Das “Beste” kommt zum Schluss

 

Der Sturm ging, die Sonne kam, die Minustemperaturen blieben. Bei einem Strandspaziergang zeigten sich wahre Kunstwerke, die Schnee und/oder Regen in Verbindung mit der Kälte und dem Wind hervorgebracht hatten.

Eis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh StrandEis am Stiel, ähh Strand

Die Vorhersage kündigte besseres Wetter an und nun wollte ich nicht abreisen und verlängerte um eine ganze weitere Woche. Am Samstag wurde der Platz immer voller, in Bremen hatten die Osterferien begonnen. Ich blieb trotzdem allein hinten in meiner Ecke am letzten Zipfel des Campingplatzes. Dummerweise waren die Wasserentnahmestellen, die es auf fast jedem Stellplatz gibt, wegen der Kälte noch nicht wieder in Betrieb, so musste ich einige Male mit vollem Abwassereimer hin und voller Gießkanne zurück bis zum Sanitärhaus laufen. Molli bekam keine zweite Chance, auch mit der Bäderbahn bin ich nicht gefahren und auf einen weiteren Kinobesuch verzichtete ich ebenfalls, obwohl es noch einen Film gab, der mich interessiert hätte. Aber der kommt irgendwann sowieso im Fernsehen. Dafür war ich noch einige Male am Strand unterwegs und in den zwei Ortsteilen, sogar mit Friseurbesuch. So teuer im Osten!!! Erstauntes Smiley

am Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsbornam Strand von Kühlungsborn

Am nächsten Samstag ging ich nachmittags in die Rezeption, um schon einmal zu bezahlen. Ich ahnte, dass es schwierig werden würde mit anderem Platz, einmal umziehen, zweimal verlängern und als Krönung galt für die letzten zwei Nächte auch der Sparwochenpreis nicht mehr, sondern der der Nebensaison. Vorsichtshalber hatte ich akribisch für mich ausgerechnet, was ich zu zahlen haben würde und hatte es mindestens zweimal überprüft. Die resolute Dame, die mich zu Beginn empfangen hatte, bediente mich. Und wie erwartet fiel die Rechnung um einiges höher aus als ich errechnet hatte! Nachdem ich das angemerkt hatte und auch, dass ich gewusst hätte, dass es schwierig werden würde, wurde ich etwas von oben herab darüber belehrt, dass sie (die Rezeptionisten) dies seit Jahren Tag für Tag machen würden und den (besseren?) Überblick hätten. Es hätte schon alles seine Richtigkeit! Daraufhin legte sie mir die reichlich unübersichtliche Rechnung mit mehreren Posten und nachträglichen Gutschriften vor, schob von Zeile zu Zeile ein Lineal über die Rechnung und erläuterte die Einzelposten. Alles ziemlich schnell und etwas ungeduldig. Ihr Unmut, dass ich dumme Touristin es gewagt hatte, ihre Rechnung anzuzweifeln, war deutlich zu spüren und ich glaube nicht, dass ich das nur so empfunden habe. Auf die Schnelle sah alles richtig aus, ich zweifelte an mir (wenn auch nur ein wenig) und beschloss, erst einmal zu bezahlen und dann in das nächste Café zu gehen und alles IN RUHE zu überprüfen. Das machte ich dann auf einer Bank auf der Strandpromenade in der Sonne. Und siehe da, ICH HATTE RICHTIG GERECHNET!!! Die letzten zwei Nächte kosteten nicht mehr €7,50/Person, sondern €8,00. Zweimal acht macht sechzehn, auf der Rechnung wurden mir aber €32 berechnet! Es wurde offenbar also auch hier davon ausgegangen, dass es sich um zwei Personen handelt, aber das hätte ja nun klar sein müssen, dass ich allein bin, denn sonst wären mir ja die 6 Euro für die zweite berechnete Person während der Sparwochen nicht vergütet worden. Und da war dann auch der zweite Fehler, statt einer Gutschrift für 12 Tage wurde nur eine für 4 Tage aufgeführt. Beides zusammen ergab dann genau die Differenz zwischen meiner Vorabrechnung und der, die ich bezahlt hatte, nämlich €64,00!!! Ist ja nicht ganz wenig, nicht wahr? Auf dem Rückweg ging ich wieder in der Rezeption vorbei, die Dame war noch da. Sie telefonierte und ich legte ihr wortlos die Rechnung auf den Tresen. Sie nahm sie und rief schon einmal meine Daten im Computer auf. Ich zeigte ihr dann die entdeckten Fehler und nun geschah etwas Erstaunliches. Sie war nicht in der Lage, diese Fehler nachzuvollziehen, setzte sich vor den Computerbildschirm und war sichtlich überfordert. Also war sie doch nicht so souverän und fähig, wie sie es mir zu vermitteln versucht hatte? Oder war es ihr nur peinlich, dass ihr diese Fehler unterlaufen waren, konnte das aber nicht zugeben? Als sie bei den letzten zwei Nächte (die für €8/Person) wieder mit den Sparwochen anfing, sagte ich, jetzt reichlich genervt, dass es sich hierbei NICHT mehr um die Sparwochen handeln würde und ich aber auch nicht für zwei Personen bezahlen würde, da ich ja nun nur eine Person sei. Daraufhin stand sie auf, stellte sich vor mich hin und erzählte mir irgendetwas, das darin gipfelte, dass wir doch bitte in einem freundschaftlichen Ton miteinander reden wollten. Ich hatte nicht geschrien, ich war auch nicht unverschämt geworden, nur etwas bestimmter in meinem Tonfall! Jetzt hatte ich nur zwei Möglichkeiten, entweder völlig auszurasten oder zu schweigen. Ich entschied mich für zweiteres. Sie setzte sich wieder an den PC und war weiterhin nicht in der Lage, zu erkennen, warum die Computereingabe an diesen zwei Punkten einfach falsch war. Sie müsse sich das in Ruhe anschauen und die Berechnung ändern und ich möge doch bitte am nächsten Morgen noch einmal wiederkommen. Sie würde den Kollegen eine Benachrichtigung schreiben und die würden mir mein zuviel bezahltes Geld dann aushändigen. Immerhin entschuldigte sie sich für das „Versehen“ und lächelte mich freundlichst an mit dem sehr fühlbaren Anspruch, dass ich jetzt auch nett zurücklächeln möge. Freundschaftlich eben. Warum bin ich eigentlich nicht (seltenst) in der Lage, meinen Unmut kundzutun??? Geärgert hat mich ja ihre überhebliche Art, mir eine falsche Rechnung zu erklären, besonders nachdem ich sagte, dass ich wesentlich weniger errechnet hätte. Geärgert hat mich ihre überzeugte Behauptung, sie wisse schon, was richtig ist. Ich hasse es, wenn man mich behandelt wie ein dummes Blag! Und mindestens genauso hasse ich es, wenn ich mich so behandeln lasse!!! Eine kleine Genugtuung war es für mich, dass sie so ins Schleudern kam und ich denke, dass es ihr schon ziemlich peinlich war. Wenn sie nämlich so großartig wäre wie sie vorgab zu sein, dann hätte ihr ein so schwerwiegender Fehler nicht passieren dürfen, gerade weil ich die Höhe der Rechnung ja sofort angezweifelt hatte.

Am nächsten Mittag gab ich meine Magnetkarte ab und erklärte, dass ich noch Geld zu bekommen hätte. Bei meinen Personalien lag die korrigierte Rechnung, die diensthabende Rezeptionistin wusste offenbar noch von nichts, erfasste die Angelegenheit aber schnell, zerriss die alte Rechnung, druckte mir die neue aus und erstattete mir €64 in bar. Ich hatte nicht sonderlich gut geschlafen, das sagte ich ihr und auch, dass ich beschlossen hätte, wenn schon nicht gestern, dann immerhin jetzt zu der ganzen Angelegenheit etwas zu sagen. Es hätte mir nämlich grundsätzlich gut gefallen auf diesem Campingplatz und in Kühlungsborn und ich würde gerne noch einmal wiederkommen. Wenn ich aber mit Groll fahren würde, dann könnte ich das nicht. Sie war sehr freundlich und hörte sich meine Geschichte an, verzog bei der „freundschaftlichen“ Sequenz sogar ein wenig das Gesicht und fragte dann, um welche Mitarbeiterin es sich handeln würde. Das sagte ihr dann ihre Kollegin, die im Hintergrund alles mitangehört hatte und sie sagte auch, dass sie am Tag zuvor danebengestanden hätte. Sie sagte es in einem ganz bestimmten Tonfall! Cooles Smiley

Ich fuhr mit Oscarlotta auf die Entsorgungsstation und füllte noch ein paar Gießkannen Frischwasser ein. Innerhalb der vorgeschriebenen Abreisezeit fuhr ich vor die Schranke, die sich nicht öffnete! Ich setzte ein Stück zurück und fuhr in einem etwas anderen Winkel wieder vor. Die Schranke machte keine Anstalten, sich zu öffnen. Ich wiederholte den Vorgang weitere drei Male, immer in der Annahme, dass die eingebaute Kamera mein Nummernschild nicht erfassen kann. Die Rezeption lag nicht weit daneben mit Sichtkontakt zur Ein- und Ausfahrt, wie das so üblich ist. Aber dort schien niemand zu bemerken, dass ich ein Problem hatte. Schließlich ließ ich einen anderen Mobilfahrer, der auf dem Randstreifen stand und erst noch seinen Enkel angegurtet hatte, vor. Die Schranke öffnete sich sofort! Hoffnungsfroh fuhr ich wieder nach vorne. Nichts! Es blieb mir nichts anderes übrig, als auszusteigen und in der Rezeption darum zu bitten, mir die Schranke manuell zu öffnen. Ja, selbstverständlich würde sie das! Und dann konnte ich endlich fahren. Erzürnt

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Stürmische Zeiten

 

Je mehr ich vom Campingpark und von Kühlungsborn sah, desto besser gefiel es mir dort. Vom feinsten sind die Sanitäranlagen, die fast identisch waren mit denen der „LuxOase“ in Kleinröhrsdorf bei Dresden, wo wir das letzte Osterfest verbracht haben. Dort hatte es mir vor allem der Kinderbereich angetan. Also ging ich hier natürlich auch hin und war wieder restlos begeistert!

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Schon am Mittwoch sagte ich in der Rezeption Bescheid, dass ich bis Sonntag bleiben würde und fragte gleichzeitig, ob es möglich sei, dass ich evtl. kurzfristig für ein paar Stunden oder eine Nacht den Platz wechseln könnte. Ich stand nämlich unter Bäumen und es war für die nächsten Tage Sturm mit orkanartigen Böen angekündigt. Sturm und Bäume sind keine gute Kombination und seitdem mir in Spanien bereits einmal ein entwurzelter Baum gegen mein damaliges Wohnmobil gefallen ist, werde ich da etwas nervös. Unerwartet ging es am selben Abend schon los und am nächsten Morgen zog ich dauerhaft um auf einen anderen Platz. Am Ende meiner „Straße“ gab es zwei Plätze, die außerhalb der Gefahrenzone lagen, weil sich dort statt Bäumen die Gebäude der Bootsvermietung sowie viele Boote im Winterlager befanden.

Umzug uf Platz 146der alte PlatzBlick von der anderen Seite

Dieser Platz kostete zwar noch einmal einen Euro mehr, aber das waren mir meine Ruhe und Sicherheit wert. Und es stellte sich heraus, dass diese Entscheidung die einzig richtige gewesen war. Es gab über drei Tage Windgeschwindigkeiten von bis zu 80km/h mit heftigen Böen! Zudem stand Oscarlotta jetzt mit der Schnauze zum Wind, auf dem alten Platz hätten wir die Böen seitlich abbekommen, was wenig lustig gewesen wäre! Auch jetzt schüttelte Oscarlotta sich ab und zu, aber mit ihren 6 Tonnen bewies sie ausreichende Bodenhaftung. Wir standen allein, rundherum war nichts, was uns hätte gefährlich werden können und so war ich in der Lage, das Getöse entspannt zu beobachten. Von meinem gedrehten Beifahrersessel konnte ich, bequem mit den Beinen auf der Couch, direkt auf die aufgewühlte Ostsee sehen. So hatte ich bisher nur die Nordsee, das Mittelmeer bei Orkan oder den Atlantik gesehen, nicht aber die überwiegend zahme Ostsee! Sich draußen aufzuhalten war wenig erfreulich, die Temperaturen fielen noch einmal auf -3°C. Aber ich musste von diesem Schauspiel unbedingt ein paar Videos drehen! Nach dem zweiten zeigte mein iPhone Erbarmen und schaltete sich aus, bevor mir die Finger abfielen. Laut lachen
 

 

 
Am nächsten Tag schien dann immerhin die Sonne und ich schaffte zwei weitere Videos.
 

 

 
Kühlungsborn unterteilt sich in die Ortsteile West (wo der Campingplatz liegt) und Ost (wo die Seebrücke ist). Dazwischen ist ein recht großes Waldgebiet mit vielen verzweigten Wegen, im Sommer bestimmt sehr schön schattig. Trotz Ortsplan verlief ich mich ein wenig. Zwinkerndes Smiley

Kühlungsborn

Kühlungsborn Ost ist etwas touristischer, „mondäner“ trifft es nicht ganz, aber es gibt eine lange Straße mit Geschäften, Restaurants, Cafés. Die Bäckereikette Junge hat hier sogar zwei Geschäfte/Cafés und noch eins in West. Da war es ja klar, wo ich landete! Die Seebrücke sah ich mir noch an, meine Füße wollten sie allerdings nicht mehr begehen, sondern nach Hause. Aber nicht laufen! Bis zum Bahnhof Ost schafften wir es aber noch und hatten Glück, dass nach 10 Minuten der richtige Bus kam. €1,50 kostete die Fahrt bis zum Bahnhof West, von dort sind es noch einmal 15 Gehminuten bis zum Campingplatz.

KühlungsbornSeebrückeaufgewühlte OstseeausruhenKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornKühlungsbornverlassene Prunkvillaverlassene Prunkvilla

Eine weitere Attraktion ist das Campingplatz-Kino. Gleich zweimal war ich dort, so vor der Haustür habe ich ein Kino ja sonst nie. Beide Filme waren extrem berührend, einer davon hat mich für einen Abend und die darauffolgende Nacht regelrecht ausgeknockt. Trotzdem empfehle ich beide uneingeschränkt weiter, thematisch und schauspielerisch sind sie ganz „großes Kino“. Es handelt sich um „Wunder“ mit Julia Roberts und „Das Leuchten der Erinnerung“ mit Helen Mirren und Donald Sutherland, beide auch im Alter immer noch hervorragende Schauspieler. Weinen und lachen liegen bei beiden Filmen ganz dicht beieinander.

Aber nicht nur ein Kino gehört zum Campingplatz, sondern auch ein ganz normal großer Norma-Supermarkt. Die Namensgleichheit ist Zufall, aber Norma hätte vermutlich nichts dagegen, wenn die eine oder andere Tageseinnahme in ihre Taschen fließen würde. Vielleicht bekommt sie ja wenigstens einen Einkaufsrabatt!?

Direkt am Campingplatz ist auch eine Haltestelle der Bäderbahn. Mit der kann man für €7 eine Rundfahrt durch ganz Kühlungsborn machen oder für 50 Cent mehr per Tageskarte die Fahrt so oft und lange unterbrechen wie man möchte. Wenn man nur ein paar Stationen fahren will, z. B. um vom Campingplatz zur Seebrücke zu kommen, zahlt man von Station zu Station €0,70. Das wären in diesem Fall €3,50. Übrigens zahlt man nichts mehr, wenn man älter als 99 Jahre ist! Smiley mit geöffnetem Mund

Und dann gibt es natürlich noch die „Molli“! Eine Schmalspurbahn mit 900mm Spurweite. Sechs liebevoll restaurierte Personenwagen, Baujahr 1911-1926 mit je 26 originalen Holzlattensitzen, holzgerahmten Fallfenstern mit Lederriemen, verglasten Oberlichtern, handgeknüpften Gepäcknetzen mit Gusskonsolen sowie Türschlössern und Lampen aus Messing. Ein Büffetwagen mit 22 Sitzplätzen, Baujahr 1925 und ein Gepäckwagen/Postwagen komplettieren den Zug, der ausschließlich von historischen Dampflokomotiven bewegt wird, gebaut 1932 von der Firma Orenstein & Koppel in Drewitz bei Berlin. Ich wollte die Fahrt nach Bad Doberan und zurück mitmachen, unterwegs an der Haltestelle „Steilküste“ aussteigen und zwei Stunden später wieder weiterfahren. Mein Vorhaben scheiterte leider ganz profan daran, dass ich zu spät am Bahnhof ankam und Molli mir vor der Nase wegfuhr! Ich habe sie nicht einmal mehr gesehen, nur gehört. Enttäuschtes Smiley

Ein wenig tröstete mich, als ich las, dass die Station Steilküste keine reguläre Haltestelle ist und der Zug auf Anfrage dort nur hält, wenn es weder Eis noch Schnee gibt. In der Nacht zuvor hatte es noch einmal geschneit! Die nächsten Tage schien die Sonne nicht mehr und es war weiterhin kalt. Ob die Personenwagen überhaupt geheizt sein würden? Molli sollte also nicht sein, dieses Mal jedenfalls.

Molli

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Endlich am Meer!!!

 

Für meinen „Urlaub“ am Meer hatte ich mir Kühlungsborn ausgesucht. Dort waren Uschi und ich im letzten Winter auf einer unserer Spritztouren mit dem Miet-Smart nur durchgefahren, es regnete. Ich hatte aber den Eindruck gehabt, dass ein Besuch sich lohnen könnte und den wollte ich jetzt nachholen. Einen Stellplatz gibt es nur weiter außerhalb, aber der Campingplatz öffnete wieder am 2. März. Bis zum 23. März wurden zudem „Sparwochen“ angepriesen, das passte doch gut. Was mir nicht gefiel, war der Zusatz „Bei den Sparwochen gilt eine Mindestbelegung mit 2 Personen ab 12 Jahre“. Ich sah darin keinen Sinn außer dem, möglichst viel Geld wieder reinzuholen, denn der Platz ist ja sowieso schon belegt, egal wie viele Menschen in dem Mobil oder Wohnwagen sind. Und ein Einzelreisender erzeugt keine Kosten für zwei! Ich rief an. Nach mehreren Minuten in der Warteschleife meldete sich eine junge Frauenstimme mit Namen und dem Zusatz „Auszubildende“. Ich stellte meine Frage und sagte gleich dazu, dass ich nicht kommen würde, wenn ich für zwei Personen bezahlen muss. Die Antwort war, dass man es tatsächlich erst einmal so in den Computer eingeben müsse, aber die Personengebühr für die zweite Person dann wieder gutgeschrieben würde. Nun ja. Eine weitere Besonderheit dieses Platzes ist, dass es 9 (!) verschiedene Preiskategorien gibt. Alle 10qm ab 80qm kostet der Platz einen Euro mehr, dazu kommen drei Saisonzeiten. Die unterschiedlich bepreisten Plätze liegen wild durcheinander auf dem ganzen Gelände verteilt und werden unterschiedlich farbig (9 Farben) gekennzeichnet. Es wurden aber in einem Bereich auch spezielle Wohnmobilplätze bis 80qm (10. Farbe = weiß für Wohnmobilplätze) ausgewiesen und die sollten in den Sparwochen €4,99 kosten. Ich fragte noch einmal explizit die Preise ab, also für den Platz €4,99 und für eine Person €7,50? Ja – und Kurtaxe käme noch dazu. Jetzt im Winter? Ja, ab Anfang März €1 pro Person. Ich fragte ein drittes Mal, ob ich dann jetzt sicher davon ausgehen könne, dass ich innerhalb der Sparwochen €13,49 pro Tag bezahlen muss, ich würde nämlich nicht gerne an der Rezeption stehen und erfahren müssen, dass doch alles ganz anders ist. Nein, €13,49 sei richtig!

PreiskategorienPreiskategorien

Ich fuhr am nächsten Sonntag hin. Ahnt ihr schon etwas? Die resolute Dame an der Rezeption fragte die Größe meines Wohnmobils ab und kringelte mir dann auf dem Lageplan ein paar unterschiedlich farbige Plätze gegenüber der Rezeption ein. Preise zwischen €6,99 und €12,99. Ich fragte nach den Wohnmobilplätzen für €4,99. Nein, die seien noch nicht verfügbar, der Platzteil müsse noch hergerichtet werden und das Sanitärhaus dort sei auch noch nicht geöffnet. Ich solle mir doch bitte hier einen Platz aussuchen. Bevor ich das tat, fragte ich mal vorsichtshalber nach der 2-Personen-Regelung. Ja, zwei Personen müssten bezahlt werden! Ich erklärte ihr beherrscht, aber bestimmt, dass ich deswegen extra vorher angerufen hätte und man mir versichert habe, dass der Preis für die zweite Person gutgeschrieben würde. Wenn das nicht der Fall sei, würde ich wieder fahren. Da hieß es dann, 6 Euro würden mir gutgeschrieben. Ja, sie wisse, dass Einzelpersonen immer etwas benachteiligt würden, das bedauere sie auch, aber so sei es leider. Eigentlich hätte ich jetzt fahren müssen! Das hätte dann aber bedeutet, dass ich Kühlungsborn nicht kennenlernen würde. Ich sah mir die eingekringelten Plätze an und entschied mich, zu bleiben, allerdings legte ich mich nicht wie geplant für eine Woche fest, sondern erst einmal nur für vier Nächte. Meine Anmeldung wurde bearbeitet, ich bekam eine Magnetkarte für die verschiedenen Zugangstore und sollte langsam vor die Schranke fahren, die Kamera würde mein Kennzeichen auslesen. Dann käme ein Mitarbeiter und würde mich zu meinem Platz bringen. Hinter der Schranke gab es extra dafür eine Wartespur, allerdings dauerte es mehr als 5 Minuten, bis der Mitarbeiter per PKW dann auch kam. Und dann erklärte er mir, dass er mich mit diesem Mobil nicht auf den von mir gewählten Platz stellen könne, der Boden sei noch viel zu aufgeweicht. Er telefonierte mit der Rezeption und gab dort bekannt, wohin er mich stellen würde. Nach einigem Hin und Her, ob dieser Platz evtl. reserviert sein könnte, fuhren wir endlich los. Glück für mich, dieser Platz kostete weniger als der andere, aber immerhin €8,99 statt der erhofften €4,99 plus €9,00 Personengebühr statt €7,50! Ein Vorteil war, ich stand in der vordersten Reihe zum Strand und konnte durch die Bäume hindurch das Meer sehen. Endlich am Meer!!! Smiley

PlatzplanPlatzplanmein Platz

Der nächste Strandzugang war nicht weit entfernt und die Sonne schien, also verlegte ich nur mein Stromkabel (Strom ist im Preis inbegriffen) und ging an den Strand. Dort waren noch Schneereste zu finden! Nach 5 Minuten war ich schon am Beginn der Promenade und stieß dort zufällig auf ein Bäckereicafé meiner Lieblingskette Junge. Zwinkerndes Smiley

Café Junge

Danach lief ich noch ein Stück in die andere Richtung am Strand entlang, machte die ersten Fotos und stellte dann meine Wohnordnung wieder her.

Weg zum StrandStrandzugang 23Strand mit SchneeStrand mit SchneeEndlich am Meer!!!Fundsache (mitgenommen)

Die ganze Preisangelegenheit ging mir allerdings nicht aus dem Kopf! Ich ärgerte mich tierisch darüber, dass trotz aller Vorbemühungen letztendlich doch alles ganz anders war! Wem oder worauf kann man eigentlich noch vertrauen? Ich fühlte mich regelrecht verar… Am nächsten Tag lief ich den ganzen (riesigen) Platz mal ab und sah mir auch die Wohnmobilplätze an. Die sahen nicht so aus, als ob sie noch nicht hergerichtet seien. Ich denke, man wollte einfach die Kosten für ein weiteres geöffnetes Sanitärhaus einsparen, so viele Urlauber waren auch noch nicht da. Das finde ich ja in Ordnung, hätte diese Info aber eben gerne schon am Telefon bekommen. Erzürnt

WohnmobilplätzeWohnmobilplätzeWohnmobilplätzeWohnmobilplätzeWohnmobilplätzeSanitärhaus "Poseidon 3"

Ich beschloss, um einen Gesprächstermin mit der Campingplatzleitung zu bitten. Das klappte sofort und die beiden Herren mittleren Alters (einer ist für den Außenbetrieb, der andere für innen zuständig) hörten sich bereitwillig (ob auch wirklich interessiert, kann ich nicht abschätzen) mein Anliegen an. Auf meine direkte Frage, warum ein Einzelfahrer bei ihnen bestraft würde, bekam ich zur Antwort, dass sie den Campingplatz erst im letzten November übernommen haben, die Preisgestaltung und Platzgliederung so vom Vorbesitzer übernommen hätten und jetzt dabei sind zu schauen, was verändert werden muss/sollte/kann. Sie versicherten mir, dass sie dankbar für die Meinungsäußerungen ihrer Kunden seien. Vielleicht stimmt das sogar, zumindest wären sie gut beraten. Auch sie bedauerten das Geschehen, versicherten, dass Einzelfahrer in Zukunft nicht mehr zahlen müssen, aber rückwirkend könnte man leider nichts tun. Ja, schon klar! Sarkastisches Smiley Ich sagte wahrheitsgemäß, dass es mir darum auch gar nicht gehen würde, ich wollte kein Geld herausschlagen, ich hätte nur meinen Unmut kundtun wollen über die Diskrepanz zwischen dem, was mir am Telefon zugesichert worden war und der Realität.

Ist aber schon witzig, dass zwei Chefs nicht in der Lage sind, mal kurz einen alten Zopf vorzeitig abzuschneiden, oder?

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

(Mit) Smart an die Küste

 
 
Unsere zweite Tour mit dem Leih-Smart führte uns an die Ostseeküste, Warnemünde, Heiligendamm, Kühlungsborn und auf der Rückfahrt Bad Doberan im Landesinneren. Mit Heiligendamm fingen wir an und wunderten uns, dass a) der Parkplatz in Strandnähe mit Parkscheinautomaten bestückt war und b) der Zugang auf die Promenade noch einmal 2 Euro pro Person kosten sollte! Sind wir auf Sylt? Und es ist Winter!!! Dass hier oben im östlichen Teil Deutschlands alles ein klein wenig teurer ist als anderswo, hatten wir schon ein paarmal bemerkt. Die Parkgebühr bezahlten wir, den Automaten an der Promenade übersahen wir, zumal wir auch kein Kleingeld mehr hatten. Mit Heiligendamm verbanden wir alte Gründerzeitvillen direkt an der Promenade und waren sehr erstaunt, dass es sie zwar tatsächlich gab, dass sie aber in unrenoviertem Zustand waren! Wunderschöne Gebäude, architektonisch gesehen, aber in bedauernswertem Zustand. Wie kommt so etwas, 27 Jahre nach der Wende??? Wieviele Einnahmen durch Touristen sind in all den Jahren verschenkt worden, in denen in keinem der Häuser Ferienappartements vermietet wurden, Kaffee und Kuchen angeboten wurde, Gastronomiebetriebe ansässig waren, Souvenirs verkauft wurden. Ganz sicher brummt hier im Sommer der Urlaubsbetrieb, der Name Heiligendamm allein ist ein Touristenmagnet. Immerhin scheint es jetzt aber langsam loszugehen, eines der fünf Häuser wird restauriert und in Eigentumswohnungen umgewandelt (und ein sechstes war schon fertig). Bestimmt sehr schön und bestimmt auch sehr teuer.

HeiligendammHeiligendammHeiligendammHeiligendammHeiligendamm

Weiter ging es nach Kühlungsborn. Von hier aus fährt die Schmalspurbahn „Molli“ nach Bad Doberan bzw. umgekehrt. Wir sahen sie aus dem Auto heraus und dann nicht mehr, also gibt es kein Foto von ihr! Wer sie aber in Aktion sehen möchte, kann „hier“ klicken. Kühlungsborn sah aus wie ein typischer Badeort am Meer, leider regnete es und wir sind nur durchgefahren.

OstseestrandOstseestrand

Also Bad Doberan! Das Münster wollte ich sehen, gilt es doch als die „Perle der norddeutschen Backsteingotik“. Eine im hochgotischen Stil im späten 13. Jahrhundert erbaute Kirche des damaligen Zisterzienserklosters. Ein Kloster konnte und durfte sich einen solchen Monumentalbau leisten??? Vom Kloster stehen nur noch ein paar fotogene Ruinen, das Münster, im 2. Weltkrieg weitgehend verschont, steht in voller Pracht. Die Restaurierungskosten betragen pro Jahr um die 300000 Euro! Der Parkplatz sollte Geld kosten, der Eintritt ins Münster natürlich auch. Und da hatten wir irgendwie keine Lust mehr! Ich machte ein paar Fotos, wir liefen im großen Bogen einmal um Kirche und Kloster herum, sahen uns die überschaubare Stadt an und fuhren weiter nach Warnemünde. Am besten gefallen hat uns der Cafébesuch. Cooles Smiley

KlosterruineKlosterruineKlosterruineMünster Bad DoberanMünster Bad Doberan

Große Erwartungen hatten wir jetzt schon nicht mehr und es wäre schade gewesen, wenn wir nicht hingefahren wären! Ein nettes kleines Hafenstädtchen, für mitten in der Woche im Winter quirliger Betrieb. Wie mag das erst im Sommer sein? Ein Restaurant, Geschäft, Café am anderen, im Wasser mehrere Fischverkaufsschiffe. Schöne kleine Fischerhäuschen, ein breiter Strand, die Promenade wurde gerade saisonfrisch gemacht. Einen Leuchtturm gibt es auch, allerdings lange nicht so schön wie die in USA/Kanada! Verliebt

WarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemündeWarnemünde

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

2017 – Das Ende der Welt???

 
 
Rostock kannten wir noch nicht. Und wenn wir schon in der Nähe waren, würden wir es uns natürlich ansehen. Leider gibt es in Rostock zwar einige ausgewiesene WohnmobilPARKplätze, aber keinen Stellplatz. Nur in Warnemünde oder im 11km entfernten Elmenhorst. Wir fuhren Elmenhorst an und wurden nicht enttäuscht. Ein gut und großzügig angelegter Stellplatz für 24 Mobile mit unterschiedlich großen Parzellen, 5 bis 12m, 18 bis 10m und einer bis 8m Länge. Die Breite ist einheitlich mit 6m ausreichend bemessen. Der Untergrund besteht aus Pflastersteinen, an einer Längsseite befindet sich ein Klettergarten, an der anderen ein Betriebsgelände und nach hinten (wo wir gestanden haben) sind große Ackerflächen. Es war wunderbar ruhig dort! Bezahlt wird per Automaten (€10/24 Std.), V/E-Station ist natürlich vorhanden sowie ausreichend Automaten-Stromsäulen. Der Clou aber ist, dass es zwei Smarts zu mieten gibt für €25/Tag (incl. 200km) oder €150/Woche (incl. 350km). Es gab zwar auch eine Busverbindung nach Rostock, Warnemünde, Bad Doberan, Kühlungsborn, aber der Fahrpreis betrug pro Person 13 Euro für Hin- und Rückfahrt. Da war der Smart eindeutig nicht nur preiswerter, sondern sehr viel komfortabler! Gesagt, gebucht!

Stellplatz Elmenhorst

Einen Großparkplatz gab es am Stadthafen, ein paar hundert Meter und ein paar Treppenstufen später waren wir in der Innenstadt. Riesige interessante Gebäude unbekannter Herkunft, riesige Kirchen, eine riesig breite Straße, die auch so hieß (nicht Riesig Breite Straße, sondern nur Breite Straße). Cooles Smiley Nicht sie, sondern die Lange Straße, war zu DDR-Zeiten als Aufmarschstraße geplant und gebaut worden. Unser Eindruck von der Stadt: eine Einkaufsstadt zum Shoppen, noch ein paar ganz nette alte Viertel, aber kein Vergleich zu Wismar! In der Petrikirche, mit einer Turmhöhe von 117m die höchste Kirche, fuhren wir per Aufzug auf die Aussichtsplattform in 44m Höhe. Beeindruckender als die Aussicht war der Blick in das offene Turmgestühl 70m über uns. Ein Gemälde erregte meine Aufmerksamkeit. Es zeigte die im 2. Weltkrieg völlig zerbomte Stadt zur Marienkirche hinüber.

Marienkirche Marienkirche

Rostock scheint ziemlich zerstört worden zu sein, was erklärt, dass es nicht mehr so viele alte Häuser gibt.

KerkhoffhausKrahnstöverhausBürgerhausBank

Die Marienkirche, die größte und schönste Kirche Rostocks von 1230, sahen wir uns natürlich auch noch an! Und dort faszinierte uns vor allem die alte Astronomische Uhr. Sie ist die einzige weltweit (!), die mit ihrem ursprünglichen mittelalterlichen Uhrwerk von 1472 noch bis heute präzise funktioniert. Tag für Tag werden ihre fünf Werke von Hand aufgezogen. Die exakten Anzeigen der Uhrzeit, der Mondphasen und des Sonnenjahres sowie die zahlreichen Daten der Kalenderscheibe zeugen von der hohen Kompetenz der Wissenschaft des 15. Jahrhunderts. Verblüfft und etwas beunruhigt entdeckten wir bei genauerem Hinsehen, dass die Daten der jetzigen Kalenderscheibe 1885 beginnen und 2017 enden! Ist es nicht seltsam, dass ausgerechnet das Jahr 2017 das letzte ist, das dargestellt wird? Und wir nicht 2016 oder 2018 davorstehen, sondern ausgerechnet 2017???

Astronomische UhrAstronomische Uhr

written by Ingrid
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