarktplatz

Es gibt auch noch Teile der ehemaligen Stadtmauer und drei erhaltene Stadttore.

StadtsymbolDas überall immer wieder sichtbare Stadtsymbol ist übrigens ein Mohrenkopf. Nicht der mit Schokoladenüberzug, sondern der eines Schutzpatrons, des heiligen Mauritius. Auch das Stadtwappen zeigt diesen Mohrenkopf. Als „Mohr“ bezeichnete man zunächst einen „Bewohner Mauretaniens (Marokkos), Äthiopiens“, dann auch einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, und ist eine Entlehnung aus lateinisch Maurus, „Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien, Maure, Nordwestafrikaner“. (Quelle: Wikipedia) Es gibt in Coburg eine Mohrenstraße, eine Mohrenbrücke und natürlich auch eine Mohrenapotheke. In Europa zur Zeit des Mittelalters war die Medizin noch völlig unentwickelt. Wirksame Heilmittel kamen aus Afrika und dem Orient. Zu dieser Zeit haben sich viele Apotheken Namen gegeben, die den Begriff Mohr enthalten. Dies galt als Wertschätzung für die Heilkundigen und ihre Medizin. Mehr über den heiligen Mauritius „hier“. Mit dem Wissen um den geschichtlichen Ursprung mutet es schon eigenartig an, dass seit geraumer Zeit alles, was den „Mohr“ im Namen hat, aus antirassistischen Gründen umbenannt wird. In Coburg wird das nicht passieren, da bin ich mir sicher. Schon allein deswegen nicht, weil es eine gedankliche Verbindung mit dem Nationalsozialismus herstellen würde, unter dem der Kopf vom Stadtwappen entfernt und mit einem Schwert und Hakenkreuz ersetzt wurde.

Sehr dekorativ ist das Schloss Ehrenburg, das ab 1543 erbaut wurde.

Schloss EhrenburgSchloss EhrenburgSchloss Ehrenburg

Hinter dem Schlossplatz, an dem auch das Landestheater liegt, beginnt der Hofgarten. Der zieht sich 170 Höhenmeter den Berg hinauf bis zur Veste Coburg, einer der größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands. Sie wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt und im 17. Jahrhundert mit einem dreifachen Mauerring zur Landesfestung ausgebaut.

Hofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und Veste

Ich war noch im Oktober dort oben, allerdings bin ich hoch per Bus und runter dann gelaufen. Ich hatte schönes Wetter und sogar das Glück, dass das Ausflugslokal noch geöffnet sein durfte. Mein Essen war zwar nicht besonders, aber ich habe es genossen, mit schöner Aussicht noch draußen sitzen zu können.

VesteVesteVesteVeste

Die gesamte Anlage ist sehr weitläufig und es gibt viel zu sehen, aber am imposantesten ist sie eindeutig von unten und von weitem.

VesteVesteVesteVesteVesteVesteVeste

VesteVesteVeste

Veste

Coburg gehört zu Bayern, liegt aber mit seinem gesamten Landkreis ganz im Nordosten sowohl an der Grenze zu Tschechien als zum Nachbarbundesland Thüringen. Coburg und der Landkreis Coburg wurden nach dem 2. Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone, während das thüringische Hinterland zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und bis 1989 durch die innerdeutsche Grenze von Coburg abgeschnitten blieb. Coburg lag somit im Zonenrandgebiet. (Quelle: Wikipedia)
Die nördlichen Bereiche Bayerns sind Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Sie zeichnen sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus. Ein großer Teil der Bewohner der Region Franken versteht sich selbst in erster Linie als Franken, nicht als Bayern. Vielleicht, weil dem Stamm der Franken „ausgeprägter Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ nachgesagt wird. Franken sind Franken und Bayern sind Bayern. Punkt! Smiley mit geöffnetem Mund

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Quarantäne beendet

 
 
Am Dienstag habe ich meine ganz persönliche Corona-Quarantänezeit von insgesamt kompletten 8 Monaten in Coburg beendet. Und tatsächlich bin ich mit sehr gemischten Gefühlen gefahren, mein Stellplatz Nr. 20 ist ein Stückchen Heimat geworden. Auch nach der Wiedereröffnung wurde es wider Erwarten nie zu voll, am letzten Samstag war der Höchststand mit 18 Mobilen incl. Uschi und mir.

Uschi in CoburgUschi in Coburg

Der Stellplatz ist so gestaltet, dass beidseitig der asphaltierten Fahrspur je zweimal 4 gekieste Plätze nebeneinander liegen, dann kommt ein zwei Meter breiter Grünstreifen. Die beiden ersten „Abteile“ auf beiden Seiten bestehen aus je einem normalgroßen Platz (angeblich 7m Breite, tatsächlich 5,40m) und zwei XXL-Plätzen mit angeblichen 10m Breite (tatsächlich 8,50m). Was man sich bei der Planung gedacht hat, erschließt sich mir nicht und es wird auch ganz offensichtlich nicht verstanden, wenn man sieht, wer und vor allem wie man dort steht. Größere Mobile sind ja nicht unbedingt breiter, sondern allenfalls länger. Von Vorteil wären die großen Plätze allenfalls für Wohnwagengespanne, die angekoppelt i. d. R. zu lang sind. Die sind auch erlaubt, kommen aber so gut wie nicht. Ich hatte mir den normalgroßen Platz im ersten Abteil auf der Seite zum Freibad ausgesucht, meiner Meinung nach der allerbeste des ganzen Stellplatzgeländes.

Lieblingsplatz

Weit genug von den beiden begrenzenden Straßen entfernt (man hört sie aber trotzdem!), mit Blick ins Grüne durch die Frontscheibe, auf der Türseite 2m Platz bis zum Grünstreifen. Der nächste Nachbar ist also immer weit genug entfernt. Auf der linken Seite schließt ein XXL-Platz an, also ist auch da ein großzügiger Abstand gewährleistet, wenn, ja wenn der ankommende Mobilist das System durchschaut. Das ist nicht immer so! Verwirrtes Smiley Einer stand eine Nacht rückwärts mit 1,5m Abstand neben Oscarlotta (so wie damals der Baustellentransporter) und hatte offenbar nicht bemerkt, dass er einen „Vorgarten“ zum Tanzen hatte. Den nächsten, der ähnlich einparken wollte, konnte ich stoppen und nach meiner Frage, ob er gesehen habe, wie viel Platz er auf der anderen Seite noch hat, fuhr er freiwillig noch einen Meter weiter weg. Dabei sind die Platzbegrenzungen gut zu sehen und vor jedem Platz steht auf der Asphaltfläche mittig und unübersehbar eine Platznummer.

StellplatzmarkierungenStellplatzmarkierungen

Man muss also nur hinsehen, aber damit sind viele Menschen schon überfordert. Und wenn Stellplätze anders angeordnet sind als quadratisch-praktisch-gut, dann klappt oft gar nichts mehr. Das konnte Uschi in Bad Schönborn wieder beobachten, wo ein Teil der Plätze kreisförmig liegt. Erstauntes Smiley

Die nächste Schwierigkeit hier sind die Steckdosen! Ich habe es auch noch nirgendwo anders erlebt (zumindest erinnere ich mich nicht), dass jedem Platz eine bestimmte Steckdose zugeordnet ist. Der Hinweis steht zwar sowohl an den Vierer-Steckdosensäulen als auch an der Bezahl-Säule in der Mitte, aber man muss es halt merken. Habe ich auch nicht sofort!

StromsäulenKücheStromsäulenStromsäulen

Uschi beobachtete, wie ein ankommender Wohnmobilfahrer einfach einen Stecker abzog, der fälschlicherweise in „seiner“ Steckdose steckte. Er steckte das abgezogene Kabel zwar um, aber sagte weder Bescheid noch warf er Geld ein. Die Nachbarn, offensichtlich Neulinge, debattierten nach einer Weile ganz aufgeregt draußen, warum sie keinen Strom mehr hatten. So geht es natürlich nicht! Erzürnt

VesteVesteVesteVeste

Oberhalb des Stellplatzes thront die Coburger Veste auf einem bewaldeten Bergrücken, sehr dekorativ vor allem beleuchtet im Dunkeln. Während der Wintermonate hatte ich meinen Frontscheibenrolladen ja zumindest abends immer geschlossen, also musste ich dran denken, ab und zu durch das Seitenfenster einen lohnenswerten Blick nach oben zu werfen. Seit dem Frühjahr sah ich die Veste ständig, aber beleuchtet zum Schluss meines Aufenthaltes nur noch ca. eine Stunde am Tag, da es erst gegen 22 Uhr dunkel genug war, die Programmierung aber bereits um 23 Uhr alle Scheinwerfer wieder ausschaltete. Hätte man in den Sommermonaten ruhig auf Mitternacht verlängern können.

Samstagnacht hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art! Als ich kurz vor zwei Uhr gewohnheitsmäßig noch einmal nach oben schaute, war alles dunkel, aber offenbar nicht im Innenhof der Burganlage. War die Beleuchtung dort, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausgeschaltet worden? Gab es vielleicht irgendeine Veranstaltung? Das Licht war sehr hell und leuchtete von innen heraus durch alle Zwischenräume der Festungsgebäude wie aus einem beleuchteten Halloween-Kürbis. Fünf Minuten später hatte ich den Eindruck, dass das Licht sich verändert hatte. Weitere fünf Minuten später war klar, dass es wandert. Aber das konnte doch nicht der Mond sein?!?! Den hatten Uschi und ich an derselben Position fünf Tage vorher beobachtet, aber nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen 22 Uhr. Da war es noch nicht einmal richtig dunkel.

Mond um 22 Uhr

Es war der Mond!!! Dass sich die Zeiten seines Aufgangs in so kurzer Zeit so gravierend verändern, hatte ich nicht auf dem Schirm bzw. kann ich mich nicht erinnern, es schon einmal so anschaulich wahrgenommen zu haben. Am Sonntag bin ich extra aufgeblieben, obwohl ich eigentlich mal früher ins Bett wollte, LiveExperiment quasi. Es wurde tatsächlich zwei Uhr, bis der Mond, nur minimal am oberen Rand sichtbar, aber mit großem Hof, links von der Burganlage auftauchte. Er war also deutlich noch später dran als am Tag zuvor und er stieg deutlich schneller auf. Da, wo er mich am Vortag noch als unsichtbare Innenhoflichtquelle in die Irre geführt hatte, stand er 24 Stunden und etwa 45 Minuten später als dicker, heller Ball vollständig sichtbar über der Burg, mindestens viermal so hoch wie am Vortag! Etwas weniger rund, aber nicht weniger imposant, vor allem, wenn er sich durch Wolken durchkämpfte. Und so plötzlich, wie er aufgetaucht (im Wortsinne) war, so plötzlich war er wieder weg, wie vom Himmel gefallen! Nur noch tiefschwarzes Nichts. Das lag aber an der undurchdringlichen Wolkendecke. Um drei Uhr beendete ich mein Experiment, ohne ihn noch einmal gesehen zu haben. Wikipedia sagt: „Der Mond bewegt sich vor dem Hintergrund der Fixsterne im prograden (rechtläufigen) Drehsinn der Erdrotation, sodass sein scheinbarer Erdumlauf etwa 50 Minuten länger als 24 Stunden dauert. Dies addiert sich in einem Monat zu einem ganzen Tag, da der Mond in dieser Zeit tatsächlich die Erde einmal umläuft.“ Hab ich bestimmt irgendwann einmal in der Schule gelernt, aber wahrscheinlich damals schon nicht verstanden und deswegen nicht behalten. Was mich allerdings wirklich verwundert, warum ist mir das bisher in meinem langen Leben noch nie zuvor aufgefallen??? Oder hab ich das nur vergessen? Augen rollendes Smiley Brauchte es dafür erst die Veste zu Coburg und dann auch noch die letzte Woche von 8 Monaten??? Ich sollte vielleicht weniger oft in Smartphone, Tablet, Notebook und Co schauen, sondern öfter mal in den Himmel? Laut lachen

GasIch hatte ja schon verschiedentlich erwähnt, warum die Lage dieses Stellplatzes für mich in dieser besonderen Situation ideal war. Oscarlotta konnte stehenbleiben (was für sie natürlich nicht optimal ist) und ich hatte alles in fußläufiger Entfernung, einkaufen, Gasflasche tauschen, Waschsalon, DHL-Packstation, Hermes-Shop. Die Bushaltestellen in die Stadt und aus der Stadt sind direkt an der den Stellplatz begrenzenden Hauptstraße, es sind nur 4 Haltestellen zwischen Abfahrt und Ankunft, die Fahrt dauert ca. 5 Minuten und kostet €1,80. In der Regel bin ich hin gelaufen und zurück mit dem Bus gefahren.

Da der Stellplatz an zwei Seiten von Wohnhäusern begrenzt ist, fühlte ich mich sicher, obwohl ich 7 Monate allein dort stand, von den gelegentlichen, meist illegalen, Übernachtungsbesuchen anderer Mobilisten abgesehen. Trotzdem muss ich zugeben, dass es mir gut gefallen hat, als es die nächtlichen Ausgangssperren gab und ab 22 Uhr absolute Ruhe herrschte. Offenbar hatte man auch ein Auge auf mich, denn der Gärtner des Aquaria-Freizeitbades, zu dem der Stellplatz gehört und mit dem ich mich immer mal wieder durch den Zaun unterhielt, fragte mich eines Tages, ob die Polizei bei mir gewesen wäre. Ein Anwohner habe ihm erzählt, dass eine Mieterin des Mehrfamilienhauses genau gegenüber von Oscarlotta die Polizei angerufen habe, weil sie mich über Tage nicht gesehen hatte. Das war im Winter, die Bäume waren kahl und gaben den Blick frei und ich war, wenn überhaupt, nur kurzzeitig draußen. Ich habe nie mit einem der Anwohner gesprochen, aber natürlich wurde ich registriert und es wurde über mich geredet, über den langen Zeitraum meines Aufenthaltes und dass ich allein unterwegs bin. Die Polizei machte sich aber offensichtlich keine Sorgen um mich, aber die kümmerte ja auch nicht, wenn hier auf dem abgesperrten Stellplatz noch andere Wohnmobile standen. Trauriges Smiley

Am Sonntag fuhr Uschi schon einmal vor zum nächsten Stellplatz, am Montag verabschiedete ich mich von dem netten Gärtner, der all die Monate der einzige reale Mensch war, mit dem ich mal ein Gespräch führen konnte und der sich regelmäßig erkundigte, ob es mir gut geht und mir seine Hilfe anbot, falls nötig. Ganz zu Beginn hatte er mir sogar mal eine Gasflasche getauscht, bevor ich wusste, dass ich das ohne Probleme zu Fuß erledigen konnte.

letzter TagKücheletzter Tag

Ich genoss noch einen letzten Nachmittag im Schatten des großen Ahorns und den Abend draußen mit Blick auf die Veste, die Nachbarn vom Vortag, die ihr Mobil für mich verkehrt herum eingeparkt hatten, waren zu meiner großen Freude mittags gefahren. Die meisten Mobilisten blieben nur ein oder zwei Nächte, sodass ich immer wieder das Glück hatte, keine direkten Nachbarn zu haben. Nach diesen 7 Lockdown-Monaten alleine auf einem Stellplatz bin ich für Kuschelcamping noch mehr verloren als sowieso schon. Ich ver- und entsorgte ein letztes Mal, wie immer per Eimer und Gießkanne an der nur 20m entfernten VE-Station. Auch das ein großer Vorteil meines Platzes!

VE-StationVE-StationVE-StationVE-Station

Die geflügelte Stellplatzbesatzung, die mich die ganze Zeit mit ihren Gesängen erfreut und manchmal auch amüsiert hatte, gab noch einmal ihr Bestes. Verliebt Und ich war sehr wehmütig, wie meistens bei Abschieden, egal welcher Art.

Am Dienstag, nach auf den Tag genau 8 Monaten (!!!) auf dem Wohnmobilstellplatz „Vesteblick“ am Aquaria-Freizeitbad in Coburg, machte ich Oscarlotta fahrfertig und fuhr, tatsächlich nicht froh und erleichtert, sondern eher melancholisch gestimmt, zunächst zu der Iveco LKW-Werkstatt, in der ich im Dezember schon gewesen war. Nach meiner letzten Fahrt anlässlich meiner ersten Corona-Schutzimpfung hatte ich festgestellt, dass sich die Fahrzeugbeleuchtung inclusive sämtlicher Positionslampen nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn der Zündschlüssel abgezogen wird. Außerdem musste ein Steuergerät ausgetauscht werden, das für die Beleuchtung des Fahrradträgers zuständig ist. Und eigentlich war da ja auch noch die Rückrufaktion von Iveco, aber dafür bekam die Werkstatt angeblich über Wochen kein Austauschteil.

Zum Glück war es nicht mehr ganz so warm wie am Vortag, trotzdem war ich sehr erfreut, dass meine Fahrerhaus-Klimaanlage immer noch (toi! toi! toi!) funktioniert. Das ist ja der Verdienst eben dieser Werkstatt! Es wurde wieder ein langer Aufenthalt von fast vier Stunden. Erstauntes Smiley Ich darf erfreulicherweise in Oscarlotta bleiben und habe so wenigstens meine eigene Toilette und genug zu essen und zu trinken.

WerkstattWerkstatt

Die Zeit zog sich trotzdem wie Blei… Mit dem Diagnosegerät wurde versucht, eine Fehlermeldung auszulesen und irgendwann hieß es, es müsse wohl ein Steuergerät/Computer (?) ausgetauscht werden, das würde um die €900 kosten plus Einbau. Nein, danke! Dann werde ich mir lieber angewöhnen, das Licht manuell auszuschalten, so wie bei Flitzi und früher bei meiner Ente. Kein Problem! Für die nicht funktionierende Beleuchtung des Fahrradträgers sollte eigentlich nur nachgesehen werden, welches Steuergerät dafür bestellt werden müsste. Die beiden Männer probierten aber alles mögliche andere aus. Das hatten sie aber doch im Dezember auch schon ausgiebig getan, um dann zu dem Ergebnis mit dem Steuergerät zu kommen. Enttäuschtes Smiley Irgendwann kam die Erfolgsmeldung, dass alles wieder funktionieren würde! Muss ich das verstehen??? Aber dann muss ich wenigstens nicht noch ein zweites Mal hin!

Als ich auf mein Kontrollpanel über der Aufbautür schaute, stand dort die Meldung „Fahrzeugbatterie entladen“! Sie hatte noch 12,4 Volt. Die Wohnraumbatterie war allerdings randvoll und es kam, obwohl in der Halle stehend, durch das offene Tor noch soviel Sonnenlicht herein, dass die Solarplatten luden. Unter diesen Voraussetzungen müsste die Starterbatterie automatisch aufgeladen werden. Müsste! Der junge Mechaniker schloss ein Ladegerät an, kein Erfolg, die Meldung blieb. Die beiden Männer waren so ratlos wie ich und ich hatte auch den Eindruck, dass sie mir nicht so recht glaubten. Wenn ich gleich fahren würde, dann würde sich die Batterie ja wieder aufladen. Ich erklärte noch einmal, dass das automatisch passiert, wenn die Starterbatterie unter einen bestimmten Wert fällt. Man erbat sich das Bordbuch und blätterte. Dem Meister fiel ein, dass er eine bestimmte Sicherung gezogen, kontrolliert und andersherum wieder eingesteckt hatte, weil ihm das richtiger erschien. Das korrigierte er, aber das Symbol der Fahrzeugbatterie blinkte immer noch. Ich solle doch den Motor einmal starten. Ergebnis: Das Blinken hatte aufgehört, das Symbol war verschwunden! Verwirrtes Smiley Vor lauter Erleichterung vergaß ich zu fragen, was denn nun aus der Rückrufaktion wird.
Bezahlen konnte ich nicht, da offenbar niemand mehr da war, der eine Rechnung schreiben konnte. Auch das war mir nur recht, im Dezember hatte ich auf die Rechnung noch eine ganze weitere lange Stunde warten müssen, weil das die Chefin persönlich machte, sie aber noch nicht da war. Ich versprach, die nächsten Tage vorbeizukommen, um zu bezahlen.

Uschi hatte einen Wohnmobilstellplatz nur wenige Kilometer von der Werkstatt entfernt ausgesucht und wartete dort schon auf mich. Nachdem ich meinen Platz eingenommen und den Motor samt Zündung, aber nicht das Licht ausgeschaltet hatte und zu berichten begann, meinte Uschi etwas verwundert, dass doch aber alles aus sei! Ja, dem war wirklich so! Bei Ankunft in der Werkstatt war es anders gewesen. Muss ich das verstehen??? Wird Oscarlotta langsam etwas wunderlich oder was ist los? Ist sie sauer, dass sie so viel rumstehen muss? Muss sie ab und zu mal „runtergefahren“ und „neugestartet“ werden, wie es jetzt geschehen war? Das wäre ja in Ordnung, auch wenn es viel Zeit und auch vermutlich wieder viel Geld kostet. Was ich von dieser Iveco/Deutz-Werkstatt für augenscheinlich überwiegend Traktoren halten soll, weiß ich nicht so recht. Alle sind ausnehmend nett, hilfsbereit und bemüht. Es dauert nur alles ewig und ich weiß nie, ob nun gerade trotzdem noch für mich gearbeitet wird, wenn gerade mal wieder niemand zu sehen ist. Warum das mit dem Fahrradträger nicht schon im Dezember geklappt hat, ist mir ein Rätsel und natürlich beschleicht mich die Vermutung, dass ich für ein und dieselbe Arbeit doppelt bezahle. Aber so ist das nunmal. Ob man über den Tisch gezogen wird, kann man nicht erkennen, ich zumindest nicht. Wenn meine Klimaanlage weiter läuft, die Fahrzeugbeleuchtung sich automatisch ausschaltet, die Beleuchtung des Fahrradträgers funktioniert und meine Starterbatterie weiterhin automatisch geladen wird, bin ich zufrieden!!! Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Es ist geöffnet!!!

 
 
In der Woche nach Pfingsten fiel die Inzidenz, sicher auch deswegen, weil über das lange Wochenende nicht so viel getestet wurde. Aber auch gegen Ende der Woche blieb es so und dann sehr rasch waren wir unter 100. Wenn das stabil so bleiben würde, könnte der Stellplatz zum Fronleichnam-Wochenende wieder öffnen dürfen. Ich war gar nicht so scharf darauf, zumal nicht klar war, ob man sich dann alle zwei oder alle drei Tage testen lassen muss. Es steht zwar ein Testbus auf dem Marktplatz, aber täglich nur von 10 bis 13 Uhr. Das würde bedeuten, früher aufstehen und 20 Minuten laufen. Nicht das, was ich generell möchte und erst recht nicht, wenn es heiß wird.
Am Montag ging ich mal wieder zum Bezahlen und fragte nach. Das wisse sie nicht, sagte mir die Auszubildende, mit der ich alle drei Wochen per SMS einen Termin ausmache, darüber sei noch gar nicht gesprochen worden. Das Bad dürfe voraussichtlich am 12. Juni wieder geöffnet werden und die Verantwortlichen hätten jetzt so viel anderes zu überlegen. Ich bat sie, mir eine SMS zu schicken.
Am Dienstag sammelte ich alles zusammen, was gewaschen werden sollte und begab mich auf den Weg zum Waschsalon. Diesmal nahm ich den Bus. Erfahrungsgemäß werde ich im Waschsalon immer so fertig, dass ich so lange auf den nächsten Bus warten muss, dass ich in der Zeit auch nach Hause laufen kann. Auf beide Strecken laufen hatte ich aber bei der Wärme absolut keine Lust. Wie gut meine Entscheidung war, sollte sich noch herausstellen. Ich hatte richtig viel Wäsche, weil ich mein Bett von Winter auf Sommer umgestellt hatte und die Winterdecke(n) mit waschen wollte. Ich hatte also meine Karre und noch eine große Plastiktasche dabei. Der Waschsalon war fast leer, ich füllte zwei Maschinen und ging kurz in die Stadt, aber es war mir einfach zu heiß. Also holte ich mir einen Kaffee to go und setzte mich in den kühlen Waschkeller. Irgendwann war die erste Maschine fertig und ich konnte die gut geschleuderte und nur noch leicht feuchte Wäsche zusammenlegen und verstauen. Nachdem ich beim ersten Mal im November fünf 50-Cent-Stücke in den Trockner investiert hatte, der dann nicht anlief, habe ich die Wäsche immer vor/in Oscarlotta getrocknet. Die zweite Maschine war dann auch fertig, ich hatte nur leider nicht bemerkt, dass sie NICHT geschleudert hatte! Wahrscheinlich hätte ich das Programmrad manuell noch auf schleudern stellen können, aber nachdem ich die Tür schon geöffnet hatte, war es zu spät. Ich hatte zwei klitschnasse Decken, eine Hose und ein Winter-Nachthemd. Na, super! Enttäuschtes Smiley Zum Glück gab es Plastikwannen auf Rollbrettern und einen Ausguß im Boden. Wer schon einmal versucht hat, per Hand eine Steppdecke auszuwringen, kann sich vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war. Wie gut, dass ich noch die große Plastiktasche dabei hatte! Die war dann allerdings so schwer, dass ich sie nicht hätte tragen können und wirklich wasserdicht war sie auch nicht. In einen Bus hätte ich so auf keinen Fall einsteigen können. Ich wuchtete die leicht triefende Tasche irgendwie auf meine Karrentasche und wackelte zum Stellplatz zurück. Alle 100 Meter musste ich die Seite wechseln, die Tasche rutschte zwar nicht ab, aber alles zusammen war heftig schwer zu ziehen. Und es war sooo warm! Auf den letzten Metern kam ich am Bad vorbei und traf zufällig eine der Angestellten, die zu ihrem Auto ging. Ich fragte nach der Testpflicht. Nein, keine Testpflicht und auch keine Maskenpflicht! Und sie würden am nächsten Tag die Sperrgitter, das Flatterband und die Schilder entfernen. Das war dann zwar erst der 5. Tag unter der Inzidenz von 100, aber an Fronleichnam würde ja niemand arbeiten und das Ordnungsamt hatte die Öffnung offenbar erlaubt. Ich war froh und erleichtert und schaffte so dann noch den Rest meines Weges. Dann war Wäsche trocknen angesagt und irgendwann konnte ich mich ziemlich geschafft auch noch zum Kaffeetrinken hinsetzen. Smiley

WäscheWäscheWäscheEisbärliKaffeestunde

Ich genoss den letzten Abend allein auf „meinem“ leeren Stellplatz und meine Wäsche wurde auch überwiegend trocken.

letzter Abend allein

Am nächsten Mittag war der Platz offen, aber immer noch leer. Das erste Wohnmobil tauchte um halb zwei auf und dann noch eins und abends waren es fünf außer Oscarlotta, schön verteilt auf dem gesamten Platz. Es war der 2. Juni und somit war der Platz auf den Tag genau nach 7 Monaten wieder geöffnet! Wer hätte das im November 2020 gedacht, als das Beherbergungsverbot verkündet wurde und der Lockdown light eigentlich nur für den November gedacht war. Trauriges Smiley
Über das Wochenende war der Platz zu ca. zwei Dritteln gefüllt, unter der Woche wieder erfreulich leer mit drei, vier, fünf Mobilen bei 22 Plätzen insgesamt. So lasse ich mir das gefallen! Meine Stimmungslage veränderte sich. Ich fühlte mich nicht mehr einsam, aber auch nicht, wie befürchtet, gestresst von so viel Andrang nach so langer Zeit des Alleinseins. Und irgendwie fühle ich mich sicherer, wenn Oscarlotta nicht mehr das einzige Wohnmobil auf dem Platz ist. Unmittelbare Nachbarn hatte ich nur am Wochenende und dann auch noch „richtig“ herum. Vor meiner Tür ist ja ein Grünstreifen und ab 15 Uhr wirft der große Ahorn am Nachbarplatz Schatten. Das bedeutet aber auch keinen Satellitenempfang! Und deswegen bleibt der Platz meistens frei. Es gefällt mir hier immer noch und jetzt auf eine ganz neue Art von Tag zu Tag mehr. Ich habe mehr Zeit, weil ich nicht mehr dauernd eine Gasflasche tauschen gehen muss und ich genieße es, draußen im Schatten zu sitzen und die friedliche Abendstimmung bei weit geöffneten Luken, Fenstern, Tür mit Vogelgezwitscher und wunderbaren Sonnenuntergängen. Verliebt

Müßiggangnicht vollAbendstimmungAbendstimmung

Ich finde es absolut nicht schlimm, noch zwei Wochen hier bleiben zu müssen, bis ich zum zweiten Mal geimpft werde. Auch dann werde ich nicht sofort fahren, denn mein Werkstatttermin steht auch noch aus und nächsten Sonntag wird Uschi hierher kommen. Und der muss ich dann ja erst einmal alles hier zeigen! Seit wenigen Tagen ist auch die Außengastronomie wieder geöffnet, was einen Stadtbummel oder eine Ausflugsfahrt in die Umgebung erstrebenswerter macht. Wir werden in aller Ruhe überlegen, wie es reisetechnisch für uns weitergehen soll. Juli/August sind natürlich nicht die besten Reisemonate, vor allem nicht jetzt, wo sich Hinz und Kunz Wohnmobile gekauft oder gemietet haben und in Deutschland bleiben, von daher sind wir noch unentschlossen. Für September/Oktober haben wir auf dem Campingplatz in Thiessow auf Rügen reserviert und hoffen sehr, dass uns das Corona-Virus nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht!!!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

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Und schon wieder Pfingsten!

 
 
Wird es langsam besser??? Ich warte seit Wochen darauf, dass es mal ein offenes Statement zur Aufhebung des bundesweiten Beherbergungsverbots gibt, stattdessen machen jetzt die einzelnen Bundesländer wieder auf unterschiedlichste Art auf. Mal mit Modellregionen, mal nur für „Landeskinder“ (wurde in Niedersachsen vom Oberverwaltungsgericht inzwischen gekippt), mal nur für voll Geimpfte oder Genesene. Wenn die Eltern geimpft sind, die Kinder aber nicht, weil sie ja noch nicht geimpft werden, dürfen die Eltern in die Ferienwohnung, ihre Kinder aber nicht!!! Das hat man immerhin inzwischen geändert. Herr Söder hat für Bayern schon vor Wochen verkündet (er musste mal wieder der Erste sein), dass ab dem 21. Mai mit Beginn der Pfingstferien alles wieder öffnen darf, also auch die Camping- und Stellplätze, eine stabile Inzidenz unter 100 im entsprechenden Landkreis vorausgesetzt. Spätestens Mitte Juni dürften wohl alle, die können, nachgezogen haben. Dann wird es spannend! Viele Menschen scheinen ernsthaft zu glauben, dass es das dann war mit der Pandemie. Wäre ja schön, ist aber unrealistisch. Erst gut 12% der Bevölkerung Deutschlands sind vollständig geimpft. Wenn alle, die können und wollen, durch sind, ist Spätherbst und dann brauchen die ersten schon eine Auffrischungsimpfung. Alles wird vom Impffortschritt und -erfolg abhängen, denn es wird schätzungsweise genauso werden wie im letzten Herbst. Wiedergewonnene Freiheiten freiwillig wieder einschränken oder unfreiwillig eingeschränkt bekommen, werden mindestens genauso viele Menschen nicht akzeptieren und mittragen wie bisher.

Beim Gasflasche tauschen am Montag saßen wie gewohnt vier Mitarbeiter im offenen Bürobereich hinter dem Tresen, wie gewohnt alle ohne Maske. Es dauerte lange, bis sich der Mann am ersten Schreibtisch (den ich bisher noch nie gesehen hatte) aufraffen konnte, aufzustehen, sich eine FFP2-Maske aufzusetzen und mich zu bedienen. Ich trug mein Begehren höflich vor und gab ihm die Rechnung vom letztes Mal. Daraus ist zu ersehen, dass ich als Kassenkunde (ohne Kundenkonto, es dürfen derzeit ja wieder nur Handwerker einkaufen) kaufe und da es sich um Verbrauchs- bzw. Heizmaterial handelt, ist das zulässig. Missmutig ging er zum Kassencomputer und fragte nach kurzer Zeit nach meiner Telefonnummer. Ich erlaubte mir, zu sagen, dass die im letzten halben Jahr noch niemand abgefragt hätte. Ja, jetzt sei es aber so! Dann wollte er Namen, Vornamen und schließlich die Adresse wissen. Ich machte noch einmal mein Erstaunen darüber deutlich und ziemlich unfreundlich kam die Antwort, dass er das zur Kontaktverfolgung brauche, wir hätten nämlich Corona und eigentlich dürfte ich gar nicht da sein! An dieser Stelle wäre ich gerne ausfällig geworden und hätte ihm erzählt, wie genau ich weiß, dass „wir Corona haben“ und was das vor allem in den letzten sechs Monaten für mich bedeutet hat. Und warum, wenn wir doch Corona haben, er seit einem halben Jahr der erste ist, der diese Kontaktverfolgungsdaten von mir wissen will. In den Wintermonaten war ich jede Woche zweimal da! Und warum es offenbar keine Homeofficepflicht in seinem Betrieb gibt und vor allem keine Maskenpflicht??? An seinem Tonfall war allerdings deutlich seine Stimmungslage abzulesen und in solch einem Fall wird eine Konfrontation nur ungut. Es fällt mir nicht leicht, mich dann zurückzunehmen, aber je länger diese ganze Sch… dauert, desto „wurschtiger“ empfinde und reagiere ich, nach dem Motto: „Ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise!“ Erzürntes Smiley

Vor dem Stellplatz wird die angrenzende Siedlungsstraße aufgerissen. Der Schuttcontainer steht in der Einfahrt vom Stellplatz und entsprechend groß ist das Getöse, wenn der Baggerfahrer seine Schaufel voller Asphalt dort hinein entleert.

BaustelleBaustelleBaustelle

Heute wurde der Rasen hier auf dem Stellplatz (endlich mal) gemäht (laut) und mit einem Pfitzer wurden die Feinarbeiten erledigt (laut). Immerhin hatte jemand mein Stromkabel vom Gras auf den Schotter gelegt. Da wäre es dann liegengeblieben, wenn ich es nicht wieder zurückgelegt hätte. Ja, ist nur eine Kleinigkeit, zeigt aber das Grundproblem von zunehmender Gleichgültigkeit. Ich glaube, dass sehr viele Menschen mit der Komplexität unserer Zeit inzwischen überfordert sind und diese ungewohnte, nie dagewesene Pandemie, zumindest nicht in unseren Breiten, bringt viele an ihre Grenzen und lässt alle mühsam errichteten und sorgsam gepflegten Schutz-/Verteidigungswälle bröckeln und schlimmstenfalls einstürzen. Die Nerven liegen bei vielen blank, bei mir auch.

FeiertagsruheHier ist noch nichts auf, die Inzidenz liegt noch weit über 100. Mir ist das recht, es ist auch so schon laut genug. An Nachbarn werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen und ich ahne schon, dass es mir nicht leicht fallen wird. Bis mindestens Ende Juni werde ich noch hierbleiben, da ich dann zum zweiten Mal geimpft werde. Eine eMail an den zuständigen Landrat mit Schilderung meiner besonderen Situation war erfolgreich. Er telefonierte mit „meinem“ Leiter des Ordnungsamts, der erteilte mir die Genehmigung, die Stellplatzadresse vorübergehend als Meldeadresse angeben zu dürfen und innerhalb von 36 Stunden hatte ich einen Anruf eines freundlichen jungen Mannes, der mir zwei Impftermine zuteilte. Ich durfte sogar darum bitten, sie auf den späten Nachmittag zu legen. Laut lachen

Ich räumte Oscarlotta fahrfertig und fuhr die 12 Kilometer zum zuständigen Impfzentrum. Höchste Zeit, sie mal wieder zu bewegen, die Bremsscheiben rosteten schon fröhlich vor sich hin! Der Parkplatz am Impfzentrum war ausreichend groß, ich brauchte nichts mehr zu erklären und keine meiner Sondergenehmigungen vorzuzeigen, man war informiert. Mit einem sehr guten Gefühl verließ ich eine gute halbe Stunde später das super organisierte Zentrum und fuhr, da ich schon unterwegs war, noch zum LPG tanken und zu dem tollsten Edeka-Markt, den ich jemals gesehen habe. Dort muss man aufpassen, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen!

Glücklich kam ich wieder am Stellplatz an und stellte dann fest, dass die Fahrzeugbeleuchtung sich nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn ich den Zündschlüssel abziehe. Bei der Tankstelle und beim Edeka-Parkplatz funktionierte es noch! Irgendwas ist immer! Ich muss demnächst aber sowieso in eine Iveco-Werkstatt, weil es eine Rückrufaktion gibt. Nach 14 Jahren!!! Das Layout der elektrischen Anlage muss geändert bzw. ein Trennschalter, wofür auch immer, ausgetauscht werden. Weil sonst bei ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit in den Kabelbaum eindringen könnte, was zu einem Kurzschluss in der ABS-Steuerung und folglich zu einer Fehlfunktion oder Beschädigung und im Extremfall zu einen Brand führen könnte und zwar sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Motor. Jetzt war das zwar die letzten 14 Jahre offenbar kein Problem, aber ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Also versuchte ich, dort einen Termin zu bekommen, wo ich schon Anfang Dezember die alljährliche Wartung hatte durchführen lassen. Zwar eine Iveco-LKW-Vertragswerkstatt, gewartet und repariert werden dort vorrangig aber nur Traktoren. Ich durfte in Oscarlotta bleiben und hatte interessante Ausblicke. Ich glaube, Oscarlotta war ein wenig neidisch auf die Reifen der „Kollegen“.

DeutzDeutz

Der Werkstattleiter teilte mir mit, dass er von der Rückrufaktion wisse und für einen Kunden auch vor Wochen schon das Ersatzteil bestellt, es aber bis heute nicht erhalten habe. Wie lange ich denn noch hier sei? Wenn es bis dahin nicht mehr klappen würde, könne er mir das Teil an eine beliebige Adresse schicken, damit ich es bei einer beliebigen anderen Iveco-Werkstatt austauschen lassen könne. Das würde vier bis sechs Stunden dauern!!! Also muss ich wohl warten…
Bei dem Werkstattbesuch im Dezember wurde auch mal wieder nach der Ursache gesucht, warum meine Fahrerhausklimaanlage immer nur für kurze Zeit funktioniert, ich hatte ja schon mehrfach darüber geschrieben, eine unendliche Geschichte. Es konnte eigentlich nur noch ein defektes Kabel verantwortlich sein und wirklich fanden die Mechaniker dies: Erstauntes Smiley

Kabel

Das sah ja nun wirklich nicht gut aus! Man konnte mir leider nicht sagen, was der Auslöser gewesen sein könnte und so bleibt die Unsicherheit, dass so etwas jederzeit wieder passieren kann. Das Kabel wurde ausgetauscht und bei meiner Fahrt zum Impfzentrum probierte ich die Funktion der Klimaanlage, obwohl die Außentemperaturen dagegen sprachen. Sie funktioniert, aber das hat sie auch schon einmal bis zu 100km nach einer Reparatur getan. Also abwarten und darauf hoffen, dass sie auch dann noch arbeiten wird, wenn ich sie wirklich brauche. Enttäuschtes Smiley

Uschi wartet die Pfingsttage noch auf dem noch nicht geöffneten Campingplatz in Lauterburg ab, bevor sie sich auf den Weg macht. Auch sie will jetzt endlich mal wieder eine andere Aussicht, andere Wege und neue Erlebnisse, obwohl die Natur auf der Schwäbischen Ostalb gerade alles gibt.

LauterburgLauterburgLauterburg
 
FahrradträgerFahrradträgerFahrradträger

Ihr Fahrradträger ist bereits bestückt, Flitzis Hauptuntersuchung wurde einen Monat vorverlegt, mein Hänger ist sauber und winterfest gemacht, kaum nachdem er „entwintert“ wurde. Wenn alles gut geht, werden wir so bald nicht zurückkehren. Aber wer weiß das schon? Fünf Tage Inzidenz über 100 – zack, alles wieder zu! Dieses Damoklesschwert wird uns wohl noch eine Weile begleiten. Herr Lauterbach äußert sich erstaunlicherweise zuversichtlich, was den Sommer betrifft, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass am Ende des Jahres ca. 5 Milliarden der Menschen auf der ganzen Welt noch nicht geimpft sein werden. Wir haben eben nicht nur Corona, sondern eine Pandemie. Augen rollendes Smiley

Wir wünschen euch schöne, hoffentlich überwiegend sonnige und nicht zu kalte Pfingsttage! Passt trotz aller Öffnungen und Lockerungen bitte weiter gut auf euch auf, auch wenn ihr bereits oder demnächst vollständig geimpft seid. Die Impfungen sind ein guter Schutz, aber auch sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit! Und verlasst euch auch nicht allzusehr auf die Schnelltests, die haben nur eine Verlässlichkeit von etwa 60 Prozent. Das heißt, im Restaurant kann jemand am Nachbartisch sitzen, der ein negatives Testergebnis hat, aber trotzdem infiziert und hochansteckend sein kann. Selbst wenn euch die Impfung bei einer nicht hundertprozentig ausschließbaren Ansteckung vor einem schweren Verlauf schützen sollte und hoffentlich wird, gebt ihr das Virus trotzdem unbemerkt und ungewollt weiter. Vergesst das bitte nicht, auch und besonders zum Schutz all derer, die noch keine Chance hatten, sich impfen lassen zu können.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and taken by Uschi with Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Corona-Notlage(r)

 
 
Ich bin #mütend. 😞😤

An manchen Tagen überwiegt die Müdigkeit, die Hoffnungslosigkeit und alles ist nur mühsam und mein Energielevel ist kurz vor Reserve. Es soweit wieder aufzuladen, dass ich wenigstens die notwendigen Alltagsgeschäfte erledigen kann, ist nicht jeden Tag einfach. Manchmal gelingt es auch gar nicht. Das sind dann die Tage, an denen ich erst nach 15 Uhr aus dem Bett finde und mich trotzdem bleischwer fühle und nur im Zeitlupentempo funktioniere. Und froh bin, wenn ich NICHTS muss und dass NIEMAND etwas von mir will.

Am 29. April war ich genau 6 Monate hier, pandemiemäßig gestrandet auf einem kleinen Stellplatz in einem netten Städtchen in Bayern, freundlicherweise geduldet, sowohl vom Stellplatzchef als auch vom Leiter des Ordnungsamtes. Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass das einzig und allein deswegen so ist, weil ich hier bezahle. Mitgefühl hat, Gedanken über meine Situation macht sich niemand. Dass ich die Aufenthaltsgenehmigung als „Härtefall“ vom Ordnungsamt bekam, habe ich nach der anfänglichen Ablehnung durch persönliches Erscheinen erkämpft, eine Mietpreisermäßigung wegen wochenlangem Baulärm auf dem Stellplatz wurde vom stellvertretenden Badleiter abgelehnt mit der Aussage, ich könne mich ja weiter nach hinten stellen. Weiter hinten ist die vielbefahrene Straße! Das sind die Gründe dafür, dass an manchen Tagen die Wut die Müdigkeit überlagert. Insbesondere dann, wenn neben meinem Wohnzimmerfenster wieder ein orangefarbener Transporter der Baufirma steht und mir die Sicht nimmt.

Transporter

An einem Donnerstag war es wieder so weit und abends klemmte ich einen Zettel unter den Scheibenwischer mit der freundlichen Bitte, das Fahrzeug nicht das ganze Wochenende so stehen zu lassen, ich hätte gerne eine Aussicht, auf die Zufahrt und überhaupt. Am nächsten Morgen wurde ich kurz nach sieben durch Türen schlagen und Motorengeräusch geweckt. Der Fahrer gab einmal richtig Vollgas, direkt neben meinem Bett und parkte sein Fahrzeug dann einen Platz weiter wieder ein, erneutes Türenschlagen inklusive.

Ich bin #…ütend. 😤

Ich frage mich oft, in was für einer Welt ich lebe. Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl, Freundlichkeit, Fürsorge – das alles scheint nicht mehr Normalität, sondern zur Rarität geworden zu sein. Alte Menschen habe ich im Laufe meines Lebens schon oft sagen höre, dass „früher“ alles besser war und ich habe es belächelt. Jetzt bin ich selbst alt und sage es auch.

Seit dem 2. November 2020 ist über Deutschland ein Beherbergungsverbot verhängt. Deswegen stehe ich seitdem hier. Beherbergungsverbot bedeutet, dass alle Beherbergungsbetriebe und -orte geschlossen sein müssen und nicht für Übernachtungen genutzt werden dürfen. Das gilt nicht nur für Hotels, Pensionen, private Zimmervermietungen, Camping- und Stellplätze, sondern auch für nicht bewirtschaftete, kostenfreie Stellplätze sowie Wald-, Wander- und sonstige Plätze und sogar für Privatgrund. Jegliche Beherbergung ist einfach verboten! Siehe „hier“. Im privaten Raum wird das durch die Kontaktbeschränkungen zu regeln versucht und durch die ernstgemeinte Aufforderung seitens der Regierung, touristische Reisen und nicht zwingend notwendige Familienbesuche zu unterlassen und jetzt auch durch die nächtlichen Ausgangssperren. Das freie Stehen mit Wohnmobil ist in den meisten Ländern sowieso nicht erlaubt, in Deutschland wird es geduldet zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit für maximal 10 Stunden ab Ankunft, Campingverhalten (Stühle und Tisch draußen, ausgefahrene Markise) ist untersagt. In Spanien gilt schon ein offenes (Dach-)Fenster und die ausgefahrene Trittstufe als Beweis für Camping. Wenn man, wie derzeit, aber nicht reisen SOLL, entfällt diese Duldung auch. Trotzdem herrscht in Deutschland schon wieder eine rege Reisetätigkeit, ich höre es von verschiedenen Seiten und ich sehe die Wohnmobile, die während der Woche und besonders am Wochenende die VE-Station hier anfahren. Das Motto in unserer Gesellschaft wird anscheinend immer mehr zu: „Ich mache, was möglich ist. Ob es erlaubt ist oder nicht, interessiert mich nicht. Machen alle anderen ja auch so und warum soll ich denn der Dumme sein? Wird schon gut gehen! Und wenn nicht, mein Gott, dann bezahl ich eben die paar Kröten, dafür hatte ich dann aber wenigstens meinen Spaß. Wenn die anderen sich nicht trauen, sind sie selbst Schuld.“ Unrechtsbewusstsein? Ist nicht mehr „in“. Solidarität? Was ist das? Habe ich da was von? Nur Nachteile? Nee, dann ohne mich!

An dieser Textstelle klopfte es an mein Fenster und ein freundlich lächelndes Paar um die Sechzig fragte, ob der Platz geschlossen sei und warum ich denn „so einfach“ hier herumstehen würde. Ich war ja gerade gut im Thema, aber auf alles, was ich fragte und anmerkte und kritisierte, bekam ich lediglich ein mildes Lächeln und ein „ach, das geht schon“ und „die Menschheit war wohl schon immer egoistisch, sonst wäre sie nicht so weit gekommen“. Man habe die Tochter in Ulm besucht. Ich habe nicht gefragt, ob sie alleinlebend oder alleinerziehend ist. Man wünschte mir freundlich lächelnd alles Gute und ging absolut gelassen zurück zum Van. Im Grunde hatte ich ja noch Glück mit dieser Begegnung, die Regel ist es nämlich heutzutage, dass Menschen, die auf ein Fehlverhalten hingewiesen werden, nicht nachdenken, sondern sofort aggressiv reagieren. Habe ich hier auch schon erlebt.

Ich bin #mütend. 😞😤

Was ist denn bloß los mit den Menschen??? Ist man nicht mehr in der Lage, die Gründe, die für das Erlassen von Gesetzen und Verboten maßgeblich sind, zu erkennen und dann SELBSTVERSTÄNDLICH die Verbote einzuhalten? Alle gemeinsam? Der aktuelle, leider schon über ein Jahr dauernde Grund ist dieses Virus. Warum schaffen es so viele Menschen NICHT, trotz der inzwischen millionenfachen Todesfälle weltweit, die Bedrohung ernst zu nehmen? Weil man sich nicht mehr einschränken kann? Weil in unserer Konsumwelt alles sofort möglich ist? Weil wir Frustration und Verzicht nicht mehr gewöhnt sind? Weil Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl… siehe oben… WIRKLICH nicht mehr gelebt werden? Im Fernsehen wird gezeigt, dass alle Parks, Promenaden etc. voller Menschen sind, so wie vor Corona. Die Bauarbeiter hier trinken ihr Feierabendbier eineinhalb Stunden lang zu neunt um eine Holzkiste dicht nebeneinander stehend, natürlich ohne Masken, man ist ja draußen. Sie sind aus zwei Firmen und arbeiten in einer dritten, sind aber doch alles Kollegen. In der Firma, bei der ich meine Gasflasche tausche, scheint weder Homeoffice noch Maskenpflicht durchgesetzt zu werden. Ich habe mit fassungslosem Erstaunen zur Kenntnis genommen, wer in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sich mehr oder weniger häufig und mehr oder weniger bewusst NICHT an die Regeln hält. Es befremdet mich, im Wortsinne.

Ich bin #mü… 😞

Der sehr verstörende, tödliche, Existenzen vernichtende und Angst machende Ausbruch einer Virus-Pandemie scheint im allgemeinen Verständnis der Menschen die persönliche Schuld von irgendjemandem zu sein oder die Strafe der Götter, manche Querdenker haben sich eine oder mehrere konkrete Personen ausgesucht, niemand aber scheint sich Gedanken darüber zu machen, welchen Anteil er selbst mit seiner Lebensweise daran hat. Was begünstigt denn eigentlich Zoonosen?

Um Kommentaren vorzubeugen möchte ich ganz deutlich sagen, dass mir durchaus klar ist, dass bei allen Außenaktivitäten die Ansteckungsgefahr reduziert bis nicht vorhanden ist (siehe meinen Ostereintrag) und dass das Wohnmobil fahren als solches keine Gefahr darstellt. Ich weiß auch, dass nicht nur ich #mütend bin, weil die Beschlüsse unserer Bundesregierung nicht alle gut durchdacht und nach mehr als einem Jahr wenig vielfältig sind. Ich würde auch gerne langsam mal wieder woanders hinfahren! Meine persönlichen Kontakte beschränken sich seit 6 Monaten auf die paar Worte mit Verkäufer*innen, Kassierer*innen und dem Gärtner über den Zaun alle zwei Wochen. Alles andere findet am Telefon statt, per eMail und SMS. Seit 6 Monaten!!! Nein, das ist nicht schön! Und – ganz ehrlich – inzwischen mache ich das nicht mehr, um andere zu schützen, sondern nur noch, um mich selbst zu schützen. Wenn das alle so machen würden, zumindest alle, denen das möglich ist, wäre das eine Form von Egoismus, die etwas Positives bewirkt. Der Egoismus, der in der Welt vorherrscht, tut das leider nicht.

Ich bin #mütend 😞😤

BaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelle

Aktuelles Beispiel:
Neben mir steht ein Weinsberg Pepper, alle Fenster blickdicht verschlossen. Irgendwann kommt eine Frau um die Sechzig auf ihrem Fahrrad angefahren und wenig später klopft sie bei mir. Ob man hier Strom anschließen könne? Ich mache sie darauf aufmerksam, dass der Platz geschlossen ist. Ja, das weiß sie, aber in Nürnberg und in ? war das auch kein Problem. Beherbergungsverbot? Das weiß sie auch, aber in Nürnberg… Sie besucht hier eine Freundin und sie weiß auch noch gar nicht, ob sie heute Nacht in ihrem Wohnmobil schläft oder bei ihrer Freundin. ICH FASSE ES NICHT!!! Im Schaukasten hängt ein Hinweis, dass der Platz pandemiebedingt geschlossen ist, um den Schaukasten ist das Absperrband gezogen. Was braucht es denn noch? Man entfernt einfach das Band und fährt auf den Platz, man ignoriert, dass touristische Reisen unterbleiben sollen, man lässt sich von einer Freundin abholen und bleibt u. U. die Nacht dort. Wie dumm oder ignorant kann man denn sein, dass man nach über einem Jahr immer noch nicht verstanden hat, wie Ansteckung funktioniert???
Vor ein paar Wochen demonstrierte ein Familienvater seinen ca. 14- und 8-jährigen Söhnen, wie man mit Verboten und gesperrten Plätzen umgeht, nämlich genauso. Das alles macht mich soooo

#…ütend. 😤 😤 😤

aktuell

Der Stellplatz- bzw. Badleiter behauptet, dass sie täglich kontrollieren und die Wohnmobile dann auch wegschicken, außer natürlich am Wochenende (natürlich?). Die Polizei interessiert das alles gar nicht. Eines Abends kam ein Streifenwagen fünf Minuten, nachdem ein Kastenwagen auf den Platz gefahren war. Er hielt vor dem Absperrband, machte das Licht aus und dann passierte zehn Minuten gar nichts. Das Licht ging wieder an und der Streifenwagen fuhr davon.
Ich sehe absolut schwarz für die Zukunft, übrigens in jeglicher Hinsicht. Wenn jetzt schon so deutlich wird, dass man sich nicht mehr an Regeln und Gesetze hält, weil es keine oder viel zu lasche Konsequenzen nach sich zieht, wie soll das denn erst werden, wenn die Restriktionen kommen, die in den nächsten Jahrzehnten nötig sein werden, um die Klimaziele zu erreichen? Wenn der überwiegende Teil der Menschheit (ich meine die Menschen, denen es möglich ist) jetzt schon nicht versteht, warum es gut wäre, sich an Regeln zu halten, wie soll das dann funktionieren?

Ich bin #mü… 😞

written by Ingrid
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Fröhliche Erweiterte Ruhetage, ähm Ostern!

 
 
Ja, ihr lieben Leser, wir wünschen euch schöne, sonnige, friedliche, erholsame Osterfeiertage ohne Einkaufs- oder sonstigen Stress! Wir wünschen euch offene Eisdielen und wir würden euch (und uns) auch offene Gartenlokale, Campingplätze (zumindest für Dauercamper) und Ferienhäuser wünschen, also alles, was nach dem seit einem Jahr verfügbaren und belastbaren Wissen über das Infektionsgeschehen bei SARS-CoV-2 relativ bis wahrscheinlich ungefährlich ist. Die überwiegende Anzahl der deutschen Bevölkerung ist zwar inzwischen müde, resigniert, enttäuscht, aber trotzdem immer noch bereit, auch weiterhin die Zähne zusammenzubeißen, wenn, ja wenn sie die Maßnahmen und Auflagen, die ihnen übergestülpt werden, einigermaßen nachvollziehen können. Und da liegt MEIN größter Kritikpunkt! Schon lange vermisse ich in der Beschlussfassung und der Kommunikation der notwendigen Maßnahmen, um das Pandemiegeschehen möglichst umfassend zu kontrollieren, den psychologischen und den pädagogischen Aspekt. Ich bin/war Lehrerin, aber auch jeder, der eigene Kinder hat, weiß, dass es nicht funktioniert, nur Verbote auszusprechen ohne diese ausgiebig und immer wieder neu zu erklären. Nur wenn derjenige, der unter dem Verbot (das ja immer ein objektiver oder zumindest subjektiv empfundener Verlust ist) leidet, den Sinn und Zweck dieses Verbots intellektuell nachvollziehen kann, wird er bereit sein, mitzumachen, wenn auch vielleicht nur zähneknirschend. Hilfreich für die Akzeptanz jedes Verbotes ist, wenn es zeitlich begrenzt ist, weil es dann das berühmte Licht am Ende des Tunnels gibt. Und es sollte eine Belohnung in Aussicht gestellt werden! Und die MUSS es dann auch geben!!! Man muss sich VORHER gut überlegen, ob man die Belohnung, die man verspricht, auch wirklich einhalten kann, ansonsten produziert man tiefe Enttäuschung, die mit Vertrauensverlust, Trotz und gegebenenfalls Rebellion einhergeht. Seit dem Lockdown „light“ im und versprochen nur für den November, der seitdem ständig verlängert und verschärft wird, spreche ich den Entscheidungsträgern der deutschen Bundes- und Landesregierung/en jegliche pädagogische/psychologische Kompetenz ab und frage mich mit ungläubigem Erstaunen, welche Berater dort tätig sind?!?! Enttäuschtes Smiley

Das Highlight war dann tatsächlich am Montag letzter Woche nach ca. zwölfstündiger (in Zahlen: 12) MPK die grandiose Idee der erweiterten Ruhetage zu Ostern! Ich möchte nicht wissen, wie vielen Menschen es so ging wie mir, die nach ungläubigem Staunen entweder ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln riskierten oder vor Wut und Enttäuschung in die nächste Tischkante beißen oder laut schreiend alles kurz und klein schlagen wollten. SO hält man Menschen nicht bei der Stange, vor allem nicht, wenn sie sowieso schon auf dem Zahnfleisch laufen, mit den Nerven völlig am Ende sind, vor Existenzängsten nicht mehr schlafen können. Schwer gebeutelte Menschen bei der Stange halten gelingt nur durch Wertschätzung, durch Anerkennung ihrer schwierigen Situation, durch SOFORTIGE Entlastung finanzieller und arbeitstechnischer Art, durch immer wieder appellieren an ihre Solidarität UND durch Belohnung, NICHT durch weitere Frustration. Wäre ich Frau Merkel, dann würde ich folgende Rede (so oder ähnlich) halten:
 

„Liebe Mitbürger*innen!

Ich danke Ihnen aus vollem Herzen für Ihre Geduld, Ihr Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, die die Bundesregierung zum Schutz Ihrer Gesundheit bestimmen und durchsetzen musste und für Ihr Vertrauen darauf, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen handeln und für Ihre Nachsicht, wenn nicht alles optimal läuft. Wir Verantwortlichen bemühen uns nach Kräften, das Land und seine Menschen so gut wie möglich durch diese fraglos schwerste Zeit seit Jahrzehnten zu manövrieren und wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir auf eine verlässliche „Mannschaft“ bauen können. Damit wir alle über die Ostertage und für die Zeit danach neue Kraft schöpfen können, ermöglichen wir ab Gründonnerstag die Öffnung der Außengastronomie unabhängig von Inzidenzwerten – natürlich unter Einhaltung der AHA-Regeln und der Kontaktbeschränkungen – sowie das kontaktlose Reisen innerhalb Deutschlands. Die Eisdielen dürfen im ganzen Land an allen Ostertagen im Außenbereich und für Straßenverkauf geöffnet sein, ebenso Freizeitparks und Zoos mit Zugangsbeschränkungen sowie Autokinos und andere auf diese sichere Art durchführbare kulturelle Veranstaltungen. Ich vertraue darauf, dass Sie über genügenden Willen verfügen, um verantwortungsvoll mit diesen lange vermissten Freiheiten umzugehen. Sie alle wissen, was für uns alle auf dem Spiel steht! Wir werden noch eine ganze Weile weiter durchhalten müssen und nur wenn alle mitmachen, werden wir diese Krise schneller und erfolgreich beenden können.

Ich habe verbindlich bei Petrus stabiles sonniges Frühlingswetter bestellt!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fröhliche und kraftbringende Ostertage!“

 
matt und mütend

Nachtrag eine Woche, nachdem ich diesen Text geschrieben habe:
Ich glaube, es geht ganz vielen Menschen so wie mir, dass Bauch und Kopf miteinander debattieren. Die beständig steigenden Infektionszahlen lassen eigentlich nur zu, einen erneuten landesweiten Shutdown durchzuführen, richtig hart und konsequent. Die Intensivstationen in Deutschland sind bereits zu 81% belegt und sie werden natürlich nicht nur für COVID-19 Patienten benötigt. Wenn keine Betten mehr frei sind, wird das Verkehrsunfallopfer, der Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatient nicht die lebensrettende Behandlung erhalten, die er braucht. Schon lange werden alle nicht unbedingt notwendigen Operationen verschoben. Es ging von Anfang an darum, die Krankenhäuser nicht an oder über ihre Belastungsgrenzen zu bringen. Nicht alle Länder haben das geschafft, dort hat ein Shutdown dann allerdings dazu geführt, dass die Situation sich innerhalb weniger Wochen wieder entspannte. Ich glaube, dass viele Menschen erst dann bereit sind, den Ernst der Lage zu akzeptieren, wenn sie selbst betroffen sind, wenn Menschen in ihrem Umfeld sterben oder wenn sie miterleben, wie z. B. in Portugal, dass Krankenwagen sich vor überfüllten Krankenhäusern stauen. Das alles ist uns bisher erspart geblieben, was natürlich gut ist, aber eben auch nicht. Ich lese in den sozialen Medien relativ viele Statements von Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die gehen inzwischen auf dem Zahnfleisch, viele mussten schon aufgeben, weil sie völlig ausgebrannt sind, viele halten nur noch aus Pflichtbewusstsein aus, nach der Pandemie bzw. der Krise werden massig Kündigungen folgen. Es stehen aber nicht schon jede Menge Fachkräfte Schlange, die unter den jetzigen Bedingungen übernehmen wollen. Was machen wir alle denn, wenn es nicht mehr genügend Krankenschwestern (ich weiß, die heißen inzwischen anders), Pfleger, Altenpflegekräfte gibt???
Okay, das alles war der Kopf, der Gehör finden sollte. Der Bauch will trotzdem Eis 🍧 und Urlaub 🌊.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Update 06.03.2021

 
 
Im Admin-Bereich sehe ich, dass es immer noch täglich Menschen gibt, die nachsehen, ob es hier etwas Neues gibt. Das ist nett, aber leider ist alles beim Alten und so wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Trauriges Smiley Trotzdem oder gerade deswegen melde ich mich heute mit einem kurzen Update: Wir sind gesund und wir tun weiterhin alles dafür, dass es so bleibt und warten darauf, dass wir irgendwann geimpft werden und das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs im Falle einer Infizierung dann hoffentlich mindestens stark vermindert sein wird! Der Preis dafür ist ein sehr eingeschränktes, auf das Notwendigste reduziertes Leben mit wenigen Kontakten. Meine beschränken sich im „realen Leben“ auf ein Gespräch ab und zu über den Zaun mit dem Gärtner und auf ein paar Worte beim Gas holen oder einkaufen. Alles weitere findet am Telefon statt. Enttäuschtes Smiley Nein, wirklich gut geht es mir damit nicht und so richtige Perspektiven sind ja auch nicht sichtbar. Abgesehen davon, dass das Beherbergungsverbot ja sicher vor Ostern nicht aufgehoben wird, gibt es keine Planungssicherheit für die nächsten Monate, weil es absolut nicht klar ist, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt und wann wir den nächsten Lockdown/Shutdown haben werden. Wir haben für drei Sommermonate mal im Allgäu reserviert und hoffen, dass ein Ortswechsel möglich sein wird. Von Stellplatz zu Campingplatz zu reisen kann man im Sommer inzwischen vergessen, der Verkauf von Wohnmobilen boomt immer noch.
Wenigstens ist die Eiszeit vorbei, meine Gasflaschen halten schon wieder 5 Tage! Die Sonne scheint öfter, ich habe sogar schon barfuß und in leichter Bekleidung draußen gesessen. Man wird sehr bescheiden!
Ich werde mich von Zeit zu Zeit wieder melden, auch wenn es nichts zu erzählen gibt…

Isolation

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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Eisige Zeiten

 
 
Ich kann mich nicht erinnern, dem Frühling jemals mehr entgegengefiebert zu haben als gerade jetzt! Als wenn nicht alles schon frustrierend, beängstigend, langwierig, öde, perspektivlos genug wäre, muss da jetzt noch fast auf der Winter-Ziellinie diese Affenkälte hinzukommen? Aushalten, das ist mein Wort des Jahres 2020, aber offensichtlich gilt es immer noch. Dezember, Januar, Februar sind die für mich schwierigsten Monate, wenn man wie ich im Wohnmobil lebend in Deutschland überwintert. Seit Beginn des Februars wurde es gefühlt von Tag zu Tag besser in der Gewissheit, dass mit diesem kürzesten Monat das Ende der „Leidenszeit“ absehbar ist. Und dann dieses! Erstauntes Smiley

Eisige Zeiten

Rekordminustemperaturen im Februar wie seit 2012 nicht mehr. Meine Gasflasche hielt schon wieder 5 Tage und 7 Stunden, die nächste dann nur noch schockierende 2 Tage und 6 Stunden und die letzte noch 3 Stunden weniger. Und dabei lasse ich den Kühlschrank schon seit Wochen über Strom laufen. Einer der Verkäufer bei meiner Gasflaschentauschfirma meinte, nachdem ich zwei Tage hintereinander dort auftauchte, ob man mir nicht mal langsam eine Pipeline legen solle? Ja, bitte!!! Ich habe übrigens mal genau ausgerechnet, um wieviel teurer der Betrieb des Kühlschrankes mit Strom ist. Abhängig von den Verkaufskosten einer Gasflaschenfüllung und dem Preis für eine Kilowattstunde kann man im Schnitt mit 80 Cent bis 1 Euro rechnen, pro 24 Stunden. Ich habe mich dafür entschieden, lieber mehr zu bezahlen und dafür nicht noch öfter tauschen gehen zu müssen als zur Zeit sowieso schon.
 
Meinen gefühlsmäßigen Tiefpunkt hatte ich, als ich die leere Gasflasche aus der Heckgarage holen wollte und diese sich nicht öffnen ließ! Oscarlotta steht etwas nach rechts geneigt und Regenwasser war nicht nur über die Heckklappe, sondern offenbar in jede verfügbare Ritze der Füllungen geflossen und dort gefroren. Eigentlich nicht sehr verwunderlich bei diesem Aussehen:

Eisige ZeitenEisige ZeitenEisige ZeitenEisige Zeiten

Mein Außenstaufach auf der anderen Seite, in dem meine Vorräte lagern, weigerte sich ebenfalls! Nicht die Schlösser waren zugefroren, sondern die gesamte Klappe, keine Chance. Nun komme ich zum Glück vom Innenraum Oscarlottas an den Inhalt, auch wenn ich dafür die Couch komplett abräumen muss. Mehr Sorgen machte mir die Heckgarage, denn ohne Gas keine Heizung! Zwar könnte ich die Heizung auch mit Strom betreiben, aber das wird dann richtig teuer!
Mit heißem Wasser aus der Kaffeemaschine in einem Emaillebecher und einer Hutbürste, die als Allerweltsbürste immer griffbereit im Eingang liegt, bestrich ich die Eiswülste rechts und links der Heckgaragenklappe, versuchte, mit einem Schlüssel angetautes Eis wegzubrechen, tauchte die eingefrorenen Fahrradschlösser, die meine Transportkarre auf dem Fahrradträger sichern, in die letzten Reste des warmen Wassers und ließ die Kaffeemaschine neues heißes produzieren. Es dauerte lange, bis die Heckklappe sich mit meiner Kraftverstärkung gegen das Eis durchsetzen konnte!
Puh, große Erleichterung! Smiley

 
Beim Gasflaschentausch fragte ich nach Schlossenteisungsmittel, mit demselben negativen Bescheid wie schon ein paar Wochen zuvor. Ich könne aber genauso gut Frostschutzmittel, mit Wasser verdünnt, in eine Sprühflasche füllen, riet mir die nette Angestellte und zeigte auf die vielen Kanister, die neben dem Eingang standen. Frostschutzmittel habe ich! Oscarlotta wird ja von einer schwedischen Alde-Warmwasserheizung erwärmt und in den Wasserkreislauf gehört Frostschutzmittel, das in Abständen immer wieder kontrolliert und aufgefüllt werden muss. Natürlich befand sich dieses im Außenstaufach! Also räumte ich die Couch wieder frei und mit etwas Akrobatik hielt ich schließlich die noch gut halbvolle Flasche Glysantin in den Händen. Eine Sprühflasche fand sich auch, deren Inhalt umgefüllt wurde und binnen kurzer Zeit hatte ich meine Mischung aktionsbereit. Sehr großzügig besprühte ich alle Fugen, Ritzen und Dichtungen mit der rosafarbigen Flüssigkeit. Die Klappendichtungen bestehen nicht aus Silikon, sondern aus einem bürstenähnlichen, weichen, faserigen Stoff, der jetzt zu einer einheitlichen Eismasse mutiert war. An einigen Stellen konnte ich mit einem Spachtel Schlitze hineinschlagen und teilweise sogar Eisstücke herausbrechen, aber nach unten wurde das Eis immer dicker. Die linke Seite der Heckklappe stand nach dem erneuten Schließen gute zwei Zentimeter hervor.
Ob das Besprühen irgendeinen Effekt haben würde, wusste ich nicht, gleichwohl sprühte ich meine Vorratsstaufachklappe ringsherum ebenfalls ein, ebenso sämtliche Schlösser aller Klappen. Es ging mir wieder besser! Das hielt leider nur bis abends gegen 22 Uhr, als völlig unerwartet nach besagten 2 Tagen und 6 Stunden die Gasflasche schon wieder leer war! Was, wenn ich die Heckklappe wieder nicht mehr aufkriegen würde? Die gleiche Prozedur vom Nachmittag jetzt noch einmal??? Enttäuschtes Smiley Alternativ könnte ich auf meine LPG-Tankflasche umschalten, um über die Nacht zu kommen, aber mit deren Inhalt bin ich sehr sparsam, weil ich, wenn sie leer ist, zur Tankstelle fahren muss. Und im Moment kann und möchte ich mit Oscarlotta nirgendwo hinfahren.
Ich zog mir eine warme Jacke und Stiefel an und begab mich bangen Herzens zur Heckgarage. Die öffnete sich widerstandslos!!! Die Klappe vom Gasfach ebenfalls und binnen Minuten konnte ich die Heizung wieder starten. Puh!
Am nächsten Nachmittag versuchte ich zum Spaß mal, ob sich meine Vorratsstaufachklappe vielleicht auch wieder öffnen lassen würde. Als wäre nie etwas gewesen, ging sie auf! Ein Zaubermittel, meine Sprühmischung!!!
 
Seitdem sprühe ich jeden Tag mehrfach und klopfe und breche alles weg, was nachgibt. Das Eis bildet sich immer wieder neu, wenn die Sonne den Schnee auf dem Dach zum Tauen bringt. Es wäre sicher hilfreich, das Dach leerzuräumen, aber ich will kein Risiko eingehen. Wenn ich ausrutsche und vom Dach falle, findet mich hier niemand. Am Montag wurde nach den heftigen Schneefällen der Nacht zwar die Ent- und Versorgungsanlage geräumt und sogar ein Laufweg bis zu Oscarlottas Eingangstür angelegt, aber schon die erneuten Schneemengen am Dienstag blieben liegen. Gesehen habe ich die ganze Woche niemanden.

Eisige ZeitenEisige Zeiten

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Update 09.01.2021

 
 
Das Jahr ist neu, aber ansonsten ist alles beim Alten. Trauriges Smiley Lockdown light, Lockdown hart, Ausgangssperre ab 21 Uhr bei einer Inzidenz über 200, ebenso eine Bewegungsbeschränkung unterschiedlichen Ausmaßes, Kontaktregeln so extrem wie im Frühjahr. Alles zu bis auf die überlebenswichtigen Geschäfte/Einrichtungen. Dieses Virus zeigt uns Menschlein jetzt erst so richtig sein Können und es hat sich – bildlich gesehen – wohl schon den ganzen Sommer die Hände gerieben in Vorfreude auf den Herbst und Winter, wo es uns dann mal so richtig beweisen kann, was es drauf hat. Die unvernünftige Handlungsweise zu vieler Menschen im Sommer hat die Grundlage geschaffen dafür, dass das Virus sich zunächst ziemlich unbemerkt weiter verbreiten konnte. Ich verstehe das Nachholbedürfnis all derer, die sich über Wochen eingeschränkt haben oder eingeschränkt wurden und besonders für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist diese Pandemie wirklich hart! Enttäuschtes Smiley Aaaaber: Wir Menschen kriegen das nur hin, wenn wir uns solidarisch und verantwortungsvoll verhalten und uns an die von den Regierenden vorgegebenen Verhaltensmaßregeln halten, AUCH wenn wir aus persönlichen Gründen mit ihnen nicht einverstanden sind und AUCH, wenn sie Schwachstellen aufweisen. Und das tun sie zweifellos. Aber niemand in der westlichen Welt hat Erfahrungen mit Pandemien, die Wissenschaftler kommen tagtäglich zu neuen Erkenntnissen, da ist es doch logisch, dass die Meinung von gestern morgen eventuell schon nicht mehr gilt. Wer sich darüber aufregt und den Verantwortlichen Willkür vorwirft, hat nicht verstanden, wie Wissenschaft funktioniert. Wer daraus für sich den Schluss zieht, dass ihm das jetzt langsam zu dumm wird und er selbst entscheidet, was (für ihn) richtig ist, verhält sich seinen Mitmenschen gegenüber ignorant, egoistisch und verantwortungslos.
Aber ist nicht sogar genau diese Einstellung das Grundübel unserer Zeitepoche? Ging es uns in den wohlhabenden Ländern und Staaten schon viel zu lange viel zu gut? Dazu ist schon viel geschrieben und geredet worden, von Menschen, die wesentlich mehr davon verstehen als ich, deshalb werde ich das hier jetzt nicht weiter vertiefen.
Aber einen Gedanken möchte ich weiterspinnen. Es scheint so zu sein, dass Menschen alles, was sie als Bedrohung empfinden, versuchen von sich fernzuhalten. Das ist verständlich, wenn es um eine direkte und sichtbare Bedrohung von Leib und Leben geht. Dieses Virus ist eine direkte Bedrohung und es ist als solche auch sichtbar, zumindest indirekt über die tägliche Berichterstattung der Medien. Nun weiß man, dass der Mensch so „gestrickt“ ist, dass er bei fortwährender Konfrontation mit Katastrophen(meldungen) abstumpft. Auch das ist eine eigentlich gesunde Reaktion des Gehirns, damit der permanente Stress nicht krank macht. Weiterhin höchst sensibilisiert und damit aber auch emotional höchst beansprucht sind wohl überwiegend die Menschen, die entweder auf Grund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen ein signifikant erhöhtes Risiko haben, nach einer Ansteckung an dieser Viruserkrankung zu sterben und diejenigen, die Sterbefälle in ihrem Umkreis bereits miterlebt haben. Und ich denke, dass alle, die hautnah mitbekommen, welche unvorstellbaren Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal auf Covid-Intensivstationen jetzt herrschen, mehr Empathie und Solidarität aufbringen.
Ich höre öfter, dass von Panikmache geredet wird und dies verurteilt und als nicht zielführend angesehen wird. Nein, das finde ich nicht! Ich habe eher das Gefühl, dass viele Menschen es lieber nicht ganz so genau wissen möchten, um möglichst wenig an ihrem gewohnten Lebensstil ändern zu müssen. Und negative Gefühle will niemand, verständlicherweise, deswegen ist es einfacher, nicht so genau hinzusehen oder die Fakten und Gefahren herunterzuspielen oder gleich ganz zu bestreiten. Dann redet man lieber von Panikmache als zuzugeben, dass man verunsichert ist oder sogar besorgt und ängstlich. Es gibt, wahrscheinlich nicht wenige, Menschen, die ihre Ohnmacht damit in Schach halten, dass sie beschließen, dass „wir da durchkommen“. Da bleibt nur zu hoffen, dass das Virus das wohlwollend zur Kenntnis nimmt!
Mich macht das alles hilflos! Wenn das Virus wenigstens nur die Uneinsichtigen und Unvernünftigen treffen würde! Aber das tut es nicht, es nimmt sich, wen es kriegen kann. Und das ganz besonders Tückische daran ist eben, im Vergleich zu den meisten anderen ansteckenden Krankheiten, dass schon Kontaktpersonen infiziert werden, bevor der Virusträger überhaupt ahnt, dass er sich angesteckt hat. Wie schnell das aus dem Ruder gerät, ist gerade überall auf der Welt noch viel drastischer als zu Beginn der Pandemie zu sehen. Logisch, Stichwort exponentielles Wachstum. Je mehr infiziert sind, desto schneller die Ausbreitung. Gerade explodiert es, die Wissenschaftler haben es vorausgesagt (Panikmache!!!), die Erinnerung an die Spanische Grippe hätte es uns glauben lassen sollen.
Und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die das alles nicht glauben wollen, nicht akzeptieren wollen, nicht Ernst nehmen. Das macht mich fassungslos und wütend! Sie sind unmittelbar mit verantwortlich dafür, dass es nicht besser werden kann. Dass alle anderen in Mitleidenschaft gezogen werden, da wir nun einmal alle in einem Boot sitzen. Sie machen sich schuldig an all denen, die an Covid-19 sterben. An all denen, die aufgrund der Lockdown-Beschränkungen weltweit mittel- oder unmittelbar ihre Existenzgrundlage oder ihr Leben verlieren oder das ihrer Angehörigen. Panikmache? Ja, die ist angebracht, finde ICH. Ob sie ein Umdenken bewirkt, bezweifel ich trotzdem. Und wenn ich diese Verhaltensweisen hochrechne auf all die anderen Menschheitsprobleme, die sich durch Verleugnung oder Egoismus genauso wenig in Luft auflösen werden wie diese Pandemie, die aber noch weitaus gravierendere Folgen haben werden, dann wird mir himmelangst und ich bin froh, schon so alt zu sein und keine Nachkommen zu haben, die all dem ausgesetzt sein würden.
Sorry, aber der Satz muss noch sein: Ich kann nicht nachvollziehen, dass so viele Menschen, die Nachkommen haben, ihnen zuliebe nicht anders agieren. Das wäre jetzt aber eine andere Baustelle…
Cooles Smiley

written by Ingrid
photo taken with iPhone (snowman not made by me)