Werkstatt- und Corona-Update

 
 
Am Mittwoch hatte ich meinen nächsten und für dieses Jahr hoffentlich letzten Werkstatttermin. Mittwoch war der 1. Dezember und ab diesem Tag galt in Niedersachsen die 2G+-Regelung, u. a. auch für Beherbergungsbetriebe. Der Ministerpräsident, Herr Weil, hatte das so für sein Land entschieden. Ich rief vorsichtshalber bei der Werkstatt an und fragte, ob ich am nächsten Tag schon einen Test mitbringen müsse. In Steinhude gibt es eine Teststation, es wäre also sicher einfacher, mir den Test dort zu holen. Nein, hieß es am Telefon, im Kreis Hannover sei das wohl (?) noch nicht nötig. Wir hatten unsere Weiterfahrt, geplant nach Westerstede, noch verschoben (Uschi wollte schon vorfahren), um abzuwarten, was die MPK am Dienstag ergeben würde. Die war ja nun noch nicht eindeutig und wir hätten noch bis Donnerstag warten müssen. Aber mit Herrn Weils Entscheidung und der Tatsache, dass wir uns in Niedersachsen zweimal die Woche testen lassen müssten, um auf Stell- und Campingplätzen aufgenommen zu werden, beschlossen wir, Niedersachsen zu verlassen. Trauriges Smiley
Ich fuhr, wie geplant, am Dienstag nach unserer Lagebesprechung los, kaufte ein, tauschte eine Gasflasche und war kurz vor halb fünf an der Werkstatt. Mein Übernachtungsplatz vor Tor 1 war schon frei und so freute ich mich, sowohl auf Strom umstellen zu können als auch meine Winterabdeckung des Armaturbereichs einzusetzen. Die bringt eine Menge gegen die Kälte, die vom Motorbereich hereinkriecht. Ich machte es mir gemütlich und war kurz nach zehn im Bett.
 
Diesmal konnte ich Oscarlotta pünktlich um sieben in die Halle fahren. Ich fragte, ob ich auch in der Halle Strom bekommen könnte und so lief einer der Männer mit meinem Stromkabel neben Oscarlotta her. Ich darf in der Werkstatt ja nicht aussteigen. Da ich nicht in Halle 1, sondern doch wieder in Halle 2 fahren sollte, war es etwas umständlicher, da ich ja erst entsprechend weit zurückfahren musste, um „die Kurve zu kriegen“. Es klappte aber gut und ich freute mich darüber, einen oder zwei weitere Kaffee zu bekommen. Smiley
Diesmal arbeitete ein anderer Mechaniker an Oscarlotta und zunächst passierte alles von außen/unten. Irgendwann wurde das Diagnosekabel wieder angeschlossen und später das Motor-Update aufgespielt. Wie erwartet, ließ sich jetzt auch die nicht mehr aktive Fehlermeldung löschen. Daumen hoch
Mein Display, das auf den 1. Januar eines unbekannten Jahres zurückgestellt war, ließ sich nicht bearbeiten (das hatte ich aber schon gemerkt, als ich die Uhrzeit auf Winterzeit umstellen wollte) und auch dieses Problem wurde noch behoben. Und dann waren wir fertig und dabei war es erst 11 Uhr!!! Wieso es denn jetzt doch so schnell gegangen wäre, wollte ich wissen, immerhin war ja von mindestens 4-5 Stunden die Rede gewesen, evtl. auch 7. Und das ohne Motor-Update. Sie hätten am Vortag mal etwas Zeit gehabt und hätten die einzubauenden Teile schon verkabelt. Das nenne ich mal vorausschauenden Service! Überhaupt kann ich diese Werkstatt uneingeschränkt weiterempfehlen.
Es dauerte dann noch eine Stunde, bis ich bezahlen konnte. Das Motor-Update wurde von Iveco kostenfrei zur Verfügung gestellt, die Rückrufaktion kostete mich ja sowieso nichts und so bezahlte ich lediglich ein wenig Arbeitslohn.

Itzehoe

Um kurz nach 12 Uhr war Oscarlotta on tour. Uschi war auf dem Weg nach Itzehoe und ich folgte ihr. Das Wetter war nicht optimal, es regnete immer mal wieder und es war stürmisch. Auf der Autobahn war noch alles einigermaßen gut, aber die letzten 50 km auf der Landstraße bei zunehmender Dunkelheit waren ekelhaft. Es lagen sehr viele plattgefahrene Äste auf der Fahrbahn und ich musste mein Lenkrad krampfhaft festhalten, weil immer wieder unvermittelt Windböen kamen. Ich war froh und dankbar, unversehrt in Itzehoe angekommen zu sein und den mir von Uschi reservierten Platz belegen zu können. Mein Stromkabel reichte so gerade eben bis zur Steckdosensäule! Es gibt offizielle 10 Wohnmobilstellplätze in einem gekennzeichneten Bereich eines riesigen Großparkplatzes/Festplatzes, aber man darf wohl auch auf der Wiese stehen. Das bietet sich jetzt im Winter allerdings nicht an, es ist auch so schon alles recht nass und pfützig. Das Städtchen ist nett, wir machten am Donnerstag einen schönen Stadtbummel und gingen vorsichtshalber nach Monaten mal wieder zum Friseur, solange die 2G+-Regelung hier nicht gilt.

Itzehoe

Und dann kam die Nachricht, dass Herr Günther, der MP von Schleswig Holstein, sich solidarisch erklären will und ab dem 15. Dezember eine 2G+-Regelung für Beherbergungsbetriebe, also auch Camping- und Stellplätze, einführen wird. Erstauntes Smiley So ein Mist!!! Jetzt waren wir extra nach SH geflüchtet, dem Bundesland mit den niedrigsten Inzidenzen – und nun das! Wir finden die 2G+-Regelung grundsätzlich ja nicht verkehrt, es ist nur lästig für uns. Wir beschlossen, erst einmal abzuwarten…
Schon am späten Abend kam die Meldung, dass einige Bundesländer 2G+ wieder abschaffen wollen, unter anderem auch Niedersachsen!!! Allerdings nur für Menschen, die schon ihre Booster-Impfung erhalten haben. In Niedersachsen sogar inoffiziell mit sofortiger Wirkung. Das spricht nun wirklich nicht dafür, dass zwischen den Ministerien zweier benachbarter Bundesländer Absprachen stattfinden. Jetzt bleibt abzuwarten, ob Herr Günther seine Ankündigung auch wieder zurücknimmt und wir in Schleswig Holstein bleiben können oder doch wieder nach Niedersachsen zurückfahren müssen. Was für ein Hickhack!!! Haben die Politiker immer noch nicht verstanden, dass es nicht sinnvoll ist, die Bürger mit immer neuen und immer anderen Verordnungen zu verwirren? Verwirrtes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Werkstatt zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten…

 
Im November muss Oscarlotta zur HU/AU. Aufgrund der besonderen Umstände muss ich mir immer da, wo ich gerade bin, eine passende LKW-Werkstatt suchen. Natürlich könnte ich auch einfach zum TÜV oder zur Dekra fahren, so wie letzten November in Coburg, aber diesmal stand wieder ein Ölwechsel an. Wir waren inzwischen in der Nähe von Soltau und dort gab es, was ich brauchte.

Iveco-Siemsglüss

Iveco-SiemsglüssUm 10 Uhr sollte ich dort sein, also war frühes Aufstehen angesagt! Uschi holte mich ab, nachdem ich alles in Auftrag gegeben hatte und wir fuhren erst einmal einen Kaffee trinken und danach ins Designer Outlet Soltau. Das kannten wir schon und wussten, dass es ein asiatisches Restaurant gibt mit sehr leckeren Gerichten, auch vegetarisch. Das Outlet ist, verglichen mit Wertheim oder Roermond, eher klein und nordisch schlicht. Es war aber sehr schön herbstlich geschmückt, natürlich mit viel Heidekraut.

Designer Outlet SoltauDesigner Outlet SoltauDesigner Outlet Soltau

Dann war warten angesagt und gerade, als wir beschlossen, schon einmal auf den Parkplatz der Werkstatt zu fahren, kam der Anruf, dass Oscarlotta fertig sei. Der TÜV-Prüfer hatte nichts zu beanstanden gehabt, ABER da sei ja noch eine Rückrufaktion von Iveco offen!? Ich erklärte, dass ich die im letzten November nicht hatte erledigen können, weil die Werkstatt die benötigten Teile nicht bekam. Danach hatte ich beschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Es handelt sich um irgendein Bauteil des ABS und um ungünstige Bedingungen von Wassereintritt. Da es 14 Jahre gut gegangen war, ging ich davon aus, dass das so bleiben würde. Der Werkstattmensch informierte mich dann allerdings, dass ich es machen lassen müsse, weil sonst 2022 die Betriebserlaubnis meines Fahrzeuges erlöschen würde! Erstauntes Smiley
Das war ein schlagendes Argument! Er fragte ab, ob die Teile verfügbar waren und meinte, dass sie innerhalb von drei Werktagen da sein müssten. Das war am Dienstag und am nächsten Montag rief ich mal an. Es wären leider noch nicht alle Teile da! Ich erinnerte noch einmal daran, dass ich auf der Durchreise sei und bat darum, mich nicht zu vergessen. Die Woche verging, ohne dass sich etwas tat! Am Montag erfuhr ich, dass drei von vier Teilen da seien und das vierte wahrscheinlich Mitte der nächsten Woche komme. Wahrscheinlich ist ein sehr ungenauer Begriff und so sagte ich, dass ich erstmal zum Steinhuder Meer (100km) fahren würde und zurück käme, wenn das Teil da sei. Falls es sich massiv verzögere, müsse man mir halt alles dahin nachschicken, wo ich dann gerade sein würde.
Wir fuhren am nächsten Tag und ungefähr auf der Hälfte der Fahrt tauchte unvermittelt eine Fehlermeldung im Display auf: „Motor defekt – Motor kontrollieren lassen – 129“. Gleichzeitig leuchteten zwei Lämpchen auf, die mir nichts sagten. Sonst passierte nichts, Oscarlotta fuhr brav weiter. Ich steuerte den nächsten Parkplatz an, stellte den Motor aus und startete hoffnungsfroh neu. Die Meldung kam sofort und die Lämpchen leuchteten. Verwirrtes Smiley Nicht mehr ganz so frohgemut fuhr ich weiter. Die Meldung kam in regelmäßigen Abständen, aber Oscarlotta fuhr unbeirrt, kein Leistungsverlust, kein Notlauf. Auf dem Stellplatz am Steinhuder Meer angekommen, schaltete ich den Motor noch ein paarmal aus und ein, bis ich auf dem richtigen Platz und auf Keilen stand, das Ergebnis war immer gleich. So würde ich natürlich nicht nach Soltau zurückfahren, das war klar! Ich machte mich in meiner Iveco-Betriebsanleitung schlau und im Internet, mit dem Ergebnis, dass es alles mögliche sein könne und einige Erfahrungsberichte besagten, dass alles mögliche ausgetauscht worden war, auch mehrfach und die Fehlermeldung nach ein paar hundert Kilometern wieder auftauchte. Trauriges Smiley
Na, prima!
Ich suchte nach der nächstgelegenen Iveco-Vertragswerkstatt. Zunächst fuhren wir aber nach Neustadt am Rübenberge zum Impfen, ich berichtete darüber bereits. Am Montag ging es dann mit Uschis Fahrzeug zur Werkstatt, die nur 14km entfernt ist. Ich machte einen Termin für die Fehlerüberprüfung und gab die Rückrufaktion in Auftrag. Das war in Ordnung, aber nicht an einem Tag durchführbar. Die Arbeiten der Rückrufaktion würden 4-5 Stunden dauern (das wusste ich schon) und bei einem Vollintegrierten auch schon mal 7 Stunden! Das Nachschicken der Teile würde man veranlassen, sobald ich mitteilen würde, dass sie in Soltau vorrätig seien. So weit, so gut! Ich bekam einen Termin für den übernächsten Tag, auf meine Bitte hin nicht zum Arbeitsbeginn um sieben (!) Uhr, sondern „erst“ für halb zehn.
Also hieß es, früher zu Bett gehen und SEHR FRÜH aufstehen. Beides klappte, aber viel Schlaf habe ich trotzdem nicht gekriegt. 15 Minuten, nachdem wir bei Iveco weg waren, rief übrigens Soltau an und vermeldete, dass alle Teile da seien! Smiley mit geöffnetem Mund


Und jetzt steht Oscarlotta schon seit fast vier Stunden in der Werkstatt über einer Grube und der Mechaniker macht und tut und läuft mit dem Diagnose-Laptop hin und her und rauf und runter. Ich durfte zum Glück mit rein und bin auch eine Hilfe, muss er doch nur seine Anweisungen geben für Zündung ein und Motor an und nicht jedesmal selbst einsteigen und sich die Plastikschoner über seine Schuhe ziehen, Oscarlotta hat nun einmal keine Fahrertür.

WerkstattWerkstatt

Ich habe es warm und alles, was ich brauche, aber langsam nervt es, zumal der Ausgang noch völlig ungewiss ist…

Es dauerte dann insgesamt 7(!) Stunden, mit dem Ergebnis, dass irgendein Ersatzteil geordert wurde und am nächsten Morgen angeliefert werden sollte. Und ganz offensichtlich hatte der Mensch, der seit viertel vor zehn an Oscarlotta gearbeitet hatte, uns inzwischen vergessen. Als er irgendwann nach einer guten halben Stunde mal wieder vorbeikam und ich ihn fragte, worauf ich denn jetzt eigentlich noch warten muss, fiel ihm ein, dass er mir ja das Tor öffnen sollte, damit ich rausfahren kann. Cooles Smiley Da Oscarlotta nicht wirklich fahrfähig und ich wirklich geschafft war, fuhr ich mit ihr nur vor das Nachbartor, hinter dem ein nicht fahrfähiger LKW stand. Der war die ganze Zeit in der Halle unser stummer Nachbar gewesen. Zwischen den Rolltoren gab es eine Außensteckdose und ich hatte absolut keine Skrupel, sowohl den Kühlschrank als auch meine Heizung mit Strom zu betreiben. Ich würde wohl genug Geld hier lassen müssen! Für den nächsten Tag hieß es, um 7 Uhr parat zu stehen und zu hoffen, dass das Ersatzteil da sein würde. Und dass es das Problem beheben würde!

Übernachtungsplatz

Um 22 Uhr war ich im Bett und konnte sogar relativ zügig einschlafen, es war wunderbar ruhig draußen. Um sechs ging der Wecker!!! Während der nächsten Stunde bekam ich nach langer Zeit mal wieder einen Eindruck vom Leben der arbeitenden Bevölkerung. Witzig, sich vorzustellen, dass alleine für diese Firma jetzt parallel zu mir sich eine Menge Menschen fertigmachten. Um halb sieben wurde der erste Auszubildende per PKW abgeliefert, die ersten zwei LKW verließen den Hof. Um viertel vor sieben ging das Licht im Empfangsraum und in den Büros an, dann in den sechs Werkstatthallen und ein Beschäftigter nach dem anderen trudelte ein. Ich nutzte den Strom noch schnell für zwei Kaffee, bevor ich mein Stromkabel verstaute. Punkt 7 Uhr war ich startklar! Und dann passierte – NICHTS! War das Ersatzteil noch nicht da? Hatte man mich erneut vergessen? Zu übersehen war Oscarlotta ja eigentlich nicht und in dem Büro nebenan hatte ich meinen Mechaniker schon gesehen und er mich sicherlich auch, wartend auf meinem Fahrersitz. Könnte nicht mal irgendjemand kommen und Bescheid geben??? Draußen wurde es langsam hell. Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätte ich seit ewigen Zeiten mal wieder einen Sonnenaufgang erleben können, zu ahnen war er. Und hätte ich doch bloß mein Stromkabel noch angeschlossen gelassen, für einen dritten Kaffee! Noch lieber wäre mir allerdings gewesen, noch eine Stunde länger schlafen zu können.
Um acht holte ich mir einen Kaffee im Empfangsraum. Zur Vermeidung von Plastikmüll hatte ich meine eigene Kaffeetasse mitgebracht. Die dürfe er nicht anfassen, wegen Corona, sagte der Mitarbeiter. Ich durfte sie dann aber immerhin selbst in den Kaffeeautomaten stellen und er drückte die Taste. Seltsame Zeiten! Ob hier, wie es seit dem Vortag gesetzlich vorgeschrieben ist, jeder nicht geimpfte Mitarbeiter täglich einen Schnelltest vorweisen muss? Ich bezweifle es. Nach meinem Impfnachweis hatte auch niemand gefragt und ich musste ihn der Büroangestellten regelrecht aufdrängen. Ich sage ja schon lange, so wird das nichts! ? Ganz anders in allen Bäckereien mit angeschlossenem Café. Bevor man überhaupt bestellen kann, muss man nachweisen, dass man geimpft ist!
Zu dem Thema (auch wenn es mit meinem Werkstattmarathon nur bedingt zu tun hat), ist „hier“ noch ein unterhaltsames und informatives Video, von und mit der genialen Mai Thi Nguyen-Kim (maiLab). Sie bringt es, wie immer, auf den Punkt und ich empfehle es vor allem denen, die meinen, dass Corona doch nicht mehr so schlimm ist, weil sie geimpft und vielleicht schon geboostert sind und deswegen dieses Jahr Weihnachten doch wieder so stattfinden kann wie früher. Sorry, Leute, kann es nicht! Müdes Smiley
Mein Ersatzteil sei leider noch nicht da, erfuhr ich. Und nun? Er würde mal in der Werkstatt nachfragen gehen… Ich hatte meine Tasse fast leer getrunken, bis er wieder auftauchte. Ich könne in die Halle fahren, das Teil sei da. Es war kurz vor halb 9 und man begann, unter Oscarlotta etwas einzubauen.
Um viertel nach 9 wurde das Diagnosekabel wieder angeschlossen und alles begann von vorne. Ein Magnetventil für die EGR-Steuerung war getauscht worden, aber es behob offenbar das Problem nicht, welches auch immer. Ich durfte wieder die Zündung und den Motor ein- und ausschalten… Der Mechaniker machte einen leicht verzweifelten Eindruck und ging erst einmal frühstücken. Danach arbeiteten zwei Männer weiter und verstanden nicht, warum das, was sie probierten, nicht funktionierte. Irgendwann blieb die Fehlermeldung aus und auch die Motor-Kontrolllampe leuchtete nicht mehr. Aber der Mechaniker war immer noch alles andere als zufrieden. Er verschwand erneut in den Untergrund und es klopfte und hämmerte und ich wurde leicht hin und her geschaukelt. Inzwischen war es 11 Uhr. Mein Glück war, dass inzwischen das Firmen-WLAN funktionierte und so schrieb ich häppchenweise an diesem Text und schaute ein Video nach dem anderen. Es wurde Mittag und bevor „mein“ Mechaniker in die Pause ging, teilte er mir mit, dass er eine Anfrage bei Iveco gestellt hätte, um die exakten Einstellwerte zu bekommen. In der Hoffnung, dass (bald) eine Antwort kommen würde. Ich machte mich langsam mit dem Gedanken vertraut, auch die nächste Nacht noch hier verbringen zu müssen. Enttäuschtes Smiley
Nach der Mittagspause fing man an, an dem stummen Nachbarn zu schleifen. So laut konnte ich mein iPad gar nicht stellen, da halfen nur noch Kopfhörer. Langsam tat mir auch der Hintern weh, obwohl ich schon zwischen Beifahrer- und Fahrersitz wechselte. Sooo lange war ich noch in keiner Werkstatt!
Es kam keine Antwort von Iveco. Um 15 Uhr beschloss der Mechaniker, alles wieder ein- oder zusammenzubauen. Mit (viel?) Glück würde die Fehlermeldung wegbleiben. Es würde auch soweit alles gut aussehen, teilweise fast wie neu, also mache ein Austausch wenig Sinn. Interessanterweise bestätigte sich alles, was ich im Internet dazu gelesen hatte. Die Fehlermeldung könnte also durchaus wieder auftauchen und was dann zu tun ist, keine Ahnung!?!? Es hängt offenbar alles mit der Abgasrückführung zusammen, wohl weniger ein Altersproblem als eines der geringen Fahrleistung. ICH HABE KEINE AHNUNG!!! Verwirrtes Smiley
Kurz vor 16 Uhr konnte ich Oscarlotta aus der Halle fahren, ein LKW wartete schon auf den freien Platz. Zu der Firma gehört auch eine große LKW-Flotte, die alle möglichen Sparten bedient. Wahrscheinlich ist die Werkstatt vor vielen Jahren aufgrund der wachsenden LKW-Anzahl entstanden, was ja nur logisch wäre.
Da es schon anfing, dunkel zu werden, bat ich darum, eine weitere Nacht bleiben zu dürfen. Ich wollte/musste auf der Rückfahrt nämlich LPG tanken, eine Gasflasche tauschen und einkaufen und bei Ankunft auf dem Stellplatz über die VE-Station fahren. Das alles im Dunkeln erledigen zu müssen behagte mir nicht wirklich und überhaupt reichte es mir schon wieder. Werkstatttage sind einfach anstrengend! Auf dem Platz der Nacht zuvor hätte ich wieder um sieben in der Lage sein müssen, zur Not wegzufahren, aber ich wollte ganz dringend mal wieder länger schlafen. Also wurde mir der nächste verfügbare Platz mit Steckdose zugewiesen, neben der Bremsprüfanlage. Dort stand ich etwas ziemlich geneigt, hatte aber keine Lust mehr, auf Keile zu fahren. Ich bin da relativ schmerzfrei, für eine Nacht allemal. Für die Dauer einer Stunde war reger LKW-Verkehr, die einen kamen zurück, die anderen starteten ihre Tour und dann war es wieder herrlich ruhig. Was ich wohl würde bezahlen müssen???

Das erfuhr ich dann am nächsten Tag. Ich beeilte mich, noch vor der Mittagspause im Bürobereich aufzuschlagen, mein Schlafdefizit hatte ich um einen Bruchteil verringern können. Die Rechnung belief sich auf „nur“ €841,50 – darin enthalten €695 Lohnkosten. Ich hatte mit mehr gerechnet! Ob alles gut ist/bleibt, wird sich zeigen. Da ja sowieso noch die Rückrufaktion aussteht, wird man ein Motor-Update, vier Versionen neuer, bei Iveco anfordern und installieren. Der Mechaniker geht davon aus, dass er dann auch endlich die nicht mehr aktive Fehlermeldung, die sich trotzdem nicht löschen lässt, gelöscht bekommt. Wir werden sehen…

Leider habe ich versäumt, noch ein Foto von meinem schrägen Schlafplatz zu machen! Auf der Rückfahrt war alles gut, ich stoppte noch an einer Tankstelle, an der ich sowohl LPG tanken als auch meine leere Gasflasche tauschen konnte (für günstige €20), fuhr auf dem Stellplatz wie geplant über die VE-Station und war dann froh, Oscarlotta wieder auf ihren Platz stellen und wohnlich einräumen zu können. Und Uschi freute sich auch, dass ich wieder da war! Smiley
Über das Wochenende kann ich mich jetzt erholen und am Dienstag werde ich zum Übernachten wieder vor der Werkstatt und am nächsten Morgen um 7 Uhr „Gewehr bei Fuß“ stehen…

Steinhude

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ein langer Beitrag ohne Fotos :-(

 
 
Die zweite Maus hatte dieselben Angewohnheiten wie die erste. Sie schlief auf den Putzlappen in der Heckgarage, sie lief durch die Besteckschublade, sie zernagte die Kartonverpackung der Brühwürfel. Und sie fraß die Falle leer, ohne dass diese zuklappte!!! Konnte es sein, dass die ausgesetzte Maus den Weg zurück gefunden hatte??? Katzen können das ja, über hunderte von Kilometern. Aber Mäuse? Auf dem Rückweg durch Lauterburg hätte es doch …zig erfolg- und futterversprechende neue Behausungen gegeben. Also hatte doch eine zweite Maus den Weg in Oscarlotta gefunden? Weil sie gerochen hatte, dass schon eine Artverwandte da drin (gewesen) war? Ich stellte die Falle gefüllt in das Außenstaufach. Drei Nächte hintereinander wurde sie leergefressen. Ich sah ein, dass es so nicht funktioniert und stellte die Falle in die Heckgarage neben den Mäuseschlafplatz. Das fand die Maus offenbar besonders „kundenfreundlich“ und fraß sie schon am frühen Abend leer. Jetzt nahm ich die Falle mit in den Wohnraum und ließ sie über Nacht vor der Couch stehen, direkt neben den Öffnungen zum Vorratsstaufach. Um 1:15 Uhr, ich war gerade erst ins Bett gegangen, knallte die Falle zu!!! Mein Herz raste! Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, stand ich auf, denn es waren keine rappelnden Geräusche zu hören. War es der Maus gelungen, die Falle rechtzeitig zu verlassen? Dann musste sie neu gefüllt und wieder aktiviert werden. Bei eingeschaltetem Deckenlicht war klar, nein, es war der Maus nicht gelungen. Die herunterfallende Klappe hatte sie beim Herauslaufen direkt hinter dem Kopf erwischt! Also ist auch eine Lebendfalle kein Garant für (unbeschädigtes) Leben. Zum Glück war kein Blut zu sehen, aber auch so fand ich die Situation schon schrecklich genug!!! Einen Moment lang war ich nur geschockt, angeekelt und hilflos. Dann sagte ich mir, dass ich da jetzt durch muss, atmete tief ein, gab mir einen Ruck und packte die Falle mit spitzen Fingern an, sah nicht so genau hin und brachte sie nach draußen. Nein, diese Maus habe ich nirgendwo mehr hingefahren. Enttäuschtes Smiley

Obwohl der Erfolg nicht so war, wie ich es mir gewünscht hatte, war ich froh, dass ich die (letzte?) Maus noch gefangen hatte, denn am nächsten Tag hatte ich den Werkstatttermin bei IVECO. Beim Abschiedskaffeetrinken bei Maiers kam die Frage auf, wieviele Junge eine Maus eigentlich kriegt? NEIN!!! Sollte etwa nicht eine zweite Maus den Weg nach innen gefunden haben, sondern sie war schon die ganze Zeit da? Und mit ihr noch ein paar Geschwister??? Und war die erste Maus, als sie an der Wand entlang lief, mir deswegen so viel größer vorgekommen, weil es die Muttermaus war und ich bisher nur zwei ihrer Kinder gefangen hatte? Wie oft vermehren sich Mäuse??? Aber ich hatte die Falle ja wieder aufgestellt und sie war nicht mehr leergefressen worden. Ich versuchte, die Gedanken zu verdrängen und hatte auch erstmal anderes zu tun. Zuerst fuhr ich zum Bauhaus, eine Flasche Gas tauschen, dann zum Reifenhändler, die Radmuttern nachziehen lassen und dann zur Firma Wellkawee, die bei LKWs, Bussen, Militärfahrzeugen etc. Wartungen und Reparaturen macht. Oscarlotta hat den kleinsten IVECO-LKW-Motor. Die Hupe hupte nicht mehr und der Meister wollte nachschauen, ob für den nächsten Tag eine neue bestellt werden müsste. Er fummelte ein wenig im Motorraum herum und siehe da, es hupte! Oscarlotta wurde ein Plätzchen freigeräumt, neben der Böschung zur obenverlaufenden B19, nicht ganz ruhig, aber machbar, die Werkstatttore wurden geschlossen und ich ging um 22 Uhr ins Bett.

Um 7:30 (!!!) Uhr sollte es losgehen! Enttäuschtes Smiley Zwei Minuten vorher waren Oscarlotta und ich einsatzbereit, um fünf nach halb kam ein Mensch mit Plastikfolien zum Schutz des Teppichbodens auf uns zu. Es ging zuerst auf den Bremsenprüfstand und zur Abgasuntersuchung. Das Diagnosegerät bei Oscarlotta anzuschließen ist jedesmal ein Akt. Der große und stämmige Werkstattmensch gab nach verzweifelten Versuchen, sich in den Fußraum vor dem Fahrersitz zu zwängen, auf und so musste der Meister selbst ran. Der war klein und schmächtig, was manchmal ein Vorteil ist. Aber auch er stöhnte und es dauerte, bis er eine geeignete Position gefunden hatte. Es geht nämlich nur der Länge nach halb auf dem Rücken liegend, die Beine abgewinkelt im Gang. Und Oscarlotta hat nun einmal keine Fahrertür.

Die AU war erfolgreich. Schlimm ist immer der Bremsenprüfstand. Besonders schlimm, wenn man, wie ich in diesem Fall, mit im Fahrzeug ist. Da aber alle Gewürzdosen an ihrem Platz blieben und keine Schranktür aufflog, wusste ich, dass alles gut gesichert ist. Es hört sich nur immer so schlimm an, wenn alles scheppert und klappert und man das Gefühl hat, dass das Fahrgestell gleich durchbricht. Enttäuschtes Smiley

Anschließend fuhr ich Oscarlotta in die Werkstatthalle über die Grube. Ein netter junger Mechaniker hörte sich meine Mäusegeschichte an, wurde vom Meister über alle abzuarbeitenden Vorgänge instruiert, ich kletterte mit die etwas deformierte Treppe hinunter und wir suchten zu dritt mit Hilfe einer starken Taschenlampe den gesamten Unterboden ab. Ein erstes Loch (Rohr) fand sich auf der Hälfte des Fahrgestells auf der Beifahrerseite, kurz hinter der Trittstufe. Direkt neben der Schürze, umgeben von Kabeln und Rohren, perfekte Einstiegshilfen. Wo geht dieses Rohr hin? Links vom Einstieg steht der Kühlschrank, es könnte also ein Entlüftungsrohr sein? Unter dem Kühlschrank ist die Schublade, in der die erste Maus so gewütet hatte. Klingt zwar logisch, aber wo kann die Maus aus dem Rohr raus? Auf der gegenüberliegenden Seite ein zweites Loch, 10-15cm im Durchmesser. Keine Einstiegshilfen rundherum, hier konnte keine Maus reinkommen, es sei denn, sie hätte eine Leiter dabei. Machen wir trotzdem zu, sagte der Mechaniker. Wie? Machen wir ein Lochblech drüber bzw. drunter. Sonst fanden wir nichts. Können sie über den Motorraum rein? Der Meister meinte, nein – unmöglich, da ist alles zu. Da laufen zwar Kabelstränge, aber die sind spritzwassergeschützt abgedichtet. Da kommt keine Maus durch. Wissen das die Mäuse??? Enttäuschtes Smiley

Ich ließ die Männer arbeiten und ging in die Stadt. Der Weg war weit und ich wollte eigentlich mit dem Bus fahren. Der fuhr aber zwischen 9 und 11 Uhr nicht. Also laufen! Ich war noch nie um 10 Uhr morgens in Aalen unterwegs. Es war Wochenmarkt und es war voll! In meinem Bäckereicafé, wo ich frühstücken wollte, war kein Platz mehr zu bekommen. Also ging ich erst einmal in den Buchladen, trank dort einen Latte Macciato und nutzte das hauseigene WLAN. Ich wollte Karten für meine Navigations-App herunterladen, hatte extra eine 32GB-Speicherkarte gekauft. Der Verkäufer hatte gemeint, ich wolle die aber nicht in mein iPhone einlegen??? Irgendwie trauen die jungen Leute älteren Menschen, insbesondere Frauen, kein technisches Verständnis zu. Vermutlich aber zu Recht. Zwinkerndes Smiley Nein, ich möchte Uschis ausrangiertes Android-Smartphone als Navigationsgerät nutzen. Die Speicherkarte wurde erkannt, es konnte aber nicht darauf zugegriffen werden, warum auch immer! Ein bug in dieser Android-Version, hieß es, Google machte mir aber keinen Lösungsvorschlag außer rooten. Na klasse! Ich hatte ein kostenloses WLAN, ich hatte jede Menge Zeit, einen Kaffee und es war warm. Und ich konnte nicht auf die SD-Karte zugreifen. Rundherum fröhliche Menschen, die sich am Markttag auf einen Plausch und ein Käffchen treffen. Und ich sitze da und bin frustriert. Und müde! Müdes Smiley

Gehe ich halt zu Mittag essen, direkt nebenan in einem Bistro-Restaurant. Es gab noch genau einen kleinen freien Tisch! Und es gab ein vegetarisches Mittagsgericht, Reis mit Gemüse in Currysoße. In der Grundversion schon €9,90, aufgestockt werden konnte es mit Fleisch oder Scampi. Ich bestellte es ohne alles. Es war lecker, aber völlig überteuert für die Menge! Eine Tasse Basmati-Reis, ein paar Möhrenscheibchen, etwas Paprika, zwei Brokkoliröschen, drübergestreut viel Rucola, damit alles nach viel aussieht. Materialwert? Nicht der Rede wert! Ich empfand es als Unverschämtheit. Oder war ich nur zu empfindlich, zu kritisch, zu unleidlich? Aber fast 10 Euro für wenig Reis, wenig Gemüse, wenig Soße? Auf jeden Fall eine gute Gewinnspanne. Enttäuschtes Smiley

Ich machte mich so langsam auf den Rückweg. Am Busbahnhof gelang es mir nicht, die richtige Buslinie zu erfahren. Der Busfahrer kannte nur das Industriegebiet, aber keine Industriestraße. Google Maps konnte mir auch keine Auskunft geben. Und da ich die Faxen jetzt sowieso schon dicke hatte, lief ich auch den Rückweg zu Fuß. Hatte den Vorteil, dass ich bei ATU vorbeikam und mir noch ein Döschen Bremsenreiniger kaufen könnte. Den brauche ich zum Durchspülen meiner neuen Gasfilter. Es gab aber bloß riesige Sprayflaschen, weil man ja immer beide Bremsscheiben reinigen müsse. Das will ich aber doch gar nicht! Enttäuschtes Smiley Als ich wieder bei Wellkawee ankam, war es 14 Uhr und meine Füße waren platt. Ich setzte mich in den Aufenthaltsbereich, irgendwann fuhr Oscarlotta aus der Halle und nach einiger Zeit fuhr sie wieder rein. Um 15 Uhr bekam ich alle Unterlagen ausgehändigt und der junge Mechaniker sagte, er habe im hinteren Bereich von Oscarlotta noch ein drittes Loch gefunden und alle drei mit Gitterblechen verschlossen. Da käme jetzt keine Maus mehr rein! Leider konnte ich nicht mehr nach unten, um zu schauen, wo das dritte Loch, was wir ja vorher nicht gesehen hatten, ist, weil Oscarlotta schon draußen stand. Alle Arbeiten seien erledigt, es habe keine Beanstandungen gegeben, die Rechnung würde mir zugeschickt (der Chef wolle immer drüberschauen, sei heute aber nicht im Hause), ich könne fahren. Dem jungen Mann musste ich ein Trinkgeld regelrecht aufzwingen!

Schon bei den ersten Metern ein helles Piepen, das vorher nicht da gewesen war. Es war nicht besonders laut, aber vernehmbar. Nach 200 Metern fing es an zu klappern oder besser, metallisch zu scheppern. Enttäuschtes Smiley Ich dachte, dass ich gerade an irgendeiner Firma vorbeifahre, ich war ja noch im Industriegebiet. Das Scheppern hörte aber nicht auf. Außerdem war der Monitor der Rückfahrkamera in Dauerbetrieb und das Autoradio wurde mit der Schaltung zusammen eingeschaltet. Das Radio ist schon ewig nicht mehr in Ordnung, lässt sich manuell nicht mehr ausschalten, geht aber nach einer Stunde automatisch aus. Im Fahrbetrieb allerdings nicht. Am nächsten Kreisverkehr drehte ich um und fuhr zur Firma zurück. Der Meister war ratlos, er habe doch eine Probefahrt gemacht! Und an der Rückfahrkamera bzw. am Monitor sei doch gar nichts gemacht worden. Und am Radio auch nicht!!! Er verschwand im Motorraum und stellte fest, dass der Keilriemen (?) der Fahrerhausklimaanlage nur noch ganz dünn sei oder schon abgerutscht sei oder auch nicht, ich habe es nicht so genau verstanden, was er mir alles erzählt hat. Die Klimaanlage stand auf der Mängelliste, sie hatte nicht mehr funktioniert. Enttäuschtes Smiley Eventuell habe meine (kurze) Fahrt jetzt auch den ??? beschädigt, dann müsse der noch ausgetauscht werden (Kondensator?). Ich konnte nicht mehr zuhören. Und fuhr Oscarlotta wieder in die Halle. Dort stand schon ein Bus und ich konnte nicht weit genug vorfahren, dass die Treppe nach unten zugänglich gewesen wäre. Der Mechaniker turnte immer über einen Werkzeugwagen nach unten. Ich konnte also wieder nicht nach dem dritten Loch schauen. Es dauerte! Offenbar war aber nichts weiter kaputt. Es wurde ein neuer Keilriemen aufgezogen, aber dafür dauerte es verdammt lange. Ich bestand darauf, dass das Problem mit dem Monitor und dem Radio noch gelöst wurde. Schließlich war beides vorher nicht so gewesen und nach einem Werkstattbesuch sollte ja eigentlich alles besser und nicht schlechter sein. Wenn es Frauen unter unseren Lesern gibt, die allein mit ihrem Fahrzeug in die Werkstatt fahren, dann wissen sie sicher, wie Werkstattmänner Frauen anschauen, wenn die eine Beanstandung äußern. Enttäuschtes Smiley Man habe doch gar nichts daran gemacht, hörte ich wieder. Aber es war vorher nicht so, entgegnete ich wieder. Das Monitorproblem wurde durch etwas Hin- und Herklicken gelöst. Für das Radio musste die Bedienungsanleitung herhalten. Die sagte, dass das Gerät bei eingeschalteter Zündung ausgeschaltet werden müsse, damit es sich danach nicht automatisch wieder einschaltet. Es lässt sich aber doch nicht mehr ausschalten! Der Meister persönlich gab alles! Ohne Erfolg. Gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit? Es muss doch auch irgendetwas den neuen Zustand bewirkt haben! Meine Fragen stießen auf taube Ohren. Wenn Frauen unter unseren Lesern sind, die… (siehe oben). Enttäuschtes Smiley Um 16:30 Uhr bestand ich darauf, dass dieses Problem NICHT mehr zu lösen versucht werden sollte, ich würde das Radio eben leise stellen, wenn ich es nicht hören will und beim Ausschalten der Zündung würde es ja automatisch ausgehen. Der Meister drückte noch ein letztes Mal und das Radio ging aus!!! „Der Meister hat’s geschafft!“ jubelte der junge Mechaniker. Ich jubelte nicht, ich war nur noch genervt. Dann endlich wurde ich auf Probefahrt geschickt. Ob ich das allein machen könne oder solle der Meister mitfahren? Konnte ich allein. Und es hörte sich alles gut an, so wie gewohnt. Wenn alles in Ordnung sei, bräuchte ich nicht mehr in die Halle zu fahren, er könne dann so nachschauen, hatte es geheißen. Was der Meister im Motorraum sah, schien ihn zufriedenzustellen und um fast 17 Uhr konnte ich ENDLICH fahren!

Schon die Zufahrt zur B7 war zu. Auf der Autobahn lief es dann, da aber viel Verkehr war, blieb ich zwischen den LKWs. Ich war so müde! Und hungrig. In Feuchtwangen beschloss ich, Schluss zu machen. Die App „park4night“ listete einen kostenfreien Stellplatz mit 6 Plätzen auf, von Google Maps ließ ich mich direkt aus der App heraus hinführen. Ein wirklich gut angelegter Platz mit parzellierten, durch Büsche abgetrennten, geschotterten Stellflächen. Ein Strom-Münzautomat, 6 Steckdosen, eine VE-Station. Zwar direkt an der verkehrsreichen Durchgangsstraße gelegen, aber das war ich von der vorherigen Nacht ja schon gewöhnt. Ganz in der Nähe sämtliche Einkaufsläden, die man sich vorstellen kann. Für Oscarlotta war zwar nur einer der Plätze anfahrbar, aber da sonst niemand da war, war das kein Problem. Als ich das kleine Staufach öffnete und dort das Schiebeteil, um mein Stromkabel durchzuführen, erblickte ich ein hübsches silbernes Gitterblech! Ich Depp!!! Trauriges Smiley Warum war mir nicht eingefallen, dass das große runde Loch die Durchführung war??? Ich ließ Strom Strom sein, die Batterien waren noch voll genug und machte es mir gemütlich. Um 21:30 Uhr ging ich ins Bett. Wer mich kennt, weiß, was das heißt!

Am nächsten Tag knipste ich mit meiner Bastelzange die zum Glück dünnen Drähte durch, bog das Gewirr provisorisch nach unten um und fuhr bis Bad Windsheim. Die Schublade unter dem Kühlschrank, die der Mechaniker halb ausgeräumt hatte, um zu schauen, wo dahinter das Rohr sitzt, hatte ich schon am Abend wieder ordentlich eingeräumt. Als ich sie jetzt öffnete, um ein Tischset herauszunehmen, sah ich Mauseköttel!!! Enttäuschtes Smiley Also gibt es auf jeden Fall noch mindestens eine dritte Maus!!! Die Falle wurde gefüllt, in die Heckgarage gestellt und war heute Morgen leergefressen und offen. Ich habe übrigens nicht gut geschlafen heute Nacht, langsam mache ich mir echt Sorgen, was die Maus/Mäuse alles annagen könnten. Oder wo sie überall hinpinkeln. Sogar geträumt habe ich davon, da liefen mir Ströme von Wasser entgegen. Vor meiner Abfahrt habe ich eine Einkaufstasche, die immer in Flitzi liegt, zusammengefaltet in die Heckgarage geräumt. Heute sehe ich, dass sie innen (!) angenagt ist. Und auf dem Wohnzimmertisch lagen Mauseköttel!

Ich finde es nicht mehr lustig, ÜBERHAUPT NICHT!!! Enttäuschtes Smiley Trauriges Smiley Enttäuschtes Smiley

written by Ingrid

Irritationen und andere Ärgernisse

 

Und Oscarlotta war doch beleidigt! Unsere Wynen-Gastankflasche war bei nur noch 10% und da sie ja als Reserveflasche dient, wenn die Campinggasflasche leer geworden ist, würde das bedeuten, dass wir irgendwann, wenn die automatische Umschaltung bei Nacht erfolgt, mangels Gas mindestens eine kalte Nase bekommen würden. Wir wollten also Gas tanken fahren. Oscarlotta wurde fahrfertig geräumt und – sprang nicht an!!! Kein Mucks, kein Klack, absolut NICHTS! Unser Zentralpanel hatte die ganze Zeit immer mal wieder gezeigt, dass die Starterbatterie mitgeladen wird. Jetzt zeigte es “Fahrzeugbatterie entladen”. Nicht schön! Unsere Iveco-Werkstatt für LKW in Aalen wurde kontaktiert und abends schon in der Dämmerung kam ein Servicewagen mit dem Chef persönlich. Wir haben schon so manches Gespräch mit ihm geführt, wenn Oscarlotta zum Kundendienst dort war. Eine neue Starterbatterie hatte er schon vorsichtshalber dabei. Nun ist nicht wirklich viel Bewegungsfreiraum im Motorraum, die Motorhaube relativ klein, der Chef relativ groß. Er hatte einige Mühe, bis er die alte Batterie draußen hatte. Sie sah nicht mehr sehr gesund aus! Wir dachten ja, mit 5 1/2 Jahren sei sie noch nicht besonders alt, aber das sah Herr Popp anders. Normalerweise würde er Batterien dieses Alters gar nicht mehr prüfen. Er tat es trotzdem und es war erkennbar, dass eine Zelle absolut tot war. Der Einbau der neuen Batterie ging dann schneller vonstatten, probestarten, bevor er sie endgültig befestigte, Ergebnis: Oscarlotta sprang an! Jubel!!! Wir waren alle froh, dass die Temperaturen noch so angenehm waren, denn der letzte Batteriewechsel im Februar 2010 fand bei -10°C in St. Peter-Ording statt. Das war damals der norddeutsche Ausnahmewinter, in dem sogar die Nordsee zugefroren war. Fotos und Bericht sind “hier” noch einmal nachzulesen.

Am nächsten Tag also ein zweiter Versuch, Gas zu tanken. Oscarlotta sprang ohne zu murren an, ABER im Display stand: “Motor überprüfen lassen” und eine gelbe Statusleuchte, die wie ein Motor aussah, brannte. Na prima! Motor aus, Motor an, gleiches Ergebnis. Wir fuhren tanken und dann gleich weiter zu Iveco. Herr Popp hatte bei der Verabschiedung gesagt, bis demnächst mal wieder, aber sooo schnell? Er guckte auch etwas erstaunt und schickte nach unserer Schilderung sofort einen jungen Mechaniker mit dem Fehler-Auslesegerät heraus. Das sagte alles mögliche und als letzte Meldung: “Drosselklappe defekt”. Die müsse man bestellen, koste “nur” ca. €270 und der Austausch würde 3-4 Stunden dauern. So mit €600-700 sei zu rechnen. Es blieb als kleine Hoffnung, dass der Batteriewechsel vom Vortag eine Falschmeldung provoziert haben könnte. Also wurden alle Fehlermeldungen gelöscht, damit erlosch auch die Warnleuchte. Wenn sie während der Fahrt nicht wieder auftauchen würde, sei alles gut! Ja, aber wir fahren doch nur wieder bis zum Campingplatz hoch! Dann sollen wir doch einmal großräumig um den Block fahren. Ob er mitfahren solle? Ob er unsere Oscarlotta denn mal selbst fahren dürfe?? Er durfte. Wir unterhielten uns ein weiteres Mal angeregt, diesmal über die aktuellen Flüchtlingsprobleme. Die Leuchte blieb aus! Sie blieb auch bei der Heimfahrt aus und hoffentlich auch in Zukunft.

MissWellkawee Herr Popp hatte uns noch erzählt, dass sich eine junge Frau beworben habe für die Ausbildung zur KFZ-Mechanikerin. Sie war den 2. Tag zum Probe arbeiten da. Wenn sie in der Männerdomäne Fuß fassen kann, dann würde auch endlich das Firmenlogo stimmen!

written by Ingrid

Jetzt reicht’s!

 

Puh – nun hab’ ich aber wirklich langsam die Nase voll! Nicht nur vom Wetter, das ja nun alles andere als sommerlich zu beschreiben ist. Ja, ich weiß, wir haben kalendarisch immer noch Frühling, aber es war doch schon sooo schön warm. Aktuell sind es gerade mal noch 8,5°C, tagsüber!!! Ende Juni! Schafskälte hin oder her, was ist das überhaupt? Aber eigentlich meinte ich ja unseren Arbeitsmarathon, der dieses Mal so umfangreich war wie noch nie. Wieso eigentlich? Weil wir im Winter in Deutschland geblieben sind und da halt an Oscarlotta nicht so viel machen konnten wie im warmen Spanien? Oder hat uns nur die Arbeitswut übermannt? Das kennt man ja, wenn man mal irgendwo angefangen hat, lacht einen plötzlich hier noch etwas an und da und dort… Aber nun reicht es! Alles ist erledigt, unsere to-do-Liste ist abgearbeitet.

polieren Uschi hat Oscarlotta poliert, wie jedes Jahr. Deswegen sieht sie auch nach inzwischen 8 Jahren noch (fast) wie neu aus. Toi, toi, toi haben wir ihr in der ganzen Zeit auch keine Kratzer, Dellen, abgefahrene Ecken zugefügt, dank umsichtigen Fahrens, der Rückfahrkamera und des jeweiligen Beifahrers, der in potentiell gefährlichen Situationen draußen steht und Anweisungen gibt.

polierenpolierenEndergebnis    

Dabei stellte sie dann fest, dass nicht nur unser Heki neu abgedichtet werden musste, sondern ALLE Fenster es dringend nötig hätten. Gesagt – getan.

Vorarbeit abklebenschön gerade!einmal rundherumund nun die "Spritze"Kurvenlösungsauber, oder?

MissWellkawee Jetzt fehlten noch Gasprüfung, Kundendienst mit Ölwechsel und Hauptuntersuchung. Ersteres machte, wie immer, unser Wohnmobilfachbetrieb “Mühlich” in Aalen, letzteres ließen wir, ebenfalls wie immer, bei der Firma “Wellkawee” in Aalen erledigen, eine Servicewerkstatt für LKW, u. a. auch auf Iveco. Wir haben ja das kleine LKW-Fahrgestell des Iveco Daily 60 C 18, deshalb sind wir hier an der richtigen Adresse. Mängel wurden keine festgestellt, als einzigen Mangel hatten wir die nur sehr unzuverlässig funktionierende Warnblinkanlage angegeben, die meist erst beim 3. oder 4. Mal an-, dafür aber nicht wieder ausging. Der Schalter war defekt, wie sich herausstellte.

 GasprüfungTÜV

Es regnete wie aus Kübeln an dem Tag! Wir hatten zwar Flitzi dabei, um in die Stadtmitte fahren zu können, aber das Herumlaufen dort machte keinen Spaß. So kam Uschis Vater in den “Genuss” eines Kaffee- und Kuchenbesuchs von uns. Um 17:30 war Oscarlotta abholbereit und wir um eine Stange Geld ärmer!!! Als wir dann wieder auf unserem Dauerstellplatz waren und unsere “Wohnordnung” wiederhergestellt hatten, waren wir mehr als froh, auch diesen Punkt auf unserer Liste abhaken zu können! Die Bremsenüberprüfung bei der Hauptuntersuchung bedeutet ja, alles innerhalb und außerhalb der Schränke noch besser zu verstauen und zu sichern, als wir das bei “normalem” Fahrbetrieb machen. Und entsprechend viel ist dann wieder zurückzuräumen. Dass diese Prozedur für Wohnmobile über 3,5t jährlich nötig ist, ist so unverständlich wie lästig!

Aber nun ist alles gut! Unsere Belohnung kam die Tage per mail und kündigte uns die Auslieferung von Boxi für den 25. Juni an! Montag also Straßenverkehrsamt in Heidenheim und am Donnerstag fahren wir nach Kreuzwertheim!!! 🙂 🙂

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ankurbeln der spanischen Wirtschaftslage ;-)

 
Alles gut! Oscarlotta hat einen wunderschönen, silbern glänzenden, funktionierenden neuen Katalysatortopf! Leider sieht man das kostbare Stück nur, wenn man sich bäuchlings neben sie auf den Boden legt!!! Ist dumm, aber nicht zu ändern.

Neuer Kat

Wir waren gestern um Punkt 15 Uhr in der Werkstatt, bugsierten Oscarlotta an Autos, Abfalltonnen, Kartons etc. vorbei bis über die Grube und becircten als erstes den Chef, indem wir mit ihm über seine vor der Tür parkende blaue Ente parlierten bzw. hablierten. Ich hatte ihm ein kleines Entenmagazin mitgebracht, das er zwar nicht lesen kann, aber es enthält viele bunte Fotos von außergewöhnlichen Enten. Er strahlte und erzählte uns, dass besonders seine Enkelkinder die Ente lieben. Und er habe 5 nietos! Es ging ein wenig hin und her und dann teilte er uns mit, dass er bei Iveco einen Rabatt von 10% für uns herausgeschlagen habe. Na, wunderbar!

Wir verzichteten darauf, die Werkstatt für einen Kaffee zu verlassen, da es inzwischen in Strömen regnete und setzten uns in die Warteecke, wo ich sogar das firmeneigene Internet nutzen durfte. Nach gut 1 1/2 Stunden war schon alles erledigt. Der alte Kat war zum Mitnehmen in einen Karton verpackt worden. Nachdem uns bewusst geworden war, wie teuer die Dinger sind, war natürlich auch klar, dass wir ihn nicht in der Werkstatt lassen würden. Entweder wir lassen ihn reparieren (Ulrich, du darfst dich gerne im nächsten Sommer bei unserem überfälligen Besuch bei euch daran auslassen! Fotos unten) und behalten ihn als Ersatzteil oder verkaufen ihn repariert oder unrepariert. Unsere erste Anlaufstelle wird die Iveco-Werkstatt in Aalen sein. Er nimmt uns zwar viel Platz in unserer Heckgarage ein, aber was soll’s.

Durch den Rabatt sind wir knapp unter € 3000 geblieben. Der Arbeitslohn betrug nur € 73,57 (brutto), da ist ja wohl absolut nichts gegen zu sagen. Der Stundenlohn liegt bei unglaublichen € 46!!! Das hätten wir in Deutschland so nicht gekriegt. Man kann ja nur hoffen, dass der Einkaufspreis bei Iveco dem Werkstatt-Chef noch einen vernünftigen Verdienst gebracht hat, sonst hätte sich die ganze Angelegenheit für ihn ja kaum gelohnt. Wir können diese Iveco-Vertragswerkstatt (es werden auch andere Fabrikate “behandelt”) wärmstens empfehlen und sind wirklich froh, dass das alles hier passiert ist. Die Werkstatt heißt “Auto 97” und befindet sich in der Carrer Marconi im Industriegebiet “Mas Roger” in Pineda de Mar. Wer von euch mal Bedarf haben sollte, wir haben natürlich auch eine Telefonnummer und eMail-Adresse.

Oscarlottchen schnurrt wieder wie ein sattes Kätzchen! Und wir sind zwar etwas ärmer, aber glücklich, dass es nichts Schlimmeres war und dass wir alles so reibungslos erledigt bekommen haben!!! Was richtig toll ist und uns sehr motiviert weiterzumachen, ist, dass wir uns inzwischen schon wirklich gut auf spanisch verständigen können. Wir haben keinen ADAC zum Übersetzen gebraucht! Und es ist ganz klar, dass man einen unschätzbaren Bonus bei den Spaniern hat, wenn sie merken, dass man sich bemüht, ihre Sprache zu sprechen. Das kann so fehlerhaft und holprig sein, wie es will. Danke, Juan!!!

Kat verpackt Riss am Kat

Gute Nachbarn – schlechte Nachbarn

 
 
Nachbarschaftsgeschichten gibt es immer mal wieder, auch in Spanien (nicht wahr, Paules?)! Nach der ersten Nacht hier in Santa Susanna haben wir uns sofort nach einem anderen freien Platz in der ersten Reihe umgeschaut, da die Nachbarn über 5 (in Worten: FÜNF) Stunden lautstark und mit viel Alkohol bis nachts um eins draußen “feierten”. Das Gleiche hatten wir in der Nacht davor schon auf dem Stellplatz in Südfrankreich erlebt. Es ist immer wieder ein Ärgernis, dass es Menschen gibt, die nur an ihrem eigenen Wohlergehen interessiert sind und denen alle(s) andere(n) sch…egal ist/sind. Und sich beschweren nützt gar nichts, wenn bereits ein gewisser Alkoholpegel da ist. Wir haben zum Glück einige Meter weiter fast am Ende des Campingplatzes dann noch etwas gefunden. Langsam wird es leerer, sodass die unmittelbaren Plätze rechts und links neben uns frei sind. Sehr schön! Wir sind seit unserer Sommerreise doch etwas verwöhnt, was Platz und Raum betrifft. Mal schauen, wie es uns demnächst am Torre geht, in der “Rentner-Käfighaltung”, wie es ein Freund so treffend nennt 😉

Dann gibt es aber (zum Glück) auch noch die Erfahrungen der anderen Art! Wir saßen draußen in der Sonne, als ein spazierengehendes britisches Paar uns ansprach und fragte, wie lang unser Mobil sei. Sie hätten einen “Haimer” und seien auf der Suche nach etwas Größerem. Es ergab sich ein nettes Gespräch, in dessen Verlauf wir unser Auspuffproblem erwähnten. Sofort schmiss der Mann sich auf den Sandboden, robbte unter Oscarlotta und begutachtete den Schaden. Ob wir Draht dabei hätten? Dann könnte man den Auspuff hochbinden. Nein? Er habe leider auch keinen, aber wenn er die nächsten Tage welchen kaufen könne, käme er wieder. Das tat er tatsächlich schon am nächsten Tag, hatte einen kleinen Baumwollläufer als Unterlage dabei und einen Reparaturkitt sowie irgendwelche Bandagen und Draht! Nur mit Mühe konnten wir ihn von der geplanten Aktion abhalten, denn inzwischen hatte der Nachbar zur Rechten von unserem Problem gehört, sich umgehend unter unser Auto geschmissen und erklärt, dass da gar nichts zu reparieren sei, zumindest nicht als Dauerlösung. Der Brite schien etwas enttäuscht zu sein und wir versicherten ihm, dass wir auf ihn zurückkommen würden, falls es nötig sein würde. Wir waren sehr begeistert, verwundert, erfreut, denn so etwas erleben wir nicht oft!

Heute (Montag) machten wir uns dann schon am frühen Vormittag (!) per Rad auf den Weg nach Pineda zur Iveco-Werkstatt. Die Wegbeschreibung verließ uns irgendwann, dafür lief uns ein Business-Spanier über den Weg, den wir fragten. Bei der nächsten Unsicherheit tauchte er plötzlich wieder auf (er kannte wohl eine Abkürzung), hatte sein Handy in der Hand und zeigte uns auf seiner Navigationssoftware, wo wir sind und wo wir hin müssen!

Der Meister bei Iveco sah sich unsere Fotos an und meinte, wir sollten morgen mit dem autocaravana vorbeikommen, damit er sich anschauen kann, ob der Schaden zu reparieren sei oder ob ausgetauscht werden müsse. Er verglich unser Detailfoto mit der Teilebeschreibung auf seinem PC und stellte fest, dass es sich um den Katalysatortopf handelt. Als er den Preis herausgefunden hatte, erschrak er genauso wie wir: das Ersatzteil (der Kat) soll € 2600 kosten, ohne Mehrwertsteuer!!! Wir zogen erstmal wieder ab, Termin morgen Nachmittag. Auf halbem Weg zurück zum Campingplatz gab es einen Frühstückskaffee und ein Telefonat mit unserer Iveco-Werkstatt in Aalen. Der Preis stimme, das Problem sei bekannt und habe mit der Aufhängung zu tun, er habe schon deutlich jüngere Fahrzeuge mit dem Schaden in der Mache gehabt und schweißen würde an der Stelle gar nicht gehen. Na klasse! € 2600 plus 21% MwSt. plus ca. 2 Arbeitsstunden plus sonstiges Material = ??? Das erfahren wir dann morgen! Wir haben unseren Kaffee getrunken (den wir ja eigentlich schon auf hatten) und sind zur Werkstatt zurückgefahren (in der Mittagshitze, die es hier wirklich noch gibt!). Kurz vor der heiligen spanischen siesta konnten wir den Kat bestellen, eine Anzahlung leisten und noch die vor der Werkstatt parkende blaue Ente, die dem Chef gehört, bewundern. Und alles konnten wir auf spanisch erledigen!!!

Morgen um 15 Uhr also Werkstatt!

Riss am Kat

Anreise mit Hindernissen

 
 
Wir sind heute Abend um kurz nach 19 Uhr wider Erwarten doch noch auf dem Stellplatz in Palavas-les-Flots in Südfrankreich angekommen. Wir hatten keine besonders gute Fahrt und trotzdem auch wieder viel Glück im Unglück! Es fing alles eigentlich ganz gut an, wir hatten gestern Abend in einem kleinen französischen Städtchen einen von nur vier ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätzen bekommen (Cousance; kostenlos; Bordatlas Europa 2012; A39 Richtung Lyon, Ausfahrt 9, 7 km bis zur Ortsmitte, dann als Entsorgungsstelle für Wohnmobile ausgeschildert; kein Strom; Ent- und Versorgung kostenfrei; Supermarkt ca. 100 m). Heute brachen wir dann schon – für unsere Verhältnisse – ziemlich früh auf, weil wir möglichst schnell an’s Meer wollten. Wir frühstücken ja immer erst unterwegs und wollten das zur Abwechslung mal an/in einer französischen Raststätte tun. Bei der ersten, die wir anfuhren, wollten wir wie immer zwischen den LKW parken, aber das war, völlig überraschend, für Wohnmobile und Wohnwagengespanne nicht erlaubt. Als wir die Schilder sahen, kamen wir aber schon nicht mehr in den anderen Bereich und mussten weiterfahren. Bei der nächsten Raststätte wurden rundherum alle Parklätze umgebaut und als wir endlich einen freien Platz erwischt hatten, fing es heftig an zu regnen und wir hätten um mehrere Kurven von Bauzäunen laufen müssen. Das Ergebnis war Frühstück im Mobil und Frust! Der Regen hörte nicht mehr auf und machte die Fahrerei nicht angenehmer. Unser dringendes Kaffeebedürfnis konnte über lange Zeit nicht befriedigt werden, weil wir wenig Lust hatten, auf dem Weg bis zur Raststätte klatschnass zu werden. Gegen 15 Uhr wurde dann aber der Wunsch nach Kaffee übermächtig und wir beschlossen, bei der Gelegenheit auch gleich vollzutanken. Danach fuhr ich mit Flitzi voraus Richtung LKW-Parkplätze und stellte nach kurzer Zeit fest, dass Uschi mit Oscarlotta nicht hinterher kam. Gut, dass wir Handfunken in Gebrauch haben! Oscarlotta sprang nämlich nicht mehr an!!!

1. Mal Glück im Unglück: Normalerweise kommt man an Raststätten-Tankstellen nicht mehr zur Tankstelle zurück, wenn man schon auf dem Weg zu den Parkplätzen ist. Hier führte der Weg aber sehr verschlungen in verkehrter Richtung noch einmal an der Tankstelle vorbei, mit der Möglichkeit einer erneuten Zufahrt. Oscarlotta startete nicht, zeigte nur im Display eine Warnmeldung an: “Motorölstand überprüfen”. Wir haben eine Woche vor unserer Abfahrt in Aalen bei Iveco einen Ölwechsel durchführen lassen sowie einen Kundendienst!

2. Mal Glück im Unglück: An einer Tankstelle gibt es Motoröl zu kaufen! Unser Ölmessstab zeigte KEINERLEI erkennbare Ölspuren! Also kauften wir gleich 2 Liter Öl. Keine Veränderung! Also wieder durch strömenden Regen in den Verkaufsraum zurück und eine weitere Flasche gekauft. Nichts! Nach der 4. Flasche erste leichte Spuren am Ölmessstab. Voller Hoffnung Oscarlotta gestartet, es klickte nur leise. Die Warnmeldung war zwar weg, dafür hatten wir dann die Meldung, dass der Öldruck nicht stimmt. Unser Service-Handbuch besagt, dass jetzt der Kundendiest kontaktiert werden muss! Wir sind in Südfrankreich und es ist Sonntag!!!

3. Mal Glück im Unglück: Es gibt eine 7-Tage/24-Stunden-Hotline von unserer Iveco-Werkstatt. Es meldet sich jemand und er erinnert sich sogar an uns. Bloß helfen kann er uns auch nicht. Natürlich will er sich unserem Verdacht, dass bei dem Ölwechsel das Öl zwar abgelassen, aber kein neues nachgefüllt wurde, nicht anschließen. Aber man verliert ja wohl nicht unbemerkt innerhalb einer Woche mehr als 4 Liter Motoröl! Also bleibt uns nur noch der Anruf beim ADAC. Eine nette Dame nimmt meine Angaben entgegen und schickt mich dann mit dem Handy zur Tankstelle, damit sie mit einer Angestellten in französisch reden kann. Grund ist, dass französische Tankstellen Privatgelände sind und der ADAC dort keinen Pannendienst hinschicken darf. Der muss von der entsprechenden Tankstelle beauftragt werden! Die nette Tankstellenangestellte läuft durch den unvermindert strömenden Regen mit zu unserem Mobil und lässt sich den Fahrzeugschein geben, um einen Abschleppdienst organisieren zu können. Sie bietet uns auch einen Kaffee an, aber die Lust darauf ist uns inzwischen vergangen. Wir wissen, dass unser automatikgetriebenes Fahrzeug nicht einfach so abgeschleppt werden kann, es muss die Kardanwelle abgeflanscht werden. Weiß und kann der französische Mechaniker das bzw. können wir mit unseren kümmerlichen Französischkenntnissen ihm das klarmachen? Die Info der ADAC-Mitarbeiterin war, dass wir zu einer Werkstatt geschleppt werden, die Diagnose aber sicher erst am nächsten Tag erfolgen kann, denn (wie bereits erwähnt): es ist Sonntag. Nach 30 sehr unentspannten Minuten kommt ein unglaublich cholerischer Pannendienstfahrer mit einem lächerlich kleinen Abschleppfahrzeug. Natürlich spricht er ausschließlich französisch! Also muss wieder der ADAC ran. Nach mehrfachem Handytausch Mechaniker-ADAC, ADAC-ich und wildem Rumspringen rein in Oscarlotta, raus aus Oscarlotta, Motorhaube auf, fummeln hier und schrauben dort steht fest, dass er uns nicht helfen kann und abschleppen kann er unser großes Fahrzeug auch nicht! Rat vom ADAC: die 112 anrufen und ein größeres Abschleppfahrzeug ordern. Sie können uns LEIDER nicht helfen! Der Pannendienstmensch hat aber wohl noch eine Idee und findet einen losen Batteriekontakt. OSCARLOTTA SPRINGT AN!!!

4. Mal Glück im Unglück: Es war wohl mal wieder die Duplizität der Fälle und das Nichtanspringen hatte gar nichts mit dem fehlenden Motoröl zu tun. Wir wären also weiter, nichts Böses ahnend, mit trockenem Motor gefahren. Warum wir keine Warnanzeige bekommen, wissen wir nicht. Wie lange wäre das wohl noch gut gegangen?

Jetzt wurde es langsam Zeit, um 19 Uhr schließt der Stellplatz hier und wir hatten noch über 100 km zu fahren. Natürlich haben wir uns auf den letzten Kilometern, im Dunkeln und immer noch bei Regen, noch zweimal verfahren, weil sich unsere zwei Navigationsgeräte nicht einig waren. Frau Becker stellte sogar den Dienst auf den letzten Metern ganz ein!

5. Mal Glück im Unglück: Es war schon nach 19 Uhr und der Stellplatz war noch geöffnet. Nur Flitzi durfte nicht mit rein und steht jetzt ganz allein und unbeschützt in einer Seitenstraße. Wir hoffen sehr, dass unsere Pechsträhne beendet ist und wir ihn übermorgen unbeschadet und komplett mit Navi wieder mitnehmen können. Ein wenig Sorgen machen wir uns schon!