“Fallas von San José” in Valencia

 
 
cartel-anunciador-fallas-2012-300pxMit den «Fallas» begrüsst Valencia jedes Jahr im März den Frühling. Monatelang werden die riesigen, kurzlebigen Pappkarton-Figuren vorbereitet, die letztendlich in einem beeindruckenden Feuerspektakel vernichtet werden. Die wichtigsten Ereignisse finden in der Woche um den 19. März statt. Aber schon ab dem 1. März bereitet Valencia das festliche Ambiente mit den «mascletás» vor, pyrotechnischen, jeden Tag um 14 Uhr auf dem Rathausplatz stattfindenden Darbietungen. Mitte März erwacht Valencia im Kreise von Karikaturen und satirischen Darstellungen, die höchst humorvoll Politiker und Berühmtheiten sowie die wichtigsten aktuellen Ereignisse aufs Korn nehmen. Die beeindruckenden Gestalten können in den nächsten Tagen bestaunt werden, ehe in der Nacht vom 18. auf den 19. März die «cremà» stattfindet und die Figuren in einem faszinierenden Spektakel aus Licht, Musik und Feuerwerk verbrannt werden. Alle Figuren werden Opfer der Flammen, bis auf eine, die durch Volksabstimmung vor dem Feuer bewahrt und in die Sammlung des Fallas-Museums aufgenommen wird.

Ein weiterer höchst eindrucksvoller Moment der Fallas ist die Blumengabe an die Schutzpatronin: Bei einer Parade der Fallas-Kommissionen am 16. und 17. März wird zu Ehren der Schutzheiligen ein 14 Meter hoher Berg aus Blumen aufgetürmt.

Letztes Jahr haben wir dieses wirklich interessante Fest in der Region um Dénia miterlebt und natürlich haben wir diesmal die Gelegenheit genutzt, vom Campingplatz aus per Bus nach Valencia gefahren zu werden. Valencia gilt als “Hochburg” von Fallas. Ein ganzes Jahr lang werden in zahlreichen Vereinen der einzelnen Stadtviertel die Fallas-Figuren von beauftragten Künstlern geplant, entworfen und gebaut, alles über Spenden finanziert. Als es Spanien wirtschaftlich noch besser ging, kostete das teuerste Fallas-Gesamtensemble (Erwachsenen- und Kinderfallas) schon mal 1 Million Euro, jetzt immerhin noch 400000 Euros. Bei allen Städten, die an Fallas aktiv beteiligt sind, schätzt man die Gesamtkosten auf 30 Millionen Euro! Und alles wird am Ende ein Opfer der Flammen!!! Die bis zu 28 m hohen Fallas-Figuren stehen dabei in unmittelbarer Nähe zu den Wohnhäusern, nur durch herunterziehbare Planen, die von der Feuerwehr mit Löschwasser bespritzt werden, geschützt. In Deutschland völlig unvorstellbar! Sie werden zwar so konstruiert, dass sie beim Verbrennen nicht um-, sondern in sich zusammenfallen sollen, aber ob das dann auch funktioniert, zeigt sich ja erst im Falle des Falles.

Es war unglaublich voll und laut in der Stadt, Fallas ist DIE Touristenattraktion. Die “mascletá” haben wir uns diesmal nur aus der Ferne angehört, da dabei die Gefahr besteht, dass einem das Trommelfell platzt 😉

Wir hoffen, dass euch unsere Fotoauswahl von Gesamt-, Detail- und Kinderfallasfotos gefällt. Ihr findet sie hier in einem Extra-Album (und wie alle unsere bisherigen Alben oben in der Menüleiste unter unserem Blogfoto). Die letzten beiden Fotos zeigen das Holzgerüst, an dem bei der Parade zu Ehren der Schutzpatronin Tausende von Blumensträußen befestigt werden.

Wenn ihr noch mehr sehen wollt, verweisen wir auf unsere Artikel “Fallas” und “Fallas in Dénia” samt Fotoalbum vom letzten Jahr sowie auf die Fotos, die der Campingplatzfotograf gemacht hat (oben rechts auf „Siguiente“=vorwärts oder „Anterior“=rückwärts klicken, uns sucht ihr allerdings vergeblich). Viel Spaß!