Spaziergang auf dem Seeboden

 

An einem Sonntag im November wollten wir einen Spaziergang machen, aber nicht nur im Gelände hinter dem Stellplatz, obwohl es uns dort ja sehr gut gefiel. Welchen See der Umgebung hatten wir denn noch nicht besucht bzw. umrundet? Es blieb nur der Alpsee übrig. Dann fahren wir doch mal dorthin, ist ja nicht weit! Das Dumme war allerdings, dass der Alpsee direkt beim Schloss Neuschwanstein liegt und noch dümmer war, dass wir Sonntag hatten. Außer uns waren ein paar hundert weitere Menschen unterwegs (im November!), überwiegend Asiaten und sie alle wollten entweder ins Schloss oder an den See oder beides. Schon sehr weiträumig um das Gebiet der allgemeinen Begierde waren die Straßenränder lückenlos zugeparkt, warum erfuhren wir, als wir auf den am dichtesten am See gelegenen Parkplatz fuhren. 6 (in Worten sechs) Euro sollte es kosten. Erstauntes Smiley Für einen Spaziergang um einen eher kleinen See? Womöglich im Gänsemarsch mit all den Japanern? Nein, das war nicht nach unserem Geschmack! Ich wollte wenden, aber der Mensch am Kassenhäuschen gestikulierte wild und klärte uns darüber auf, dass die Zufahrt eine Einbahnstraße sei. Wir durften dann immerhin durch- und oben wieder hinausfahren, ohne zu bezahlen. Nur weg hier! Und nun? Fahren wir doch noch einmal zum Forggensee und schauen, wie hoch der Wasserstand inzwischen ist. Ganz zu Beginn unseres Aufenthaltes hier hatten wir ja schon davon berichtet, dass der See nur im Sommer voll mit Wasser ist und im Winter trockengelegt wird. Wegen eines Defekts an der Staumauer und der notwendigen Reparaturen war er den überwiegenden Teil des diesjährigen Sommers allerdings nur eine braune, rissige, wüstige Ödnis. Auf einer Schautafel hatten wir gelesen, dass es keinerlei Pflanzen im See gäbe, weil es keine Pflanzen geben würde, die ein halbes Jahr im und das andere halbe Jahr ohne Wasser leben können.

Forggensee

Wir fuhren zum unteren Teil des Sees, der am weitesten von der Staumauer entfernt ist. Und hier gab es tatsächlich noch einen größeren Bereich, der immer noch nicht mit Wasser geflutet war. Und es gab Pflanzen, sogar jede Menge! Es liefen (wenige!) Menschen auf dem Seeboden herum, sogar mit dem Fahrrad waren einige unterwegs. Das ging allerdings nur an wenigen Stellen. Der Seeuntergrund bestand aus Lehm und Kieselsteinen, wurde durchzogen von kleinen Rinnsalen und es gab Bereiche, in denen das Grundwasser durchdrückte. An einigen Stellen waren auch kleine Tümpel entstanden. Eine bizarre, aber sehr interessante Landschaft, die uns gut gefiel.

ForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggenseeForggensee

Wir sind in Nordamerika schon auf einem Meerboden spazieren gegangen, bei Ebbe (siehe „hier“) und im vorletzten Herbst ist Uschi mit unserem Freund Juan auch schon auf dem ausgetrockneten Boden eines spanischen Stausees herumgelaufen (siehe „hier“), dieses war jetzt also Nummer 3. Es blieb nicht aus, dass wir auch durch die feuchteren Bereiche laufen mussten und schon bald waren unsere Wanderschuhe dick verklebt mit Lehm. Flitzi würde sich freuen! Aber zu seinem und unserem Glück mussten wir noch ein Bächlein durchqueren. Dass taten wir sehr ausgiebig und wussten danach auch, dass wir ein gutes Imprägnierspray gekauft hatten! Laut lachen

Forggensee

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Werbeanzeigen

Die höchstgelegene Burgruine Deutschlands

 

Falkenstein Das ist Falkenstein. Ihr habt sie schon im Adventskalender in der Collage vom 5. Dezember gesehen. Immer, wenn wir Richtung Weißensee fuhren, sahen wir die Überreste der Burg hoch oben stehen und wenn wir mal im Dunkeln zurückkamen, waren sie schön angestrahlt. Den ganzen Sommer wollte ich da hoch, aber erst ganz spät im Herbst hat es dann doch noch geklappt. Burg Falkenstein ist nicht nur die höchstgelegene Burganlage Deutschlands, sondern erlangte ihre Berühmtheit durch niemand Geringeren als den Bayernkönig Ludwig II. Der hatte wohl ein wenig Langeweile und noch nicht genug Schlösser, also setzte er sich in den Kopf, dort oben ein weiteres errichten zu lassen. Wir haben den Wanderpfad gesehen, der dort hinauf führt. Völlig unvorstellbar, wie man auf diese Art das Baumaterial dorthin bringen sollte. Aber das habe ich mich schon oft gefragt, bei Burgen, Kirchen, Klöstern an derart exponierten Stellen. Die Burg wurde schon um 1280 errichtet, in 1268m Höhe, 400m über dem Vilstal!

Falkenstein (iPhone)

Falkenstein (iPhone) Wir nahmen mit Flitzi die vor Jahren angelegte Privatstraße zum bereits 1897 dort oben errichteten Hotel Falkenstein. Sie ist steil, kurvig und einspurig und deswegen mit Ampeln geregelt. Von viertel nach bis fünf Minuten vor jeder vollen Stunde darf man hinauffahren und von der vollen Stunde bis zehn nach wieder hinunter. Da es eine Privatstraße ist, zahlt man vorher an einem Ticketautomaten 4 Euro. Ob oben jemand überprüft hat, ob man ein Ticket gelöst hatte, wissen wir nicht.

Vom Parkplatz aus muss man dann kraxeln, erst bis zum Hotel und dann bis zur Burgruine. Da man währenddessen die tollsten Ausblicke hat, macht das aber gar nichts!

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (Canon)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)

König Ludwig II erwarb die Burg 1883. Der Gipfel des Falkensteins hat keine große Grundfläche. Die alte Burg, seit dem Dreißigjährigen Krieg schon eine Ruine, war eher klein. Trotzdem hatte Ludwig sich in den Kopf gesetzt, dort ein Schloss vom Ausmaß Neuschwansteins errichten zu lassen! Erstauntes Smiley Es sollte auch fast genauso aussehen. Wofür braucht man als König zwei fast identische Schlösser? Sein Architekt wusste, dass dieses Vorhaben nicht durchführbar sein würde und präsentierte Ludwig den Entwurf eines realisierbaren kleineren Schlosses, das auch vom Stil her viel besser dorthin gepasst hätte. Damit erzürnte er seinen Arbeitgeber derart, dass er sofort entlassen wurde! Aber auch die chronische Geldknappheit Ludwigs sprach eher für ein kleineres Schloss. Der nachfolgende Architekt entwarf eine „Raubritterburg“, die wohl von der Größe her realisierbar gewesen wäre, allerdings war auch hierfür die Finanzierung nicht gesichert.

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)

Die Bauprojekte Ludwigs wurden aus dem königlichen Privatvermögen finanziert und verursachten dort, in der sogenannten Kabinettskasse, erhebliche Defizite. Die ihm zur Verfügung stehende Zivilliste war auf jährlich 4,2 Millionen Gulden festgelegt. 1884 hatte er 7,5 Millionen Gulden Schulden, die durch Anleihen gedeckt werden mussten. Der König war schließlich mit einem „Jahresgehalt“ im Rückstand und zum Weiterbau seiner Schlösser hätten 1887 noch etwa drei „Jahresgehälter“ (15 Millionen) gefehlt. Nach seinem Tod zahlte das Haus Wittelsbach bis 1902 alle durch König Ludwigs Bautätigkeit angefallenen Schulden vollständig an die Gläubigerbanken zurück.
(Quelle: Wikipedia)

Wohl auch wegen der nicht vorhandenen Baugelder blieb es bei einem neuen Burgweg und einer Wasserleitung ins Tal und der plötzliche Tod Ludwigs 1886 beendete das Bauvorhaben.

Wir liefen einmal um die Burgruine herum, was schnell erledigt ist, außer man kann sich an dem grandiosen Rundumblick auf Berge, Schlösser, Burgen und Seen nicht sattsehen. Die noch vorhandenen Außenwände des rechteckigen „Festen Hauses“ (ca. 18,6 × 8,5 Meter) sind etwa acht Meter hoch und werden von einigen, meist halbrunden Fensteröffnungen unterbrochen. Die Ostwand stürzte 1889 nach einem Blitzschlag ein. Im Gemäuer ist 2005 eine hölzerne Aussichtsplattform errichtet worden. Man muss kein König sein, um es dort oben wunderschön zu finden. Verliebt

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)Falkenstein (Canon)

Königlich waren dann auch die Preise im noblen Hotel Falkenstein! Soviel haben wir für Kaffee und Kuchen selten gezahlt. Es ist übrigens ganzjährig geöffnet und uns wurde beteuert, dass auch bei Schnee die Straße durchaus zu befahren sei. Es sei ja schließlich eine Privatstraße, man wäre also nicht auf den Räumdienst der Gemeinde angewiesen. Fahren möchten wir bei Schnee dort aber genauso wenig wie nach Bschlabs oder Namlos, weder rauf noch runter!

Für die Fotografen unter unseren Lesern ist es vielleicht interessant zu wissen, dass alle Fotos dieses Beitrags teils wie fast immer mit meinem iPhone „geschossen“ worden sind und teils mit unserer Canon-Spiegelreflexkamera (mit 50mm Festbrennweite). Wir haben sie eine Weile nicht mehr benutzt, weil ein Smartphone eben leichter, handlicher und immer dabei ist und die Fotoqualität i. d. R. ausreicht. Ihr könnt ja mal raten, welches Foto womit entstanden ist! Für diejenigen, die am PC/Laptop lesen, ist es einfach, siehe Hinweis unten. Cooles Smiley

Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)Falkenstein (iPhone)

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Das Tegelberg-Desaster

 

Wir wollten noch einmal auf einen Berg! Zugspitze? Zu weit und zu teuer. Alpspitz? Waren wir schon. Breitenberg? Kein Lokal dort oben. Tegelberg? Tegelberg! Rauf zu Fuß dauert 4-5 Stunden und das war selbst Uschi zu viel. Also fuhren wir ganz gemütlich mit der Kabinenbahn und hatten dabei einen tollen Ausblick auf das nebenan liegende Schloss Neuschwanstein. Der „Kini“ wusste schon, wo es schön ist! Oben angekommen dann die erste Überraschung: Schnee!!! Erstauntes Smiley Die Nacht zuvor war kalt gewesen und hier oben hatte es tatsächlich geschneit, deutlich erkennbar an den Schneeresten auf der Aussichtsterrasse. Ein skurriler Anblick (im September). Jetzt schien aber wieder die Sonne und man konnte, mit leichter Jacke, wunderbar draußen sitzen. Das taten wir und genossen bei einem Kaffee die herrliche Aussicht auf 1700m.

TegelbergbahnDer 1. Schnee!!!Der 1. Schnee!!!TegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelberg

Der Forggensee war endlich wieder voll Wasser und nicht mehr die braune Schlammwüste, die er den ganzen Sommer lang gewesen war. So sah er eindeutig sehr viel schöner aus! Der See rechts im Vordergrund ist übrigens der Bannwaldsee und hinten links sieht man den Hopfensee (siehe auch die Karte).

TegelbergÜbersichtskarte

Schneemännlein Für einen kurzen Zeitraum war auch dieser nette kleine Geselle zu sehen, dann wurde es ihm zu warm! Smiley mit geöffnetem Mund

Die zweite Überraschung war, dass der Abstieg bis zur Talstation 2 1/4 Stunden dauern sollte! Da hatte Uschi vorab wohl eine falsche Information erhalten. Was tun? 2 1/4 Stunden sind für mich schon eine Herausforderung, zumal ich völlig untrainiert war. Alternativ hätte ich mit der Bahn wieder nach unten fahren können, hätte dann aber mindestens 2 Stunden auf Uschi warten müssen. Und eigentlich wollte ich auch gerne laufen, hatte geeignete Schuhe an, in denen ich auch meine Orthese tragen konnte und unsere Walkingstöcke hatten wir auch dabei. Ich beschloss, es zu wagen! Zunächst ging es auch wirklich gut, auch wenn wir nicht annähernd so schnell unterwegs waren wie die jungen Leute, die uns bergab joggend überholten, auf Schotterwegen mit Stufen. Okay, okay, wir sind inzwischen ein paar Jährchen älter, aber ein wenig schmerzt es doch, wenn man darüber nachdenkt, dass man auch einmal so flott unterwegs war. Enttäuschtes Smiley Es kamen uns auch einige Menschen allen Alters entgegen, und auch wenn es heißt, dass das bergab Gehen schlechter für die Gelenke sei, so würde ich es jederzeit vorziehen, weil es weniger anstrengend ist. Die erste Stunde lief super, es gab über lange Strecken Stufen, die Stöcke halfen, das Gleichgewicht zu halten und sich abzustützen und an besonders schönen Stellen standen Bänke zum Ausruhen. Zu trinken und ein paar Kekse hatten wir auch dabei.

TegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelbergTegelberg

Dann fing es aber für mich langsam an, anstrengend zu werden und nach 1½ Stunden wäre es gut gewesen, wenn wir unten gewesen wären. Da hatten wir aber erst ca. die Hälfte der Strecke geschafft! Eine Mittelstation gab es leider nicht, das wussten wir aber vorher schon, also blieb mir nichts anderes übrig, als weiterzumarschieren. Das ging die nächste halbe Stunde noch einigermaßen und danach beschloss mein linkes Bein, den Dienst zu quittieren. Die restliche Strecke war eine Katastrophe! Ohne meine Stöcke wäre gar nichts mehr gegangen, aber auch so war es reinste Quälerei. Im Rhythmus von 10 Schritte mehr humpeln als gehen und kurz stehenbleiben ging es Meter für Meter weiter bergab und dem Ziel entgegen. Ich hatte keinerlei Probleme mit meinen Schuhen und auch nicht mit der Orthese, die in diesen Schuhen zum ersten Mal anstandslos funktionierte, aber mein linkes Bein fühlte sich an, als ob es nicht zu mir gehören würde und es scherte sich nicht mehr um die Befehle, die es vom Gehirn bekam. Und als ob das nicht schon gerade genug wäre, schmerzte mein rechtes Knie bei jedem Schritt. Uschi alleine wäre zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder an der Talstation und somit bei Flitzi gewesen. Inzwischen liefen wir bzw. Uschi lief und ich humpelte auf einer Teerstraße, die aber nicht für den öffentlichen Verkehr freigegeben war, sondern lediglich dazu diente, die auf halber Höhe liegende Rohrkopfhütte zu bewirtschaften. Die hatten wir schon passiert und gesehen, dass sie bereits geschlossen war. Und trotzdem sahen wir plötzlich einen PKW, der vom Tal heraufgefahren kam und etwa zweihundert Meter vor uns stehenblieb. Uschi gab Gas! Als ich schließlich auch bei dem Auto angehumpelt kam, hatte Uschi schon mit dem Fahrer vereinbart, dass er mich bei seiner Rückfahrt mitnehmen würde. Er hatte Grüngut abgeladen. Es waren dann nur noch ca. 500 Meter bis zum Parkplatz, aber ich war heilfroh, dass ich die nicht mehr laufen musste!!! Mit ihm wäre es auf jeden Fall preiswerter als mit der Bergwacht, meinte mein „Retter“. Kurze Zeit später war Uschi auch da. Der Blick hoch zur Bergstation machte dann sehr eindrücklich klar, welche Distanz wir überwunden hatten und ich konnte fast nicht glauben, dass wir das wirklich bewältigt hatten. Immerhin 800 Höhenmeter!

TegelbergTegelbergTegelberg

Tegelberg Aber klar war auch, noch einmal mache ich das nicht!!! Ich bin zwar Steinbock, also ja eigentlich bergtauglich, aber auch Steinziegen werden offenbar mit zunehmendem Alter langsamer, lahmer und weniger trittsicher. Also entweder oben bleiben oder unten, rauf und runter wie die jungen Hüpfer ist nicht mehr! Trauriges Smiley Die nächsten Tage blieb ich unten, konnte mich aber trotzdem kaum bewegen: Muskelkater vom Feinsten!!!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Sommer adé??? (Scheiden tut weh!!!)

 

Nein, ich möchte den Sommer noch nicht gehen lassen!!! Weinendes Smiley Uschi ist Anfang August nach Lauterburg gefahren, um nach ihrem Vater zu sehen, der dann auch prompt in seiner Wohnung stürzte und sich eine Rippe prellte. Zum Glück hat er sich nichts gebrochen, denn das könnte in seinem Alter dann das Ende seiner selbstständigen Lebensweise sein. Er ist froh, dass wir nur 170km entfernt sind und so konnte Uschi letzte Woche auch wieder fahren. Sie ist für 14 Tage noch in Oberstdorf und kommt dann wieder hierher nach Pfronten. Eigentlich wollte ich heute auch nach Oberstdorf fahren, aber ich kann mich von meinem „Plätzchen in der Ecke“ einfach nicht trennen. Verliebt

Mein schöner EckplatzMein schöner EckplatzLebensmottoSchräglagehappy FlitziBlick nach obenBlick nach obenBlick nach oben

Die auch hier heißen Augusttage habe ich wunderbar im Schatten der Bäume auf der meinen Platz begrenzenden hohen Böschung verbracht. Gegen Abend kühlte es zuverlässig ab, sodass es in Oscarlotta über Nacht sehr angenehm war. Dank Flitzi konnte ich jederzeit einkaufen fahren, Spritztouren nach Lust und Laune unternehmen und meine diversen Arztbesuche abarbeiten. Die haben übrigens, genau wie vor 4 Jahren, kein Ergebnis bzw. keine Diagnose erbracht. Ultraschall, Nervenleitgeschwindigkeitsüberprüfung und MRT sagen, dass sowohl der Peroneus (Fußheber)-Nerv als auch der interaktierende Muskel völlig in Ordnung ist! Meine Gehprobleme habe ich aber trotzdem. Der Neurologe sagte freimütig, dass er jetzt mit seinem Latein am Ende sei. Enttäuschtes Smiley Also habe ich mich im Internet schlau gemacht und mir eine mechanische Geh-/Unterstützungshilfe ausgesucht und über ein Sanitätshaus geordert. Bei den ersten Gehversuchen zeigte sich relativ sofort, dass sie an der Innenseite des Knöchelgelenks scheuerte. Im Sanitätshaus verbog man sie etwas, mit dem Erfolg, dass sie jetzt innen und außen scheuerte! Ich polsterte mit Schaumstoff ab, klebte Blasenpflaster auf die wunden Stellen, zog einen Socken an und probierte es weiter. Es ging nicht! Eine erneute Recherche meinerseits ergab, dass ich das Standardmodell (angepasst!) bekommen hatte, es aber auch ein Modell für breitere Knöchelgelenke gibt und sogar die Möglichkeit, ein Modell nach einem Gipsabdruck sonderanfertigen zu lassen. Das hätte aber doch eigentlich der Techniker des Sanitätshauses wissen sollen, oder? Ich brachte die Orthese zurück in der Absicht, mein Geld zurückzuverlangen, falls es nicht noch eine andere Lösung geben würde. Der Geschäftsinhaber versprach, den Hersteller zu kontaktieren. Das Ergebnis war dann tatsächlich ein Umtausch in das breitere Modell. Das muss ich jetzt einlaufen, es scheuert NUR auf der Innenseite! Trauriges Smiley

Letzte Woche hat es einen Temperatursturz gegeben und nachdem ich mich zunächst noch geweigert hatte, die Heizung anzustellen (im August!!!), habe ich am zweiten Abend aufgegeben. 17°C sind etwas wenig, um abends behaglich zu sitzen. Jetzt wurde auch klar, dass mein schattiger Eckplatz zwar der perfekte Sommerplatz ist, aber für den Herbst, wenn man sich über jeden Sonnenstrahl freut, nicht unbedingt. Mal sehen, ich kann ja jederzeit umziehen. Für drei Nächte hatte ich übrigens Pech mit meinen Nachbarn! Es stellte sich ein alter VW-Bus mit der Schiebetür zu Oscarlotta auf deren Fahrerseite (zum Glück sitze ich auf der anderen Seite draußen). Insassen: 2 Frauen und 3 Jugendliche von ca. 14 Jahren! Erstauntes Smiley Im Nu standen 5 Fahrräder beidseitig am Baum angelehnt, der die Platzgrenze bildet. Ob mich das stören würde, wurde ich gefragt. Solange kein Fahrrad gegen mein Mobil fällt, nicht. Sie fanden dann aber doch noch eine andere Lösung. Ein Zelt wurde aufgestellt, spätabends noch ein zweites. Mit einem halben Meter Abstand saßen fünf Personen unterhalb meines wegen der Wärme offenen Wohnzimmerfensters. Es war wohl ihr erster Urlaubstag und es wurde laut! Nach dem zehnten „Ey Alter“ schloss ich mein Fenster und steckte mir Kopfhörer in die Ohren, hörte Musik und schaute mir einen Film an. Das mehrfache Rummsen der Schiebetür und Zuschlagen der Hecktür sowie der Beifahrertür hörte ich trotzdem. Ich nahm mir vor, wenn es am nächsten Abend genauso sein würde, darum zu bitten, dass man den Bus dreht und sich auf die andere Seite setzt. Dort stand nämlich nur ein abgestelltes Wohnmobil. Aber vermutlich hatte sich schon jemand anderer beschwert. Am nächsten Abend war (relative) Ruhe und das zweite Zelt wurde auch nicht mehr aufgebaut. Es verblieben eine Frau und die beiden Jungen, die andere und das Mädchen schliefen entweder irgendwo in dem auch noch mitgeführten PKW oder hatten sich ein Zimmer gemietet. Tagsüber war die ganze Truppe zum Glück unterwegs und am vierten Tag beobachtete ich freudig und amüsiert, dass Mama das Zelt abbaute, während die jungen Herren es sich auf dem Bett im VW-Bus gemütlich gemacht hatten. Laut lachen Als ich von meinem Arztbesuch zurückkam, waren sie WEG!!! Mein erster Gang war zur Stromsäule und da erhielt ich eine kleine Entschädigung in Form von zurückgelassenen 7,3kW Strom! Die hatte zu meinem Glück auch der andere Nachbar noch nicht entdeckt! Da ich überwiegend mit solarerzeugtem Strom wirtschafte, reichen mir 7,3kW fast einen Monat! Also Ende gut, alles gut!!! Smiley mit geöffnetem Mund

Jeden Sonntag gibt es vor dem zum Stellplatz gehörenden “Wirtshaus Wiesele” ein Alphornblaskonzert. Fünf Bläser, u. a. auch der Chef persönlich, spielen eine gute halbe Stunde für die anwesenden Gäste. Man hört es bis in die hinterste Ecke des Platzes und es ist toll! Seitdem schaue ich mir die Bäume im Wald mit anderen Augen an, nämlich auf ihre potentielle Eignung, ein Alphorn werden zu können. Zwinkerndes Smiley Dieser hat seine Chance allerdings schon vertan oder hatte das Pech, einfach nicht frühzeitig entdeckt worden zu sein.

AlphornbaumAlphornbaumAlphornkonzertAlphornkonzertAlphornkonzert

Dann hatte ich noch für ein paar Tage Besuch von einer Freundin. Wir haben einige schöne Fahrten mit Flitzi gemacht und (nicht nur) davon gibt es jetzt noch ein paar Fotos. Der Weißensee ist schön grün wie immer

WeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeWeißenseeAlatseeAlatseeAlatseeAlatsee

und der Forggensee ist noch immer eine Wüstenlandschaft, zumindest im Füssener Abschnitt. Am letzten Samstag war Königs Geburtstag und zu diesem Anlass gab es einen Kunsthandwerkermarkt auf der anderen Seite des Sees mit Blick auf Neuschwanstein. Interessante Sicht, aber sicherlich schöner, wenn der See ein See ist. Smiley

NeuschwansteinForggenseeKunsthandwerkermarktForggensee mit Wasser

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.