Die Sendung, äh, die Sache mit der Maus

 

Mäusebeerdigung Am Sonntagmorgen erzählte mir Uschi, als ich noch im Bett lag, dass sie in unser Blechhäuschen gegangen sei um etwas zu holen und da habe sie eine schlafende Maus entdeckt. Die lag auf Uschis Arbeitsklamotten, die wiederum oben auf unserer Reservegasflasche lagen. Die Maus habe sich nicht gerührt! Als ich aufgestanden, gewaschen und angezogen war, nahm ich mein iPhone und schlich mich in das Häuschen. Ja, die Maus lag da noch und während ich sie, ohne mich schnell oder laut zu bewegen, fotografierte, wurde die Vermutung zur Gewissheit. Das Mäuschen schlief den ewigen Schlaf! Da hatte es sich aber ein feines Plätzchen zum Sterben ausgesucht, schön gemütlich auf Uschis Fleecehose neben den Baumwollsocken. Und was machen wir nun, fragte Uschi. Erst mal frühstücken! Gestärkt hub ich mit unserem Klappspaten eine kleine Grube unter den Büschen aus, direkt neben dem Ein- oder Ausgang zum Mäusebau, der jetzt wohl neuvermietet werden kann. Gehüllt in ein weißes Tuch bestattete ich das Mäuslein, das arme. Hoffentlich hatte es ein schönes Mäuseleben! Und ich möchte jetzt hier kein einziges “Igitt, eine (tote) Maus!” hören!!!

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Ich habe ein ganz besonderes Verhältnis zu Mäusen und ich finde sie unglaublich süß. Diese niedlichen, kleinen, rosafarbenen Pfötchen und erst die Knopfaugen!!! Dass Frauen beim Anblick einer Maus hysterisch quiekend auf einen Stuhl steigen, werde ich wohl nie verstehen! Als ich noch in einem Steinhaus wohnte (4. Etage unterm Dach), hatte ich mal zwei Mäuse-Serien. Nach einem Sommerurlaub war der Getreidekranz, der an einer Schranktür hing, kahl. Ich wunderte mich und vermutete zunächst Erschütterungen vom Verkehr der vielbefahrenen Straße vor dem Haus, bis ich dann zwischen den Spelzen am Boden die Mäuseköttel sah. Mäuse? Im 4. Stock?? In einer verschlossenen Wohnung??? Ein paar Tage später stand ich beim Bügeln in meiner Küche und hörte ein wildes Hin und Her auf der abgehängten Küchendecke. Aha! Am nächsten Tag lagen Mäuseköttel neben dem Fressnapf meines Hundes, der am Ende der Küchenzeile stand. Sie kamen also vom Dachboden irgendwie in meine Küche und liefen hinter den gesamten Küchenunterschränken an der Wand entlang bis zum Napf. Eine Lebendfalle war schnell besorgt, mein Vater erhöhte sie mit Fliegendraht um gute 10cm, der untere Zugang wurde mit einem Korken verstopft. Ich befüllte sie mit etwas Obstmüslimischung und stellte sie in die Nähe vom Hundenapf. Während der nächsten Wochen fand ich alles in der Falle: von einer kleinen Maus über eine große Maus bis zu keiner Maus, aber leergefressen. Der Rekord waren sieben Mäuse aller Größen gleichzeitig! Da war die Falle aber schon gut voll!!! Jeden Tag trug ich die Falle vier Etagen nach unten, oft zweimal, durch den Keller bis zum Ende vom Garten und entleerte sie hinter der Gartenmauer auf ein brachliegendes Gelände. Mein Vater behauptete, die Mäuse seien vermutlich eher wieder oben in meiner Wohnung als ich! Die erste Serie, ich führte eine Strichliste auf einem Wandkalender, ergab, ich weiß die Zahl nicht mehr ganz sicher, irgendetwas um die 140 Mäuse!!! Dann war Schluss, keine Mäuse mehr. Nach ca. 2 1/2 Jahren ging es wieder von vorne los, diesmal waren es unwesentlich weniger Mäuse und es dauerte wieder ein paar Wochen bis zum endgültigen Mäusestopp. Es hat sich mir bis heute nicht erschlossen, wie Mäuse an einer glatten, nicht mit Wein, Efeu oder ähnlichem berankten Außenfassade bis in den 4. Stock kommen können! Ein verliebtes Mäusepaar, eine schwangere Mäusedame? Ich konnte jedenfalls über Monate ausgiebigste Mäusestudien betreiben und fand sie alle, jede einzelne Maus für sich, einfach nur süüüüß!!! 

Mäusleinwritten by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.