Ein Tag am Meer

 

Ja, es gefällt uns immer noch sehr gut hier!

Nein, wir schauen nicht ausschließlich den ganzen Tag aus unseren Fenstern – ab und zu unternehmen wir auch etwas. Laut lachen

Thiessow

Für Montag sagte die Wettervorhersage Sonnenschein voraus und noch keinen Regen oder Wind wie für die kommenden Tage. Putbus stand noch auf unserer Liste. Dort waren wir das letzte Mal 2003. Da es auf direktem Weg nur 28km sind, fuhren wir einen kleinen Umweg. Es ging an Bergen vorbei über kleinste Sträßchen durch ein paar Dörfer. Im Ortskern geht die asphaltierte Straße ganz oft in Kopfsteinpflaster über, eine gut funktionierende Methode der Geschwindigkeitsverringerung ganz ohne Schilder. Zwinkerndes Smiley Wir fragen uns immer wieder, wie das Leben in diesen von der Welt abgeschnittenen Dörfern wohl zu Zeiten der ehemaligen DDR war und denken, dass die Menschen damals überwiegend Selbstversorger sein mussten. Nicht nur, dass der nächste Konsum weit weg war, das Angebot war ja auch nicht üppig. Viele Häuser sind inzwischen saniert, einige neu erbaut und es wohnen augenscheinlich (auch) junge Familien dort. Aber die Wege sind nach wie vor weit, auch wenn die „Welt“ erreichbarer geworden ist.

Ausflugsfahrt

Wir fuhren bis zu der einzigen Fähre zum Festland in Glewitz, man kommt in etwa auf halber Strecke zwischen Stralsund und Greifswald über den Strelasund. Allerdings könnte nur Uschi dort übersetzen, die Gewichtsbeschränkung liegt bei 5t! Also natürlich Uschi zusammen mit Fix und Boxi! Cooles Smiley

Rügen ist ja eine Insel mit sehr zerklüfteter Küstenlinie und immer wieder kleinen „angeklebten“ Halbinseln oder „Fingern“. Auf einer solchen, der Mönchgut-Halbinsel, liegt Thiessow, aber ganz im Süden der Insel, hier, wo die Fähre ist, gibt es eine weitere, Zudar genannt. Auf der Karte fand ich den Ort Zicker. Bei uns gibt es ja, wie schon erwähnt, Klein Zicker und Groß Zicker. Also schauten wir uns auch Zicker mal an. Dorthin gab es tatsächlich noch eine Buslinie, obwohl die Straße nur noch einspurig war und in Teilen nur aus zwei Fahrstreifen aus Betonplatten bestand. Alle paar hundert Meter gab es eine Ausweiche und natürlich kam uns an der ungünstigsten Stelle der Bus entgegen! Der Busfahrer war freundlich und rangierte sein Gefährt in die einzig verfügbare Lücke, sodass wir uns mit Fix und Boxi vorbeiquetschen konnten. Mit Oscarlotta wäre es schwierig geworden!

Ich hatte als Beifahrer die Karte der Insel auf dem Schoß und irgendwann fiel mir auf, dass nicht etwa die Orte mit „ow“ am Ende (wie üblich in diesem Teil Deutschlands, z. B. Thiessow) in der Überzahl sind, sondern eindeutig (!) die „itze“. Kleine Auswahl gefällig? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!!! Erstauntes Smiley

Sassnitz

Üselitz

Losentitz

Silmenitz

Groß Schoritz

Venzvitz

Poseritz

Krakvitz

Kasnevitz

Groß Kubitz

Karnitz

Boldevitz

Parchtitz

Vilmnitz

Granitz

Alt Reddewitz

Buschvitz

Ramitz

Neddesitz

Varnkevitz

Gramtitz

Nadelitz

Nistelitz

Garftitz

Kartzitz

Jamitz

Reischwitz

Pachtitz

Thesenvitz

Lipsitz

Muglitz

Platvitz

Dreschvitz

Dönkvitz

Dußvitz

Klucksevitz

Bußvitz

Lüßvitz

Dubkevitz

Rattelvitz

Varbelvitz

Teschvitz

Presnitz

Garditz

Tribkevitz

Jabelitz

Libnitz

Vaschvitz

Retelitz

Schmantevitz

Fernlütkevitz

Kreptitz

Starrvitz

Polkvitz

Silvitz

… ???

Die Rücktour verlief „unten herum“, wir machten noch einen kurzen Abstecher nach Lauterbach, wo wir 2003 auf dem Wohnmobilstellplatz gestanden hatten und fuhren dann nach Putbus hinein. Die Attraktion hier sind die 15 im klassizistischen Stil erbauten und kreisförmig angeordneten strahlend weißen Häuser, in Auftrag gegeben 1810 von Fürst Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus. Wir fragten uns, wie wohl der Name Putbus entstanden sein könnte und natürlich kennt (Quelle) Wikipedia die Antwort: „Der Name Putbus leitet sich vom slawischen epod boz her und bedeutet hinter dem Holunderbusch.“ Na ja, kann man glauben oder auch nicht.

Die Häuser sind recht ansehnlich und imposant, einige sind allerdings noch oder wieder renovierungsbedürftig. Sehen kann man sie nur, wenn man einmal um den ganzen Platz, Circus genannt, herumläuft. Aus der aufwändig angelegten Parkanlage mit ihren 8 baumgesäumten Wegen, die alle auf einen 19m hohen Obelisken zulaufen, sieht man nur Fragmente von ihnen. Dieser Platz, das Wahrzeichen von Putbus und beliebter Ausflugsort, gilt als letzter einheitlich ausgeführter Rondellplatz Deutschlands.

Circus PutbusCircus PutbusCircus Putbus

Viel mehr bietet Putbus nicht, vielleicht noch die Orangerie, den Marstall und das Mausoleum im Schlosspark. Wir hatten aber noch ein anderes Ziel! Vor längerer Zeit war ich in einem Dokumentationsfilm über Rügen auf ein ungewöhnliches Geschäft aufmerksam geworden mit einem ebenso ungewöhnlichen Namen: „Ein Tag am Meer“. Es wurden lustig bemalte Treibholzstücke gezeigt, die hier gefertigt und verkauft werden. Wir fanden den Laden an der Hauptstraße nur wenige Meter vom Circus entfernt. Und wir waren begeistert!!! Weil die Exponate so liebe- und phantasievoll gestaltet sind, gibt es hier alle Fotos, die ich gemacht habe. Smiley mit geöffnetem Mund

Ein Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am Meer

Wenn wir über mehr Platz verfügen würden, hätten wir sicher mehr mitgenommen als „nur“ zwei Schlüsselanhänger.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

An Bodden und Haff

 
 
Von Stralsund aus fuhren wir am Greifswalder Bodden entlang Richtung Usedom. Uschi wollte mal wieder ans Achterwasser. Über Greifswald und Wolgast erreichten wir das Dorf Lütow. Dort liegt seit vielen Jahren ein ehemaliges Fahrgastschiff vor Anker und dient jetzt Ausflüglern als Einkehrgastwirtschaft. Auf der Wiese können ein paar Wohnmobile stehen und höchstens drei auf der befestigten Sportboot-Hafenanlage. Uschi war bereits 1998 dort und weil es ihr so gut gefallen hatte noch einmal mit mir 2005. Ich konnte mich noch gut an die schlechten Zufahrtsstraßen erinnern und daran hat sich auch bis heute nichts geändert! Aber auch sonst war alles unverändert und das ist gut so. Wer absolute Ruhe und sonst nichts als Natur möchte, ist hier richtig. Alle anderen eher nicht. Zwinkerndes Smiley

AchterwasserAchterwasserAchterwasserAchterwasser

Wir stellten uns natürlich nicht auf die Wiese, sondern mit Blick aufs Achterwasser. Schöner geht fast nicht mehr! Leider spielte das Wetter nicht mit, bis auf den Ankunftstag war es kalt, windig und ab und zu auch regnerisch. Ein kleiner Spaziergang auf dem Deich und durch den Ort, mehr war nicht drin. Unsere Räder haben wir gar nicht erst aktiviert.

PrivatstellplatzPrivatwohnung BauwagenDorfkircheGlocken"turm"etwas Patinaerste FrühlingsbotenMode & Café

Der Stellplatz „Marina Yachtlieger Achterwasser“ bietet Strom pauschal für €2, der Stellplatzpreis beruht auf der Länge des Wohnmobils und wird wie bei Schiffen nach Metern berechnet, 1 Euro pro 1 Meter! Dazu kommt allerdings auch noch eine Personengebühr von €1/Person. Die Entsorgungs“station“ ist eine Klärgrube mit Deckel, eingelassen in der Wiese hinter dem Bootshaus. Frischwasser war gerade nicht verfügbar, da die Wasserleitung einen Defekt hatte. Alles also etwas minimalistisch, aber originell und ursprünglich. Muss man mögen, sonst ist man dort falsch. Zahlen muss man übrigens täglich bis 17 Uhr, bevor der Besitzer nach Hause fährt. Diese Gepflogenheit, auf der bestanden wird, ermöglicht ihm einen täglichen Plausch, der gerne auch ausführlicher ausfallen darf. Smiley mit geöffnetem Mund

Wir unternahmen mit Fix und Boxi einen Ausflug in die „Kaiserbäder“ Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, aber leider regnete es auch dort. Ganz feiner Sprühregen nur, aber durchdringend und selbst die schönste Seebrücke macht da keinen Spaß. Wir machten das Beste draus und nahmen an der Tour mit der (durch Planen verschlossenen) Bimmelbahn durch alle drei Bäder teil. Dabei sahen wir nicht nur alles, was sehenswert war, sondern erfuhren auch noch allerlei interessante Details über die Bäderarchitektur der vergangenen Zeiten und über das mecklenburgische Uradelsgeschlecht der von Bülow. Nicht verwunderlich also, dass Vicco von Bülow, alias Loriot, in seinen Film „Pappa ante Portas“ (Kurzvideo hinter dem Link) der Seebrücke von Ahlbeck eine Rolle gegeben hat. Das Wetter war allerdings nicht dazu angetan, Fotos zu machen, weshalb wir, logische Schlussforderung, keine von hier zeigen können. Enttäuschtes Smiley Die Häuser sehen aber in etwa alle so aus wie dieses wunderschöne Haus in Binz.

Bäderarchitektur

Nach ein paar weiteren Höhlentagen beschlossen wir, auf die andere Seite des Achterwassers zu fahren und dann am Kleinen Haff entlang über Ueckermünde nach Altwarp. Das liegt am Stettiner Haff unmittelbar vor der polnischen Grenze. Hier verabschiedete sich das deutsche Mobilfunknetz auf breiter Front! Aber sogar, wenn wir eine polnische SIM-Karte gehabt hätten, hätte uns das wohl nichts genützt, auch das polnische Netz war nur sporadisch verfügbar. WLAN gab es zwar vom benachbarten Hafen, zu dem der Stellplatz gehört, aber das konnte man ebenfalls gleich wieder vergessen! Wir waren also über Tage in der für uns völlig ungewohnten Lage, ohne Internet und ohne die Möglichkeit, telefonieren zu können zu sein und fragten uns, was man eigentlich früher so den ganzen Tag gemacht hat??? Cooles Smiley

Altwarp am Stettiner Haff

Das Wetter wurde langsam besser und tatsächlich konnten wir ein erstes Mal vor unseren Mobilen in der Sonne sitzen, ohne dicke Jacke, Schal und Mütze! Die Lage des Stellplatzes ist ein Traum und wie bereits gewöhnt, waren wir fast allein. Im Sommer wird es auch hier sicher anders aussehen, allerdings sind die Plätze ausreichend groß dimensioniert. Viel los ist auch hier nicht, touristisch gesehen, ein „Tante-Emma“-Laden, eine große Wanderdüne, zwei Fischrestaurants im Ort, während der Saison Fischbuden und Restauration direkt am Hafen, vormittags frischer Fisch direkt vom Kutter. Und ein Bäckerwagen, der täglich vorbeikommt. Man kann sowohl direkt im Hafen stehen als auf dem benachbarten Stellplatz, für €10 plus €2 für Strom pauschal. Es gibt einen Toiletten- und Duschcontainer samt Waschmaschine und Trockner, eine V/E-Station, die den Namen auch verdient und Frischwasser direkt an den Plätzen. Im Sommer fährt ein Schiff zum zollfreien Einkauf nach Neuwarp in Polen (direkt gegenüber), es gibt Hafenrundfahrten und Ausflugsfahrten nach Usedom. Dazu eine Busverbindung nach Ueckermünde. Das Dorf ist klein und beschaulich und verfügt noch über den Charme früherer Fischereizeiten. Ein nahezu perfekter Wohnmobilstellplatz, fanden wir, durchaus auch für einen längeren Zeitraum. Wenn nur die Sache mit dem Mobilfunknetz nicht wäre!!!

Altwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffHeimatkarte PommernAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffHumor am Stettiner HaffWanderdüne am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner HaffAltwarp am Stettiner Haff

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.