115. Geburtstag von Erich Ohser

 
 
Die Google-Startseite hat heute ein nettes Doodle, das mir doch sehr bekannt vorkam. „Hier“ hatte ich darüber erst kürzlich berichtet. Smiley

 

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Plauen ist Spitze

 

Die Stadt gefiel mir auf Anhieb. Ausreichend gemütliche Cafés gab es auch, sodass mein Frühstück und der Nachmittagskaffee sowie das obligatorische Stück Kuchen gewährleistet waren. Und die Sonne schien!!! Das war nicht nur gut fürs Gemüt, sondern auch für meine Bordbatterien. Es gab ja keinen Landstrom auf dem Stell-/Parkplatz.

im Café

Ich ging als erstes zur Touri-Info und besorgte mir einen Stadtplan. In einer Broschüre waren die Sehenswürdigkeiten von Plauen aufgelistet und ich arbeitete sie der Reihe nach ab, beginnend mit dem alten Rathaus, Wahrzeichen der Stadt und heute Sitz des Spitzenmuseums. Aber für Museum war das Wetter einfach zu schön!

Rathaus

Die St. Johanniskirche mit ihren Doppeltürmen, bereits 1122 geweiht, dominiert die Altstadt und ist auch vom Stellplatz aus zu sehen. Die dreischiffige Hallenkirche mit eindrucksvollem Sterngewölbe gilt als Musterbeispiel hochgotischer Innenraumgestaltung.

St. JohanniskircheSt. JohanniskircheSt. Johanniskirche

Das alte Malzhaus habe ich nur von außen angesehen, es verfügt wohl über imposante Tonnen- und Kreuzgewölbe.

MalzhausMalzhausMalzhausMalzhaus

Ein paar schöne ehemalige Patrizierhäuser aus den Jahren ab 1787 beherbergen heute das Vogtlandmuseum und eine Ausstellung über einen berühmten Sohn der Stadt, den Künstler Erich Ohser. Menschen meiner Generation dürften die liebevoll gezeichneten Vater und Sohn-Geschichten noch in Erinnerung sein.

VogtlandmuseumGedenktafelVater+Sohn-GeschichtenVater+Sohn-GeschichtenVater+Sohn-Geschichten

Von der ehemaligen Stadtbefestigung ist nur noch ein einziger Wachturm erhalten.

Nonnenturm

Direkt gegenüber steht ein eindrucksvolles Denkmal, das an die friedliche Revolution, beginnend im Herbst 1989, erinnert. Plauen war die erste Stadt der ehemaligen DDR, in der die Staatsmacht zum Einlenken gezwungen wurde. Zwei Tage früher als in Leipzig demonstrierten Tausende Plauener und Vogtländer 23 Wochen lang jeden Samstag friedlich für Freiheit, Demokratie und ein wiedervereintes Deutschland.

Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989Denkmal der friedlichen Demonstrationen 1989

Außer der schönen Altstadt mit wunderbar restaurierten Bürgerhäusern gibt es eine breite Einkaufsstraße, auf der lediglich Straßenbahnen fahren dürfen, sowie zwei überdachte Einkaufszentren.

EinkaufsmeileEinkaufsmeile

Der Nachmittag war schnell herum und ich hatte nicht alles gesehen, was mich interessierte. Der Füllstand meiner Batterien sah dank Sonne gut aus und ich beschloss, eine weitere Nacht zu bleiben. Die alten Weberhäuser standen noch auf meiner Wunschliste und auch das Spitzenmuseum. Leider war es das mit Sonne, was gut für den Museumsbesuch war, aber schlecht für Fotos und meine Batterien. In den Weberhäusern und den dazugehörigen Gärten sind heute Galerien und Schauwerkstätten untergebracht. Jetzt im Winter war dort nichts los, aber es gab trotzdem einige nette Motive.

WeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuserWeberhäuser

Von Plauener Spitze hat man ja schon gehört, aber eine genauere Vorstellung hatte ich davon auch nicht. Mich fasziniert an diesen alten Handarbeitstechniken immer wieder, wie arbeitsintensiv, zeitintensiv und detailliert die Herstellung war. Und genauso faszinierend ist, wie früh von Hand- auf industrielle Fertigung umgestellt wurde und wieviele Einzelschritte nötig waren, um einen Entwurf so zu gestalten, dass eine speziell dafür hergestellte Stickmaschine ihn umsetzen konnte. Die industrielle Revolution begann bereits um 1760, ausgehend von England!

Spitzenmuseum Spitzenmuseum Spitzenmuseum Spitzenmuseum Stickmaschine (Detail)UntergrundstoffeStickmaschine

In einigen Vitrinen waren im direkten Vergleich Schaustücke ausgestellt, die mit der Hand oder mit der Maschine gearbeitet worden waren. Manchmal gab es kaum einen Unterschied!

SpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseum

Die großen Decken wurden aus teilweise mehr als hundert Einzelteilen zusammengefügt und es gab spezialisierte Frauen, die Fehler beim Zusammensetzen oder auch Fehler der Stickmaschine mit einer Nähmaschine ausbessern konnten.

SpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseum

Ein sehr informatives und interessantes Museum für jemanden wie mich, der sich für alte „Handarbeits“techniken begeistern kann.

SpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseumSpitzenmuseum

Am Ende des Tages war klar, dass meine Batterien eine Weiterfahrt wünschten, aber ich hatte auch erst einmal alles Wichtige gesehen. Es würde sich aber sicher lohnen, in der wärmeren Jahreszeit noch einmal hierher zurückzukommen, denn das umliegende Vogtland bietet sich an für Wanderungen und Radausflüge. Und besonders eindrucksvoll muss die 1903-1905 erbaute Friedensbrücke sein, die mit einer Höhe von 18m und einer Spannweite von 90m das Syratal überspannt und damit auch heute noch eine der weitestgespannten Steinbogenbrücken der Welt ist.

Ich finde wirklich, Plauen ist Spitze!!!

Plauen ist Spitze

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Auf nach Osten!

 

Ich beschloss, auf jeden Fall noch eine Nacht in der Nähe der Firma Alde zu bleiben, um sicher zu sein, dass mit meiner runderneuerten Heizung alles in Ordnung ist. Es gibt seit einiger Zeit in Röthlein einen Stellplatz, aber nur ohne Strom und VE. Ich musste aber meinen Frischwassertank wieder auffüllen und bei Alde gab es nur die mühsame Möglichkeit per Gießkanne. Man würde die Kundschaft immer in den Nachbarort Grafenrheinfeld schicken, erfuhr ich. Also fuhr ich dort hin und fand einen wirklich schön und absolut ruhig gelegenen Stellplatz für 10 Mobile an einem kleinen See vor (siehe auch das aktuelle Headerfoto).

Grafenrheinfeld


 
Eine Ver- und Entsorgungsstation mit integriertem Kassenautomaten (€6/Nacht) war vorhanden, ebenso Stromsäulen (50 Cent/kW). Der Platz ist halbkreisförmig angelegt und da ich der einzige Besucher war, stellte ich Oscarlotta so, dass ich von meinem Lieblingssessel aus auf den See schauen konnte. Ein Spaziergang um den Fischteich scheiterte daran, dass alle Wege total verschlammt waren.

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeld

Ich verbrachte eine ruhige Nacht und am nächsten Tag schien sogar endlich mal wieder die Sonne! Wie unterschiedlich doch Fotos werden, mit oder ohne Sonne!

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeld

Bevor ich zur VE-Station fuhr, um meine Toilette noch zu entleeren, stellte ich fest, dass der Hebel für den Toilettenschieber nicht mehr so funktionierte wie gewohnt. Er war plötzlich total locker und nur mit Mühe konnte ich den Schieber schließen. NEIIIIN! Nicht schon wieder irgendetwas, das nicht geht! Die Toilette ist doch noch ganz neu. Als ich die Kassette aus ihrem Außenstaufach zog, fiel dort etwas hörbar herunter. Eine Schraube, wie sich herausstellte. Relativ sofort war mir klar, dass es da wohl einen Zusammenhang geben würde zu dem funktionslosen Hebel an der Toilette. Nur, wo gehörte die Schraube hin? Ich holte einen Kreuzschlitzschraubendreher und einen Handspiegel. Der verriet mir dann das Loch, in das die Schraube gehörte und der Rest war Fummelei, denn sehen konnte ich nichts. Und siehe da, mein Hebel an der Toilette öffnete und schloss den Schieber wieder einwandfrei! Smiley

Als klar war, dass ich in den Süden Deutschlands zurückfahren muss, hatte ich überlegt, wie es danach weitergehen soll. Die gleiche Strecke ein drittes Mal fahren? Nein, dazu hatte ich echt keine Lust. Wenn ich jetzt schon so dicht am Osten Deutschlands war, wollte ich dort auch hin. Ich würde meine langfristig geplante Küstentour eben in umgekehrter Richtung angehen, von der Ostsee zur Nordsee. Die Frage war jetzt nur, fahre ich geradeaus nach Norden oder mache ich noch einen Abstecher über Dresden und besuche Norma (die Frau mit dem Roller)? Der gefiel die zweite Möglichkeit besser. Laut lachen

Auf der Hälfte der Strecke liegt die Stadt Plauen. Ich verband den Namen ausschließlich mit der gleichnamigen Spitze. Einen Wohnmobilstellplatz gab es auch, wenn auch nur am Rande eines Großparkplatzes und ohne alles, dafür aber kostenlos. Eine Nacht durfte man dort stehen. Als ich ankam, war Oscarlotta mal wieder das einzige Wohnmobil. Die 11 Spuren, ausgewiesen für Wohnmobile und Busse, waren lang, schief und sehr schmal. Im Sommer bestimmt lustig! Verwirrtes Smiley Vor Ort stand nichts mehr von einer 24 Stunden-Begrenzung und ich beschloss, das zu vergessen. Wer sollte jetzt im Winter etwas dagegen haben, wenn ich länger dort stehe? Prinzipiell könnte ich Oscarlotta ja auch jeden Tag auf einen anderen Platz stellen, aber so lange wollte ich gar nicht bleiben.

PlauenPlauen

Die Stadt war gleich gegenüber, das ehemalige Schloss, von dem nur noch ein paar Mauern übrig sind, nebenan. Die Umgehungsstraße war weit genug weg, um nicht zu stören. Ich stand gut und freute mich darauf, am nächsten Tag die Stadt zu erkunden. Mal wieder ein gemütliches Café wäre schön! Pizza Kaffeetasse

Plauen

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.