Auf den Spuren der Hanse

 
 
Mit meiner Entscheidung für Quedlinburg war auch mein nächstes Ziel schon vorprogrammiert. Unser langjähriger Fulltimer-Wohnmobilfreund Brodo hielt sich gerade in Stendal auf, um einige Zahnarzttermine wahrzunehmen. Das ist eine der besonderen Herausforderungen von uns Vollzeit-Wohnmobilisten, wir müssen uns Ärzte da suchen, wo wir gerade sind, wenn es notwendig wird. Stendal bietet Wohnmobilisten und Gespannfahrern die Möglichkeit, auf einem großen gemischten Parkplatz am Stadtrand kostenfrei zu stehen, mit VE-Station, aber ohne Strom. Gemischt bedeutet, dass nicht nur PKWs, sondern auch LKWs und Anhänger für unterschiedliche Dauer dort abgestellt werden und es dementsprechend viel Fahrgeräusche gibt. Zusätzlich gibt es auffallend viel tatütata, das Krankenhaus ist gleich nebenan. Nachts war es aber erstaunlich ruhig und man kann sich auf dem großen Platz dorthin stellen, wo es einem am besten gefällt. Ich hatte sogar Gras vor der Tür!

Schützenplatz Stendal

Zufällig erwischte ich ein mobiles Bettenreinigungsunternehmen an seinem letzten Tag auf dem Platz. Meine Sommer- und Winterdecke kann ich in der Waschmaschine waschen, aber die Kopfkissen nicht. Also nutzte ich die Gelegenheit und hatte nach 45 Minuten und je €8 zwei porentief gereinigte und gut duftende Kissen. Mit der jungen Betreiberin kam ich ins Gespräch und erfuhr, dass ihr Urgroßvater das Geschäft eröffnet hat, ihr Großvater es erweiterte, der Vater es mit einem umgebauten LKW mobil machte und sie es mit ihrem Mann jetzt in der 4. Generation betreibt. Der Schwerpunkt lag und liegt immer noch bei der Reinigung und Aufarbeitung von Federbetten/-decken/-Kopfkissen. Dafür war die Zeit früher vermutlich besser als heute und die Coronalage setzte ihnen ebenfalls zu, denn nicht alle Gemeinden hatten ihnen während der letzten Monate eine Steh- und Arbeitserlaubnis erteilt. Obwohl der Austausch der zu reinigenden/gereinigten Artikel quasi kontaktlos im Freien stattfindet. Sie wohnen in einem Wohnwagen und als ich erwähnte, dass ich ebenfalls zum „fahrenden Volk“ gehöre, war das Eis gebrochen. Laut lachen Ich bekam noch einige Tipps, wo es sich lohne hinzufahren und als sie mir Tangermünde nannte, konnte ich sagen, dass ich von dort gerade komme. Ich wollte nämlich nach vier Tagen ohne Strom endlich wieder meine Kaffeemaschine nutzen können und hatte mich für den Stellplatz in Tangermünde entschieden, der nur 18km von Stendal entfernt liegt. Angedacht war, dass Brodo mit seinem Reisekollegen zum Wochenende auch dorthin kommen würde.

Tangermünde

Tangermünde machte, von allem, was ich gelesen hatte, einen sehenswerten Eindruck und der Stellplatz ebenfalls. Neben dem eigentlichen Wohnmobilstellplatz mit 70 Plätzen (€12 incl. Strom) gibt es noch eine große Sandfläche, teilweise mit Gras bewachsen, auf der ebenfalls Wohnmobile stehen dürfen, natürlich gegen Gebühr und ohne Strom. Schon beim Vorbeifahren entschied ich mich für die „Wiese“. Dort standen an zwei Seiten zwar auch schon Wohnmobile dicht an dicht (später entdeckte ich, dass es dort noch eine Stromsäule mit ein paar Steckdosen gab), aber auf den beiden anderen Seiten standen nur noch vereinzelt Mobile und so hatte ich nur einen einzigen Kastenwagen-Nachbarn mehrere Meter entfernt, der dann später sogar noch wegfuhr. Perfekt!

TangermündeTangermünde

Keine direkten Nachbarn zu haben war mir sehr viel wichtiger als kostenloser Strom. Dann würde jetzt endlich mal mein Gas-Espressokocher zum Einsatz kommen, den ich mir vor längerer Zeit mal für genau solche Situationen gekauft hatte. Das Kaffeepulver war vakuumverschweißt, also einsatzbereit. Am nächsten Tag schaute ich nach, wie die Stromabsicherung überhaupt ist (bei pauschaler Bezahlung meist nicht sehr hoch) und tatsächlich hätte ich eventuell noch auf kleinster Stufe damit heizen und natürlich meinen Kühlschrank betreiben können, aber für meine Kaffeemaschine hätte es auf keinen Fall gereicht! Und heizen musste ich nicht, es blieb noch ein paar Tage richtig schön warm. Ich bekam auch die nächsten Tage keine Nachbarn, die mir auf die Pelle rückten und hatte zeitweise ein wunderbares Gefühl von Urlaub, draußen in der Sonne, barfuß im Sand, mit einem Pott starkem Kaffee und Kuchen. Verliebt

Urlaub

Die Kaiser- und Hansestadt Tangermünde erkundete ich „hintenherum“. Zwischen Stellplatz und Wiese verläuft ein betonierter Fahrweg Richtung Tanger und zu einem Deich, hinter dem ich die Elbe vermutete. Dem war allerdings nicht so, der Deich begrenzt wohl lediglich ein Überschwemmungsgebiet. Die Elbe war von hier nicht zu sehen.

TangerTangermündeTangermündeTangermünde

Aber über einen schmalen Deichpfad gelangte man nach kurzer Zeit zum Hafen und zu den beeindruckenden Festungsanlagen der Altstadt. Die gesamte Stadt liegt so hoch, dass ihr die Elbe nichts anhaben kann.

TangermündeTangermündeTangermündeTangermündeTangermünde

Allzu viele alte Gebäude sind nicht mehr erhalten und das Städtchen selbst wirkt etwas wie im Dornröschenschlaf, aber für einen Nachmittagsrundgang gibt es genug zu sehen und wer gerne in Restaurants geht, der kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Man ist ganz auf Touristen eingestellt. Von der Existenz eines besonderen Lokals in der ehemaligen alten Schule habe ich leider erst in Stendal erfahren.

TangermündeEulenturmTangermündeTangermünde
St.-Stephan
St.-Stephan
St.-Stephan
St.-StephanTangermündeAlte PostAlte PostAlte PostAlte Post

Die im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtete evangelische Kirche St.-Stephan habe ich mir auch von innen angeschaut und wie immer war ich fasziniert von den handwerklichen Fähigkeiten aus früheren Jahrhunderten, sei es Steinmetzkunst, Holzmalereien oder Gobelinstickerei. Wie viele Monate muss es gedauert haben, bis dieses riesige Gobelinbild fertiggestellt war? Erstauntes Smiley

GobelinGobelinGobelinSt.-StephanSt.-StephanSt.-StephanSt.-StephanSt.-StephanSt.-Stephan

BurgVon der alten Burg, vor mehr als 1000 Jahren erbaut, existiert noch das Burgtor und der Gefängnisturm. Nach der Entstehung der Stadt Tangermünde im 13. Jahrhundert zog 1373 der damalige Kaiser Karl IV in die Burg ein und ließ sie schlossähnlich ausbauen. Nach seinem Tod 1378 und den nachfolgenden Hoheitsstreitigkeiten diente die Burg unterschiedlichen Herren und wurde schließlich 1640 von schwedischen Truppen niedergebrannt. Ab 1902 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen und seit 1999 wird in den ehemaligen Schlossgebäuden ein Hotel betrieben.
(Quelle: Wikipedia)

Das ab 1430 erbaute historische Rathaus Tangermünde auf dem Marktplatz mit seiner spätgotischen Schauwand gilt als Paradestück deutscher Baukunst der Backsteingotik. Darin befindet sich auch das Heimatmuseum. Es veranschaulicht unter anderem die Geschichte der Grete Minde, die die Stadt 1617 angezündet haben soll und dafür zwei Jahre später auf dem Scheiterhaufen starb. (Quelle: Wikipedia)
Leider war die Vorderfront eingerüstet, ein Foto findet sich auf der oben verlinkten Webseite.

Kurz vor dem beeindruckenden Stadttor entdeckte ich vor einer Töpferei eine „spanische“ Mosaikbank!!!

TöpfereiMosaikbank

Bei unseren Aufenthalten am „Torre la Sal 2“ vor Jahren hatte ich Mosaikbänke, -mauern, -allerlei im näheren und weiteren Umkreis gesammelt (fotografiert) und mich immer aufs Neue daran erfreut (Interessierte können für eine kleine Auswahl „hier“ klicken), aber ich kann mich nicht erinnern, in Deutschland oder sonstwo welche gesehen zu haben. Lustigerweise schickte mir Uschi dann genau zur gleichen Zeit ein Foto von einer Bank, die sie da entdeckt hatte, wo sie inzwischen war!

Mosaikbank

Sowie ihre als auch meine kommen schon recht nah an die von marokkanischen Mosaikkünstlern (einfache Arbeiter) gefertigten in Spanien heran! Kuss senden

Das alte Stadttor begeisterte mich total!

Neustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter TorNeustädter Tor

Am Parkscheinautomaten des Stellplatzes konnte man ein Ticket für eine oder für zwei Nächte ziehen. Nirgendwo stand etwas von einer Höchstverweildauer. Also bezahlte ich nach zwei Tagen erneut für zwei weitere Nächte. Das hätte dann bis zum Donnerstag gereicht. Am Mittwoch kam ein Fahrzeug der Stadt und man stellte ein Absperrgitter in die Einfahrt zur Wiese. Außerdem fuhr das Fahrzeug über den ganzen Platz und es wurde jedes Kennzeichen fotografiert. Dass jemand die Tickets kontrolliert, hatte ich noch nicht beobachtet, aber das konnte natürlich vor meiner Aufstehzeit passiert sein. Das Fahrzeug verließ den Platz, ohne dass jemand ausgestiegen war. Ich suchte vergeblich nach einem Hinweis am Absperrgitter. Kurze Zeit später kam das Fahrzeug zurück, diesmal stieg ein Mann aus und ich ging zu ihm und fragte, ob ich etwas wissen sollte. Bei der Gelegenheit erfuhr ich, dass man nur maximal zwei Nächte bleiben darf (das sei doch klar, wenn man nur für zwei Nächte zahlen könne!) und außerdem, dass der Sandplatz ab Freitag gesperrt sei. Alle, die jetzt schon da seien, hätten ja nur bis längstens Freitag bezahlt und ab jetzt dürfe niemand mehr auf den Platz fahren. Nun machte auch das Fotografieren der Kennzeichen Sinn! Da ich schon bis Donnerstag bezahlt hatte, durfte ich noch bleiben, aber eine weitere Verlängerung war natürlich nicht möglich und somit auch nicht der Besuch von Brodo. Wir hätten zwar auf dem eigentlichen Stellplatz stehen können und vielleicht wäre es auch egal gewesen, dass ich dann schon dreimal zwei Nächte dort gewesen wäre, aber auf dem Stellplatz geht es wirklich eng zu und das gefällt mir nicht und Brodo schon gar nicht. Erstauntes Smiley

StellplatzStellplatz

Also zog ich am nächsten Tag um nach Stendal. Dann würde ich diese Stadt auch noch kennenlernen. An stehen ohne Strom hatte ich mich ja schon gewöhnt und Kaffeepulver hatte ich auch noch genug!
Der „Schützenplatz“ stellte sich dann ja auch als angenehmer heraus, als ich befürchtet hatte und am Freitag erkundeten Brodo und ich Stendal. Er kannte bisher nur den Weg zu seinem Zahnarzt und nicht viel mehr. Auch in Stendal ist noch zu merken, dass es zu früheren Zeiten eine gut befestigte (Hanse-) Stadt war, aus den ehemaligen Wallanlagen sind schöne Grünanlagen entstanden, es gibt noch zwei alte Stadttore, viele Gebäude in nordischer Backsteingotik, einige gut erhaltene Fachwerkhäuser und insgesamt fünf Kirchen. Das ist für eine Stadt mit über die Jahrzehnte durchschnittlichen 35000 Einwohnern recht viel und umso erstaunlicher, als die meisten Einwohner Stendals heute konfessionslos sind (15% evangelisch, 3% katholisch). Aber letzteres ist sicher eine der Langzeitfolgen der ehemaligen DDR und ersteres ein Zeichen für den ehemaligen Wohlstand dieser alten Hansestadt.

MarienkircheMarienkircheMarienkircheRolandFachwerkhausFachwerkhausSt. PetriUenglinger Tor

Nett und lustig war dann noch diese ganz besondere Fassadenmalerei:

Dampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-WäschereiDampf-Wäscherei

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Zwarte Water und die Hanse

 

Übersicht Wir flüchteten in das Landesinnere, wohlwissend, dass der nächste Orkan kommen würde. Über kurz oder lang wollten wir bei meinen Freunden in Nordhorn sein, bis dahin aber noch ein oder zwei kleine niederländische Städtchen „mitnehmen“, Meppel und/oder Hasselt. Uschi fuhr wie immer vor und teilte mir von unterwegs schon mit, dass der Stellplatz in Meppel für Oscarlotta schwer bis unmöglich anzufahren sei, weil gerade Straßenbauarbeiten stattfanden und die direkte Zufahrt gesperrt war. Also fuhr ich gleich durch nach Hasselt. Dort gibt es 10 Wohnmobilstellplätze direkt am Yachthafen. Auf der Hälfte standen allerdings an Land überwinternde Segel- und Motorschiffe, aber außer uns war sonst niemand mit Wohnmobil da. Das änderte sich zum Wochenende allerdings und auf fünf Plätzen standen sieben Mobile. In früheren Jahren waren wir im Winter auf den Stellplätzen ja fast immer allein, das hat sich grundlegend geändert! Nicht nur in Spanien und Portugal nimmt die Wohnmobildichte immer mehr zu, sondern (leider) auch in Mittel- und Nordeuropa. Noch geht es, weil es sich vielerorts noch hauptsächlich auf die Wochenenden beschränkt, aber, wie gesagt, auch nur in den Wintermonaten. Enttäuschtes Smiley

Wir standen prima, mit schönem Blick auf den Hafen und windgeschützt neben den Schiffen. Zwei Seiten des Yachthafens nahmen sowieso größere Gebäude ein, oben die Wohnungen, unten Schiffsgaragen.

Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"

Übersicht Hasselt liegt am Zusammenfluss vom Zwarte Water und der Overijsselse Vecht, was die niederländische Fortsetzung der Vechte ist, die auch durch Nordhorn fließt. Gemeinsam und mit noch ein paar Zuflüssen bilden sie das Zwarte Meer. Und dieses, zusammen mit dem anschließenden Ketelmeer, stimmt ein auf das große IJsselmeer.

Zwolle Hasselt bekam schon 1252 Stadtrechte mit eigener Rechtssprechung, der Erlaubnis, Jahrmärkte abzuhalten, Handelsprivilegien und es durften Verteidigungsbollwerke angelegt werden. Nicht ganz so aufwändig wie im benachbarten Zwolle, wo die sternförmige Verteidigungslinie noch fast vollständig erhalten ist. Aber Hasselt ist auch fast rundherum von Wasser umgeben, das erschwerte Angriffe und so hatte man im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls den Status einer Festungsstadt. Und schon seit dem 14. Jahrhundert gehörte diese kleine Stadt der Hanse an! Begünstigt auch hier durch die Lage am Zwarte Water und dem freien Zugang zur damaligen Zuiderzee. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Rindern, Holz, Fisch, Getreide, Butter und Bentheimer Sandstein. Im 19. Jahrhundert konzentrierte man sich auf den Abbau von Torf, die Herstellung von Kalk, den Bau von Schiffen und auf Schiffsreparaturbedarf. Ein Kalkofen ist erhalten geblieben.

KalkovenKalkoven

Vom Wohlstand früherer Zeiten zeugen die schönen Häuser entlang der einzigen Gracht, das Oude Stadhuis und die große, dreischiffige Stephanuskerk. Ein kleines, aber sehr hübsches Städtchen, finden wir! Verliebt

HasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltOude StadhuisHasseltBierlisteHasseltGrote KerkGrote KerkGrote KerkHasseltHasseltHasseltHasseltHasselt

Windtechnisch wurde es dann wirklich noch einmal heftig! Das Sturmtief „Sabine“ zog über uns hinweg, aber nicht nur innerhalb ein paar Stunden. Es stürmte über drei Tage, hörte für ein paar Stunden auf und fing wieder an. Wir standen gut, rundherum konnte uns nichts gefährlich werden, die Schiffe neben uns waren gut gesichert und alles war fest vertäut. Den Schiffen im Wasser ging es nicht ganz so gut. Der Hafenmeister war mit seinem Helfer und einem Schlauchboot mit Außenbordmotor von Schiff zu Schiff unterwegs, kontrollierte Leinen und legte Zusatzleinen. Viele Schiffe waren mit Planen abgedeckt, die nach Stunden heftigstem Gezerre durch die Windböen nicht mehr standhalten konnten. Ein Schiff war in meinem direkten Blickfeld und ich beobachtete über zwei Tage, dass die riesige Plane sich immer mehr freiflatterte, bis sie eines Morgens nicht mehr da war! Ein kleineres Schiff bekam Schräglage, was dafür sprach, dass schon Wasser eingedrungen war. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes wurde es vom Hafenmeister zur Slipanlage geschleppt und an Land gekrant, bevor es sinken konnte. Erstauntes Smiley

Ich wäre gerne noch mit dem Bus nach Zwolle gefahren, aber da machte mir Sabine einen Strich durch die Rechnung. Und dann war keine Zeit mehr. Wir mussten zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder in Deutschland sein, da das turnusmäßige Telefonat zu Uschis Schwester in USA anstand, das Uschi während unserer Zeit in den Niederlanden schon einmal teuer bezahlt und einmal hatte ausfallen lassen. Teuer bezahlt übrigens, obwohl wir extra bei der Vodafone-Hotline angerufen, aber eine falsche Auskunft bekommen und der vertraut hatten. Gut, dass Uschi eine Prepaid-Karte hat! So war das Guthaben nach einigen Minuten einfach nur aufgebraucht. Bei einem Vertrag wäre es richtig teuer geworden!!! Weinendes Smiley

Zwolle steht also noch auf meinem/unserem Programmzettel, was bedeutet, dass wir noch einmal wiederkommen müssen! Ich fragte den Hafenmeister beim Abschied, ob ich im Sommer mit Oscarlotta denn überhaupt eine Chance hätte und ob man reservieren könne. Ja, kein Problem, man würde schon ein „Plätzchen“ finden. Sie würden niemanden wegschicken! Also gut!

Bezahlt haben wir übrigens €10/Nacht/Mobil plus €2,50 für Strom. Uschi würde keinen Strom brauchen, wenn wenigstens ab und zu die Sonne scheint und ich auch nur, um meine Kaffeemaschine laufen zu lassen. Da wir aber beide unsere Heizungen auch mit Strom betreiben können, erspart uns das eine Menge Gasverbrauch, zumal der Kühlschrank dann auch über Strom läuft, was wir sonst nicht machen, da der Betrieb mit Strom gut doppelt so teuer ist als mit Gas. Meistens ist in den Niederlanden der Strom sowieso pauschal mit im Übernachtungspreis enthalten und das ist, vor allem im Winter, eine feine Sache! Wir brauchten uns über Wochen keine Sorgen um Gas zu machen, ab und zu tankten wir unsere LPG-Flaschen auf und das war es auch schon! Die Absicherungen der Stell- und Campingplätze waren immer ausreichend, um zumindest auf niedrigster Stufe zu heizen. Da es ja so gut wie keine Minustemperaturen gab, reichte im schlechtesten Fall, ab und zu für 10 Minuten mit Gas zuzuheizen. In der Regel konnten wir aber unsere Heizungen auf voller Leistung durchlaufen lassen, mussten nur daran denken, sie kurz auszuschalten, wenn die Kaffeemaschine eingeschaltet wurde. Sonst wären die Sicherungen vermutlich rausgeflogen und nicht immer kommt man an die heran. Smiley mit geöffnetem Mund

Es gibt im Yachthafen einen Duschcontainer und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen, natürlich gegen Bezahlung. V/E und Müllentsorgung ist gewährleistet, ein gut sortierter Supermarkt ist zu Fuß gut erreichbar und die Bushaltestelle ist quasi vor der Tür. Der Hafenmeister ist super nett und der Platz ist mit einer geschlossenen Schranke versehen. Man klingelt, er meldet sich, man sagt, was man will und er öffnet die Schranke. Ich musste bei meiner Ankunft aussteigen, um klingeln und mit ihm reden zu können. Da Uschi schon da war und mich angekündigt hatte, ging die Schranke sofort hoch. Bis ich um Oscarlotta herumgelaufen und eingestiegen war (es gibt nur eine Tür!), die Treppe eingefahren hatte, weil es sonst bei laufendem Motor laut piept und wieder auf dem Fahrersitz saß, war die Schranke wieder zu! Also noch einmal von vorne! Die Schranke ging erneut auf. Als ich wieder auf dem Fahrersitz saß… Verwirrtes Smiley Beim dritten Mal konnte ich dann mitteilen, dass ich erst wieder einsteigen muss und dann die Schranke aber schon wieder unten sei! Ja, er würde mich schon sehen, hieß es. Ich solle in Ruhe einsteigen und dann würde er die Schranke öffnen. Am Ende des Zufahrtsweges sah ich einen Mann mit Sprechgerät in der Hand. Nach meinem zweiten Klingeln hatte er sich in Bewegung gesetzt, um zu schauen, was das Problem war. Letztendlich konnte ich dann reinfahren! Laut lachen

Hasselt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.