Schuhe, nichts als Schuhe

 

Den ganzen letzten Winter und den ganzen Sommer hatte ich es vermieden, ein bestimmtes Fach im Zwischenboden zu öffnen. Dort lagerten Schuhe, die ich nur selten trage. Jetzt aber brauchte ich meine Wanderschuhe und nachdem ich sie in der Heckgarage nicht fand, war klar, dass sie in besagtem Fach sein würden. Allerdings in welchem Zustand, war nicht klar! Stichwort Mäuse!!! Im Frühsommer hatte ich die Heckgarage gesäubert, ausgemistet und umgeräumt und dabei ein paar weitere Mausespätfolgen entdeckt. Zum einen die Dose, in der immer Hundeleckerli für Nachbar- und Besuchshunde sind bzw. waren. Mäuse haben offenbar viel Hunger, viel Zeit und viel Geduld…

HundeleckerlidoseHundeleckerlidoseHundeleckerlidose

Wem die ganze Mäusestory entgangen ist oder wer sich noch einmal amüsieren möchte, einfach „hier“ klicken. Smiley mit geöffnetem Mund

Zum anderen fand ich ein weiteres Paar Schuhe, in denen Wintervorräte angelegt worden waren! Die Schuhe waren zum Glück verschont geblieben.

WintervorräteWintervorräteWintervorräte

Meine Befürchtung war, dass die Mäuse durch das Tunnelsystem im Doppelboden auch den Zugang zum Schuhfach gefunden hatten und irgendwie wollte ich das gar nicht wissen. Aber nun musste es wohl sein und schon der erste Taschenlampenstrahl bestätigte mein unbehagliches Gefühl! Einen angenagten Schuh nach dem anderen beförderte ich mit spitzen Fingern ans Tageslicht und durch die offene Tür gleich ins Freie. Bei dem einen Paar waren beide Schuhe beschädigt, bei dem anderen nur ein Schuh und der andere war unversehrt. Das nützte mir aber auch nichts! Ein Schuh war randvoll gefüllt mit Grünkern, den ich auf der anderen Seite des Mobils im Außenstaufach gelagert hatte, in seiner Originalverpackung und nicht in einer Plastikdose. Von insgesamt sieben Paar Schuhen waren nur zwei Paar komplett verschont geblieben, ein Paar Gummistiefel und meine Wanderschuhe! An denen waren nur die Schnürsenkel angeknabbert. Trauriges Smiley

SchuhschädenSchuhschädenSchuhschädenSchuhschäden

Jetzt hatte ich ein fast leeres Fach. Was tun? Neue Schuhe kaufen oder es mit anderen Dingen füllen? Ich freute mich, dass die Wanderschuhe noch tragbar waren. Die besaß ich zwar schon ca. 15 Jahre und hatte sie nicht sehr oft getragen, aber in ihnen hatte ich immer gut auch längere Strecken laufen können. Ich probierte meine Orthese in ihnen, merkte aber sofort, dass das nicht funktionieren würde.

Am nächsten Tag wollten wir mal wieder um den Weißensee laufen, knapp 7km. Es war sehr sonnig und noch richtig warm. Ich wollte den weniger schönen Teil der Strecke, auf Schotter und an der Straße entlang, zu Beginn laufen und dann, quasi als Belohnung, direkt am See entlang über Stock und Stein im Schatten durch den Wald zurück. Uschi war einverstanden. Der Schotterweg zog sich, die Sonne brannte, das Laufen ohne Orthese war, sagen wir mal, mühsam. Nach einer halben Stunde waren wir am Ende des Sees angekommen, auf der einzigen Bank saßen schon Leute, aber ich brauchte dringend etwas zu trinken. Die nächsten Bänke würden erst im Wald kommen und bis dahin war es noch ein ganzes Stück die Straße zum Parkplatz entlang. Und erfahrungsgemäß waren die ersten Bänke auch immer voll. Also steuerte ich auf das Geländer der kleinen Brücke über dem Bachzulauf zum See zu. Wenigstens anlehnen und eine kleine Pause einlegen! Bei den letzten Schritten merkte ich, dass an meinem rechten Schuh irgendetwas anders war. Ein prüfender Blick ergab, dass sich die Sohle fast vollständig gelöst hatte! Darunter waren nur noch Brösel und Hohlräume! So konnte ich unmöglich weitergehen. Am linken Schuh war es noch nicht ganz so schlimm, aber das hätte auch nicht mehr lange gedauert. Uschi nahm die Autoschlüssel und ging den gleichen Weg wieder zurück. Ich setzte mich auf eine Wiese neben der Straße und wartete eine gute halbe Stunde, bis sie mich aufsammelte. Das war es dann mit der Weißensee-Umrundung! Eine halbe Stunde Schotterweg und keine (Wald-) Belohnung! Die wollten wir uns dann in Form von Kaffee und Kuchen in unserem Stellplatzlokal holen, aber die Idee hatten viele andere Menschen auch, es war alles voll, zumindest draußen. Drinnen sitzen wollten wir nicht und auf die Idee, uns einfach Kuchen mitzunehmen, kamen wir nicht!

Am Tegelberg hatte ich meine MBT-Schuhe angehabt, die mit der Orthese gut kooperierten, aber durch ihre runden Sohlen nicht perfekt geeignet sind für unwegsames Gelände bergab. Außerdem zeigten sich bereits einige Abnutzungsspuren an den Seiten der Sohlen (!). Ich würde mir wohl neue Wanderschuhe kaufen müssen. Da ich mich von den ansonsten noch guten MBT-Schuhen aber noch nicht trennen wollte, suchte ich im Netz nach einem Schuhmacher und entschied mich für einen mit dem für einen Schuster lustigen Namen Kleber. Er sollte sich in der Nähe unseres Lieblingscafés befinden, ca. 10km vom Stellplatz entfernt. Also zwei Fliegen mit einer Klappe! Zwinkerndes Smiley An der angegebenen Adresse war kein Schuhmacher zu finden. Ich fragte eine junge Frau mit Kinderwagen, der sagte der Name Kleber tatsächlich etwas und sie beschrieb uns genauestens den Weg in den Nachbarort. Dort sollten wir noch einmal fragen. Ja, da vorne das Haus mit den Solarplatten, sagte der Bauer im offenen Stall. Ich fuhr in die Einfahrt. Kein Hinweis auf eine Schuhmacherwerkstatt. Ich klingelte und fragte nach dem Schuhmacher Kleber. Ja, da fahren Sie zu meiner Hofeinfahrt wieder hinaus und in die nächste hinein, bekam ich freundlich zu hören. In der nächsten Einfahrt ebenfalls kein Schild. Aber auf einer Bank in einem winzigen Gemüsegärtchen saß ein alter Mann, sicher weit über 80! Ich suche den Schuhmacher Kleber? Ja, das sei er! Vorsichtig fragte ich, ob er noch aktiv sei? Gelegentlich, war die Antwort. Ob er sich wohl meine Schuhe ansehen würde? Ja, das wollte er, aber als er sie in Augenschein nahm, war sein Urteil, das würde wohl nichts mehr. Aber irgendwie war sein Ehrgeiz wohl doch geweckt worden und wir einigten uns darauf, dass er es versuchen wolle. Aber sicher wäre er sich nicht und er würde auch keine Garantie übernehmen. Ich fragte, was es denn wohl voraussichtlich kosten würde, denn allzu viel wollte ich natürlich bei solchen vagen Aussagen nicht mehr investieren. Zehn Mark, war die Antwort und es war klar, dass er sich nicht versprochen hatte. Okay, es dürften auch 15 werden, sagte ich, die Begriffe Euro und Mark vermeidend. Wann ich denn wieder vorbeikommen könne? Egal, er sei immer da, nur am nächsten Wochenende nicht. Ich könne morgen kommen. Nein, nein, so eilig sei es nicht, er solle sich ruhig Zeit lassen, ich käme dann Anfang der nächsten Woche.

Am nächsten Dienstag fand ich ihn im Haus in seiner winzigen Werkstatt. Mit dem Öffnen der Tür war ich in einer anderen Welt! Dieser Raum hatte sich in den letzten mindestens 60 Jahren wohl kaum verändert. Herr Kleber saß auf seinem Arbeitshocker und nagelte einen Absatz an einen abgelatschten Schuh. Meine Schuhe standen fertig auf dem Boden und sahen recht gut aus. Das würde aber nicht lange halten, erfuhr ich. Aber das haben Sie doch gut hingekriegt, warf ich ein. Nein, das wird nichts mehr, erwiderte er. Er hatte zwar innen noch ausgefüttert, aber an einen dauerhaften Erfolg glaubte er trotzdem offenbar nicht. Mir gefiel es in dieser Werkstatt und mich berührte dieser alte Mann auf eigentümliche Art. Ich setzte mich unaufgefordert neben ihn auf einen gepolsterten Hocker und fragte, ob ich ein Foto von ihm vor seiner Werkbank machen dürfte. Ach nein, kein Foto von ihm. Aber von seiner Werkbank und den anderen alten Sachen? Ja, das durfte ich.

SchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstattSchuhmacherwerkstatt

Wie lange er denn schon hier arbeiten würde? Die Frage verstand er falsch und meinte, dass er immer dann arbeitet, wenn ihm jemand etwas gebracht habe. Und zeigte mir mit spürbarem Missfallen, was die Menschen ihm so vorbeibrachten und offenbar konnte er da genauso wenig nein sagen wie bei mir. Ich stellte meine Frage anders noch einmal. 1938 habe er die Lehre angefangen, erfuhr ich jetzt. Ob es ihm denn immer noch Spaß mache? Na ja, was heißt Spaß, es vertreibe eben die Langeweile. Ich wollte dann wissen, was ich ihm schuldig sei. Nichts, war die Antwort. Das ging natürlich gar nicht, ich sagte, dass er ja schließlich Zeit und Kleber Laut lachen aufgewendet habe und hielt ihm einen 20-Euro-Schein hin. Umständlich kramte er ein winziges Portemonnaie aus seiner Hosentasche und fingerte einen 10-Euro-Schein heraus. Dann wollte er noch einmal hineingreifen, aber ich protestierte vehement. Na, er hätte mir eigentlich noch einen 5-Mark-Schein geben wollen, hörte ich. Nein, den wollte ich nicht! Nicht nur diese Werkstatt, sondern offensichtlich auch die Preise waren ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert. Ich verabschiedete mich, bedankte mich noch einmal und wünschte ihm alles Gute! Und fuhr mit einem sehr umfangreichen Gefühlsspektrum und meinen reparierten Schuhen nach Hause.

Passend zum Thema gehen liebe Grüße nach Bochum-Eppendorf!!! Herz

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Statusbericht

 

Smiley Ich glaube, ich habe Glück und bin mauslos!!! Smiley

Schon zwei Nächte ohne leergefressene Falle und auch die Tütenfalle blieb unbesucht. Die habe ich inzwischen demontiert, die Rattenfalle lasse ich vorsichtshalber noch im Außenstaufach stehen…

Numero 6!!!

 

Den ganzen Tag tat sich nichts! Ich bin jede Stunde kontrollieren gegangen, trotz des grauenvollen Wetters, das hier gerade herrscht. Die Heckklappe konnte ich immer nur einen Spalt aufmachen, sonst hätte der Sturm mir meine kunstvolle Konstruktion zerstört. Deswegen konnte ich zwar feststellen, dass aktuell keine Maus in der Tüte war, aber ich konnte nicht nachsehen, ob die Tüte evtl. schon wieder leergefressen war. Dieser Maus traute ich ja inzwischen alles zu! Nach der Falle im Außenstaufach mochte ich schon gar nicht mehr schauen. Enttäuschtes Smiley Ja, ich weiß, dass Mäuse nachtaktiv sind und hoffte einfach, dass sie irgendwo in den Tiefen von Oscarlotta schläft. Wer schläft, kann nichts zernagen! Aber auch gegen Abend blieb alles so, als ob es gar keine Maus mehr gibt. Wäre das schön!!! Ich gehe nämlich langsam auf dem Zahnfleisch, rechne bei jeder Schublade oder Schranktür, die ich öffne, damit, dass mich eine Maus anstrahlt. Suche überall als erstes nach Kötteln. Und mein Schlafdefizit ist inzwischen auch erheblich. Nicht zu vergessen die Sorgen, die ich mir mache, was diese Maus/Mäuse alles beschädigen könnten oder vielleicht schon haben. Und sie müssen dringendst raus, bevor sie untereinander anfangen, sich zu vermehren. Schon nach 6 Wochen! Man stelle sich das mal vor. Drei Wochen sind sie lebensuntüchtige Babies, die gesäugt werden und weitere drei Wochen später sind sie geschlechtsreif!

Meine Stimmung verschlechterte sich mit jedem erfolglosen Kontrollgang. Inzwischen war es kurz vor 21 Uhr. Bei der letzten Sichtung war ich mehr denn je überzeugt davon, dass die Tüte längst leergefressen war. Um 22 Uhr würde ich alles reinholen und für die Nacht wieder hier aufbauen.

UND PLÖTZLICH KNALLTE ES!!!

Wenn ich nicht ruhig in meinem Sessel gesessen und gehäkelt hätte, wäre es mir womöglich sogar entgangen. Ich stellte die Falle nämlich seit kurzem auf eine Pappunterlage, damit weder Flocken noch Köttel in meine Stauboxen fallen.

Ich stürzte nicht sofort los. Es gab nämlich zunächst keine weiteren Geräusche. Das bedeutete entweder, die Maus ist noch entwischt oder sie hat es nicht überlebt. Beides bedurfte keiner Eile. Ich war mir auch nicht ganz sicher, was mir lieber gewesen wäre. Nach ca. 5 Minuten ging dann plötzlich das Gerappel los, was ich von der ersten gefangenen Maus schon kannte. Wahrscheinlich hat das Mäuschen erstmal in aller Ruhe gefressen. Smiley Jetzt wurde ich aktiv! Zog mir feste Schuhe an, eine warme Jacke, die Regenjacke drüber, nahm eine große Plastiktüte mit, das iPhone und eine Taschenlampe. Die Maus randalierte! Und als ich die Staufachklappe öffnete und Licht machte, drehte sie fast durch vor lauter Angst. Ich hatte eine riesige Maus erwartet, es war aber wieder nur ein Mäuschen. Nicht so klein wie die „Drillinge“, vermutlich Maus-Normalgröße, aber ob das nun die war, die sich letzte Nacht aus der Waschmittelbox befreien konnte??? Aber erst einmal egal, ich hatte Maus Nummer 6 gefangen! Unser beider Adrenalinspiegel stieg noch etwas an, bis die Falle samt Maus in der Plastiktüte war und dann machten wir einen kleinen Abendspaziergang in Regen und Sturm. Diese Maus wollte ich nicht einfach neben Oscarlotta freilassen, die war mir zu clever und ich war ja auch noch nicht im Nachthemd. Zwinkerndes Smiley

Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?Nr.6 = Mäuse-Mama?

Wir liefen, d. h., ich lief bis zur Hauptstraße, überquerten sie und dann ging es noch ein ganzes Stück eine Siedlungsstraße entlang. An einem Brachgelände machte ich ein Abschiedsfoto und öffnete die Klappe ein kleines Stück. Wie der Blitz war die Maus draußen! Und lief zum Glück weiter nach vorne. Blieb immer wieder kurz stehen, um dann weiterzulaufen. Ich glaube, sie war etwas orientierungslos. Entweder sie ist auch in Oscarlotta geboren worden und war noch nie woanders oder sie fand es einfach nur unangenehm kalt im Gegensatz zu ihrem bisherigen warmen Zuhause. Ich machte schleunigst kehrt und ging schnellen Schrittes zurück, nicht ohne mich ab und zu umzudrehen und zu vergewissern, dass sie nicht hinter mir her läuft. Zwinkerndes Smiley

Und tschüss, pass auf dich auf!!!

Ich bin erleichtert, aber ich bin noch nicht unbeschwert. Traue dem Frieden noch nicht. Ich werde auch heute Nacht wieder alles aufbauen, die neue Konstruktion und auch die Falle, diesmal alles im Wohnraum. Ganz ruhig werde ich sicher auch diese Nacht noch nicht schlafen! Ich habe einfach schon zu oft gedacht, dass das jetzt die letzte Maus war… Ach, was wäre das schön, wenn es diesmal so wäre!!! Verliebt

Wenn ich mir auf den Fotos die Füße anschaue, dann denke ich, dass es eine absolut erwachsene Maus ist. Vielleicht doch die Mäuse-Mama? Und jetzt, wo klar ist, dass eben doch ein Wurf Junge in Oscarlotta geboren worden sind, verstehe ich auch dieses Zerfetzen von Papier und Servietten zu kleinsten Fitzelchen. Wahrscheinlich sollten das Nester werden!?

Nestbau???Nestbau???

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kein Erfolgserlebnis :-(

 

Als ich ins Bett ging, fing es an zu stürmen und heftig zu regnen. Mist! Ich würde so nicht hören, wenn eine Maus in der Tüte ist. Sie würde ein weiteres Loch nagen (das erste hatte ich überklebt) und verschwinden. Ich konnte nicht einschlafen, wegen des Regens und wegen meiner Gedanken. Ich musste für eine Verstärkung sorgen. Eine zweite Tüte darüberziehen? Dann würde das Durchnagen schon einmal etwas länger dauern. Besser wäre, die Tüte in einem Eimer zu deponieren. Mein Eimer ist in der Heckgarage. Anziehen und in Regen und Sturm bei Eiseskälte raus, nur um einen Eimer zu holen? Wo es so schön kuschelig warm in meinem Bett ist? Aber es half ja nichts, ich musste etwas tun. Mir fiel die Waschmittelbox ein, in der ich Bastelmaterial lagere. Die stand hinter dem Beifahrersitz. Ich schichtete den Inhalt um in eine andere Plastiktüte. Sollte ich nun die Box nach innen oder nach außen tun? Ich entschied mich für ersteres. Die Tüte passte so gerade darüber und stand noch so weit über, dass ich sie wieder auf der Arbeitsfläche der Küche festkleben konnte. Den Deckel beschwerte ich mit dem Müslibehälter, als kleinen Anreiz für die Maus. Zwinkerndes Smiley

neue Konstruktion

Die Box ist innen mindestens so glatt wie die Tüte und die Wände sind starr, sodass es noch unmöglicher sein würde, da wieder raus zu kommen. Und ein Loch rein nagen geht gar nicht. Wobei ich gestern entdeckt habe, dass die Maus/Mäuse alles daran setzen, den Vorratsbehälter mit dem Grieß zu knacken. Ich wunderte mich über die feinen weißen Krümel im Außenstaufach und bei genauerem Hinsehen fand ich dies:

Vorratsbehälter, angenagt

Ich füllte die Box mit den Müsliflocken aus der Tüte und ging zurück ins Bett. Und schlief ziemlich sofort ein. Smiley

Maus kann kommen!

Irgendwann wurde ich wach! Die Uhr zeigte 7:20! Ich hörte nichts. Trotzdem stand ich auf, nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Box hinein. Kein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Aber auch keine Müsliflocken waren zu sehen. Die Box war leergefressen!!! So eine verfluchte Sch…!!! Wie war diese verflixte Maus da wieder rausgekommen?!?! Die Box ist 25cm hoch. Das kann nur eine große Maus schaffen. Also das Muttertier??? Dann ist sie nicht nur groß, sondern auch verdammt clever, zielsicher, risikofreudig, hartnäckig und kämpferisch. Und hungrig. Das wird wohl der einzige Vorteil für mich sein, nur darüber kann ich sie kriegen, wenn überhaupt. Verwirrtes Smiley

LEER(GEFRESSEN)!!!

Eine neue Strategie musste her! Die Höhe musste vergrößert werden ohne dass die Sicherheit verloren geht. Ich tüftelte eine Weile und so sieht die Konstruktion jetzt aus, die tagsüber wieder in der Heckgarage bleibt. Jede Stunde schaue ich nach! Ich hoffe, dass die Maus es aus der Tüte heraus nicht schafft. Wenn sie wieder ein Loch hinein nagt, landet sie in der Box. Das ist dann noch ein Stück tiefer. Aber aus der Box heraus kommen kann sie ja, wie ich weiß. Allerdings hängt die Plastiktüte ein Stück da rein. Es wird also reine Glücksache sein, dass ich den richtigen Zeitpunkt erwische. Vielleicht sollte ich mich in die Heckgarage setzen??? Enttäuschtes Smiley

neueste Konstruktion

written by Ingrid
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Etwas kürzerer Beitrag mit Fotos :-)

 
 
Das Mäuseproblem fing an, mir unter den Nägeln zu brennen! Mit jeder Nacht, mit jedem Tag, mit jeder Stunde, die verging, ohne dass ich die Maus/Mäuse fing, gab ich ihnen Gelegenheit, nicht kontrollier- und absehbare Schäden an Oscarlotta zu verrichten. Es musste dringendst etwas geschehen, das erfolgversprechender war als die Falle. Töten wollte ich die Tiere allerdings immer noch nicht, aus ethischen Gründen und weil ich Tiere im Allgemeinen und Mäuse im Besonderen mag. Smiley Das wird sicher nicht jeder unter unseren Lesern verstehen, aber das ist ja auch nicht nötig! Mir kam eine Idee! Uschi hatte mir erzählt, dass sie, als ich oben außerhalb des Campingplatzes gestanden hatte, aus Versehen einer Maus zum Ableben verholfen hatte. In unserem Blech-Gartenhäuschen sind immer mal wieder Mäuse, vor allem wenn wir im Frühjahr auf die Schwäbische Alb zurückkommen, finden wir Spuren von ihnen. Gerne zernagen sie alles, was aus Stoff ist, Arbeitskleidung oder Gartenhandschuhe. Jedes Mal, wenn diesen Sommer und Herbst jemand von uns das Häuschen betrat, huschte hörbar eine Maus davon. Das störte uns aber nicht weiter, denn dieses Häuschen mäusesicher zu machen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir ließen einfach nichts über den Winter liegen, was uns wichtig war.
Von unserer Spanien-Tour hatten wir eine besonders schöne und stabile Plastik-Einkaufstasche mitgebracht. Die war ein wenig feucht geworden und Uschi hängte sie im Häuschen zum Trocknen an einen Haken. Nach zwei Tagen nahm sie sie ab um sie zusammenzulegen und zu verstauen und wunderte sich, dass sie relativ schwer war. Ein prüfender Blick hinein erbrachte eine tote Maus! Die Tasche wird wohl nach Lebensmitteln gerochen haben, die Maus kam rein, aber nicht wieder raus. Was ich allerdings nicht verstehe, jetzt wo ich weiß, was für Nagekünstler Mäuse sind, ist, dass sie lieber gestorben ist als sich freizunagen! Wie dem auch sei, mir fiel in meiner aussichtslosen Situation diese Begebenheit ein. Ich suchte mir eine kräftige Plastiktüte aus meinem Fundus aus, bestückte sie mit etwas Müslimischung und klebte eine der oberen Seiten mit einem Stück Klebeband auf der Küchenanrichte fest. Es müsste eigentlich unmöglich für eine Maus sein, da wieder herauszukommen. Die Frage war nur, ob sie überhaupt den freien Fall in die Tüte wagen würde. Aber sicher sind Mäuse, so intelligent sie auch sein mögen, nicht in der Lage, eine solche Situation auf ihre Gefährlichkeit hin abschätzen zu können. Ich musste es auf jeden Fall versuchen! Und ich hoffte, dass ich wach werden würde, bevor eine Maus sich doch befreien könnte.

alternative Mausefalle

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 1:40! In der Tüte raschelte es. Mein Herz schlug etwas schneller. Ich nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Tüte hinein. Ein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Es blieb einfach sitzen, so als wollte es sagen, dumm gelaufen, ich komm hier nicht mehr raus, aber du tust mir ja nichts, oder? Als ich die Tüte samt Klebestreifen von der Küchenarbeitsplatte abzog und zur Tür transportierte, rannte sie in der Tüte aufgeregt ein wenig hin und her. Im Nachthemd öffnete ich die Tür und ließ die Maus samt der nicht gefressenen Müsliflocken aus der Tüte in die Freiheit rutschen. Das konnte ich ja jetzt tun, da alle Lochzugänge zu Oscarlotta verschlossen waren. Okay, den einen hatte ich wieder aufgeschnitten, aber der führt nur in einen geschlossenen Kasten, von dem aus keine Verbindung zum Inneren von Oscarlotta besteht. Ich füllte die Tüte neu, klebte sie wieder fest und ging zurück ins Bett.

KEIN FOTO VON MAUS NR. 1

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 4:10! In der Tüte raschelte es. Ich nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Tüte hinein. Ein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Es blieb einfach sitzen, so als wollte es sagen, dumm gelaufen, ich komm hier nicht mehr raus, aber du tust mir ja nichts, oder? Als ich die Tüte samt Klebestreifen von der Küchenarbeitsplatte abzog und zur Tür transportierte, blieb sie in der Tüte ganz ruhig sitzen. Im Nachthemd öffnete ich die Tür und ließ diese zweite Maus samt der nicht gefressenen Müsliflocken aus der Tüte in die Freiheit rutschen. Ich füllte die Tüte neu, klebte sie wieder fest und ging zurück ins Bett.

Maus Nr. 2

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 7:45! In der Tüte raschelte es. Ich nahm die Taschenlampe, näherte mich vorsichtig und leuchtete in die Tüte hinein. Ein niedliches kleines Mäuschen schaute mich an! Es blieb einfach sitzen, so als wollte es sagen, dumm gelaufen, ich komm hier nicht mehr raus, aber du tust mir ja nichts, oder? Als ich die Tüte samt Klebestreifen von der Küchenarbeitsplatte abzog und zur Tür transportierte, rannte und sprang es in der Tüte herum wie von der Tarantel gestochen. Fast wäre es herausgehüpft! Interessant, dass es auch bei Mäusen so unterschiedliche Wesensarten oder Charaktere gibt! Zwinkerndes Smiley Im Nachthemd öffnete ich die Tür und ließ diese dritte Maus samt der nicht gefressenen Müsliflocken aus der Tüte in die Freiheit rutschen. Zum Glück war noch keiner meiner Nachbarn zu dieser frühen Stunde unterwegs, der sich hätte wundern können über eine Frau im Nachthemd, die eine Plastiktüte ausschüttelt. Smiley mit geöffnetem Mund Ich füllte die Tüte neu, klebte sie wieder fest und ging zurück ins Bett.

KEIN FOTO VON MAUS NR. 3

Ich wurde wach! Die Uhr zeigte 11:45! In der Tüte raschelte es nicht. Ich brauchte keine Taschenlampe mehr, um zu sehen, dass in der Tüte nur Müslimischung war, keine Maus.

War es das jetzt? 5 Mäuse? Die letzten drei waren eindeutig noch sehr klein. Also hatte doch eine Mäusin bei mir in Oscarlotta ihre Jungen zur Welt gebracht? Zwischen der ersten (die mir an der Wand entlang laufend so groß vorgekommen war = vielleicht trächtig?) und der zweiten Maus lagen 6 Wochen. Das reicht, um zu gebären und die Jungen großzuziehen. Natürlich habe ich mich inzwischen etwas schlau gemacht. Die Tragezeit beträgt bei Mäusen drei Wochen und ebenfalls drei Wochen werden sie gesäugt. Das würde also passen! Die zweite Maus, die sich in der Falle stranguliert bzw. guillotiniert hat, habe ich mir nicht so genau angeschaut, aber sie war auch eher klein. Eine Maus kann im Jahr bis zu achtmal 3 bis 8 Junge werfen und die werden mit sechs Wochen geschlechtsreif. Habe ich nun die Muttermaus auch gefangen oder gibt es sie noch??? Sie kann nicht die erste gefangene Maus gewesen sein, denn wenn sie da ihre Kinder schon geboren gehabt hätte, hätten die nicht überlebt. War die erste Maus vielleicht der Mäusepapa? Es ist ganz unmöglich, dass diese winzigen Mäuschen, die ich letzte Nacht gefangen habe, Walnüsse über größere Distanzen transportieren können! Aber Mama und Papa hätten das wohl geschafft. Ich muss mal eben raus, im Außenstaufach nach der Falle schauen (sie steht da nach dem Motto: doppelt hält besser) und die Tüte, die den Tag über in der Heckgarage gehangen hat, für die Nacht wieder hereinholen.

Ich bin wieder da. Die Falle ist leergefressen! Die Tüte ist nicht leergefressen, hat aber ein Loch!!! Erstauntes Smiley

erfolgreicher Befreiungsversuch

Erwähnte ich schon, dass ich während meiner Steinhauszeit in meiner Dachgeschosswohnung (!) zwei Mäuseserien hatte mit jeweils weit über 100 Mäusen??? Erstauntes Smiley Erstauntes Smiley Erstauntes Smiley

ES BLEIBT SPANNEND!!!

(Ich höre sie übrigens gerade, sie ist/sind schon ganz in der Nähe!)

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ein langer Beitrag ohne Fotos :-(

 
 
Die zweite Maus hatte dieselben Angewohnheiten wie die erste. Sie schlief auf den Putzlappen in der Heckgarage, sie lief durch die Besteckschublade, sie zernagte die Kartonverpackung der Brühwürfel. Und sie fraß die Falle leer, ohne dass diese zuklappte!!! Konnte es sein, dass die ausgesetzte Maus den Weg zurück gefunden hatte??? Katzen können das ja, über hunderte von Kilometern. Aber Mäuse? Auf dem Rückweg durch Lauterburg hätte es doch …zig erfolg- und futterversprechende neue Behausungen gegeben. Also hatte doch eine zweite Maus den Weg in Oscarlotta gefunden? Weil sie gerochen hatte, dass schon eine Artverwandte da drin (gewesen) war? Ich stellte die Falle gefüllt in das Außenstaufach. Drei Nächte hintereinander wurde sie leergefressen. Ich sah ein, dass es so nicht funktioniert und stellte die Falle in die Heckgarage neben den Mäuseschlafplatz. Das fand die Maus offenbar besonders „kundenfreundlich“ und fraß sie schon am frühen Abend leer. Jetzt nahm ich die Falle mit in den Wohnraum und ließ sie über Nacht vor der Couch stehen, direkt neben den Öffnungen zum Vorratsstaufach. Um 1:15 Uhr, ich war gerade erst ins Bett gegangen, knallte die Falle zu!!! Mein Herz raste! Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, stand ich auf, denn es waren keine rappelnden Geräusche zu hören. War es der Maus gelungen, die Falle rechtzeitig zu verlassen? Dann musste sie neu gefüllt und wieder aktiviert werden. Bei eingeschaltetem Deckenlicht war klar, nein, es war der Maus nicht gelungen. Die herunterfallende Klappe hatte sie beim Herauslaufen direkt hinter dem Kopf erwischt! Also ist auch eine Lebendfalle kein Garant für (unbeschädigtes) Leben. Zum Glück war kein Blut zu sehen, aber auch so fand ich die Situation schon schrecklich genug!!! Einen Moment lang war ich nur geschockt, angeekelt und hilflos. Dann sagte ich mir, dass ich da jetzt durch muss, atmete tief ein, gab mir einen Ruck und packte die Falle mit spitzen Fingern an, sah nicht so genau hin und brachte sie nach draußen. Nein, diese Maus habe ich nirgendwo mehr hingefahren. Enttäuschtes Smiley

Obwohl der Erfolg nicht so war, wie ich es mir gewünscht hatte, war ich froh, dass ich die (letzte?) Maus noch gefangen hatte, denn am nächsten Tag hatte ich den Werkstatttermin bei IVECO. Beim Abschiedskaffeetrinken bei Maiers kam die Frage auf, wieviele Junge eine Maus eigentlich kriegt? NEIN!!! Sollte etwa nicht eine zweite Maus den Weg nach innen gefunden haben, sondern sie war schon die ganze Zeit da? Und mit ihr noch ein paar Geschwister??? Und war die erste Maus, als sie an der Wand entlang lief, mir deswegen so viel größer vorgekommen, weil es die Muttermaus war und ich bisher nur zwei ihrer Kinder gefangen hatte? Wie oft vermehren sich Mäuse??? Aber ich hatte die Falle ja wieder aufgestellt und sie war nicht mehr leergefressen worden. Ich versuchte, die Gedanken zu verdrängen und hatte auch erstmal anderes zu tun. Zuerst fuhr ich zum Bauhaus, eine Flasche Gas tauschen, dann zum Reifenhändler, die Radmuttern nachziehen lassen und dann zur Firma Wellkawee, die bei LKWs, Bussen, Militärfahrzeugen etc. Wartungen und Reparaturen macht. Oscarlotta hat den kleinsten IVECO-LKW-Motor. Die Hupe hupte nicht mehr und der Meister wollte nachschauen, ob für den nächsten Tag eine neue bestellt werden müsste. Er fummelte ein wenig im Motorraum herum und siehe da, es hupte! Oscarlotta wurde ein Plätzchen freigeräumt, neben der Böschung zur obenverlaufenden B19, nicht ganz ruhig, aber machbar, die Werkstatttore wurden geschlossen und ich ging um 22 Uhr ins Bett.

Um 7:30 (!!!) Uhr sollte es losgehen! Enttäuschtes Smiley Zwei Minuten vorher waren Oscarlotta und ich einsatzbereit, um fünf nach halb kam ein Mensch mit Plastikfolien zum Schutz des Teppichbodens auf uns zu. Es ging zuerst auf den Bremsenprüfstand und zur Abgasuntersuchung. Das Diagnosegerät bei Oscarlotta anzuschließen ist jedesmal ein Akt. Der große und stämmige Werkstattmensch gab nach verzweifelten Versuchen, sich in den Fußraum vor dem Fahrersitz zu zwängen, auf und so musste der Meister selbst ran. Der war klein und schmächtig, was manchmal ein Vorteil ist. Aber auch er stöhnte und es dauerte, bis er eine geeignete Position gefunden hatte. Es geht nämlich nur der Länge nach halb auf dem Rücken liegend, die Beine abgewinkelt im Gang. Und Oscarlotta hat nun einmal keine Fahrertür.

Die AU war erfolgreich. Schlimm ist immer der Bremsenprüfstand. Besonders schlimm, wenn man, wie ich in diesem Fall, mit im Fahrzeug ist. Da aber alle Gewürzdosen an ihrem Platz blieben und keine Schranktür aufflog, wusste ich, dass alles gut gesichert ist. Es hört sich nur immer so schlimm an, wenn alles scheppert und klappert und man das Gefühl hat, dass das Fahrgestell gleich durchbricht. Enttäuschtes Smiley

Anschließend fuhr ich Oscarlotta in die Werkstatthalle über die Grube. Ein netter junger Mechaniker hörte sich meine Mäusegeschichte an, wurde vom Meister über alle abzuarbeitenden Vorgänge instruiert, ich kletterte mit die etwas deformierte Treppe hinunter und wir suchten zu dritt mit Hilfe einer starken Taschenlampe den gesamten Unterboden ab. Ein erstes Loch (Rohr) fand sich auf der Hälfte des Fahrgestells auf der Beifahrerseite, kurz hinter der Trittstufe. Direkt neben der Schürze, umgeben von Kabeln und Rohren, perfekte Einstiegshilfen. Wo geht dieses Rohr hin? Links vom Einstieg steht der Kühlschrank, es könnte also ein Entlüftungsrohr sein? Unter dem Kühlschrank ist die Schublade, in der die erste Maus so gewütet hatte. Klingt zwar logisch, aber wo kann die Maus aus dem Rohr raus? Auf der gegenüberliegenden Seite ein zweites Loch, 10-15cm im Durchmesser. Keine Einstiegshilfen rundherum, hier konnte keine Maus reinkommen, es sei denn, sie hätte eine Leiter dabei. Machen wir trotzdem zu, sagte der Mechaniker. Wie? Machen wir ein Lochblech drüber bzw. drunter. Sonst fanden wir nichts. Können sie über den Motorraum rein? Der Meister meinte, nein – unmöglich, da ist alles zu. Da laufen zwar Kabelstränge, aber die sind spritzwassergeschützt abgedichtet. Da kommt keine Maus durch. Wissen das die Mäuse??? Enttäuschtes Smiley

Ich ließ die Männer arbeiten und ging in die Stadt. Der Weg war weit und ich wollte eigentlich mit dem Bus fahren. Der fuhr aber zwischen 9 und 11 Uhr nicht. Also laufen! Ich war noch nie um 10 Uhr morgens in Aalen unterwegs. Es war Wochenmarkt und es war voll! In meinem Bäckereicafé, wo ich frühstücken wollte, war kein Platz mehr zu bekommen. Also ging ich erst einmal in den Buchladen, trank dort einen Latte Macciato und nutzte das hauseigene WLAN. Ich wollte Karten für meine Navigations-App herunterladen, hatte extra eine 32GB-Speicherkarte gekauft. Der Verkäufer hatte gemeint, ich wolle die aber nicht in mein iPhone einlegen??? Irgendwie trauen die jungen Leute älteren Menschen, insbesondere Frauen, kein technisches Verständnis zu. Vermutlich aber zu Recht. Zwinkerndes Smiley Nein, ich möchte Uschis ausrangiertes Android-Smartphone als Navigationsgerät nutzen. Die Speicherkarte wurde erkannt, es konnte aber nicht darauf zugegriffen werden, warum auch immer! Ein bug in dieser Android-Version, hieß es, Google machte mir aber keinen Lösungsvorschlag außer rooten. Na klasse! Ich hatte ein kostenloses WLAN, ich hatte jede Menge Zeit, einen Kaffee und es war warm. Und ich konnte nicht auf die SD-Karte zugreifen. Rundherum fröhliche Menschen, die sich am Markttag auf einen Plausch und ein Käffchen treffen. Und ich sitze da und bin frustriert. Und müde! Müdes Smiley

Gehe ich halt zu Mittag essen, direkt nebenan in einem Bistro-Restaurant. Es gab noch genau einen kleinen freien Tisch! Und es gab ein vegetarisches Mittagsgericht, Reis mit Gemüse in Currysoße. In der Grundversion schon €9,90, aufgestockt werden konnte es mit Fleisch oder Scampi. Ich bestellte es ohne alles. Es war lecker, aber völlig überteuert für die Menge! Eine Tasse Basmati-Reis, ein paar Möhrenscheibchen, etwas Paprika, zwei Brokkoliröschen, drübergestreut viel Rucola, damit alles nach viel aussieht. Materialwert? Nicht der Rede wert! Ich empfand es als Unverschämtheit. Oder war ich nur zu empfindlich, zu kritisch, zu unleidlich? Aber fast 10 Euro für wenig Reis, wenig Gemüse, wenig Soße? Auf jeden Fall eine gute Gewinnspanne. Enttäuschtes Smiley

Ich machte mich so langsam auf den Rückweg. Am Busbahnhof gelang es mir nicht, die richtige Buslinie zu erfahren. Der Busfahrer kannte nur das Industriegebiet, aber keine Industriestraße. Google Maps konnte mir auch keine Auskunft geben. Und da ich die Faxen jetzt sowieso schon dicke hatte, lief ich auch den Rückweg zu Fuß. Hatte den Vorteil, dass ich bei ATU vorbeikam und mir noch ein Döschen Bremsenreiniger kaufen könnte. Den brauche ich zum Durchspülen meiner neuen Gasfilter. Es gab aber bloß riesige Sprayflaschen, weil man ja immer beide Bremsscheiben reinigen müsse. Das will ich aber doch gar nicht! Enttäuschtes Smiley Als ich wieder bei Wellkawee ankam, war es 14 Uhr und meine Füße waren platt. Ich setzte mich in den Aufenthaltsbereich, irgendwann fuhr Oscarlotta aus der Halle und nach einiger Zeit fuhr sie wieder rein. Um 15 Uhr bekam ich alle Unterlagen ausgehändigt und der junge Mechaniker sagte, er habe im hinteren Bereich von Oscarlotta noch ein drittes Loch gefunden und alle drei mit Gitterblechen verschlossen. Da käme jetzt keine Maus mehr rein! Leider konnte ich nicht mehr nach unten, um zu schauen, wo das dritte Loch, was wir ja vorher nicht gesehen hatten, ist, weil Oscarlotta schon draußen stand. Alle Arbeiten seien erledigt, es habe keine Beanstandungen gegeben, die Rechnung würde mir zugeschickt (der Chef wolle immer drüberschauen, sei heute aber nicht im Hause), ich könne fahren. Dem jungen Mann musste ich ein Trinkgeld regelrecht aufzwingen!

Schon bei den ersten Metern ein helles Piepen, das vorher nicht da gewesen war. Es war nicht besonders laut, aber vernehmbar. Nach 200 Metern fing es an zu klappern oder besser, metallisch zu scheppern. Enttäuschtes Smiley Ich dachte, dass ich gerade an irgendeiner Firma vorbeifahre, ich war ja noch im Industriegebiet. Das Scheppern hörte aber nicht auf. Außerdem war der Monitor der Rückfahrkamera in Dauerbetrieb und das Autoradio wurde mit der Schaltung zusammen eingeschaltet. Das Radio ist schon ewig nicht mehr in Ordnung, lässt sich manuell nicht mehr ausschalten, geht aber nach einer Stunde automatisch aus. Im Fahrbetrieb allerdings nicht. Am nächsten Kreisverkehr drehte ich um und fuhr zur Firma zurück. Der Meister war ratlos, er habe doch eine Probefahrt gemacht! Und an der Rückfahrkamera bzw. am Monitor sei doch gar nichts gemacht worden. Und am Radio auch nicht!!! Er verschwand im Motorraum und stellte fest, dass der Keilriemen (?) der Fahrerhausklimaanlage nur noch ganz dünn sei oder schon abgerutscht sei oder auch nicht, ich habe es nicht so genau verstanden, was er mir alles erzählt hat. Die Klimaanlage stand auf der Mängelliste, sie hatte nicht mehr funktioniert. Enttäuschtes Smiley Eventuell habe meine (kurze) Fahrt jetzt auch den ??? beschädigt, dann müsse der noch ausgetauscht werden (Kondensator?). Ich konnte nicht mehr zuhören. Und fuhr Oscarlotta wieder in die Halle. Dort stand schon ein Bus und ich konnte nicht weit genug vorfahren, dass die Treppe nach unten zugänglich gewesen wäre. Der Mechaniker turnte immer über einen Werkzeugwagen nach unten. Ich konnte also wieder nicht nach dem dritten Loch schauen. Es dauerte! Offenbar war aber nichts weiter kaputt. Es wurde ein neuer Keilriemen aufgezogen, aber dafür dauerte es verdammt lange. Ich bestand darauf, dass das Problem mit dem Monitor und dem Radio noch gelöst wurde. Schließlich war beides vorher nicht so gewesen und nach einem Werkstattbesuch sollte ja eigentlich alles besser und nicht schlechter sein. Wenn es Frauen unter unseren Lesern gibt, die allein mit ihrem Fahrzeug in die Werkstatt fahren, dann wissen sie sicher, wie Werkstattmänner Frauen anschauen, wenn die eine Beanstandung äußern. Enttäuschtes Smiley Man habe doch gar nichts daran gemacht, hörte ich wieder. Aber es war vorher nicht so, entgegnete ich wieder. Das Monitorproblem wurde durch etwas Hin- und Herklicken gelöst. Für das Radio musste die Bedienungsanleitung herhalten. Die sagte, dass das Gerät bei eingeschalteter Zündung ausgeschaltet werden müsse, damit es sich danach nicht automatisch wieder einschaltet. Es lässt sich aber doch nicht mehr ausschalten! Der Meister persönlich gab alles! Ohne Erfolg. Gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit? Es muss doch auch irgendetwas den neuen Zustand bewirkt haben! Meine Fragen stießen auf taube Ohren. Wenn Frauen unter unseren Lesern sind, die… (siehe oben). Enttäuschtes Smiley Um 16:30 Uhr bestand ich darauf, dass dieses Problem NICHT mehr zu lösen versucht werden sollte, ich würde das Radio eben leise stellen, wenn ich es nicht hören will und beim Ausschalten der Zündung würde es ja automatisch ausgehen. Der Meister drückte noch ein letztes Mal und das Radio ging aus!!! „Der Meister hat’s geschafft!“ jubelte der junge Mechaniker. Ich jubelte nicht, ich war nur noch genervt. Dann endlich wurde ich auf Probefahrt geschickt. Ob ich das allein machen könne oder solle der Meister mitfahren? Konnte ich allein. Und es hörte sich alles gut an, so wie gewohnt. Wenn alles in Ordnung sei, bräuchte ich nicht mehr in die Halle zu fahren, er könne dann so nachschauen, hatte es geheißen. Was der Meister im Motorraum sah, schien ihn zufriedenzustellen und um fast 17 Uhr konnte ich ENDLICH fahren!

Schon die Zufahrt zur B7 war zu. Auf der Autobahn lief es dann, da aber viel Verkehr war, blieb ich zwischen den LKWs. Ich war so müde! Und hungrig. In Feuchtwangen beschloss ich, Schluss zu machen. Die App „park4night“ listete einen kostenfreien Stellplatz mit 6 Plätzen auf, von Google Maps ließ ich mich direkt aus der App heraus hinführen. Ein wirklich gut angelegter Platz mit parzellierten, durch Büsche abgetrennten, geschotterten Stellflächen. Ein Strom-Münzautomat, 6 Steckdosen, eine VE-Station. Zwar direkt an der verkehrsreichen Durchgangsstraße gelegen, aber das war ich von der vorherigen Nacht ja schon gewöhnt. Ganz in der Nähe sämtliche Einkaufsläden, die man sich vorstellen kann. Für Oscarlotta war zwar nur einer der Plätze anfahrbar, aber da sonst niemand da war, war das kein Problem. Als ich das kleine Staufach öffnete und dort das Schiebeteil, um mein Stromkabel durchzuführen, erblickte ich ein hübsches silbernes Gitterblech! Ich Depp!!! Trauriges Smiley Warum war mir nicht eingefallen, dass das große runde Loch die Durchführung war??? Ich ließ Strom Strom sein, die Batterien waren noch voll genug und machte es mir gemütlich. Um 21:30 Uhr ging ich ins Bett. Wer mich kennt, weiß, was das heißt!

Am nächsten Tag knipste ich mit meiner Bastelzange die zum Glück dünnen Drähte durch, bog das Gewirr provisorisch nach unten um und fuhr bis Bad Windsheim. Die Schublade unter dem Kühlschrank, die der Mechaniker halb ausgeräumt hatte, um zu schauen, wo dahinter das Rohr sitzt, hatte ich schon am Abend wieder ordentlich eingeräumt. Als ich sie jetzt öffnete, um ein Tischset herauszunehmen, sah ich Mauseköttel!!! Enttäuschtes Smiley Also gibt es auf jeden Fall noch mindestens eine dritte Maus!!! Die Falle wurde gefüllt, in die Heckgarage gestellt und war heute Morgen leergefressen und offen. Ich habe übrigens nicht gut geschlafen heute Nacht, langsam mache ich mir echt Sorgen, was die Maus/Mäuse alles annagen könnten. Oder wo sie überall hinpinkeln. Sogar geträumt habe ich davon, da liefen mir Ströme von Wasser entgegen. Vor meiner Abfahrt habe ich eine Einkaufstasche, die immer in Flitzi liegt, zusammengefaltet in die Heckgarage geräumt. Heute sehe ich, dass sie innen (!) angenagt ist. Und auf dem Wohnzimmertisch lagen Mauseköttel!

Ich finde es nicht mehr lustig, ÜBERHAUPT NICHT!!! Enttäuschtes Smiley Trauriges Smiley Enttäuschtes Smiley

written by Ingrid

Ein Untermieter auf Zeit

 
 
Als ich bei unserer Rückkehr Oscarlotta offensichtlich unversehrt stehen sah, fiel mir ein Stein vom Herzen. Kein Partyzelt diesmal, das über sie hinweggeflogen war und sie beschädigt hatte. Ein banges Gefühl ist es dann noch, die Aufbautür zu öffnen und einen ersten Blick in das Innere zu werfen. Alles in Ordnung??? Ja, es sah so aus. Eine meiner ersten Handlungen war dann, den kleinen Abfalleimer in der Küche mit einem neuen Beutel zu versehen. Ich zog die Schublade unter dem Kühlschrank auf. Kennt ihr den Moment, wo eure Augen etwas sehen und der Verstand es nicht sofort verarbeiten kann? In der Schublade lag alles durcheinander! Das hatte ich doch so nicht hinterlassen!?!? Als mein Verstand sich zuschaltete, war sofort klar, das war eine Maus gewesen!!! Erstauntes Smiley Ich fand zerfetzte Plastiktüten, ein angeknabbertes Tischset aus Plastikmaterial und einen Wust von zu kleinsten Fitzelchen zerlegten Papierservietten. Und Mäuseköttel. Na prima! 10 Jahre lang war bisher alles gut gegangen, Oscarlotta hatte bereits 2013, als wir das erste Mal in USA/Kanada waren, für drei Monate abgestellt gestanden, ein weiteres Mal für zwei Monate, als wir unsere Erprobungsfahrt mit Fix und Boxi nach Dänemark machten, dann letztes Jahr bei Luise an der Oste, als wir ein halbes Jahr in Übersee waren und jetzt während unserer Frankreich/Spanien-Sommerreise. Diesmal hatte es uns also erwischt! Ich ahnte zum Glück noch nicht, in welchem Ausmaß. Aber dass es nicht die Schublade allein war, wurde klar, als ich im Außenstaufach (unter der Couch) eine neue Kartusche für den Wasserfilter holen wollte, der wieder in Betrieb genommen werden musste. Es fielen mir unzählige einzelne Teebeutel entgegen! Die verschlossenen, teilweise mit Cellophan ummantelten, Teepackungen in einem Plastikbehälter gestapelt waren teils ganz geöffnet, teils nur angeknabbert. Ein Teebeuteltütchen nach dem anderen war aus den angenagten und geöffneten Packungen herausgeholt und vor der Klappe des Vorratsfaches abgelegt worden, nach dem Motto: „Schmeckt mir nicht, schmeckt mir auch nicht, iiiihhh!“ Geschmeckt hatten aber offensichtlich sämtliche nicht in Plastikdosen befindliche Getreidekörner und auch meine Lieblingskekse, die noch gut verschlossen gewesen waren. Überall dazwischen Mäuseköttel. Ein großer Müllsack kam zum Einsatz!

Teeliebhaber :-)Körnerfresseralles leer!!!

Jetzt war klar, dass das vermutlich nicht alles gewesen war und ich ging auf die Suche. Schon der erste Schrank, den ich öffnete, war ein Volltreffer! Klar, bewahre ich im Oberschrank über der Küche nicht nur meine Kaffeekapseln auf, sondern auch die dazugehörigen Kekse. Nicht alle in verschließbaren Dosen. Aber der Maus kann es nicht nur um das Fressen gegangen sein, sondern sie wollte offenbar auch noch Spaß haben. Oder ihre Zähne wetzen. Ich habe keine Ahnung, wie Mäuse ticken. Auf jeden Fall hat sie die Kaffeepackung nicht nur so weit angenagt, bis sie sie öffnen konnte, sondern sie hat sie so wie die Servietten in der Schublade „pulverisiert“. Spieltrieb? Die Kaffeekapseln hat sie interessanterweise nicht geöffnet, nur im Schrank verteilt. Die Kekse waren angefressen. Ich auch! Grün vor Neid

KaffeepauseKaffeepause

Die Besteckschublade hatte sie auch inspiziert, da dort aber nichts Fressbares zu finden war, hatte sie nur überall hingepinkelt und -geköttelt. Mir reichte es fürs Erste!!! Nachdem ich die Unordnung in Außenstaufach, Oberschrank und Schublade beseitigt hatte, beschloss ich, die Besteckschublade auf den nächsten Tag zu verschieben und erst einmal etwas zu Abend zu essen. Der leere Kartoffelsalatbehälter kam anschließend in den Trockenmüll, ohne Deckel. Für den Gelbe-Sack-Müll benutzen wir schon immer den herausziehbaren Gitterkorb neben der Badezimmertür, der innen im Badunterschrank integriert ist. Er ist eigentlich für Schmutzwäsche gedacht. Es dauerte nicht lange, da raschelte es gut vernehmbar in der Abfalltüte im Korb! Die Maus!!! Ich öffnete den Korb ein kleines Stückchen und knallte ihn wieder zu. Ruhe! Für die Nacht versperrte ich den Eingang von innen. Am nächsten Tag kam ich auf die Idee, dass ich versuchen könnte, die Maus in diesem Korb zu fangen! Ich müsste dann nur schneller sein als sie, den Korb blitzschnell öffnen, wenn ich sie darin gehört hätte, ein Tuch reinschmeißen und die Tüte verknoten. Während ich das alles so überlegte, saß ich beim Frühstück, es war ganz ruhig in Oscarlotta. Plötzlich hörte ich ein undefinierbares Geräusch, schaute nach rechts und sah, wie eine Maus ganz langsam und vorsichtig hinter den Oberschränken hervor die mit Teppichboden verkleidete Wand hinunterlief und hinter der Couch Richtung Außenstaufach verschwand. Erstauntes Smiley Auch jetzt war mein Verstand ein paar Sekundenbruchteile hinter meinen Augen zurück, denn es wäre vermutlich ein Leichtes gewesen, die Maus am Schwanz zu packen und ins Freie zu befördern, war sie doch höchstens 1 1/2m von mir entfernt. So aber sah ich ihr nur völlig perplex hinterher! Ich muss dazusagen, dass ich keine Angst vor Mäusen habe, einschlägige Erfahrungen mit ihnen während meiner Steinhauszeit machte und sie unglaublich niedlich finde mit ihren kleinen rosafarbenen Pfötchen und den Knopfaugen. Aber mir meine Kekse wegfressen und alles vollpinkeln geht gar nicht!!! Die Maus muss wieder ausziehen! Uschi fuhr sowieso nach Essingen und bekam den Auftrag, eine Lebendfalle zu kaufen.

Ich wollte meine Sommerschuhe verstauen und öffnete die Heckgarage. Warum lagen auf den Sportschuhen im Regal so viele Papierstückchen? Ich nahm den ersten heraus und wunderte mich, dass er so schwer ist!? Der zweite und der dritte auch! Alle waren bis in die Spitzen vollgestopft mit Walnüssen, alle Zwischenräume ausgefüllt mit kleingerupften Kleenextüchern. Die Walnüsse lagen seit zwei Jahren in einer Plastiktüte links im Eingang der Heckgarage, ich wollte sie diesen Sommer endlich mal knacken und war sicher, dass sie innen alle schon vertrocknet sein würden und ich sie wegschmeißen kann. Dazu war es aber dann doch wieder nicht gekommen. Die Schuhe stehen auf einem Regal ungefähr 2m entfernt und in 1m Höhe. Wie transportiert eine kleine Maus ca. 40 Walnüsse über diese Distanz? Auch hier hat sie aber nicht nur schwer gearbeitet, sondern auch noch ihren Spaß gehabt. Indem sie alle meine Waschschwämme, Putzlappen und sogar die Stofftasche, in der diese sich befanden, zernagt hat. Auch den Pappkarton, in dem die Stofftasche lag. Die Schuhe waren unversehrt! Von den Hundeleckerchen, die ebenfalls in der Heckgarage gelagert waren, war natürlich nicht mehr viel da!

Winterlager für WalnüsseHundeleckerli und Zerstörungswut

Ich leuchtete mit einer Taschenlampe die hinteren Ecken der Heckgarage aus und es erschien mir, als ob hinten links etwas wäre. Also den Fahrradträger abklappen und die hintere Heckklappe öffnen. Direkt dahinter liegt die Winterabdeckung für das Armaturenbrett in einer Stoffhülle. Die war zerlöchert! Beim Herausheben erschien uns das ganze Paket ungewöhnlich schwer. Als wir es öffneten, zogen wir mit der Winterabdeckung eine Menge loser Haferflocken heraus! Ich wusste, dass ich kurz vor unserer Abreise noch ein Paket Haferflocken gekauft und in einem Küchenschrank deponiert hatte. Dort fand ich später auch die total leere 500-Gramm-Tüte. Haferflockentüte Die Distanz vom Schrank in der Küche bis zum letzten Winkel der Heckgarage beträgt ca. 2,5m in der Länge und 1,40m in der Höhe. Man stelle sich vor, wie oft die Maus mit einer vollen Maulladung Haferflocken diese Strecke gelaufen und geklettert sein muss! Ich hätte ja liebend gerne „Mäuschen gespielt“ bei all diesen Aktionen!!! Leider hatten die Haferflocken ihr aber nicht gereicht, sie hatte außer der Stoffhülle auch die Winterabdeckung angefressen, am unteren Saum und mittenrein ein großes Loch. Das fand ich dann gar nicht mehr lustig. Sogar die Teppichbeschichtung an der Wand unterhalb der Heckklappe war an einer Stelle angefressen.

Jetzt beschloss ich, auf den oberen Teil des Campingplatzes zu fahren in der Hoffnung, dass die Maus, wenn der Motor angelassen wird, in Panik ins Freie flüchtet. Vorher warf Uschi vorsichtshalber einen Blick in den Motorraum und suchte nach angenagten Kabeln. Die fanden sich zum Glück nicht, dafür aber ein ausgewachsenes Vogelnest mit einem nicht ausgebrüteten Ei, festgeklebt am Wasserbehälter für die Scheibenputzanlage. Ein Wunderwerk der Nestbautechnik, so ein Vogelnest! Oscarlotta sprang an, wir fuhren nach oben neben die Schranke und am Abend war klar, die Maus war mitgefahren. Laut lachen

VogelnestVogelnest

Die Mausefalle, die Uschi mitbrachte, war nicht größer als die Maus! Die zufallende Tür, wenn die Maus denn überhaupt hineingehen würde, würde ihr den Schwanz abschlagen. Also noch eine Nacht ohne Falle! Aber da war ja noch die Idee mit dem Trockenmüll. Ich präparierte einen Joghurtbecher mit Müsliflocken, legte einen Stofflappen in Griffnähe, lehnte die Tür des Abfallfaches nur an und wartete einen ganzen Abend voller Spannung. Es passierte – nichts! Am nächsten Morgen sah ich, dass der Becher leergefressen war!

Jetzt nahm ich mir endlich meine Besteckschublade vor, spülte alles und schnitt für jedes Fach neue Anti-Rutschmatten zu. Wisst ihr, wie Mäusepipi riecht??? Bei der Gelegenheit öffnete ich den danebenliegenden Apothekerauszug. Na, was glaubt ihr? Sämtliche Backpulvertütchen waren geöffnet worden, der Inhalt sagte aber offenbar nicht zu. Aber das konnte die Maus ja erst wissen, nachdem das zweite, das dritte, das vierte… bearbeitet worden war. Ebenso die Vanillezuckertüten und die Tütensuppen. Dort fand ich, neben den entnommenen getrockneten Champignons, zwei Plastikgabeln aus der Besteckschublade. Warum transportiert eine Maus Plastikgabeln aus dem einen Fach zu den Tütensuppen in einem anderen Fach??? Weiß sie nicht, dass man Suppe mit Löffeln isst? Smiley mit geöffnetem Mund Von den Mandeln, die in einem Stoffsäckchen aufbewahrt worden waren, war nur noch das verpinkelte Säckchen da. Brühwürfel mochte sie dagegen offenbar nicht. Einen aus der Cellophanhülle befreiten fand ich Tage später im Topfschrank unter dem Backofen auf einem Pfannendeckel. Köttel natürlich auch!

Backpulver und Vanillin-Zuckerplus zwei Gabelnfür die Suppe???Wie krieg ich den Dreck da unten raus?

Das Gute an solchen Aktionen ist ja, dass man danach weiß, was an Vorräten man noch hat und dass alles wieder schön übersichtlich und sauber ist!

Die Maus war wirklich überall in Oscarlotta unterwegs gewesen, erkennbar an den hinterlassenen Kötteln. Sogar den abgetauten und auf Dauerlüftung gestellten Kühlschrank hatte sie inspiziert. Es ist absolut erstaunlich, wo Mäuse überall hinein und vor allem auch wieder heraus kommen! Das Spülbecken war abgedeckt mit einer Platte. Das Griffloch hat höchstens Mäusegröße, das Becken ist aus glattem Edelstahl. Die Maus war drin und ist wieder herausgeklettert. Hinter dem Becken befinden sich zwei Fächer, in denen Behälter hängen, die eigentlich für Abfall gedacht sind. Wir bewahren da schon immer u. a. unser Brot drin auf. In der zweiten Nacht kam ich nicht auf die Idee, das im Durchmesser 2 1/2cm kleine Griffloch mit der draufgestellten Teekanne zu verschließen. Die Folge war am nächsten Morgen angeknabbertes Brot, durch eine Plastik- und eine Papiertüte hindurch!

So langsam reichte es mir! Wir fuhren zum Bauhaus und kauften eine Rattenfalle. Die war schön groß und ich erhoffte mir den gewünschten Erfolg. Mit Krümeln des angeknabberten Brotes gefüllt stellte ich sie gespannt in das Außenstaufach. Nicht nur die Falle war gespannt, sondern auch ich. Ich würde es hören, wenn sie zuschnappt. Ich verzichtete sogar auf meine Freitags-Talkshow, damit es möglichst ruhig in Oscarlotta war. Um 0:15 Uhr knallte die Tür der Falle zu! Mit solchem Krach, dass ich fast von meinem Sessel fiel! Okay, Jacke und Schuhe angezogen, Autoschlüssel und Führerschein geschnappt. Flitzi stand schon bereit. Eine Tasche und ein Tuch, um den Gitterkäfig anfassen zu können, ohne von der Maus gebissen zu werden, lagen schon im Eingang. Ganz gespannt schloss ich das Außenstaufach auf. Die Rattenfalle war zu, leergefressen und LEER!!! Diese Maus musste ein Akrobat sein, es war mir absolut schleierhaft, wie sie das geschafft hatte! Und nun? Ich nahm die Falle mit rein, zog mich wieder aus und befüllte sie neu. Dann beschloss ich, die Falle über Nacht vor der Couch stehenzulassen und ging ins Bett. Und konnte natürlich nicht einschlafen, weil ich jederzeit mit dem lauten Knall der zufliegenden Tür rechnete. Wach wurde ich irgendwann von metallischem Gerappel. Gleich würde es knallen! Es rappelte weiter, ein Knall kam nicht. Langsam wurde mir klar, dass es schon geknallt haben musste (vielleicht war ich deshalb wach geworden) und der Lärm von der in der Falle befindlichen Maus kam. Ich öffnete die Schiebetür zum Wohnraum, machte das große Deckenlicht an und erblickte ein ob des hellen Lichtes erschrockenes Mäuslein. In der Falle! War es, als es an der Wand entlang lief, nicht viel größer gewesen? Ich stellte mich vor, versicherte ihm, dass ich ihm nichts tun würde, es also keine Angst zu haben brauche. Die hatte es aber offensichtlich auch vorher schon nicht gehabt, denn alle Müsliflocken waren aufgefressen. Da es so entspannt war, schaltete ich mein iPhone ein und machte ein kleines Video. Das ist allerdings total langweilig, weil das Mäuschen nur ganz unaufgeregt von einer Ecke in die andere GEHT, um zu schauen, ob es nicht doch irgendwo einen Ausgang gibt. Wer es sich trotzdem anschauen möchte, bitte auf das Foto klicken!

Der Übeltäter

Es war übrigens kurz nach 4 Uhr! Ich überlegte, was ich tun sollte. Die Falle samt Maus nach draußen unter Oscarlotta stellen, damit ich weiterschlafen kann? Nein, ich hätte sicher nicht wieder einschlafen können. Also, siehe oben! Um zwanzig Minuten nach vier Uhr in der Früh fuhren Flitzi, das Mäuschen und ich durch ein ausgestorbenes Lauterburg bis zum Wanderparkplatz vor Bartholomä. Es war stockdunkel und etwas neblig, die roten Warnlichter der Windkrafträder in der Nähe blinkten gespenstisch und im Scheinwerferlicht brachte ich die Falle samt Maus zur Wiese, sagte ihr, dass es mir Leid täte, sie sich jetzt aber ein schönes neues Zuhause suchen müsse und öffnete die Klappe. In Sekundenbruchteilen war sie draußen, rannte zwei Meter, stutzte kurz und verschwand dann in der Dunkelheit.

Es tut mir ja WIRKLICH Leid, dass ich ihr ihre ganze, viele, unglaublich umfangreiche Arbeit kaputtmachen musste, sie ihrer wertvollen Wintervorräte berauben musste. Wenn sie nicht auch noch so viel zerstört und nicht alles verunreinigt hätte, hätte sie ja vielleicht eventuell wohnen bleiben dürfen. Und Walnüsse knacken über den Winter. Ich hätte ihr sogar dabei geholfen und die Nüsse ein wenig vorgeknackt. Damit sie es etwas einfacher hat. Aber so? Sie hat es halt etwas übertrieben und so bewahrheitet sich für sie leider das Sprichwort: „Wie gewonnen, so zerronnen!“.

Ich schlief gut den Rest der Nacht! Die Falle stellte ich gefüllt wieder in das Außenstaufach, Lebensmittel ließ ich nicht offen liegen, Kekse wurden in Dosen gefüllt, der Zugang zum Brotfach verschlossen. Es war ja noch nicht sicher, dass es nur diese eine Maus gewesen war. Bei jedem ungewöhnlichen Geräusch zuckte ich zusammen! Ein Wohnmobil macht viele Geräusche, sei es dadurch, dass sich in der Sonne etwas ausdehnt und knackt, sei es, dass der Wind Blätter oder kleine Zweige auf das Dach befördert. Jeden Tag kontrollierte ich die Falle, suchte nach Mäusekötteln, aber es schien alles in Ordnung zu sein. Oscarlotta und ich fuhren wieder auf unseren Platz.

Obwohl ich alles gesäubert hatte, verschwand der stechende Geruch nach Mäusepipi nicht. Besonders bemerkte ich das, wenn ich auf meinem Stammplatz, dem Beifahrersitz, saß. Dann wollte ich die Aldi-SIM-Karte, die Uschi nicht mehr brauchte, verräumen. In den Büro-Schrank oberhalb meines Sitzes. Oha!!! Hier hatte die Maus in einer Ecke ihre Toilette eingerichtet und sich auch gleich jede Menge Toilettenpapier zurechtgenagt. Sogar einen der Plastik-Ablagekörbe hatte sie angenagt! Warum tun Mäuse das? Warum zernagen sie Plasiktüten, Pappkartons, Servietten, Papier? Weil nagen ihre Bestimmung ist, als Nagetiere? Aber das macht doch weder satt noch kann es gut schmecken! Okay, satt vielleicht, ist ja Zellulose. Aber einen Nährwert kann es ja nicht haben. Weiß das die Maus bloß nicht? Oder ist das ein genetisch bedingter Zwang??? Herr von S., Sie als Fachmann, bitte klären Sie uns auf! SIM-Karten mochte sie offensichtlich auch, sogar spanische. Und die Jahresrechnung von unserem Stellplatz fand sie offenbar genauso hoch wie wir. Cooles Smiley

Toilettenpapier???gründliche Arbeitnach Hause telefonieren?indiskutable Jahresrechnung

Inzwischen habe ich zwar in alle weiteren (Ober-)Schränke geschaut und auch in die Fächer im Zwischenboden, bis auf weitere Köttel aber keine Schäden entdeckt. Ich weiß jetzt auch, welche Schränke unzugänglich sind. Es sind nicht viele… Es gibt eine Lichtleiste in einem durchlaufenden Kanal in Oscarlotta, die sich im Wohn- und im Schlafbereich zwischen Decke und Oberschränken durchzieht. Ich mag sie sehr, das Mäuslein wohl vor allem den Kanal. Smiley

Liebe Leser, ihr habt euch bestimmt gut amüsiert bis hierher, oder? Sicher auch ein wenig gegruselt, vor allem die Wohnmobilbesitzer unter euch. Ja, ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist. Die Lebensmittelverluste und Sachschäden sind nicht gravierend, die Winterabdeckung kann ich reparieren. Was mir aber wirklich zu schaffen macht, ist, dass wir Oscarlotta in Zukunft ja wohl nicht mehr unbewohnt stehenlassen können, um mit Fix und Boxi zu reisen oder um noch einmal nach USA/Kanada zu fliegen. Wie hätte es denn wohl ausgesehen, wenn die Maus noch mehr Zeit gehabt hätte oder wenn es eine Mäusin gewesen wäre, die ihre Kinder hier zur Welt gebracht hätte??? Diese Gedanken sind es, die mir echt zu schaffen machen! Übernächste Woche muss Oscarlotta zu IVECO in die Werkstatt, Jahresinspektion und HU. Dann werde ich mit in die Grube steigen und von unten mal schauen, wo überall eine Maus überhaupt reinkommen kann. Ob es Möglichkeiten gibt, etwas zu verschließen, mit Maschendraht, Fliegendraht, Stöpseln oder so. Zumindest, wenn man das Fahrzeug längere Zeit stehenlassen muss/möchte. Wenn jemand von euch Ideen oder Erfahrungswerte hat, her damit!!! Ich bin für jeden Rat dankbar! Denn so etwas brauche ich wirklich nicht unbedingt noch einmal!!!

written by Ingrid
photos and video taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.