Kraichgau-Camping “Wackerhof”

 

Wenn ihr unser aktuelles Headerfoto genauer anschaut, erkennt ihr im rechten Teil ein paar weiße, wie Wohnmobile oder Wohnwagen aussehende Flecken. Nachdem ich bei meinem Fotoausflug diese schöne Panoramaaussicht genossen und konserviert hatte, wollte ich natürlich auch wissen, wie dieser vermutete Campingplatz heißt. Ein paar Tage später bin ich dann mit Uschi dort gewesen und wir fühlten uns in eine andere Welt zurückversetzt, genauer gesagt in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nein, Hippies, love and peace oder Anpflanzungen ominöser grüner Pflanzen haben wir nicht gesehen, wohl aber Sanitär- und sonstige Anlagen, die es so fast nirgendwo mehr gibt. Alles war sauber, alles funktionierte, alles war sympathisch einfach und unprofessionell im guten Sinne. Schlagartig waren die längst vergessenen Gefühle aus der Zeit wieder da, als ich vier- und fünfjährig mit meinen Eltern und meinem großen Bruder im Zelt auf dem Strandcampingplatz an der Ostsee glücklich war. Oder später auf dem Bauernhof-Campingplatz im Allgäu. Kurz gesagt, wir haben einen Campingplatz entdeckt, der keine Sterne vorzuweisen hat, auf dem es kein Internet gibt, wo es vor den Einzelwaschkabinen nur Vorhänge gibt, wo die Bekanntmachungen nicht laminiert, sondern mit Tesa an die Wand geklebt sind. Es gibt Wiesen, Bäume, Terrassen, neben jedem Stellplatz einen ausgewiesenen PKW-Abstellplatz in gleicher Größe. Der Besitzer lief mit uns mit und zeigte uns, wo wir mit unserem schweren, großen Mobil auf Schotterrasen stehen könnten und sagte gleich dazu, dass er uns dort aber keinen Dauerplatz zur Verfügung stellen könne, da bei längerem Aufenthalt das Gras unter dem Fahrzeug kaputt gehen würde. Aber urlaubsmäßig mal für eine Woche oder so sei in Ordnung! Wie sympathisch und auch wie authentisch, zeigt es doch, dass ihm sein Besitz wertvoller ist als das Geld, das er ihm einbringen könnte. Wir baten darum, uns auf dem gesamten Platz (100 Dauercamper- und 50 Touristenplätze) umschauen zu dürfen und dabei sind viele Fotos entstanden. Dieser Campingplatz, der wunderbar ruhig inmitten der wunderschönen Natur des Kraichgaus liegt, bietet sich an, wenn man Ruhe, Rasen und die Ursprünglichkeit und wohltuende Einfachheit möchte, die es in der heutigen Zeit schon fast nicht mehr gibt.

Wackerhof

-Stellplatz/Nacht €3,20 (!) -Person/Nacht  €3,40 (!) -Kind bis 14 Jahre/Nacht €2,40 (!) -kWh €0,50 -Warmwasser/Duschen/Müll frei –Benutzung Campingwerkstatt (Fotos unten) frei

GPS-Koordinaten: 49° 12’ 2” N und 8° 45’ 37” O

WackerhofRezeptionEingangspfortekostenloser Strom für Ankommende während der MittagspauseStellplatz für schwere MobileTouristenplätzeje ein Stellplatzund ein PKW-ParkplatzSanitärgebäudeChemie-ToilettenausgussHundeduscheEnt- und VersorgungsstationSpülkücheBehinderten-SanitärraumBekanntmachungenEinzelwaschkabinenDuscheAufenthalts- und LeseraumBlick auf den DauercampingbereichDauercampingbereichSanitärgebäudeStiefelduscheTrockner und WaschmaschinenPreisliste's Camper Werkstättle's Camper WerkstättleLeihstühle für ZweiradcamperBaumdekoBrunnendeko's Schäufele fürs Häufele

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stifterhof Östringen

 
4. Mai

Burgturm Meine Fahrt ins Blaue nach meinem Zahnarztbesuch am Montag, die ja eher eine ins Grüne oder Bunte war, führte mich unerwarteterweise an einem idyllischen alten Burgturm vorbei. Dahinter lag ein großes Anwesen. Kurzentschlossen drehte ich um und fuhr in den “Schlosshof” hinein. Zwei junge Männer standen an einem PKW und ich sagte ihnen, dass ich absolut keine Ahnung hätte, wo ich sei, aber gerne Fotos machen würde, ob das okay sei. Sie hatten kein Problem damit und so sah ich mich um. Ein Haupthaus, mehrere Wirtschaftsgebäude oder Stallungen waren im Karree angeordnet, aus einer großen Tonne stieg Rauch auf, alles sah alt, aber nicht heruntergekommen aus. Keine Menschen, keine Tiere. Ich machte meine Fotos.

StifterhofStifterhofStifterhofStifterhofBrunnenKellerfensterBriefkasten a. D.

Einer der beiden Männer war inzwischen weggefahren, der andere werkelte in einem Schuppen und als ich ihn fragte, was das hier sei oder mal gewesen sei, erklärte er mir, dass es früher mal ein Kloster war und jetzt der land- und forstwirtschaftlichen Forschung durch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) dient. Wikipedia & Co. wusste dann natürlich mal wieder mehr. Die markante Hofanlage wurde auf den Grundmauern des im 12. Jahrhundert dort erbauten Benediktinerklosters Wigoldesberg errichtet. Die Geschichte der heute zu Östringen gehörenden Siedlungen Odenheim, Tiefenbach und Eichelberg war eng verknüpft mit dem Kloster. Für die wirtschaftliche Entwicklung spielte der Weinbau, den die Mönche hier einführten, eine große Rolle. Im Jahre 1496 wurde das Kloster in ein weltliches, freiadliges Ritterstift umgewandelt (daher der heutige Name). Vorhanden sind noch zwei Rundtürme in Bruchsteinmauerwerk mit Rundbogenfries der alten Umfassungsmauer sowie Gebäudereste von Verwaltungs- und Wirtschaftsbauten des 15. Jahrhunderts und der in den 1840er-Jahren eingerichtete Gutshof (Meierei). Von der viel größeren Klosteranlage ist leider nichts mehr erhalten. Trotzdem hat dieser Ort eine ganz besondere Ausstrahlung, wie es geschichtsträchtige Orte ja so oft haben.

StifterhofStifterhofStifterhofStifterhofStifterhof

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Kurzer Zwischenstopp

 

Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn Wir sind seit Sonntag zurück in Bad Schönborn, wo wir von November bis Anfang März überwintert haben. Obwohl wir nur 2 Monate weg waren, sieht es hier, der Jahreszeit entsprechend, schon wieder ganz anders aus. In Bad Dürrheim (670m) blühte zwar auch schon ganz viel, aber hier, im Heidelberger Raum (115m), ist es noch einmal anders. Blühende Kastanien, blühender Flieder, blühende Apfelbäume, blühender Raps in seinem unvergleichlich leuchtenden Gelb, Unmengen von Gänseblümchen auf den Wiesen, die noch kein erstes Mal gemäht worden sind. Wir sind noch einmal kurz hier, weil ich noch ausstehende Zahnarzt- und Physiotherapietermine wahrnehmen möchte. Und dann müssen wir all die Kleinigkeiten, die wir den Winter über schon für Boxi im Internet bestellt haben, bei Uschis Sohn aus dem Keller holen, wo wir sie zwischengelagert haben, da unsere Heckgarage VOLL ist.

Montag also Zahnarzt! Ich machte einen kleinen Umweg, um zu Flitzi zu gehen, der hier ja leider nicht auf dem Stellplatz stehen darf, sondern auf dem benachbarten öffentlichen Parkplatz parkt, immerhin in Sichtweite. Neben der Eisenbahnanlage der “Eisenbahn-Freunde Bad Schönborn” ist solch ein tolles Rapsfeld und ich erhoffte mir ein Motiv für ein neues Headerfoto. 4. Mai (3)Der Raps war aber zu weit weg und ein Eisenbahn-Headerfoto hatten wir ja schon mal. Direkt daneben stand allerdings ein nettes Fotomotiv. Die Kasse bzw. der Hinweis darauf steht schon, von den Verkaufsobjekten ist aber noch lange keine Spur! Im letzten Herbst sah es dagegen so aus und da machte das Schild dann auch Sinn:

September 2014September 2014

 

 

 

 

Schon auf dem Parkplatz in der Nähe von der Zahnarztpraxis ein Blütentraum!!!

4. Mai4. Mai

Die Hauptstraße durch Östringen gesäumt von blühenden Kastanien.

4. Mai4. Mai  

Im Treppenhaus auf halber Höhe fiel mein Blick wieder auf den netten Zugang zum Hof, den ich bereits im Januar fotografiert hatte. Auch hier, logischerweise, ein kleiner Unterschied, aber gar nicht mal so gravierend:

4. Maiim Winter

Nach erfolgreicher Behandlung hatte ich eine Belohnung verdient, fand ich und fuhr noch ein wenig einfach drauflos. Meine Fotoausbeute, bei der dann auch unser neues Headerfoto dabei war:

4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai4. Mai (neues Headerfoto)

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Boxen für Boxi

 

Nein, einen Boxkampf gibt es hier jetzt nicht. Und Boxi, der noch nicht fertiggestellte Teil-Neuzugang in unserem Fuhrpark, wird auch nicht in einem Reitstall untergestellt werden, er/es ist ja schließlich kein Pferd. Boxen für Boxi heißt nichts anderes, als dass wir ein wenig gehäkelt haben, Aufbewahrungsbehälter für Krimskrams, Kleinkram, Computer- und Handyzubehör oder für Dinge, die noch gar nicht wissen, dass sie darin landen werden. Jungs, für euch ist das heute leider eher nichts, sorry! Schaut euch doch derweil einfach mal unsere Rubrik “Tipps und Tricks” an oder unsere “Stell- und Campingplatzinfos”. Mädels, wenn ihr interessiert seid und schon einmal eine Häkelnadel in den Fingern hattet und etwas mehr hinkriegt als nur Luftmaschen, dann ist das hier für euch!

Ich kann, als frühere Lehrerin für Textilgestaltung, schlecht an Handarbeitsgarnen vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen. Als ich noch steinwandig wohnte, hatte ich genug Lagermöglichkeit, jetzt im Wohnmobil ist das natürlich ganz anders. Richtig große Projekte gibt es nicht mehr, aber Mützen, “Schlubberschuhe” oder ähnliches muss immer mal wieder sein. Und wenn ich ein besonders außergewöhnliches Strick- oder Häkelgarn sehe, muss es meistens doch mit nach Hause. Gerne kaufe ich etwas, nur weil es mir gefällt, ohne überhaupt schon zu wissen, was ich daraus herstellen könnte. Auf diese Weise entstand Box Nr.1:

Box 1 von oben betrachtet Box 1 Unterseite Box 1 von der Seite

Das Material für die Bodenfläche ist ein dünnes silberfarbenes Bindfadengarn, die Seiten sind mit Deko-Bast in silber gearbeitet und, da das Material nicht ausreichte und auch nicht nachkaufbar war, habe ich den Umschlag mit “normalem” hellgrauen Viskosegarn (doppelter Faden) gehäkelt. Die (Umfang-) Größe ergab sich aus der Lauflänge des Bindfadens, ich habe (für den Boden) einfach alles aufgebraucht. Es wurden 20cm Ø, die Gesamthöhe beträgt 11cm und den Umschlag habe ich 4cm breit gearbeitet. Das Muster entsteht, indem man bei den festen Maschen immer nur in den hinteren Maschenteil einsticht. Die letzte Runde ist in Krebsmaschen gearbeitet. Die genaue Häkelanleitung findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Uschi strickt sehr schöne Socken und nachdem meine Box fertig war, wollte sie unbedingt auch eine häkeln. Von unserem Herbstaufenthalt hier wussten wir, dass es im benachbarten Östringen ein sehr gut sortiertes Handarbeitsgeschäft gibt. Dort wurden wir schnell fündig! Zu unseren neuen Polsterfarben passend kauften wir je ein Knäuel (100g) “Dochtgarn” in hellbraun, mittelbraun und hellblau sowie zwei Knäuel Bändchengarn á 50g in verschiedenen Blautönen. Für alles zusammen bezahlten wir €29.

DochtgarnEtikett mit Nadelstärkenangabe

Gereicht hat es für insgesamt drei niedliche “Boxen”! Größen: 21cm, 18cm, 14cm (Ø); 14cm, 12cm, 11cm (Höhe); 5cm, 4cm, 3,5cm (Umschlag). Aber seht selbst!

Boxen (links v. Ingrid, rechts v. Uschi) und MaterialBoxen (links v. Ingrid, rechts v. Uschi)Boxen (groß und klein)Boxen (Detailansicht)Boxen (gestapelt) 

Und hier nun eine allgemeingültige Häkelanleitung zum Rundhäkeln:

(Lm=Luftmasche, Km=Kettmasche, fM=feste Masche, Rd=Runde)

3-4 LM, mit 1 Km zum Ring schließen

1. Rd: in die Mitte (großes Loch, NICHT in eine Lm!) des Lm-Rings so viele fM häkeln, wie hineinpassen (eng häkeln)

2. Rd: in jede Masche 2 fM häkeln

3. Rd: in jede 2. M. 2 fM häkeln

4. Rd: in jede 3. M. 2 fM häkeln

5. Rd: in jede 4. M. 2 fM häkeln usw…

Den Beginn einer Runde merkt man sich am besten an dem kleinen Anfangsfädchen des Luftmaschenrings. Die Anleitung ist nur eine Empfehlung. Je nach Dicke des Garns und des persönlichen Häkelstils muss man entweder mehr oder weniger Maschen dazuhäkeln. Anhaltspunkt: Wenn der “Teller” anfängt, sich am Rand zu wellen, hat man zuviel zugenommen. Wenn er sich biegt wie eine Schüssel, zu wenig. Man muss also selbst ausprobieren und evtl. wieder aufribbeln. 😦

Mustermöglichkeiten:

1. durch die ganze Masche stechen (kleine querliegende Box)

2. nur durch den hinteren Teil der Masche stechen (es entstehen “Streifen” oder “Rillen” wie bei der silbernen Box und der großen von Uschi)

3. Kombination beider Arten für Boxkörper und Umschlag

4. letzte Reihe des Umschlags mit Krebsmaschen (je 1 fM, 1 Lm, 1 M überschlagen und rückwärts gehäkelt, also in entgegengesetzter Richtung) oder Mausezähnchen (3 Lm, in die 1. Lm 1 fM häkeln, 1 oder 2 M überschlagen, 1 fM usw.)

Ansonsten sind eurer Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt! Wir wünschen euch viel Erfolg und Vergnügen! Unser gekauftes Material hat genau für diese drei hübschen Boxen gereicht, also im Schnitt pro Box €10. Ist natürlich abhängig von der Garnqualität und dem entsprechenden Verkaufspreis. Das Garn sollte relativ dick (siehe Etikett) und fest gedreht (Dochtgarn) sein.

alle drei Boxen

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.