Harzblick

 
 
HarzblickWeiter ging es, diesmal wieder nur eine überschaubare Strecke, in den Harz. Dort war Uschi noch nie so richtig und ich zum ersten Mal in meinem Leben in Braunlage im Kinderheim, mit 11 Jahren. Wir entschieden uns für einen kleinen privatgeführten Stellplatz in der Nähe von Wernigerode. Das sollte sich als goldrichtig herausstellen. Nicht nur, dass der Platz sehr liebevoll gestaltet und mit €10 noch verhältnismäßig preiswert ist, sondern der Betreiberin, Frau König, ist es ein persönliches Anliegen, dass ihre Gäste sich wohl und gut betreut fühlen. Bei jedem neu ankommenden Wohnmobil erscheint sie unmittelbar nach Ankunft mit einem Körbchen am Arm, in dem Begrüßungsleckerli sind. Für die Menschen! Eine sehr sympathische Geste! Verliebt Die Anmeldeprozedur, die in einem offenen Holzpavillon stattfindet, gestaltet sich sehr ausführlich, da nicht nur die Kurkarte ausgefüllt werden muss, sondern es auch noch jede Menge Tipps gibt. Der Kurbeitrag beträgt €2,50/Tag/Person, dafür kann man allerdings im gesamten Harzkreis kostenfrei Bus fahren und bekommt außerdem noch die üblichen Rabattcoupons für Einkäufe oder Restaurantbesuche etc…
Wir hatten vorsichtshalber zwei Plätze reserviert und auch wenn es bei unserer Ankunft noch nicht so aussah, als ob das nötig gewesen wäre, so zeigte sich schon zwei Tage später, dass nicht nur wir auf diesen Platz aufmerksam geworden waren. Die offiziell angegebenen 20 Plätze waren jeden Abend belegt, wobei es ab 15 Mobilen schon äußerst schwierig wurde. Ich schlug vor, eine zweite Etage ins Auge zu fassen, aber Frau König meinte, noch mehr arbeiten wolle sie eigentlich nicht mehr in ihrem Alter. Sie betreibt den Platz zusammen mit ihrem jetzt schwer erkrankten Mann seit 15 Jahren auf eigenem Grundstück hinter ihrem Wohnhaus. Der Stromkasten wird bei jedem Ankömmling oder Abreisenden auf- und wieder zugeschlossen, der Zählerstand wird notiert und man bezahlt 60 Cent/kWh bei Abreise. Bezahlung ausschließlich in bar! Alles noch etwas altertümlich, auch die Webseite, und sehr arbeitsintensiv, aber eben auch sehr persönlich. Sehr passend heißt der Ort Darlingerode. Zwinkerndes Smiley

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Uschi, die wie immer vor mir da war, hatte uns die besten Plätze ausgesucht. Ich hatte einen schattenspendenden Baum auf der Türseite und keine direkten Nachbarn, da der Durchgang zu den Müllbehältern freibleiben musste. Zudem hatte ich vollen Ausblick auf das gesamte Treiben auf dem Platz und das ist ja immer wieder interessant. Cooles Smiley
In unmittelbarer Nähe des Stellplatzes gibt es einen Metzger und einen Bäcker und in ca. 5 Minuten ist man an der Bundesstraße, an der die Bushaltestellen sind und auch ein Netto-Einkaufsmarkt. Die Lage des Platzes in einem Wohngebiet bedeutet absolute Ruhe, vor allem nachts.

Unser erster Busausflug ging nach Wernigerode, was wir nur seinem bekannten Namen nach kannten. Es war wie erwartet, viele schöne Fachwerkhäuser, ein tolles Rathaus und viele Menschen. Das Wetter war durchwachsen und den ersten Regenschauer nutzten wir für eine Fahrt mit der Bimmelbahn hoch zum Schloss. Dieses sieht von unten spektakulärer aus als wenn man davorsteht, aber man hat natürlich einen schönen Blick ins Tal und hinüber bis zum Brocken, der nur 12km entfernt ist.

WernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerodeWernigerode

Dorthin hätten wir natürlich mit der legendären Brockenbahn, einer dampfbetriebenen Schmalspurbahn, fahren können, aber nicht nur, dass uns der Fahrpreis und die Fahrtdauer abschreckte, sondern Frau König riet uns auch davon ab. Uschi war auf der Fahrt schon durch abgestorbene Fichtenwälder gekommen und war entsetzt und Frau König meinte, so sei ein Großteil der Bahnstrecke, es wäre zum Weinen. Zufällig stieß ich nach unserem Aufenthalt auf eine Sendung im MDR-Fernsehen: „Mit Volldampf auf den Berg der Deutschen – Die Brockenbahn“. So konnte ich doch noch hochfahren und ich erfuhr auch noch vieles aus der Zeit der DDR in Bezug auf die Bahn und den Brocken, was mir nicht geläufig war. Wen es interessiert, „hier“ klicken.

Der nächste Ausflug ging nach Bad Harzburg, wieder per Bus. Die Fahrt dauerte 40 Minuten und der nächste Bus zurück fuhr dann auch erst wieder nach 2½ Stunden. Zum Glück bot das Städtchen mehr als auf den ersten Blick vermutet und wir bekamen die Zeit gut herum. Das schöne Wetter spielte dabei eine entscheidende Rolle. Der Unterschied zu Wernigerode hätte größer nicht sein können. Bad Harzburg wirkte auf uns, als ob es irgendwo in den 1960er-Jahren stehengeblieben sei. Gefallen hat es uns aber trotzdem. Smiley

KücheBad

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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Bad Frankenhausen/Kyffhäuser

 
 
Jetzt machten wir endlich mal etwas Strecke, immerhin 211km. Laut lachen Nach kurzer Zeit verließ ich meine „Zwischenheimat“ der letzten 10 Monate, den Freistaat Bayern, nach oben und wechselte über die ehemalige innerdeutsche Grenze nach Thüringen. Da wir beide nicht wirklich wussten, wo wir überhaupt hinwollten, bewegten wir uns weiter in der Mitte Deutschlands stückweise nach Norden. Die Entscheidung, wo wir dann nach rechts oder links abbiegen würden, stellten wir noch zurück. Der monatelange Lockdown steckt uns wohl noch in den Knochen, die neugewonnene Freiheit sprengt die Fesseln nicht so, wie wir das gedacht hatten. Ob sich so ähnlich ein Mensch fühlt, der längere Zeit in einem Gefängnis gesessen hat? Sich neu orientieren müssen, gezwungen werden, die Realität mit den Hoffnungen und Wünschen abzugleichen, die monate- oder jahrelang in einer Parallelwelt entstanden und gewachsen sind. Die Irritation zu spüren, wenn sich da eine Kluft auftut, mit der man nicht gerechnet hat. Sich eingestehen zu müssen, dass man nicht einfach eins zu eins dort weitermachen kann, wo man vor langer Zeit aufhören musste, selbstverschuldet oder auch nicht.
 
Unser Etappenziel war Bad Frankenhausen/Kyffhäuser. Was für ein seltsamer Name!? Gibt es so viele Bad Frankenhausen in Deutschland, dass man einen Zusatz braucht? Mit Schrägstrich? Sehr ungewöhnlich. Erstauntes Smiley
Kyffhäuser musste ich erst einmal googeln. Ich erfuhr, dass das Kyffhäusergebirge im südöstlichen Harzvorland das kleinste Mittelgebirge Deutschlands ist. Die höchste Erhebung ist der Kulpenberg mit 473,6m. Der Name Kyffhäuser wird auf das Wort cuffese (=Kuppe/Kopf) zurückgeführt. Historisch existieren auch die Schreibweisen Kiffhäuser und Kyfshäuser. Im lokalen Nordthüringer Dialekt wird er „Kipphiesr“ genannt. Eine weitere Variante der Namensdeutung „Kyff“ ist „Krieg“ oder auch „Streit“, sodass der Kyffhäuser ein Streithaus, eben eine Burg, ist. Die gab es wirklich. Auf einem Bergvorsprung im Nordosten des Kyffhäusergebirges befinden sich die Ruinen der Reichsburg Kyffhausen, die Ende des 19. Jahrhunderts durch das Kyffhäuserdenkmal zu Ehren Kaiser Wilhelms I. ergänzt wurden. Dabei wurde vor allem die Mittelburg zerstört, auf ihrem Platz wurde das Denkmal errichtet. Teile der Ruinen der Ober- und Unterburg dagegen blieben erhalten, ebenso wurde der 176 m tiefe Burgbrunnen wieder restauriert.
(Quelle: Wikipedia)

Kyffhäuserdenkmal

Schiefer TurmWir waren leider nicht dort, haben aber eine andere Sehenswürdigkeit gesucht und gefunden. Bad Frankenhausen rühmt sich damit, einen noch schieferen Turm zu haben als Pisa. Smiley

Tatsächlich befindet sich der Turm der Oberkirche (Unser Lieben Frauen am Berge) inzwischen 4,60m außerhalb des Lots. Er hat damit die – in Metern – größte Schieflage aller Türme in Deutschland. In seine Sanierung sind seit der Wende 1,3 Millionen Euro geflossen. Das Dach des Kirchenschiffs wurde mit der Begründung eines Hausschwamm-Befalls 1962 abgetragen, seitdem ist es eine Ruine. Sie wird wohl für verschiedene Veranstaltungen genutzt und soll langfristig wieder aufgebaut werden.

Schiefer TurmSchiefer TurmSchiefer TurmSchiefer TurmRuine

Die Ursache für das drohende Umstürzen des Turmes sind geologische Prozesse über Jahrhunderte, verursacht oder begünstigt durch die 25m unterhalb der im 14. Jahrhundert errichteten Kirche gelegene Elisabeth-Quelle. Man hat wirklich eindrucksvolle und wohl auch funktionierende Sicherungsmaßnahmen errichtet.

Schiefer TurmSchiefer TurmSchiefer Turm

Uschi war allein etwas weiter in der Umgebung unterwegs.

Bad FrankenhausenHausmannsturmHausmannsturmHausmannsturmBad FrankenhausenBad Frankenhausen

Das Städtchen ist sehr überschaubar mit ein paar schön restaurierten Häusern. Ab und zu sieht man aber auch noch Bauruinen, wahrscheinlich aufgrund nicht geregelter Eigentumsrechte. Interessant ist der Unterschied zwischen alt und neu.

Bad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad FrankenhausenBad Frankenhausen

Eine Nachbarin auf dem Wohnmobilstellplatz schwärmte von dem Naturschwimmbad ganz in der Nähe. Sie komme extra deswegen jedes Jahr hierhin und gehe jeden Tag baden. Auch für dieses Solebecken ist die Elisabeth-Quelle ausschlaggebend.

Soleschwimmbad

Die Sole, deren Natriumchlorid aus dem unterhalb der Leine-Formation lagernden Staßfurt-Steinsalz (Steinsalz der Staßfurt-Formation, „Zechstein 2“) stammt, wurde in Bad Frankenhausen seit der älteren Eisenzeit (8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.) genutzt. Die sogenannte Schüttschachtquelle, 35 m von der Elisabethquelle entfernt, wurde zunächst zur Salzgewinnung und erst später balneologisch und für Trinkkuren genutzt.
(Quelle: Wikipedia)

Direkt am Stellplatz befindet sich also logischerweise die „Kyffhäuser-Therme“ mit einem 3,5%igen Solegehalt. Also eigentlich natürlich andersherum! Zwinkerndes Smiley Der Stellplatz verfügt zwar nur über 15 Plätze, ist aber sehr schön angelegt und bietet alles, was man als autarker Wohnmobilist braucht. Das Duschen ist in der Therme möglich, aber mit €3,50 für 30 Minuten eindeutig zu teurer. Der Platz kostet €12 plus €2/Person Kurtaxe. Als Gegenleistung hat man nicht nur die üblichen Vergünstigungen der Kurkarte, sondern bekommt auch pro Aufenthaltstag bzw. -nacht 2kWh Strom geschenkt. Da Uschi mir ihren Anteil überließ und ich gut damit auskam (den Kühlschrank betrieb ich natürlich elektrisch), weiß ich nicht, was ein Nachkaufen von Automatenmarken gekostet hätte. Vermutlich aber 50 oder 60 Cent, was den Übernachtungspreis um mindestens einen Euro ermäßigt. Eine nette Geste, finde ich. Verliebt

StellplatzStellplatz

Kostenfrei ist auch die Frischwasserentnahme, sehr eigenwillig gestaltet und nicht auf den ersten Blick zu identifizieren!

FrischwasserFrischwasserFrischwasser

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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(Zwangs-) Urlaub in Bad Rodach

 
 
Irgendwie kommen wir nicht so richtig vom Fleck. Smiley
Von mehreren Seiten hatten wir Gutes von Bad Rodach gehört, vom Wohnmobilstellplatz am Thermalbad. Wo wir während der Urlaubs-/Ferienzeit hinfahren könnten, wussten wir sowieso nicht so genau und eilig hatten wir es auch nicht. Unseren geplanten Aufenthalt auf Rügen im September/Oktober hatten wir vorsichtshalber schon um ein Jahr verschoben. Erfahrungsgemäß macht MeckPomm als erstes Bundesland alles dicht und noch einmal rausgeschmissen werden wollten wir nicht.
Also Bad Rodach, nur 20km nordwestlich von Coburg und 44km Fahrstrecke vom Stellplatz in Mitwitz, sehr überschaubar also. Es ging an Coburg vorbei und ich konnte der Veste noch einmal zuwinken. Uschi war wie immer schon eher gefahren und hatte auf dem noch übersichtlich gefüllten Stellplatz einen Randplatz für mich reserviert, der an drei Seiten von Fahrwegen begrenzt war, also ideal.

StellplatzStellplatzStellplatz

Sie stand neben mir und alles war gut, bis sie am übernächsten Tag Nachbarn bekam, die direkt unter ihrem Wohnzimmerfenster „wohnten“. Sie hatten sich sehr ausgebreitet mit Markise, Grill und Wäschetrockner und machten von morgens bis abends alles draußen. Spanienüberwinterer, wie Uschi erfuhr und da macht man das so, wissen wir ja aus Erfahrung. Zu allem Übel stand am Rande ihres Platzes auch noch der Kassenautomat für den Strom der ganzen Reihe und die beiden nahmen freudig jede Gelegenheit wahr zu einem Gespräch. Das ist genau die Situation, die wir beide hassen und weshalb uns Spanien im Winter keinen Spaß mehr gemacht hat. Man ist gezwungen, jedes Gespräch mitzuhören und Uschi hatte zusätzlich noch die Kochgerüche in ihrer Kabine. Am nächsten Tag zogen wir um! Der gesamte Platz verfügt über 70 Stellplätze, fünf davon explizit für Wohnwagengespanne, aufgeteilt in zwei Bereiche.
Und dann gibt es zwischen der VE-Station direkt an einer der beiden Platzzufahrten und dem Sanitärgebäude zwei separate Plätze, etwas terrassiert, sehr geräumig und schattig. Dort zogen wir ein! Als ich aus meiner 30°C heißen Oscarlotta ausstieg, war es eine Wohltat, wie herrlich kühl es unter den hohen Bäumen war. Uschis Nachbarn haben uns ab da ignoriert. Laut lachen

Lageplan

unsere Plätzeunsere Plätze

Der Vorgänger hatte mir 13 kWh hinterlassen, die ich gerne annahm, lief mein Kühlschrank doch nicht mehr auf Gas. Ich hatte gehofft, durch das Fahren würde sich das Problem in Luft auflösen, wie es vor Jahren schon einmal geschah, aber dem war leider nicht so. Wir versuchten, eine Ursache zu finden, reinigten, pusteten, stellten fest, dass die Flamme brennt, aber nicht regulierbar war. Ich hatte schon länger das Gefühl, dass mein Thermostat nicht mehr richtig funktioniert, denn an heißen Tagen konnte ich nicht erreichen, dass die Kühlschranktemperatur sank, auch wenn ich den Thermostat auf höchste Stufe einstellte. Außerdem leuchteten von den vier Anzeige-LEDs unverändert immer nur die ersten beiden. Ich rief die erste Wohnmobilwerkstatt an. Nein, man könne mir leider nicht helfen, sie seien für Dometic-Kühlschränke nicht autorisiert. Ich solle auf der Dometic-Webseite nach einem Servicepartner suchen, der für Gas zugelassen ist. In der groben Richtung unserer angedachten Weiterfahrt fand ich zwei. Beim ersten kam der automatische Hinweis, dass diese Rufnummer nicht vergeben sei. Beim zweiten hörte ich ewig das Wählzeichen, aber sonst nichts, auch keine Mailbox. Ich probierte es am nächsten Tag noch einmal und schrieb dann eine eMail. Die erste Firma fand ich über Google mit neuer Telefonnummer und offenbar hatte man mit Wohnmobilen nichts mehr am Hut. Auf eine Antwort auf die eMail warte ich heute noch! Kein gutes Zeichen für die Zuverlässigkeit der Dometic-Webseite.
35km von Bad Rodach entfernt, allerdings in die verkehrte Richtung, gab es dann aber doch noch eine Servicepartner-Werkstatt, die existierte, aber einen Termin könne man mir erst in der zweiten Augusthälfte geben. Tja, das ist eine der Auswirkungen des Wohnmobil-Booms, der in der Coronazeit noch einmal zugelegt hat. Da es uns in Bad Rodach gut gefiel, sagte ich zu und bekam einen Termin für den 20. August. Erstauntes Smiley

belegtWir überlegten, in der Zwischenzeit noch woanders hinzufahren, verwarfen den Gedanken aber wieder, denn der Stellplatz wurde jeden Tag voller und war letztlich am Wochenende komplett belegt. Das würde woanders nicht anders sein und dann hätten wir vermutlich wieder die ungeliebten Bedingungen mit Kuschelnachbarn und Plätzen in der prallen Sonne. Nee, das wollten wir nicht und unsere Plätze waren super! Ab und zu wurde ich allerdings gestört bzw. geweckt, wenn Wohnmobile auf die VE-Station fuhren. Das lag aber nicht an den lauten Motoren, sondern ausschließlich an den Fahrern, die Türen und Serviceklappen zuknallten und Toilettenkassetten mit Getöse raus- und reinschoben. Erzürnt

Wir liefen ins Städtchen, wir aßen Eis auf die Faust (€1 für eine riesige Kugel!), wir marschierten mit Einkaufskarre entweder zu Rewe oder über schöne Wiesenwege zu Netto und Edeka, jeweils ca. 20 Minuten für eine Strecke.

Bad RodachBad RodachBad RodachBad Rodach

Bad Rodach

Bad RodachBad RodachBad Rodach

Wir bekamen für drei Tage lieben Besuch. Uschi bestieg einen Aussichtsturm im Wald und brachte Fotos mit.

AussichtsturmAussichtAussicht

Die Fahrräder kamen nicht zum Einsatz, erst war es zu heiß, dann zu wechselhaft mit Regen und Gewittern, dann wieder zu heiß. Die richtig heftigen Gewitter zogen zu unserem Glück immer nördlich, hauptsächlich aber südlich an uns vorbei. Wir waren froh, das Allgäu gecancelt zu haben. Das Thermalbad haben wir auch nicht besucht, mit Aktivitäten dieser Art fühlen wir uns noch nicht sicher. Wir liefen durch den netten, kleinen Kurpark und fuhren mit Uschis Gespann zum Goldbergsee mit Beach-Bar. Die Umrundung des Sees war schön, die amerikanischen 3-Sorten-Pommes bestanden nur aus zwei Sorten und waren langweilig und trocken. Enttäuschtes Smiley

KurparkKurparkKurparkKurparkKurparkKurparkGoldbergsee

Ansonsten lebten wir einfach. Das Wäsche waschen direkt nebenan war mit je zwei Euro (waschen/trocknen) ausgesprochen preiswert. Uschi beglückte die ausnehmend freundliche Angestellte in der Rezeption mit einem Sauerteig-Starter und bekam Blaubeeren und Himbeeren aus dem eigenen Garten zurück. Wenn man 10 Stempel zusammen hat, bekommt man übrigens die nächste Nacht umsonst und zahlt damit nur noch €11,82/Nacht.
 
Und dann nahte der 20. August. Uschi fuhr zwei Tage vorher zu ihrem Toyota-Händler. Als ich ebenfalls losfahren wollte, startete Oscarlotta nicht! Im Kontrollpanel stand: „Fahrzeugbatterie entladen“. Das hatte ich doch vor nicht allzu langer Zeit schon einmal! Erstauntes Smiley Aber dieses Mal war kein ersichtlicher Grund vorhanden. Da die Starterbatterie ja automatisch mit geladen wird, sogar, wenn nur Solarstrom erzeugt wird, kann sie sich nicht unbemerkt entladen. Solche plötzlichen Ausfälle gab es in Oscarlottas Lebenszeit schon zweimal und der letzte war 2015. Also war davon auszugehen, dass die Batterie tot war. Wie passend, dass ich schon einen Werkstatttermin hatte! Ich rief den ADAC an und wartete. Da ich schon alles fahrfertig geräumt hatte und auch das Stromkabel bereits verstaut war, musste ich leider die Wartezeit ohne Kaffee durchstehen. Und es dauerte dann fast zwei Stunden, bis ein netter junger Gelber Engel auftauchte und Oscarlotta mittels Starthilfekabel wieder zum Laufen brachte.
Die Werkstatt „Freizeitcenter Dietz“ in Ebern hat ein paar Übernachtungsplätze mit Strom für Wohnmobile, allerdings nur für max. 1000 Watt, was immer noch keinen Kaffee für mich bedeutete. Aber das war zweitrangig, ich war heilfroh, als ich angekommen war, rückwärts eingeparkt hatte, den Motor auschalten und Strom einschalten konnte. Es war so spät geworden, dass ich zwar noch jemanden telefonisch erreichte, alles andere aber auf den nächsten Morgen verschoben wurde. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut, noch einmal ausschlafen zu können, bevor ich am Freitag um 10 Uhr parat stehen müsste. Ich ging für meine Verhältnisse früh ins Bett, die Nacht war ruhig, vereinzelt standen nur Mietmobile auf dem Gelände. Am nächsten Vormittag maß jemand den Platz für die neue Batterie aus, bestellte sie und am Nachmittag kam ein kleingewachsener junger Mitarbeiter der Firma und baute sie ein. Ich habe ihn nicht fluchen gehört, aber es rumpelte und klopfte und wackelte ziemlich. Die Starterbatterie ist an einer relativ unzugänglichen Stelle im Motorraum untergebracht und die Motorhaube lässt sich nicht weit öffnen, sodass man nur gebückt dort arbeiten kann. Als ich den jungen Mann deswegen bedauerte und meinte, ich hätte da schon andere stöhnen gehört, sagte er, dass man für solche Arbeiten immer den Kleinsten schicken würde. Und das sei eben er. Zwinkerndes Smiley Aber er schaffte es und Oscarlottas Motor sprang sofort an! Ein Problem, von dem ich vor Tagen noch nichts wusste, war schon gelöst!
Wieder hieß es, früh ins Bett gehen, um früh genug aufstehen zu können. Beides gelang und um halb zehn meldete ich im Büro, dass ich fertig sei. Ich hatte darum gebeten, den Menschen, der an meinem Kühlschrank arbeiten würde, sprechen zu können, bevor Oscarlotta in die Werkstatt gefahren würde. Während ich auf dem Fahrersitz wartete, parkte ein Kastenwagen in der sich nach hinten verjüngenden Einfahrt zum Stellplatz. Da war nicht mehr viel Platz zum Durchfahren und auf der rechten Seite eine eklige Kante der Eingangsstufen zum Büro, die Oscarlottas Reifen nicht gut tun würde. Offensichtlich sollte das Fahrzeug dort länger stehen, denn aus dem Büro heraus wurde ein Stromkabel verlegt. Dann erschien ein Mann und gab mir schon von weitem ein Zeichen, das ich nicht zu deuten wusste. Sollte ich Oscarlotta in die Werkstatt fahren? Nein, ich sollte raus! Ich bat ihn rein und versah ihn mit allen Informationen zum Kühlschrank, die ich herausgefunden hatte. Und hatte ganz schwer den Eindruck, dass er das alles nicht hören wollte. Auf meine Bitte, bei der Durchfahrt vorsichtig zu sein, wurde ich darüber informiert, dass er schon seit 31 Jahren fährt. Ich blieb hinter dem Kastenwagen stehen und natürlich (!) wurde Oscarlotta sehr forsch durch die Engstelle gefahren. Wieviel Platz zwischen ihren Reifen und der Stufenkante war, konnte ich nicht sehen, zum Kastenwagen waren es höchstens 20-30cm. Männer können manchmal solche A…löcher sein, vor allem, wenn sie es mit (älteren) Frauen zu tun haben! Wohlgemerkt, alte/ältere Männer, bei jungen ist das völlig anders. Die finden es eher bewundernswert, wenn ältere Frauen einen außergewöhnlichen Lebensstil haben. Sie erkennen an, dass diese Frauen das, was sie tun, offensichtlich beherrschen, ältere Männer tun das oft nicht.

Ich ging zu Edeka, frühstücken und bekam schon bald eine SMS von Uschi, dass sie auf dem Weg zu mir sei. Um 12:15 Uhr waren wir zurück an der Werkstatt und Oscarlotta stand schon draußen. Nein, fertig sei sie noch nicht, man würde mich anrufen. Also bekam ich einen Stuhl von Uschi und etwas zu trinken. Es dauerte dann noch 1 1/2 Stunden, bis ich Oscarlotta runterfahren konnte und dann noch einmal eine Stunde, bis die Rechnung fertig war. Ich hatte gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn wir bis Sonntag bleiben, natürlich gegen Bezahlung. Die Nacht kostet €5 inclusive Strom (max. 1000 Watt). Es stellte sich dann heraus, dass ich als Werkstattkunde gar nichts bezahlen musste, obwohl ich vier Nächte dort war.
Ich probierte über ein paar Stunden, ob die Kühlschrankreparatur (es war wirklich der Thermostat) erfolgreich war und schaltete dann wieder auf Strom um. Wenn ich schon meine Kaffeemaschine nicht nutzen konnte, so wollte ich wenigstens mit dem Kühlschrank vom kostenlosen Strom profitieren. Zwinkerndes Smiley
Der Samstag war noch einmal wunderbar sonnig und wir genossen es, den Platz ganz für uns zu haben. Alle anderen Fahrzeuge waren Ausstellungsmodelle oder Vermietfahrzeuge.

Freizeitcenter DietzFreizeitcenter Dietz

Ebern selbst bietet nicht viel. Ein paar nette Häuser, einen alten Stadtturm, eine Eisdiele. Und einen Wohnmobilstellplatz. Fußläufig in 5 Minuten von der Firma Dietz ist ein Rossmann und besagter Edeka. Vom offiziellen Stellplatz würde man ca. 15 Minuten dorthin laufen. Ich war besonders froh über die firmeneigenen Stellplätze, denn mit meiner kaputten Starterbatterie hätte mir der Stellplatz der Stadt Ebern nicht viel geholfen. Manchmal stimmt eben alles!

EbernEbern

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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DHL-Packstationen

 

Unbezahlte Werbung aus Überzeugung

Während der Lockdown-Monate mit zeitweiser Schließung fast aller Geschäfte habe auch ich auf den Online-Versandhandel zurückgegriffen und habe im Zuge dessen die Möglichkeit zu schätzen gelernt, unterwegs von (fast) überall Lieferungen entgegennehmen zu können. Eine Kundenkarte der Deutschen Post hatte ich schon seit Jahren, aber bisher ergab sich noch keine Notwendigkeit, sie einzusetzen, da ich entweder in Lauterburg war oder mir Post/Pakete an die jeweilige Stell-/Campingplatzadresse schicken lassen konnte. Das ging in Coburg nicht und als das Ersatzteil für meine Toilettenreparatur fälschlicherweise nach Lauterburg geschickt worden war, war die Packstation die einzige Möglichkeit. Ein vorheriger Versuch war gescheitert, was aber eindeutig an mir lag. Es gab außer der Packstation noch einen Paketshop bei dem Supermarkt, in dem ich regelmäßig einkaufte und dort hatte ich mir die ersten beiden Lieferungen hinschicken lassen. Die kamen bloß nie an. Eine telefonische Nachfrage bei der einen Firma ergab, dass die Lieferung zurückgeschickt worden war, die andere Firma behauptete, keine Rücksendung meiner bestellten Artikel erhalten zu haben. Letzteres blieb ergebnislos und ich auf dem Geld sitzen. Die erste Lieferung konnte ich umleiten zur Packstation und sie dann dort zwei Tage später abholen. Beim Paketshop erklärte man mir, dass man bei ihnen zwar Päckchen und Pakete aufgeben könne, sie aber aus Platzgründen keine Lieferungen annehmen. Auf die Idee, dass es so etwas gibt, war ich nicht gekommen! Hätte ich mich vorher genauer mit der Post & DHL-App beschäftigt, hätte ich herausgefunden, dass bei jedem existierenden Paketshop in Deutschland angegeben wird, ob es nur eine Annahme oder auch eine Ausgabe gibt. Nun ja, ab und zu muss man wohl Lehrgeld zahlen. Zwinkerndes Smiley

Besagte App ist für die Nutzung der Packstationen zwingend erforderlich, für die Abholung bei Poststellen genügt die Postnummer. Die App erzeugt einen vierstelligen Zahlencode, der zusätzlich zu der Identifikation mittels der Kundenkarte eingegeben werden muss. Diese Identifikation auf der Karte besteht aus einem Strichcode, der von einem Lesegerät am Display der Packstation gescannt wird. Man kann diesen Strichcode auch in die App übertragen, dann braucht man die Karte gar nicht dabeizuhaben. Bei mir funktioniert das problemlos, es scheint aber auch zu passieren, dass die App diese Kennung wieder „vergisst“ und bei Uschi, die sich erst vor ein paar Wochen registriert hat, scheint es diese Möglichkeit gar nicht mehr zu geben, zumindest haben wir sie (noch?) nicht gefunden. Ob es am Betriebssystem liegt oder weil ihre Registrierung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, keine Ahnung! Es scheint aber auch alle paar Tage etwas verändert bzw. optimiert zu werden. Enttäuschtes Smiley

Packstation CoburgPackstation Coburg

Aber jetzt erkläre ich den gesamten Vorgang mal von Anfang an!
1. Registrierung und Postident „hier“.

Registrierung

2. Es wird eine Postnummer generiert, die auf der Kundenkarte vermerkt wird. Die Postnummer benötigt man zum Paketempfang an einer Packstation oder einer Filiale/Paketshop. Sie muss bei einer Bestellung zwingend mit angegeben werden, sonst scheitert die Zustellung! (Näheres weiter unten…)
3. Postadresse für die Kundenkarte angeben.
4. In einer Bestätigungsmail auf den Link klicken, um die Registrierung abzuschließen. (Bei Uschi war kein anklickbarer Link, erst nach der zweiten Anfrage kam eine Korrektur, natürlich ohne Erklärung/Entschuldigung.Enttäuschtes Smiley)
5. Zu diesem Zeitpunkt, also wenn die Registrierung erfolgreich absolviert ist, kann man die Packstationen noch nicht nutzen, aber man kann, da man seine Postnummer schon mitgeteilt bekommen hat, sich in der App (siehe Punkt 8) anmelden.
6. Ab jetzt hat man auch ein Kundenkonto, bei dem man sich mit den bei der Registrierung festgelegten Daten anmelden kann. Hier sind alle Funktionen, die die App bietet, ebenfalls verfügbar, zusätzlich zu vielen verschiedenen Anwendungsbeispielen, veranschaulicht durch zahlreiche Erklär-Videos.
7. An die Postadresse wird jetzt eine AdressTAN geschickt, die dann auf der Webseite eingegeben werden muss. Erst jetzt hat man sich erfolgreich legitimiert und die Kundenkarte wird zum Versand gebracht.

AdressTAN

8. Während der Wartezeit bis zum Eintreffen der Kundenkarte kann man sich schon einmal die App (Android oder iOS) herunterladen und sich mit den bei der Registrierung festgelegten Daten anmelden.
9. In der App kann man deutschlandweit Packstationen und Poststellen suchen (über „Standorte“). Wenn man der App erlaubt, den aktuellen Standort zu verwenden, wird auf einer Karte sofort angezeigt, ob und wo in der unmittelbaren Umgebung es welche gibt. Für andere Standorte kann man in die Suchmaske Postleitzahl und/oder Stadt eingeben. Man bekommt dann alle Packstationen, Postfilialen und Paketshops mit der ihnen zugeordneten Nummer aufgezeigt. Die Nummern sind notwendig für die Adressierung (siehe weiter unten).

Standorte suchen

10. Über „Versenden“ hat man die Wahl zwischen Brief, Postkarte, Päckchen und Paket und bekommt alle Möglichkeiten aufgelistet, die es gibt, mit Maßen und Preisen. Frankieren kann man auf vielfache Art, dazu mehr im letzten Video am Ende des Artikels. Bei Briefen und Postkarten gibt es eine ganz neue und interessante Möglichkeit. Entweder man druckt sich, falls möglich, die Marke selbst aus oder man lässt sich einen Code zum Beschriften erstellen. Diesen schreibt man gut lesbar in Druckschrift und mit einem feinen, gut kontrastierenden Stift (Filzstift oder Kugelschreiber) in die obere rechte Ecke des Briefes oder der Postkarte. Bezahlt wird in allen Fällen per PayPal oder mit Kreditkarte. So vorbereitet kann man seine Post dann zum nächsten Briefkasten bringen. Ob ich bei einem wichtigen Brief darauf vertrauen würde, dass es funktioniert? Etwa ich? Jürgen Vogel ist davon überzeugt! Ich werde es irgendwann mal ausprobieren!
 

 
11. Unter „Verfolgen“ ist es möglich, den Versandweg der bestellten Artikel zu verfolgen, wenn man eine Sendungsnummer mitgeteilt bekommen hat. Außerdem werden hier alle in der Vergangenheit abgeholten Sendungen aufgelistet, bis man sie löscht.
12. Wenn eine Bestellung in der Packstation eingelagert wurde, erhält man per eMail eine Benachrichtigung und hat 7 Tage Zeit, um die Lieferung auszulösen. Macht man das nicht innerhalb der ersten drei Tage, bekommt man eine Erinnerungsmail. Grund ist, dass die Fächer möglichst schnell wieder zur Verfügung stehen sollen.

BenachrichtigungBenachrichtigung

13. Man fährt/geht also mit dem Smartphone, auf dem die App installiert ist, zur Packstation. Die Kundenkarte braucht man nicht, wenn man sie zuvor in die App integriert hat. Das Touch-Display bietet die Möglichkeit, die Sprache auf englisch umzustellen und zeigt zwei Schaltflächen zum Abholen oder Versenden. Beim Abholen wird nun mit der Lesefunktion des Displays der Barcode gescannt, indem man entweder die Kundenkarte davor hält oder den Barcode in der App vergrößert und das Smartphone vor die Lesefunktion hält. Bei mir hat letzteres etliche Male ohne Probleme funktioniert.

AbholungAbholungAbholungAbholung

14. Jetzt wird der Abholcode (mTAN) verlangt, der bis zur letzten Aktualisierung der App auf derselben Seite direkt sichtbar zur Verfügung stand. Aktualisierungen bringen nicht immer nur Verbesserungen, sodass ich die ersten ein/zwei Male etwas suchen musste, bis ich ihn eingeben konnte.

AbholungAbholung

15. Hat man sich bis hierhin erfolgreich durchgearbeitet, ist nur noch ein Klick auf den Sendungsbalken nötig. Und schon hört man, dass sich eines der vielen Fächer öffnet, je nach dem Umfang der Lieferung ein kleines, mittleres oder eins von den großen. Wenn zufällig zwei oder mehr Sendungen von verschiedenen Versendern am selben Tag ankommen, dann sind sie alle in einem Fach vorzufinden.

AbholungAbholung

16. In dem Moment, in dem man die Tür des Faches wieder schließt, schließt auch die Funktion des Displays den Abholvorgang ab und der nächste Kunde kann abholen oder versenden.

AbholungAbholung

17. Man erhält ein paar Stunden später noch eine eMail mit einem Dank, dass man seine Sendung abgeholt hat. Smiley

Was man noch wissen sollte:
– Ohne Smartphone und Installation der App funktioniert nichts, weil der Abholcode (mTAN) nur dort erzeugt wird.
– Man benötigt dafür einen Internetzugang (mobiles Internet). Ob man sich den Abholcode schon zu Hause (Wohnmobil, Ferienwohnung), wenn man noch online ist, anzeigen lassen kann und dann an der Packstation kein Internet mehr braucht, weiß ich nicht. Ich stand zwar schon einmal davor, als mein Internetvolumen aufgebraucht war und nichts mehr ging bzw. ich keine Lust hatte, ewig zu warten, aber das war am letzten Tag des Monats und ich bin dann einfach am nächsten Tag noch einmal hingelaufen, waren ja nur 5 Minuten. Auf die Idee, es zu Hause mal auszuprobieren, bin ich nicht gekommen!
– Es gibt Packstationen unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Funktionen und unterschiedlicher Größe, insgesamt ca. 7000 in Deutschland.

kleine Packstation

Die neuesten können fast alles und werden langfristig die eine oder andere Poststelle ersetzen. Zum Beispiel gibt es Packstationen ohne Display, die ausschließlich mit der App gesteuert werden. Dafür braucht man allerdings eine zusätzlich, nämlich die „Packstation Kompakt App“.

appgesteuerte Packstation
 

 
– Wenn man also ein Paket an eine Packstation oder in eine Poststelle schicken lassen will, ist es notwendig, dass man bei der Bestellung seine Postnummer im Adresszusatzfeld der Lieferadresse angibt. Also so:

Adressangabe

– Man kann nur Produkte bestellen/Pakete schicken lassen, die nicht größer sind als das größte verfügbare Fach.

Adressangabe

– Nicht alle Versandhändler verschicken an Packstationen. Und nicht alle Dienstleister beliefern sie.
– Packstationen sind überwiegend 24 Stunden nutzbar.
– Es ist sogar möglich, dass eine Bestellung aus dem Ausland an die Packstation geliefert wird, vorausgesetzt die Maße werden eingehalten. Zudem muss der Transport über die DHL erfolgen.
– Auch Sendungen per Nachnahme können an der Packstation abgegeben werden. Bezahlt wird die Sendung bei Abholung dann direkt am Automaten mit der EC-Karte.

Schlussbemerkung:
Ich bin begeistert von dieser Möglichkeit, seine Post überall in Deutschland erhalten zu können! So hat Uschi mir nicht nur ein Weihnachtspäckchen schicken können, sondern auch meine aufgelaufene Briefpost. Aber auch für Menschen im Steinhaus kann es von Vorteil sein, sich in einer Packstation oder Poststelle beliefern zu lassen, weil man Termine hat oder berufstätig ist und die Nachbarn nicht einspannen möchte. Ich traf bei der Packstation eine junge Frau, die in dem Hochhaus lebt, das vom Coburger Stellplatz aus zu sehen ist. Ihre Wohnung ist in einer der höheren Etagen und sie berichtete, dass die Paketzusteller dort schon gar nicht mehr klingeln, weil ihnen dann zu viel Zeit verloren geht. Feststellen konnte sie das, als sie coronabedingt 14 Tage in Quarantäne war. Die Sendungen werden irgendwo unten abgegeben und ob sie dann weitergegeben werden, ist Glücksache. Sie hatte jedenfalls keine Lust mehr, im ganzen Haus nach ihren Paketen zu suchen und lässt sich alles nur noch an die Packstation schicken.

Behandelt habe ich jetzt überwiegend das Thema „Abholung“. Für das Versenden gibt es unzählige Möglichkeiten, die alle digital erledigt werden können und sogar, ohne dass man seine Wohnung verlassen muss! Infos dazu auf der DHL-Webseite, im eigenen Kundenkonto, in der App oder bei YouTube. Da muss man sich einfach mal umschauen und reinarbeiten. Eine erste ganz gute Erklärung in folgendem Video:
 

 
Wenn ihr allerdings solch einen Briefkasten seht, dann bitte keine Frankierungen per Stift! Hier braucht es nach wie vor Briefmarken, im besten Fall die der besonderen Art. Cooles Smiley

nur Liebesbriefe

nur Liebesbriefe
 

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

 
written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Frankenpark Mitwitz

 
 
Auszeit

Nach meinem Werkstattbesuch war ich froh, nur noch 7 Kilometer bis zu dem Stellplatz fahren zu müssen, auf dem Uschi schon auf mich wartete und einen Platz für mich reserviert hatte.

FrankenparkFrankenparkFrankenpark

Der „Frankenpark Mitwitz“ ist von seinen Besitzern sehr liebevoll und für Wohnmobilfahrer optimal angelegt worden. Man merkt, dass die Betreiber selbst Mobilisten sind. Es gibt insgesamt 29 unterschiedlich große Plätze, teilweise durch Hecken voneinander abgeteilt. Das aktuelle Blog-Headerfoto zeigt den Blick von der Terrasse des Bistros. Dort gibt es Kleinigkeiten zu essen und nachmittags leckeren Kuchen. Und Kaffee natürlich! In dem Gebäude befinden sich auch Toiletten und Duschräume sowie Waschmaschine/Trockner und die Rezeption. Das Prozedere des Bezahlvorgangs beim Duschen hat sich uns auf Anhieb nicht erschlossen und da wir sowieso seit Beginn der Pandemie ausschließlich in unseren Mobilen duschen, haben wir auch nicht nachgehakt.

Frankenpark

Es gibt ein weiteres kleines Holzhaus, in dem die Möglichkeit besteht zu spülen und wo man seinen Strom ordert und bezahlt. Der ist allerdings mit €1/kWh ziemlich teuer. Erstauntes Smiley

FrankenparkFrankenpark

Mein Pech, dass ausgerechnet jetzt mein Kühlschrank im Gasbetrieb nicht mehr ausreichend kühlte. Das ist eine blöde Eigenart, die schon mehrfach aufgetreten ist, nachdem ich mit Oscarlotta gefahren bin. Beim ersten Mal im Dezember 2017 hat mich dies €1000 gekostet, weil die Wohnmobilwerkstatt mir ein neues Kühlaggregat aufgeschwatzt hatte. Es passierte aber ein weiteres Mal und der Gasfachmann, den ich befragte, war nach Reinigung des Brenners und dem Einsatz von Druckluft ratlos. Die Gasflamme brennt, aber es erfolgt keine Kühlleistung. Bei dem neuen Aggregat kann man hören, ob der Kühlschrank kühlt. Wenn er sich einschaltet, ertönt ein leises Fauchen. Daran erkenne ich, wenn wieder etwas nicht in Ordnung ist. Allerdings werde ich immer erst aufmerksam, wenn ich etwas aus dem Kühlschrank hole, was nicht so kalt ist, wie es sein sollte. Ein Kontrollblick auf das Thermometer bestätigt dann die Erkenntnis, dass ich es schon länger nicht mehr fauchen gehört habe.
Beim letzten Mal erledigte sich das Problem drei Tage später von allein, als ich noch einmal auf Gas umschaltete und mein Kühlschrank zu fauchen begann, als wäre nie etwas gewesen!
Seitdem hatte ich 3 Jahre Ruhe und jetzt ist es mal wieder so weit! Die Brennerflamme brennt, Reinigung und automatische Beseitigung einer eventuellen Luftverstopfung bringen keinen Erfolg, mit Strom kühlt der Kühlschrank wie verrückt, mit Gas wird er langsam immer wärmer. Im Internet finden sich etliche Lösungsvorschläge, für deren Durchführung ich aber eine Werkstatt brauche. Ich hoffe immer noch auf eine erneute Wunderheilung! Wer einen heißen Tipp hat, her damit!

So schön der Platz in Mitwitz ist, so wenig bietet das Städtchen. Es ist winzig, die größte Attraktion ist wohl das Wasserschloss. Uschi war dort, hat aber nur Blumen- und Fischfotos mitgebracht.

Mitwitz

In unmittelbarer Nähe gibt es einen kleineren Edeka-Frischemarkt und einen gut sortierten Netto. Der wird demnächst noch besser sein, denn nebenan wird ein großer moderner Glaspalast gebaut. Wir machten „Urlaub“, Uschi hat gewaschen und ansonsten waren wir faul. Das tägliche Kaffeetrinken fand im Schatten der Büsche vor unseren Mobilen statt, wenn das Wetter gut war und einmal bekamen wir sogar Besuch.

Mitwitz

Ein Stadtbummel in der nächsten größeren Stadt, Kronach, fiel buchstäblich ins Wasser, aber immerhin konnte ich einen neuen Fahrradsattel samt Stange kaufen. Die Stange war allerdings problematisch, weil wir nicht daran gedacht hatten, den Rohrdurchmesser zu ermitteln. Etwa ich? Und natürlich passte die Stange nicht! Uschi hatte Lust auf eine kleine Fahrradtour und fuhr zwei Tage später 34km um sie umzutauschen.
Eine neue Matratze gab es für mich auch noch. Nicht mehr 1,50m breit, die ich allein kaum beziehen und schon gar nicht wenden kann, sondern eine Einzelschläfermatratze mit Standardmaß. Die Lieferung wurde mir für den folgenden Montag ab 17 Uhr zugesichert, für die Entsorgung der alten Matratze wollte man €14. Ich räumte bei 32°C Innentemperatur mein Bett frei, wuchtete mit Uschis Hilfe die alte Matratze raus und wartete. Uschi unkte schon, dass niemand kommen würde. Dann müsste ich wohl auf dem Boden schlafen oder auf meiner Matratze vor Oscarlotta im Freien. Kurz vor sieben fuhr ein PKW rein und hielt hinter unseren Mobilen. Der Spediteur hätte sie im Stich gelassen, meinte der Fahrer. Diagonal durch seinen Kombi lag meine neue Matratze. Wie er meine 1,50-Matratze da rein kriegen wolle, fragte ich ungläubig. Kein Problem, war die Antwort. Er „faltete“ sie, schob sie so weit rein wie es ging und ließ die Heckklappe einfach auf. Eine Schnur lehnte er ab, er wohne um die Ecke und man wäre hier ja auf dem Dorf! Laut lachen
Ich schlafe jetzt übrigens wieder hervorragend! Seit Mitwitz, ohne Witz!

FrankenparkFrankenpark

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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Coburg und seine Veste

 
 
StadtplanDass ich mich in Coburg grundsätzlich wohlgefühlt habe, hatte ich ja bereits erwähnt. Jetzt möchte ich euch noch ein paar Eindrücke von der Stadt und vor allem von seiner Veste vermitteln. Coburg ist mit seinen gut 40000 Einwohnern von einer angenehmen Größe, nicht zu klein und nicht zu groß, man kann alles fußläufig gut erreichen. Die Auswahl an Geschäften ist vielfältig, die Häuser in der Altstadt sind teilweise reich verziert und man erkennt, dass Coburg auch früher zu Zeiten der Herzöge von Sachsen-Coburg schon eine wohlhabende Stadt war. Mir war die Stadt nur bekannt durch die Werbung für die HUK Coburg, die es ja schon seit Jahrzehnten gibt (die Werbung). Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der Marktplatz mit dem ältesten Haus der Stadt, der alten Hofapotheke und den sich gegenüberliegenden imposanten Gebäuden Stadthaus und Rathaus.

AltstadtHahnenmühleMarktplatz

Es gibt auch noch Teile der ehemaligen Stadtmauer und drei erhaltene Stadttore.

StadtsymbolDas überall immer wieder sichtbare Stadtsymbol ist übrigens ein Mohrenkopf. Nicht der mit Schokoladenüberzug, sondern der eines Schutzpatrons, des heiligen Mauritius. Auch das Stadtwappen zeigt diesen Mohrenkopf. Als „Mohr“ bezeichnete man zunächst einen „Bewohner Mauretaniens (Marokkos), Äthiopiens“, dann auch einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, und ist eine Entlehnung aus lateinisch Maurus, „Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien, Maure, Nordwestafrikaner“. (Quelle: Wikipedia) Es gibt in Coburg eine Mohrenstraße, eine Mohrenbrücke und natürlich auch eine Mohrenapotheke. In Europa zur Zeit des Mittelalters war die Medizin noch völlig unentwickelt. Wirksame Heilmittel kamen aus Afrika und dem Orient. Zu dieser Zeit haben sich viele Apotheken Namen gegeben, die den Begriff Mohr enthalten. Dies galt als Wertschätzung für die Heilkundigen und ihre Medizin. Mehr über den heiligen Mauritius „hier“. Mit dem Wissen um den geschichtlichen Ursprung mutet es schon eigenartig an, dass seit geraumer Zeit alles, was den „Mohr“ im Namen hat, aus antirassistischen Gründen umbenannt wird. In Coburg wird das nicht passieren, da bin ich mir sicher. Schon allein deswegen nicht, weil es eine gedankliche Verbindung mit dem Nationalsozialismus herstellen würde, unter dem der Kopf vom Stadtwappen entfernt und mit einem Schwert und Hakenkreuz ersetzt wurde.

Sehr dekorativ ist das Schloss Ehrenburg, das ab 1543 erbaut wurde.

Schloss EhrenburgSchloss EhrenburgSchloss Ehrenburg

Hinter dem Schlossplatz, an dem auch das Landestheater liegt, beginnt der Hofgarten. Der zieht sich 170 Höhenmeter den Berg hinauf bis zur Veste Coburg, einer der größten und am besten erhaltenen Burganlagen Deutschlands. Sie wurde 1225 erstmalig urkundlich erwähnt und im 17. Jahrhundert mit einem dreifachen Mauerring zur Landesfestung ausgebaut.

Hofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und VesteHofgarten und Veste

Ich war noch im Oktober dort oben, allerdings bin ich hoch per Bus und runter dann gelaufen. Ich hatte schönes Wetter und sogar das Glück, dass das Ausflugslokal noch geöffnet sein durfte. Mein Essen war zwar nicht besonders, aber ich habe es genossen, mit schöner Aussicht noch draußen sitzen zu können.

VesteVesteVesteVeste

Die gesamte Anlage ist sehr weitläufig und es gibt viel zu sehen, aber am imposantesten ist sie eindeutig von unten und von weitem.

VesteVesteVesteVesteVesteVesteVeste

VesteVesteVeste

Veste

Coburg gehört zu Bayern, liegt aber mit seinem gesamten Landkreis ganz im Nordosten sowohl an der Grenze zu Tschechien als zum Nachbarbundesland Thüringen. Coburg und der Landkreis Coburg wurden nach dem 2. Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone, während das thüringische Hinterland zur Sowjetischen Besatzungszone gehörte und bis 1989 durch die innerdeutsche Grenze von Coburg abgeschnitten blieb. Coburg lag somit im Zonenrandgebiet. (Quelle: Wikipedia)
Die nördlichen Bereiche Bayerns sind Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Sie zeichnen sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus. Ein großer Teil der Bewohner der Region Franken versteht sich selbst in erster Linie als Franken, nicht als Bayern. Vielleicht, weil dem Stamm der Franken „ausgeprägter Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ nachgesagt wird. Franken sind Franken und Bayern sind Bayern. Punkt! Smiley mit geöffnetem Mund

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Quarantäne beendet

 
 
Am Dienstag habe ich meine ganz persönliche Corona-Quarantänezeit von insgesamt kompletten 8 Monaten in Coburg beendet. Und tatsächlich bin ich mit sehr gemischten Gefühlen gefahren, mein Stellplatz Nr. 20 ist ein Stückchen Heimat geworden. Auch nach der Wiedereröffnung wurde es wider Erwarten nie zu voll, am letzten Samstag war der Höchststand mit 18 Mobilen incl. Uschi und mir.

Uschi in CoburgUschi in Coburg

Der Stellplatz ist so gestaltet, dass beidseitig der asphaltierten Fahrspur je zweimal 4 gekieste Plätze nebeneinander liegen, dann kommt ein zwei Meter breiter Grünstreifen. Die beiden ersten „Abteile“ auf beiden Seiten bestehen aus je einem normalgroßen Platz (angeblich 7m Breite, tatsächlich 5,40m) und zwei XXL-Plätzen mit angeblichen 10m Breite (tatsächlich 8,50m). Was man sich bei der Planung gedacht hat, erschließt sich mir nicht und es wird auch ganz offensichtlich nicht verstanden, wenn man sieht, wer und vor allem wie man dort steht. Größere Mobile sind ja nicht unbedingt breiter, sondern allenfalls länger. Von Vorteil wären die großen Plätze allenfalls für Wohnwagengespanne, die angekoppelt i. d. R. zu lang sind. Die sind auch erlaubt, kommen aber so gut wie nicht. Ich hatte mir den normalgroßen Platz im ersten Abteil auf der Seite zum Freibad ausgesucht, meiner Meinung nach der allerbeste des ganzen Stellplatzgeländes.

Lieblingsplatz

Weit genug von den beiden begrenzenden Straßen entfernt (man hört sie aber trotzdem!), mit Blick ins Grüne durch die Frontscheibe, auf der Türseite 2m Platz bis zum Grünstreifen. Der nächste Nachbar ist also immer weit genug entfernt. Auf der linken Seite schließt ein XXL-Platz an, also ist auch da ein großzügiger Abstand gewährleistet, wenn, ja wenn der ankommende Mobilist das System durchschaut. Das ist nicht immer so! Verwirrtes Smiley Einer stand eine Nacht rückwärts mit 1,5m Abstand neben Oscarlotta (so wie damals der Baustellentransporter) und hatte offenbar nicht bemerkt, dass er einen „Vorgarten“ zum Tanzen hatte. Den nächsten, der ähnlich einparken wollte, konnte ich stoppen und nach meiner Frage, ob er gesehen habe, wie viel Platz er auf der anderen Seite noch hat, fuhr er freiwillig noch einen Meter weiter weg. Dabei sind die Platzbegrenzungen gut zu sehen und vor jedem Platz steht auf der Asphaltfläche mittig und unübersehbar eine Platznummer.

StellplatzmarkierungenStellplatzmarkierungen

Man muss also nur hinsehen, aber damit sind viele Menschen schon überfordert. Und wenn Stellplätze anders angeordnet sind als quadratisch-praktisch-gut, dann klappt oft gar nichts mehr. Das konnte Uschi in Bad Schönborn wieder beobachten, wo ein Teil der Plätze kreisförmig liegt. Erstauntes Smiley

Die nächste Schwierigkeit hier sind die Steckdosen! Ich habe es auch noch nirgendwo anders erlebt (zumindest erinnere ich mich nicht), dass jedem Platz eine bestimmte Steckdose zugeordnet ist. Der Hinweis steht zwar sowohl an den Vierer-Steckdosensäulen als auch an der Bezahl-Säule in der Mitte, aber man muss es halt merken. Habe ich auch nicht sofort!

StromsäulenKücheStromsäulenStromsäulen

Uschi beobachtete, wie ein ankommender Wohnmobilfahrer einfach einen Stecker abzog, der fälschlicherweise in „seiner“ Steckdose steckte. Er steckte das abgezogene Kabel zwar um, aber sagte weder Bescheid noch warf er Geld ein. Die Nachbarn, offensichtlich Neulinge, debattierten nach einer Weile ganz aufgeregt draußen, warum sie keinen Strom mehr hatten. So geht es natürlich nicht! Erzürnt

VesteVesteVesteVeste

Oberhalb des Stellplatzes thront die Coburger Veste auf einem bewaldeten Bergrücken, sehr dekorativ vor allem beleuchtet im Dunkeln. Während der Wintermonate hatte ich meinen Frontscheibenrolladen ja zumindest abends immer geschlossen, also musste ich dran denken, ab und zu durch das Seitenfenster einen lohnenswerten Blick nach oben zu werfen. Seit dem Frühjahr sah ich die Veste ständig, aber beleuchtet zum Schluss meines Aufenthaltes nur noch ca. eine Stunde am Tag, da es erst gegen 22 Uhr dunkel genug war, die Programmierung aber bereits um 23 Uhr alle Scheinwerfer wieder ausschaltete. Hätte man in den Sommermonaten ruhig auf Mitternacht verlängern können.

Samstagnacht hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art! Als ich kurz vor zwei Uhr gewohnheitsmäßig noch einmal nach oben schaute, war alles dunkel, aber offenbar nicht im Innenhof der Burganlage. War die Beleuchtung dort, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausgeschaltet worden? Gab es vielleicht irgendeine Veranstaltung? Das Licht war sehr hell und leuchtete von innen heraus durch alle Zwischenräume der Festungsgebäude wie aus einem beleuchteten Halloween-Kürbis. Fünf Minuten später hatte ich den Eindruck, dass das Licht sich verändert hatte. Weitere fünf Minuten später war klar, dass es wandert. Aber das konnte doch nicht der Mond sein?!?! Den hatten Uschi und ich an derselben Position fünf Tage vorher beobachtet, aber nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen 22 Uhr. Da war es noch nicht einmal richtig dunkel.

Mond um 22 Uhr

Es war der Mond!!! Dass sich die Zeiten seines Aufgangs in so kurzer Zeit so gravierend verändern, hatte ich nicht auf dem Schirm bzw. kann ich mich nicht erinnern, es schon einmal so anschaulich wahrgenommen zu haben. Am Sonntag bin ich extra aufgeblieben, obwohl ich eigentlich mal früher ins Bett wollte, LiveExperiment quasi. Es wurde tatsächlich zwei Uhr, bis der Mond, nur minimal am oberen Rand sichtbar, aber mit großem Hof, links von der Burganlage auftauchte. Er war also deutlich noch später dran als am Tag zuvor und er stieg deutlich schneller auf. Da, wo er mich am Vortag noch als unsichtbare Innenhoflichtquelle in die Irre geführt hatte, stand er 24 Stunden und etwa 45 Minuten später als dicker, heller Ball vollständig sichtbar über der Burg, mindestens viermal so hoch wie am Vortag! Etwas weniger rund, aber nicht weniger imposant, vor allem, wenn er sich durch Wolken durchkämpfte. Und so plötzlich, wie er aufgetaucht (im Wortsinne) war, so plötzlich war er wieder weg, wie vom Himmel gefallen! Nur noch tiefschwarzes Nichts. Das lag aber an der undurchdringlichen Wolkendecke. Um drei Uhr beendete ich mein Experiment, ohne ihn noch einmal gesehen zu haben. Wikipedia sagt: „Der Mond bewegt sich vor dem Hintergrund der Fixsterne im prograden (rechtläufigen) Drehsinn der Erdrotation, sodass sein scheinbarer Erdumlauf etwa 50 Minuten länger als 24 Stunden dauert. Dies addiert sich in einem Monat zu einem ganzen Tag, da der Mond in dieser Zeit tatsächlich die Erde einmal umläuft.“ Hab ich bestimmt irgendwann einmal in der Schule gelernt, aber wahrscheinlich damals schon nicht verstanden und deswegen nicht behalten. Was mich allerdings wirklich verwundert, warum ist mir das bisher in meinem langen Leben noch nie zuvor aufgefallen??? Oder hab ich das nur vergessen? Augen rollendes Smiley Brauchte es dafür erst die Veste zu Coburg und dann auch noch die letzte Woche von 8 Monaten??? Ich sollte vielleicht weniger oft in Smartphone, Tablet, Notebook und Co schauen, sondern öfter mal in den Himmel? Laut lachen

GasIch hatte ja schon verschiedentlich erwähnt, warum die Lage dieses Stellplatzes für mich in dieser besonderen Situation ideal war. Oscarlotta konnte stehenbleiben (was für sie natürlich nicht optimal ist) und ich hatte alles in fußläufiger Entfernung, einkaufen, Gasflasche tauschen, Waschsalon, DHL-Packstation, Hermes-Shop. Die Bushaltestellen in die Stadt und aus der Stadt sind direkt an der den Stellplatz begrenzenden Hauptstraße, es sind nur 4 Haltestellen zwischen Abfahrt und Ankunft, die Fahrt dauert ca. 5 Minuten und kostet €1,80. In der Regel bin ich hin gelaufen und zurück mit dem Bus gefahren.

Da der Stellplatz an zwei Seiten von Wohnhäusern begrenzt ist, fühlte ich mich sicher, obwohl ich 7 Monate allein dort stand, von den gelegentlichen, meist illegalen, Übernachtungsbesuchen anderer Mobilisten abgesehen. Trotzdem muss ich zugeben, dass es mir gut gefallen hat, als es die nächtlichen Ausgangssperren gab und ab 22 Uhr absolute Ruhe herrschte. Offenbar hatte man auch ein Auge auf mich, denn der Gärtner des Aquaria-Freizeitbades, zu dem der Stellplatz gehört und mit dem ich mich immer mal wieder durch den Zaun unterhielt, fragte mich eines Tages, ob die Polizei bei mir gewesen wäre. Ein Anwohner habe ihm erzählt, dass eine Mieterin des Mehrfamilienhauses genau gegenüber von Oscarlotta die Polizei angerufen habe, weil sie mich über Tage nicht gesehen hatte. Das war im Winter, die Bäume waren kahl und gaben den Blick frei und ich war, wenn überhaupt, nur kurzzeitig draußen. Ich habe nie mit einem der Anwohner gesprochen, aber natürlich wurde ich registriert und es wurde über mich geredet, über den langen Zeitraum meines Aufenthaltes und dass ich allein unterwegs bin. Die Polizei machte sich aber offensichtlich keine Sorgen um mich, aber die kümmerte ja auch nicht, wenn hier auf dem abgesperrten Stellplatz noch andere Wohnmobile standen. Trauriges Smiley

Am Sonntag fuhr Uschi schon einmal vor zum nächsten Stellplatz, am Montag verabschiedete ich mich von dem netten Gärtner, der all die Monate der einzige reale Mensch war, mit dem ich mal ein Gespräch führen konnte und der sich regelmäßig erkundigte, ob es mir gut geht und mir seine Hilfe anbot, falls nötig. Ganz zu Beginn hatte er mir sogar mal eine Gasflasche getauscht, bevor ich wusste, dass ich das ohne Probleme zu Fuß erledigen konnte.

letzter TagKücheletzter Tag

Ich genoss noch einen letzten Nachmittag im Schatten des großen Ahorns und den Abend draußen mit Blick auf die Veste, die Nachbarn vom Vortag, die ihr Mobil für mich verkehrt herum eingeparkt hatten, waren zu meiner großen Freude mittags gefahren. Die meisten Mobilisten blieben nur ein oder zwei Nächte, sodass ich immer wieder das Glück hatte, keine direkten Nachbarn zu haben. Nach diesen 7 Lockdown-Monaten alleine auf einem Stellplatz bin ich für Kuschelcamping noch mehr verloren als sowieso schon. Ich ver- und entsorgte ein letztes Mal, wie immer per Eimer und Gießkanne an der nur 20m entfernten VE-Station. Auch das ein großer Vorteil meines Platzes!

VE-StationVE-StationVE-StationVE-Station

Die geflügelte Stellplatzbesatzung, die mich die ganze Zeit mit ihren Gesängen erfreut und manchmal auch amüsiert hatte, gab noch einmal ihr Bestes. Verliebt Und ich war sehr wehmütig, wie meistens bei Abschieden, egal welcher Art.

Am Dienstag, nach auf den Tag genau 8 Monaten (!!!) auf dem Wohnmobilstellplatz „Vesteblick“ am Aquaria-Freizeitbad in Coburg, machte ich Oscarlotta fahrfertig und fuhr, tatsächlich nicht froh und erleichtert, sondern eher melancholisch gestimmt, zunächst zu der Iveco LKW-Werkstatt, in der ich im Dezember schon gewesen war. Nach meiner letzten Fahrt anlässlich meiner ersten Corona-Schutzimpfung hatte ich festgestellt, dass sich die Fahrzeugbeleuchtung inclusive sämtlicher Positionslampen nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn der Zündschlüssel abgezogen wird. Außerdem musste ein Steuergerät ausgetauscht werden, das für die Beleuchtung des Fahrradträgers zuständig ist. Und eigentlich war da ja auch noch die Rückrufaktion von Iveco, aber dafür bekam die Werkstatt angeblich über Wochen kein Austauschteil.

Zum Glück war es nicht mehr ganz so warm wie am Vortag, trotzdem war ich sehr erfreut, dass meine Fahrerhaus-Klimaanlage immer noch (toi! toi! toi!) funktioniert. Das ist ja der Verdienst eben dieser Werkstatt! Es wurde wieder ein langer Aufenthalt von fast vier Stunden. Erstauntes Smiley Ich darf erfreulicherweise in Oscarlotta bleiben und habe so wenigstens meine eigene Toilette und genug zu essen und zu trinken.

WerkstattWerkstatt

Die Zeit zog sich trotzdem wie Blei… Mit dem Diagnosegerät wurde versucht, eine Fehlermeldung auszulesen und irgendwann hieß es, es müsse wohl ein Steuergerät/Computer (?) ausgetauscht werden, das würde um die €900 kosten plus Einbau. Nein, danke! Dann werde ich mir lieber angewöhnen, das Licht manuell auszuschalten, so wie bei Flitzi und früher bei meiner Ente. Kein Problem! Für die nicht funktionierende Beleuchtung des Fahrradträgers sollte eigentlich nur nachgesehen werden, welches Steuergerät dafür bestellt werden müsste. Die beiden Männer probierten aber alles mögliche andere aus. Das hatten sie aber doch im Dezember auch schon ausgiebig getan, um dann zu dem Ergebnis mit dem Steuergerät zu kommen. Enttäuschtes Smiley Irgendwann kam die Erfolgsmeldung, dass alles wieder funktionieren würde! Muss ich das verstehen??? Aber dann muss ich wenigstens nicht noch ein zweites Mal hin!

Als ich auf mein Kontrollpanel über der Aufbautür schaute, stand dort die Meldung „Fahrzeugbatterie entladen“! Sie hatte noch 12,4 Volt. Die Wohnraumbatterie war allerdings randvoll und es kam, obwohl in der Halle stehend, durch das offene Tor noch soviel Sonnenlicht herein, dass die Solarplatten luden. Unter diesen Voraussetzungen müsste die Starterbatterie automatisch aufgeladen werden. Müsste! Der junge Mechaniker schloss ein Ladegerät an, kein Erfolg, die Meldung blieb. Die beiden Männer waren so ratlos wie ich und ich hatte auch den Eindruck, dass sie mir nicht so recht glaubten. Wenn ich gleich fahren würde, dann würde sich die Batterie ja wieder aufladen. Ich erklärte noch einmal, dass das automatisch passiert, wenn die Starterbatterie unter einen bestimmten Wert fällt. Man erbat sich das Bordbuch und blätterte. Dem Meister fiel ein, dass er eine bestimmte Sicherung gezogen, kontrolliert und andersherum wieder eingesteckt hatte, weil ihm das richtiger erschien. Das korrigierte er, aber das Symbol der Fahrzeugbatterie blinkte immer noch. Ich solle doch den Motor einmal starten. Ergebnis: Das Blinken hatte aufgehört, das Symbol war verschwunden! Verwirrtes Smiley Vor lauter Erleichterung vergaß ich zu fragen, was denn nun aus der Rückrufaktion wird.
Bezahlen konnte ich nicht, da offenbar niemand mehr da war, der eine Rechnung schreiben konnte. Auch das war mir nur recht, im Dezember hatte ich auf die Rechnung noch eine ganze weitere lange Stunde warten müssen, weil das die Chefin persönlich machte, sie aber noch nicht da war. Ich versprach, die nächsten Tage vorbeizukommen, um zu bezahlen.

Uschi hatte einen Wohnmobilstellplatz nur wenige Kilometer von der Werkstatt entfernt ausgesucht und wartete dort schon auf mich. Nachdem ich meinen Platz eingenommen und den Motor samt Zündung, aber nicht das Licht ausgeschaltet hatte und zu berichten begann, meinte Uschi etwas verwundert, dass doch aber alles aus sei! Ja, dem war wirklich so! Bei Ankunft in der Werkstatt war es anders gewesen. Muss ich das verstehen??? Wird Oscarlotta langsam etwas wunderlich oder was ist los? Ist sie sauer, dass sie so viel rumstehen muss? Muss sie ab und zu mal „runtergefahren“ und „neugestartet“ werden, wie es jetzt geschehen war? Das wäre ja in Ordnung, auch wenn es viel Zeit und auch vermutlich wieder viel Geld kostet. Was ich von dieser Iveco/Deutz-Werkstatt für augenscheinlich überwiegend Traktoren halten soll, weiß ich nicht so recht. Alle sind ausnehmend nett, hilfsbereit und bemüht. Es dauert nur alles ewig und ich weiß nie, ob nun gerade trotzdem noch für mich gearbeitet wird, wenn gerade mal wieder niemand zu sehen ist. Warum das mit dem Fahrradträger nicht schon im Dezember geklappt hat, ist mir ein Rätsel und natürlich beschleicht mich die Vermutung, dass ich für ein und dieselbe Arbeit doppelt bezahle. Aber so ist das nunmal. Ob man über den Tisch gezogen wird, kann man nicht erkennen, ich zumindest nicht. Wenn meine Klimaanlage weiter läuft, die Fahrzeugbeleuchtung sich automatisch ausschaltet, die Beleuchtung des Fahrradträgers funktioniert und meine Starterbatterie weiterhin automatisch geladen wird, bin ich zufrieden!!! Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Es ist geöffnet!!!

 
 
In der Woche nach Pfingsten fiel die Inzidenz, sicher auch deswegen, weil über das lange Wochenende nicht so viel getestet wurde. Aber auch gegen Ende der Woche blieb es so und dann sehr rasch waren wir unter 100. Wenn das stabil so bleiben würde, könnte der Stellplatz zum Fronleichnam-Wochenende wieder öffnen dürfen. Ich war gar nicht so scharf darauf, zumal nicht klar war, ob man sich dann alle zwei oder alle drei Tage testen lassen muss. Es steht zwar ein Testbus auf dem Marktplatz, aber täglich nur von 10 bis 13 Uhr. Das würde bedeuten, früher aufstehen und 20 Minuten laufen. Nicht das, was ich generell möchte und erst recht nicht, wenn es heiß wird.
Am Montag ging ich mal wieder zum Bezahlen und fragte nach. Das wisse sie nicht, sagte mir die Auszubildende, mit der ich alle drei Wochen per SMS einen Termin ausmache, darüber sei noch gar nicht gesprochen worden. Das Bad dürfe voraussichtlich am 12. Juni wieder geöffnet werden und die Verantwortlichen hätten jetzt so viel anderes zu überlegen. Ich bat sie, mir eine SMS zu schicken.
Am Dienstag sammelte ich alles zusammen, was gewaschen werden sollte und begab mich auf den Weg zum Waschsalon. Diesmal nahm ich den Bus. Erfahrungsgemäß werde ich im Waschsalon immer so fertig, dass ich so lange auf den nächsten Bus warten muss, dass ich in der Zeit auch nach Hause laufen kann. Auf beide Strecken laufen hatte ich aber bei der Wärme absolut keine Lust. Wie gut meine Entscheidung war, sollte sich noch herausstellen. Ich hatte richtig viel Wäsche, weil ich mein Bett von Winter auf Sommer umgestellt hatte und die Winterdecke(n) mit waschen wollte. Ich hatte also meine Karre und noch eine große Plastiktasche dabei. Der Waschsalon war fast leer, ich füllte zwei Maschinen und ging kurz in die Stadt, aber es war mir einfach zu heiß. Also holte ich mir einen Kaffee to go und setzte mich in den kühlen Waschkeller. Irgendwann war die erste Maschine fertig und ich konnte die gut geschleuderte und nur noch leicht feuchte Wäsche zusammenlegen und verstauen. Nachdem ich beim ersten Mal im November fünf 50-Cent-Stücke in den Trockner investiert hatte, der dann nicht anlief, habe ich die Wäsche immer vor/in Oscarlotta getrocknet. Die zweite Maschine war dann auch fertig, ich hatte nur leider nicht bemerkt, dass sie NICHT geschleudert hatte! Wahrscheinlich hätte ich das Programmrad manuell noch auf schleudern stellen können, aber nachdem ich die Tür schon geöffnet hatte, war es zu spät. Ich hatte zwei klitschnasse Decken, eine Hose und ein Winter-Nachthemd. Na, super! Enttäuschtes Smiley Zum Glück gab es Plastikwannen auf Rollbrettern und einen Ausguß im Boden. Wer schon einmal versucht hat, per Hand eine Steppdecke auszuwringen, kann sich vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war. Wie gut, dass ich noch die große Plastiktasche dabei hatte! Die war dann allerdings so schwer, dass ich sie nicht hätte tragen können und wirklich wasserdicht war sie auch nicht. In einen Bus hätte ich so auf keinen Fall einsteigen können. Ich wuchtete die leicht triefende Tasche irgendwie auf meine Karrentasche und wackelte zum Stellplatz zurück. Alle 100 Meter musste ich die Seite wechseln, die Tasche rutschte zwar nicht ab, aber alles zusammen war heftig schwer zu ziehen. Und es war sooo warm! Auf den letzten Metern kam ich am Bad vorbei und traf zufällig eine der Angestellten, die zu ihrem Auto ging. Ich fragte nach der Testpflicht. Nein, keine Testpflicht und auch keine Maskenpflicht! Und sie würden am nächsten Tag die Sperrgitter, das Flatterband und die Schilder entfernen. Das war dann zwar erst der 5. Tag unter der Inzidenz von 100, aber an Fronleichnam würde ja niemand arbeiten und das Ordnungsamt hatte die Öffnung offenbar erlaubt. Ich war froh und erleichtert und schaffte so dann noch den Rest meines Weges. Dann war Wäsche trocknen angesagt und irgendwann konnte ich mich ziemlich geschafft auch noch zum Kaffeetrinken hinsetzen. Smiley

WäscheWäscheWäscheEisbärliKaffeestunde

Ich genoss den letzten Abend allein auf „meinem“ leeren Stellplatz und meine Wäsche wurde auch überwiegend trocken.

letzter Abend allein

Am nächsten Mittag war der Platz offen, aber immer noch leer. Das erste Wohnmobil tauchte um halb zwei auf und dann noch eins und abends waren es fünf außer Oscarlotta, schön verteilt auf dem gesamten Platz. Es war der 2. Juni und somit war der Platz auf den Tag genau nach 7 Monaten wieder geöffnet! Wer hätte das im November 2020 gedacht, als das Beherbergungsverbot verkündet wurde und der Lockdown light eigentlich nur für den November gedacht war. Trauriges Smiley
Über das Wochenende war der Platz zu ca. zwei Dritteln gefüllt, unter der Woche wieder erfreulich leer mit drei, vier, fünf Mobilen bei 22 Plätzen insgesamt. So lasse ich mir das gefallen! Meine Stimmungslage veränderte sich. Ich fühlte mich nicht mehr einsam, aber auch nicht, wie befürchtet, gestresst von so viel Andrang nach so langer Zeit des Alleinseins. Und irgendwie fühle ich mich sicherer, wenn Oscarlotta nicht mehr das einzige Wohnmobil auf dem Platz ist. Unmittelbare Nachbarn hatte ich nur am Wochenende und dann auch noch „richtig“ herum. Vor meiner Tür ist ja ein Grünstreifen und ab 15 Uhr wirft der große Ahorn am Nachbarplatz Schatten. Das bedeutet aber auch keinen Satellitenempfang! Und deswegen bleibt der Platz meistens frei. Es gefällt mir hier immer noch und jetzt auf eine ganz neue Art von Tag zu Tag mehr. Ich habe mehr Zeit, weil ich nicht mehr dauernd eine Gasflasche tauschen gehen muss und ich genieße es, draußen im Schatten zu sitzen und die friedliche Abendstimmung bei weit geöffneten Luken, Fenstern, Tür mit Vogelgezwitscher und wunderbaren Sonnenuntergängen. Verliebt

Müßiggangnicht vollAbendstimmungAbendstimmung

Ich finde es absolut nicht schlimm, noch zwei Wochen hier bleiben zu müssen, bis ich zum zweiten Mal geimpft werde. Auch dann werde ich nicht sofort fahren, denn mein Werkstatttermin steht auch noch aus und nächsten Sonntag wird Uschi hierher kommen. Und der muss ich dann ja erst einmal alles hier zeigen! Seit wenigen Tagen ist auch die Außengastronomie wieder geöffnet, was einen Stadtbummel oder eine Ausflugsfahrt in die Umgebung erstrebenswerter macht. Wir werden in aller Ruhe überlegen, wie es reisetechnisch für uns weitergehen soll. Juli/August sind natürlich nicht die besten Reisemonate, vor allem nicht jetzt, wo sich Hinz und Kunz Wohnmobile gekauft oder gemietet haben und in Deutschland bleiben, von daher sind wir noch unentschlossen. Für September/Oktober haben wir auf dem Campingplatz in Thiessow auf Rügen reserviert und hoffen sehr, dass uns das Corona-Virus nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht!!!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Und schon wieder Pfingsten!

 
 
Wird es langsam besser??? Ich warte seit Wochen darauf, dass es mal ein offenes Statement zur Aufhebung des bundesweiten Beherbergungsverbots gibt, stattdessen machen jetzt die einzelnen Bundesländer wieder auf unterschiedlichste Art auf. Mal mit Modellregionen, mal nur für „Landeskinder“ (wurde in Niedersachsen vom Oberverwaltungsgericht inzwischen gekippt), mal nur für voll Geimpfte oder Genesene. Wenn die Eltern geimpft sind, die Kinder aber nicht, weil sie ja noch nicht geimpft werden, dürfen die Eltern in die Ferienwohnung, ihre Kinder aber nicht!!! Das hat man immerhin inzwischen geändert. Herr Söder hat für Bayern schon vor Wochen verkündet (er musste mal wieder der Erste sein), dass ab dem 21. Mai mit Beginn der Pfingstferien alles wieder öffnen darf, also auch die Camping- und Stellplätze, eine stabile Inzidenz unter 100 im entsprechenden Landkreis vorausgesetzt. Spätestens Mitte Juni dürften wohl alle, die können, nachgezogen haben. Dann wird es spannend! Viele Menschen scheinen ernsthaft zu glauben, dass es das dann war mit der Pandemie. Wäre ja schön, ist aber unrealistisch. Erst gut 12% der Bevölkerung Deutschlands sind vollständig geimpft. Wenn alle, die können und wollen, durch sind, ist Spätherbst und dann brauchen die ersten schon eine Auffrischungsimpfung. Alles wird vom Impffortschritt und -erfolg abhängen, denn es wird schätzungsweise genauso werden wie im letzten Herbst. Wiedergewonnene Freiheiten freiwillig wieder einschränken oder unfreiwillig eingeschränkt bekommen, werden mindestens genauso viele Menschen nicht akzeptieren und mittragen wie bisher.

Beim Gasflasche tauschen am Montag saßen wie gewohnt vier Mitarbeiter im offenen Bürobereich hinter dem Tresen, wie gewohnt alle ohne Maske. Es dauerte lange, bis sich der Mann am ersten Schreibtisch (den ich bisher noch nie gesehen hatte) aufraffen konnte, aufzustehen, sich eine FFP2-Maske aufzusetzen und mich zu bedienen. Ich trug mein Begehren höflich vor und gab ihm die Rechnung vom letztes Mal. Daraus ist zu ersehen, dass ich als Kassenkunde (ohne Kundenkonto, es dürfen derzeit ja wieder nur Handwerker einkaufen) kaufe und da es sich um Verbrauchs- bzw. Heizmaterial handelt, ist das zulässig. Missmutig ging er zum Kassencomputer und fragte nach kurzer Zeit nach meiner Telefonnummer. Ich erlaubte mir, zu sagen, dass die im letzten halben Jahr noch niemand abgefragt hätte. Ja, jetzt sei es aber so! Dann wollte er Namen, Vornamen und schließlich die Adresse wissen. Ich machte noch einmal mein Erstaunen darüber deutlich und ziemlich unfreundlich kam die Antwort, dass er das zur Kontaktverfolgung brauche, wir hätten nämlich Corona und eigentlich dürfte ich gar nicht da sein! An dieser Stelle wäre ich gerne ausfällig geworden und hätte ihm erzählt, wie genau ich weiß, dass „wir Corona haben“ und was das vor allem in den letzten sechs Monaten für mich bedeutet hat. Und warum, wenn wir doch Corona haben, er seit einem halben Jahr der erste ist, der diese Kontaktverfolgungsdaten von mir wissen will. In den Wintermonaten war ich jede Woche zweimal da! Und warum es offenbar keine Homeofficepflicht in seinem Betrieb gibt und vor allem keine Maskenpflicht??? An seinem Tonfall war allerdings deutlich seine Stimmungslage abzulesen und in solch einem Fall wird eine Konfrontation nur ungut. Es fällt mir nicht leicht, mich dann zurückzunehmen, aber je länger diese ganze Sch… dauert, desto „wurschtiger“ empfinde und reagiere ich, nach dem Motto: „Ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise!“ Erzürntes Smiley

Vor dem Stellplatz wird die angrenzende Siedlungsstraße aufgerissen. Der Schuttcontainer steht in der Einfahrt vom Stellplatz und entsprechend groß ist das Getöse, wenn der Baggerfahrer seine Schaufel voller Asphalt dort hinein entleert.

BaustelleBaustelleBaustelle

Heute wurde der Rasen hier auf dem Stellplatz (endlich mal) gemäht (laut) und mit einem Pfitzer wurden die Feinarbeiten erledigt (laut). Immerhin hatte jemand mein Stromkabel vom Gras auf den Schotter gelegt. Da wäre es dann liegengeblieben, wenn ich es nicht wieder zurückgelegt hätte. Ja, ist nur eine Kleinigkeit, zeigt aber das Grundproblem von zunehmender Gleichgültigkeit. Ich glaube, dass sehr viele Menschen mit der Komplexität unserer Zeit inzwischen überfordert sind und diese ungewohnte, nie dagewesene Pandemie, zumindest nicht in unseren Breiten, bringt viele an ihre Grenzen und lässt alle mühsam errichteten und sorgsam gepflegten Schutz-/Verteidigungswälle bröckeln und schlimmstenfalls einstürzen. Die Nerven liegen bei vielen blank, bei mir auch.

FeiertagsruheHier ist noch nichts auf, die Inzidenz liegt noch weit über 100. Mir ist das recht, es ist auch so schon laut genug. An Nachbarn werde ich mich erst wieder gewöhnen müssen und ich ahne schon, dass es mir nicht leicht fallen wird. Bis mindestens Ende Juni werde ich noch hierbleiben, da ich dann zum zweiten Mal geimpft werde. Eine eMail an den zuständigen Landrat mit Schilderung meiner besonderen Situation war erfolgreich. Er telefonierte mit „meinem“ Leiter des Ordnungsamts, der erteilte mir die Genehmigung, die Stellplatzadresse vorübergehend als Meldeadresse angeben zu dürfen und innerhalb von 36 Stunden hatte ich einen Anruf eines freundlichen jungen Mannes, der mir zwei Impftermine zuteilte. Ich durfte sogar darum bitten, sie auf den späten Nachmittag zu legen. Laut lachen

Ich räumte Oscarlotta fahrfertig und fuhr die 12 Kilometer zum zuständigen Impfzentrum. Höchste Zeit, sie mal wieder zu bewegen, die Bremsscheiben rosteten schon fröhlich vor sich hin! Der Parkplatz am Impfzentrum war ausreichend groß, ich brauchte nichts mehr zu erklären und keine meiner Sondergenehmigungen vorzuzeigen, man war informiert. Mit einem sehr guten Gefühl verließ ich eine gute halbe Stunde später das super organisierte Zentrum und fuhr, da ich schon unterwegs war, noch zum LPG tanken und zu dem tollsten Edeka-Markt, den ich jemals gesehen habe. Dort muss man aufpassen, nicht in einen Kaufrausch zu verfallen!

Glücklich kam ich wieder am Stellplatz an und stellte dann fest, dass die Fahrzeugbeleuchtung sich nicht mehr automatisch ausschaltet, wenn ich den Zündschlüssel abziehe. Bei der Tankstelle und beim Edeka-Parkplatz funktionierte es noch! Irgendwas ist immer! Ich muss demnächst aber sowieso in eine Iveco-Werkstatt, weil es eine Rückrufaktion gibt. Nach 14 Jahren!!! Das Layout der elektrischen Anlage muss geändert bzw. ein Trennschalter, wofür auch immer, ausgetauscht werden. Weil sonst bei ungünstigen Bedingungen Feuchtigkeit in den Kabelbaum eindringen könnte, was zu einem Kurzschluss in der ABS-Steuerung und folglich zu einer Fehlfunktion oder Beschädigung und im Extremfall zu einen Brand führen könnte und zwar sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Motor. Jetzt war das zwar die letzten 14 Jahre offenbar kein Problem, aber ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Also versuchte ich, dort einen Termin zu bekommen, wo ich schon Anfang Dezember die alljährliche Wartung hatte durchführen lassen. Zwar eine Iveco-LKW-Vertragswerkstatt, gewartet und repariert werden dort vorrangig aber nur Traktoren. Ich durfte in Oscarlotta bleiben und hatte interessante Ausblicke. Ich glaube, Oscarlotta war ein wenig neidisch auf die Reifen der „Kollegen“.

DeutzDeutz

Der Werkstattleiter teilte mir mit, dass er von der Rückrufaktion wisse und für einen Kunden auch vor Wochen schon das Ersatzteil bestellt, es aber bis heute nicht erhalten habe. Wie lange ich denn noch hier sei? Wenn es bis dahin nicht mehr klappen würde, könne er mir das Teil an eine beliebige Adresse schicken, damit ich es bei einer beliebigen anderen Iveco-Werkstatt austauschen lassen könne. Das würde vier bis sechs Stunden dauern!!! Also muss ich wohl warten…
Bei dem Werkstattbesuch im Dezember wurde auch mal wieder nach der Ursache gesucht, warum meine Fahrerhausklimaanlage immer nur für kurze Zeit funktioniert, ich hatte ja schon mehrfach darüber geschrieben, eine unendliche Geschichte. Es konnte eigentlich nur noch ein defektes Kabel verantwortlich sein und wirklich fanden die Mechaniker dies: Erstauntes Smiley

Kabel

Das sah ja nun wirklich nicht gut aus! Man konnte mir leider nicht sagen, was der Auslöser gewesen sein könnte und so bleibt die Unsicherheit, dass so etwas jederzeit wieder passieren kann. Das Kabel wurde ausgetauscht und bei meiner Fahrt zum Impfzentrum probierte ich die Funktion der Klimaanlage, obwohl die Außentemperaturen dagegen sprachen. Sie funktioniert, aber das hat sie auch schon einmal bis zu 100km nach einer Reparatur getan. Also abwarten und darauf hoffen, dass sie auch dann noch arbeiten wird, wenn ich sie wirklich brauche. Enttäuschtes Smiley

Uschi wartet die Pfingsttage noch auf dem noch nicht geöffneten Campingplatz in Lauterburg ab, bevor sie sich auf den Weg macht. Auch sie will jetzt endlich mal wieder eine andere Aussicht, andere Wege und neue Erlebnisse, obwohl die Natur auf der Schwäbischen Ostalb gerade alles gibt.

LauterburgLauterburgLauterburg
 
FahrradträgerFahrradträgerFahrradträger

Ihr Fahrradträger ist bereits bestückt, Flitzis Hauptuntersuchung wurde einen Monat vorverlegt, mein Hänger ist sauber und winterfest gemacht, kaum nachdem er „entwintert“ wurde. Wenn alles gut geht, werden wir so bald nicht zurückkehren. Aber wer weiß das schon? Fünf Tage Inzidenz über 100 – zack, alles wieder zu! Dieses Damoklesschwert wird uns wohl noch eine Weile begleiten. Herr Lauterbach äußert sich erstaunlicherweise zuversichtlich, was den Sommer betrifft, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass am Ende des Jahres ca. 5 Milliarden der Menschen auf der ganzen Welt noch nicht geimpft sein werden. Wir haben eben nicht nur Corona, sondern eine Pandemie. Augen rollendes Smiley

Wir wünschen euch schöne, hoffentlich überwiegend sonnige und nicht zu kalte Pfingsttage! Passt trotz aller Öffnungen und Lockerungen bitte weiter gut auf euch auf, auch wenn ihr bereits oder demnächst vollständig geimpft seid. Die Impfungen sind ein guter Schutz, aber auch sie bieten keine hundertprozentige Sicherheit! Und verlasst euch auch nicht allzusehr auf die Schnelltests, die haben nur eine Verlässlichkeit von etwa 60 Prozent. Das heißt, im Restaurant kann jemand am Nachbartisch sitzen, der ein negatives Testergebnis hat, aber trotzdem infiziert und hochansteckend sein kann. Selbst wenn euch die Impfung bei einer nicht hundertprozentig ausschließbaren Ansteckung vor einem schweren Verlauf schützen sollte und hoffentlich wird, gebt ihr das Virus trotzdem unbemerkt und ungewollt weiter. Vergesst das bitte nicht, auch und besonders zum Schutz all derer, die noch keine Chance hatten, sich impfen lassen zu können.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and taken by Uschi with Samsung Galaxy S20

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Corona-Notlage(r)

 
 
Ich bin #mütend. 😞😤

An manchen Tagen überwiegt die Müdigkeit, die Hoffnungslosigkeit und alles ist nur mühsam und mein Energielevel ist kurz vor Reserve. Es soweit wieder aufzuladen, dass ich wenigstens die notwendigen Alltagsgeschäfte erledigen kann, ist nicht jeden Tag einfach. Manchmal gelingt es auch gar nicht. Das sind dann die Tage, an denen ich erst nach 15 Uhr aus dem Bett finde und mich trotzdem bleischwer fühle und nur im Zeitlupentempo funktioniere. Und froh bin, wenn ich NICHTS muss und dass NIEMAND etwas von mir will.

Am 29. April war ich genau 6 Monate hier, pandemiemäßig gestrandet auf einem kleinen Stellplatz in einem netten Städtchen in Bayern, freundlicherweise geduldet, sowohl vom Stellplatzchef als auch vom Leiter des Ordnungsamtes. Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass das einzig und allein deswegen so ist, weil ich hier bezahle. Mitgefühl hat, Gedanken über meine Situation macht sich niemand. Dass ich die Aufenthaltsgenehmigung als „Härtefall“ vom Ordnungsamt bekam, habe ich nach der anfänglichen Ablehnung durch persönliches Erscheinen erkämpft, eine Mietpreisermäßigung wegen wochenlangem Baulärm auf dem Stellplatz wurde vom stellvertretenden Badleiter abgelehnt mit der Aussage, ich könne mich ja weiter nach hinten stellen. Weiter hinten ist die vielbefahrene Straße! Das sind die Gründe dafür, dass an manchen Tagen die Wut die Müdigkeit überlagert. Insbesondere dann, wenn neben meinem Wohnzimmerfenster wieder ein orangefarbener Transporter der Baufirma steht und mir die Sicht nimmt.

Transporter

An einem Donnerstag war es wieder so weit und abends klemmte ich einen Zettel unter den Scheibenwischer mit der freundlichen Bitte, das Fahrzeug nicht das ganze Wochenende so stehen zu lassen, ich hätte gerne eine Aussicht, auf die Zufahrt und überhaupt. Am nächsten Morgen wurde ich kurz nach sieben durch Türen schlagen und Motorengeräusch geweckt. Der Fahrer gab einmal richtig Vollgas, direkt neben meinem Bett und parkte sein Fahrzeug dann einen Platz weiter wieder ein, erneutes Türenschlagen inklusive.

Ich bin #…ütend. 😤

Ich frage mich oft, in was für einer Welt ich lebe. Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl, Freundlichkeit, Fürsorge – das alles scheint nicht mehr Normalität, sondern zur Rarität geworden zu sein. Alte Menschen habe ich im Laufe meines Lebens schon oft sagen höre, dass „früher“ alles besser war und ich habe es belächelt. Jetzt bin ich selbst alt und sage es auch.

Seit dem 2. November 2020 ist über Deutschland ein Beherbergungsverbot verhängt. Deswegen stehe ich seitdem hier. Beherbergungsverbot bedeutet, dass alle Beherbergungsbetriebe und -orte geschlossen sein müssen und nicht für Übernachtungen genutzt werden dürfen. Das gilt nicht nur für Hotels, Pensionen, private Zimmervermietungen, Camping- und Stellplätze, sondern auch für nicht bewirtschaftete, kostenfreie Stellplätze sowie Wald-, Wander- und sonstige Plätze und sogar für Privatgrund. Jegliche Beherbergung ist einfach verboten! Siehe „hier“. Im privaten Raum wird das durch die Kontaktbeschränkungen zu regeln versucht und durch die ernstgemeinte Aufforderung seitens der Regierung, touristische Reisen und nicht zwingend notwendige Familienbesuche zu unterlassen und jetzt auch durch die nächtlichen Ausgangssperren. Das freie Stehen mit Wohnmobil ist in den meisten Ländern sowieso nicht erlaubt, in Deutschland wird es geduldet zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit für maximal 10 Stunden ab Ankunft, Campingverhalten (Stühle und Tisch draußen, ausgefahrene Markise) ist untersagt. In Spanien gilt schon ein offenes (Dach-)Fenster und die ausgefahrene Trittstufe als Beweis für Camping. Wenn man, wie derzeit, aber nicht reisen SOLL, entfällt diese Duldung auch. Trotzdem herrscht in Deutschland schon wieder eine rege Reisetätigkeit, ich höre es von verschiedenen Seiten und ich sehe die Wohnmobile, die während der Woche und besonders am Wochenende die VE-Station hier anfahren. Das Motto in unserer Gesellschaft wird anscheinend immer mehr zu: „Ich mache, was möglich ist. Ob es erlaubt ist oder nicht, interessiert mich nicht. Machen alle anderen ja auch so und warum soll ich denn der Dumme sein? Wird schon gut gehen! Und wenn nicht, mein Gott, dann bezahl ich eben die paar Kröten, dafür hatte ich dann aber wenigstens meinen Spaß. Wenn die anderen sich nicht trauen, sind sie selbst Schuld.“ Unrechtsbewusstsein? Ist nicht mehr „in“. Solidarität? Was ist das? Habe ich da was von? Nur Nachteile? Nee, dann ohne mich!

An dieser Textstelle klopfte es an mein Fenster und ein freundlich lächelndes Paar um die Sechzig fragte, ob der Platz geschlossen sei und warum ich denn „so einfach“ hier herumstehen würde. Ich war ja gerade gut im Thema, aber auf alles, was ich fragte und anmerkte und kritisierte, bekam ich lediglich ein mildes Lächeln und ein „ach, das geht schon“ und „die Menschheit war wohl schon immer egoistisch, sonst wäre sie nicht so weit gekommen“. Man habe die Tochter in Ulm besucht. Ich habe nicht gefragt, ob sie alleinlebend oder alleinerziehend ist. Man wünschte mir freundlich lächelnd alles Gute und ging absolut gelassen zurück zum Van. Im Grunde hatte ich ja noch Glück mit dieser Begegnung, die Regel ist es nämlich heutzutage, dass Menschen, die auf ein Fehlverhalten hingewiesen werden, nicht nachdenken, sondern sofort aggressiv reagieren. Habe ich hier auch schon erlebt.

Ich bin #mütend. 😞😤

Was ist denn bloß los mit den Menschen??? Ist man nicht mehr in der Lage, die Gründe, die für das Erlassen von Gesetzen und Verboten maßgeblich sind, zu erkennen und dann SELBSTVERSTÄNDLICH die Verbote einzuhalten? Alle gemeinsam? Der aktuelle, leider schon über ein Jahr dauernde Grund ist dieses Virus. Warum schaffen es so viele Menschen NICHT, trotz der inzwischen millionenfachen Todesfälle weltweit, die Bedrohung ernst zu nehmen? Weil man sich nicht mehr einschränken kann? Weil in unserer Konsumwelt alles sofort möglich ist? Weil wir Frustration und Verzicht nicht mehr gewöhnt sind? Weil Anteilnahme, Solidarität, Mitgefühl… siehe oben… WIRKLICH nicht mehr gelebt werden? Im Fernsehen wird gezeigt, dass alle Parks, Promenaden etc. voller Menschen sind, so wie vor Corona. Die Bauarbeiter hier trinken ihr Feierabendbier eineinhalb Stunden lang zu neunt um eine Holzkiste dicht nebeneinander stehend, natürlich ohne Masken, man ist ja draußen. Sie sind aus zwei Firmen und arbeiten in einer dritten, sind aber doch alles Kollegen. In der Firma, bei der ich meine Gasflasche tausche, scheint weder Homeoffice noch Maskenpflicht durchgesetzt zu werden. Ich habe mit fassungslosem Erstaunen zur Kenntnis genommen, wer in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sich mehr oder weniger häufig und mehr oder weniger bewusst NICHT an die Regeln hält. Es befremdet mich, im Wortsinne.

Ich bin #mü… 😞

Der sehr verstörende, tödliche, Existenzen vernichtende und Angst machende Ausbruch einer Virus-Pandemie scheint im allgemeinen Verständnis der Menschen die persönliche Schuld von irgendjemandem zu sein oder die Strafe der Götter, manche Querdenker haben sich eine oder mehrere konkrete Personen ausgesucht, niemand aber scheint sich Gedanken darüber zu machen, welchen Anteil er selbst mit seiner Lebensweise daran hat. Was begünstigt denn eigentlich Zoonosen?

Um Kommentaren vorzubeugen möchte ich ganz deutlich sagen, dass mir durchaus klar ist, dass bei allen Außenaktivitäten die Ansteckungsgefahr reduziert bis nicht vorhanden ist (siehe meinen Ostereintrag) und dass das Wohnmobil fahren als solches keine Gefahr darstellt. Ich weiß auch, dass nicht nur ich #mütend bin, weil die Beschlüsse unserer Bundesregierung nicht alle gut durchdacht und nach mehr als einem Jahr wenig vielfältig sind. Ich würde auch gerne langsam mal wieder woanders hinfahren! Meine persönlichen Kontakte beschränken sich seit 6 Monaten auf die paar Worte mit Verkäufer*innen, Kassierer*innen und dem Gärtner über den Zaun alle zwei Wochen. Alles andere findet am Telefon statt, per eMail und SMS. Seit 6 Monaten!!! Nein, das ist nicht schön! Und – ganz ehrlich – inzwischen mache ich das nicht mehr, um andere zu schützen, sondern nur noch, um mich selbst zu schützen. Wenn das alle so machen würden, zumindest alle, denen das möglich ist, wäre das eine Form von Egoismus, die etwas Positives bewirkt. Der Egoismus, der in der Welt vorherrscht, tut das leider nicht.

Ich bin #mütend 😞😤

BaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelleBaustelle

Aktuelles Beispiel:
Neben mir steht ein Weinsberg Pepper, alle Fenster blickdicht verschlossen. Irgendwann kommt eine Frau um die Sechzig auf ihrem Fahrrad angefahren und wenig später klopft sie bei mir. Ob man hier Strom anschließen könne? Ich mache sie darauf aufmerksam, dass der Platz geschlossen ist. Ja, das weiß sie, aber in Nürnberg und in ? war das auch kein Problem. Beherbergungsverbot? Das weiß sie auch, aber in Nürnberg… Sie besucht hier eine Freundin und sie weiß auch noch gar nicht, ob sie heute Nacht in ihrem Wohnmobil schläft oder bei ihrer Freundin. ICH FASSE ES NICHT!!! Im Schaukasten hängt ein Hinweis, dass der Platz pandemiebedingt geschlossen ist, um den Schaukasten ist das Absperrband gezogen. Was braucht es denn noch? Man entfernt einfach das Band und fährt auf den Platz, man ignoriert, dass touristische Reisen unterbleiben sollen, man lässt sich von einer Freundin abholen und bleibt u. U. die Nacht dort. Wie dumm oder ignorant kann man denn sein, dass man nach über einem Jahr immer noch nicht verstanden hat, wie Ansteckung funktioniert???
Vor ein paar Wochen demonstrierte ein Familienvater seinen ca. 14- und 8-jährigen Söhnen, wie man mit Verboten und gesperrten Plätzen umgeht, nämlich genauso. Das alles macht mich soooo

#…ütend. 😤 😤 😤

aktuell

Der Stellplatz- bzw. Badleiter behauptet, dass sie täglich kontrollieren und die Wohnmobile dann auch wegschicken, außer natürlich am Wochenende (natürlich?). Die Polizei interessiert das alles gar nicht. Eines Abends kam ein Streifenwagen fünf Minuten, nachdem ein Kastenwagen auf den Platz gefahren war. Er hielt vor dem Absperrband, machte das Licht aus und dann passierte zehn Minuten gar nichts. Das Licht ging wieder an und der Streifenwagen fuhr davon.
Ich sehe absolut schwarz für die Zukunft, übrigens in jeglicher Hinsicht. Wenn jetzt schon so deutlich wird, dass man sich nicht mehr an Regeln und Gesetze hält, weil es keine oder viel zu lasche Konsequenzen nach sich zieht, wie soll das denn erst werden, wenn die Restriktionen kommen, die in den nächsten Jahrzehnten nötig sein werden, um die Klimaziele zu erreichen? Wenn der überwiegende Teil der Menschheit (ich meine die Menschen, denen es möglich ist) jetzt schon nicht versteht, warum es gut wäre, sich an Regeln zu halten, wie soll das dann funktionieren?

Ich bin #mü… 😞

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

 

SOG

 
 
SOGDa ich gerade so schön erfolgreich dabei war mit Reparaturen an Oscarlotta, schockierte mich nicht allzu sehr, dass das Entlüftungssystem meiner Toilettenanlage seine Arbeit einstellte. Das passierte nicht von einem Tag auf den anderen, sondern hatte sich durch ein um Sekunden verzögertes Einschalten des Ventilators nach öffnen des Toilettenschiebers über Tage angekündigt. Da dies in der Zeit der extremen Kälte geschah, führte ich es zunächst darauf zurück, natürlich ohne es entsprechend begründen zu können. Die Kälte verschwand, das Problem nicht und eines Tages blieb das Ventilatorgeräusch ganz aus! Ich ging auf die Suche und entdeckte relativ schnell ein loses Stromkabel. Ich fummelte es in die Lüsterklemme zurück und es passierte – nichts! Die Drahtenden waren mir schon etwas kurz erschienen, also schraubte ich die Lüsterklemme wieder auf und versuchte, die Isolierung etwas zu kürzen. Das gestaltete sich schwierig, weil die Kabel sehr dünn sind und ich kein passendes Werkzeug hatte. Mit einer Nagelschere versuchte ich, die Isolierung rundherum einzuritzen und hatte dann erfolgreich die innenliegenden Drähte gleich mit durchtrennt. Erstauntes Smiley Nein, so wollte ich das nicht haben! Zum Glück hatte ich genug Kabellänge zum Nachziehen und irgendwann hatte ich in mühseliger Kleinarbeit die Drahtenden weit genug freigelegt. Ich fummelte – siehe oben – und es passierte: nichts!

SicherungBlöd! Eine im Toilettenstaufach direkt sichtbare Sicherung, von der ich nicht wusste, wofür sie da ist, hatte ich schon ausgetauscht. Von einem früheren Totalausfall, der schon viele Jahre zurückliegt, wusste ich, dass es noch eine Sicherung im allgemeinen Sicherungskasten gibt. Die hatten wir damals nämlich gesucht und nicht gefunden und erst ein Telefonat mit der Herstellerfirma von Oscarlotta ergab, dass diese Sicherung zur Beleuchtungsgruppe 3 gehört bzw. als solche beschriftet ist! Da kommt man ja nicht drauf! Verwirrtes Smiley Diese Sicherung war allerdings sichtbar in Ordnung. Jetzt blieben zwei weitere mögliche Ursachen, der Ventilator samt Motor und ein Mikroschalter. Ich machte Fotos, mit der Selfie-Kamera meines iPhones, denn die gesamte Mechanik befindet sich an der Decke des nicht besonders hohen Staufaches (so hoch wie die Toilettenkassette) und nur so konnte ich, wenn auch nur so gerade, sehen, was ich da fotografiere. Ich fand keinen Mikroschalter! Uschi sagte mir, dass dieser bei ihr schon einmal abgebrochen war und sie ihn ersetzen musste und sie beschrieb mir, wie er aussieht. Abgebrochen konnte er bei mir nicht sein, dann hätte ich ihn im Staufach gefunden. Ich drehte ein wenig an dem Hebel, der beim Einschieben der Kassette den Schieber zum Öffnen und Schließen der Kassette betätigt und siehe da, auf den neuen Fotos erschien der Mikroschalter! Er sah unbeschädigt aus und funktionierte offensichtlich. Also doch der Ventilator?

MikroschalterMikroschalter

Ich begab mich auf die Internetseite der Firma SOG. Diese Firma hat in den 1990er-Jahren, soweit ich weiß, als erste am Markt, eine Möglichkeit entwickelt, fest verbaute Campingtoiletten ohne den Einsatz von chemischen Zusätzen geruchsfrei betreiben zu können. Mit meinem ersten Wohnmobil bin ich 1998 extra nach Löf an die Mosel gefahren, um dieses System am Firmensitz nachrüsten zu lassen. Es war damals ein noch ganz kleiner Familienbetrieb. In Oscarlotta haben wir es natürlich schon direkt bei der Bestellung mitgeordert, vielleicht wurde es auch schon serienmäßig verbaut, das weiß ich nicht mehr genau. In all den Jahren hat mich/uns diese Art der chemiefreien Toilettennutzung absolut überzeugt. Das Prinzip ist, verkürzt beschrieben, dass Gerüche aus der Toilettenkassette bei der Benutzung der Toilette mit geöffnetem Schieber durch das automatische Einschalten des verbauten Ventilators durch einen Aktivkohlefilter nach außen geleitet werden. Diesen sollte man einmal pro Jahr austauschen. In meiner „Frieda“ hatte ich in 11 Jahren kein einziges Problem mit diesem System und in den letzten 14 Jahren in Oscarlotta war, wie gesagt, einmal die Sicherung durch. Das spricht für Qualität! Auf der Firmenseite fand ich die Möglichkeit, entweder einen neuen Lüfter zu bestellen oder den alten zur Überprüfung einzuschicken und einen neuen im Austausch zu bekommen. Der Preisunterschied beträgt ca. 20 Euro. Auf den Produktfotos war zu sehen, dass die Kabel nicht mehr in Lüsterklemmen gesteckt werden, sondern in „modernen“ Steckverbindungen sitzen. Ich schickte eine eMail und fragte an, ob man mir bei Austausch des Lüfters zwei zusätzliche Steckverbindungen mitschicken könne, weil diese ja mit meiner Lüsterklemme nicht kompatibel sind. Umgehend kam die Antwort, dass das kein Problem sei. Ich entschied mich für die Austauschvariante, führte Kauf und Bezahlung durch und brachte meinen Lüfter auf den Postweg, versehen mit der beim Kaufvorgang erstellten Auftragsnummer und vorsichtshalber noch einmal mit der Bitte um zwei weitere Steckverbindungen. Als Lieferadresse gab ich die Packstation an, die ganz in der Nähe des Stellplatzes hier ist. Montags wurde mir der Eingang meines Lüfters bekanntgegeben und die Versendung des neuen. Ich hatte darum gebeten, mir doch bitte mitzuteilen, ob der alte Lüfter wirklich defekt ist, weil ich gerne wissen wollte, ob das Versagen der Entlüftungsanlage nun wirklich an ihm lag. So ganz verständlich war mir die Variante mit dem Austausch nicht, bzw. warum es diesen Preisunterschied gab. Es hieß zwar, der eingeschickte Lüfter werde überprüft, aber offenbar wurde ja nicht er wieder zurückgeschickt, repariert oder nicht, sondern ein Austauschmodell. Bereits am übernächsten Tag erhielt ich eine Benachrichtigung von DPD, dass mein Paket zur Abholung bereit liegen würde, allerdings stand nicht dabei, wo. In der DHL-Packstation konnte ich es nicht abholen, wie sich herausstellte. Ein junger DHL-Angestellter, der mir zufällig über den Weg lief, erklärte mir, wo ich hin müsse. Da ich am nächsten Tag sowieso in die Stadt wollte, verschob ich die Abholung. Am nächsten Mittag rief Uschi mich an und erklärte, mein Päckchen sei bei ihr in Lauterburg angekommen!!! Enttäuschtes Smiley Bei der Bestellung hatte ich als Lieferadresse eindeutig die Packstation hier angegeben und die war in der Auftragsbetätigung auch so angeführt. Auf der Verpackung meines zurückgeschickten Lüfters war automatisiert (App von Hermes) als Absenderadresse Lauterburg angegeben. Nun würde ich mal sagen, dass die Lieferadresse des Kaufabschlusses gilt, da hatte also wieder einmal jemand nicht gründlich genug gearbeitet. Aber immerhin waren die zwei zusätzlichen Steckverbindungen im Paket und auf der Rechnung stand der kurze Vermerk „Lüfter defekt“. Uschi packte um, legte meine aufgelaufene Post mit dazu und zwei Tage später konnte ich alles abholen, diesmal richtig in der Packstation.
 
Ich sammelte alle Werkzeuge zusammen, die ich brauchen würde und machte mich draußen daran, die dünnen, mehradrigen Käbelchen in die zwei Steckverbindungshülsen zu friemeln und dort zu befestigen. Das war gar nicht so einfach! Es kam mir sehr zugute, dass ich Erfahrung im Schmuck basteln und die entsprechend kleinen Zangen habe. Irgendwann konnte ich alle vier Stecker paarweise miteinander verbinden und den Lüfter wieder festschrauben. Ich war ziemlich durchgefroren und wappnete mich für die Enttäuschung, dass der Ventilator NICHT laufen würde. Ich war nämlich alles andere als überzeugt, dass meine Bemühungen Erfolg haben würden. Wasserpumpe einschalten, Toilettenschieber öffnen * Trommelwirbel * Ventilator LÄUFT!!! Ungläubiges, aber sehr freudiges Erstaunen! Smiley mit geöffnetem Mund

Am nächsten Tag lief der Ventilator nicht mehr!!! Mist, Mist, Mist! Zum Glück hatte sich nur ein Kabel aus der Steckverbindung wieder gelöst. Die auf der Seite des neuen Lüfters sind verlötet, meine konnte ich nur klemmen. Diese Klemmen wieder aufzubiegen gelang mir nur mangelhaft und letztendlich habe ich alles mit Isolierband verklebt. Bis jetzt funktioniert es!!!

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Noch ein Tipp zum Schluss: Das SOG-Entlüftungssystem verhindert wirklich erfolgreich die Entstehung von Gerüchen während der Toilettenbenutzung. Beim Entleeren der Kassette riecht es dann aber natürlich nicht ganz so angenehm. Um auch das zu verhindern, hilft die Zugabe von „Ammovit“ direkt in die entleerte Kassette. Dies ist ein biologisch abbaubares Produkt, das überwiegend in der Landwirtschaft bei der Gülleaufbringung verwendet wird. Zu kaufen ist es in einigen Baumärkten in der Gartenabteilung oder im Internet. Ist nicht ganz preiswert, hält aber ewig, da man für jede Kassettenfüllung nur einen kleinen Messlöffel voll braucht. Unbedingt empfehlenswert, auch wenn man kein SOG-System hat. Ich denke, dass man sogar die Zugabe von chemischen Mitteln, die ja nicht gerade zuträglich für die Umwelt sind, damit ersetzen kann. Es bindet nämlich nicht nur Gerüche, sondern zersetzt auch. Aufpassen muss man nur, wenn man das Mittel über die Toilettenschüssel in die Kassette gibt. Man muss vorsichtig hantieren oder sofort nachspülen, da Ammovit weißes Plastik gelb verfärbt.

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schwarzer schmieriger Schmodder

 
 
Von jetzt auf gleich lief das Wasser aus dem Küchenspülbecken nicht mehr ab! Erstauntes Smiley Nichts hatte das angekündigt, es war kein schleichender Prozess, es passierte von hundert auf null. Immer schon sind wir sehr vorsichtig mit allem, was in den Ausguss gelangt, nicht nur, weil das Abwasserrohrsystem in einem Wohnmobil eben anders ist als in einem Haus, sondern auch, weil das Abwasser nicht direkt in der Kanalisation landet, sondern als Zwischenschritt zunächst in einem Abwassertank. Und was sich in dem im Laufe der Zeit so als Bodensatz ablagert, hatte ich vor zwei Jahren erfahren, als bei einer Verstopfung zwischen Tank und Ablassrohr nichts mehr ging und ich den Inhalt des Tanks ausschöpfen musste und letztlich per Aufnehmer trockenlegte. Schwarzer schmieriger Schmodder!!! Das periodische Säubern und Durchspülen des Abwassertanks ist eine Tätigkeit, die man (ich) gerne vor sich herschiebt, bedarf es dazu doch einer über längere Zeit freien Entsorgungsstation und eines langen Schlauches und einer Schräglage des Wohnmobils in Richtung des Abwasserrohres, das aus dem Tank herausführt. Was bedeutet, dass man auf der richtigen Seite auf Keile fahren muss. Der Abwassertank in Oscarlotta ist gut zugänglich, über eine Klappe im Fußboden des Wohnbereiches und einen Schraubverschluss, durch den man in den Tank hineingreifen kann. Um in alle Ecken zu gelangen, benötigt man allerdings Reinigungsgeräte mit Teleskopstielen, die aber wiederum nicht zu groß sein dürfen, damit sie überhaupt durch den Tankdeckel passen. Ihr versteht sicher, warum das keine allzu beliebte Tätigkeit ist? Nach der damaligen Verstopfung war der Abwassertank fast so sauber wie beim Einbau und nach mehrmaligem Stochern von innen und von außen mit einer langen Bürste, die eigentlich für Heizungslamellen gedacht ist, lief wieder alles.

AbwassertankAbwassertank

Diesmal war die Verstopfung auf der anderen Seite des Abwassertanks, also im Zulauf, bloß wo? Vor Monaten hatte ich, von einer Werbeanzeige inspiriert, ein Reinigungstool für die Spül- und Waschbeckenausgüsse gekauft, eine Art Bürstchen, ähnlich der „kratzigen“ Seite eines Klettverschlusses, befestigt an einem starren Plastikdraht. Das Bürstchen passte so gerade eben durch die Löcher meiner fünf Ausgüsse in Dusche, Badezimmer, Doppelspüle und Herd. Ich arbeite mich in dieser Reihenfolge durch und bereits im linken Becken der Spüle riss das Bürstchen ab und verschwand unerreichbar in der Tiefe. Mist! Ich entleere das Abwasser, wenn ich länger irgendwo stehe, per Eimer und jedes Mal hoffte ich, dass das Bürstchen mit herauskommen würde. Tat es aber nicht. Also war zu befürchten, dass es irgendwo, vielleicht im Syphon, steckengeblieben sein würde und alle Haare, Seifen-, Zahnpasta- und Spülwasserreste an sich binden würde. Ich rechnete also schon lange damit, dass irgendwann nichts mehr gehen bzw. fließen würde. Insofern überraschte mich lediglich, dass es so abrupt geschah. Es war abends und ich beschloss, zunächst über Nacht H11 einwirken zu lassen, ein Mittel, mit dem ich auch regelmäßig die Reinigung des Frischwassertanks und aller Leitungen erledige. Der Erfolg war allerdings gleich null. Also kam mein „Pümpel“ zum Einsatz. Der stammt noch aus Wohnungszeiten und hatte mir schon in meinem ersten Wohnmobil das eine oder andere Mal aus der Verlegenheit geholfen. Ich verschloss jeweils ein Spülbecken und pümpelte, zunächst vorsichtig, dann immer energischer, je weniger passierte. Es kam zwar viel Dreck von unten, aber es machte nicht „plopp“. Enttäuschtes Smiley

Verstopfung Immer, wenn ich einen Stöpsel wieder zog, floss die dreckige Brühe vom einen Becken in das andere. Irgendwann fiel mir siedendheiß ein, dass im Herd ja auch ein Ausguss ist und natürlich stand die gesamte Kochmulde schon voll mit schmierigem schwarzen Schmodder. Prima! Trauriges Smiley Da hatte ich doch endlich einen Grund, den Herd mal wieder richtig sauber zu machen, inklusive des Abschraubens der Brennerdeckel. Ab jetzt wurde es schwierig, denn zwei Ausgüsse zu verschließen und gleichzeitig zu pümpeln erfordert eigentlich vier Hände. Wenn alle Ausgüsse offen sind, pümpelt man nur zwischen diesen hin und her. Wenn man die Stopfen in den Ausgüssen nicht festhält, ploppen sie durch den Druck, der beim Pümpeln entsteht/entstehen soll, sofort wieder hoch. Da ich dummerweise nur zwei Hände habe und die Füße nicht wirklich einsetzbar waren, stapelte ich schweres Gerät auf dem verschlossenen Herdausguss und pümpelte einhändig. Das Dreckwasser lief gut hörbar vom rechten Becken zum verschlossenen Herdausguss, erschütterte den Turm darüber, kam zurück und floss in das linke Becken, sobald ich den Stopfen dort entfernte. Und umgedreht! Verwirrtes Smiley Ich pümpelte über Stunden, mit Erholungs- und Kaffeepausen und kurz vor Feierabend rief ich beim Caravancenter in der näheren Umgebung an. Eine freundliche Telefonistin verband mich mit der Werkstatt. Ein Mann hörte sich mein Problem an und teilte mir dann mit, dass er keine freien Kapazitäten habe. Keine freien Kapazitäten für einen Notfall??? Nein, er habe jede Menge Reparaturen. Ja, aber, versuchte ich einzuwenden, im Moment könne doch sowieso niemand fahren, dann wäre es doch vielleicht nicht so schlimm, wenn der eine oder andere Kunde etwas länger auf sein Mobil warten müsse? Er müsse auch noch sehr viele Wohnmobile für die Auslieferung fertigmachen und dann wörtlich: „Das muss ich jetzt mit Ihnen nicht diskutieren!“ WOW! Erstauntes Smiley Damit hatte er mich ausgeknockt. Es fiel mir nicht mehr ein, ihm meine besondere Lage zu schildern, nämlich, dass ich in meinem Mobil lebe und es durchaus unangenehm ist, wenn man verstopfte Leitungen hat. Immerhin ließ er sich noch dazu herab, zu bemerken, dass in einem Wohnmobil die Leitungsrohre in der Regel nicht geklebt, sondern nur gesteckt sind.
Ich entfernte die zwei Schubladen und das untere große Auszugsfach unter der Spüle und machte Fotos. Uschi ermutigte mich am Telefon, es selbst zu versuchen. An dem Tag schöpfte ich aber nur noch das Dreckwasser aus den beiden Becken. Mein Glück war, dass das Waschbecken im Bad eine eigene Abwasserleitung hat, die unabhängig von den beiden Spülen und dem Herd auf direktem Weg zum Abwassertank führt. So war zwar alles etwas umständlicher, aber machbar, ohne dass ich mein Brauchwasser zur Tür hinaus schütten musste.

UntergeschossVerrohrungVerrohrung

WaschtagAm nächsten Tag schien endlich mal wieder die Sonne und ich beschloss, zum Waschsalon zu gehen. Das hatte ich schon seit geraumer Zeit vor und jetzt kam es mir gerade recht. Der Gärtner, mit dem ich mich noch kurz unterhielt, meinte allerdings, dass er glaube, dass der Waschsalon pleite sei, er habe Schilder in den Fenstern gesehen, sei sich aber nicht ganz sicher. Ich packte meine Schmutzwäsche auf meine Karre und stiefelte los, gewappnet dafür, unverrichteter Dinge wieder zurücklaufen und Handwäsche machen zu müssen. Aber ich hatte Glück! Während die Maschine lief, ging ich kurz zum Bäcker und wunderte mich, dass niemand von den Menschen, die durch die Fußgängerzone liefen, mehr einen Mundschutz trug. Nein, müsse man nicht mehr, erfuhr ich in der Bäckerei, nur noch bei Markttagen auf dem Marktplatz. Den Trockner sparte ich mir, der hatte beim letzten Mal zwar mein Geld genommen, war aber nicht gestartet. Die Bettwäsche und ein paar Kleidungsstücke konnte ich am Stellplatz draußen trocknen, den Rest verteilte ich in Oscarlotta. Bis ich ins Bett ging, war alles trocken. Smiley

Für den nächsten Tag hatte ich keine Ausrede mehr! Ich deckte das Loch in den „Untergrund“ mit einer der Spülen-Abdeckplatten zu, stellte einen Eimer darauf und schraubte todesmutig den Ausguss des rechten Spülbeckens los. Ja, die Rohre waren nur gesteckt! Schon das erste Knie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder und als ich Wasser vom linken Spülbecken abfließen ließ, tauchte, na was wohl auf? Richtig, ein ehemals gelbes Reinigungsbürstchen.

neu und gebrauchtneu und gebraucht

Rohrstück für Rohrstück arbeitete ich mich vor, in Richtung Syphon, der lediglich ein U-förmig gebogenes Rohr ist und in dem ich den Verursacher des Dilemmas vermutete. An den kam ich von unten aber nicht mehr heran, so weit konnte ich in den Spülen-Unterbau nicht hineinkriechen. Die Konstrukteure bei Niesmann und Bischoff hielten es wohl für eine gute Idee, hinter die Spülbecken in der Küche zwei riesige Abfallbehälter zu platzieren, eingehängte Plastikboxen mit Henkeln, die durch eine Klappe aus dem Material der Küchenarbeitsplatte verschlossen werden. Völliger Quatsch, denn den Platz auf den Klappen braucht man für Kaffeemaschine, Thermoskanne etc., die man ja nicht dauernd beiseite räumen will und außerdem würde der Abfall anfangen zu riechen, wenn man ihn nicht jeden Tag entsorgen würde. Diese Abfallbehälter haben wir von Anfang an einfach als zusätzlichen Stauraum genutzt für Küchenartikel, die nicht so oft genutzt werden. Da sich darunter noch jede Menge weiterer ungenutzter Stauraum befindet, stehen dort immer schon zwei verschließbare Plastikbehälter, die genau durch die Öffnung passen und die man mit einem verknoteten Bindfaden nach oben ziehen kann. Das wäre übrigens der perfekte Ort für Wertgegenstände! Für den Einbrecher, der hier mitliest, die Boxen sind inzwischen leer! Auf eine stellte ich den Wischeimer, die andere wanderte in den Untergrund.

SyphonVorsichtsmaßnahme

Ich brauchte einen Tritthocker und legte mich bäuchlings auf die Küchenarbeitsplatte bzw. quer über die Spüle, anders kam ich an den Syphon nicht heran. Er ließ sich, wie alle Rohrstücke bisher, problemlos abdrehen (ich hatte mir Gummihandschuhe angezogen, weil die nicht so rutschig sind wie trockene Hände) und er enthielt zwar einiges an Dreck, war aber nicht völlig zu. Jetzt blieb nur noch das Fallrohr übrig, das senkrecht an der Wand entlang lief und dann um 90 Grad abgeknickt über den Fußboden zu dem Rohr, was vom Waschbecken im Bad kommt und dann weiter zum Abwassertank läuft. Nach Abschrauben des letzten Knies war klar, dass dieses Fallrohr RESTLOS zu war! Erstauntes Smiley

Syphon wegDer Kern des Übels

Jetzt brauchte ich aber erst einmal eine Pause mit Kaffee und Kuchen!!! Ich schüttete vorher noch etwas H11 von oben in das Rohr, es schäumte auch ordentlich, aber der Schaum tropfte lediglich oben wieder heraus. Erzürnt

UnordnungRohre sauberKaffeepause

Nach meiner Kaffeepause löste ich das Knie zur querlaufenden Badezimmer – Abwassertankleitung und da war dann zweifelsfrei klar, warum kein Wasser aus der Küche mehr ablaufen konnte und es oben nur schäumte: Der gesammelte Dreck aus 14 Jahren hatte sich dort abgelagert. Erstauntes Smiley

OHA!!!

EndstationDas Stochern von unten mit einer Spiralbürste förderte den ersten schmierigen schwarzen Schmodder zu Tage, der in die Box plumpste. Oben war immer noch alles dicht. Womit könnte ich stochern? Meine Abwassertankreinigungsbürste fiel mir ein, die ist ungefähr einen Meter lang. Aber würde sie vom Umfang her in das Rohr passen? Sie passte so gerade! Gaaanz vorsichtig schob ich sie von oben hinein und kam bis zum Knick. Gaaanz vorsichtig zog ich sie wieder heraus. Sie war voll mit schwarzem schmierigen Schmodder! Im Eimer sauber machen und ein zweiter Durchgang. Und plötzlich platschte ein riesiger Dreckflatschen in die untergestellte Box!!! Geschafft! Ich stocherte noch ein paarmal aus beiden Richtungen, ließ zwischendurch immer wieder reichlich Wasser durchlaufen, bis klar war, dass das Rohr sauber ist. Was war ich froh! Smiley mit geöffnetem Mund

Eigentlich wollte ich für den Tag Schluss machen und den Zusammenbau auf den nächsten Tag schieben. Ich war nämlich einigermaßen geschafft, das lange Knien bekommt mir nicht mehr so gut. Aber nachdem ich zu Abend gegessen hatte und mich mein Chaos die ganze Zeit anlachte, konnte ich doch nicht an mich halten. Ich stellte mein Tablet so auf, dass ich gleichzeitig meine Freitagsabendtalkshow sehen/hören (liebgewordene Tradition seit Jahrzehnten) und arbeiten konnte. Um Mitternacht war ich fertig. Vor allem beim Zusammenbauen der Syphoneinzelteile war ich froh, dass ich Fotos gemacht hatte und ich brauchte alle meine Muskelkraft, um alle Rohrstücke bis zum Anschlag ineinander drehen zu können. Ein Wasserprobelauf ergab keine Undichtigkeiten! Vorsichtshalber ließ ich die Unterschrankschubladen noch draußen, um am nächsten Tag noch einmal alles über einen längeren Zeitraum genau beobachten zu können. Es blieb alles gut! Verliebt

ChaosFERTIG!FERTIG!FERTIG!

Fazit: Viel Geld gespart, viel Wartezeit in einer Werkstatt vermieden, viel gelernt, viel getraut. Zugetraut hatte ich mir das am Anfang absolut nicht, es dann wirklich allein geschafft zu haben, ist ein verdammt gutes Gefühl!
Weiteres Fazit: Das Wasser aus meinen Kaffeekapseln drücke ich nicht mehr in der Spüle aus, sondern in einem Becher und schütte die mit Kaffeesatz vermischte Flüssigkeit dann in die Toilette. Dies war zwar nicht die eigentliche Ursache der Verstopfung, hat aber sicher dazu beigetragen. Die nächsten 14 Jahre werde ich jetzt wohl hoffentlich Ruhe haben!
Cooles Smiley

Spülbecken

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Eisige Zeiten

 
 
Ich kann mich nicht erinnern, dem Frühling jemals mehr entgegengefiebert zu haben als gerade jetzt! Als wenn nicht alles schon frustrierend, beängstigend, langwierig, öde, perspektivlos genug wäre, muss da jetzt noch fast auf der Winter-Ziellinie diese Affenkälte hinzukommen? Aushalten, das ist mein Wort des Jahres 2020, aber offensichtlich gilt es immer noch. Dezember, Januar, Februar sind die für mich schwierigsten Monate, wenn man wie ich im Wohnmobil lebend in Deutschland überwintert. Seit Beginn des Februars wurde es gefühlt von Tag zu Tag besser in der Gewissheit, dass mit diesem kürzesten Monat das Ende der „Leidenszeit“ absehbar ist. Und dann dieses! Erstauntes Smiley

Eisige Zeiten

Rekordminustemperaturen im Februar wie seit 2012 nicht mehr. Meine Gasflasche hielt schon wieder 5 Tage und 7 Stunden, die nächste dann nur noch schockierende 2 Tage und 6 Stunden und die letzte noch 3 Stunden weniger. Und dabei lasse ich den Kühlschrank schon seit Wochen über Strom laufen. Einer der Verkäufer bei meiner Gasflaschentauschfirma meinte, nachdem ich zwei Tage hintereinander dort auftauchte, ob man mir nicht mal langsam eine Pipeline legen solle? Ja, bitte!!! Ich habe übrigens mal genau ausgerechnet, um wieviel teurer der Betrieb des Kühlschrankes mit Strom ist. Abhängig von den Verkaufskosten einer Gasflaschenfüllung und dem Preis für eine Kilowattstunde kann man im Schnitt mit 80 Cent bis 1 Euro rechnen, pro 24 Stunden. Ich habe mich dafür entschieden, lieber mehr zu bezahlen und dafür nicht noch öfter tauschen gehen zu müssen als zur Zeit sowieso schon.
 
Meinen gefühlsmäßigen Tiefpunkt hatte ich, als ich die leere Gasflasche aus der Heckgarage holen wollte und diese sich nicht öffnen ließ! Oscarlotta steht etwas nach rechts geneigt und Regenwasser war nicht nur über die Heckklappe, sondern offenbar in jede verfügbare Ritze der Füllungen geflossen und dort gefroren. Eigentlich nicht sehr verwunderlich bei diesem Aussehen:

Eisige ZeitenEisige ZeitenEisige ZeitenEisige Zeiten

Mein Außenstaufach auf der anderen Seite, in dem meine Vorräte lagern, weigerte sich ebenfalls! Nicht die Schlösser waren zugefroren, sondern die gesamte Klappe, keine Chance. Nun komme ich zum Glück vom Innenraum Oscarlottas an den Inhalt, auch wenn ich dafür die Couch komplett abräumen muss. Mehr Sorgen machte mir die Heckgarage, denn ohne Gas keine Heizung! Zwar könnte ich die Heizung auch mit Strom betreiben, aber das wird dann richtig teuer!
Mit heißem Wasser aus der Kaffeemaschine in einem Emaillebecher und einer Hutbürste, die als Allerweltsbürste immer griffbereit im Eingang liegt, bestrich ich die Eiswülste rechts und links der Heckgaragenklappe, versuchte, mit einem Schlüssel angetautes Eis wegzubrechen, tauchte die eingefrorenen Fahrradschlösser, die meine Transportkarre auf dem Fahrradträger sichern, in die letzten Reste des warmen Wassers und ließ die Kaffeemaschine neues heißes produzieren. Es dauerte lange, bis die Heckklappe sich mit meiner Kraftverstärkung gegen das Eis durchsetzen konnte!
Puh, große Erleichterung! Smiley

 
Beim Gasflaschentausch fragte ich nach Schlossenteisungsmittel, mit demselben negativen Bescheid wie schon ein paar Wochen zuvor. Ich könne aber genauso gut Frostschutzmittel, mit Wasser verdünnt, in eine Sprühflasche füllen, riet mir die nette Angestellte und zeigte auf die vielen Kanister, die neben dem Eingang standen. Frostschutzmittel habe ich! Oscarlotta wird ja von einer schwedischen Alde-Warmwasserheizung erwärmt und in den Wasserkreislauf gehört Frostschutzmittel, das in Abständen immer wieder kontrolliert und aufgefüllt werden muss. Natürlich befand sich dieses im Außenstaufach! Also räumte ich die Couch wieder frei und mit etwas Akrobatik hielt ich schließlich die noch gut halbvolle Flasche Glysantin in den Händen. Eine Sprühflasche fand sich auch, deren Inhalt umgefüllt wurde und binnen kurzer Zeit hatte ich meine Mischung aktionsbereit. Sehr großzügig besprühte ich alle Fugen, Ritzen und Dichtungen mit der rosafarbigen Flüssigkeit. Die Klappendichtungen bestehen nicht aus Silikon, sondern aus einem bürstenähnlichen, weichen, faserigen Stoff, der jetzt zu einer einheitlichen Eismasse mutiert war. An einigen Stellen konnte ich mit einem Spachtel Schlitze hineinschlagen und teilweise sogar Eisstücke herausbrechen, aber nach unten wurde das Eis immer dicker. Die linke Seite der Heckklappe stand nach dem erneuten Schließen gute zwei Zentimeter hervor.
Ob das Besprühen irgendeinen Effekt haben würde, wusste ich nicht, gleichwohl sprühte ich meine Vorratsstaufachklappe ringsherum ebenfalls ein, ebenso sämtliche Schlösser aller Klappen. Es ging mir wieder besser! Das hielt leider nur bis abends gegen 22 Uhr, als völlig unerwartet nach besagten 2 Tagen und 6 Stunden die Gasflasche schon wieder leer war! Was, wenn ich die Heckklappe wieder nicht mehr aufkriegen würde? Die gleiche Prozedur vom Nachmittag jetzt noch einmal??? Enttäuschtes Smiley Alternativ könnte ich auf meine LPG-Tankflasche umschalten, um über die Nacht zu kommen, aber mit deren Inhalt bin ich sehr sparsam, weil ich, wenn sie leer ist, zur Tankstelle fahren muss. Und im Moment kann und möchte ich mit Oscarlotta nirgendwo hinfahren.
Ich zog mir eine warme Jacke und Stiefel an und begab mich bangen Herzens zur Heckgarage. Die öffnete sich widerstandslos!!! Die Klappe vom Gasfach ebenfalls und binnen Minuten konnte ich die Heizung wieder starten. Puh!
Am nächsten Nachmittag versuchte ich zum Spaß mal, ob sich meine Vorratsstaufachklappe vielleicht auch wieder öffnen lassen würde. Als wäre nie etwas gewesen, ging sie auf! Ein Zaubermittel, meine Sprühmischung!!!
 
Seitdem sprühe ich jeden Tag mehrfach und klopfe und breche alles weg, was nachgibt. Das Eis bildet sich immer wieder neu, wenn die Sonne den Schnee auf dem Dach zum Tauen bringt. Es wäre sicher hilfreich, das Dach leerzuräumen, aber ich will kein Risiko eingehen. Wenn ich ausrutsche und vom Dach falle, findet mich hier niemand. Am Montag wurde nach den heftigen Schneefällen der Nacht zwar die Ent- und Versorgungsanlage geräumt und sogar ein Laufweg bis zu Oscarlottas Eingangstür angelegt, aber schon die erneuten Schneemengen am Dienstag blieben liegen. Gesehen habe ich die ganze Woche niemanden.

Eisige ZeitenEisige Zeiten

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Nichts genaues weiß man nicht

 
 
Dieses emotional anstrengende Jahr 2020 neigt sich langsam dem Ende zu und auf ein Ende der Pandemie lässt sich zumindest hoffen, seit es den Wissenschaftlern in Rekordzeit offenbar gelungen ist, wirksame Impfstoffe zu entwickeln. Aber noch eine ganze Weile gilt es, auszuharren, was in den dunklen und kalten Wintermonaten um einiges schwieriger ist als im hellen, sonnigen, warmen Sommer. Was ich als besonders zermürbend empfinde, ist nicht, dass jetzt zwar, wie erwartet, klar ist, dass der Lockdown nicht Ende November beendet sein wird, sondern dass es in den Sternen steht, wann überhaupt. Über Weihnachten wird nun tatsächlich gelockert, bis Neujahr sogar, was nicht nur meiner Meinung nach sehr bedenklich, wenn nicht fahrlässig gefährlich, unverständlich und kontraproduktiv ist. Ich gehe davon aus, dass der nächste Lockdown folgen wird/muss und die Freizeiteinrichtungen, also auch die Stell- und Campingplätze, als letztes wieder geöffnet werden dürfen, vielleicht erst zu Ostern. Enttäuschtes Smiley Das bedeutet, bis dahin muss ich irgendwo ausharren und dann fahren wieder alle gleichzeitig los, den verständlichen Nachholbedarf ausleben. Keine mutmachenden Aussichten!

Aber da alles Jammern nichts nützt, habe ich, um euch und mir zumindest den Dezember etwas zu versüßen, auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender (nein, OHNE Schokolade) gebastelt. Vielleicht habt ihr etwas Freude daran!

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Wilde Zicke und der Dom zu Naumburg

 
 
Bevor der Lockdown mich zum zweiten Mal in diesem Jahr ausbremste, war ich noch in Naumburg. Das liegt auf der Route nach Mecklenburg-Vorpommern, wo ich ja eigentlich hin wollte, zwecks erneuter Reparatur meiner Fahrerhaus-Klimaanlage. Und da ich ja noch ein paar andere Dinge auf meiner to-do-Liste hatte, erfreute mich, im Internet zu finden, dass es in Naumburg einen Wohnmobilhändler mit Werkstatt UND Wohnmobilstellplätzen gibt. Nach einem eMail-Wechsel war meine Freude allerdings gleich wieder weg. Nein, die Stellplätze gebe es nicht mehr. Nein, HU und AU könne bei ihnen nicht gemacht werden, auch kein Ölwechsel, mein Fahrzeug sei für ihre Halle zu groß. Aber den undichten Haubendeckel des Badezimmerluks könne man tauschen, das sei kein Problem. Und ich solle doch auf die Vogelwiese fahren, da könne ich stehen.
Das Internet sagte mir, dass die Vogelwiese ein Großparkplatz ist mit einem ausgewiesenen Bereich für 15 Wohnmobile, mit €10 plus €2/Person Kurtaxe nicht gerade preiswert, aber stadtnah. Als ich ankam, standen drei Wohnmobile außerhalb des Areals und vier innen, außerdem noch ein Wohnwagen ganz hinten. Nach Erkundung der Gegebenheiten war mir auch klar, wieso – es gibt nämlich nur zwei Stromsäulen à vier Steckdosen am Grünstreifen, der den Wohnmobilbereich vom Parkplatz trennt und die waren natürlich alle belegt! Mist, kein Kaffee! Ich räumte Oscarlotta in den Wohnzustand zurück und beobachtete mit einem Auge das Geschehen draußen. Es war Sonntagnachmittag und tatsächlich zog der Wohnwagenfahrer sein Stromkabel ab und fuhr. Ich war blitzschnell draußen! Doch noch ein Sonntagsnachmittagskaffee zu meinem Kuchen. Smiley

VogelwieseVogelwiese

Bezahlt wird an einem Parkscheinautomaten, nur mit Münzen. Man könnte sich allerdings auch eine App herunterladen und darüber bezahlen. Die Verweildauer ist auf drei Nächte beschränkt, aber das interpretiere ich in der Regel so, dass es nur für die Sommermonate gilt. Mein Ticket gewährte mir einen Aufenthalt bis zum übernächsten Tag 8 Uhr! Nun, dann könnte ich nur hoffen, dass mich ein Kontrolleur nicht aus dem Bett klopft, denn ich stehe sicher nicht um acht auf, um ein neues Ticket zu ziehen. Vorsichtshalber schrieb ich mal drauf, dass ich verlängern werde.
Die Nacht (und alle weiteren Nächte auch) war ruhig, es klopfte niemand und von den PKWs hörte man nichts, sie standen überwiegend im vorderen Parkplatzbereich. Die Nachbarschaft wechselte allerdings täglich und da gibt es leider immer wieder „Kollegen“, die glauben, wenn sie wach sind, sind das alle anderen auch. Erzürnt Alle weiteren Tickets zeigten übrigens einen Zeitbereich von exakt 24 Stunden ab Anforderung und ich freute mich, die ersten zwei Nächte zum Sonderpreis bekommen zu haben.

Naumburg Um in die Stadt zu gelangen, muss man nur den Parkplatz und eine Ringstraße und Gleise überqueren. Auf den Gleisen kam dann auch just in dem Moment eine niedliche, feuerrote Oldtimer-Straßenbahn. Süß!
 
 
 
 
 
Wilde Zicke

Ich lief durch Nebenstraßen mit kleinen und altertümlichen Häuschen, teils unrenoviert, teils sehr hübsch ausgearbeitet, in Richtung Dom. Vom Naumburger Dom hat wohl jeder schon einmal gehört, er gilt als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters und ist seit 2018 als UNESCO-Welterbestätte deklariert.

Schon von weitem ist der Dom St. Peter und St. Paul mit seinen vier imposanten Türmen nicht zu übersehen.

Naumburger DomNaumburger DomNaumburger DomNaumburger DomNaumburger DomNaumburger Dom

Sein Inneres beeindruckt durch das unglaublich realistische Werk eines völlig unbekannten Steinbildhauers. Es ist von ihm nichts überliefert, kein Name, kein Geburtsdatum, keine Herkunft, nur sein spektakuläres Werk. Unnachahmbar und unvorstellbar, wie es möglich sein kann, aus Stein derart lebendige, naturgetreue Darstellungen, Handlungen, Mimiken und Gestiken zu erschaffen. Völlig zu Recht spricht man von ihm nur als von dem „Naumburger Meister“.

Naumburger DomNaumburger Dom

Ein Großteil des Domes, wie er heute erhalten ist, wurde bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und 1542 fand in ihm die Amtseinsetzung des weltweit ersten evangelischen Bischofs statt, durch Martin Luther persönlich vollzogen.

Domgarten Ein Audio-Guide, eine Videovorführung, eine Domkunstausstellung im Untergeschoss und natürlich der Kreuzgang machen die Dombesichtigung wirklich lohnenswert. Ein großer Domgarten gehört auch noch dazu, aber dafür war das Nieselwetter nicht einladend genug. Nach der Besichtigung gab es für mich noch einmal Kaffee und Kuchen draußen, allerdings nicht mehr sehr komfortabel aufgrund feuchter Stühle und kalter Außentemperatur. Geschmeckt hat es trotzdem!

Kaffeezeit

Naumburg selbst ist ein hübsches Städtchen mit schön restaurierten Häusern, alles sehr gepflegt und überschaubar.

NaumburgNaumburgNaumburgNaumburg

In der Touristeninformation erfuhr ich, dass die historischen Straßenbahnen im Regelbetrieb fahren, auf einer einzigen Strecke vom Salztor bis zum Hauptbahnhof und zurück. Ich fuhr am nächsten Tag natürlich mit! Die Haltestelle war unweit des Stellplatzes und per Tageskarte hatte ich das Glück, in die Gegenrichtung bis zum Salztor fahren zu können und danach zurück bis zum Bahnhof. Hätte ich den Nachweis meiner bezahlten Kurtaxe dabei gehabt, hätte ich statt €3,50 nur €2,50 bezahlt! Augen rollendes Smiley

Wilde ZickeWilde ZickeWilde ZickeWilde Zicke

Die Straßenbahnlinie wurde bereits 1892 in Betrieb genommen und erhielt schon bald den liebevollen Kosenamen „Wilde Zicke“, sicherlich nicht unbegründet! 1991 wurde der Betrieb eingestellt, aber dank eines breiten bürgerlichen Engagements fährt sie seit 2007 wieder regelmäßig. Ein Straßenbahnzug fährt ständig hin und her, alle 30 Minuten pro Haltestelle, beginnend wochentags um 5 Uhr (!) bis abends 20 Uhr. Die Reservezüge stehen im öffentlich einsehbaren Depot.

StraßenbahndepotStraßenbahndepotStraßenbahndepotStraßenbahndepotStraßenbahndepot

Die Fahrdauer bis zum Bahnhof beträgt nur 15 Minuten und dort hatte ich eine halbe Stunde Aufenthalt, was für den Kauf eines neuen Feuerzeuges und den Verzehr von Kaffee und Kuchen (klar doch!) bei weit geöffnetem Fenster in einem Bäckereicafé reichte.

KaffeezeitKaffeezeit

Dann ratterte ich mit der wieder ankommenden Bahn gemächlich zurück, stieg aber bereits am Marientor aus und lief in der einsetzenden Dämmerung durch den Stadtkern zum Stellplatz zurück, mit einem kleinen Umweg, da ich mich trotz Stadtplans ein wenig verlief. Cooles Smiley

Marientor

Am nächsten Tag hatte ich meinen Werkstatttermin, nur 2km entfernt. Auf dem ursprünglichen Wohnmobilstellplatz stehen jetzt Ausstellungswagen. Überhaupt war das gesamte, ziemlich große Gelände mit Wohnmobilen „gepflastert“, die aber wohl zum überwiegenden Teil vermietet wurden. Vom Empfang wurde ich zu einem Bürocontainer bei der Werkstatt verwiesen, dort bat ich um drei weitere kleine Instandsetzungen bzw. Überprüfungen, was mit „Oh, ich weiß nicht, ob das klappt, der Zeitrahmen der Mitarbeiter ist sehr eng!“ beantwortet wurde. Ich möge doch bitte mit meinem Fahrzeug ganz nach hinten auf den Abstellplatz fahren und dann den Schlüssel bei ihnen abgeben. Manchmal schalte ich nicht sofort! Es kam mir zwar komisch vor, da ich in 15 Minuten meinen bestätigten Termin hatte, aber da, wo Oscarlotta parkte, konnte sie auch nicht stehenbleiben. Der Abstellplatz war voller abgestellter Wohnwagen und Wohnmobile und ein Arbeiter wies mir den einzigen noch freien Platz zu. Ich lief mit meinem Schlüssel zum Bürocontainer zurück und fragte, warum ich ihn denn abgeben solle, ich sei doch in meinem Mobil und hätte doch gleich einen Termin!? Sie könnten mich doch einfach anrufen, dann käme ich wieder nach vorne gefahren. Die Frau schaute mich verwundert an und erklärte mir, sie hätte mir doch vorhin gesagt, dass ich mein Mobil hierlassen müsste! Das hatte ich nicht gehört oder nicht verstanden, da es für mich ja völlig unrealistisch war. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass es seit Anfang der Woche (es war inzwischen Mittwoch) in Sachsen-Anhalt eine neue Corona-Verfügung gebe, nach der Monteure erst nach drei Tagen in ein Wohnmobil gehen dürften. Erstauntes Smiley Völlig konsterniert fragte ich sie, warum man mich darüber nicht informiert habe und dass das für mich nicht machbar sein würde, da ich in meinem Mobil lebe und ob ich etwa für drei Tage in ein Hotel gehen solle??? Ratlosigkeit auf beiden Seiten! Ja, im Grunde müsse das so geschehen, hieß es und ich erwiderte, dass ich dann jetzt leider wieder fahren müsse. Zum Glück fiel mir dann aber ein, dass alle meine gewünschten Arbeiten, bis auf eine, auf die ich dann verzichtete, außen oder von außen durchzuführen waren. Ja, ob ich denn dann mein Fahrzeug bitte wieder holen könne? Ich konnte!

Unverzüglich erschien ein sehr netter junger Mann und kümmerte sich angelegentlich, sehr motiviert und ausführlich um meine Aufbautür. Wie bereits im letzten Sommer hatte ich die untere der drei Verriegelungsvorrichtungen der Schließanlage, einen der sogenannten „Tannenbäume“, vor Wochen wieder abschrauben müssen, da die Tür sich bei Sonneneinstrahlung dermaßen verzieht, dass sie weder von innen noch von außen zu öffnen ist. Der junge Mann setzte seinen ganzen Ehrgeiz daran, dieses Problem zu lösen und schloss dann, ganz im Vertrauen auf sein Werk, die Tür. Die war dann zu und blieb es auch!!! Ich glaube, er war genauso erschrocken wie ich. Kommentarlos verschwand er und tauchte erst nach ein paar Minuten mit einem Kollegen und zwei Stemmeisen wieder auf. Das schmalere passte zwischen Tür und Rahmen und gemeinsam gelang es ihnen, die Tür soweit anzuheben, dass sämtliche Verriegelungsstifte aus allen drei Tannenbäumen herausrutschen konnten. Das konnte er so nicht auf sich sitzen lassen! Er feilte, er schraubte, er ersetzte Schrauben durch seiner Meinung nach besser geeignete und war irgendwann mit seiner Arbeit zufrieden, nicht hundertprozentig, aber besser würde er es nicht hinkriegen! Mir reichte es völlig, spätestens im nächsten Sommer muss ich den Tannenbaum sowieso wieder entfernen.

Dann widmete er sich mit gleichem Elan dem Problem, dass die Duo-Control mir zwar sagt, wenn eine meiner zwei Gasflaschen leer ist, aber nicht mehr automatisch von der Gebrauchs- auf die Reserveflasche umschaltet, was ihre Aufgabe wäre. Das ist lästig, weil alle Gasflaschen dazu neigen, nachts leer zu werden, was zumindest im Winter nicht so angenehm ist. Er stellte auch fest, was die Ursache ist, konnte daran mangels Ersatzteil aber nichts ändern. Meine Vermutung, dass es sich vielleicht nur um einen Wackelkontakt handeln könne und sich das Problem durch seine umfangreichen manuellen Versuche eventuell aufgelöst haben könnte, erwies sich nach Tagen als halb richtig, indem jetzt die Duo-Control wieder automatisch umschaltet, mir das aber nicht anzeigt! Also genau das Gegenteil von vorher. Keine Ahnung, was ich besser finde.

Inzwischen war eine gute Stunde vergangen und er nahm Kurs auf das Büro mit der Bemerkung, dass er jetzt aber ein wenig Arbeitszeit aufschreiben müsse. Stopp! Mein Badezimmerluk müsse ja noch ausgetauscht werden, bzw. der Haubendeckel. Davon stände nichts auf seinem Auftragszettel! Ich reklamierte, deswegen sei ich doch eigentlich da, alles andere wären ja nur Zusatzwünsche gewesen! Er marschierte ins Büro und kam mit der Aussage zurück, dann müsse er jetzt mal nachfragen, ob ein Haubendeckel bestellt worden wäre! Jesus!!! Ich ahnte Schlimmes. Zum Glück schien die Sonne, Oscarlotta parkte direkt neben dem Vermiet-Container, davor stand eine Rattan-Sitzgarnitur. Ich machte es mir gemütlich und beobachtete, wie der junge Mann hin und her lief, den alten Haubendeckel abschraubte und mal mit und mal ohne ihn über den Werkstatthof eilte. Nach einer Viertelstunde tauchte er wieder auf und erklärte mir, dass diese Art von Haube nicht mehr bestellbar sei. Das habe der Werkstattleiter, der heute nicht im Haus sei, leider so nicht weitergegeben. Er habe aber in einer Ecke noch einen identischen gebrauchten gefunden, den könne er montieren, wenn ich das wolle. Natürlich wollte ich! Dann solle ich doch bitte im Büro nachfragen, was ich dafür bezahlen müsse, bevor er ihn aufschraubt. Ich versicherte, dass ich jeden Preis dafür bezahle, er möge doch bitte sofort anfangen. Aber ich hätte geglaubt, dass die schrecklich verdreckte Unterschale auch ausgetauscht würde? Seit Jahren hatte ich mich nicht mehr getraut, den Haubendeckel zum Säubern abzuschrauben, um die Risse rund um die Schraubenlöcher nicht weiter zu vergrößern. Nein, der würde nicht getauscht, aber er könne ihn mir ja schnell sauber machen!!! Im Büro überlegten zwei Frauen, was sie mir denn jetzt berechnen sollen. Das Luk würde neu wohl €220 kosten? Moment, ich habe kein ganzes Luk, sondern nur den Haubendeckel ausgetauscht und der kostet im Internet €69. Erneutes, etwas ratloses Überlegen. Ob ich mit €50 einverstanden sei? Ohne Rechnung? Bezahlbar direkt bar auf die Kralle bei ihnen, nicht vorne im Verkaufsraum. Ich holte Geld, bewunderte ein blitzblankes neugebrauchtes Luk, steckte dem netten jungen Mann ein Trinkgeld in die Hand und ging wieder in den Bürocontainer. Ja, was solle sie denn jetzt an Arbeitszeit berechnen, er habe gar nichts aufgeschrieben? Telefonisch war er nicht zu erreichen. „Ach, wissen Sie was, geben Sie mir einfach 50 Euro und gut ist es.“ Ich war inzwischen zwei Stunden vor Ort! Dann bekam ich von ihr noch einige Tipps zu Stell- und Campingplätzen in der Umgebung und, als ich davon sprach, dass ich Strom hauptsächlich für meine Kaffeemaschine brauche, zeigte die junge Frau mir ein Foto auf ihrem Handy, mit der Bemerkung: „Sie sind ja wohl aus dem Westen, nicht? Wir sind seit kurzem auch Camper. Ich zeige Ihnen mal, wie wir Ossis Kaffee kochen!“ Eine Thermoskanne mit aufgestecktem Porzellanfilter samt Filtertüte und gemahlenem Kaffee. Laut lachen JAAA, das kann ich auch, habe ich auch, versicherte ich ihr und erklärte ihr dann, dass das Problem dabei, wenn man diese Methode nur notfallmäßig ab und zu nutzen würde, der Kaffee sei, der über einen längeren Zeitraum seinen Geschmack verliert. Eine Alternative wäre vielleicht, seine Kaffeebohnen selbst zu mahlen?

Ich bat darum, dass mich jemand rückwärts über den Vorgarten des Vermiet-Containers hinausleiten würde, beim Hineinfahren hatte ich zweimal rangieren müssen und überall standen Wohnmobile herum, die ich nicht anfahren wollte. Ein Mitarbeiter wurde gerufen, der mich vorwärts durch das schmale Tor zum Werkstatthof leitete und dann um ein paar Ecken bis zur Straße vor mir her lief, obwohl ich ihm zurief, dass ich das jetzt auch alleine schaffen würde. Nein, er lief mitten auf die kleine Einliegerstraße, ließ einen LKW passieren, vergewisserte sich, dass kein weiteres Fahrzeug kam und gab mir dann das Zeichen, dass ich fahren könne. Daumen hoch

Mit Ausnahme des Werkstattleiters kann ich mich über die Arbeitsauffassung der Mitarbeiter dieser Firma wirklich nicht beklagen! Und gut, dass besagter Werkstattleiter mir weder mitgeteilt hatte, dass es den Haubendeckel nicht mehr gibt noch dass Mitarbeiter erst nach drei Tagen in ein Wohnmobil dürfen, dann wäre ich nämlich erst gar nicht nicht hingefahren und hätte keines meiner Probleme gelöst bekommen!

Abreise Vogelwiese

Aber nicht nur meine Probleme waren weg, als ich Naumburg verließ, sondern auch mein Fahrradsattel! Das merkte ich aber erst eine ganze Woche später, als ich in meinem Lockdown-Quartier Oscarlotta wusch und dafür den Fahrradträger samt Fahrrad abklappte. Noch nicht einmal beim Abklappen fiel es mir auf, sondern erst, als ich wie üblich den Träger mit einer Hand am Sattel wieder hochklappen wollte. Es brauchte ein oder zwei Sekunden, bis ich glaubte, was ich sah! Ein ungutes Gefühl beschlich mich, da ich nicht wusste, ob das noch in Naumburg passiert war oder erst hier, was mein Sicherheitsgefühl natürlich massiv beeinträchtigt hätte. Anhand von Fotos konnte ich zum Glück aber feststellen, dass es schon in Naumburg passiert sein muss.

Inzwischen hatte ich schon einen Wohnmobilnachbarn für eine Nacht, dessen Fahrer offenbar kein Problem damit hatte, das Absperrband zu öffnen. Im Morgengrauen war er wieder weg, das Flatterband hängt jetzt etwas durch und bezahlt hat er vermutlich auch nicht. Wenn er Glück hat, ist die Überprüfungskamera, die beim Rein- und Rausfahren die Kennzeichen scannt, ausgeschaltet. Am Wochenende stand für eine Nacht ein Kastenwagen parallel zur Absperrung außerhalb des eigentlichen Stellplatzes, sodass niemand mehr raus- oder reingekommen wäre. Die beiden Alternativen wären gewesen, sich auf die VE-Station zu stellen oder eben die Absperrung widerrechtlich zu öffnen. Dass man beides nicht befürwortete, finde ich eher löblich und mich hat es nicht gestört. Ich wollte bzw. durfte mit Oscarlotta ja sowieso nicht raus!

Drei einsame Wochen habe ich jetzt bereits rum. Die erste leere Gasflasche wurde mir von dem Gärtner hier getauscht und eine volle wieder mitgebracht. Dabei erfuhr ich, dass es eine Querstraße weiter einen Baustoffbetrieb gibt mit Gasflaschenverkauf/-tausch. Da bin ich in fünf Minuten zu Fuß und die zweite und dritte Gasflasche holte ich mir mit meiner Transportkarre. Wenn ich aufpasse, dass mir die Duo-Control nicht auch noch die andere Hälfte meiner LPG-Tankflasche leert, muss ich Oscarlotta nicht bewegen. Die Ent- und Versorgung erledige ich per Eimer und Gießkanne. Ich hoffe darauf, dass das Beherbergungsverbot Ende des Monats aufgehoben wird und ich wieder fahren kann, aber ich befürchte, dass das nicht so sein wird! Ob ich dann beim Ordnungsamt um Verlängerung bitte und Weihnachten und Silvester auch noch hier verbringe oder ob ich mir etwas anderes überlege, weiß ich noch nicht. Ich warte mal ab, was anderes bleibt mir ja nicht. Für den 1. Dezember habe ich einen Termin beim TÜV ganz in der Nähe gemacht und für den 2. Dezember einen Werkstatttermin in einer Iveco-LKW-Werkstatt für die anfallenden Servicearbeiten und zur Fehlersuche bei der Fahrerhaus-Klimaanlage. Erwähnte ich bereits, dass sie seit drei Jahren ohne bleibenden Erfolg repariert wird??? Müdes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Sch… Sch…

 
 
Leider gibt es absolut nichts zu erzählen, vielleicht müsste ich aber auch sagen, zum Glück!? Es passiert nämlich leider/zum Glück gar nichts. Ich stehe gut hier, wo ich stehe, aber die Gesamtsituation empfinde ich zunehmend als belastend. Wenn man die täglichen Corona-News verfolgt und sich anhört, was die medizinischen Fachleute mehr oder weniger deutlich sagen, so wird immer mehr klar, dass alle Maßnahmen nur dafür sorgen sollen (müssen!), dass die Krankenhäuser nicht an ihre Grenzen kommen. Ja, ich weiß, das war schon seit Beginn der Pandemie das Ziel (flatten the curve), aber irgendwie haben wir wohl alle geglaubt oder besser gehofft, dass mit den sinkenden Infektionszahlen nach dem ersten Lockdown das Virus verschwindet oder sich zumindest abschwächt. Nun, dem ist nicht so! War eigentlich klar, den Wissenschaftlern sowieso, aber alle geäußerten Bedenken in diese Richtung wurden jedes Mal sofort als Panikmache kritisiert. Dieses aus Hilflosigkeit resultierende „wir machen mal weiter wie vorher, mal sehen was passiert“ fällt uns jetzt leider auf die Füße. Langsam und unaufhaltsam wird wohl auch klar, dass die Rückkehr zum Normalbetrieb in den Schulen NICHT funktioniert. Die Sommermonate sind nicht dazu genutzt worden, umsetzbare Konzepte zu entwickeln, es wurden nicht entsprechende Geldmittel locker gemacht oder zumindest nicht ausreichend umfangreiche. Ein erhebliches Problem im Bildungsbereich, genauso wie im medizinischen Bereich, ist jedoch der akute Personalmangel! Woher so schnell LehrerInnen bekommen, um Klassen teilen zu können? Woher die Räumlichkeiten? Letzteres würde man noch mit Klassencontainern auf den Schulhöfen improvisieren können, aber realistisch wäre wohl nur ein täglich oder wöchentlich wechselnder Unterricht mit jeweils der Hälfte einer Klasse. Selbst dafür ist jetzt schon nicht mehr genügend Lehrpersonal da, weil immer mehr ausfallen, quarantänebedingt oder weil zur Risikogruppe gehörend. Die Lehrpläne hätten angepasst und deutlich reduziert werden müssen, damit die Wochenstundenzahl gesenkt werden kann und damit die Anzahl der Stunden, die pro Tag in geschlossenen Räumen verbracht werden muss.
Als ich in den 1960er-Jahren zur Schule gegangen bin, wurde der Schuljahresbeginn von Ostern auf nach den Sommerferien verlegt. Das ermöglichte man praktisch mit zwei sogenannten Kurzschuljahren. Vielleicht müsste man jetzt „Langschuljahre“ einführen, um den Bildungsstand aufrecht erhalten zu können, also vielleicht Versetzungen nur alle 1½ Jahre. Vielleicht wäre das ja nur ein einziges Mal nötig bzw. zweimal, um wieder zum Versetzungstermin Sommer zu kommen und um alle Restrisiken auszuschalten. Das würde bedeuten, dass allen Schülern ein (Schul-)Jahr verloren gehen würde. Wäre das sooo schlimm (passiert bei jeder Nichtversetzung) und wäre es wirklich ein Verlust? Natürlich kann ich nicht beurteilen, wie intensiv in den Kultusministerien und Schulämtern an Lösungen gearbeitet wird, aber was ich von Betroffenen – Eltern, Lehrern, Schülern – in den Sozialen Medien so lese, scheint das bisher so dolle nicht gewesen zu sein, sondern jede Schule musste sich ihre Konzepte selbst erschaffen. Ach ja, dann wären da noch die überfüllten Schulbusse…

Von meiner Einstellung zum Beherbergungsverbot hatte ich ja schon geschrieben. Nicht nur für mich und die anderen Fulltimer bedeutet das einen gravierenden Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte und es bleibt zu befürchten, dass die Akzeptanz der Menschen für coronabedingte Einschränkungen damit nicht vergrößert werden wird. Was wird denn zu Weihnachten passieren? Wird das Beherbergungsverbot aufgehoben, werden wir wie im Sommer einen absoluten Nachholbedarf erleben, zumal es vielen Menschen unvorstellbar ist oder erscheint, an Weihnachten nicht so im Kreise der Familie zu feiern wie immer. Wird das Beherbergungsverbot nicht aufgehoben, finden die meisten Feiern trotzdem statt, nur mit dem Unterschied, dass der Besuch dann auch noch über Nacht bleiben muss. Und über Weihnachten setzt man dann auch die Kontaktbeschränkungen mal kurz außer Kraft? Der nächste Lockdown ab Mitte Januar ist dann schon vorprogrammiert. In China wurde kurz vor dem wichtigsten Familienfest des Jahres, dem Neujahrsfest, ein rigoroser Shutdown beschlossen, durchgeführt und kontrolliert und das übliche landesweite Reisen zur Verwandtschaft unterbunden. Ach ja, stimmt, da gibt es eine diktatorische Machtstruktur. Geht also bei uns nicht! In einer Demokratie arbeitet man mit so wenigen Verboten wie möglich und setzt auf die Mitarbeit, Einsicht und Vernunft der Bürger. In Schweden, den Niederlanden und ? scheint das zu funktionieren, in Deutschland und ? eher nicht. Ja, ich weiß, dass Schweden und die Niederlande im Einwohnerzahlenvergleich wesentlich höhere Todeszahlen im Zusammenhang mit Corona haben, aber ich befürchte, dass wir das im Laufe der nächsten Monate/Jahre aufholen werden. Ich fürchte, das Virus wird gewinnen! Ein Impfstoff mag eine Hilfe sein, aber er muss in hohem Maße wirksam sein und es wird Jahre dauern, bis genügend Menschen weltweit geimpft worden sind, zumal es aller Wahrscheinlichkeit nötig sein wird, jedes Jahr erneut zu impfen. Tja, da haben wir wohl alle die A…karte. Unverschuldet? Ähm – ich glaube nicht.

+++ 11.11.2020 13:45 Italien verbietet Weihnachten mit der Großfamilie +++
Italiens Regierung reagiert auf die steigenden Infektionszahlen und verbietet als erstes EU-Land das Weihnachtsfest in der Großfamilie. Am Dienstag hatte das Land fast 600 Corona-Tote binnen 24 Stunden registriert. Damit starben seit Februar mehr als 42.000 Menschen im Zusammenhang mit der Viruskrankheit.
Quelle: ntv

written by Ingrid

Zitterpartie beendet

 

In den USA leider immer noch nicht (Stand Freitagabend), aber parallel zum Wahl-Krimi hatte auch ich meine ganz persönliche Zitter- oder Hängepartie. Ich habe Tagebuch geführt und kopiere die Tageseinträge jetzt einfach mal hierher:

29.10.2020

  • Erfahre mittwochs in Naumburg, dass es ab dem 2. November neue Corona-Beschränkungen geben wird, u. a. sollen touristische Reisen unterbleiben. Ich brauche also einen Platz, wo ich stehen kann. Am idealsten erscheint mir XXX, dort habe ich alles, was ich brauche = Stadtzentrum in 15 Minuten erreichbar, Buslinie direkt am Stellplatz (samstags kostenfrei), tegut und Lidl zu Fuß erreichbar, Real per Bus, Rewe, Obi (Gasflasche tauschen) und LPG-Tankstelle 2km. Außerdem gibt es eine Iveco-Werkstatt, wo ich HU, AU etc. erledigen lassen könnte. Nach Lauterburg möchte ich nur in dem Falle, wenn nichts anderes mehr geht!
  • Anruf in XXX, ob der Stellplatz im November wegen der neuen Reisebeschränkungen geschlossen wird, Antwort nein.
  • Ich fahre los, Ankunft nach 17 Uhr, Anmeldung laut Aushang nur bis 15 Uhr.

30.10.2020

  • Gehe kurz nach 14 Uhr zum Bezahlen, es ist jedoch alles geschlossen. Schreibe Namen, Kennzeichen, Platznummer und Ankunftsdatum auf einen der ausliegenden Briefumschläge, stecke €50 hinein für 4 Nächte (bis Montag, 2.11.) und werfe alles in einen tresorartigen Kasten.
  • Erfahre von einer ansässigen Wohnmobilistin, dass laut Zeitung alles komplett geschlossen hat und dass beim ersten Lockdown ein Paar, das aus Spanien kam, hierbleiben durfte.
  • Ich warte mal ab und werde Montag erneut telefonieren und fragen, ob ich bleiben kann.
  • Verschiedene Bundesländer schicken Touristen schon wieder nach Hause. Erstauntes Smiley

31.10.2020

  • keine besonderen Vorkommnisse

01.11.2020

  • keine besonderen Vorkommnisse

02.11.2020

  • Stehe um 9 Uhr auf, draußen wird der Stellplatz lautstark von Laub befreit.
  • Rufe noch im Nachthemd bei der Stellplatz-Verwaltung an und bitte darum, als Härtefall aufgenommen zu werden; die freundliche Angestellte will ihren Chef fragen, der aber noch nicht im Haus ist, sie komme dann später bei mir vorbei.
  • Ich mache mich übereilt fertig und bin gerade angezogen, als es klopft; es ist einer der Arbeiter, der mir die zuviel gezahlten zwei Euro der vier bezahlten Nächte zurückgibt. 👍
  • In dem Moment kommt ein Mann auf den Stellplatz, der 2. Chef, wie der Arbeiter sagt.
  • Er teilt mir mit, dass meine Anfrage jetzt vom Ordnungsamt geprüft werde, sie von der Verwaltung könnten das nicht entscheiden, von ihnen aus könnte ich gerne bleiben; er habe auch nur mal schauen wollen, ob ich nicht ein rosa Herz im Fenster habe. Erstauntes Smiley
  • Unmittelbar danach erscheinen zwei junge Frauen und bringen mir einen Flyer, damit ich eine direkte Durchwahlnummer zu ihnen in der Verwaltung habe, wenn etwas anliegt.
  • Ich sitze und warte und fange dann an, mit Eimer und Gießkanne zu ent- und versorgen, in der Hoffnung, dass ich bleiben darf.
  • Da es richtig warm ist, hole ich meinen Stuhl aus der Heckgarage und setze mich in die Sonne.

  • Schon bald kommen die beiden jungen Frauen erneut und teilen mir mit, dass das Ordnungsamt ablehnt. Enttäuschtes Smiley
  • Es entwickelt sich ein längeres Gespräch und eine der beiden nimmt sofort ihr Handy und fragt ihren Chef, ob er beim Ordnungsamt erwähnt habe, dass im Frühjahr zwei Wohnmobilbesatzungen den Lockdown hier aussitzen durften (ja, hat er); die beiden sind sehr interessiert an meiner Lebensform und können mein Problem wohl gut nachvollziehen; der Arbeiter mischt sich vom Zaun aus ein und schlägt vor, dass ich mich draußen auf den öffentlichen Parkplatz stellen soll, dort koste es nur €2,50, es gäbe aber keinen Strom.
  • Ich lehne ab mit der Begründung, dass ich mich dort nicht sicher fühlen würde, außerdem würde die Polizei mich dort sicher nicht dulden.
  • Im Gespräch erfahre ich, dass der Stellplatz am nächsten Tag abgesperrt werden wird, nur die VE-Station bleibt zugänglich; auf meinen Einwand, dass es dann für mich schwierig würde, zu bleiben, weil ich irgendwann mal Gasflaschen tauschen fahren müsse, meinen die beiden, das sei gar kein Problem, ich bräuchte dann nur anzurufen und es käme jemand, der mich rauslässt. 👍
  • Ich beschließe, am nächsten Tag persönlich zum Ordnungsamt zu gehen und frage, ob ich noch eine weitere Nacht bleiben darf, was mir ohne weiteres genehmigt wird.
  • Im Lauf des Tages kommt noch ein weiteres Wohnmobil und hinter mir steht eins schon seit Tagen, mit dem Fahrer komme ich ins Gespräch und er ist völlig überrascht zu erfahren, dass der Stellplatz gesperrt werden soll; er habe doch gerade erst um eine weitere Nacht verlängert und niemand habe etwas davon gesagt; offensichtlich weiß er nichts von dem deutschlandweiten Beherbergungsverbot, er sei auf Urlaubstour und wolle erst am Wochenende wieder in Berlin sein; er ist völlig konfus, wo sie denn jetzt übernachten können und muss erst einmal mit seiner Frau darüber sprechen Verwirrtes Smiley
  • Ich entscheide mich, eine eMail an den Leiter des Ordnungsamtes zu schreiben:

Guten Tag, Herr X!

Ich wende mich in einer persönlichen, durch den neuerlichen Corona-Lockdown verursachten Notlage an Sie. Ich stehe aktuell auf dem Wohnmobilstellplatz … und dürfte nach Angaben der dortigen Verwaltung den Lockdown hier auf dem ansonsten geschlossenen Stellplatz „aussitzen“, natürlich gegen Bezahlung. Ich lebe seit 2004 im Wohnmobil, bin 70 Jahre alt und Alleinreisende. Zu meiner Meldeadresse kann ich nicht, da mein dort lebender 80jähriger Bruder zu den Risikofällen gehört. Außerdem wüsste ich nicht, wo ich mein Wohnmobil sicher abstellen könnte, da bekanntlich alle entsprechenden Einrichtungen geschlossen sind. Der Stellplatz hier ist für mich ideal, weil er 1. eine Ent- und Versorgungsstation sowie Stromversorgung bietet und 2. eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe, sodass ich zum Einkaufen fahren kann. Auch ist die Innenstadt zu Fuß erreichbar, wenn mir mal die Decke auf den Kopf fallen sollte.

Ich bitte Sie, sich in meine Situation zu versetzen: Wir im Wohnmobil lebenden werden von der Gesetzgebung nicht berücksichtigt und müssen uns eigenständig eine Lösung für das aktuelle Problem suchen. Wir müssen Abwasser entsorgen, unsere Toilette entleeren und Frischwasser tanken. Strom ist in der dunklen Jahreszeit ebenfalls von Bedeutung. Ich als alleinreisende Frau möchte aus Sicherheitsgründen auch keinesfalls irgendwo frei herumstehen! Das verstehen Sie bestimmt. Während des ersten Lockdowns wurde ich als „Härtefall“ auf einem Campingplatz aufgenommen. Dort kann ich jetzt aber nicht hin. Ich weiß, dass aufgrund dieser Härtefallklausel, die der Gesetzgeber einräumt, im Frühjahr zwei Wohnmobilbesatzungen hier auf dem Stellplatz stehen durften. Ich bitte Sie inständig, mir dieses Recht jetzt auch zu gewähren!!! Ich weiß nämlich gerade nicht, wo ich sonst hin könnte. Ich bin gerne bereit, heute (Dienstag) noch persönlich bei Ihnen im Ordnungsamt vorbeizukommen.

Mit freundlichen Grüßen, Ingrid Heidemann

  • Drei Wohnmobilbesatzungen verbringen die nächste Nacht ungesetzlicherweise auf einem Stellplatz, der eigentlich schon abgeriegelt sein müsste und obwohl ich früh zu Bett gehe, kann ich natürlich ewig nicht einschlafen; ich überlege in sämtliche Richtungen, was ich mache, wenn es bei der Absage bleibt. Etwa ich?

03.11.2020

  • Ich stehe wieder früh auf und schalte mit Herzklopfen mein iPhone ein, vielleicht ist eine Entscheidung für oder gegen mich schon gefallen und ich weiß es nur noch nicht, aber es ist noch keine Antwort da.
  • Ich sitze und warte und beschließe, nach der Mittagspause persönlich bei Herrn X nachzufragen; kann ja auch sein, dass er in Urlaub ist oder krank oder sonstwas.
  • Mein Gefühlshaushalt ist reichlich unausgewogen, um es mal so positiv wie möglich auszudrücken; das Gefühl, vom Wohlwollen eines Menschen abhängig zu sein, der mich gar nicht kennt und der sich vielleicht auch nicht wirklich dafür interessiert, was mein Problem ist, ist – mit Verlaub gesagt – beschissen.
  • Die ganze Sache ist besch…eiden, wie in so vielen Bereichen sind die vergangenen Monate offensichtlich nicht genutzt worden, um bestehende Missstände zu beseitigen; vermutlich sind es zu viele.
  • Warum allerdings Stell- und Campingplätze jetzt im November wieder geschlossen werden müssen, erschließt sich mir nicht; sehr viele Wohnmobile haben ein Saisonkennzeichen und fahren ab dem 1. November nicht mehr; von den restlichen werden die wenigsten fahren, da touristische Reisen unterbleiben sollen und die wenigen Mobilisten, die sich darüber hinwegsetzen, dürften wohl kein Problem darstellen; man könnte ja auch z. B. wieder jede zweite Parzelle sperren, obwohl man sich zu dieser Jahreszeit ja sowieso überwiegend drinnen aufhält und nicht zu erwarten ist, dass es große gesellige Zusammenkünfte geben würde.
  • Dass die Schließungen erneut erhebliche Schwierigkeiten für die Menschen bedeuten, die dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben, scheint nicht zu interessieren, ist vermutlich immer noch nicht wirklich bekannt. So wie im Frühjahr, muss jede/r selbst sehen, wo er/sie bleibt.
  • Ich erfahre um 13 Uhr im Ordnungsamt, dass Herr X nicht im Haus ist, ob es mir weiterhelfen würde, seine Vorzimmerdame zu sprechen, ja – besser als nichts; von ihr erfahre ich, dass er zu einer Schulung ist, woraus zu schließen ist, dass er meine eMail noch gar nicht gelesen hat; später stellt sich noch heraus, dass die negative Entscheidung nicht von ihm ausgegangen war, da er auch am Vortag nicht im Amt anwesend war.
  • Ich schildere der jungen Frau meine Beweggründe und mache deutlich, dass die aktuelle Situation wirklich belastend für mich ist, dass ich wirklich nicht weiß, wo ich hin soll und nicht alle Stell- und Campingplätze Deutschlands abtelefonieren könne, um zu erfragen, wer mich als Härtefall aufnimmt; hier wäre man bereit und ich bräuchte nur noch die Erlaubnis des Ordnungsamtes.
  • Ich habe den Eindruck, dass sie mich versteht, sie macht sich Notizen und verspricht, mit ihrem Chef zu reden, wenn er käme; ich bitte darum, mir spätestens im Laufe des nächsten Vormittags Bescheid zu geben, da ich gegebenenfalls ja dann noch eine gewisse Strecke fahren müsste.
  • Um 15 Uhr bin ich wieder am Stellplatz, trage mein Telefon ständig bei mir, aber es passiert nichts mehr.
  • Ein weiteres Wohnmobil kommt an (die anderen zwei waren am Vormittag gefahren), wird aber wieder fortgeschickt und danach wird der Stellplatz mit Flatterband abgeriegelt.
  • Später kommt ein Polizeiwagen vorbei, aber man schaut nur und fährt wieder, ich nehme an, dass die Polizisten davon ausgingen, dass es abgesprochen sein muss, wenn ein Wohnmobil hinter der Absperrung steht und sie bei der Verwaltung und/oder dem Ordnungsamt nachfragen werden.
  • Ich habe eine zaghafte Hoffnung, dass ich bleiben kann. Verlegenes Smiley

04.11.2020

  • Um halb 9 Uhr bin ich wach, natürlich nicht ausgeschlafen (wenn das hier beendet ist, schlafe ich 24 Stunden am Stück!!!), zwinge mich aber aufzustehen; es könnte ja sein, dass der Leiter des Ordnungsamtes persönlich vorbeikommt.
  • Mindestens genauso spannend ist der Ausgang der US-Wahl; heute Nacht bin ich der Vernunft folgend um 1 Uhr ins Bett gegangen; aber weder in dem einen noch in dem anderen Fall gibt es ein Ergebnis.
  • Meine Geduld wird noch eine Weile auf die Probe gestellt, aber um kurz vor zehn kommt die ersehnte eMail; ich mache mir noch schnell einen Kaffee und öffne sie mit klopfendem Herzen; kann ich bleiben oder muss ich fahren???

Sehr geehrte Frau Heidemann,

wir gehen aufgrund Ihrer Schilderungen und nach Rücksprache mit dem Betreiber davon aus, dass für den Monat November 2020 Ihr Aufenthalt auf dem Stellplatz … aus privaten Gründen glaubhaft notwendig ist.

Freundliche Grüße

X (Amtsleiter)

 

  • WOW!!!

Gut, dass der Stein nicht in die Kaffeetasse gefallen ist. 

Smiley mit geöffnetem Mund

written by Ingrid
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Goldener Oktober in Lauterburg

 

Bevor der Oktober auch schon wieder vorbei ist und der Titel dann nicht mehr stimmen würde, möchte ich euch schnell die schönen Fotos schicken, die Uschi mir zur Verfügung gestellt hat. Von mir kommt dann demnächst wieder etwas (wenn ich mal Zeit habe!). Smiley

Weiherwiesen
WeiherwiesenWeiherwiesenWeiherwiesenAckerbauAckerbauAckerbauAckerbauBlick ins TalGoldener OktoberGoldener OktoberGoldener OktoberGoldener OktoberGoldener Oktober

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Weiter gehts – bloß wohin?

 

Wir fahren im Wochenrhythmus weiter, winzige Etappen, weil Uschi darauf wartet, zumindest ihren Toyota, der bereits im März (!) geliefert werden sollte, demnächst übernehmen zu können. Von der Firma Tischer hat sie noch keine verbindlichen Aussagen, sodass es wohl darauf hinauslaufen wird, dass Boxi erst einmal auf den Toyota umgesetzt werden wird. Uschi hat darum gebeten, in der Fertigungsreihenfolge nach vorne verlegt zu werden, da anzunehmen ist, dass die anderen Käufer ihre Kabine erst im nächsten Frühjahr nutzen wollen, für sie aber die Vorteile einer Duschmöglichkeit und eines Abwassertanks im beheizten Bereich über den Winter von großem Wert wären.
So zockelten wir vom HEICamp nach Grafenrheinfeld. Auf dem Stellplatz war ich bereits zweimal, da im Nachbardorf die deutsche Niederlassung der Firma Alde sitzt, deren Warmwasserheizung in Oscarlotta verbaut ist. Vor zwei Jahren hatte ich ja Probleme mit dem integrierten Warmwasserboiler und musste zu Alde fahren, da die Händler und Werkstätten den Austausch des neuesten Modells nicht mehr vornehmen dürfen. Ich hatte „hier“ darüber berichtet. Zwei Nächte stand ich damals auf dem firmeneigenen Stellplatz, auch der Austausch und das Auswechseln der Heizungsflüssigkeit wurde von dort aus vorgenommen, sodass ich gar nicht in die Werkstatt fahren musste und da ich nicht nachmittags noch weiterfahren wollte, empfahl man mir den Stellplatz in Grafenrheinfeld. In Röthlein selbst gibt es zwar auch sechs Wohnmobilstellflächen, aber ohne jegliche Infrastruktur, dafür kostenfrei. Aber eben auch ohne Strom und damit für mich ohne Kaffeemaschine. Das versuche ich zu vermeiden! Zwinkerndes Smiley Grafenrheinfeld hatte mir damals sofort gefallen, der Stellplatz bietet Platz für 9 Mobile (kreisförmig angelegt) und liegt sehr schön naturnah an mehreren Seen, um die man laufen kann.

GrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldGrafenrheinfeldAusblick aus Oscarlotta

Der Main ist nicht weit und der Übernachtungspreis, zahlbar an einem Parkscheinautomaten, ist mit €6/Nacht sehr günstig. Alles, was man als Wohnmobilist so braucht, ist vorhanden und Einkaufsmöglichkeiten sind in fußläufiger Entfernung. Nett ist, dass nebenan eine Reithalle mit Pferdeboxen steht und zu unterschiedlichen Zeiten Pferde spazieren geführt oder auch beritten werden. Es gibt also immer etwas zu sehen und wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Uschi fuhr ihren Toyota ansehen und kam schwer begeistert zurück. Smiley mit geöffnetem Mund

Toyota HiluxToyota HiluxToyota Hilux

Unser nächstes Ziel war Hofheim in Unterfranken. Der Stellplatz nicht ganz so schön angelegt bzw. stereotyp in zwei langen Reihen für 30 Mobile, dafür zwei Euro teuer. Allerdings gibt es ein kleines Sanitärgebäude mit kostenlosen (!) Duschen und eigentlich auch freies WLAN, was aber gerade nicht zur Verfügung stand. DVB-T war leider auch fast nicht existent. Enttäuschtes Smiley
Wir zahlten trotzdem für eine Woche. Zum Bezahlen kommt jeden Tag jemand vorbei, allerdings morgens zwischen 8 und 9 Uhr!!! Ich war sehr froh, dass Uschi für mich mit zahlen konnte. Man bekommt sogar für jeden Tag des Aufenthalts ein Gutscheinkärtchen, mit dem man bei ausgewählten Geschäften €2,50 vergütet bekommt, wenn man dort einkauft. Ich hätte das gerne beim Friseur genutzt, aber leider gab es keinen freien Termin.

Hofheim

Das Städtchen ist klein, aber recht nett, vor allem der Marktplatz mit seinen alten Fachwerkhäusern und die zwei erhaltenen Stadttore. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in reicher Auswahl und in fußläufiger Entfernung (jeweils 10 Min.).

HofheimHofheimHofheimHofheimHofheimHofheim

Stover Strand Und dann trennten sich unsere Wege seit langer Zeit mal wieder. Uschi fuhr mit einem Abstecher über Bad Schönborn, wo sie ihr repariertes eBike abholte, nach Lauterburg zurück. Sie muss dort noch einige vorbereitende Arbeiten für den Austausch ihrer mobilen Wohnung erledigen. Bei Oscarlotta steht im November wieder die Hauptuntersuchung an und ich weiß noch nicht, wo ich sie und die anderen turnusmäßig anfallenden Arbeiten erledigen lasse. Eigentlich müsste ich nach Stralsund, da die dort im März erfolgte Reparatur der Fahrerhaus-Klimaanlage keinen bleibenden Erfolg hatte. Seit drei Jahren mache ich damit jetzt schon rum und es war schon richtig teuer. Wenn auch der Austausch des Kompressors das Problem nicht beseitigen konnte, was ich natürlich erst auf der ersten Fahrt nach der Corona-Sommerpause bemerken konnte, muss nach der ursächlichen Fehlerquelle gesucht werden. Mit der Iveco-Werkstatt in Stralsund bin ich grundsätzlich zufrieden, zumal ich während der Werkstattaufenthalte in Oscarlotta bleiben und auf dem Firmengelände übernachten darf/durfte. Ob es allerdings im Moment Sinn macht, nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren, ist nicht ganz klar. Ich habe es ja im Frühjahr erlebt, wie schnell man dort damit ist, Touristen des Landes zu verweisen und wie militant die Bevölkerung für die Umsetzung sorgt. Vorsichtshalber habe ich mir vom Stellplatz in Hofheim schriftlich bestätigen lassen, von wann bis wann ich dort war und werde das an den nächsten Anlaufpunkten ebenfalls tun und/oder Tickets, Quittungen, Einkaufsrechnungen aufbewahren.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Trostpflaster

Nachtrag:
Uschi hat tatsächlich Erfolg und von Tischer eine Auslieferungszusage für die 50. Kalenderwoche erhalten! Bis Weihnachten dürften Neuzulassung, Austausch und Umzug erledigt sein. Ich werde Fix und Boxi also nicht wiedersehen, hatte mich auch schon von ihnen verabschiedet. Weinendes Smiley
Ich habe in Hofheim noch einmal verlängert, weil es preiswert und völlig egal ist, ob ich heute, morgen oder übermorgen weiterfahre, vor allem bei dem aktuell schlechten Wetter. Auf der Strecke nach Stralsund hatte ich mir in Naumburg einen Stellplatz bei einem Wohnmobilhändler ausgeguckt und eine Anfrage gestellt, ob ich meine diversen Arbeiten evtl. auch bei ihm erledigen lassen könne. Eine Antwort auf meine eMail bekam ich erst nach Tagen auf erneute Nachfrage. (Genauso war es in Stralsund auch gewesen! Wie arbeiten die Menschen heutzutage eigentlich?) Es gäbe keine Stellplätze mehr bei seiner Firma, erfuhr ich aus Naumburg (steht aber überall noch im Internet!). Seine Werkstatt sei für mein Wohnmobil zu klein, also keine Hauptuntersuchung. Ölwechsel und Fehlersuche Klimaanlage müsse von einer Iveco-Werkstatt erledigt werden, aber meinen undichten Haubendeckel vom Badezimmerluk könne man tauschen. Tja, dann werde ich wohl doch nach Stralsund fahren, falls nicht zeitnah die Landesgrenzen wieder dicht gemacht werden! Das kann, so wie die Lage aktuell ist, allerdings vom einen auf den anderen Tag passieren.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Zum Thema „Wie erledigen die Menschen heutzutage eigentlich ihre Arbeit?“ habe ich noch zwei Beispiele vom Stellplatz in Hofheim.
Ich (bzw. Uschi) hatte mir zwei Waschmaschinen-/Trocknermarken besorgt. Am Sonntag befüllte ich die Waschmaschine und wählte das 60 Grad Eco-Programm. Es wurde mir eine Waschdauer von 2 Stunden angezeigt. Dann würde wohl alles richtig sauber werden! Smiley Nach Ablauf der Zeit lief die Maschine nicht mehr, die Tür ließ sich öffnen, aber die Wäsche war nicht geschleudert und offensichtlich auch nicht fertig gespült!!! Ich hätte meine zweite Marke verwenden müssen, hätte dann aber zwar geschleuderte Wäsche gehabt, aber keine Möglichkeit mehr, sie zu trocknen. Also wrang ich, so gut es ging, an einem der Handwaschbecken jedes einzelne Teil aus und warf es in den Trockner. Die Waschbecken waren ein Stück von der Waschmaschine entfernt und ich setzte den gesamten Boden unter Wasser. Zum Glück wollte währenddessen niemand die Toiletten benutzen und ich konnte alles mit dem Schieber für die Duschen dorthin befördern. Nur das restliche Wasser in der Maschine konnte ich nicht beseitigen. Der Trockner brauchte noch einmal eine Stunde und obwohl ich schranktrocken+ gewählt hatte, hegte ich wenig Hoffnung, dass die Wäsche auch nur ansatzweise trocken sein würde. Und so war es dann auch, Oscarlotta sah die nächsten Stunden sehr „dekoriert“ aus. Es ist gar nicht so einfach, eine Waschmaschinenladung zum Nachtrocknen auf der begrenzten Fläche eines Wohnmobils zu verteilen.
Ich schrieb eine Mitteilung wegen des noch in der Waschmaschine verbliebenen Wassers und bekam einen Tipp für das nächste Mal: kein Eco-Programm auswählen, dafür reiche die Marke zeitlich nicht aus. Erstauntes Smiley Könnte man das nicht als Hinweis an die Maschine oder die Wand daneben hängen??? Ich habe extra noch einmal nachgeschaut, ob ich etwas übersehen habe, aber hatte ich natürlich nicht.
Die zweite Sache war, dass ich nach Uschis Abreise (einen Tag früher als geplant) meinen Aufenthalt um zunächst zwei Nächte verlängern wollte. Mir wurde Uschis schon bezahlte Nacht gutgeschrieben und sie zahlte weitere €8 für mich. Somit hatte ich bis Dienstag bezahlt und ließ mir die Aufenthaltsdauer von/bis bestätigen, um bei meiner Weiterfahrt belegen zu können, das ich nicht aus einem Risikogebiet komme. Am Montag beschloss ich, das angekündigte Schlechtwetter noch in Hofheim auszusitzen. Ich versuchte, am Dienstag bis 9 Uhr wach, aufgestanden, gewaschen und angezogen in der Rezeption zu erscheinen, war um Mitternacht im Bett und – konnte nicht einschlafen. Um 2 Uhr stellte ich meinen Wecker wieder ab und beschloss, dass mich alle mal gerne haben können! Die Stellplatzgebühr für die nächsten sechs Nächte steckte ich in einen Briefumschlag, schrieb eine Nachricht und warf alles in den an der Rezeption hängenden Briefkasten. Ich wusste schon, dass die Rezeptionistinnen wöchentlich wechseln und prompt eröffnete mir die diensthabende, dass ich, wenn ich sechs Nächte bleiben will, noch 8 Euro mehr bezahlen müsse. Sie listete mir auf, was ich schon bezahlt habe und vertat sich schon mit den Daten der ersten Woche. Die von Uschi extra bezahlten 8 Euro waren ebenfalls nicht auf ihrer Auflistung. Mag sein, dass ihre Kollegin die nicht verbucht hatte. Ich schrieb eine Gegendarstellung und legte als Argument die mir von ihrer Kollegin ausgestellte Bescheinigung bei, aus der hervorgeht, dass ich bis zum Dienstag zweifelsfrei bezahlt hatte. Und bis zum nächsten Montag sind es nun mal sechs Nächte und die habe ich bezahlt. Mit einem 50-Euro-Schein und dem Hinweis, dass sie die zwei Euro, die ich eigentlich zurückbekommen müsste, in ihre Kaffeekasse stecken soll. Jetzt bin ich gespannt! Ich hoffe nicht, sie klopft um halb 9 bei mir!!!

Nachtrag:
Nein, es klopfte niemand. Ich wurde trotzdem wach, weil die Dame offenbar ihren Hund dabei hatte und der neben meinem Bett bellte, während sein Frauchen die Tüte mit ihrer Entschuldigung an meinen Fahrradgepäckträger klemmte. Sie hätte nichts von einer zusätzlichen Bezahlung gewusst! Dass ihre gesamte Auflistung kalendarisch total falsch war, erwähnte sie nicht weiter. Also Schwamm drüber! Cooles Smiley

Mecklenburg-Vorpommern erlässt (mal wieder!) die schärfste Stufe der Beherbergungsverbote aller Bundesländer, Reisende aus Risikogebieten müssen einen negativen Covid 19-Test vorlegen und zusätzlich 14 Tage in Quarantäne, die mit einem weiteren Test nach vier Tagen aufgehoben werden kann, falls auch dieser Test wieder negativ ist. Meine Postleitzahl gehört aktuell zum Risikogebiet! Dort war ich zwar schon über zwei Jahre nicht mehr, aber das interessiert wahrscheinlich nicht. Ich bin ja quasi in Dauerquarantäne, meine Kontakte beschränken sich auf ein- bis zweimal die Woche beim Einkaufen und/oder Tanken. Solche Sonderfälle fallen aber natürlich wieder durchs Raster.
Diese wiedereingeführten Reiseregelungen in einigen Bundesländern sind wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber wenn man wirklich auf der sicheren Seite sein will, dann ist die Vorgehensweise von MeckPomm die einzig richtige. Erst nach dem zweiten Test kann man zumindest ausschließen, dass infizierte Menschen einreisen. Ob sie sich dann evtl. während ihres Aufenthaltes anstecken, steht wieder auf einem anderen Blatt. 100%ige Sicherheit gibt es sowieso nicht, dafür werden aber alle, die vom Tourismus leben (vor allem in den Bundesländern mit Seezugang oder denen mit Bergen) massivst und langsam vermutlich nicht mehr aufholbar geschädigt. Ich mache mir schon lange echte Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen, nicht nur in Deutschland. Ist den jungen Menschen, die ihren Lebenssinn und ihr verbrieftes Recht offenbar darin sehen, Party zu machen, wirklich nicht klar (zu machen), dass sie die Folgen zu tragen haben, wenn es durch ihr verantwortungsloses und egozentrisches Handeln aus Sorge vor weiter steigenden Infektionszahlen und damit einhergehender Gefährdung der Risikogruppen erneut einen Lockdown geben MUSS, so wie jetzt teilweise schon wieder in Frankreich und den Niederlanden? Die Staatsverschuldung müssen doch überwiegend sie einmal rückgängig machen! Wie kurzsichtig kann man denn sein? Aber das Motto (nicht aller, aber zu vieler und nicht nur in Deutschland) scheint wirklich zu sein: “Ich bin jetzt jung, ich will Spaß, ich will feiern, nach mir die Sintflut.” Nun, die Sintflut könnte kommen, denn diese Pandemie ist ja nicht das einzige Problem, das die Weltgemeinschaft hat.
Was für eine verrückte Zeit!!! Erstauntes Smiley

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Wieder unterwegs

 

Ich weiß, dass ich angekündigt hatte, mich etwas eher wieder zu melden, aber ich konnte mich noch nicht dazu aufraffen. Trauriges Smiley Es gibt jetzt auch nur ein kleines Update und ein paar Gedanken zu der Gesamtsituation (und ein par Fotos).
Der Corona-Sommer war für uns erträglich, aber ein wenig zu ereignislos. Wir konnten immerhin das schöne Wetter genießen und waren während der wirklich heißen Tage froh um unseren schattigen Rasenplatz. Bei den nachmittäglichen Spaziergängen mit unseren „Leihhunden“ erfreuten wir uns alle vier jeden Tag aufs Neue an dem direkt an den Campingplatz angrenzenden wunderschönen, kühlen, lichtdurchfluteten, friedlichen Buchenwald. Anschließend war dann wieder relaxen angesagt. Smiley mit geöffnetem Mund

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Seit knapp drei Wochen sind wir nun tatsächlich wieder unterwegs! Auf den ersten Blick scheint alles wie gehabt und doch ist alles anders. Enttäuschtes Smiley Zunächst fällt die weiter gewachsene Anzahl an Wohnmobilen auf. Allein im August gab es einen Zuwachs an Verkaufszahlen von 60% im Vergleich zum Vorjahr, im Jahresschnitt sind es bisher 20%!!! Da kann man nur hoffen, dass die meisten ein Saisonkennzeichen haben und es zumindest im Winterhalbjahr wieder so aussieht:

Erdarbeiten

Es fällt (uns) auf, dass viele zum ersten Mal mit einem Wohnmobil unterwegs sind. Auffallend war auch die große Anzahl der neuen Gattung „Van“ und manchmal kamen Mini-Vans oder eigentlich nur PKWs, in denen man keine Ahnung wie geschlafen hat. Einige bauten seitlich, hinten oder sonstwo eine Art Vorzelt auf und es waren nicht nur die Jungen, die so reisten. Offensichtlich ist vielen Menschen durch die Pandemie mit den einhergehenden (Reise-)Beschränkungen klar geworden, dass Campingurlaub eine Möglichkeit bietet, mit relativ geringem Risiko unterwegs sein zu können. Augen rollendes Smiley

Wir wissen im Moment wenig bis gar nichts darüber, wie wir die nächsten Monate verbringen wollen bzw. werden. Das Wollen ist ja leider ziemlich eingeschränkt, außer man setzt sich über die existierenden Gefahren für Leib und Leben hinweg. Manche Menschen können das offenbar, wir nicht. Dazu kommt, dass Uschi sich schon vor über einem Jahr dafür entschieden hat, Fix und Boxi gegen eine etwas größere Variante desselben Typs zu tauschen. Die Firma Tischer hatte aber schon bei der Bestellung einer neuen Aufbaukabine eine Liefer-/Herstellungsfrist von 1½ Jahren und unglücklicherweise verschiebt sich coronabedingt die geplante Auslieferung von November auf einen bisher unbestimmten Termin. Es heißt also warten…

Stover Strand Unser erster Anlaufpunkt war der uns wohlbekannte WellMobilPark in Bad Schönborn. Wir absolvierten turnusmäßige Vorsorgeuntersuchungen, wie wir es seit Jahren handhaben. Das immer noch wunderbare Spätsommerwetter erlaubte uns einige Outdoor-Restaurantbesuche, zum Kaffee und zum Abendessen. Auch in der Hinsicht wissen wir noch nicht, wie wir das in der kalten Jahreszeit handhaben werden. Die seit Wochen wieder eklatant steigenden Infektionszahlen nicht nur in Deutschland machen nicht sehr zuversichtlich. Donnerstagabend bei Markus Lanz im ZDF sagte es Elke Heidenreich sehr treffend: „Es ist schwierig, das Leben macht keinen Spaß im Moment. Keine Abende mit Freunden, kein Wein mit Freunden, solche Abende habe ich ja überhaupt nicht mehr, weil alles zu eng ist.“ Weinendes Smiley Bisher war das bei uns noch möglich, weil es draußen stattfinden konnte, aber so unbeschwert wie früher ist es trotzdem nicht mehr.

ErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenErdarbeitenStover Strand

Stover Strand Nach zwei Wochen wechselten wir ein kleines Stück weiter nach Öhringen. Dort gibt es seit 2018 den neuerrichteten Wohnmobilstellplatz „HEICamp“ am Rande eines Industriegebietes, zwar relativ dicht an der stark befahrenen Landesstraße, aber auch nahe an Obstplantagen und Radwegen durch das Umland. Ins Städtchen kommt man per Rad oder mit dem Bus, der direkt am Stellplatz hält. Witzigerweise heißt der Betreiber des Stellplatzes Heidemann und als ich telefonisch reservierte, er sich mit Namen meldete und ich mit „hier auch“ konterte, war erst einmal verwirrtes Schweigen am anderen Ende der Leitung. Cooles Smiley Wir haben später versucht herauszufinden, ob wir irgendwie miteinander verwandt sein könnten, sind aber zu keinem Ergebnis gekommen.
Zum Stellplatz gehört ein schönes Lokal mit großem Biergarten, was offenbar nicht nur von den Wohnmobilisten sehr frequentiert wird. Es gibt auch schöne und sehr geräumige Duschbereiche und überhaupt ist alles sehr gepflegt und liebevoll gestaltet. Aber auch nicht ganz preiswert. Für das Mobil/den Platz zahlt man schon €12. Dazu kommen €2/Person. Das Duschen kostet noch einmal €2 plus €1 Corona-Desinfektionszuschlag, allerdings ohne Zeitbegrenzung. Kosten für WLAN €2 pro Gerät und Tag. Strom wird nach Verbrauch über einen Automaten abgerechnet, mit 60 Cent pro Kilowatt. Wenn also zwei Personen (die übliche Wohnmobilbesatzung) alles nutzen, sind sie bei €23 pro Tag (ohne Strom und Frischwasserauffüllung) und da kann dann sogar nur einer duschen oder man geht (erlaubt?) gleichzeitig. Und online gehen kann auch nur jeder mit einem einzigen Gerät. Laptop, Tablet, Smartphone im Wechsel ist nicht bzw. dann würde es richtig teuer. Der Platz ist trotzdem jeden Tag voll, unter der Woche etwas weniger als am Wochenende. Camping boomt, ich schrieb es ja schon. Augen rollendes Smiley

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Öhringen ist ein ganz nettes Städtchen mit einem schön angelegten Stadtpark und einem Marktplatz mit Schloss. Leider macht es nicht besonders viel Spaß, für jedes Geschäft, in das man will, die Maske anlegen zu müssen. Kommunikation mit Menschen, deren Mimik man nicht sieht, ist sehr befremdlich! Verwirrtes Smiley

ErdarbeitenErdarbeitenStover Strand

Morgen fahren wir weiter. Wie es hier im Blog weitergeht, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Ich denke, dass es vorerst keine festen Veröffentlichungsintervalle mehr geben wird. Je nachdem, ob es etwas Lohnenswertes zu berichten gibt, werde ich mich wieder melden. Wer uns folgt, wird automatisch benachrichtigt.

Passt auf euch auf und bleibt gesund!

written by Ingrid
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“Ende Gelände”

 

Für wöchentliche UPDATES bitte nach unten scrollen!
(abgeschlossen mit dem 25. Juli)

Eigentlich wollten wir uns auf der Weiterfahrt noch einen Campingplatz mit großem Dauercampingbereich und der Möglichkeit, Tinyhäuser aufzustellen, anschauen. Aber irgendwie hatten wir das Gefühl, wir sollten zusehen, dass wir möglichst schnell nach Rügen kommen. Also fuhren wir vom Stover Strand aus bis Wismar. Der Wohnmobilstellplatz am Westhafen war recht gut besucht, aber es war auch Wochenende. Die Platzerweiterung dieses sehr beliebten Platzes war schon vollzogen und wir wählten zwei der neuen Plätze, wo wir fast allein standen. Auch hier war das Coronavirus schon Thema, in die Rezeption durfte man nur noch einzeln eintreten. Wir wollten eigentlich eine Woche bleiben, aber die Dame an der Rezeption teilte uns mit, dass sie nicht mehr als drei Nächte akzeptiert, es wäre ja gar nicht klar, ob sie den Platz nicht schließen müssten. Im Moment würden sich die Ereignisse überschlagen. Die Sanitäranlagen würden auf jeden Fall vorsichtshalber schon einmal geschlossen werden. Ein Wohnmobilist musste dringend drei Flaschen Bier für sich und seine beiden Freunde kaufen, sie standen dann im Aufenthaltsbereich beieinander wie immer und fanden das alles ziemlich übertrieben. Verwirrtes Smiley

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Wismar Wir liefen einmal durch den Hafenbereich. Es sah alles ganz normal aus! Da das Wetter schön war, waren, wie von Wismar gewöhnt, viele Menschen unterwegs, auch die Gastronomie war gut besucht, drinnen wie draußen.

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Uschi äußerte erste Bedenken, ob es, wenn es denn überhaupt noch möglich sein würde, sinnvoll sei, auf Rügen und dann noch am letzten Zipfel der Insel zu sein, wenn man so gar nicht wisse, wie sich das Geschehen entwickeln würde. Die Fernsehbilder und die Berichte aus Italien waren schon furchteinflößend! Aber es war alles so neu und unglaublich, dass man überhaupt nicht wusste, wie man das alles einschätzen sollte. So wird es sicher jedem gegangen sein in diesen ersten Tagen. Als in China ganze Millionenstädte rigoros abgesperrt wurden, veränderte sich die Einschätzung von „Die übertreiben aber doch etwas, oder?“ in „Wenn es jetzt schon in Italien so schlimm ist, was passiert dann bei uns noch?“. Am Montag war noch keine Rede davon, dass der Stellplatz geschlossen werden würde, am Dienstag hing ein Zettel an der Rezeption, dass alle Gäste am Mittwoch, dem 18. März bis spätestens 12 Uhr den Platz verlassen müssten! Bis Mittwoch hatten wir bezahlt. Die nächste Meldung besagte, dass alle Ostseeinseln dicht gemacht würden, die Nordseeinseln waren das bereits. In einem Laden am Hafen erfuhr ich, dass bis Donnerstag alle Touristen Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen haben! Na toll! Ich hatte für den folgenden Montag einen Werkstattermin in Stralsund vereinbart! Uschi beschloss, auf die Schwäbische Ostalb zurückzufahren und absolvierte die 654km in einem Rutsch. Wie es bei mir weiterging, habe ich ja „hier“ bereits berichtet. Im Nachhinein war das natürlich die richtige Entscheidung, nachdem es mir als „Härtefallregelung“ zugesagt wurde, auch hier in Lauterburg auf dem geschlossenen Campingplatz sein zu dürfen. Alle, die wie wir Vollzeit in ihren Wohnmobilen leben, haben sich in Eigenregie irgendeine Lösung suchen müssen. Und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern überall auf der Welt. Es sitzen Menschen in Spanien, geduldet auf geschlossenen Campingplätzen oder von der Polizei geduldet auf irgendwelchen Parkplätzen, es sind Menschen untergekommen bei ihnen bis dato völlig unbekannten Portugiesen mit Grundbesitz, in Griechenland auf einem Campingplatz als „Familienangehörige“ deklariert. In Südamerika haben einige ihre Mobile irgendwo untergestellt, auf völlig unbestimmte Zeit und sind mit einem der letzten Flieger nach Hause zu Mama und Papa oder Freunden geflogen. Andere sitzen als Härtefälle in Argentinien auf geschlossenen Campingplätzen, haben da immerhin die Möglichkeit, zu ent- und versorgen, wissen von Gleichgesinnten, die nur wenige Kilometer entfernt auf einem anderen Platz hocken, dürfen aber keinen physischen Kontakt zueinander haben. Umherfahren ist sowieso nirgendwo gestattet, allenfalls kurz zum Einkaufen. Auch die Marokkofahrer, die noch relativ lange versucht haben, sich irgendwie durchzuschlagen, wurden ausgebremst. Da aber hatte Spanien seine Grenzen schon geschlossen und es gab keine Fährverbindungen mehr, nur noch nach Italien, drei Tage Überfahrt für nicht ganz wenig Geld. Hunderte von Wohnmobilen standen zeitweise in langen Schlangen für Tage auf den Zufahrtsstraßen der marokkanischen Häfen. Das waren allerdings nicht alles Fulltimer, sondern Überwinterer, die vermutlich der Meinung waren, dass es doch sooo schlimm nicht kommen würde. Betroffen sind auch nicht nur Wohnmobilfahrer, den Seglern auf der ganzen Welt geht es ganz genauso. Die liegen mit ihren Schiffen zum Großteil in irgendwelchen Häfen rum, dürfen nichts und warten auf den Tag X. Wie wir alle… Enttäuschtes Smiley

Unser Freund Brodo, gemeldet in Schleswig-Holstein, hat Glück. Schleswig-Holstein erlaubt als einziges Bundesland das Reisen innerhalb des Landes, allerdings nur für Menschen, die dort ihren 1. Wohnsitz haben. Natürlich sind auch dort alle touristischen Einrichtungen geschlossen, was dazu führt, dass bei dem schönen Frühlingswetter die Schleswig-Holsteiner mit ihren Wohnmobilen an den Nord-Ostseekanal fahren und sich auf jeden verfügbaren Zufahrtsweg zum Kanal stellen. Stühle und Tische raus und zusammensitzen, wie immer. Und das nicht nur tagsüber. Da wäre es doch sicher besser, die Wohnmobilstellplätze mit Auflagen wieder zu öffnen. Auch wenn nur jeder zweite Platz belegt werden dürfte, was den notwendigen Mindestabstand gewährleisten würde, hätten die Platzbetreiber immerhin 50% ihrer Einnahmen und nicht 100% Ausfall. Und der Inhalt der Toilettenkassetten müsste nicht in die Büsche gekippt werden! Augen rollendes Smiley

Aber natürlich ist das alles schwierig! Es müssen dermaßen viele Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden und es ergibt sich erst mit Verzögerung, ob sie richtig oder falsch waren, wobei falsch irreparabel sein kann oder ist. So etwas gab es halt in diesen Ausmaßen noch nie und die Ergebnisse der Spanischen Grippe nach dem 1. Weltkrieg sind so grauenvoll, dass man sicher noch einiges aushält, damit sich so etwas nicht wiederholt!!!

Eine nette Geschichte noch zum Schluss:

Während unserer Wintertour habe ich Uschis eBike auf dem Fahrradträger von Oscarlotta mittransportiert, damit es ihren Fahrradträger, den sie ja hochklappen muss, um ihre Aufbautür öffnen zu können, nicht so belastete. In Wismar änderten wir das und ich deponierte meine Karre, mit der ich die Toilettenkassette transportiere und eine neue Gasflasche hole, wieder hinten bei meinem Fahrrad, gegen Diebstahl gesichert mit einem Kabelschloss. Am Mittwoch beschloss ich, der Einfachheit halber, die Karre nicht für die Fahrt zusätzlich zu befestigen, sondern sie samt geöffnetem Schloss und mit abgenommenen Rädern in der Heckgarage zu verstauen.

In Lauterburg angekommen, nahm ich sie heraus, als ich sie das erste Mal wieder brauchte und befestigte sie danach mit besagtem Schloss wieder auf dem Fahrradträger. Das eine Ende des Kabels rastet automatisch in das Schloss ein. Ein paar Tage später brauchte ich die Karre wieder und stellte fest, dass das Schlüsselbund nicht an seinem Platz war! War es runtergefallen oder hatte ich es irgendwo verräumt? Zum Glück hatte ich noch einen Reserveschlüssel. Ich zermarterte mein Hirn. Wann hatte ich das Schloss das letzte Mal aufgeschlossen??? Aus den hintersten Gehirnwindungen entstand langsam ein Bild: Ich hatte das Schloss in Wismar aufgeschlossen und das Schlüsselbund auf eine Schiene des Fahrradträgers gelegt, weil ich beide Hände brauchte, um die Räder von der Karre lösen zu können. Dann hatte ich die Karre verstaut, die Heckgarage verschlossen und das Schlüsselbund vergessen! Mist!!! Irgendwo in Wismar lagen jetzt seit Tagen meine Schlüssel und niemand konnte etwas damit anfangen. Es handelte sich um 7 oder 8 Schlüssel, die alle mit meinem Rad und auch seiner Befestigung auf dem Fahrradträger zu tun haben und nur von vieren hatte ich ein Duplikat. Wann würde das Schlüsselbund von der Schiene gerutscht sein? Noch auf dem Stellplatz oder auf dem benachbarten Firmenparkplatz, auf den ich gefahren war, weil ich einen Telefonanruf bekam oder beim Abbiegen auf die Hauptstraße oder erst beim Verlassen des ersten Kreisverkehrs? Es gab nur drei Optionen: Ich finde mich mit dem Verlust ab und zerstöre alle schlossgesicherten Befestigungen ODER ich rufe beim Fundamt der Stadt Wismar an ODER ich schreibe eine eMail an den Stellplatz. Ich fing hinten an. Drei Tage später, es war der 1. April, erhielt ich eine Antwortmail, die so anfing: „Sie werden es nicht glauben, aber…“ Der Stellplatzbetreiber war zum Hecke schneiden auf den leeren Platz gekommen und fand mein Schlüsselbund im Gras, ganz in der Nähe meines Platzes. Wismar Ich hatte direkt hinter dem Zaun gestanden und musste rechtwinklich und etwas abschüssig durch das Zufahrtstor zum alten Platzteil fahren. Das hatte offensichtlich ausgereicht, um die Schlüssel ins Rutschen zu bringen. Jubel!!! Ich schickte einen frankierten Rückumschlag mit einer Dankeskarte nach Wismar. Dann passierte tagelang nichts. War es ein übler Aprilscherz gewesen? Nein, das konnte nicht sein, dafür war der Kontakt mit einer mir unbekannten Frau zu nett gewesen. Vielleicht hatte sie Urlaub in der Woche vor Ostern? Ich übte mich in Geduld. Und wurde belohnt! Am Ostersamstag war mein Schlüsselbund wieder in meinem Besitz!!! Ein schöneres Ostergeschenk hätte es für mich gar nicht geben können! Verliebt

Fahrrad, Karre und SchlossSchlossSchlüsselbund

Corona-Bänkchen So, ihr Lieben, jetzt mache ich Schreibpause, auf unbestimmte Zeit. Uschi und mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wir machen Waldspaziergänge mit „Leihhunden“, trinken unseren Nachmittagskaffee bei dem schönen Wetter am Teich auf den „Corona“-Bänken und wechseln uns mit dem Fahren zum Einkaufen ab, so alle zwei Wochen. Seit letztem Montag mit „Maske“, was ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Und sicher nicht mehr angenehm, wenn es Sommer wird. Aber auch da müssen wir durch! Verglichen mit den meisten anderen Ländern hatten wir ja noch Glück, dass wir nur Kontaktregeln und keine Ausgangssperre hatten. Hoffentlich bleibt es dabei! Denn wie es weitergeht und wie lange noch und was noch alles auf uns zukommen könnte/wird, steht ja in den Sternen. Es sind außer uns nur eine Handvoll anderer Dauerbewohner hier und entsprechend HERRLICH ruhig ist es. Von Tag zu Tag konnte man zusehen, wie der Wald immer grüner wurde. Wintereinbruch Einen Tag, bevor ich hier ankam, sah es noch anders aus! Es ist also nicht ganz furchtbar hier, trotzdem hoffe ich sehr, dass wir irgendwann wieder reisen können. So viel Zeit bleibt uns ja nicht mehr! Ein wenig graust es uns allerdings auch davor, dass in dem Moment, wo das Reisen wieder möglich sein wird, ALLE ihren Nachholbedarf ausleben werden und es überall noch voller sein wird als vorher schon. Vor allem, wenn die Grenzen zu den Lieblingsurlaubsländern weiterhin geschlossen bleiben und die Menschen genötigt sind, ihren Urlaub in Deutschland zu verbringen. Aber soweit ist es ja noch nicht!

Für die, die es interessiert, werde ich wie gehabt jeden Samstag um 18 Uhr ein kleines Lebenszeichen posten, immer hier unten im Anschluss, ohne Benachrichtigungen für unsere Abonnenten. Also schaut einfach ab und zu rein und hinterlasst auch gerne einen Kommentar, wie es euch geht.

Passt gut auf euch auf und bleibt zuversichtlich!
CUL8R!!!

UPDATE vom 9. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW: Seit Anfang der Woche sind Frisörsalons wieder geöffnet, Zoos und Gottesdienste dürfen wieder besucht werden, alles natürlich mit den entsprechenden Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen.
Was sowohl Kinder als auch Eltern besonders freuen dürfte, ist, dass die Absperrungen der Spielplätze aufgehoben wurden. Allerdings soll sich maximal ein Kind pro 10 Quadratmeter Gesamtfläche dort aufhalten und die Kinder müssen in Begleitung Erwachsener sein.
Seit 4. Mai 2020 findet unter strengen Vorgaben des Infektionsschutzes auch der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder statt – für die Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen, die in diesem und im nächsten Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen, sowie für die Schüler der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen. Eine Woche zuvor (seit 27. April 2020) hat BW als eines der ersten Bundesländer überhaupt die Notbetreuung deutlich ausgeweitet, um mehr Eltern entlasten zu können. Auch Kindertagespflegepersonen können seither bis zu fünf Kinder von Eltern oder Alleinerziehenden, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nachweislich präsenzpflichtig außerhalb der Wohnung tätig sind, betreuen. In der erweiterten Notbetreuung in den Kitas sowie in den Schulen bis Klasse 7 sind inzwischen durchschnittlich etwa zehn Prozent der Kinder. In den Kitas sind es in Einzelfällen derzeit bereits bis zu 25 Prozent der Kinder. Für einen Vergleich: Zuvor, also bis zum 27. April, waren durchschnittlich nur etwa drei Prozent der Kinder in der Notbetreuung, in der Notbetreuung an den Schulen waren es teilweise sogar nur einzelne Kinder.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Ich bin mit Oscarlotta vom Platz außerhalb der Schranke ein Stück nach innen vorgerückt, weil rund um meinen Platz die Hecke gestutzt werden muss. Seite für Seite und Tag für Tag befreie ich Oscarlotta vom Winterschmutz, schön langsam. Normalerweise fange ich ja mit dem Dach an, aber dazu konnte ich mich noch nicht aufraffen. Und nach unten auf unsere Terrasse, wo Uschi mit Fix und Boxi steht, werde ich erst wechseln, wenn der Campingplatz wieder für die Dauercamper oder Touristen geöffnet werden darf (voraussichtlich ab dem 18. Mai). Im Moment gefällt es mir, hier oben nicht ganz so abgetrennt vom „Leben“ zu sein. Wenn das Leben hier dann wieder tobt, werde ich die Ruhe unten wieder zu schätzen wissen. Falls es sie dann noch gibt, denn wir befürchten, dass der Campingplatz überrannt bzw. überrollt werden wird. Einen noch größeren Zuwachs als in den vergangenen Jahren wird die Vermietung von Wohnmobilen haben, da man mit ihnen autark ist und sich weiterhin separieren kann, aber trotzdem in Urlaub ist. Der Verkauf von Wohnmobilen wird auch nicht stagnieren und die müssen ja alle irgendwohin! Etwa ich?

Fahrrad, Karre und SchlossSchlossSchlüsselbund

UPDATE vom 16. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Seit dem 11. Mai dürfen wieder Personen aus zwei verschiedenen Hausständen miteinander Kontakt haben und sich im öffentlichen Raum bewegen, unabhängig von der Anzahl der Personen und ohne den Mindestabstand von 1,5m einhalten zu müssen. Das erlaubt uns, wieder gemeinsam mit Flitzi zum Einkaufen zu fahren. Mal sehen, wann wir davon Gebrauch machen.
– Im privaten Raum dürfen sich mehr als fünf Personen einer Familie treffen, die nicht in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder) miteinander verwandt sind, sondern in Seitenlinie (z. B. Geschwister, deren Lebenspartner und Kinder) oder Angehörige eines anderen Haushalts. Ansonsten gilt immer noch die 5-Personen-Obergrenze.
– Alle Geschäfte dürfen, unabhängig von ihrer Größe, wieder geöffnet haben, allerdings nur unter strengen Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.
– Musikschulen und Jugendkunstschulen dürfen mit eingeschränktem Betrieb wieder öffnen, ebenso Fahrschulen und Flugschulen.
– Körpernahe Dienstleistungen mit vergleichbaren Hygienestandards wie bei Friseuren dürfen öffnen, also Massagestudios, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Tattoo-Studios, Piercingstudios und auch Sonnenstudios.
– In Friseursalons sind gesichtsnahe Dienstleistungen wie Bartpflege, Wimpern färben und Augenbrauen zupfen wieder erlaubt.
– Vergnügungsstätten wie Spielbanken, Spielhallen sowie Wettvermittlungsstellen dürfen unter Hygieneauflagen wieder öffnen, ebenso Freiluft-Sportanlagen für Sportarten ohne Körperkontakt und ebenfalls Hundeschulen und Reitanlagen.
– Sportboothäfen dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen, Luftsport incl. Modellflug ist wieder möglich.
– Das Tragen von Alltagsmasken ist in Läden, im Nahverkehr, in Zügen des Personenfernverkehrs und in Flughafengebäuden verpflichtend.

Am Dienstagnachmittag bin ich mit Oscarlotta kurz entschlossen auf unsere Terrasse zu Uschi und Fix und Boxi umgezogen, nicht ohne vorher noch das Abwasser abzulassen und eine Gasflasche zu tauschen. Die Eisheiligen machen es nötig, wenigstens über Nacht zu heizen. Der Grund für meine “Flucht” war ein ähnlicher Bauzaun wie auf dem Foto, der zwei benötigte PKW-Parkplätze eliminierte, direkt gegenüber meines Platzes. Da ich spätestens am Sonntag sowieso endgültig umgezogen wäre, kam es auf die paar Tage jetzt auch nicht mehr an.

SommersitzBauzaun

Es geschehen nämlich bemerkenswerte Dinge hier am Hirtenteich! Smiley Es geht um die große “Hundewiese”, die bis vor ein paar Jahren noch außerhalb des Campingplatzes lag und inzwischen als Zeltwiese “eingemeindet” wurde. Es gab nur einen Nachteil, die Wiese hat eine ausgeprägte Schräglage. Ein Zelt so aufzubauen, dass man nicht übereinander- oder sogar herauskullert, gestaltete sich schwierig. Laut lachen

"Hundewiese"

Also kam eines schönen Morgens ein kompaktes Raupenfahrzeug – der Chef persönlich auf dem Bock – und schob mal eben von unten nach oben die oberste Gras-/Erdeschicht auf einen riesigen Haufen. Dabei sind leider viele Gänseblümchen ums Leben gekommen und auch der eine oder andere Regenwurm, denn die Vögel hatten es ganz schnell spitzgekriegt, dass ihnen ihre Tagesmahlzeit quasi auf dem Teller serviert wurde! Von morgens um sieben bis abends um sieben röhrte das Arbeitsfahrzeug über den Hang, schob und ebnete das Erdreich mit seiner vorne angebrachten Platte und holte große Felsblöcke mit den hinteren drei “Zinken” heraus. Die Schwäbische Ostalb ist bekannt und berüchtigt für ihre steinigen Böden! Wir atmeten dann doch auf, als nach 12 Stunden der Motor ausgeschaltet wurde. Dieselverbrauch? Schlappe 400 Liter pro Arbeitstag (Reservetank auf dem Pickup-Nissan)!!! Erstauntes Smiley

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Am nächsten Tag ging es weiter, wieder arbeitete der Chef der Baufirma allein und zwölf Stunden lang. Jetzt ging es darum, den Hang zu terrassieren. Es war ein Vergnügen, dabei zuzuschauen, vom Lärm mal abgesehen. Dieser Mensch wusste, was zu tun ist! Das schwere Raupenfahrzeug “tanzte” und drehte sich fast auf der Stelle, größere Felsbrocken wurden an passender Stelle wieder eingearbeitet, eine Terrasse nach der anderen entstand und ein geschwungener Fahrweg mittendurch. Am Ende des Arbeitstages sah der Hang so aus:

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Dann war erst einmal Baupause. Der nächste Schritt wird sein, Stromkabel zu verlegen und Stromsäulen zu installieren. Und da es Komfortplätze werden, gibt es auch einen Frischwasser- und einen Abwasseranschluss an jedem Platz! Sogar die Toilettenkassetten kann man dann dort entleeren!!! So etwas stellen wir uns für die Phase unseres Lebens vor, wenn uns das Wasser schleppen und vielleicht auch das Reisen zu schwer fallen wird. Trauriges Smiley Aber bis dahin ist hoffentlich noch etwas Zeit! Jetzt genießen wir noch die letzten ruhigen Tage auf einem fast leeren Platz, ab Montag dürfen sowohl Dauercamper als auch Touristen wieder anreisen, allerdings bleiben alle Gemeinschaftsräume geschlossen und man muss zwingend vor Anreise reserviert haben. Auch die Dauercamper müssen sich anmelden, bevor sie auf ihre Parzellen fahren dürfen, damit jederzeit Infektionsketten nachverfolgt werden können. Natürlich müssen die Mindestabstände eingehalten und im Rezeptionsgebäude Alltagsmasken getragen werden. Mal sehen, ob und wie das klappen wird! Etwa ich?

fast leerer Platz

UPDATE vom 23. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Seit dem 18. Mai dürfen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Eisdielen wieder schrittweise öffnen. Die Öffnungen sollen sowohl für Innen- als auch für Außenbereiche unter strengen Auflagen gelten. Dazu gehören eingeschränkte Öffnungszeiten, Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Gästezahlen. Der Besuch einer Speisewirtschaft ist nur alleine oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts und/oder den Angehörigen eines weiteren Haushalts möglich. Bei räumlich abgetrennten geschlossenen Gesellschaften sind in Gaststätten auch Zusammenkünfte mit der erweiterten Familie möglich.
– Die Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime werden schrittweise gelockert. Die Leitung einer Einrichtung kann entsprechend Besucher zulassen, wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen wurden und ansonsten körperliche und seelische Schäden durch eine soziale Isolation drohen.

  • Pro Bewohner ist pro Tag grundsätzlich ein Besuch erlaubt. Der Besuch wird dabei auf zwei Personen beschränkt. Ausnahmen sind insbesondere für nahestehende Personen im Rahmen der Sterbebegleitung vorgesehen.
  • Besuche sind nur im Bewohnerzimmer, Besucherzimmern oder anderen geeigneten Besucherbereichen zulässig. Besuche im Bewohnerzimmer können von der Einrichtung ausgeschlossen werden, wenn Besucherzimmer oder andere geeignete Besucherbereiche vorhanden sind.
  • Besuchswünsche sollen bei der Einrichtung vorab angemeldet werden, um den Einrichtungen ein Besuchsmanagement zu ermöglichen. Unangekündigte Besuche sind ohne Einverständnis der Einrichtung nicht möglich.
  • Die Besucher müssen von der Einrichtung registriert werden. Das ist notwendig, um nötigenfalls eine Kontaktnachverfolgung durchführen zu können.
  • Besucher, bei denen eine aktive COVID-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an COVID-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.
  • Einrichtungen können aus Gründen des Infektionsschutzes nur nach vorheriger Händedesinfektion betreten werden.
  • In allen Bereichen der Einrichtungen gilt die Masken- und Abstandspflicht.

Für Krankenhäuser sind die folgenden Regelungen geplant:

  • Die Zahl der Besucher in Krankenhäusern soll in der Regel auf einen Besucher pro Tag und Patient beschränkt sein.
  • Besucher, bei denen eine aktive Covid-19-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen ist oder die innerhalb der Inkubationszeit Kontakt zu einem an Covid-19-Erkrankten hatten, dürfen die Einrichtung nicht betreten, um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.
  • Die in vielen Bereichen der Öffentlichkeit üblichen Schutzmaßnahmen wie Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, das Einhalten des Mindestabstands sowie die hygienische Händedesinfektion sind auch im Krankenhaus einzuhalten. Die Einrichtungsleitung kann Ausnahmen zulassen, insbesondere im Rahmen der Sterbebegleitung oder zur Unterstützung der Patientinnen und Patienten bei der Nahrungsaufnahme.
  • Das Krankenhaus muss für bestimmte hochgradig infektionsgefährdete Patientengruppen wie beispielsweise Patienten nach Knochenmarkstransplantation weitergehende Schutzmaßnahmen veranlassen. Diese können je nach medizinischer Einschätzung bis zu einem kompletten Besuchsverbot reichen.
    Quelle: Heidenheimer Zeitung

– Campingplätze (sowie Wohnmobilstellplätze) dürfen wieder öffnen für Übernachtungen in Wohnwagen, Wohnmobilen oder festen Mietunterkünften. Auch die Beherbergung in Ferienwohnungen und vergleichbaren Wohnungen wird wieder zugelassen. Das gilt jeweils nur, soweit eine Selbstversorgung möglich ist. Die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen ist untersagt.

– Freizeiteinrichtungen im Freiluftbereich wie Ausflugsziele, für die Eintrittsgeld zu entrichten ist, dürfen unter Auflagen öffnen. Das gilt nicht für Freizeitparks.

– Fahrgastschiffe dürfen wieder fahren. Wie in anderen Verkehrsträgern gilt die Maskenpflicht. In der Fahrgastschifffahrt ist aufgrund des vorhandenen relativ großen Raumes, der möglichen Durchlüftung und der weitgehenden Beförderung im Freien das Infektionsrisiko gering, weshalb neben der bestehenden Maskenpflicht auf eine zusätzliche Abstandspflicht verzichtet werden kann.

Persönliche Anmerkung:
Überall im öffentlichen Raum dürfen sich unter Androhung von Verwarnungen und/oder Bußgeldern nur die Angehörigen der erweiterten Familie bzw. die Angehörigen zweier Haushalte treffen. Auf Fahrgastschiffen scheint das nicht kontrolliert zu werden und einen Mindestabstand braucht man auch nicht einzuhalten??? Na, dann wäre das doch die perfekte Location gewesen für die ganzen „Väter“ an Christi Himmelfahrt. Immer schön alleine oder zu zweit oder als „Wohngemeinschaft“ an Bord gehen, sich nett zusammensetzen und gegebenenfalls behaupten, dass man sich gerade erst auf dem Deck kennengelernt hat. Würde allerdings nur Sinn machen, wenn die Gastronomie an Bord geöffnet ist. Denn mit Bierwagen würde man wohl eher nicht aufs Schiff gelassen werden! Smiley mit geöffnetem Mund

Für unseren Campingplatz gelten „diese“ Bedingungen. Eine Beschränkung der Belegungskapazität gibt es nicht. Ab Montag kam es wie erwartet. Noch etwas zögerlich rollten die ersten Wohnmobile an und binnen zweier Tage wandelte sich das Bild eines verwaisten Platzes in das gewohnte Urlaubssaison-Aussehen. Ausgebucht sind wir zwar noch nicht, aber das wird wohl spätestens zu Pfingsten so sein. Interessant, dass plötzlich alle Wohnmobilisten und auch die Dauercamper ihr eigenes Bad benutzen können!!! Zwinkerndes Smiley Alle scheinen überaus glücklich zu sein, endlich wieder campen zu dürfen. Und dass sogar die Campingplatzgaststätte wieder geöffnet ist, macht das Glück (fast) perfekt. Schwimmbad und Sauna sind nämlich noch nicht zugänglich, der Spielplatz nur mit den üblichen Auflagen. Aber das wird auch wieder, zu Pfingsten wird es aller Voraussicht nach weitere Lockerungen geben.

"Hundewiese"SommersitzBauzaunSommersitzBauzaun

Wie erwartet kam es offenbar auch in Niedersachsen. Auch dort durften die Camping- und Stellplätze wieder öffnen, allerdings begrenzt Niedersachsen die Kapazitäten auf 50%. In Greetsiel, wo wir ja Ende Februar noch waren, hat das zum Ergebnis, dass nur jede 2. Parzelle belegt werden durfte, also insgesamt max. 30 Mobile dürfen dort stehen. Es kamen zum Vatertagswochenende aber 90! Als der Platz (halb)voll war, blieben die anderen einfach auf dem vorgelagerten PKW-Parkplatz stehen, auf dem Wohnmobile für einen Tagespreis von €8 ohne die Möglichkeit, Strom zu bekommen, auch stehen dürfen, so weit ich weiß, auch über Nacht. SO ist das aber vermutlich nicht gedacht und es würde uns wirklich interessieren, ob die Polizei eingeschritten ist und welche Maßnahmen sie ergriffen hat. Alle wegschicken? Nur die wegschicken, die nicht genauso viel Abstand zwischen ihren Mobilen hatten wie die auf dem offiziellen Stellplatz? Oder blieb alles unkontrolliert und ohne Maßnahmen?
Vom Stellplatz in Nordhorn vermute ich, dass einfach nur die hintere Hälfte des Platzes abgetrennt wurde. Das wäre zwar die einfachste, aber nicht die effektivste Lösung, weil es nicht für mehr Abstand zwischen den Mobilen sorgt. Der Platz ist nicht parzelliert, man müsste also die Regel aufstellen, dass zwischen den Mobilen (sie stehen hintereinander) immer eine Wagenlänge Platz frei bleiben muss. Das müsste natürlich kontrolliert werden! Da der Platz über einen Parkscheinautomaten bezahlt wird, kommt aber sowieso jeden Tag ein Bediensteter der Stadt vorbei. Wäre also kein Problem! Ich warte aktuell noch auf nähere Infos und Fotos. Wenn ich sie habe, reiche ich sie hier nach! Smiley

Nachtrag:
Nordhorn hat die Vorgaben der Landesregierung gut umgesetzt, mit viel Aufwand sogar. Jeder zweite Platz in der Länge mindestens eines Wohnmobils ist abgesperrt. Offenbar vertraut man nicht darauf, dass die Wohnmobilisten das eigenverantwortlich regeln. So ist auf jeden Fall gewährleistet, dass sich nicht noch jemand dazwischen quetschen kann und der Kontrollaufwand hält sich in Grenzen. Daumen hoch

Stellplatz NordhornStellplatz Nordhorn

Schön geht vielleicht anders, aber die mediale Berichterstattung aus anderen beliebten Städten/Gegenden des Landes zeigt, dass entsprechend unserer Befürchtungen mindestens jeder Zweite, der ein Wohnmobil besitzt, jetzt auch endlich wieder damit fahren will! Die vorhandenen Stellplätze reichen dafür nicht ansatzweise aus und so werden jetzt gerade sämtliche Wald-, Friedhofs-, Schul- und sonstige Parkplätze mit Beschlag belegt. Seinen Abfall lässt man gerne dort zurück und so manche Toilettenkassette wird wohl ins Gebüsch entleert werden. Dass dieses Verhalten, wenn es jetzt noch gehäufter auftritt als sonst schon, nicht für eine Akzeptanz bei der nicht Wohnmobil fahrenden Anwohnerschaft führen kann, liegt auf der Hand. In der Corona-Krise werden gerade ja an allen möglichen Stellen Missstände deutlich. Einer davon ist sicherlich, dass zwar jedes weitere Jahr immer noch mehr Wohnmobile als im Vorjahr gefertigt und verkauft werden, die Anzahl der Camping- und Stellplätze aber nicht entsprechend steigt. Für uns bedeutet das, dass wir diesen Sommer nirgendwo hinfahren werden. Auch, weil man sich nicht sicher sein kann, dass man z. B. im Ausland willkommen ist. Auf der einen Seite wird zwar das Geld gebraucht, das Touristen bringen, auf der anderen Seite ist aber vielerorts die Angst groß, dass auch das Virus mitgebracht wird. Mehrere Bürgermeister, z. B. der von Cuxhaven, sowie der Ministerpräsident der Niederlande bitten eindringlich darum, doch bitte über Pfingsten noch nicht zu kommen.

UPDATE vom 30. Mai 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Zu Pfingsten dürfen Campingplätze ab dem 29. Mai 2020 die Sanitäranlagen wieder öffnen, es gilt aber weiterhin, den Mindestabstand einzuhalten und möglichst eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. In den Waschräumen müssen einzelne Waschbecken durch geeignete Maßnahmen von der Benutzung ausgeschlossen werden, wenn der Mindestabstand sonst nicht eingehalten werden kann. Weiterhin geöffnet werden dürfen die Gemeinschaftsräume wie Spül- und Waschküchen, die aber u. U. nur von einer Person oder den Personen eines Haushalts betreten werden dürfen.
– Hotels und andere Beherbungsbetriebe sowie Freizeitparks können ebenfalls am 29. Mai wieder öffnen. Überall gelten eingeschränkte Öffnungszeiten, Hygienekonzepte und eine Begrenzung der Gästezahlen.
– Kneipen und Bars dürfen im Zuge der Gleichbehandlung mit Speisegaststätten ihre Außenbereiche ab dem 30. Mai wieder für Gäste freigeben.
– Auch Fitnessstudios, Tanzschulen, Kletterhallen oder Indoorsporthallen sollen ab dem 31. Mai unter Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften wieder in Betrieb gehen können.
– Spaß- und Freizeitbäder sollen nur für Schwimmkurse und -unterricht wieder öffnen dürfen.
– Die Kontaktregeln gelten nach wie vor.

Die offiziellen Regeln für den Spielplatzbereich unseres Campingplatzes sind auch da:

SpielplatzregelnSpielplatz

Bei uns gibt es nichts Neues zu berichten, es passiert halt gerade nichts. Das Einkaufen mit Mund-Nasen-Schutz macht nicht wirklich Spaß und nach einem Bummel in Aalen war uns auch noch nicht. Bei jedem Geschäft Mundschutz anlegen und danach wieder abnehmen? Lästig! Die ganze Zeit tragen? Noch lästiger! Der Spaßfaktor bei allen Unternehmungen hält sich sehr in Grenzen und die Aussicht, dass das noch eine ganze Weile so bleiben wird, trägt nicht gerade dazu bei, besonders zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Wir versuchen, es uns auf unserem Campingplatz so schön wie möglich zu machen und weichen auch schon mal auf einen der Nachbarplätze aus, um noch ein wenig Abendsonne einzufangen.

AbendstimmungAbendstimmungAbendstimmung

Da die Sanitärgebäude wieder offen sind, werden auch wieder Leute mit Zelt kommen und auch Bewohner für die Schlaffässer, dann entfällt diese Option für uns. Wenn es richtig heiß ist, sind wir über den Schatten auf unserer Terrasse ja froh, aber zur Zeit freut man sich noch, wenn man in der Sonne sitzen kann.

Wir wünschen euch sonnige, friedliche, geruhsame, zufriedene

Pfingsttage mit Zuversicht und Gelassenheit

und vielleicht einigen wohltuenden zwischenmenschlichen Kontakten,

ob nun real oder virtuell.

UPDATE vom 06. Juni 2020:
Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 1. Juni können in Baden-Württemberg neue Lockerungen in Kraft treten. Demnach dürfen bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen in geschlossenen Räumen bis zu zehn Personen, im Freien bis zu 20 Personen teilnehmen. Auch für öffentliche Veranstaltungen wurden erste Lockerungen in Aussicht gestellt. So sollen ab dem 1. Juni auch wieder öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen möglich sein. Hier sei allerdings vorausgesetzt, dass es feste Sitzplätze gebe und die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten würden. Davon profitieren vor allem Kinos und Theater.
Das Kabinett hat zudem beschlossen, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, Dorf- und Schützenfeste, sowie Open-Air-Konzerte, bei denen nicht zu kontrollieren ist, wer sie besucht, auf jeden Fall bis zum 31. August verboten bleiben sollen.
– Schwimm- und Hallenbäder sowie Thermal- und Spaßbäder, einschließlich Badeseen mit kontrolliertem Zugang, dürfen ab dem 4. Juni betrieben werden. Der erlaubte Betrieb umfasst auch Nebenanlagen, die untergeordnet und für den Betrieb notwendig sind, insbesondere Sekretariat und Toiletten.
Voraussetzung für den Betrieb von Bädern im Sinne des Absatzes 1 ist die
Wahrung folgender Grundsätze des Infektionsschutzes:

1. die Anzahl der am Badebetrieb teilnehmenden Personen ist durch geeignete Maßnahmen zu beschränken;
a) in Schwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 10 Quadratmetern pro Person; abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen, möglichst mit Leinen oder anderen geeigneten Markierungen, unterteilt werden; innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen; dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden; es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet;
b) in Nichtschwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4 Quadratmetern pro Person;
c) in ausgewiesenen Therapiebecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4,5 Quadratmetern pro Person bei Schwimmerbecken und mit 2,7 Quadratmetern pro Person bei Nichtschwimmerbecken;
d) für Liegewiesen und Liegeflächen errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig auf diesen niederlassen, aus der Liegefläche mit 10 Quadratmetern pro Person; für die Bestimmung der maximalen Personenzahl in den Bädern insgesamt sind sowohl die Wasserfläche als auch die Liegefläche heranzuziehen.
2. während des gesamten Badebetriebs muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen, die nicht unter § 3 Absatz 2 Satz 2 CoronaVO fallen, durchgängig eingehalten werden; Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln und Umarmen, ist zu vermeiden; dies gilt nicht für Personen im Sinne des § 3 Absatz 2 Satz 2 CoronaVO;
3. falls Räumlichkeiten, insbesondere Toiletten, die Einhaltung des Mindestabstands nicht zulassen, ist die Anzahl der Personen, die die Toiletten gleichzeitig benutzen dürfen, entsprechend zu beschränken;
4. Zu- und Ausstiege aus den Becken sind räumlich voneinander zu trennen; sofern dies nicht möglich ist, ist auf andere Weise sicherzustellen, dass der Mindestabstand beim Betreten und Verlassen der Becken eingehalten werden kann; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten der Zutritt zu Sprungtürmen, Wasserrutschen und ähnlichen Attraktionen gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden;
5. Kontakte außerhalb der Schwimmbecken und der einzelnen Attraktionen sind auf ein Mindestmaß zu beschränken; Ansammlungen im Eingangsbereich sind untersagt; die Betreiber haben darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten und des Notwendigen der Zutritt zu den Bädern gesteuert wird und Warteschlangen vermieden werden, insbesondere durch vorherige Reservierung oder Ticketbuchung;
6. es dürfen ausschließlich persönliche Schwimm- und Trainingsutensilien, insbesondere Schwimmflügel und Schwimmbrillen, verwendet werden, sofern diese in der Badeordnung zugelassen sind;
7. bei der Umkleide sollen möglichst Einzelkabinen genutzt und die Anzahl der Spinde entsprechend eingeschränkt werden, um den Mindestabstand sicherzustellen;
8. das Duschen vor dem Baden ist in Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten in Kleinstgruppen durchzuführen; dabei ist im Duschraum eine maximale Anzahl von drei Personen pro 20 Quadratmetern einzuhalten; das Duschen nach dem Baden findet nicht im Duschraum statt; auf das Föhnen der Haare soll nach Möglichkeit verzichtet werden;
9. Textilien, insbesondere Handtücher und Bademäntel, die an die Nutzerinnen oder Nutzer ausgegeben werden, sind nach jeder Nutzerin und jedem Nutzer auszutauschen;
10. die Betreiberinnen und Betreiber der Bäder müssen gewährleisten, dass die erforderlichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt werden können, insbesondere müssen
a) ausreichende Schutzabstände bei der Nutzung von Verkehrswegen sichergestellt werden,
b) ausreichend Hygienemittel wie Seife und Einmalhandtücher zum Händewaschen zur Verfügung stehen; sofern dies nicht gewährleistet ist, müssen Handdesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden,
c) Sitz- und Liegeflächen sowie Barfuß- und Sanitärbereiche täglich gereinigt werden; Handläufe an Beckenleitern, Wasserrutschen und Sprunganlagen sind mehrmals täglich zu reinigen;
d) alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller geschlossenen Räumlichkeiten, die dem Aufenthalt von Nutzerinnen und Nutzern dienen, genutzt werden.
(4) Schwimmkurse und Schwimmunterricht, einschließlich Trainingseinheiten und Angebote von Sportvereinen, dürfen ausschließlich individuell oder in Gruppen von maximal zehn Personen erfolgen. Schwimmunterricht findet in, möglichst mit Leinen getrennten, Bahnen statt. Dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet. Bei Schwimmkursen muss die genutzte Wasserfläche so bemessen sein, dass pro Person mindestens 10 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen. Es dürfen ausschließlich persönliche Trainingsutensilien, insbesondere Paddles, Schwimmbretter, Pull Buoys und Schwimmflossen, verwendet werden.
(5) Die Betreiberin oder der Betreiber hat für jedes Becken sowie für jede Attraktion eine Person zu bestimmen, die für die Einhaltung der in den Absätzen 2 und 4 genannten Regeln verantwortlich ist.
(6) Die Betreiberin oder der Betreiber hat, ausschließlich zum Zweck der Auskunftserteilung gegenüber dem Gesundheitsamt oder der Ortspolizeibehörde nach §§ 16, 25 IfSG, die folgenden Daten bei den Nutzerinnen und Nutzer zu erheben und zu speichern, sofern die Daten nicht bereits vorliegen:
1. Name und Vorname der Nutzerin oder des Nutzers,
2. Datum sowie Beginn des Besuchs unter Angabe der maximal zulässigen Badezeit entsprechend dem gekauften Ticket, und
3. Telefonnummer oder Adresse der Nutzerin oder des Nutzers.
Die Nutzerinnen und Nutzer dürfen Bäder im Sinne des Absatzes 1 nur besuchen, wenn sie die Daten nach Satz 1 der Betreiberin oder dem Betreiber vollständig und zutreffend zur Verfügung stellen. Diese Daten sind von der Betreiberin oder dem Betreiber vier Wochen nach Erhebung zu löschen. Die allgemeinen Bestimmungen über die Verarbeitung personenbezogener Daten bleiben unberührt.
Quelle: Verordnung des Kultusministeriums und des Sozialministeriums über Sportstätten

Persönliche Anmerkung:
DER WAHNSINN!!! Erstauntes Smiley Wer soll das denn alles umsetzen und dann auch noch kontrollieren??? Bei Sport- und Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen sieht es ganz genauso aus. Für unseren Campingplatz ist somit klar, dass das Schwimmbecken diesen Sommer ohne Wasser bleiben wird!

– Nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, sollen alle Schülerinnen und Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht bekommen, der mit den Fernlernangeboten verzahnt werden soll. Dafür stehen bis zu den Sommerferien sechs Wochen zur Verfügung, die erweiterte Notbetreuung läuft daneben weiter. Darüber hinaus richten die Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, die in den vergangenen Wochen weder digital noch analog erreicht wurden, Lerngruppen an den Schulen ein. Mit diesen Förderangeboten soll den Schülern ermöglicht werden, den Stoff aufzuholen, zu wiederholen und zu vertiefen, damit sie Anschluss halten können. In den Sommerferien wird das Kultusministerium zudem freiwillige Lern- und Förderangebote anbieten und damit Schülerinnen und Schülern, die sich unsicher fühlen und mehr üben möchten, die Möglichkeit geben, Lerninhalte zu wiederholen, zu vertiefen und gezielt an Lernschwierigkeiten zu arbeiten.
– Ein Präsenzunterricht an den Grundschulen soll rollierend angeboten werden, um alle Klassenstufen und alle Kinder zu erreichen. Das rollierende System sieht so aus, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel an die Schule kommen – eine Woche die Erst- und Drittklässler, eine Woche die Zweit- und Viertklässler. Der Turnus sieht immer eine Woche Unterricht an der Schule und dann wieder eine Woche Fernlernen von zu Hause aus vor. Damit ist nach den Pfingstferien immer die Hälfte der Grundschüler an der Schule. Da die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen mit Fernlernangeboten schwerer zu erreichen sind als die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen, sieht man es als wichtig an, die drei Wochen pro Klassenstufe nach Pfingsten im Präsenzunterricht zu nutzen, um den Lernstand abzugleichen und Inhalte zu vermitteln und zu vertiefen. Der Schwerpunkt liegt auf Deutsch, Mathematik und Sachunterricht – Noten und Klassenarbeiten sollen zweitrangig sein.
– Für das rollierende System an den Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen sieht das Kultusministerium folgenden Rhythmus vor: In den sechs Schulwochen, die noch anstehen, sollen im wöchentlichen Wechsel die Klassen 5/6, 7/8 aller Schularten und 9/10 am Gymnasium in Präsenzphasen an den Schulen einbezogen werden. So haben alle Schülerinnen und Schüler bis Schuljahresende noch mindestens zwei Schulwochen Präsenzunterricht an der Schule. Zusätzlich richten die Schulen gezielte Lerngruppen vor Ort für Schülerinnen und Schüler ein, die mit den Fernlernangeboten gar nicht oder nicht gut erreicht werden konnten.
– Eine Ausnahme gilt für die Jahrgänge, die bereits am 4. Mai gestartet sind und in diesem oder im nächsten Jahr vor dem Abschluss stehen. Sie bleiben dauerhaft in der Präsenz.
„Wir reden nicht von einem regulären Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie. Das heißt, dass es jetzt nicht darum gehen darf, noch möglichst viele schriftliche Arbeiten nachzuholen“, betont Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.
Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg

Persönliche Anmerkung:
Da man nicht in vollständiger Klassenstärke unterrichten kann/darf/sollte, reduziert sich die Anzahl der Unterrichtsstunden noch einmal um die Hälfte. Da bleibt nicht mehr viel übrig! Und nach den Sommerferien ist die Gesamtsituation schätzungsweise immer noch die gleiche. Erstauntes Smiley

– Die Kontaktregeln gelten offenbar nach wie vor, obwohl sie bis zum 5. Juni befristet waren. Ich habe aber weder gestern noch heute dazu Informationen gefunden.

Nach drei Monaten war ich am Donnerstag endlich wieder beim Frisör! Smiley Nach der Wiedereröffnung der Frisörsalons Anfang Mai habe ich mal vorsichtshalber noch etwas gewartet und der Chef unseres Stammsalons bestätigte, dass die ersten drei Wochen heftig gewesen seien. Behandelt wird man nur nach telefonischer Reservierung, damit es zu keinem Wartestau kommt, außer ihm arbeiten nur zwei Angestellte, alle (auch die Kunden) müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Haare werden nur geschnitten, wenn sie vorher gewaschen werden und man muss natürlich seine Personalien angeben, zwecks Kontaktrückverfolgung im Falle eines Infektionsgeschehens. Alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber akzeptabel. Nicht akzeptabel fand ich, dass ich mich in eine Liste eintragen musste, in der die Daten der Kunden vor mir aufgelistet waren. Das ist datenschutzrechtlich nicht in Ordnung und das sagte ich dem Chef auch. Immerhin will er keine Adresse, sondern „nur“ eine Telefonnummer. Aber das könnte man natürlich besser handhaben! Uschi fährt am Dienstag hin und wird ihm dazu einen Vorschlag machen. Strebersmiley
Danach fuhr ich noch bei Rewe vorbei, um Brot zu kaufen. Der Zugang zum vorgelagerten Bäckereistand ist schon lange vom eigentlichen Supermarkteingang abgetrennt und führt einbahnstraßenartig durch den Nebeneingang des Bäckereicafés. Ich registrierte, dass zwei oder drei Tische freigegeben waren, kaufte mein Brot, brachte es zu Flitzi, zögerte kurz und ging dann zielstrebig wieder zurück. Cooles Smiley

Abendstimmung

UPDATE vom 13. Juni 2020:
Die ursprünglich bis zum 5. Juni befristeten bundesweiten Kontaktregeln sollten offenbar bis zum Ende des Monats verlängert werden, jedoch scheint jetzt jedes Bundesland mal wieder sein eigenes Süppchen zu kochen.
Eine wichtige Regelung, wie viele Menschen sich aktuell in der Öffentlichkeit treffen dürfen, ist fast geräuschlos in Kraft getreten. Es war eine recht weitreichende Lockerung, die beinahe unbemerkt geblieben wäre: In Baden-Württemberg dürfen sich jetzt bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen! Das steht zwar in der verbindlichen aktuellen Corona-Verordnung und auch auf der Internetseite der Landesregierung unter den wesentlichen Änderungen. In ihrer wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag hingegen schwieg die Landesregierung. Eine separate Mitteilung gab es auch nicht. Ein Regierungssprecher sagt, man hätte das durchaus kommunizieren können, aber es sei nicht im Kabinett, sondern bereits zuvor beschlossen worden. Ansonsten habe man in der Krise „zu 90 bis 95 Prozent“ alles zur rechten Zeit kommuniziert. Dass es hier und da Fehler gebe, sei nicht zu vermeiden. Es sei der Preis, den die Regierung dafür zahle, dass sie in der Pandemie sehr schnell agiere.
Die Polizei befürchtet, dass die Bürger gar nicht mehr wissen, was sie dürfen. Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, Ralf Kusterer, meint, die Informationspolitik der Landesregierung sei mit jeder Lockerung schlechter geworden. Bürger wüssten oft gar nicht mehr, was sie dürften und was nicht. Auch die Polizei, die ja kontrollieren soll, wie die Regelungen eingehalten werden, erfahre oft erst spät von Änderungen. „Da noch rechtssicher einzuschreiten, ist wirklich schwierig“, sagte Kusterer dem SWR. Im Zweifel würden die Polizisten nicht eingreifen, wenn sie nicht sicher seien.
Im Fall der zehn Personen oder zwei Haushalte (zwei??? – siehe unten), die jetzt wieder in der Öffentlichkeit zusammenkommen dürfen, reichte die Landesregierung die Information schließlich nach. Am Mittwochvormittag veröffentlichte sie einen entsprechenden Beitrag auf Facebook.
Quelle: swr.de

Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 10. Juni ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet. Bisher durfte man sich im öffentlichen Raum nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen.
Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/

Persönliche Anmerkung:
Ich verstehe diese Formulierung nicht!!! Verwirrtes Smiley Eine Gruppe von „bis zu zwei Haushalten“ sind ein ODER zwei Haushalte, richtig??? Das wäre aber ja genau das, was bisher auch erlaubt war, also dass man sich nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen durfte. Das Wort „bisher“ impliziert aber eine Veränderung, vermutlich, dass sich jetzt drei Haushalte miteinander treffen dürfen??? Oder durfte ich mich nur als EINZELPERSON mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen und jetzt dürfen das zwei Gesamthaushalte??? Oder fehlt einfach nur das Wörtchen „weiteren“ (ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei WEITEREN Haushalten…)? Also MEIN Haushalt plus zwei weitere? Und wenn „ODER bis zu 10 Personen“ bedeutet, Personen aus bis zu 10 Haushalten, dann ist das doch sowieso egal. Warum sagt man dann nicht ganz einfach, es dürfen sich im öffentlichen Raum Gruppen mit maximal 10 Personen treffen??? Augen rollendes Smiley Das wäre dann doch auch mit einem Blick (vorausgesetzt, dass man mit einem Blick oder überhaupt bis 10 zählen kann Smiley mit geöffnetem Mund) nachprüfbar.
Ich befragte die FAQs:

– „Wie ist Familie im öffentlichen Raum zu verstehen?“
Im öffentlichen Raum ist der Begriff „Familie“ gleichbedeutend mit dem Begriff „Haushalt“ zu verstehen. Es kommt hier nicht auf den Verwandtschaftsgrad, sondern auf das Zusammenwohnen an.

– „Wie viele Personen dürfen im öffentlichen Raum zusammenkommen?“
Maximal zehn Personen dürfen zusammenkommen, wenn Angehörige von mindestens drei Hausständen zusammenkommen. Das bedeutet, dass somit zehn Einzelpersonen aus unterschiedlichen Hausständen zusammenkommen können. Haben beispielsweise zwei Hausstände zusammen weniger als 10 Personen, dann können weitere Haushalte/Personen dazu kommen, bis die Personengrenze erreicht ist. Der Mindestabstand innerhalb der Gruppe muss untereinander NICHT eingehalten werden.

Persönliche Anmerkung:
MINDESTENS drei Hausstände!?!? Zwei Hausstände, die bereits aus 10 Personen bestehen (zwei kinderreiche Familien oder eine plus Wohngemeinschaft z. B.) dürften sich dann nach der Formulierung GAR NICHT treffen?!?! Verwirrtes Smiley

– „Zählen Kinder als Personen?“
Ja, Kinder zählen als eigenständige Personen.

– „Darf man draußen mit zwei Freund*innen laufen?“
Ja, das ist möglich. Im öffentlichen Raum dürfen bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammenkommen.

– „Dürfen zwei Familien sich mit einer weiteren Person draußen unterhalten?“
Ja, da es sich dann um drei Haushalte handelt, es dürfen aber maximal zehn Personen zusammenkommen.

– „Was ist mit dem Garten?“
Für den Garten gelten die gleichen Regeln wie für die Wohnung.

Und damit wären wir bei den Regeln für den privaten Raum:

– Bei Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen außerhalb des öffentlichen Raums dürfen sich jetzt bis zu 20 statt bisher nur zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen oder ohne zahlenmäßige Beschränkung, wenn alle Personen miteinander verwandt sind.

Noch etwas lustiges:
– „Wie viele dürfen im Auto mitfahren?“
Grundsätzlich erfolgen auch Fahrten mit privaten Kraftfahrzeugen im öffentlichen Raum. Deshalb gelten auch in privaten Kraftfahrzeugen die entsprechenden Regelungen. Theoretisch könnten also maximal zehn Personen in einem Auto fahren.
Alle im Auto sollten eine Maske tragen, da sie lange auf engen Raum zusammen sind und so ein besonderes Infektionsrisiko besteht.

Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/

Persönliche Anmerkung:
Ich höre den Amtsschimmel LAUT wiehern! UND – als Nichtschwabe muss ich doch mit etwas (nur ein wenig) Genugtuung anmerken, dass die Schwaben eben doch nicht alles können außer hochdeutsch, wie sie gerne betonen. In Sachen Formulierung wäre durchaus noch etwas Luft nach oben. Oder sollte es dann einfach doch nur am Hochdeutschen liegen??? Cooles Smiley

Das trübe, kühle und regnerische Wetter der letzten Woche habe ich dazu genutzt, meine 50 Jahre alte Nähmaschine nach 5 Jahren wieder zu reaktivieren. Sie fährt, auf einer dicken Schaumstoffplatte stehend, in Oscarlotta mit und ich war gespannt, ob und wie sie die Erschütterungen verkraftet hatte. Tja, das war früher eben noch Qualitätsarbeit! Sie brauchte ein paar Tropfen Öl und ein paar Umdrehungen, danach schnurrte sie los. Verliebt

Abendstimmung

UPDATE vom 20. Juni 2020:
Die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin fand am 17. Juni zum ersten Mal nach langer Zeit wieder im persönlichen Austausch in Berlin statt. Das aktuelle Infektionsgeschehen und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie standen auf der Agenda der Beratungen zwischen der Bundesregierung und den Regierungschefs der Länder. Trotz aktuell beständig kleinerer Infektionszahlen haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass bestimmte „Basismaßnahmen“ zum gegenseitigen Schutz vor Ansteckung weiterhin gelten. Dazu gehört der Mindestabstand von 1,5 Metern, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten öffentlichen Bereichen, verstärkte Hygienemaßnahmen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen.
„Solange es kein Medikament und keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit der Pandemie leben“, erklärte Kanzlerin Merkel dazu. Dies zeigten auch lokale Ausbruchsgeschehen, die dort stattfänden, „wo die Abstandsregelungen systematisch nicht eingehalten werden können“. Die Botschaft an die Menschen sei: „Ihr müsst weiter auf den Abstand achten und dieser Abstand ist einzuhalten. Das ist sehr, sehr ernst gemeint“.
Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sollen demzufolge mindestens bis Ende Oktober 2020 nicht stattfinden.
Quelle: 2020 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bereits Anfang der Woche ging die lange angekündigte Corona-Warn-App für Smartphones mit Android- und Apple-Betriebssystem an den Start. Leider stellte sich ziemlich bald heraus, dass sie nur auf neueren Geräten bzw. Geräten, die über das neueste Betriebssystem-Update verfügen, installiert werden kann. Außerdem zeigte sich, dass der Umgang mit der App von offizieller Stelle wohl nicht ausreichend kommuniziert worden war, da bei den Gesundheitsämtern die Telefone heißliefen. Ein Kritikpunkt ist auch, dass die App nur in deutscher und in englischer Sprache existiert. Es gibt noch weitere Stolpersteine, sodass es fraglich ist, ob erreicht werden kann, dass mindestens 60% der Bevölkerung die App dann auch nutzen, was als effektiv erachtet wird.

Persönliche Anmerkung:
Ich bin der Meinung, dass die Entwicklung nicht mehr als ein „gut gemeinter Versuch“ ist, um den Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Dafür ist sie aber leider unfassbar teuer mit rund 20 Millionen Euro Entwicklungskosten! Und mit weiteren laufenden Kosten können es bis Ende 2021 sogar an die 69 Millionen Euro werden. (nähere Infos „hier„). Erstauntes Smiley Das ist natürlich heftig viel Geld, das vielleicht in anderen Bereichen mehr bewirken könnte.

Seit dem 15. Juni sind die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes teilweise aufgehoben worden und zwar in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Republik Zypern),
in Schengen-assoziierte Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) und
in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland.
Das bedeutet nicht, dass jede Reise in die genannten Länder ohne Einschränkungen möglich ist. Einzelne Länder können weiterhin Einreisen beschränken oder eine Quarantäne bei Einreise vorsehen. Für Finnland, Norwegen, Schweden und Spanien verzögert sich aus diesen Gründen die Aufhebung der Reisewarnung noch bis auf weiteres. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird abgeraten. Auch darüber hinaus sollten Reisende besondere Vorsicht walten lassen und sich vorab über die Reise- und Sicherheitshinweise über die Situation in ihrem Reiseland informieren. Die Entscheidung über das Ob und Wie einer Reise entscheiden Reisende nach wie vor selbst. Kriterien sollten sein eine positive Pandemieentwicklung, ein stabiles Gesundheitssystem und stimmige Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus im Zielland sowie verlässliche Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten. Eine zweite großangelegte Rückholaktion deutscher Urlauber aus der ganzen Welt wird es nicht noch einmal geben, das wurde von Seiten der Regierung bereits erklärt.
Diese Aufhebung der Reisewarnung gilt vorerst bis einschließlich 31. August 2020 und kann jederzeit widerrufen werden, falls sich am Pandemiegeschehen dramatische Änderungen ergeben.
Quelle: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Die Lufthansa hat sich mit einer Äußerung etwas weit aus dem Fenster gelehnt, nämlich zu versprechen, dass sie jeden Fluggast wieder in die Heimat zurückbringen wird, falls er am Zielort aus unterschiedlichen (Corona-) Gründen nicht einreisen darf. Die rechtliche Seite sieht laut dem Auswärtigen Amt aber folgendermaßen aus: „Wenn eine Infektion festgestellt wird, entscheiden die Behörden des jeweiligen Landes, welche Maßnahmen ergriffen werden. Die Behörden können dabei wie auch in Deutschland Quarantänemaßnahmen anordnen. Diese gelten auch für Reisende und müssen befolgt werden. Eine Rückreise ist während dieser Zeit in der Regel nicht möglich.“

Persönliche Anmerkung:
Und selbst wenn man zwar als evtl. infiziert eingeordnet und nicht in Quarantäne genommen wird, aber auch nicht reingelassen wird, nimmt die Lufthansa einen dann in der nächsten vollbesetzten Linienmaschine wieder mit zurück??? Oder wie? Etwa ich?

In Baden-Württemberg hat sich hingegen nicht allzuviel Neues ergeben.
Corona-Lockerungen in BW:
– Die Verordnungsermächtigung für Hygienevorgaben für Bäder (siehe Update vom 6. Juni) wird auf Saunen erweitert.
– Vom 15. Juni an können Reisebusse unter Auflagen wieder fahren. Näheres regelt die neue Corona-Verordnung Reisebusse. Sie sieht unter anderem vor, dass die Fahrgäste während der Fahrt eine Mund- und Nasenbedeckung tragen müssen, wie dies auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgeschrieben ist. Außerhalb der Reisebusse und beim Zu- und Ausstieg ist, wo immer möglich, ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln oder Umarmen, ist zu vermeiden. Außerdem soll jeder Fahrgast einen fest zugewiesenen Sitzplatz erhalten und es gelten bestimmte Hygieneregeln. Unter anderem muss ausreichend Handdesinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Die Daten der Reisenden müssen festgehalten werden, damit über möglicherweise auftretende Infektionen informiert werden kann.

Auch bei uns gibt es absolut nichts Neues. Von Hurtigruten kam zwar eine eMail, welche die ab Ende Juni wieder stattfindensollenden Seereisen bewirbt, aber nach kurzen Überlegungen werden wir dieses Jahr unseren Reisegutschein sicher nicht einlösen. Es gäbe zwar Vorteile, zum Beispiel, dass die Schiffe nur mit der Hälfte der verfügbaren Kapazitäten belegt werden, aber die Reise, die wir im Mai hatten machen wollen, wird im Moment gar nicht angeboten und es gibt derartig viele Sicherheitsvorkehrungen, dass es vermutlich eher nervig als unterhaltsam sein würde.
Wir leben also weiterhin unseren Alltag, schauen den weißen Wolken nach und fangen an zu träumen…

"Hundewiese"

Nachtrag:
Jetzt habe ich endlich eine Formulierung gefunden, die der Verordnung, die ich beim letzten Mal veröffentlicht und nicht verstanden hatte, einen Sinn gibt!!!
Ich zitiere noch einmal:

– Ab dem 10. Juni ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum künftig in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen gestattet. Bisher durfte man sich im öffentlichen Raum nur mit den Personen eines weiteren Haushalts treffen.
Gemeint ist es so und so macht es auch Sinn:
Für Treffen im öffentlichen Raum gilt: Entweder maximal 10 beliebige Personen oder beliebig viele Personen aus maximal zwei Haushalten.
Also, geht doch!!! Smiley mit geöffnetem Mund Wobeiiii – geändert hat sich dann ja lediglich, dass sich jetzt bis zu 10 Personen aus mehr als zwei Haushalten treffen dürfen. Hätte man das nicht auch gleich so formulieren können??? Für alle, die es immer noch nicht verstanden haben:
Version A: Die Angehörigen von maximal zwei Haushalten, egal wie viele Personen!
Version B: Maximal 10 Personen aus maximal 10 Haushalten! Cooles Smiley

UPDATE vom 27. Juni 2020:

Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus in einigen Schlachthäusern bzw. unter den dort beschäftigten Arbeitern und die Sorge um eine darüberhinaus gehende Verbreitung in der Bevölkerung der jeweiligen Städte/Landkreise hat, wie von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dazu geführt, dass es zu erneuten Beschränkungen kam. Überall, wo es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen gibt, müssen, die besonderen Bedingungen berücksichtigend, Lockerungen zurückgenommen werden. Aktuell betrifft das in Nordrhein-Westfalen den Kreis Gütersloh und den Nachbarkreis Warendorf. In beiden Fällen reagierten die Behörden mit lokalen Quarantänemaßnahmen und gezieltem Testen. Man hofft, die Infektionswelle zu stoppen, noch bevor sie die breite Bevölkerung erreicht. Die „Coronaregionalverordnung“ trat am 24. Juni zu Mitternacht in Kraft und gilt zunächst bis 30. Juni.
– Es gelten wieder Kontaktbeschränkungen wie im März 2020. Diese Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch maximal zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben.
– Verboten sind viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos sowie Bars und Thekenbetriebe. Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben, jedoch dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen.
– Bereits seit dem 17. Juni sind die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder geschlossen. Der Kreis Warendorf zog am 25. Juni nach.

Am kommenden Montag, 29. Juni, beginnen in NRW die Sommerferien. Ministerpräsident Armin Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen. In mehreren Urlaubsgebieten Deutschlands sind Reisende aus den betroffenen Regionen unerwünscht.

Persönliche Anmerkung:
So schlimm das für die Menschen, die dort leben und nun betroffen sind, auch ist, so zeigt es lediglich auf, diesmal an einer anderen Stelle, was im Umgang mit dieser Pandemie nicht funktioniert. Das Gute an all dem nicht Guten ist, dass an verschiedenen „Orten“ Missstände, die schon länger bestehen und durchaus bekannt sind, endlich in den Fokus einer größeren Öffentlichkeit rücken. Hoffentlich nachhaltig auch, dass es in der moralischen Verantwortung des Endverbrauchers liegt (und liegen sollte!), unter welchen Bedingungen die Fleischerzeugung geschieht. Nicht erst in den Schlachtbetrieben.
Dass vielen Menschen aus den betreffenden Landkreisen jetzt die Urlaubsplanung zerstört wird, ist natürlich bedauernswert, gerade nach den Wochen der Entbehrungen, die sie gerade hinter sich lassen konnten. Aber Urlaub ist nun mal kein Grundrecht und auch nicht lebensnotwendig, man hat sich nur in den letzten Jahrzehnten halt daran gewöhnt.
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, zu verstehen, dass das Virus nicht aus Deutschland verschwunden ist, ganz egal, wie wenig aktuelle Infektionen es in bestimmten Regionen im Moment (noch) gibt. Gerade das Reisen in andere Gegenden und Länder kann sehr leicht dazu führen, dass es vermehrt Neuinfektionen geben kann, vor allem, wenn man in der Urlaubstimmung die neu erlernten, aber immer noch ungewohnten, Verhaltensmaßnahmen vergisst. Es kann in Zukunft also ganz leicht auch in anderen Teilen Deutschlands wieder zu Neuinfektionen kommen, auch ohne besondere Bedingungen wie in Gütersloh und Umgebung. Es gibt offenbar leider immer noch zu viele Menschen, die das Signal der Lockerungen missverstehen. Enttäuschtes Smiley

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
– (1) Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben, wie z. B. Hotels, Gasthöfen und Pensionen, Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen sowie in vergleichbaren Einrichtungen Personen zu beherbergen, die aus einem Land- oder Stadtkreis innerhalb der Bundesrepublik Deutschland anreisen oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem in den letzten sieben Tagen vor der Anreise die Zahl der Neuinfektionen laut der Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts pro 100.000 Einwohner höher als 50 ist.

– (2) Absatz 1 gilt nicht für Personen, die über ein ärztliches Zeugnis in deutscher oder in englischer Sprache verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind und dieses der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorlegen. Das ärztliche Zeugnis nach Satz 1 muss sich auf eine molekularbiologische Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 stützen, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem sonstigen durch das Robert Koch-Institut veröffentlichten Staat durchgeführt und höchstens 48 Stunden vor Einreise in das Land Baden-Württemberg vorgenommen worden ist. Das ärztliche Zeugnis nach Satz 1 ist für mindestens 14 Tage nach Einreise aufzubewahren.

Quelle: Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote

Persönliche Anmerkung:
Die Sorge bezüglich Einschleppung des Virus ist nachvollziehbar. Da die Inkubationszeit allerdings bis zu 14 Tagen beträgt, sagt ein negatives Testergebnis von vor 48 Stunden nicht besonders viel aus. Wirklich sicher wäre nur eine 14-tägige überwachte Quarantäne. Das würde aber bedeuten, dass vom Urlaub nichts oder nicht mehr viel übrig bleibt. Trauriges Smiley

Neuerungen bei uns:
keine

Und nein, wir essen nicht aus lauter Verzweiflung jetzt schon unsere Smartphones!!! Smiley mit geöffnetem Mund

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UPDATE vom 3. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten, die allerdings nicht viele Änderungen bringt.

Corona-Lockerungen in BW:
– Ab dem 1. Juli darf man sich in Baden-Württemberg sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum mit insgesamt 20 Personen treffen. Bisher waren nur Treffen zwischen 10 Personen oder Angehörigen von zwei Haushalten erlaubt. Die neue Verordnung unterscheidet nicht mehr zwischen dem privaten und öffentlichen Raum.
– Ab dem 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich, wenn den Teilnehmenden für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm folgt. Also etwa Kulturveranstaltungen, Vereinstreffen oder Mitarbeiterversammlungen.
– Ab dem 1. Juli können nicht nur Feiern in angemieteten Räumen, sondern auch zu Hause mit bis zu 100 Personen stattfinden. Die Grenze von maximal 100 Teilnehmern gilt unabhängig vom Alter oder Verwandtschaftsgrad der Gäste. Beschäftigte des Veranstaltungsortes und sonstige Mitwirkende wie etwa DJ oder Fotograf zählen nicht zu den Teilnehmenden.
Eine private Veranstaltung im Sinne dieser Vorschrift ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer privaten Veranstalterin oder eines privaten Veranstalters, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt.
Bei privaten Veranstaltungen mit nicht mehr als 100 Teilnehmern muss kein Hygienekonzept mehr eingehalten werden, das heißt, es werden keine Abstands- oder Desinfektionsregelungen etc. verpflichtend vorgeschrieben. Dies gilt zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern, Hochzeitsfeiern oder Taufen.

– Auch bei Mannschaftssportarten wird gelockert: Fußballer, Handballer, Basketballer oder Volleyballer dürfen ab sofort ohne Abstandsregeln trainieren und spielen.

Corona-Verschärfungen in BW:
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen bei uns:
Uschi hat sich ein neues Smartphone gekauft, nicht nur, aber auch, um die Corona Warn-App installieren zu können, obwohl wir von ihr nicht oft Gebrauch machen können, zumindest solange wir hier bleiben. Auf einem Spaziergang entstanden dann die ersten Probefotos. Von der Qualität der Fotofunktion könnt ihr euch jetzt selbst überzeugen. Smiley

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UPDATE vom 11. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen bei uns:
keine
Uschi war mit ihrem eBike und dem neuen Smartphone unterwegs und hat weitere schöne Sommerfotos mitgebracht. Smiley

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UPDATE vom 18. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen am Hirtenteich:
Das Schwimmbecken ist doch noch mit Wasser befüllt worden, trotz der so umfangreichen Corona-Bestimmungen. Smiley Es wurde eine Reihe von Schildern und Hinweisen aufgestellt, Markierungen in Form von Pfeilen angebracht und Regeln erstellt. Zum Beispiel darf man nur noch gegen den Uhrzeigersinn um das Becken herumlaufen, etwa beim Verlassen des Badebereichs, um unnötige Begegnungen zu vermeiden. Es muss immer der Mindestabstand von 1,50m eingehalten werden, die Badedauer ist auf eine Stunde beschränkt, weil sich nur maximal 10 Personen gleichzeitig im Wasser bzw. im Schwimmbadbereich aufhalten dürfen. Um das zu gewährleisten, ohne nachzählen zu müssen, gibt es 10 rote Armbänder, die in einer Plastikwanne im Eingangsbereich in einer Desinfektionsflüssigkeit liegen. Ohne Armband darf niemand ins Schwimmbad. Wenn alle Armbänder vergeben sind, heißt es warten! Gut durchdacht, das Ganze, ob es dann funktionieren wird, wenn die Sommerferien in Baden-Württemberg begonnen haben, wird sich herausstellen. Der Schwimmbadbereich ist videoüberwacht, sodass bei Verstößen eingegriffen werden kann. Im besten Fall gibt es Eltern, die mit darauf achten, dass alle sich an die Regeln halten. Ansonsten wird es sein wie am Ballermann auf Mallorca, bei Missachtung wird man des Vergnügens wieder beraubt und das Bad geschlossen. Das wäre dann nur sehr bedauerlich für alle Unschuldigen. Enttäuschtes Smiley

Persönliche Anmerkung:
Ich fürchte, dass es den Kindern nicht möglich sein wird, den Mindestabstand einzuhalten bzw. sie davon zu überzeugen, dass sie es tun sollen. Das Schwimmbecken war bisher immer ein Spaßbereich, schwimmen für Erwachsene nur möglich ganz früh am Tag oder wenn es regnet. Smiley mit geöffnetem Mund Was Kinder in einem Freibad in der Regel machen, hat nichts mit Abstand zu tun. Sie werden ganz sicher nicht gesittet mit 1,50m Abstand hintereinanderher schwimmen. Und Arschbomben sind auch verboten! Trauriges Smiley Da bis zum Alter von 12 Jahren ein Erziehungsberechtigter dabei oder zumindest in Sichtweite am Zaun sein muss, liegt die Verantwortung zunächst bei diesen. Schwierig, schwierig! Auf Spielplätzen ist es ja genauso. Mit Abstand im Sandkasten spielen oder rutschen oder Karussel fahren? Da kann man nur hoffen, dass die wenigen Studien, die bisher gemacht worden sind und die besagen, dass das Infektionsgeschehen bei Kindern weniger ausgeprägt ist als bei Erwachsenen, Recht haben. Augen rollendes Smiley

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UPDATE vom 25. Juli 2020:

Am 1. Juli ist die neue (überarbeitete) Corona-Verordnung für Baden-Württemberg in Kraft getreten.

Corona-Lockerungen in BW:
keine

Corona-Verschärfungen in BW:
keine
Die Verordnung des Wirtschaftsministeriums und des Sozialministeriums zur Eindämmung von Übertragungen des Corona-Virus (SARS-CoV-2) durch Beherbergungsverbote gilt noch bis zum 31. August 2020.

Neuerungen am Hirtenteich und bei uns:
keine

Nach fünf Corona-Monaten, in denen wir alle zunehmend mit neuen Erkenntnissen, Erfahrungen, Rahmenbedingungen, Verhaltensmaßnahmen, Schreckensnachrichten konfrontiert wurden, scheint Deutschland an einem Punkt angekommen zu sein, an dem man – Regierung und Bürger – etwas mehr als nur eine Ahnung hat, wie das alles weitergehen könnte. Klar ist, dass wir dieses Virus wohl so schnell nicht wieder loswerden und auch wenn das Infektionsgeschehen unter Kontrolle gebracht werden konnte (im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auf der Erde zum jetzigen Zeitpunkt), können wir nicht sicher sein, dass das Geschehen nicht wieder eskalieren kann, im Herbst/Winter zum Beispiel, wenn wir uns alle wieder verstärkt in geschlossenen Räumen aufhalten. Ein Impfstoff, so er denn überhaupt entwickelt werden kann, wird nicht zu 100% wirksam sein und auch nur für eine begrenzte Zeitdauer, so wie es bei der Grippeimpfung schon seit Jahren ist. Außerdem neigen Viren dazu, zu mutieren, sodass der Impfstoff ständig angepasst werden müsste. Am Anfang war ich noch der Meinung, dass sich möglichst viele Menschen infizieren müssten, damit eine Herdenimmunität, die ja zu Beginn im Gespräch war, erreicht werden könnte. Da dafür aber ca. 60% der Bevölkerung nötig sind, würde das viel zu lange dauern und viel zu viele Todesopfer fordern. Schweden hat es versucht und bezahlt mit viermal so vielen Toten wie Deutschland, im Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen. Auch hätte eine Herdenimmunität ja nur dann einen Sinn, wenn die Grenzen geschlossen bleiben würden. Außerdem weiß man bisher nicht einmal, wie lange infizierte Genesende immun bleiben.
Dieses unselige SARS-CoV-2 hat die ganze Welt in kürzester Zeit und ohne Vorwarnung „aufgemischt“ und wir waren und sind alle ziemlich hilflos. Alles, was bisher geschah, war nichts mehr als ein Versuch, noch Schlimmeres zu verhindern und die Entscheidungen mussten schnell und oft aus dem Bauch heraus getroffen werden, ohne vorher absolvierte Katastrophenübungen. Und wie bei jeder Brandlöschung gibt es – leider – nicht unerhebliche Kollateralschäden, vor allem im wirtschaftlichen Bereich. Ich glaube, dass wir über die wirklichen Dimensionen noch gar nicht Bescheid wissen, von einigen Insidern mal abgesehen!
Bedauerlicherweise gibt es offensichtlich eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen, die die Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, nicht oder nicht mehr wahrhaben will. Sie sind eine potenzielle Gefahr für alle anderen und leider sieht man es ja niemandem an, ob er infiziert ist. Und unglücklicherweise ist die Ansteckungsgefahr am größten, kurz bevor der Infizierte sich krank fühlt. Wenn er überhaupt etwas von seiner Erkrankung spürt. Dann kann er aber trotzdem schon mehrere andere Menschen angesteckt haben, von denen einige vielleicht schwer erkranken und einige vielleicht sterben.
Keine Ahnung, wie das mit dem Schulregelbetrieb nach den Sommerferien gehen soll! Kinder halten keine Abstände ein. Vielleicht mehr schlecht als recht noch da, wo sie kontrolliert werden. Und es ist auch nicht förderlich für ihre Entwicklung, keine körperliche Nähe zulassen zu dürfen. Was ist mit den ganzen Urlaubsrückkehrern, die sich ins Ausland getraut haben? Sie einmal bei Ankunft am Flughafen zu testen, ist nicht ausreichend, da sie sich noch am letzten Tag am Flughafen oder während des Rückflugs angesteckt haben können. Die Inkubationszeit bei Covid-19 beträgt bis zu 14 Tagen. Großbritannien schickt alle Rückkehrer aus Risikogebieten aktuell in Quarantäne. Das ist die sicherste Maßnahme, muss aber auch kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert werden, wenn es einen Effekt haben soll. Und es hat natürlich erhebliche finanzielle Auswirkungen, denn vermutlich können es sich die wenigsten Arbeitnehmer leisten, auf einen halben Monatslohn zu verzichten.
Es ist kein Kurzstreckenlauf, sondern ein Marathon, so hieß es von Anfang an von Fachleuten. Wir wollten das irgendwie alle nicht glauben, dachten, na ja, in ein paar Wochen wird der Spuk schon vorbei sein. Ist er nicht, wird er nicht. Wir müssen eine Umgehensweise mit dieser Bedrohung finden, alle zusammen (scheint nicht zu funktionieren) oder jeder für sich. Es hat, glaube ich, ziemlich viel mit Risikobereitschaft, aber auch mit Verantwortungsgefühl, zu tun. Das gilt ja in allen Bereichen des Lebens und Menschen gehen ziemlich unterschiedlich damit um. In jungen Jahren fühlt man sich unsterblich und macht sich eventuell auch nicht besonders viele Gedanken darüber, ob man mit seinem Verhalten vielleicht nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet. Das hat mit Egoismus (ich will Spaß!), Wenn-Dann-Denken (mir doch egal) und Verstand zu tun. Albert Einstein wird ein schöner Spruch zugeordnet, der heißt: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit – aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Viele Menschen reifen charakterlich im Verlauf ihres Lebens, aber eben nicht alle. Ich kann mich also nicht auf die anderen verlassen, sondern muss für mich entscheiden, ob ich das Risiko, an Covid-19 zu erkranken (mit all den Spätschäden, deren Ausmaß noch gar nicht bekannt ist), ignoriere, in Kauf nehme oder so weit wie möglich eliminiere. Und das jeden Tag und in jeder neuen Situation. Anstrengend! Frustrierend! Lähmend! Wie gesagt, jeder muss das für sich selbst entscheiden, sollte dabei möglichst aber nicht vergessen, dass er die Verantwortung nicht nur für sich selbst trägt. Ich fürchte, dass ist der schwierigste Teil! Enttäuschtes Smiley

Wir werden noch bis Anfang September hier am Hirtenteich bleiben und uns dann vorsichtig wieder in „die Welt“ wagen. Die wöchentlichen Updates beende ich hiermit, da sich voraussichtlich in der nächsten Zeit nichts gravierend verändern und unser Alltagsleben vorläufig völlig unspektakulär bleiben wird. Die nächsten Beiträge, voraussichtlich ab Mitte September, kommen wieder mit Benachrichtigungen für unsere Abonnenten.

Passt weiterhin gut auf euch auf!

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Samsung Galaxy S20 (except drone photos)

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stover Strand

 

Stover Strand Von Bad Zwischenahn aus fuhren wir auf direktem Weg zum Campingplatz „Stover Strand“ südöstlich von Hamburg. Dort waren wir im Winter 2018 schon einmal gewesen und es hatte uns gut gefallen. Unser jetziger Aufenthalt hatte aber noch einen weiteren Grund. Wir hatten vor ein paar Monaten eine Hurtigruten-Expeditionsreise gebucht, die in der zweiten Maiwoche stattfinden sollte und brauchten eine Unterstellmöglichkeit für Oscarlotta und Fix und Boxi. Normalerweise fängt die Tour, die der historischen Postschiffroute entlang der norwegischen Küste folgt, erst in Bergen an. Diese Reise sollte aber in Hamburg beginnen, mit einem ganz neu gebauten Expeditionsschiff mit Hybrid-Technologie und entsprechend deutlich reduziertem Kraftstoffverbrauch. Expedition bedeutet, es finden verschiedene wissenschaftliche Vorträge etc. neben den täglichen Landgängen statt, es geht also nicht nur darum, sich eine schöne Zeit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu machen. Zwinkerndes Smiley

Die Reise würde terminlich in das Ende unseres Rügen-Aufenthaltes fallen, sodass wir unsere Mobile auch auf dem Campingplatz in Thiessow hätten stehenlassen können. Aber die Anreise von dort aus mit Bus und Bahn wäre um einiges zeit- und kostenaufwändiger geworden. Ich plädierte dafür, dass wir die Bedingungen am Stover Strand mal recherchieren sollten. Eine erste Nachfrage in der Rezeption ergab, dass man zwar einen separaten Abstellbereich habe, aber der dürfte nur von Dauercampern genutzt werden. Blöd! In dem Moment kam ein Mann durch den internen Eingang in die Rezeption, den ich als Chef identifizierte und ich wiederholte vernehmlich meine Frage, dass man uns dann wohl leider nicht helfen könne? Es funktionierte! Der Mann, der sich wirklich als Campingplatzchef bzw. Geschäftsführer herausstellte, hatte meine Frage nicht nur gehört, sondern fühlte sich auch angesprochen. Das Ergebnis unseres folgenden Gesprächs war, dass wir unsere Mobile entweder auf dem Abstellplatz deponieren könnten oder direkt im Wohnmobilbereich an der Elbe. Eine der Besonderheiten dieses Campingplatzes ist, dass von April bis Oktober ein großer naturbelassener Bereich direkt an der Elbe und rund um den kleinen Sportboothafen für 100 Wohnmobile freigegeben wird.

Stover Strand

Es werden mobile Stromsäulen errichtet sowie mobile Toiletten und eine Ent- und Versorgungsmöglichkeit. Die Elbe hat, zumindest bei Ebbe, wirklich Sandstrände, außerdem gibt es ein Restaurantschiff, Sportplätze, nostalgische Mietwohnwagen und und und. Es ist also jede Menge los und genau das war dann auch der Grund, warum wir uns gegen diesen Standort entschieden, auch wenn der Tagessonderpreis von €10, der uns eingeräumt wurde, ein Argument war. Aber wir wollten unsere Mobile nicht nur während unserer 15-tägigen Reise dort stehenlassen, sondern danach auch noch eine Weile dableiben (dann natürlich zum Normalpreis von €16,50, incl. zwei Personen). Und da wäre zwar der Blick auf die Elbe sicher schön gewesen, aber nicht der Abstand zu dem Nachbarmobil und das Geschrei vom direkt danebenliegenden Sportplatz. Der Abstellplatz kam gar nicht infrage, der war jetzt schon voll und viel zu klein für Oscarlotta. Wir beratschlagten und entschieden uns, lieber etwas mehr zu bezahlen. Stover Strand Die Plätze, auf denen wir aktuell standen, gefielen uns eigentlich gut und sie waren für den benötigten Zeitraum und eine Zeit darüber hinaus auch noch frei. Wir reservierten! Es gibt am Rande des Komfortplätzebereichs (50 Touristenplätze) drei ausgewiesene und geschotterte Wohnmobilplätze, nicht besonders breit, aber für einen Pauschalpreis von €15 für Einzelfahrer. Der restliche Platz besteht aus Sitz-/Vorzeltflächen aus Steinplatten und Erd-/Grasspuren für Wohnmobile oder Wohnwagen. Die waren zum damaligen Zeitpunkt alle mehr oder weniger verschlammt und kaputtgefahren oder standen mehr als knöcheltief unter Wasser. Von Komfortplätzen kann man, meiner Meinung nach, da eher nicht reden! Den Komfort macht aus, dass jeder Platz über Frisch- und Abwasseranschlüsse verfügt. Es war alles noch in der Um- und Neugestaltung und natürlich könnte es sein, dass die Schlammplätze noch geschottert werden oder man eine Drainage legt. Augen rollendes Smiley

Übersichtsplan Stover StrandÜbersichtsplan Stover Strand

Die Coronavirus-Informationen wurden inzwischen von Tag zu Tag umfangreicher sowie besorgniserregender und eine Bedrohung auch für Deutschland war absehbar. Wir waren nicht sehr zuversichtlich, dass unsere Reise stattfinden würde, obwohl Hurtigruten noch nichts gegenteiliges verkündete. Aber würden wir uns überhaupt sicher fühlen an Bord eines Schiffes, mit zwar „nur“ knapp 500 Passagieren und trotz der Vorkehrungen, die laut Hurtigruten getroffen werden würden? Man sollte vor Betreten des Schiffes einen simplen Fragebogen ausfüllen, wo man sich vorher aufgehalten hat und wie man sich fühlt. Das erschien uns schon zum damaligen Zeitpunkt nicht ausreichend und aus heutiger Sicht ist es fast schon lächerlich naiv. Der Fall mit dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“, das mit 2600 Passagieren, darunter ein paar Infizierte, über 14 Tage in Quarantäne im Hafen von Yokohama lag, war schon in der Presse. Bestimmt nicht lustig, wenn man seine Kabine nur für eine Stunde am Tag mal verlassen darf, um ein wenig frische Luft zu schnappen. Unsere gebuchte Kabine hatte immerhin einen Balkon, aber so etwas braucht man ja trotzdem nicht. Wir stellten uns auch vor, dass es durchaus passieren könne, dass einzelne Häfen auf der Postschiffroute einfach das Einlaufen unseres Schiffes nicht erlauben würden. Wie würde es sein, mit so vielen anderen Menschen, von denen man nicht wusste, ob sie bereits infiziert waren, Landausflüge zu machen und gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen? Uns wurde immer unwohler. Verwirrtes Smiley Wir überlegten, ob wir stornieren sollten, aber wir waren zeitlich schon so kurz vor der Reise, dass wir viel Geld verloren hätten. Dann ging die Nachricht durch die Presse, dass Norwegen seine Häfen komplett schließt! Am nächsten Tag erhielten wir eine Rundmail von Hurtigruten mit der Möglichkeit, kostenfrei zu stornieren oder einen Gutschein bis Ende 2021 über die bereits gezahlten Beträge zu akzeptieren, einlösbar auf alle Hurtigrutenangebote. Wir entschieden uns für den Gutschein. Ob das richtig war, ist jetzt, ein paar Wochen später und um etliche Erkenntnisse reicher, nicht mehr so sicher, aber das warten wir einfach mal ab. Darin werden wir ja sowieso alle bald Weltmeister sein! 

Als wir in die Rezeption gingen, um unsere Reservierungen zu ändern, hingen dort schon Plexiglasscheiben über der Theke. Erklärbar, verständlich, aber ich erinnere mich noch genau an das Gefühl von erstaunter Ungläubigkeit. Was passiert hier gerade??? Beim Einkauf im nahegelegenen Supermarkt zwei Tage später fühlten wir uns zum ersten Mal nicht mehr sicher. Ein absolut ungewohntes Gefühl, das nicht real begründbar schien. Außer, dass einige Regale wirklich schon leergeräumt waren, war noch alles wie immer. Die Kassiererin war nicht abgeschirmt, die Menschen in der Schlange hinter uns hielten so wenig Abstand wie immer und das war ja auch immer in Ordnung gewesen. Wir ahnten noch nicht, dass für eine Weile nichts mehr wie immer sein würde. Und wie lange diese Weile dauern würde, davon hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht den leisesten Schimmer. Auch nicht davon, dass wir Rügen nicht erreichen würden und nicht, dass sich unsere Reservierung für Juni am Stover Strand mit hoher Wahrscheinlichkeit als überflüssig erweisen wird. Trauriges Smiley

Stover StrandStover StrandStover StrandStover StrandStover Strand

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Freilichtmuseum Ammerländer Buurnhus

 

Nach unserem informativen Kirchenbesuch liefen wir durch den benachbarten Kurpark. Der erwies sich als gar nicht so klein, wie es zuerst schien. Sehr schöne alte Villen standen am Ufer des Zwischenahner Meeres, teilweise umgestaltet zu Restaurants und Hotels.

Bad ZwischenahnBad ZwischenahnBad ZwischenahnBad ZwischenahnBad Zwischenahn

Det Und diesen netten kleinen Gesellen fanden wir auch! Weil es noch kalt war, hatten mitleidige Spaziergänger ihn eingekleidet. Zwei Tage später war er schon wieder „nackt“. Es handelt sich um „Det“, eines der sechs Mainzelmännchen des ZDF und er soll an seinen Schöpfer, Wolf Gerlach, erinnern, der in Bad Zwischenahn lebte und dort im November 2012 auch verstarb.

Es gibt schöne Spazierwege, die in Kurparks übliche Wandelhalle, eine Schiffsanlegestelle für Ausflugsfahrten über das Meer und ein großes Café mit Aussenterrasse. Dafür war es noch zu kalt und wegen des Hochwassers war sie auch noch gesperrt. Das Lokal liegt nämlich in unmittelbarer Nähe zum Wasser. So hatten wir dann auch von innen eine schöne Aussicht und kamen in den Genuss eines dreifachen Regenbogens!!! Leider haben wir kein Foto gemacht! Auch nicht von den riesigen Tortenstücken, die hier serviert wurden. Laut lachen

Bad ZwischenahnBad Zwischenahn

Dass es auch ein Freilichtmuseum in Bad Zwischenahn geben sollte, hatten wir schon gelesen. Dass es aber im Kurpark untergebracht sein und keinen Eintritt kosten würde, hätten wir nicht vermutet. Man konnte die verschiedenen Gebäude zwar nur von außen anschauen (ob das im Sommer anders ist, wissen wir nicht), aber das genügte uns schon.

Freilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad Zwischenahn

Freilichtmuseum Bad ZwischenahnSogar eine Windmühle gab es! Da die früheren Mühlen, die rund um das Zwischenahner Meer standen, im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurden, hat der Verein für Heimatpflege zwei Mühlen aus der weiteren Umgebung aufgekauft und daraus eine funktionsfähige Mühle zusammenbauen lassen.

 

 

 

 
Freilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad Zwischenahn932 Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad ZwischenahnFreilichtmuseum Bad Zwischenahn

In einem der größeren Gebäude gab es ein Restaurant und es war geöffnet. Sehr urig mit dicken Balken, offenem Kamin und eingerichtet, wie man sich eine mittelalterliche Schankstube vorstellt. Es handelte sich aber, wie wir erfuhren, um einen alten Kornspeicher. Plattdeutsch „Spieker“ und so ist auch der Name des Lokals. Wir aßen sehr leckeren Matjes- bzw. Bismarckhering Hausfrauenart mit sensationell guten Bratkartoffeln, eindeutig in einer gusseisernen Bratpfanne zubereitet. Die Kellner trugen alle Hosen, Hemden, Westen, Strümpfe und Schuhe, wie es in früheren Zeiten mal üblich war. Unsere Kleidung roch nach unserem Besuch sehr stark nach Rauch, aber das tat unserer Begeisterung keinen Abbruch.

SpiekerSpieker

Der Ortskern von Bad Zwischenahn ist nicht sehr groß, bietet aber alles, was man so braucht oder möchte. Auffallend war, dass vieles auf ältere Menschen ausgerichtet ist, sei es die angebotene Mode oder die Vielzahl an Sanitätshäusern. Ein Seniorenheim mitten in der Stadt gibt es auch und es machte, zumindest von außen, einen sehr guten Eindruck. Bad Zwischenahn mit dem Zwischenahner Meer, dem Kurpark, der Möglichkeit, Schiffsausflüge zu machen und der Vielzahl an Geschäften und Restaurants wäre bestimmt nicht die schlechteste Stadt, um im Alter dort zu leben. Für die nächsten Jahre aber lieber noch auf dem Wohnmobilstellplatz als im Seniorenheim!!! Smiley

Bad Zwischenahn

Coronamäßig gab es im Eingang des Heimes bereits einen Desinfizierungsspender und die Bitte, sich an der Rezeption anzumelden (ich hatte hineingeschaut, weil ein Friseursalon ausgewiesen war), aber sonst merkte man noch nichts von öffentlichen Maßnahmen. Ich fand zum Glück noch einen Friseur, der mich sofort behandelte. Man hatte noch kein Gefühl von Unsicherheit. Bei unserem zweiten Besuch in dem Café am Meer vermieden wir es allerdings schon, uns in den überfüllten Bereich mit Blick aufs Wasser zu setzen und verzogen uns in einen der Nebenräume. Dies sollte dann auch unser letzter Besuch eines öffentlichen Lokals auf unbestimmte Zeit sein, das wussten wir nur noch nicht! Enttäuschtes Smiley

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Meer oder See?

 

Wir hatten noch einen ganzen Monat Zeit, bevor wir auf Rügen sein mussten/hätten sein müssen. Als nächstes Etappenziel hatte Uschi Bad Zwischenahn herausgesucht, dort waren wir noch nie. Der Stellplatz, direkt am Zwischenahner Meer gelegen, machte schon einmal einen sehr guten Eindruck und war am 1. März schon erstaunlich voll. Erstauntes Smiley

Bad ZwischenahnStellplatzplanBad Zwischenahn

Uschi war wieder als Erste da und reservierte den Nachbarplatz für Oscarlotta und mich. Ein nahezu idealer Platz, links und hinten Grünflächen, vorne der Fahrweg und rechts nur Fix und Boxi.

Bad ZwischenahnBad Zwischenahn

Der Stellplatz ist mit einer Schranke versehen, man muss zunächst am Kassenautomat sein Ticket lösen und bekommt dann eine Schrankenkarte. Es wird extra darauf hingewiesen, dass man vorher über den Platz gehen soll, um sicherzustellen, dass es noch eine freie Parzelle gibt. Im Sommer sicher sinnvoll, trotz der vorhandenen 50 Plätze! Auf der Homepage sieht man gut, wie der Platz angelegt ist und auch, dass er direkt neben einem Freibad liegt. Das könnte im Sommer evtl. eine nicht so schöne Geräuschkulisse sein. Aber jetzt war das Bad ja noch geschlossen! Im Übernachtungspreis von €9,40 + €2,30 Gästebeitrag/Person ist der Eintritt in das Bad inbegriffen. Außerhalb (und auch während) der Badesaison (April – September) kann man jeden Tag kostenfrei eine Stunde in das Wellenbad gehen, das ist allerdings 1,6km entfernt.

Auf die Schrankenkarte bucht man bei Bedarf auch Guthaben für Strom auf und hält die Karte dann für jeweils einen Euro Abbuchung (€0,60/kWh) an das Display der für seinen Platz zuständigen Stromsäule, natürlich, nachdem man seine Platznummer ausgewählt hat. Nichtverbrauchtes Guthaben sowie das Pfand für die Karte von €5 bekommt man bei Abreise wieder ausgezahlt. Allerdings muss man daran denken, dass man die Karte noch braucht, um die Schranke zum Verlassen des Platzes zu öffnen, erst danach kann bzw. sollte man zum Kassenautomaten gehen. Laut lachen

Das Zwischenahner Meer ist das drittgrößte Binnengewässer Niedersachsens. Ein See eigentlich und genauso wie im Niederländischen wird hier aus dem Begriff „See“ der Name „Meer“. Das sind noch Zeichen dafür, wie es früher eben auch in Norddeutschland war. Früher? Es heißt doch auch heute noch NordSEE und OstSEE! Und es gibt weitere Meere, das Steinhuder Meer etwa oder das Große Meer bei Emden.

Zwischenahner Meer

„Unser“ Meer war vom Stellplatz aus in wenigen Schritten erreichbar und eigentlich hatte Uschi vor, es einmal zu Fuß zu umrunden, sind ja nur 11 Kilometer! Es hatte allerdings ganz offensichtlich ein wenig zu viel geregnet in den letzten Wochen und die Uferbereiche waren überflutet.

Zwischenahner MeerZwischenahner MeerZwischenahner MeerZwischenahner MeerZwischenahner Meer

St.-Johannes-Kirche Wir gingen auf Erkundungstour in den Ort. Als erstes fiel uns eine sehr schöne alte Kirche auf mit einem großen freistehenden Glockenturm. Die Kirchentür stand auf und ein Plakat wies darauf hin, dass es um 15 Uhr eine Kirchenführung geben würde. Es war kurz nach 15 Uhr und wir wären fast nicht reingegangen. Aber ganz offensichtlich gab es keine Interessenten für eine Führung, die Kirche war leer. Bis auf den Pastor, der sich über unsere Begeisterung freute und dann mit uns doch noch eine kleine Führung machte. Auf die Art erfuhren wir, wie die wunderbaren, detailreichen Holzbemalungen der Emporen entstanden waren, die wir so noch nirgendwo anders gesehen haben. Die Emporen wurden ab 1662 eingebaut und ab 1745 durch den Lehrer Dierk Krüger aus Elmendorf bemalt. Die Bilder sind im Original erhalten und zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Zum Teil sind die Bibelstellen über den Bildern angegeben, darunter die Namen der Stifter, die auf der Empore ihren Kirchensitz hatten. Ich äußerte die Vermutung, dass dieser Lehrer offenbar nur wenige Schüler gehabt habe, wenn er so viel Zeit für Malerei hatte und wurde darüber belehrt, dass es früher üblich war, dass Schulunterricht nur im Winter stattfand, weil die Kinder im Sommer auf den Feldern, bei der Ernte etc. helfen mussten und der Lehrer entsprechend auch nur im Winter ein Gehalt bekam. Verlegenes Smiley

St.-Johannes-KircheSt.-Johannes-Kirche

Man konnte gut erkennen, dass seine malerischen Fähigkeiten von Tafel zu Tafel wuchsen!

St.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-Kirche

Eine wirklich sehr schöne alte Kirche, innen wie außen und direkt am Zwischenahner Meer und dem angrenzenden Kurpark gelegen.

St.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-KircheSt.-Johannes-Kirche

Fortsetzung folgt…

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Norddeich und die Heuler

 

Unser nächster Anlaufpunkt war Norddeich. Dort waren wir auch schon ein paar Jahre nicht mehr gewesen. Das letzte Mal in der Gegend waren wir 2015, als wir eine erste Erprobungsfahrt mit Fix und Boxi nach Dänemark machten und ich die Gelegenheit nutzte, um meine Ente von der Schwäbischen Alb nach Ostfriesland zu bringen. Seit wir Flitzi hatten, wurde sie immer weniger gefahren und jetzt steht sie dort oben in einer Halle. Ob ich sie jemals wieder fahren werde, steht jetzt mehr in den Sternen denn je! Enttäuschtes Smiley

Enti in Ostfriesland

Wir entschieden uns für den „Womopark Norddeich“ direkt hinter dem Deich, der seit dem 20. Februar wieder geöffnet hatte. Als wir das letzte Mal hier waren, hatten wir mit Freude die Wanderung der Deichschafe beobachtet. Die waren jetzt natürlich noch im „Winterlager“. Das Wetter war nicht besonders und so liefen wir die 3 Kilometer zu unserem Besuch der Seehunde nicht, sondern fuhren mit Fix und Boxi.

Norddeich

In Norddeich gibt es seit den 1970er-Jahren eine Aufzuchtstation für verwaiste Seehund- und Kegelrobbenbabies, um die damals schwindende Population zu stärken. Die sogenannten Heuler werden, je nach ihrem Alter, mit Fischbrei oder von Hand gereichten ganzen Fischen ernährt. Die ganz kleinen liegen unter Wärmelampen in Einzelbereichen mit einem kleinen Wasserbecken. Mit zunehmendem Wachstum durchwandern sie verschiedene Bereiche und dürfen zuletzt in einer größeren Gruppe zusammenleben. Zweimal am Tag gibt es eine öffentliche Fütterung, bei der ganze (aber nicht mehr lebende) Heringe im großen Schwung in die Becken geworfen werden, damit die Seehunde sie „jagen“ können. Das müssen sie nämlich können, wenn sie, nachdem sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben, wieder ausgewildert werden.

Wir waren zur Fütterung um 15 Uhr dort und hatten das Glück, dass eine der freiwilligen Helferinnen sehr professionell und anregend einen langen Vortrag hielt, während sie mit ihrem Futtereimer zwischen den Seehundbecken stand. Wenn sie zu lange mit dem Fischeverteilen wartete (ein Kollege war parallel aktiv) kamen einige Heuler aus dem Wasser und versuchten, sich einen Vorteil zu verschaffen. Aus der Hand gefüttert wurden aber nur zwei Dauerbewohner, erwachsene Seehunde, die aufgrund von Verletzungen nicht ausgewildert werden können.

Es ist immer wieder nett, dem fröhlichen Treiben dort zuzuschauen! Man kann überall herumlaufen, alle Bereiche sind durch große Glasfronten sichtbar und es gibt außerdem noch eine wirklich informative Ausstellung über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer mit vielen interaktiven Stationen für Kinder. Einen Shop gibt es natürlich auch! Cooles Smiley In einem der Becken kann man durch eine große Panoramascheibe sogar das Treiben unter Wasser beobachten. Und, nicht unwichtig, man kann Fördermitglied werden im seit Juli 1978 gegründeten „Verein zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e. V.“. Als Dank hat man freien Eintritt in die Aufzuchtstation sowie in das benachbarte „Waloseum“ und bekommt jedes Jahr einen Kalender mit niedlichen Seehundfotos sowie regelmäßige Infomails. Smiley

Norddeich

Gleichzeitig mit uns besuchte eine Schülergruppe die Aufzuchtstation, sodass es ziemlich voll war. Corona war gerade ein, wenn auch noch sehr diffuses, Thema geworden und wir hielten uns schon ein wenig fern von den Menschenmengen. So gibt es auch keine Fotos, zumal das Fotografieren durch Glasscheiben sowieso schwierig ist. Die finden sich aber auf der Homepage (link oben).

Wir besuchten noch Freunde, die in der Nähe wohnen und Enti betreuen, bevor wir weiterfuhren. Und wir gingen im dem Stellplatz angeschlossenen Hotel/Restaurant essen, nicht ahnend, dass das eines der letzten auswärtigen Essen für lange Zeit sein würde.

NorddeichNorddeich

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Bei den Zwillingsmühlen

 

Vorab: Ich bin am Sonntagnachmittag nach insgesamt 862km gut in Lauterburg angekommen. Die Fahrt bei Sonnenschein und überwiegend leeren Autobahnen war von zwiespältigen Gefühlen begleitet. Für wie lange würde das die letzte Fahrt mit Oscarlotta sein? Im Prinzip kann man ja erst gefahrlos wieder unterwegs sein, wenn man sich infiziert, die Erkrankung überstanden hat und damit für eine gewisse Zeit (die Virologen sprechen von ca. einem Jahr) immun geworden ist. Und wenn dann die touristischen Einrichtungen noch nicht wieder geöffnet sind, muss man gezwungenermaßen zum Freisteher werden. Mag sein, dass das jetzt eher „Luxusprobleme“ sind und in Anbetracht der Situation speziell in Italien, Frankreich, Spanien und jetzt auch USA sind sie das sicher, aber ich bin nun einmal nicht mehr die Jüngste und die Zeitspanne, in der ich noch so weiterleben kann wie bisher, schmilzt wie Schnee an der Sonne. Enttäuschtes Smiley

Oscarlotta am HirtenteichFix und Boxi und Flitzi am Hirtenteich

Hier bei uns auf dem Campingplatz ist bisher noch niemand erkrankt, aber ob das nun gut oder schlecht ist, weiß man auch nicht mit Gewissheit. Solange man nicht ins Krankenhaus muss, ist es wohl egal. Falls doch, wäre es vermutlich gut, wenn das ganz am Anfang oder ganz zum Schluss passiert. Aber darauf können wir nur so gut es geht Einfluss nehmen, sprich so viel wie möglich zu Hause bleiben, die Kontaktregeln befolgen und alle denkbaren Vorsichtsmaßnahmen beim Einkaufen etc. beachten. 

So, um mich und vielleicht auch euch auf andere Gedanken zu bringen, werde ich die noch fehlenden Stationen unserer letzten – hoffentlich nicht letzten – Reise nachtragen. Smiley

Nach dem Besuch bei meinen Freunden in Nordhorn wollten wir auf dem schnellsten Weg wieder ans Meer. Also ging es „geradeaus nach oben“, um den Dollart und Emden herum und direkt nach Greetsiel. Dort waren wir tatsächlich vorher noch nie! Zumindest nicht richtig, denn vor vielen Jahren haben wir dort mal besuchsweise vorbeigeschaut. Wir erkannten den Hafen, können uns aber beide nicht erinnern, mit welchem Fahrzeug wir von wo aus dort waren und wo wir geparkt haben. Vielleicht war es auch auf der Durchfahrt von irgendwo nach irgendwo. Den Stellplatz gab es jedenfalls damals noch nicht.

GreetsielGreetsielGreetsiel

Der liegt direkt bei den Zwillingsmühlen, nicht weit vom Ortskern entfernt und war am Wochenende auch schon wieder halb voll und das Ende Februar!

Greetsiel Ich hatte gar keine großen Erwartungen an das Städtchen und war umso erfreuter über die Vielzahl an netten Geschäften. Auffallend in Greetsiel ist, dass nicht nur die üblichen touristischen Souvenirartikel angeboten werden, sondern ausgefallene künstlerische oder kunsthandwerkliche Produkte. Dazu kommen der wirklich sehenswerte Hafen und die schönen Häuser. Wir hatten das Glück, dass die Fischerboote wegen der schweren Stürme der letzten Tage nicht auslaufen konnten und der Hafen somit voll war. Die Boote sind, neben den Zwillingsmühlen, das Wahrzeichen von Greetsiel und so ist es üblich, dass ständig mindestens ein Boot im Hafen zurückbleibt, damit die Touristen Selfies mit Fischerboot machen können. Wir hatten jetzt die vollständige Flotte zur Verfügung, hätten also viele Selfies machen können, wenn wir gewollt hätten! Zwinkerndes Smiley

GreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsielGreetsiel

Leider wurde das Wetter dann so schlecht, dass draußen zu sein nicht mehr wirklich angenehm war. Wir blieben trotzdem ein paar Tage. In einer der beiden Mühlen gibt es ein nettes Café mit sensationell leckerem Kuchen und direkt gegenüber einen Laden mit interessantem Angebot. Laut lachen

Greetsiel

In der Mühle, die dem Stellplatz fast gegenüberliegt, ist ebenfalls ein Lokal, das hatte aber nur am Wochenende geöffnet und war da total überfüllt. Es gibt noch einen kleinen Laden, wo man auch Frühstücksbrötchen bestellen kann. Der Stellplatz bietet, außer Sanitäranlagen, alles, was das Camperherz begehrt. Man bezahlt an einem Geldautomaten (keine Kartenzahlung), pro Nacht oder mehrere Tage (oder sogar Wochen) im Voraus. €12/Nacht incl. Kurtaxe für 2 Personen. Für €1 bekommt man offiziell 8 Stunden Strom mit einer Absicherung bis max. 1500 Watt. In der Realität lief der Strom 10 Stunden und ich konnte problemlos meine Heizung auf der 2000 Watt-Stufe laufen lassen. Eine Ent- und Versorgungsanlage ist bei der Zufahrt zum vorgelagerten PKW-Parkplatz, auf dem offenbar auch Wohnmobile gestattet sind, für einen Tagespreis von €8. Eine weitere Sani-Station ist bei der benachbarten Tankstelle, dort kann man auch LPG tanken und Camping-Gasflaschen tauschen. Frischwasser, auch in Kleinmengen, gibt es gegen die übliche Gebühr auch auf dem Stellplatz neben dem Kassenhäuschen. Insgesamt ein gut gestalteter Platz mit den gängigen Abmessungen der einzelnen Parzellen. Dort, wo wir standen, gibt es rechts und links zwei große Freiflächen, die im Moment noch total verschlammt waren. Dort werden im Sommer sicher die Picknicktische aufgestellt, die jetzt außerhalb gelagert waren.

Greetsiel 

Ich hatte mich genau umgeschaut, um einige möglichst ideale Plätze für Oscarlotta und mich zu finden, falls ich im Sommer noch einmal hierherkommen würde. Tja, das wird jetzt dann ja wohl eher nichts! Trauriges Smiley

Passt auf euch auf!!!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Gestrandet in Stralsund

 

So gerne habe ich noch nie auf einen Werkstatttermin gewartet!!!  

Anlässlich der gegenwärtigen globalen Ausnahmesituation unterbreche ich die laufende Berichterstattung unserer Überwinterung und erzähle, was es aktuelles gibt. Wir waren inzwischen in der Nähe von Hamburg gelandet und beeilten uns, weiter Richtung Osten zu kommen. Für den 1. April hatten wir auf Rügen wieder reserviert, leider sollte sich das dann aber als übler Aprilscherz entpuppen! Erstauntes Smiley Es war ja eine Weile nicht klar, was noch alles passieren und zu welchen Einschränkungen es kommen würde, man konnte nur spekulieren. Aber dann überholten sich die Erlasse, Verbote, Meldungen in nie dagewesenem Tempo. Vom einen auf den anderen Tag wurde bekanntgegeben, dass alle Camping- und Stellplätze auf Beschluss der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns geschlossen würden. Am Mittwoch musste man den Stellplatz in Wismar, wo wir seit Sonntag waren, bis 12 Uhr verlassen haben. Alle Touristen wurden von offizieller Seite aufgefordert, das Bundesland zu verlassen und nach Hause zu fahren! Uschi folgte der Aufforderung, ich nicht. Mein Zuhause ist dort, wo ich Oscarlotta geparkt habe, Uschi ist seit dem Tod ihres Vaters in Essingen gemeldet und darf sich auf dem Campingplatz aufhalten. Ich nicht, ich habe nur den Status eines Dauercampers. Das war der Infostand zu dem Zeitpunkt. Alle „Fulltimer“, die wie ich keine Wohnung mehr haben und dauerhaft in ihrem Wohnmobil leben, fallen jetzt durchs Raster. Uns gibt es nämlich offiziell nicht! Natürlich habe ich eine Meldeadresse, aber es wäre nicht sinnvoll, mich dorthin zu begeben, aus mehreren Gründen. Außerdem würde ich ja weiterhin in Oscarlotta leben, das ist ja auch wünschenswert, weil ich da weder mich noch andere infizieren kann. Selbstgewählte Quarantäne sozusagen. Warum, um alles in der Welt, sollte ich jetzt einmal quer durch Deutschland fahren, nur um in dem Bundesland zu sein, das Oscarlottas Kennzeichen entspricht!?!? Verwirrtes Smiley

Ich hatte eindeutig ein Problem und ich wusste nicht, wie ich es lösen konnte! Verwirrtes Smiley

Seit letztem August funktionierte, trotz Reparaturversuch auf der Fahrt nach Rügen, meine Fahrerhaus-Klimaanlage ja nicht mehr. Das wollte ich jetzt in Erwartung eines neuerlich heißen Sommers in Ordnung bringen lassen und hatte schon einen Termin für den 2. April in der IVECO-Werkstatt in Stralsund vereinbart, in der ich im November HU/AU und den Tausch der Aufbaubatterien hatte erledigen lassen. Ich hatte „hier“ über den Reparaturversuch berichtet. Als klar wurde, dass der Rügenaufenthalt nicht stattfinden würde, verlegte ich den Termin nach vorne auf nächsten Montag. Da ging ich noch davon aus, dass ich bis zum Sonntag in Wismar sein würde. Wie jetzt die Zeit bis Montag überbrücken??? Ich rief bei der Werkstatt an und sagte, dass ich den Termin canceln müsse, außer sie könnten mich schon am Donnerstag „behandeln“ und ich könnte die Nacht auf dem Firmengelände verbringen. Kein Problem, war die Antwort, ich solle kommen und dann könne man sofort schon einmal nachschauen, was gemacht werden müsse. Um kurz vor ein Uhr war ich dort! Keine Viertelstunde später war Oscarlotta in der Werkstatt, ich durfte in ihr bleiben. Die Diagnose ergab, dass der Kompressor undicht ist und somit ausgetauscht werden muss. Der Meister bemühte sich, ein Modell vom freien Markt zu bestellen, Preisunterschied zu einem original IVECO Kompressor schlappe 700 Euro! Diese Preisgestaltung ist unmoralisch, finde ich! Der Kompressor sollte am nächsten Vormittag per Expresslieferung vor Ort sein. Ich bekam einen Firmenkaffee und einen Stellplatz für die Nacht und war erst einmal zufrieden. Smiley

Der Kompressor kam am nächsten Tag nicht! Ich hatte keinen Landstrom = keinen Kaffee, aber dank Sonnenschein genug Solarertrag und dank der netten Firmenmitarbeiter gab es dann auch Kaffee. Meine angebotene Bezahlung für einen doppelten Cappuccino wurde abgelehnt! Ich hatte absolut kein Problem damit, die nächste Nacht auch noch dort zu verbringen! Und in mir reifte eine Idee! Die wollte ich am nächsten Tag versuchen in die Tat umzusetzen. Ich schärfte schon einmal meine Steinbockhörner, denn die würde ich brauchen!!! Zwinkerndes Smiley

Um meine innere Unruhe in Schach zu halten, schrieb ich eine eMail an den BVCD (Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland). Von dessen Existenz wusste ich bisher nichts, bekam die Info von einer um mich besorgten Freundin.

Ich schrieb:

Hallo und guten Tag!
Ich befinde mich in einer Notsituation, verursacht durch die Corona-Problematik, sehe keine Lösungsmöglichkeit und hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können!
Eine Freundin, die in Niedersachsen lebt, hat mich auf Ihre Organisation aufmerksam gemacht und ich habe bereits in Ihren diversen Publikationen nach hilfreichen Tipps gesucht, leider ohne Erfolg. Sie beschäftigen sich offensichtlich mit den Wünschen von Dauercampern, die auf ihren Campingplatz möchten. Aber offenbar beschäftigt sich bisher niemand mit den Menschen, die wie ich dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben und KEINEN ANDEREN WOHNSITZ haben! Wo sollen wir hin??? Ja, ich habe eine Meldeadresse. Die ist bei meinem Bruder in NRW. Mein Bruder fällt mit seinen 80 Jahren und einer Krebserkrankung unter die Risikogruppe, ich sollte also den Kontakt zu ihm vermeiden. Ich bin 70 Jahre alt (also auch schon Risikogruppe), lebe und reise allein und befinde mich z. Z. im äußersten Osten Deutschlands, weil ich für April/Mai einen Aufenthalt auf Rügen geplant und gebucht (Campingplatz) hatte. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat alle Touristen aufgefordert, nach Hause zu fahren. Mein Zuhause ist aber dort, wo ich mein Wohnmobil parke! Soll ich jetzt allen Ernstes 629km zu meiner Meldeadresse fahren, am Stück, damit ich nicht zwischen LKWs auf einer Autobahnraststätte übernachten muss? Und soll ich wirklich aus einer noch nicht so befallenen Region in das Bundesland wechseln, in dem es die meisten Infizierten gibt? Ich verlasse mein Wohnmobil derzeit nur, um einkaufen zu gehen. Ich möchte einfach nur die Möglichkeit haben, SICHER irgendwo stehen zu können, nicht auf einem Waldparkplatz und ganz sicher nicht auf einem Autobahnrastplatz. Mein Bruder hat auch kein Haus mit Grundstück, wo ich stehen könnte, es wäre also auch deswegen sinnlos, zu ihm zu fahren. Wo also, ich stelle diese Frage eindringlich noch einmal, WO SOLL ICH HIN??? Ich hätte gerne die Möglichkeit, Landstrom anzuschließen, das geht nur auf Stell- oder Campingplätzen. Ich muss alle paar Tage meine Toilettenkassette entleeren. Soll ich das auf dem nächsten Feld tun? Ich brauche Frischwasser und muss das Abwasser ablassen. Wo??? Soll ich es auf die Straße laufen lassen? Mein Wasserbedarf ist im Moment erhöht, da ich in meinem Mobil duschen muss. Soll ich alle Stellplätze der Umgebung abfahren in der Hoffnung, dass die VE-Anlage AUSSERHALB des geschlossenen Stellplatzes ist?

Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die so leben wie ich und das ist nicht gesetzeswidrig, sondern eine freiwillige Entscheidung. Wir schaden niemandem mit unserer Lebensweise, aber wir scheinen eine offiziell nicht vorhandene „Randgruppe“ oder „Untergrundgruppe“ zu sein. Freunde von mir ziehen jetzt von Supermarktparkplatz zu Tankstelle zu Schwimmbadparkplatz und wieder zurück. Aber das sind gestandene Männer und haben das auch früher ab und zu so gemacht. Ich möchte als Frau und vor allem als Frau, die alleine unterwegs ist, so nicht leben!!! Aber auch die Männer haben das Problem mit der Ent- und Versorgung ihrer Mobile! Einer von ihnen ist offiziell und mit Personalausweiseintrag ohne festen Wohnsitz, soll er sich mit seinem Mobil in Luft auflösen?
Soweit ich gehört habe, gibt es sogar für Obdachlose Lösungen. Wo bleiben welche für uns, die dauerhaft in ihren Wohnmobilen leben???
Mit freundlichen, aber leicht verzweifelten und sehr rat- und hilflosen Grüßen und in der Hoffnung auf eine baldige und hilfreiche Antwort,
Ingrid Heidemann

Eine Antwort kam erfreulicherweise postwendend, sie enthielt aber lediglich den Rat, ich solle mich an die hiesige Kommune wenden.

Das tat ich am nächsten Tag, also gestern. Aber erst musste ich noch warten, bis mein Kompressor getauscht würde. Auf 10 Uhr sollte ich mich bereit halten, um 11 Uhr konnte ich Oscarlotta in die Werkstatt fahren

und um 14 Uhr war endlich alles erledigt. Drei Stunden? Ja, der Kompressor kühlte nach dem Einbau nicht! Keine Ahnung, ob man das so nennen kann, in dieser Materie kenne ich mich nicht aus. Irgendwann kam dann doch kalte Luft aus den Ausströmern und der nette junge Mechaniker versuchte mir auf meine Fragen zu antworten, ohne zu viel zu sagen. Das musste er dann letztendlich doch und es ergab sich, dass er den Fehler gemacht hatte, am Tag zuvor schon die defekte Sicherung auszutauschen. Die paar Meter aus der Werkstatthalle raus und wieder auf meinen Übernachtungsplatz fahren hatte dann schon ausgereicht, sie wieder zu töten. Und darauf musste er erst kommen! Cooles Smiley

Ich saß zum Bezahlen in einem der Büros und es ergab sich ein Gespräch mit der Bürokraft über mein aktuelles Problem und was ich jetzt machen könne/wolle/sollte. Sie war sehr interessiert und bemüht und rief eigenständig bei einem Stellplatz in der Nähe an. Geschlossen, war die Antwort, mit der ich gerechnet hatte. Sie nannte mir zwei weitere Stellplätze in der näheren Umgebung, die Bestandteil eines Großparkplatzes sind. Dort könnte man nicht absperren und wenn die Polizei vorbeikommen würde, solle ich doch einfach sagen, dass ich Fieber habe und mich selbst in Quarantäne geschickt hätte. Ich sagte ihr, dass ich jetzt sowieso bei der Hauptwache der Polizei vorbeifahren wolle. Die sei in der Altstadt, da käme ich mit dem Wohnmobil nicht hin, aber man könne doch sicher einfach mal anrufen. Gesagt, getan und schon hatte ich einen Polizeioberüberhauptwachtmeister an der Strippe, der mit meinem Problem und der Bitte um Hilfe absolut eindeutig überfordert war! Ja, da könne er mir auch nicht weiterhelfen. Immerhin fiel ihm ein, dass es ein Bürgertelefon zu Fragen bezüglich der Corona-Krise gebe und die Telefonnummer gab er mir. Dort ging tatsächlich sofort jemand dran und die Frau, mit der ich sprach, war erkennbar sehr kompetent. Sie nannte mir den Paragraph 4 von welcher Verordnung auch immer und der würde besagen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern nur noch Menschen aufhalten dürften, die dort gemeldet sind. Und das schon seit dem Tag zuvor. Ich müsse unverzüglich abreisen, die Polizei würde kontrollieren und Bußgelder verhängen! Hervorragend!!! Sarkastisches Smiley

Ich fuhr zur Tankstelle am Stellplatz an der Rügenbrücke, wo wir im November noch gestanden hatten, um LPG zu tanken. Der Stellplatz wird von der Wohnmobilbedarfs- und Reparaturwerkstatt Dahnke betrieben. Dort hatte ich auch nachfragen wollen, aber das konnte ich mir jetzt sparen. Es war auch keiner mehr dort am Freitagnachmittag um 16 Uhr. Vermutlich haben sie den Betrieb geschlossen, den Laden sowieso und wer sollte denn jetzt noch sein Wohnmobil dort reparieren lassen?

Ich nahm mir einen großen Kaffee mit und stellte mich auf den benachbarten Parkplatz, der ausdrücklich für Wohnmobile zugelassen ist, um ein Telefonat zu führen und mir ein Brot zu schmieren für die Fahrt. Es dauerte keine fünf Minuten, bis eine Frau auf dem Rad vorbeikam, mein Kennzeichen anschaute und drehte. Ich öffnete das Fenster. Sehr aufgebracht erklärte sie mir, dass ich gar nicht mehr hier sein dürfe, dass ich SOFORT fahren müsse und wenn ich das nicht tue, dann holt sie die Polizei und zeigt mich an. Meine Frage, ob sie von der Stadtverwaltung sei, verneinte sie, wiederholte aber ihre Drohungen. Ich versicherte ihr, dass ich fahren würde. Das tat ich dann auch, mit einem beschissenen Gefühl. Nicht wegen der Frau, sondern weil es mir verwehrt wird, direkt am „Eingang“ von Rügen darauf zu warten, dass der Zugang wieder erlaubt wird. Ja, ich weiß, dass das dauern kann, aber ich hätte es erst einmal versucht auszusitzen. Ist es gerade nicht egal, wo man ist? Vermutlich bekommen wir in Deutschland auch noch eine Ausgangssperre, die Entscheidung darüber soll heute fallen, je nachdem wie viele Menschen sich immer noch an die Empfehlungen, Abstand zueinander zu halten und keine Zusammenkünfte abzuhalten, NICHT halten. Und das scheinen ja einige zu sein, die sich bei den schönen Vorfrühlingstagen wie immer in den Parks zusammenfinden oder den letzten Tag der Skisaison ausgiebigst nutzten. Dummheit? Ignoranz? Egoismus? Wahrscheinlich alles zusammen oder eine ungute Mischung. Das ist die eine Gruppe der Bevölkerung. Neben mir (ich stehe auf einem Autohof an der Autobahn bei Neuruppin) steht so jemand. In der Erwartung, dass es sich auch um einen Fulltimer handelt, ging ich mal rüber, vielleicht hatte er ja eine zündende Idee. Auf meine Frage, ob er auch in seinem Wohnmobil lebe, kam die fast schon entrüstete oder entsetzte Antwort: „Nein, natürlich nicht!“ Wieso natürlich? Also ist mein Lebensstil offenbar unnatürlich!? Natürlich ist, in einem Steinhaus zu leben, vielleicht darf es auch noch ein Holzhaus sein. Aber im Wohnmobil? Das ist doch nicht normal, nicht nur nicht natürlich. Sie hätten Freunde besucht und würden jetzt wieder nach Hause fahren!!! Erstauntes Smiley

Die zweite Gruppe der Bevölkerung ist die, die in Panik verfällt, Hamsterkäufe tätigt, sich um Klopapier prügelt und die Angestellten der Supermärkte beschimpft, wenn keins mehr da ist. Klopapier sollte zum Wort des Jahres 2020 werden!

Die dritte Gruppe verhält sich vorbildlich und solidarisch und fügt sich in unser aller Schicksal, ungeachtet aller persönlichen Schwierigkeiten. Dass das, was wir auf der gesamten Welt gerade in dieser globalen Ausbreitung zum ersten Mal erleben, weder lustig noch leichtzunehmen, sondern durchaus bedrohlich und angstmachend ist, ist keine Frage!

Ich beschloss, jetzt hier stehenzubleiben, nach vielem hin und her überlegen. Hier gibt es alles, was ich brauche, außer Landstrom, so zumindest der Jetztstand, vielleicht lässt sich da ja auch noch etwas machen. Es gibt ein Bistro, das bis 18 Uhr geöffnet ist und eine Schnelltheke für belegte Brötchen und Kaffee. Wenn mein Kühlschrank in ein paar Tagen leergegessen ist, werde ich zumindest nicht verhungern. Smiley mit geöffnetem Mund Es gibt eine LPG-Zapfsäule in 50m Entfernung, ich werde also nicht frieren. Es gibt einen Wasserhahn draußen am Haus, wo die Fernfahrer ihre Wasserkanister auffüllen können, also ich vermutlich auch. Es gibt Duschmöglichkeiten und wenn getrennt nach Geschlechtern, werde ich eine für mich allein haben! Meinen Toilettenkassetteninhalt und mein Abwasser werde ich bestimmt auch los, wenn nicht in einer Entsorgungsstation (weiß noch nicht, ob es die gibt), dann im nächsten Gulli oder einer Toilette. Es gibt Abfallbehälter und es gibt sogar freies WLAN! Und eine Aussicht ins Grüne habe ich auch. Das sind doch fast schon paradiesische Zustände, oder??? Wenn ich krank werden sollte (was ich nicht hoffe), kann man mich hier abholen. Falls Taxifahrer noch arbeiten, könnte ich mich hier auch abholen und zu einem Supermarkt fahren lassen. Aber vielleicht ernähre ich mich die nächste Zeit auch nur von belegten Brötchen? Ich muss mal nachsehen, was es sonst noch so im Angebot hat…

Und wenn die Polizei vorbeikommen sollte, werde ich die gleiche Diskussion führen und den Beamten fragen, ob er mich lieber neben sein Haus stellen möchte und ob ich meine Toilettenkassette dann bei ihm entleeren darf. Erzürnt Mal schauen, was passiert…

Als ich Uschi meinen Plan mitteilte, erfuhr ich, dass es jetzt für „Härtefälle“ wie mich von der Gemeinde Essingen oder wem auch immer eine Ausnahmegenehmigung gibt und ich doch auf den Campingplatz darf. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll?! Damit ist zwar mein aktuelles Problem gelöst, nach dem Motto „Glück gehabt“, aber alle anderen armen Fulltimer-„Schweine“ sind weiter da draußen auf sich gestellt. Vielleicht organisieren sie sich selbst, zumindest die, die bei Facebook sind. Dort gibt es eine Gruppe „Leben im Wohnmobil“ und die ruft dazu auf, dass jeder, der die Möglichkeit hat, einen privaten Stellplatz neben seinem Haus oder in der Garagenauffahrt zur Verfügung zu stellen, sich bitte melden soll.
Ich fahre dann mal los, sind ja nur noch 610 Kilometer!
Enttäuschtes Smiley

Passt alle gut auf euch auf!!! Ich hoffe, wir überstehen diese Krise möglichst unbeschadet und gehen gestärkt aus ihr hervor. Viel mehr als hoffen können wir ja alle nicht.

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Overijsselsche Vecht – Vechte – Vechtesee – Nordhorn

 

Provinzen NiederlandeVon den 13 Provinzen der Niederlande hatten wir nun den nördlichen Teil bis auf die Provinz Drenthe und die Watteninseln bereist, nicht ausführlich, sondern eher nur reingeschnuppert. Aber nach so vielen Jahren Abwesenheit war es mal wieder sehr schön dort und hat, auf jeden Fall bei mir, die Lust auf mehr wiedererweckt. Kuss senden

unsere Stationen in den Niederlanden

Von Hasselt waren es nur noch knapp 80 Kilometer bis nach Nordhorn, auf der Landstraße. Hätten wir die OverijsselscheVecht/Vechte per Boot nehmen müssen, wären es weitaus mehr gewesen, denn sie verläuft, wie oft bei freifließenden Gewässern, sehr kurvenreich und in einem großen Bogen.

Vechtesee Der Wohnmobilstellplatz in Nordhorn liegt fast unmittelbar am Vechte-See, der seit 1974 zum Schutz vor Überschwemmungen besteht und von der Vechte durchflossen wird. Die schöne Lage und die Nähe zu den Niederlanden bewirkt, dass der Platz schon von Anfang an gut frequentiert wurde. Wir kennen ihn schon aus der Zeit, als er noch kostenfrei war und im Sommer von niederländischen Mobilisten wochenlang urlaubsmäßig genutzt wurde. Seit ein paar Jahren kostet eine Übernachtung sehr preisgünstige 5 Euro, bezahlbar nur mit Münzen an einem Parkscheinautomat. Strom gibt es für €1/5 Stunden. Eine VE-Station ist vorhanden, allerdings ohne die Möglichkeit, eine Kleinmenge Kaffee- oder Teewasser zu entnehmen. Den Müll wird man auch los, aber es gibt leider keine Mülltrennung. Die stark befahrene Straße, die den Stellplatz vom See trennt, ist vor allem in den ersten Reihen hörbar, man gewöhnt sich aber daran. Angenehm ist, wie ich finde, dass die Plätze in sechs langen Reihen angelegt sind, jeweils getrennt durch einen kleinen (Wasser-) Graben. Die Nachbarn sind also auf der anderen Seite des Grabens, der durch Holzzäune gesichert ist und somit ausreichend weit entfernt. Zwinkerndes Smiley

Nordhorn

In den Reihen steht man logischerweise hintereinander, ob vorwärts oder rückwärts kann jeder selbst entscheiden, je nachdem, wo man seine Ausstiegstür haben möchte, zur Fahrstraße oder zum Graben. Mit dem notwendigen Abstand zum Rangieren passen auf jeden Abschnitt (drei pro Reihe) drei bis vier Mobile, je nach Länge. Im letzten Jahr wurde die zweite Hälfte des gesamten Platzes ebenfalls mit Rasengittersteinen versehen. Davor stand man bei schlechtem Wetter schon mal im Matsch und tiefe Fahrspuren zeugten davon, dass einige Mobile Schwierigkeiten gehabt hatten, ihren Platz wieder zu verlassen. Wenn diese Spuren dann austrocknen, wird das Befahren der Stellflächen nicht einfacher. Das ist jetzt sehr viel besser! Und die Anzahl der Stromsäulen/Steckdosen wurde auch erfreulich großzügig erhöht. Das war früher ein Problem und jeder, der eine Steckdose ergattert hatte, gab sie nicht wieder frei, ob nun Strom floss oder nicht. Da der Andrang vor allem im Sommer ungebrochen groß ist, überlegt die Stadtverwaltung, auf der anderen Straßenseite eine Erweiterung anzulegen. Der Ehemann der zweiten Bürgermeisterin klopfte eines Vormittags bei Uschi, übergab ihr ein paar Broschüren und fragte, ob sie das erste Mal da sei, ob sie zufrieden sei und ob sie Kritik oder Verbesserungsvorschläge habe. Nachdem wir jetzt ja eine Weile unterwegs sind, müssen wir sagen, dass dieser Stellplatz in Nordhorn wirklich sehr preiswert ist, vor allem für seine Lage und Ausstattung und es ist zu befürchten, dass spätestens nach der Erweiterung der Preis ansteigen wird. Trauriges Smiley Bleiben darf man übrigens offiziell nur drei Nächte. Ob das im Sommer kontrolliert wird, wissen wir nicht. In der Nebensaison interessiert es jedenfalls niemanden. (folgende Fotos von April 2018)

Nordhorn 2018Nordhorn 2018Hotel und Pier 99

Am See gibt es ein Hotel und ein sehr schönes Café/Bistro/Restaurant, das Pier 99 (Foto oben). Am Wochenende sollte man unbedingt reservieren! Wir waren natürlich, wie immer, dort, diesmal aber mit meinen Freunden auch noch an einem anderen See mit einem ähnlich gearteten Strandlokal. Die Windbeutel waren leider nicht so lecker, wie sie aussahen, sondern einfach viel zu trocken und hart.

Quendorfer SeeQuendorfer SeeElse am See

So, das muss für heute reichen! Wer mehr Fotos und Text möchte, den verweise ich auf die Berichte aus Nordhorn vom April 2018 und vom September 2011. In letzterem gibt es ein paar kuriose Fahrzeuge zu sehen, die damals auf dem Stellplatz standen. Besonders interessant ist das 6. Foto! Da sieht man sehr schön, wie unterschiedlich die Bedürfnisse von Wohnmobilisten doch sein können. Erstauntes Smiley

Ach ja, für Kuchen-, Äpfel- und/oder Omnia-Liebhaber (für Nichteingeweihte: ein schwedischer Omnia-“Backofen“ ist die Möglichkeit, mit Gas ohne Backofen Kuchen zu backen) hätten wir noch ein sehr einfaches Rezept: „Grafschafter Apfelbrot“, zu finden oben in der Menüleiste in der Rubrik „Lieblingsrezepte“ ODER direkt über den gleichnamigen Link in der rechten Seitenleiste ODER der Einfachheit halber „hier“. Aber vielleicht schaut ihr mal in unsere (bescheidene) Rezeptsammlung? Und natürlich kann man das Apfelbrot auch in einer normalen Kastenform in einem normalen Backofen backen! Mit etwas Schlagsahne und/oder einer Kugel Eis wirklich köstlich!!! Verliebt

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Zwarte Water und die Hanse

 

Übersicht Wir flüchteten in das Landesinnere, wohlwissend, dass der nächste Orkan kommen würde. Über kurz oder lang wollten wir bei meinen Freunden in Nordhorn sein, bis dahin aber noch ein oder zwei kleine niederländische Städtchen „mitnehmen“, Meppel und/oder Hasselt. Uschi fuhr wie immer vor und teilte mir von unterwegs schon mit, dass der Stellplatz in Meppel für Oscarlotta schwer bis unmöglich anzufahren sei, weil gerade Straßenbauarbeiten stattfanden und die direkte Zufahrt gesperrt war. Also fuhr ich gleich durch nach Hasselt. Dort gibt es 10 Wohnmobilstellplätze direkt am Yachthafen. Auf der Hälfte standen allerdings an Land überwinternde Segel- und Motorschiffe, aber außer uns war sonst niemand mit Wohnmobil da. Das änderte sich zum Wochenende allerdings und auf fünf Plätzen standen sieben Mobile. In früheren Jahren waren wir im Winter auf den Stellplätzen ja fast immer allein, das hat sich grundlegend geändert! Nicht nur in Spanien und Portugal nimmt die Wohnmobildichte immer mehr zu, sondern (leider) auch in Mittel- und Nordeuropa. Noch geht es, weil es sich vielerorts noch hauptsächlich auf die Wochenenden beschränkt, aber, wie gesagt, auch nur in den Wintermonaten. Enttäuschtes Smiley

Wir standen prima, mit schönem Blick auf den Hafen und windgeschützt neben den Schiffen. Zwei Seiten des Yachthafens nahmen sowieso größere Gebäude ein, oben die Wohnungen, unten Schiffsgaragen.

Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"Yachthafen "De Molenwaard"

Übersicht Hasselt liegt am Zusammenfluss vom Zwarte Water und der Overijsselse Vecht, was die niederländische Fortsetzung der Vechte ist, die auch durch Nordhorn fließt. Gemeinsam und mit noch ein paar Zuflüssen bilden sie das Zwarte Meer. Und dieses, zusammen mit dem anschließenden Ketelmeer, stimmt ein auf das große IJsselmeer.

Zwolle Hasselt bekam schon 1252 Stadtrechte mit eigener Rechtssprechung, der Erlaubnis, Jahrmärkte abzuhalten, Handelsprivilegien und es durften Verteidigungsbollwerke angelegt werden. Nicht ganz so aufwändig wie im benachbarten Zwolle, wo die sternförmige Verteidigungslinie noch fast vollständig erhalten ist. Aber Hasselt ist auch fast rundherum von Wasser umgeben, das erschwerte Angriffe und so hatte man im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls den Status einer Festungsstadt. Und schon seit dem 14. Jahrhundert gehörte diese kleine Stadt der Hanse an! Begünstigt auch hier durch die Lage am Zwarte Water und dem freien Zugang zur damaligen Zuiderzee. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Rindern, Holz, Fisch, Getreide, Butter und Bentheimer Sandstein. Im 19. Jahrhundert konzentrierte man sich auf den Abbau von Torf, die Herstellung von Kalk, den Bau von Schiffen und auf Schiffsreparaturbedarf. Ein Kalkofen ist erhalten geblieben.

KalkovenKalkoven

Vom Wohlstand früherer Zeiten zeugen die schönen Häuser entlang der einzigen Gracht, das Oude Stadhuis und die große, dreischiffige Stephanuskerk. Ein kleines, aber sehr hübsches Städtchen, finden wir! Verliebt

HasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltHasseltOude StadhuisHasseltBierlisteHasseltGrote KerkGrote KerkGrote KerkHasseltHasseltHasseltHasseltHasselt

Windtechnisch wurde es dann wirklich noch einmal heftig! Das Sturmtief „Sabine“ zog über uns hinweg, aber nicht nur innerhalb ein paar Stunden. Es stürmte über drei Tage, hörte für ein paar Stunden auf und fing wieder an. Wir standen gut, rundherum konnte uns nichts gefährlich werden, die Schiffe neben uns waren gut gesichert und alles war fest vertäut. Den Schiffen im Wasser ging es nicht ganz so gut. Der Hafenmeister war mit seinem Helfer und einem Schlauchboot mit Außenbordmotor von Schiff zu Schiff unterwegs, kontrollierte Leinen und legte Zusatzleinen. Viele Schiffe waren mit Planen abgedeckt, die nach Stunden heftigstem Gezerre durch die Windböen nicht mehr standhalten konnten. Ein Schiff war in meinem direkten Blickfeld und ich beobachtete über zwei Tage, dass die riesige Plane sich immer mehr freiflatterte, bis sie eines Morgens nicht mehr da war! Ein kleineres Schiff bekam Schräglage, was dafür sprach, dass schon Wasser eingedrungen war. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes wurde es vom Hafenmeister zur Slipanlage geschleppt und an Land gekrant, bevor es sinken konnte. Erstauntes Smiley

Ich wäre gerne noch mit dem Bus nach Zwolle gefahren, aber da machte mir Sabine einen Strich durch die Rechnung. Und dann war keine Zeit mehr. Wir mussten zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder in Deutschland sein, da das turnusmäßige Telefonat zu Uschis Schwester in USA anstand, das Uschi während unserer Zeit in den Niederlanden schon einmal teuer bezahlt und einmal hatte ausfallen lassen. Teuer bezahlt übrigens, obwohl wir extra bei der Vodafone-Hotline angerufen, aber eine falsche Auskunft bekommen und der vertraut hatten. Gut, dass Uschi eine Prepaid-Karte hat! So war das Guthaben nach einigen Minuten einfach nur aufgebraucht. Bei einem Vertrag wäre es richtig teuer geworden!!! Weinendes Smiley

Zwolle steht also noch auf meinem/unserem Programmzettel, was bedeutet, dass wir noch einmal wiederkommen müssen! Ich fragte den Hafenmeister beim Abschied, ob ich im Sommer mit Oscarlotta denn überhaupt eine Chance hätte und ob man reservieren könne. Ja, kein Problem, man würde schon ein „Plätzchen“ finden. Sie würden niemanden wegschicken! Also gut!

Bezahlt haben wir übrigens €10/Nacht/Mobil plus €2,50 für Strom. Uschi würde keinen Strom brauchen, wenn wenigstens ab und zu die Sonne scheint und ich auch nur, um meine Kaffeemaschine laufen zu lassen. Da wir aber beide unsere Heizungen auch mit Strom betreiben können, erspart uns das eine Menge Gasverbrauch, zumal der Kühlschrank dann auch über Strom läuft, was wir sonst nicht machen, da der Betrieb mit Strom gut doppelt so teuer ist als mit Gas. Meistens ist in den Niederlanden der Strom sowieso pauschal mit im Übernachtungspreis enthalten und das ist, vor allem im Winter, eine feine Sache! Wir brauchten uns über Wochen keine Sorgen um Gas zu machen, ab und zu tankten wir unsere LPG-Flaschen auf und das war es auch schon! Die Absicherungen der Stell- und Campingplätze waren immer ausreichend, um zumindest auf niedrigster Stufe zu heizen. Da es ja so gut wie keine Minustemperaturen gab, reichte im schlechtesten Fall, ab und zu für 10 Minuten mit Gas zuzuheizen. In der Regel konnten wir aber unsere Heizungen auf voller Leistung durchlaufen lassen, mussten nur daran denken, sie kurz auszuschalten, wenn die Kaffeemaschine eingeschaltet wurde. Sonst wären die Sicherungen vermutlich rausgeflogen und nicht immer kommt man an die heran. Smiley mit geöffnetem Mund

Es gibt im Yachthafen einen Duschcontainer und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen, natürlich gegen Bezahlung. V/E und Müllentsorgung ist gewährleistet, ein gut sortierter Supermarkt ist zu Fuß gut erreichbar und die Bushaltestelle ist quasi vor der Tür. Der Hafenmeister ist super nett und der Platz ist mit einer geschlossenen Schranke versehen. Man klingelt, er meldet sich, man sagt, was man will und er öffnet die Schranke. Ich musste bei meiner Ankunft aussteigen, um klingeln und mit ihm reden zu können. Da Uschi schon da war und mich angekündigt hatte, ging die Schranke sofort hoch. Bis ich um Oscarlotta herumgelaufen und eingestiegen war (es gibt nur eine Tür!), die Treppe eingefahren hatte, weil es sonst bei laufendem Motor laut piept und wieder auf dem Fahrersitz saß, war die Schranke wieder zu! Also noch einmal von vorne! Die Schranke ging erneut auf. Als ich wieder auf dem Fahrersitz saß… Verwirrtes Smiley Beim dritten Mal konnte ich dann mitteilen, dass ich erst wieder einsteigen muss und dann die Schranke aber schon wieder unten sei! Ja, er würde mich schon sehen, hieß es. Ich solle in Ruhe einsteigen und dann würde er die Schranke öffnen. Am Ende des Zufahrtsweges sah ich einen Mann mit Sprechgerät in der Hand. Nach meinem zweiten Klingeln hatte er sich in Bewegung gesetzt, um zu schauen, was das Problem war. Letztendlich konnte ich dann reinfahren! Laut lachen

Hasselt

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Lauwerszee, Lauwersmeer, Lauwersoog

 
 
AbschlussdeichWir mussten entscheiden, ob wir den nächsten Sturm noch in Egmond aan Zee aussitzen wollten oder ob wir das einzige Zeitfenster der Woche für die Überfahrt über den Abschlussdeich nutzen. Bei Sturm wäre die Überfahrt sicher nicht so lustig und bei Regen auch nicht. Wir fuhren! Es war dann allerdings lange nicht so spektakulär, wie ich mir das vorgestellt hatte und das lag nicht am Wetter, das spielte mit, sondern daran, dass die Fahrbahnen statt von einer Mittelleitplanke durch einen Wall getrennt werden. Man hatte einen Ausblick also nur auf der Seite, wo man fuhr und der war dazu noch relativ langweilig. Enttäuschtes Smiley Das konnten auch das Monument und der Aussichtsturm nicht wettmachen und in Ermangelung geeigneter Parkplätze für Wohnmobile hielt ich zwar kurz an und stieg aus, entschied mich aber gegen das Fotografieren. Die nachfolgenden Fotos hat Uschi gemacht.

Abschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeerAbschlussdeich IJsselmeer

Witzig finde ich, dass es auf halber Strecke (die Gesamtlänge beträgt 32km) sowohl eine Tankstelle, sogar für LPG, als auch einen Campingplatz gibt. Als Bauwerk ist der Abschlussdeich natürlich schon sehr beeindruckend! Es müsste übrigens eigentlich Damm heißen, denn ein Deich hat auf einer Seite immer Land.

Lauwersoog 1 Als wir wieder am Festland ankamen, waren wir in der Provinz Friesland. Hier gibt es ganz offiziell zwei Landessprachen, niederländisch und friesisch. Ein Drittel der Einwohner spricht noch die alte Sprache, die mehr als ein Dialekt ist und die Straßen- und sonstigen Beschilderungen sind zweisprachig. Wir wollten nach Lauwersoog. Auch hier gibt es eine große Meeresbucht, so wie früher die Zuidersee, bevor der Abschlussdeich gebaut wurde. Der Fluss Lauwers, als Grenzfluss zwischen Friesland und der benachbarten Provinz Groningen, mündet hier. In der großen Sturmflut von 1280 entstand aus dem Mündungsdelta die Lauwerszee. Obwohl das Gebiet durch die vorgelagerten Watteninseln geschützt ist, kam es auch hier immer wieder zu Sturmfluten und nach der Katastrophe von 1953 wurde mit dem Bau eines 13km langen Damms mit Sielen und Schleusen begonnen. Seit 1969 ist die Bucht vom Meer abgeschlossen und eingedeicht und so wurde aus der Lauwerszee das Lauwersmeer. (Ihr erinnert euch? Zee = Meer und Meer = See) Laut lachen

Drei kleinere Flüsse konnten jetzt nicht mehr in die Nordsee abfließen, das Wasser wurde brackig, Flora und Fauna veränderten sich und seit 2003 gibt es den Nationalpark Lauwersmeer. (Quelle: Wikipedia)

LauwersmeerLauwersoog entstand erst nach der Eindeichung der Lauwerszee. Heute gibt es von hier aus eine Fährverbindung zur westfriesischen Insel Schiermonnikoog, der letzten bewohnten Insel vor der Grenze zu Deutschland und der Insel Borkum. Der Hochsee-Fischereihafen ist einer der größten der Niederlande und, seitdem die ehemalige Zuiderzee durch den Abschlussdeich vom offenen Meer abgetrennt wurde, Heimathafen für einen Großteil der Fischereiflotte von Urk.

Fischereihafen LauwersoogFischereihafen LauwersoogFischereihafen LauwersoogFischereihafen Lauwersoog

Lauwersoog selbst besteht eigentlich nur aus dem Hafen mit diversen Fischlokalen

Hafen LauwersoogHafen Lauwersoog

und einem großen Campingplatz. Dort wollten wir eigentlich hin, aber dann fand Uschi heraus, dass es auch einen Wohnmobilstellplatz gibt, mit Blick aufs Wasser.

Stellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Und der war wirklich erlebenswert! Noch nie haben wir auf einer so kleinen Fläche so viele ineinander verschachtelte Stellplätze (insgesamt 23!) gesehen! Die Abmessungen eher für PKWs als für Wohnmobile, sogar quer hinter den beiden Plätzen, für die wir uns entschieden, war auf dem Steinboden noch ein Stellplatz eingezeichnet, die Nummer 14, nahtlos. Wir standen in der zweiten Reihe und wenn die erste Reihe belegt gewesen wäre, hätte ich mit Oscarlotta den Platz nur von hinten anfahren können. Wie das im Sommer funktionieren soll, wenn es, laut Aussage der Betreiberin, jeden Tag voll ist, weiß ich nicht! Mit Bussen (oder Vans, wie es ja jetzt heißt), vielleicht noch machbar, für „richtige“ Wohnmobile eher grenzwertig bis unmöglich. Dazu noch nicht einmal besonders preiswert mit €19,50 in der 1. Reihe und €17,50 in der zweiten, allerdings, wie üblich in den Niederlanden, ist der Strom im Preis enthalten.

Stellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Es gibt zwei Nebengebäude mit insgesamt zwei Duschen, drei Toiletten und einer Waschmaschine, außerdem den üblichen Standard für Ent- und Versorgung. Stellplatz Lauwersoog Mittendrin steht ein Ferienhaus zur Vermietung, in dessen Windschatten wir uns begaben. Es hätte schönere Plätze gegeben mit Blick auf den Yachthafen, aber dort wären wir dem angekündigten Sturm wehrlos ausgeliefert gewesen.

Yachthafen LauwersoogYachthafen Lauwersoog

Und der kam! Wir versuchten, ihn auszusitzen, nutzten jede Regenpause für kurze Gänge zum Hafen in eines der Fischrestaurants oder zum Campingplatz. Dort sollte es einen größeren Lebensmittelladen geben. Der entpuppte sich allerdings als saisonal sehr spartanisch bestückt! Erfreulicherweise war aber das große Campingplatzlokal in Betrieb und wir konnten uns für den Rückweg stärken. Koffie verkeerd und appelgebak met slagroom Verliebt

Campingplatzlokal Lauwersoog

Der Campingplatz besteht, wie fast überall in den Niederlanden, überwiegend aus Ferienbungalows. Wohnmobilplätze haben wir keine gesehen und auch nicht gesucht, denn es war völlig klar, dass wir auf dem Stellplatz schöner stehen und sogar preiswerter. Sehenswert ist der angegliederte Museumshafen mit ein paar schönen alten Schiffen.

Museumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen LauwersoogMuseumshafen Lauwersoog

Stellplatz LauwersoogUschi stromerte auf dem Gelände unseres Stellplatzes ein wenig herum und entdeckte eine Schiffsgarage und eine große Halle, die früher wohl als Lagerhalle für Schiffe genutzt wurde oder für die Instandsetzung. Jetzt war sie umfunktioniert worden zu einem großen Aufenthaltsraum mit Koch- und Abwaschmöglichkeit.

Stellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Sehr witzig fanden wir in der zweiten Hälfte der Halle die zwei Holzhütten zur Vermietung mit Strandkörben und Sitzgelegenheiten. Das nenne ich doch mal eine optimale Raumnutzung! Man hat zwar kein Tageslicht, aber dafür braucht man ja nur vor die Hallentür und auf die nette kleine Gartenterrasse zu gehen! Smiley mit geöffnetem Mund

Stellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz LauwersoogStellplatz Lauwersoog

Wir blieben fünf Nächte. Dann waren wir dermaßen entnervt von der Schaukelei, dass wir die Flucht ergriffen. Ständiger starker Wind kann einen, zumal in einem Wohnmobil, wirklich an seine Grenzen bringen! Da tröstet dann auch das beste freie WLAN und der leckerste Kibbeling nicht mehr drüber hinweg. Müdes Smiley

Stellplatz LauwersoogKibbeling

written by Ingrid
photos taken with iPhone and HUAWEI P10 Lite

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.