Abschlussbericht Rügen

 

Auf Rügen gibt es natürlich noch ein paar mehr Highlights außer Putbus oder Klein Zicker oder dem Rügen-Markt. Unser tägliches Highlight (sorry, wenn ich mich wiederhole) war aber nach wie vor unser Ausblick. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele Sonnenuntergangsfotos in so kurzer Zeit gemacht zu haben. Die erhofften Kraniche haben sich leider bei uns nicht niedergelassen und bei unseren diversen Ausflugsfahrten haben wir sie auch nicht gesehen. Dafür aber umso mehr Wildgänse! Und die veranstalten auch schon ein ganz schönes Geschrei. Smiley mit geöffnetem Mund

Thiessow Ausblick

Die Stubnitz auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten Rügens mit dem berühmten Königsstuhl und den sonstigen Kreidefelsen haben wir ausgelassen, aber zum Kap Arkona sind wir mal wieder gefahren. Die Leuchttürme haben wir allerdings nur aus der Entfernung gesehen, wir sind nur bis zum Fischerdörfchen Vitt gelaufen. Die wenigen Menschen, die dort noch leben, sind bestimmt froh, wenn die Saison vorbei ist und nicht mehr jeden Tag hunderte von Touristen durch ihre Vorgärten laufen. Verwirrtes Smiley

Kap ArkonaKap ArkonaVittVitt

Im Westen der Insel waren wir noch, auf der Insel Ummanz. Dort werden Kranichbeobachtungstouren, zu Fuß und per Schiff, angeboten, aber dafür war es schon zu spät im Jahr. Wir haben einfach nur die Landschaft genossen und konnten Ummanz einmal umrunden. Es gibt einige Campingplätze dort, aber man ist schon sehr weit von allem entfernt. In Gingst hatten wir auf der Hinfahrt ein vielversprechendes Café an der Hauptstraße entdeckt, erkennbar an einem Tisch und zwei Stühlen auf dem Gehweg und einem Schild. Auf dem Rückweg kehrten wir dort ein und entdeckten ein kleines Museums“dorf“. Das Café war gleichzeitig ein Verkaufsladen, Kaffee und Kuchen gab es in/auf handgefertigtem Keramikgeschirr.

GingstGingstGingstGingstGingstGingstGingstGingst

Ja, und dann stand noch Prora auf meiner Wunschliste! Vor zwei Jahren waren wir das erste Mal dort („hier“ nachzulesen) und hatten über die Sanierungsfortschritte gestaunt und was man aus so altem Gemäuer entstehen lassen kann. Zu den Ruinen hatten wir es damals nicht geschafft und das holten wir jetzt nach. An der Nordflanke des 4,7km langen Kolosses besteht ein Block überwiegend nur noch aus Trümmerresten. Hier wurden während der Besetzung durch die Sowjetarmee 1945 und später durch NVA-Einheiten Schießübungen vorgenommen, Nahkampf- und Häuserkampfübungen absolviert und Sprengversuche gemacht. Durch die massive Stahlbetonbauweise konnte allerdings nicht alles zum Einsturz gebracht werden. Nach Kriegsende versuchte man, die Gebäude zu demontieren. Ein „Abbau per Hand“ durch verpflichtete Ortsansässige musste nach einigen Unfällen mit Todesfolge aufgegeben werden. Ende der 1940er-/Anfang der 1950er-Jahre wurde aus Sicherheitsgründen der nur bis zum 4. Stockwerk errichtete vierte Block vollständig gesprengt. Seine Trümmer sollen noch im Wald verstreut liegen. Wir haben uns nur den Block 3 angesehen, das war schon ausreichend. Uschi mag so etwas überhaupt nicht, mich fasziniert es.

ProraProraProraProraProraProraProraProraProraProraProraProra

Der große Festplatz in der Mitte der Anlage war eine Großbaustelle und gesperrt. Wir wollten eigentlich noch nachsehen, was sich bei den vor zwei Jahren in Renovierung befindlichen Blöcken getan hatte, fanden aber keinen Parkplatz. Okay, wir hätten das Verbotsschild für Wohnmobile über 2,8t einfach übersehen sollen! Cooles Smiley

Da wir nun keinen Kaffee bekommen hatten, beschlossen wir, auf der Rückfahrt in einem Restaurant zu Abend zu essen. Aber wo? In Sellin kamen wir am Kleinbahnhof (jetzt für den Rasenden Roland) vorbei und fuhren kurzentschlossen auf den Parkplatz. Eine gute Entscheidung! Das ehemalige originale Bahnhofsgebäude mit Fahrkartenverkauf, Gepäckraum und Wartehalle, in Betrieb seit Ende des 19. Jahrhunderts, wurde 1999 zum Restaurant umgebaut unter Beibehaltung vieler Eisenbahnmerkmale. So sitzt man in der 1. Klasse stilgerecht im Ambiente eines Reisesalonwagens mit den typischen alten Glaslampen, Wandmalereien, Holzvertäfelungen und Seidentapeten.

SellinSellinSellinSellinSellin

SellinIn der 2. Klasse wurden alte Kirchenbänke zu Sitzbänken umgebaut

 

 

 

 

 

 

 

 

und in der 3. Klasse sitzt man in einem gemütlichen Holzklassenwagon auf originalen Holzbänken mit nostalgischem Flair.

Sellin

Es hat uns nicht nur sehr gut gefallen, sondern auch geschmeckt!

In der letzten Oktoberwoche fuhren wir ein letztes Mal mit dem Bus nach Göhren, in der Annahme, dass er wie immer den Abstecher nach Alt Reddewitz macht. Dem war aber nicht so, weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt. Anscheinend gelten mit dem schon in Kraft getretenen Winterfahrplan andere Bedingungen. So konnten wir also nur von Göhren Abschied nehmen. Hätten wir vielleicht auch ein Schloss dort lassen sollen, um sicherzustellen, dass wir wiederkommen möchten?

GöhrenGöhrenGöhrenGöhrenGöhren

Leider ist unsere Zeit auf Rügen jetzt schon wieder herum. Enttäuschtes Smiley Am Donnerstag letzter Woche (31. Okt.) hätten wir schon abreisen müssen. Für Dienstag dieser Woche hatte ich einen Termin für Oscarlotta in einer Iveco-Werkstatt in Stralsund vereinbart, die HU ist wieder fällig, ein Ölwechsel sollte auch mal wieder gemacht werden sowie alle anderen notwendigen Servicemaßnahmen. Da die Aufbaubatterien inzwischen 12½ Jahre alt sind, was ja schon eine Sensation ist, traue ich mich nicht, noch einen Winter in Deutschland damit anzugehen. Also werde ich Oscarlotta und mir zwei neue Gel-Akkus spendieren. Natürlich müssten wir im Anschluss an unser Herbstangebot in Thiessow den vollen Preis von €18 pro Nacht bezahlen (Nachsaison, 1 Mobil, 1 Person), aber der Stellplatz in Stralsund kostet inzwischen auch schon €16. Ich beschloss für mich, die zwei Euro mehr mit Vergnügen zu investieren für die Ruhe und den Ausblick und erst am Sonntag oder am Montag nach Stralsund zu fahren. Uschi blieb noch eine weitere Nacht und fuhr dann am Freitag schon einmal vor. Am Donnerstag machten wir bei Sonnenschein unseren gemeinsamen Abschiedsspaziergang an den Strand

ThiessowThiessowThiessowThiessowThiessowThiessowThiessowThiessow

und durften anschließend noch einmal einen herrlichen Sonnenuntergang bewundern. Verliebt

SonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

Ich machte am Freitag Nachmittag eine allerletzte Abschiedsrunde, da für Samstag Regen angesagt war. Zum ersten Mal blies ein ekelhaft kalter Wind, ich hatte den ganzen Strand für mich allein, aber mein Spaziergang fiel dann doch etwas kürzer aus. Es ist spürbar kälter geworden, aber solange die Sonne wenigstens ab und zu scheint, ist alles gut. Und das tat sie die letzten Tage immer mal wieder. Wie anders die Landschaft doch aussieht, mit oder ohne Sonne!

ThiessowThiessowThiessow

Ich erledigte in weiser Voraussicht nach meinem Spaziergang auch gleich noch meine Außenarbeiten, sodass ich am Sonntag nur noch mein Stromkabel abziehen und verstauen müsste und von den Keilen fahren. Das war eine gute Entscheidung, denn am nächsten Tag regnete es fast ununterbrochen. Ich hätte mit absolut keinem Sonnenuntergangs-Abendhimmel gerechnet, aber ich wurde dann doch noch überrascht!

Sonnenuntergang

In der Rezeption hatte ich ausgehandelt, dass ich nicht bereits um 10 Uhr abgereist sein muss, sondern erst um 12! Offiziell war am Sonntag der letzte Tag der Saison und der Rezeptionist hatte anschließend Feierabend. Der Campingplatz schließt zwar nicht über den Winter, aber es kann durchaus sein, dass die Rezeption tagelang nicht besetzt ist, wenn keine Gäste auf dem Platz sind. Es gibt auch für den Winter ein Angebot, man kann sein Wohnmobil oder seinen Wohnwagen von Anfang November bis Ende März für €199 stehenlassen und zahlt bei Anwesenheit dann noch die Personengebühr von €3,50 zusätzlich. Dann wird das vordere Sanitärgebäude geöffnet und geheizt, die Platzbeleuchtung eingeschaltet (nur im vorderen Platzbereich) und ein Ansprechpartner ist stundenweise oder nach Absprache anwesend, um z. B. Gasflaschen zu tauschen oder Dusch- und Waschmaschinenmarken zu kaufen. Das Waschen und Trocknen kostet hier übrigens pro Durchgang nur EINEN sagenhaften Euro (sonst i. d. R. €2,50 oder sogar €3)!!!

Am Sonntag hörte es netterweise auf zu regnen, als ich soweit fertig war, um raus zu müssen. Meine Keile bzw. Auffahrplatten waren innerhalb der zwei Monate so weit in den Boden gedrückt worden, dass in allen Zwischenräumen Erde war und schon Gras herauswuchs. Smiley Mein Stromverbrauch hielt sich in erfreulichen Grenzen, im Schnitt ein Kilowatt pro Tag, das allerdings mit teuren 80 Cent berechnet wird. Es macht sich immer bezahlt, dass ich bei Sonnenschein der Solarladung den Vorrang geben kann.

Abschied von ThiessowAbschied von ThiessowAbschied von Thiessow

Ich machte noch ein paar Abschiedsfotos und stand um zehn Minuten vor 12 Uhr in der Rezeption. Diese speziellen Angebote des Campingplatzes (Herbst, Winter, Frühjahr) müssen im Voraus mit einer Anzahlung von €50/Platz gebucht werden. Bezahlt wird dann bei Ankunft und ob man den verfügbaren Zeitraum voll ausschöpft oder nicht, bleibt einem selbst überlassen. Ich brauchte jetzt also nur noch meinen Strom zu zahlen und mich zu verabschieden.

Insel Rügen

Ich bin nicht gerne weggefahren! Weinendes Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Statusbericht Rügen Teil 2

 

Die schönen sonnigen Tage nutzten wir bisher für kurze oder längere Strandspaziergänge mit und ohne Einkehr, für Radtouren, für Überlandfahrten mit Fix und Boxi oder für Busfahrten nach Göhren oder Sellin. Einige stürmische Höhlentage gab es auch, aber erfreulich wenig Regen.

Strandkiosk Klein ZickerStrandkiosk Klein ZickerStrandpromenade Thiessow

Eines schönen Tages im September wollten wir per Bus nach Binz. Das bedeutet zweimal umsteigen, einmal in Göhren und einmal in Sellin, am sogenannten Serams Wendeplatz. Ich überlegte mir, dass wir für die Hinfahrt auch den Rasenden Roland nehmen könnten und Uschi war einverstanden. Also fuhren wir mit dem Bus nur bis Göhren zum Bahnhof und konnten sofort in den schon wartenden Zug, der hier seine Endstation hat, einsteigen.

Rasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender RolandRasender Roland

Ein Zug besteht immer aus der hervorragend gepflegten Kleinspurlok, vier geschlossenen Waggons, davon ein Speisewagen, einem offenen Aussichtswaggon und noch einmal vier geschlossenen Waggons, einer oder zwei davon für Gepäck- bzw. Fahrradtransport. Wir hatten Glück und ergatterten die letzten beiden Sitzplätze im offenen Waggon. Kurz darauf ging es auch schon los. Die Fahrpreise sind nicht ganz niedrig, aber einmal muss man das gemacht haben, wenn man schon hier ist. Die Gesamtstrecke geht von Göhren bis Lauterbach Mole und entweder fährt man von dort wieder zurück oder man steigt um auf ein Schiff und fährt mit diesem bis Sellin (umgedreht ist natürlich auch möglich). Die kombinierte Tour kostet pro Person €17,50 (Kinder 4–14 Jahre €10,50). Ein Hund kostet, unabhängig wie alt er ist, ebenfalls €10,50!!! Zwei Erwachsenen mit bis zu drei Kindern zahlen €45,00.

Kombitour Rasender Roland

Der Rasende Roland fährt bereits seit 120 Jahren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30km/h und einer Spurbreite von 750mm über die Insel und erfreut sich ungebrochener Begeisterung bei den Touristen. Überall an der Strecke stehen filmende Enthusiasten. Die Gesamtstrecke beträgt 24km, für die der Zug eine gute Stunde braucht. Vielleicht würde er besser Fauchender Roland heißen, aber vor 120 Jahren waren 30km/h vermutlich schon rasend schnell. Laut lachen An den Stationen Putbus, Binz LB, Sellin Ost und Göhren laden gemütliche Bahnhofsgaststätten zur Einkehr ein.

Sellin OstHaltestelle Granitz

Wir fuhren also von Göhren bis Binz und zahlten dafür €6,60/Person. Hätten wir einen Hund dabei gehabt, wären noch einmal €3,30 fällig geworden und für Fahrräder je €3. Die Fahrstrecke bis Binz ist ein wenig langweilig, weil es fast nur durch Wald geht, kurz vor Binz durch das Waldgebiet der Granitz, von wo man auch fußläufig zum gleichnamigen Jagdschloss gelangt. Allerdings sind diese Buchenwälder wunderschön! Unangenehm wird es, wenn der Wind so steht, dass der Rauch in Richtung der Waggons geblasen wird. Er hat einen ganz spezifischen Geruch, den man nicht einatmen mag und den man den ganzen restlichen Tag in der Nase behält. Und der Rauchausstoß ist bei einer Dampflok schon gewaltig! Sicher auch nicht mehr klimapolitisch vertretbar, aber es bringt halt gutes Geld.

In Binz stiegen wir also aus und mussten dann noch eine ganze Weile an der Hauptstraße entlanglaufen, bis wir zur Fußgängerzone kamen. Es hätte natürlich auch die Möglichkeit gegeben, die Bäder-Bimmelbahn zu nehmen. Binz ist recht nett, die weißen Häuser in Bäderarchitektur sehen schön aus und wer hier hungrig oder durstig ist, hat eine Riesenauswahl. Bei schönem Wetter sind alle Tische in allen Gartenlokalen belegt! Uns zog es natürlich wieder zu Junge!!! Zwinkerndes Smiley

BinzBinz

Zurück nahmen wir dann den Bus. Da wir mit unserer Kurkarte ja erst ab Sellin kostenfrei fahren können, zahlten wir von Binz bis Sellin €3,20/Person. Das bedeutet, dass wir ganz schön sparen bei unseren kostenfreien Fahrten. Smiley

In Göhren angekommen hatten wir Glück und mussten nicht ein zweites Mal umsteigen, der Bus änderte seine Nummer und Zielanzeige und fuhr uns direkt zum Campingplatz.

Eine weitere Bustour machten wir nach Sellin. Dort fängt die Haupteinkaufsstraße und „Fressmeile“ direkt an der Bushaltestelle an. Sellin gefällt uns noch besser als Binz. Die Architektur und die Restaurantdichte ist zwar gleich, aber die Wilhelmstraße ist, obwohl keine Fußgängerzone, sehr hübsch mit ihren Bäumen zu beiden Seiten. Und das Highlight ist natürlich die Selliner Seebrücke! Vielleicht ist die Seebrücke von Ahlbeck auf Usedom durch den Loriot-Film „Pappa ante Portas“ bekannter und sie ist auch die ältere (1882), aber schöner ist sie sicher nicht. Wir kennen beide und uns gefällt die in Sellin besonders gut. Beiden Seebrücken gemeinsam ist, dass ihre weit ins Meer hineinragenden Stege durch Eisschollen zerstört wurden und wieder aufgebaut werden mussten. In Ahlbeck nur im Winter 1941/42, in Sellin zusätzlich noch 1918 und 1924. Erst in den 1970er-Jahren wurden die Holzpfosten gegen Stahlträger ausgetauscht, die vom Eis nicht mehr zerdrückt werden können. Das ist zwar sinnvoll, sieht aber lange nicht so schön aus. Baubeginn in Sellin war 1906 und außer dem Gebäude auf dem Brückenkopf (noch ohne die seitlichen Anbauten) entstand eine Seebrücke von sagenhaften 508 Metern. Nach der ersten Beschädigung durch Packeis baute man erneut auf „nur“ noch 500m auf, zusätzlich wurde aus dem Gebäude eine Konzerthalle, später genutzt als äußerst beliebtes Tanzlokal. Da über einen Zeitraum von 20 Jahren zu DDR-Zeiten nichts mehr renoviert wurde, musste das Gebäude samt Brückenkopf 1978 abgerissen werden. Erst 1991 begann der Wiederaufbau, unterstützt durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und orientiert an den Bauten von 1906 und 1925. Seit dem 2. April 1998 ist die Seebrücke wieder in Betrieb. Sie wurde zwar auf 394m verkürzt, ist damit aber immer noch die längste der Insel. (Quelle: Wikipedia)

Seebrücke SellinSeebrücke Sellin1. Seebrücke von 1906Die Seebrücke der 1930er-JahreZerstörung Winter 1924Zerstörung Winter 1942

Zur Seebrücke hinunter und wieder zur Stadt hinauf gibt es sowohl eine lange, steile und breite Treppe mit steinernen Ruhebänkchen als auch zwei breite Rampen und sogar einen kostenfreien Aufzug. Wer von uns nahm die Treppe und wer den Aufzug??? Cooles Smiley

In Göhren muss man von der Seebrücke zur Stadt ebenfalls ein paar Höhenmeter überwinden und es gibt auch einen Aufzug bzw. eine Zahnradbahn. Der Transport kostet allerdings einen Euro.

Seebrücke Göhren

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Ein Tag am Meer

 

Ja, es gefällt uns immer noch sehr gut hier!

Nein, wir schauen nicht ausschließlich den ganzen Tag aus unseren Fenstern – ab und zu unternehmen wir auch etwas. Laut lachen

Thiessow

Für Montag sagte die Wettervorhersage Sonnenschein voraus und noch keinen Regen oder Wind wie für die kommenden Tage. Putbus stand noch auf unserer Liste. Dort waren wir das letzte Mal 2003. Da es auf direktem Weg nur 28km sind, fuhren wir einen kleinen Umweg. Es ging an Bergen vorbei über kleinste Sträßchen durch ein paar Dörfer. Im Ortskern geht die asphaltierte Straße ganz oft in Kopfsteinpflaster über, eine gut funktionierende Methode der Geschwindigkeitsverringerung ganz ohne Schilder. Zwinkerndes Smiley Wir fragen uns immer wieder, wie das Leben in diesen von der Welt abgeschnittenen Dörfern wohl zu Zeiten der ehemaligen DDR war und denken, dass die Menschen damals überwiegend Selbstversorger sein mussten. Nicht nur, dass der nächste Konsum weit weg war, das Angebot war ja auch nicht üppig. Viele Häuser sind inzwischen saniert, einige neu erbaut und es wohnen augenscheinlich (auch) junge Familien dort. Aber die Wege sind nach wie vor weit, auch wenn die „Welt“ erreichbarer geworden ist.

Ausflugsfahrt

Wir fuhren bis zu der einzigen Fähre zum Festland in Glewitz, man kommt in etwa auf halber Strecke zwischen Stralsund und Greifswald über den Strelasund. Allerdings könnte nur Uschi dort übersetzen, die Gewichtsbeschränkung liegt bei 5t! Also natürlich Uschi zusammen mit Fix und Boxi! Cooles Smiley

Rügen ist ja eine Insel mit sehr zerklüfteter Küstenlinie und immer wieder kleinen „angeklebten“ Halbinseln oder „Fingern“. Auf einer solchen, der Mönchgut-Halbinsel, liegt Thiessow, aber ganz im Süden der Insel, hier, wo die Fähre ist, gibt es eine weitere, Zudar genannt. Auf der Karte fand ich den Ort Zicker. Bei uns gibt es ja, wie schon erwähnt, Klein Zicker und Groß Zicker. Also schauten wir uns auch Zicker mal an. Dorthin gab es tatsächlich noch eine Buslinie, obwohl die Straße nur noch einspurig war und in Teilen nur aus zwei Fahrstreifen aus Betonplatten bestand. Alle paar hundert Meter gab es eine Ausweiche und natürlich kam uns an der ungünstigsten Stelle der Bus entgegen! Der Busfahrer war freundlich und rangierte sein Gefährt in die einzig verfügbare Lücke, sodass wir uns mit Fix und Boxi vorbeiquetschen konnten. Mit Oscarlotta wäre es schwierig geworden!

Ich hatte als Beifahrer die Karte der Insel auf dem Schoß und irgendwann fiel mir auf, dass nicht etwa die Orte mit „ow“ am Ende (wie üblich in diesem Teil Deutschlands, z. B. Thiessow) in der Überzahl sind, sondern eindeutig (!) die „itze“. Kleine Auswahl gefällig? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!!! Erstauntes Smiley

Sassnitz

Üselitz

Losentitz

Silmenitz

Groß Schoritz

Venzvitz

Poseritz

Krakvitz

Kasnevitz

Groß Kubitz

Karnitz

Boldevitz

Parchtitz

Vilmnitz

Granitz

Alt Reddewitz

Buschvitz

Ramitz

Neddesitz

Varnkevitz

Gramtitz

Nadelitz

Nistelitz

Garftitz

Kartzitz

Jamitz

Reischwitz

Pachtitz

Thesenvitz

Lipsitz

Muglitz

Platvitz

Dreschvitz

Dönkvitz

Dußvitz

Klucksevitz

Bußvitz

Lüßvitz

Dubkevitz

Rattelvitz

Varbelvitz

Teschvitz

Presnitz

Garditz

Tribkevitz

Jabelitz

Libnitz

Vaschvitz

Retelitz

Schmantevitz

Fernlütkevitz

Kreptitz

Starrvitz

Polkvitz

Silvitz

… ???

Die Rücktour verlief „unten herum“, wir machten noch einen kurzen Abstecher nach Lauterbach, wo wir 2003 auf dem Wohnmobilstellplatz gestanden hatten und fuhren dann nach Putbus hinein. Die Attraktion hier sind die 15 im klassizistischen Stil erbauten und kreisförmig angeordneten strahlend weißen Häuser, in Auftrag gegeben 1810 von Fürst Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus. Wir fragten uns, wie wohl der Name Putbus entstanden sein könnte und natürlich kennt (Quelle) Wikipedia die Antwort: „Der Name Putbus leitet sich vom slawischen epod boz her und bedeutet hinter dem Holunderbusch.“ Na ja, kann man glauben oder auch nicht.

Die Häuser sind recht ansehnlich und imposant, einige sind allerdings noch oder wieder renovierungsbedürftig. Sehen kann man sie nur, wenn man einmal um den ganzen Platz, Circus genannt, herumläuft. Aus der aufwändig angelegten Parkanlage mit ihren 8 baumgesäumten Wegen, die alle auf einen 19m hohen Obelisken zulaufen, sieht man nur Fragmente von ihnen. Dieser Platz, das Wahrzeichen von Putbus und beliebter Ausflugsort, gilt als letzter einheitlich ausgeführter Rondellplatz Deutschlands.

Circus PutbusCircus PutbusCircus Putbus

Viel mehr bietet Putbus nicht, vielleicht noch die Orangerie, den Marstall und das Mausoleum im Schlosspark. Wir hatten aber noch ein anderes Ziel! Vor längerer Zeit war ich in einem Dokumentationsfilm über Rügen auf ein ungewöhnliches Geschäft aufmerksam geworden mit einem ebenso ungewöhnlichen Namen: „Ein Tag am Meer“. Es wurden lustig bemalte Treibholzstücke gezeigt, die hier gefertigt und verkauft werden. Wir fanden den Laden an der Hauptstraße nur wenige Meter vom Circus entfernt. Und wir waren begeistert!!! Weil die Exponate so liebe- und phantasievoll gestaltet sind, gibt es hier alle Fotos, die ich gemacht habe. Smiley mit geöffnetem Mund

Ein Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am MeerEin Tag am Meer

Wenn wir über mehr Platz verfügen würden, hätten wir sicher mehr mitgenommen als „nur“ zwei Schlüsselanhänger.

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.