Weiter gehts – bloß wohin?

 

Wir fahren im Wochenrhythmus weiter, winzige Etappen, weil Uschi darauf wartet, zumindest ihren Toyota, der bereits im März (!) geliefert werden sollte, demnächst übernehmen zu können. Von der Firma Tischer hat sie noch keine verbindlichen Aussagen, sodass es wohl darauf hinauslaufen wird, dass Boxi erst einmal auf den Toyota umgesetzt werden wird. Uschi hat darum gebeten, in der Fertigungsreihenfolge nach vorne verlegt zu werden, da anzunehmen ist, dass die anderen Käufer ihre Kabine erst im nächsten Frühjahr nutzen wollen, für sie aber die Vorteile einer Duschmöglichkeit und eines Abwassertanks im beheizten Bereich über den Winter von großem Wert wären.
So zockelten wir vom HEICamp nach Grafenrheinfeld. Auf dem Stellplatz war ich bereits zweimal, da im Nachbardorf die deutsche Niederlassung der Firma Alde sitzt, deren Warmwasserheizung in Oscarlotta verbaut ist. Vor zwei Jahren hatte ich ja Probleme mit dem integrierten Warmwasserboiler und musste zu Alde fahren, da die Händler und Werkstätten den Austausch des neuesten Modells nicht mehr vornehmen dürfen. Ich hatte „hier“ darüber berichtet. Zwei Nächte stand ich damals auf dem firmeneigenen Stellplatz, auch der Austausch und das Auswechseln der Heizungsflüssigkeit wurde von dort aus vorgenommen, sodass ich gar nicht in die Werkstatt fahren musste und da ich nicht nachmittags noch weiterfahren wollte, empfahl man mir den Stellplatz in Grafenrheinfeld. In Röthlein selbst gibt es zwar auch sechs Wohnmobilstellflächen, aber ohne jegliche Infrastruktur, dafür kostenfrei. Aber eben auch ohne Strom und damit für mich ohne Kaffeemaschine. Das versuche ich zu vermeiden! Zwinkerndes Smiley Grafenrheinfeld hatte mir damals sofort gefallen, der Stellplatz bietet Platz für 9 Mobile (kreisförmig angelegt) und liegt sehr schön naturnah an mehreren Seen, um die man laufen kann.

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldAusblick aus Oscarlotta

Der Main ist nicht weit und der Übernachtungspreis, zahlbar an einem Parkscheinautomaten, ist mit €6/Nacht sehr günstig. Alles, was man als Wohnmobilist so braucht, ist vorhanden und Einkaufsmöglichkeiten sind in fußläufiger Entfernung. Nett ist, dass nebenan eine Reithalle mit Pferdeboxen steht und zu unterschiedlichen Zeiten Pferde spazieren geführt oder auch beritten werden. Es gibt also immer etwas zu sehen und wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Uschi fuhr ihren Toyota ansehen und kam schwer begeistert zurück. Smiley mit geöffnetem Mund

Toyota HiluxToyota HiluxToyota Hilux

Unser nächstes Ziel war Hofheim in Unterfranken. Der Stellplatz nicht ganz so schön angelegt bzw. stereotyp in zwei langen Reihen für 30 Mobile, dafür zwei Euro teuer. Allerdings gibt es ein kleines Sanitärgebäude mit kostenlosen (!) Duschen und eigentlich auch freies WLAN, was aber gerade nicht zur Verfügung stand. DVB-T war leider auch fast nicht existent. Enttäuschtes Smiley
Wir zahlten trotzdem für eine Woche. Zum Bezahlen kommt jeden Tag jemand vorbei, allerdings morgens zwischen 8 und 9 Uhr!!! Ich war sehr froh, dass Uschi für mich mit zahlen konnte. Man bekommt sogar für jeden Tag des Aufenthalts ein Gutscheinkärtchen, mit dem man bei ausgewählten Geschäften €2,50 vergütet bekommt, wenn man dort einkauft. Ich hätte das gerne beim Friseur genutzt, aber leider gab es keinen freien Termin.

Hofheim

Das Städtchen ist klein, aber recht nett, vor allem der Marktplatz mit seinen alten Fachwerkhäusern und die zwei erhaltenen Stadttore. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in reicher Auswahl und in fußläufiger Entfernung (jeweils 10 Min.).

HofheimHofheimHofheimHofheimHofheimHofheim

Stover Strand Und dann trennten sich unsere Wege seit langer Zeit mal wieder. Uschi fuhr mit einem Abstecher über Bad Schönborn, wo sie ihr repariertes eBike abholte, nach Lauterburg zurück. Sie muss dort noch einige vorbereitende Arbeiten für den Austausch ihrer mobilen Wohnung erledigen. Bei Oscarlotta steht im November wieder die Hauptuntersuchung an und ich weiß noch nicht, wo ich sie und die anderen turnusmäßig anfallenden Arbeiten erledigen lasse. Eigentlich müsste ich nach Stralsund, da die dort im März erfolgte Reparatur der Fahrerhaus-Klimaanlage keinen bleibenden Erfolg hatte. Seit drei Jahren mache ich damit jetzt schon rum und es war schon richtig teuer. Wenn auch der Austausch des Kompressors das Problem nicht beseitigen konnte, was ich natürlich erst auf der ersten Fahrt nach der Corona-Sommerpause bemerken konnte, muss nach der ursächlichen Fehlerquelle gesucht werden. Mit der Iveco-Werkstatt in Stralsund bin ich grundsätzlich zufrieden, zumal ich während der Werkstattaufenthalte in Oscarlotta bleiben und auf dem Firmengelände übernachten darf/durfte. Ob es allerdings im Moment Sinn macht, nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren, ist nicht ganz klar. Ich habe es ja im Frühjahr erlebt, wie schnell man dort damit ist, Touristen des Landes zu verweisen und wie militant die Bevölkerung für die Umsetzung sorgt. Vorsichtshalber habe ich mir vom Stellplatz in Hofheim schriftlich bestätigen lassen, von wann bis wann ich dort war und werde das an den nächsten Anlaufpunkten ebenfalls tun und/oder Tickets, Quittungen, Einkaufsrechnungen aufbewahren.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Trostpflaster

Nachtrag:
Uschi hat tatsächlich Erfolg und von Tischer eine Auslieferungszusage für die 50. Kalenderwoche erhalten! Bis Weihnachten dürften Neuzulassung, Austausch und Umzug erledigt sein. Ich werde Fix und Boxi also nicht wiedersehen, hatte mich auch schon von ihnen verabschiedet. Weinendes Smiley
Ich habe in Hofheim noch einmal verlängert, weil es preiswert und völlig egal ist, ob ich heute, morgen oder übermorgen weiterfahre, vor allem bei dem aktuell schlechten Wetter. Auf der Strecke nach Stralsund hatte ich mir in Naumburg einen Stellplatz bei einem Wohnmobilhändler ausgeguckt und eine Anfrage gestellt, ob ich meine diversen Arbeiten evtl. auch bei ihm erledigen lassen könne. Eine Antwort auf meine eMail bekam ich erst nach Tagen auf erneute Nachfrage. (Genauso war es in Stralsund auch gewesen! Wie arbeiten die Menschen heutzutage eigentlich?) Es gäbe keine Stellplätze mehr bei seiner Firma, erfuhr ich aus Naumburg (steht aber überall noch im Internet!). Seine Werkstatt sei für mein Wohnmobil zu klein, also keine Hauptuntersuchung. Ölwechsel und Fehlersuche Klimaanlage müsse von einer Iveco-Werkstatt erledigt werden, aber meinen undichten Haubendeckel vom Badezimmerluk könne man tauschen. Tja, dann werde ich wohl doch nach Stralsund fahren, falls nicht zeitnah die Landesgrenzen wieder dicht gemacht werden! Das kann, so wie die Lage aktuell ist, allerdings vom einen auf den anderen Tag passieren.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Zum Thema „Wie erledigen die Menschen heutzutage eigentlich ihre Arbeit?“ habe ich noch zwei Beispiele vom Stellplatz in Hofheim.
Ich (bzw. Uschi) hatte mir zwei Waschmaschinen-/Trocknermarken besorgt. Am Sonntag befüllte ich die Waschmaschine und wählte das 60 Grad Eco-Programm. Es wurde mir eine Waschdauer von 2 Stunden angezeigt. Dann würde wohl alles richtig sauber werden! Smiley Nach Ablauf der Zeit lief die Maschine nicht mehr, die Tür ließ sich öffnen, aber die Wäsche war nicht geschleudert und offensichtlich auch nicht fertig gespült!!! Ich hätte meine zweite Marke verwenden müssen, hätte dann aber zwar geschleuderte Wäsche gehabt, aber keine Möglichkeit mehr, sie zu trocknen. Also wrang ich, so gut es ging, an einem der Handwaschbecken jedes einzelne Teil aus und warf es in den Trockner. Die Waschbecken waren ein Stück von der Waschmaschine entfernt und ich setzte den gesamten Boden unter Wasser. Zum Glück wollte währenddessen niemand die Toiletten benutzen und ich konnte alles mit dem Schieber für die Duschen dorthin befördern. Nur das restliche Wasser in der Maschine konnte ich nicht beseitigen. Der Trockner brauchte noch einmal eine Stunde und obwohl ich schranktrocken+ gewählt hatte, hegte ich wenig Hoffnung, dass die Wäsche auch nur ansatzweise trocken sein würde. Und so war es dann auch, Oscarlotta sah die nächsten Stunden sehr „dekoriert“ aus. Es ist gar nicht so einfach, eine Waschmaschinenladung zum Nachtrocknen auf der begrenzten Fläche eines Wohnmobils zu verteilen.
Ich schrieb eine Mitteilung wegen des noch in der Waschmaschine verbliebenen Wassers und bekam einen Tipp für das nächste Mal: kein Eco-Programm auswählen, dafür reiche die Marke zeitlich nicht aus. Erstauntes Smiley Könnte man das nicht als Hinweis an die Maschine oder die Wand daneben hängen??? Ich habe extra noch einmal nachgeschaut, ob ich etwas übersehen habe, aber hatte ich natürlich nicht.
Die zweite Sache war, dass ich nach Uschis Abreise (einen Tag früher als geplant) meinen Aufenthalt um zunächst zwei Nächte verlängern wollte. Mir wurde Uschis schon bezahlte Nacht gutgeschrieben und sie zahlte weitere €8 für mich. Somit hatte ich bis Dienstag bezahlt und ließ mir die Aufenthaltsdauer von/bis bestätigen, um bei meiner Weiterfahrt belegen zu können, das ich nicht aus einem Risikogebiet komme. Am Montag beschloss ich, das angekündigte Schlechtwetter noch in Hofheim auszusitzen. Ich versuchte, am Dienstag bis 9 Uhr wach, aufgestanden, gewaschen und angezogen in der Rezeption zu erscheinen, war um Mitternacht im Bett und – konnte nicht einschlafen. Um 2 Uhr stellte ich meinen Wecker wieder ab und beschloss, dass mich alle mal gerne haben können! Die Stellplatzgebühr für die nächsten sechs Nächte steckte ich in einen Briefumschlag, schrieb eine Nachricht und warf alles in den an der Rezeption hängenden Briefkasten. Ich wusste schon, dass die Rezeptionistinnen wöchentlich wechseln und prompt eröffnete mir die diensthabende, dass ich, wenn ich sechs Nächte bleiben will, noch 8 Euro mehr bezahlen müsse. Sie listete mir auf, was ich schon bezahlt habe und vertat sich schon mit den Daten der ersten Woche. Die von Uschi extra bezahlten 8 Euro waren ebenfalls nicht auf ihrer Auflistung. Mag sein, dass ihre Kollegin die nicht verbucht hatte. Ich schrieb eine Gegendarstellung und legte als Argument die mir von ihrer Kollegin ausgestellte Bescheinigung bei, aus der hervorgeht, dass ich bis zum Dienstag zweifelsfrei bezahlt hatte. Und bis zum nächsten Montag sind es nun mal sechs Nächte und die habe ich bezahlt. Mit einem 50-Euro-Schein und dem Hinweis, dass sie die zwei Euro, die ich eigentlich zurückbekommen müsste, in ihre Kaffeekasse stecken soll. Jetzt bin ich gespannt! Ich hoffe nicht, sie klopft um halb 9 bei mir!!!

Nachtrag:
Nein, es klopfte niemand. Ich wurde trotzdem wach, weil die Dame offenbar ihren Hund dabei hatte und der neben meinem Bett bellte, während sein Frauchen die Tüte mit ihrer Entschuldigung an meinen Fahrradgepäckträger klemmte. Sie hätte nichts von einer zusätzlichen Bezahlung gewusst! Dass ihre gesamte Auflistung kalendarisch total falsch war, erwähnte sie nicht weiter. Also Schwamm drüber! Cooles Smiley

Mecklenburg-Vorpommern erlässt (mal wieder!) die schärfste Stufe der Beherbergungsverbote aller Bundesländer, Reisende aus Risikogebieten müssen einen negativen Covid 19-Test vorlegen und zusätzlich 14 Tage in Quarantäne, die mit einem weiteren Test nach vier Tagen aufgehoben werden kann, falls auch dieser Test wieder negativ ist. Meine Postleitzahl gehört aktuell zum Risikogebiet! Dort war ich zwar schon über zwei Jahre nicht mehr, aber das interessiert wahrscheinlich nicht. Ich bin ja quasi in Dauerquarantäne, meine Kontakte beschränken sich auf ein- bis zweimal die Woche beim Einkaufen und/oder Tanken. Solche Sonderfälle fallen aber natürlich wieder durchs Raster.
Diese wiedereingeführten Reiseregelungen in einigen Bundesländern sind wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber wenn man wirklich auf der sicheren Seite sein will, dann ist die Vorgehensweise von MeckPomm die einzig richtige. Erst nach dem zweiten Test kann man zumindest ausschließen, dass infizierte Menschen einreisen. Ob sie sich dann evtl. während ihres Aufenthaltes anstecken, steht wieder auf einem anderen Blatt. 100%ige Sicherheit gibt es sowieso nicht, dafür werden aber alle, die vom Tourismus leben (vor allem in den Bundesländern mit Seezugang oder denen mit Bergen) massivst und langsam vermutlich nicht mehr aufholbar geschädigt. Ich mache mir schon lange echte Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen, nicht nur in Deutschland. Ist den jungen Menschen, die ihren Lebenssinn und ihr verbrieftes Recht offenbar darin sehen, Party zu machen, wirklich nicht klar (zu machen), dass sie die Folgen zu tragen haben, wenn es durch ihr verantwortungsloses und egozentrisches Handeln aus Sorge vor weiter steigenden Infektionszahlen und damit einhergehender Gefährdung der Risikogruppen erneut einen Lockdown geben MUSS, so wie jetzt teilweise schon wieder in Frankreich und den Niederlanden? Die Staatsverschuldung müssen doch überwiegend sie einmal rückgängig machen! Wie kurzsichtig kann man denn sein? Aber das Motto (nicht aller, aber zu vieler und nicht nur in Deutschland) scheint wirklich zu sein: “Ich bin jetzt jung, ich will Spaß, ich will feiern, nach mir die Sintflut.” Nun, die Sintflut könnte kommen, denn diese Pandemie ist ja nicht das einzige Problem, das die Weltgemeinschaft hat.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Auf nach Osten!

 

Ich beschloss, auf jeden Fall noch eine Nacht in der Nähe der Firma Alde zu bleiben, um sicher zu sein, dass mit meiner runderneuerten Heizung alles in Ordnung ist. Es gibt seit einiger Zeit in Röthlein einen Stellplatz, aber nur ohne Strom und VE. Ich musste aber meinen Frischwassertank wieder auffüllen und bei Alde gab es nur die mühsame Möglichkeit per Gießkanne. Man würde die Kundschaft immer in den Nachbarort Grafenrheinfeld schicken, erfuhr ich. Also fuhr ich dort hin und fand einen wirklich schön und absolut ruhig gelegenen Stellplatz für 10 Mobile an einem kleinen See vor (siehe auch das aktuelle Headerfoto).

Grafenrheinfeld


 
Eine Ver- und Entsorgungsstation mit integriertem Kassenautomaten (€6/Nacht) war vorhanden, ebenso Stromsäulen (50 Cent/kW). Der Platz ist halbkreisförmig angelegt und da ich der einzige Besucher war, stellte ich Oscarlotta so, dass ich von meinem Lieblingssessel aus auf den See schauen konnte. Ein Spaziergang um den Fischteich scheiterte daran, dass alle Wege total verschlammt waren.

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeld

Ich verbrachte eine ruhige Nacht und am nächsten Tag schien sogar endlich mal wieder die Sonne! Wie unterschiedlich doch Fotos werden, mit oder ohne Sonne!

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeld

Bevor ich zur VE-Station fuhr, um meine Toilette noch zu entleeren, stellte ich fest, dass der Hebel für den Toilettenschieber nicht mehr so funktionierte wie gewohnt. Er war plötzlich total locker und nur mit Mühe konnte ich den Schieber schließen. NEIIIIN! Nicht schon wieder irgendetwas, das nicht geht! Die Toilette ist doch noch ganz neu. Als ich die Kassette aus ihrem Außenstaufach zog, fiel dort etwas hörbar herunter. Eine Schraube, wie sich herausstellte. Relativ sofort war mir klar, dass es da wohl einen Zusammenhang geben würde zu dem funktionslosen Hebel an der Toilette. Nur, wo gehörte die Schraube hin? Ich holte einen Kreuzschlitzschraubendreher und einen Handspiegel. Der verriet mir dann das Loch, in das die Schraube gehörte und der Rest war Fummelei, denn sehen konnte ich nichts. Und siehe da, mein Hebel an der Toilette öffnete und schloss den Schieber wieder einwandfrei! Smiley

Als klar war, dass ich in den Süden Deutschlands zurückfahren muss, hatte ich überlegt, wie es danach weitergehen soll. Die gleiche Strecke ein drittes Mal fahren? Nein, dazu hatte ich echt keine Lust. Wenn ich jetzt schon so dicht am Osten Deutschlands war, wollte ich dort auch hin. Ich würde meine langfristig geplante Küstentour eben in umgekehrter Richtung angehen, von der Ostsee zur Nordsee. Die Frage war jetzt nur, fahre ich geradeaus nach Norden oder mache ich noch einen Abstecher über Dresden und besuche Norma (die Frau mit dem Roller)? Der gefiel die zweite Möglichkeit besser. Laut lachen

Auf der Hälfte der Strecke liegt die Stadt Plauen. Ich verband den Namen ausschließlich mit der gleichnamigen Spitze. Einen Wohnmobilstellplatz gab es auch, wenn auch nur am Rande eines Großparkplatzes und ohne alles, dafür aber kostenlos. Eine Nacht durfte man dort stehen. Als ich ankam, war Oscarlotta mal wieder das einzige Wohnmobil. Die 11 Spuren, ausgewiesen für Wohnmobile und Busse, waren lang, schief und sehr schmal. Im Sommer bestimmt lustig! Verwirrtes Smiley Vor Ort stand nichts mehr von einer 24 Stunden-Begrenzung und ich beschloss, das zu vergessen. Wer sollte jetzt im Winter etwas dagegen haben, wenn ich länger dort stehe? Prinzipiell könnte ich Oscarlotta ja auch jeden Tag auf einen anderen Platz stellen, aber so lange wollte ich gar nicht bleiben.

PlauenPlauen

Die Stadt war gleich gegenüber, das ehemalige Schloss, von dem nur noch ein paar Mauern übrig sind, nebenan. Die Umgehungsstraße war weit genug weg, um nicht zu stören. Ich stand gut und freute mich darauf, am nächsten Tag die Stadt zu erkunden. Mal wieder ein gemütliches Café wäre schön! Pizza Kaffeetasse

Plauen

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Alde Röthlein

 

Ich beschloss, den Weg wieder zurückzufahren, den ich gekommen war. Enttäuschtes Smiley Urmitz lag ungefähr auf halber Strecke, dort würde ich einen Tag pausieren. So unproblematisch, wie ich den Stellplatz beim ersten Mal gefunden hatte, so schwierig gestaltete es sich dieses Mal. Meine beiden Navis waren sich absolut nicht einig! Wenn das eine sagte, ich solle nach links abbiegen, wollte das andere nach rechts. Zweimal war ich schon in Sichtnähe des Kernkraftwerkes, also ganz dicht beim Stellplatz. Es wurde dunkel. Als ich das dritte Mal an derselben Abzweigung vorbeikam, war ich kurz vorm Verzweifeln! Auf welches Navi sollte ich hören? Angehalten und auf die Karte geguckt hatte ich vorher schon einmal, aber geholfen hatte es mir nicht. Als ich zum dritten Mal an dem großen Einkaufspark vorbeifuhr, erwischte ich nur mit Glück die richtige Abfahrt und war tatsächlich auf der Straße, die mich letztes Mal schon nach Urmitz geführt hatte. Hier stand auch endlich mal ein Hinweisschild! Ich war eine gute Stunde immer im Kreis gefahren und kam entsprechend genervt am Stellplatz an. Und der war voll! Na ja, zum Glück nicht ganz, aber die erste Reihe. Das war mir jetzt aber auch schon egal. In der zweiten Reihe gab es noch einen Platz ohne direkte Nachbarn, dafür war der Rhein nicht mehr zu sehen. Egal! Die beiden Dauerbewohner-Wohnmobile waren immer noch da! An Paules: Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ihr ganz in der Nähe wohnt! Trauriges Smiley

UrmitzUrmitzUrmitz

Anfang Januar sind die Stellplätze in Deutschland schon so voll??? Was ist denn bloß los? Das Wohnmobilaufkommen wird langsam beängstigend! Das Rheinhochwasser hatte auch um einiges zugenommen und schon wenige Tage später wurde der Schiffsverkehr eingestellt.

Hochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in UrmitzHochwasser in Urmitz

Den Freitag verbrachte ich in Urmitz und am Samstag fuhr ich die zweite Hälfte meiner 500km-Tour bis zur Firma Alde in Röthlein. Es gibt dort einen firmeneigenen Stellplatz mit Stromsäule und Toilettenentsorgung. Ich musste ein wenig hin- und herrangieren, bis ich Oscarlotta parallel zum Zaun stehen hatte.

Stellplatz bei AldeStellplatz bei Alde

Am Montag um 8 Uhr sollte es los gehen! Vorher musste ich noch alles Frischwasser ablassen. Das bedeutete, am Vorabend früh ins Bett gehen! Das ist schon ein kleines Problem, dann aber auch einschlafen können ist allerdings das größere. Auf halb sieben hatte ich mir den Wecker gestellt, um 4 Uhr musste ich mal zur Toilette und das war es dann! Kurz nach 6 stand ich auf, was den Vorteil hatte, dass ich alles ganz in Ruhe erledigen und sogar noch einen Kaffee trinken konnte, bevor ich mein Stromkabel abzog. Um 8 Uhr meldete ich mich im Büro und um viertel nach 8 schob ein junger Mitarbeiter seinen Werkzeugwagen zu Oscarlotta. Muss ich denn gar nicht woanders hinfahren? Nein, er könne das alles hier erledigen. Er stürzte sich auch gleich in die Tiefen des Doppelbodens und fing an zu demontieren. Nachdem er den Heizungsblock herausgehievt hatte, erklärte er mir, dass seine Kollegen in der Werkstatt den Boiler ausbauen würden und ich dann, wie gewünscht, ein paar Fotos machen könnte. Er würde mir Bescheid geben. Es würde aber eine Weile dauern. Ich nutzte die Zeit, um zu frühstücken. Langsam wurde es allerdings unangenehm kalt in Oscarlotta!

Heizung noch daEs geht los!Heizung wegHeizung auf dem Weg nach draußenHeizungsinnenleben

Nach ca. 45 Minuten kamen die Heizung, der junge Mann sowie sein Vorgesetzter wieder zurück. Nein, Fotos dürfe ich leider von dem defekten Boiler nicht machen! Alde möchte wohl nicht, dass solche Fotos vielleicht eventuell im Internet erscheinen!? Cooles Smiley Die gute Nachricht war dann, dass mir der ausgetauschte Boiler zunächst einmal nicht in Rechnung gestellt, sondern zur Überprüfung nach Schweden geschickt werden würde. Denn auch, wenn ich ständig im Wohnmobil lebe und er dadurch natürlich viel mehr beansprucht wird, dürfte er eigentlich nach knapp 7 Jahren noch nicht defekt sein. In den allermeisten Fällen sei Alde sehr kulant, ansonsten würde man noch eine Nachforderung an mich stellen.

Heizung wieder da

Ich war davon ausgegangen, dass mit dem Austausch des Boilers auch automatisch die Heizungsflüssigkeit erneuert werden würde, erfuhr aber, dass das eine mit dem anderen eigentlich nichts zu tun habe. Da der Austausch aber schon lange überfällig war (alle 2-3 Jahre empfohlen), bat ich darum, dass das auf jeden Fall miterledigt wird. Nach erfolgreichem Wiedereinbau der Heizung ging es dann darum. Der junge Mann erklärte mir, dass es inzwischen ein neues Verfahren gibt, indem neue Heizungsflüssigkeit in das System gepumpt wird und bei erreichen des Füllhöchststand wird die alte Flüssigkeit automatisch herausgedrückt und in einer Tonne draußen vor der Tür aufgefangen. Das ging recht schnell.

HeizungsflüssigkeitsaustauschHeizungsflüssigkeitsaustauschHeizungsflüssigkeitsaustausch

Wir wären dann fertig, hieß es. Er würde die Heizung jetzt starten wollen und es wäre nötig, für den Boiler etwas Wasser aufzufüllen. Also schnappte ich mir in Ermangelung eines Frischwasseranschlusses in erreichbarer Nähe meine Gießkanne und lief ein paarmal zwischen der Küche der Firma und Oscarlotta hin und her. Nach kurzer Zeit wurden die Heizkörper warm! Ich konnte mich vom letzten Mal 2011 erinnern, dass jetzt die zeitraubende Prozedur der Entlüftung an der Reihe sein würde. Nein, das sei nicht mehr nötig! Durch das neue Verfahren habe keine Luft in die Leitungen gelangen können und die vorher vorhandene sei mit herausgedrückt worden. Große Klasse! Es mussten also nicht sämtliche Abdeckungen gelöst werden, die teilweise etwas schwer zugänglich sind. Es müsse erst entlüftet werden, wenn ein Heizkörper nicht warm würde oder es irgendwo gluckert.

Als Geschenk bekam ich außer einem kleinen Plüsch-Elch Verliebt eine Literflasche der neuen Heizungsflüssigkeit, schon fertig gemischt. Bisher mussten destilliertes Wasser mit Glykol im Verhältnis 60:40 selbst angemischt werden und in den Ausgleichsbehälter gefüllt werden, wenn der Füllstand unter die Mindestmarkierung gefallen war. Die meisten Besitzer eines Wohnmobils mit Alde-Heizung würden sich allerdings um den Füllstand nie kümmern und sich dann bei ihnen melden, weil die Heizung plötzlich kalt bleibt, erfuhr ich. Laut lachen Eine weitere gute Nachricht war, dass der Gesamtaustausch der Heizungsflüssigkeit jetzt nur noch alle 5 Jahre notwendig wird.

Um 12 Uhr fuhr ich mit Oscarlotta vom Hof, trotz des noch nicht berechneten Boilers um ein paar Hundert Euro ärmer. Es waren nämlich auch noch der Brenner und das dazugehörige Gebläse ausgetauscht worden und allein die Kosten für die Frostschutzflüssigkeit beliefen sich auf €145. Ich hoffe dann mal, dass es dabei bleibt und überhaupt, dass es jetzt endlich wirklich mal gut ist mit Instandsetzungen und Optimierungen bei Oscarlotta. “Sie ist mir lieb und teuer”, ich weiß jetzt, was diese Aussage bedeutet! Kuss senden

Grafenrheinfeld

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.