Wie es weiterging…

 

Am Sonntag nach unserem Busausflug zur Bastei gingen unsere Fahrwege in unterschiedliche Richtungen. Uschi fuhr nach Haßfurt, um Big Fix beim Nissan-Händler einer Inspektion zu unterziehen sowie die HU und Gasprüfung durchführen zu lassen. Außerdem war ein Reifenwechsel aller vier Räder angesagt, da es seltsame Verschleißerscheinungen gab, die bei der Laufleistung noch nicht hätten sein dürfen. Ich fuhr einmal quer durch Deutschland, um in Nordhorn meine Freunde zu besuchen. Wie immer stand ich mit Oscarlotta auf dem Stellplatz am Vechtesee. Die Hälfte des Platzes ist mit Rasengittersteinen gepflastert, die andere Hälfte ist naturbelassen. Es gibt sechs Reihen, in denen die Mobile hintereinander stehen, eine V/E-Anlage, Müllentsorgung, Stromautomaten (€1/5 Stunden) und einen Parkscheinautomaten, an dem pro 24 Stunden €5 zu bezahlen sind. Das Besondere ist die Nähe zum See und die fußläufige Entfernung zur hübschen Innenstadt. Rund um den See gibt es Fuß- und Radwege, ein schönes Seerestaurant plus Hotel ist vorhanden und es ist ruhig, trotz der Straße, die am Stellplatz vorbeiführt. Radfreunde können hier voll auf ihre Kosten kommen, man merkt die Nähe zu Holland, hier ist Radfahrerland!

Vechtesee

Eine ganze Woche blieb ich hier, offiziell erlaubt sind allerdings nur 3 Nächte. Der Platz ist immer gut besucht und über den 1. Mai waren nur noch wenige Plätze frei. Es hätte aber absolut nicht sein müssen, dass ein Mobilist direkt im Anschluss an die Entsorgungsstation über Stunden parkt, sodass man nicht mehr durchfahren konnte, sondern vorwärts rein und rückwärts wieder rausfahren musste. Oder umgedreht. Vermutlich wollte er keinen Stellplatz belegen, aber diese Entscheidung war mehr als dämlich. Und Kurzzeitparkgebühr hat er sicher nicht bezahlt, ich habe jedenfalls kein Ticket gesehen (er stand genau gegenüber von Oscarlotta). Was manche Menschen sich denken (oder auch nicht), erschließt sich mir oft nicht!

Stellplatz am Vechteseeparken auf der V/E-Station

Ein paar Kilometer weiter wohnt seit 5 Jahren ein Freund den Sommer über auf dem Campingplatz „Saller See“, der zwar Campingplatz heißt, aber inzwischen fast ausschließlich aus Mobilheimen besteht. Es gibt eine Alibiwiese mit angeblich 14 Touristenplätzen. Da dort aber auch noch die anliegenden Mobilheimbesitzer ihre PKWs parken, dürfte das schwierig werden. Außer Oscarlotta war jedoch kein anderes Wohnmobil da. Etwas eng die Zufahrt, etwas heruntergekommen die Sanitäranlagen und wieder einmal merkte ich, dass Dauercamperbehausungen, egal ob Mobilheim oder Wohnwagen oder Wohnmobil nichts für mich sind. Zu eng, zu dicht auf dicht, kein Ausblick und schlimmstenfalls an drei Seiten Nachbarn. Es gibt ja Menschen, denen macht das nichts aus und es gibt sogar welche, die genau das lieben (die die Winter in Spanien und Portugal auf Stell- und Campingplätzen unter noch verschärfteren Bedingungen verbringen), ich gehöre definitiv nicht dazu!

TouristenplatzSaller SeeSaller SeeSanitärhaus aus den 1970er-JahrenSaller SeeSaller See

Mein Weg ins Ruhrgebiet führte mich über Münster. Vom Stellplatz „Camp Marina Alte Fahrt“ in Greven-Fuestrup hatte ich noch eine Guthabenkarte. Von 2008! Ich konnte gar nicht glauben, dass wir seitdem nicht mehr da gewesen waren!?! Der Platz liegt direkt am Dortmund-Ems-Kanal und mir war nach ein paar Tagen Ruhe und Schiffe gucken. Beim ersten Überfahren des Platzes stellte sich heraus, dass die erste Reihe am Kanal mit Hütchen komplett gesperrt war und zwischendrin auch sehr viele Plätze. Nicht alle Plätze sind für Oscarlotta lang genug und so stellte ich mich erst einmal auf den angrenzenden Platz, der als Winterlager für die Schiffe genutzt wird und im Sommer als Ausweichplatz für Wohnmobile. Dieser Stellplatz ist nämlich so begehrt, dass er in der Reisesaison zumindest an den Wochenenden ständig ausgebucht ist. Und das, obwohl es außer der Möglichkeit, Schiffe zu gucken und Rad zu fahren nichts gibt. Okay, ein Restaurant ist vorhanden. Theoretisch (und praktisch, Batteriefahrräder sind hilfreich) kann man per Rad nach Münster fahren, das sind aber einige Kilometer.

LageplanBlick vom Kanal ausFähre von Dover nach CalaisMarina Alte Fahrt FuestrupSlipanlageWLAN-Verfügbarkeit

Ich guckte mir einen geeignet erscheinenden Platz aus, von dem allerdings nicht ganz klar war, ob das Hütchen nur für den Nachbarplatz oder auch für ihn galt und wartete, bis um 17 Uhr der Platzwart erschien. Der Platz war frei! Alle gesperrten Plätze waren neu eingesät worden. Nun stand ich zwar in der vorletzten von 6 Reihen, aber die Plätze vor mir waren alle gesperrt, sodass mir niemand die Sicht auf den Kanal nehmen konnte. Das sollte sich allerdings zum Wochenende hin ändern, da blieb mir noch ein winziger Durchblick! Meine Guthabenkarte wurde tatsächlich noch anerkannt, interessant war die Preisentwicklung. Hatten wir noch 2008 für eine 10er-Karte €60 bezahlt, so kostet diese inzwischen €99 (regulärer Preis €11/Tag ohne Strom). Aber was wird schon preiswerter?

noch ist PlatzKanalblickKanalblick?

Ich entschied mich erst nur für eine Nacht, es gab nämlich so gut wie kein Vodafone-Netz. Zumindest nicht auf meinem iPhone. Testweise hängte ich am Abend den Mobilfunkrouter ins Fenster, bestückt ebenfalls mit einer Vodafone-Karte. HSPA!!! Das iPhone sagte derweil „Kein Netz“. Mir doch egal, zum abendlichen Telefonat mit Uschi setzte ich mich an den Kanal, zum Schiffe gucken auch, Hauptsache, ich hatte abends in Oscarlotta Internet. Ich verlängerte um weitere 3 Nächte!


 
Dann ging es zügig nach Hattingen. Ich hatte einen Nachbesserungstermin bei meinem Lackdoktor, der vor einem Jahr die Schäden an Oscarlotta durch die blödsinnige Kollision mit dem Schrankenpfosten größtenteils beseitigt hatte. Die Schrammen sind zwar nicht mehr zu sehen, aber Farbabweichungen im Lack. Leider könne er da nichts weiter machen, silbermetallic sei einfach eine schwierige Farbe. Ein erneutes Überpolieren brachte leider keine Verbesserung. Wir werden wohl damit leben müssen!

Lackschaden

Ich stand, bis ich einen Termin bekam, in Velbert-Neviges. Einmal an der A45 direkt im Wald, Zwinkerndes Smiley

A45Am Nizzabad

einmal am Schloss Hardenberg auf dem öffentlichen Parkplatz, wo drei Wohnmobile kostenfrei stehen dürfen. Den Platz und seine Bedingungen kannte ich noch vom letzten Jahr. Er bietet keinerlei Infrastruktur und liegt dicht an einer stark befahrenen Bundesstraße, aber auch neben einem kleinen Park, dem Schloss und einem großen Waldgebiet. Eine nette Nachbarin hatte ich auch.

Velbert-NevigesSchloss Hardenberg (Wirtschaftsgebäude)WehrturmNachbarschaft

Der Stellplatz in Hattingen an der Minigolfanlage hat inzwischen das geplante Sanitärhaus bekommen (2 Duschen, €1/4 Minuten, 2 Toilettenräume mit je 2 Toiletten), kostet dafür aber jetzt 10 Euro statt wie bisher 7! Es ist ja ganz nett, wenn man mal aushäusig duschen kann, es erspart das Putzen des Bades/der Dusche und das verfrühte Auffüllen des Frischwasser- und das Leeren des Abwassertanks. Aber wenn ich dafür dann gleich 3 Euro mehr bezahlen muss, auch wenn ich gar nicht jeden Tag duschen will (und das Duschen selbst ja auch noch €2 kostet, denn mit 4 Minuten komme ich, mit Haare waschen, nicht aus), dann würde ich lieber auf die Annehmlichkeit eines Sanitärhauses verzichten. Denn die anderen Bedingungen des Stellplatzes sind gleich geblieben, sprich relativ enge Parzellen. Trotzdem gefällt es mir dort, die Nähe zur Ruhr, die Möglichkeiten, dort zu laufen oder Rad zu fahren und mitten im Ruhrgebiet und trotzdem mitten in der Natur zu sein.

Stellplatz an der MinigolfanlagePlatz 13 brachte kein Unglück (gegenüber vom Schrankenpfosten!)HenrichshütteHenrichshütteAn der Ruhr

Eines Abends hatte eine Schafherde ihr Nachtlager auf einem Teil der Ruhrböschung aufgeschlagen. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, was anders war. Habt ihr schon einmal so viele nackte Schafe gesehen???

nackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafenackte Schafe

Uschi wartete bereits in Bad Schönborn auf mich und so fuhr ich am vorletzten Sonntag auch dort hin. Es waren nur 336km, für die ich aber, mit Pausen, satte 7 Stunden brauchte! Es war Muttertag und ich hatte den Eindruck, dass halb Deutschland auf dem Weg zu oder von den Müttern auf der Autobahn unterwegs war! Mein Tommie war auch etwas durch den Wind. An jeder Autobahnausfahrt im Frankfurter Raum wollte er, dass ich abfahre. Originalton: „Nehmen Sie die Ausfahrt! Am Ende der Straße drehen Sie um, dann fahren Sie rechts!“ Vielleicht wollte er auch zu seiner Mama??? Cooles Smiley

written by Ingrid
photos and video taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Beim Lackdoktor in Neviges

 

So gut es mir in Hattingen gefallen hat, so ungut war die Ankunft. Die Zufahrt zum Stellplatz war schon schwierig, da man rechtwinklich und eng über einen PKW-Parkplatz fahren muss und in der schmalen Zufahrt noch ein PKW/Hänger-Gespann stand. Ich war also froh, als ich auf dem Stellplatz angekommen war. An Wochenenden, außer vielleicht im Winter, sollte man hier weder anreisen noch abzureisen versuchen. Da ist alles zugeparkt mit PKWs und man hätte keinerlei Chance mehr, um die Kurve zu kommen. Auf der einen Seite ein Baum, auf der anderen auf der Zufahrt parkende Autos.

Ich fand einen einigermaßen ebenen Platz, der groß genug war und dann fiel mir ein, dass ich ja noch ent- und versorgen wollte! Die Entsorgungsstation liegt außerhalb des Platzes am Zaun. Eigentlich hätte ich sie rückwärts anfahren müssen, aber aufgrund der Zufahrtsbedingungen traute ich mich nicht, dort zu wenden. Also schlug ich ein und wollte ganz scharf nach rechts abbiegen. Leider hatte ich den rechten Schrankenpfosten nicht mehr im Kopf, obwohl ich vorher ja durch die geöffnete Schranke auf den Platz gefahren war!!! Es knirschte unschön, ein Geräusch, das ich wohl nicht mehr vergessen werde und dann hatte sich die Schrankenauflage in Oscarlottas Flanke gebohrt! Ich konnte nicht vor und nicht zurück fahren. Im zum Stellplatz gehörenden Haus war niemand, da hatte ich vorher schon geschellt. Also beschloss ich, auf einen mir geeignet erscheinenden PKW-Fahrer zu warten. Der Parkplatz wird von Leuten benutzt, die mit ihren Hunden an der Ruhr spazierengehen wollen. Nach einiger Zeit und nur PKWs mit Frauen kam ein Landrover mit einem Mann um die 40 samt Hund. Ich stellte mich direkt neben seine Tür, er schaute etwas erstaunt und noch erstaunter, als ich sagte, dass ich auf ihn gewartet hätte. Ich erklärte mein Dilemma und bat ihn, zu versuchen, den Pfosten ein wenig von Oscarlotta wegzuziehen. Das erwies sich aber als unmöglich. Ob ich Werkzeug dabei hätte, einen 13er-Schlüssel, dann könne er den Pfosten vielleicht abschrauben. Mein größter Schlüssel war ein 11er! Was jetzt? Am Stellplatz sei niemand. Aber da würde doch jemand laufen! Tatsächlich lief gerade jemand vom Garten aus ins Haus, der Betreiber, wie sich herausstellte, der zu Hause war, aber Mittag gemacht und deswegen auf mein Klingeln nicht reagiert hatte. Er würde Werkzeug holen und kommen! Ich bedankte mich bei dem Landroverfahrer und entließ ihn zu seinem Spaziergang. Der Stellplatzbetreiber, ein noch junger Mann, versuchte, das äußere Rohr abzuschrauben, was aber daran scheiterte, dass es in den Boden einzementiert ist. Ich fragte ihn, ob er nicht das innere Rohr mit der Auflage, an der ich mich festgefahren hatte, losschrauben könne, um die Auflage drehen zu können. Es gab nämlich oben noch einmal zwei Schrauben! Gesagt, getan. Er drehte nicht nur, sondern zog das ganze Teil nach oben raus. Der verbliebene Pfosten drückte aber immer noch gegen die Radkappe der Hinterräder. Der junge Mann zog ihn mit aller Kraft in seine Richtung, ich gab beherzt Gas, fuhr rückwärts und Oscarlotta war frei! Aber leider ziemlich lädiert. Und ich war am Boden zerstört!

Katastrophe in HattingenKatastrophe in Hattingen  

Am Zaun neben der Eingangspforte hing dieses Plakat:

Katastrophe in Hattingen

Wie passend! Leider konnte ich an dem Tag nicht darüber lachen, aber an einem der nächsten Tage rief ich dort an. Ja, das sei durchaus ein Fall für ihn, sagte der nette Mensch am anderen Ende, er käme vorbei und schaue es sich an. Am nächsten Tag meinte er vor Ort: “Das krieg’ ich wieder hin! Ich habe gedacht, es sei schlimmer.” Wir machten einen Termin. Ich könne bei ihm auf dem Gelände über Nacht stehenbleiben, dann wäre auch genug Zeit zum Aushärten der Spachtelmasse und am nächsten Tag würde er lackieren.

Genauso geschah es letzten Donnerstag und Freitag. Zum Glück spielte das Wetter mit, denn die neue Halle, in die auch große Wohnmobile passen, war noch nicht ganz fertig. Und bei Regen lackieren ist sicher nicht erfolgversprechend! Herr Lübeck arbeitete zügig und sorgfältig, schon die Spachtelarbeiten überzeugten mich von seinem Können. Für die Nacht bekam ich einen Torschlüssel, falls ich mich noch in das Nachtleben stürzen wolle (ich wollte nicht) und stand sicher auf einem abgeschlossenen Hof.

gespachtelt

Und so sieht es jetzt aus:

lackiert 1

Ein notwendiger zweiter Lackauftrag, um die Unregelmäßigkeiten zu beheben, kann erst in zwei Wochen erfolgen – und genau das ist jetzt mein Problem! ICH HABE KEINE ZEIT MEHR!!! In zwei Wochen bin ich schon bei Luise und Uschi, wir müssen aus- und ein- und umräumen und am 27. April Fix und Boxi in Hamburg abliefern. Dann noch einmal hierher zurückfahren??? Er könne auch später lackieren, es müsse aber warm sein. Das ist die große Frage, ob es im November noch warm genug ist. Wohl eher nicht!

Falls jemand von euch Herrn Lübecks Dienste in Anspruch nehmen muss oder möchte: Ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.