Henrichshütte Hattingen – mein grünes Ruhrgebiet :-)

Das immer noch gängige Vorurteil gegenüber dem Ruhrgebiet, auch Kohlenpott genannt – oder liebevoll einfach POTT – ist immer noch: „Da ist doch alles kohlenstaubschwarz!“. Nein, liebe Leser, DAS STIMMT NICHT (MEHR). Ich wurde 1950 hier geboren und meine Kindheitserinnerungen bis ins junge Erwachsenenalter sind wirklich so. Die Häuserfassaden waren anthrazitgrau, wenn meine Mutter im Sommer Gäste auf der Terrasse bewirten wollte, wurden die Kaffeetassen bis zum Eintreffen der Gäste verkehrt herum auf die Unterteller gestellt. Kohlenstaub war immer in der Luft, verfärbte die draußen zum Trocknen aufgehängte Wäsche, wenn man nicht aufpasste. Die äußeren Fensterbänke hätte man halbstündlich mit Erfolg abwischen können. ABER SO IST ES SCHON LANGE NICHT MEHR!!! Das Zechensterben begann unaufhaltsam bereits 1957/58, ironischerweise wegen eines Überangebots an Kohle, aber auch wegen der sinkenden Ölpreise und erreichte seinen Höhepunkt 1963, als 13 Zechen gleichzeitig geschlossen wurden. Bis 1975 gab es in früheren Bergbaustädten wie Bochum, Essen, Herne oder Wattenscheid so gut wie keine Bergwerke mehr. Aber der Kohlenpott bestand nicht nur aus kohlefördernden Zechen, es gab und gibt auch die Hüttenwerke, in denen aus Eisenerz Eisen wird, die Kokshochöfen, die daran maßgeblich beteiligt sind und die Stahlindustrie, z.B. Thyssen-Krupp. Anfang 2012 waren in Nordrhein-Westfalen noch vier Zechen in Betrieb: das Bergwerk West wurde Ende 2012 und die Auguste Victoria wurde Ende 2015 stillgelegt, Bergwerk Ibbenbüren und Prosper-Haniel werden 2018 folgen. Staatlich subventioniert wird der Abbau von Steinkohle noch bis 2018, danach wird dieses Kapitel in der Geschichte des Ruhrgebiets endgültig abgeschlossen sein.

Viele stillgelegte Zechenanlagen oder Hochöfen sind zu Veranstaltungsorten geworden, Teil der Industriekultur Ruhrgebiet. So hätte der Stahlindustrielle August Thyssen (1842-1926) wohl kaum vermutet, dass eines Tages in seinem zum Landschaftspark Duisburg-Nord umgewandelten Stahlwerk Duisburg-Meiderich Freizeittaucher im Gasometer schwimmen würden! Das wohl bekannteste Beispiel ist die Zeche Zollverein, seit Dezember 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Falls es einen von euch mal hierher verschlägt, empfehle ich hier oder anderswo eine Zechenführung, besonders eindrucksvoll als Fackelführung, weitergehende Infos „hier„.

Ich stehe seit einigen Tagen ganz in der Nähe der Henrichshütte in Hattingen. Hattingen hat seit meiner Geburt einen hohen symbolischen Wert, habe ich doch 50 Jahre meines Lebens in der Hattinger Straße in Bochum gelebt. Hattingen hat einen schönen Campingplatz direkt an der Ruhr, der leider erst am 1. April öffnet. So stehe ich auf dem Wohnmobilstellplatz auf der anderen Seite der Ruhr. Hier gibt es 15 Stellplätze, genaueres „hier“ nachzulesen (freies WLAN!!!). In wenigen Schritten ist man an der Bushaltestelle, die Linie 558 fährt direkt in das Stadtzentrum von Hattingen, ein hübsches Fachwerkstädtchen, von wo man Anschluss z. B. nach Bochum (es gibt hier noch Straßenbahnen) und von dort aus in die ganze Welt hat. Zwinkerndes Smiley

Sorry für die vielen Links, aber ihr habt sicher schon gemerkt, dass die Pferde (etwas) mit mir durchgegangen sind! Ich liebe halt meinen „Pott“, hier sind meine Wurzeln. Und da ich schon fast 4 (in Worten: VIER) Jahre nicht mehr hier war, musste es mal wieder etwas ausführlicher sein. Und wie grün es hier wirklich ist, seht ihr auf der Karte oben. Beim Bushaltezeichen an der Ruhr links von der Henrichshütte befindet sich der Stellplatz.

Und jetzt sage ich „GLÜCK AUF„!!!

Stellplatz in Hattingen

 

P. S.: Wer Uschi vermisst, die ist mit Fix und Boxi schon bei Luise an der Oste. Es lohnt sich also, ab und zu auch mal einen Blick dorthin zu werfen. Wer Abonnent/Follower ist, bekommt automatisch eine Benachrichtigung bei neuen Blogbeiträgen.

written by Ingrid

Hafenfest in Duisburg

 
 
Unsere Zeit im Ruhrgebiet ist schon wieder zu Ende! Wir hatten ein wenig Pech mit dem Wetter, es hat viel geregnet und war relativ kalt für die Jahreszeit. Aber wir hatten ja unseren Smartie und sind insgesamt knapp über 1000 km mit ihm unterwegs gewesen. Am liebsten würden wir ihn ja behalten 😉

Gestern waren wir, trotz Regens, in Duisburg und haben uns den neuen Innenhafen angeschaut. Wir wussten nicht, dass dieses Wochenende dort das große Hafenfest mit einer Drachenboot-Regatta stattfindet. Es ist die größte Drachenboot-Fun-Regatta Deutschlands mit 170 Mannschaften und 3500 Teilnehmern, sie findet zum 13. Mal statt und steht im Guiness-Buch der Rekorde. Wir erlebten den Start mit den Ausscheidungskämpfen der Duisburger Schulen. Die Mannschaften hatten so lustige Namen wie: Pustefix, Quietscheente, Powergirls, Red Dragon, Schweinehaufen, Top 13, Gummibärchenbande, Taifun Mercator… Leider sind die Fotos wegen der fehlenden Sonne etwas farblos (außerdem in Ermangelung eines Fotoapparates mit meinem Handy aufgenommen), aber zum Glück hatte wenigstens der Regen aufgehört!

Plan Innenhafen Innenhafen (alter Teil) Innenhafen (neuer Teil) Drachenboot-Regatta (1) Drachenboot-Regatta (2) Drachenboot-Regatta (3) Drachenboot-Regatta (4) Drachenboot-Regatta (5) Drachenboot-Regatta (6) Drachenboot-Regatta (7) Innenhafen mit Lego-Giraffe Viva España

Anschließend sind wir noch in die City gefahren und ich war total positiv überrascht! Ich hatte keine guten Erinnerungen an die Duisburger Innenstadt, aber es hat sich so viel verändert, dass sie mir jetzt ausgesprochen gut gefällt (Uschi auch). Da können meiner Meinung nach weder Bochum noch Essen noch Dortmund mithalten, von Gelsenkirchen wollen wir gar nicht erst reden (sorry, Ulrich+Maria!). Vom hässlichen, grauen, schmutzigen Kohlenpott meiner Jugend ist wirklich fast nichts mehr übrig geblieben! Es gibt sehr viele Landschaftsparks, ehemalige Zechenanlagen sind umgewandelt worden in “Event”-Anlagen, die Zeche Zollverein in Essen gehört ja sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO. (Fast) alle Vorurteile, die sich hartnäckig über das Ruhrgebiet halten, sind wirklich nicht mehr haltbar!

Einkaufscenter Duisburg Nana-Adler von vorne Nana-Adler von hinten

Morgen fahren wir dann ein Stück weiter gen Norden bis Rendsburg. Am Mittwoch geht unsere StenaLine-Fähre von Kiel nach Göteborg.

Am grünen Rand vom Ruhrpott

 
 
Seit Sonntag sind wir in meiner alten Heimat! Wir stehen ziemlich in der Mitte zwischen Bochum, wo ich die ersten 50 Jahre meines Lebens gelebt habe und dem Schwalm-Nettetal, wo ich über ca. 15 Jahre viele, viele Wochenenden und Ferienwochen auf einem Campingplatz in meinem kleinen Wohnwagen verbracht habe. Wir sind in dem Camping- und Ferienpark “Blaue Lagune” in der Nähe von Wachtendonk, kurz vor der holländischen Grenze bei Venlo. Die Anlage ist sehr weitläufig mit Dauercamper-Teil, Mobilheim-Park, Touristen-Teil, getrennt nach Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen, Ferienhäuschen und –häusern, einem Badesee mit Sandstrand, einer Wasserski-Anlage und einem Hochseilklettergarten. Das Wetter ist leider nicht so toll, aber vermutlich wäre sonst der Teufel hier los! Das große “Vollmondfest” mit über 1000 Teilnehmern haben wir glücklicherweise um einen Tag verpasst 😉

in der Blauen Lagune Blaue Lagune (Wasserskianlage und Hochseilgarten) 007 Ferienhäuschen (4) Blaue Lagune (Strand) Blaue Lagune (See)

Am Montag haben wir mit Martinas Hilfe unseren Mietwagen abgeholt. Wie ich es mir heimlich gewünscht hatte, hat unser kleines Smart-Cabrio die Farbe blau/silber mit schwarzem Dach. Es ist sooo niedlich!!! Es macht unheimlich Spaß, mit ihm durch die Gegend zu fahren, es ist richtig spritzig und fährt auch auf der Autobahn wie ein Großer! Hoffentlich können wir noch mit offenem Verdeck fahren.

Smart-Treffen unser Kleiner

Gestern sind wir mal kurz über die Grenze nach Venlo. Ich war positiv überrascht, wie nett dieses Städtchen geworden ist. Leider machten alle Geschäfte Punkt 18 Uhr zu und wir hatten Mühe, noch ein paar Patatas frites zu bekommen.

Venlo Rathaus Venlo Häuserzeile

Heute entwickelte sich das Wetter noch richtig gut, sodass wir schön durch Brüggen bummeln konnten und uns dort zwei leckere Eisbecher genehmigt haben.

Brüggen 'Alter Bahnhof' Lok

Morgen geht es dann mal wieder in die Hattinger Straße 106!