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Schacht AudorfWir verabschiedeten uns von der Ostsee, aber es ist ja nicht für lange. Wir haben nämlich in Thiessow auf Rügen für das Frühjahr schon wieder reserviert! Smiley Als nächstes Ziel hatten wir als Übergang von der Ostsee zur Nordsee den Nord-Ostsee-Kanal ausgewählt, und zwar den Stellplatz in Schacht-Audorf. Der ist im Sommer sehr beliebt, weil man, wenn man das Glück hat, in der ersten Kanalreihe einen Platz zu ergattern, die teilweise riesigen Frachtschiffe oder auch Luxusliner aus nächster Nähe vorbeischwimmen sehen kann. Bisher hatten wir dieses Glück noch nicht, aber jetzt! Auch hier waren wir nicht die einzigen Reisemobilisten, aber wir hatten keine direkten Nachbarn und konnten so wunderbar auf den Kanal sehen. Direkt nebenan gibt es eine kleine Fähranlage, die zwei Fähren fahren unermüdlich vom einen Ufer zum anderen. Besonders schön anzusehen war das bei Dunkelheit.

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Der Nord-Ostsee-Kanal erspart seit mehr als 100 Jahren allen Schiffen den langen Weg um die Nordspitze Dänemarks. Es ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt, bis zu 162m breit und 11m tief. Was für eine Meisterleistung des 19. Jahrhunderts! Bis zu 8900 Arbeiter bewegten über einen Zeitraum von 8 Jahren ca. 80 Millionen Kubikmeter Erde!!! Der Kanal hatte in dieser ersten Ausbaustufe allerdings „nur“ eine Breite von 67m und eine Tiefe von 9m. Im Gegensatz zu so manchem Großbauprojekt von heute wurden die veranschlagten Baukosten von 156 Millionen Mark nicht überschritten, was bemerkenswert ist! 2018 passierten knapp 30000 Schiffe den Kanal, von Brunsbüttel auf der einen Seite bis fast 100km weiter nach Kiel oder umgekehrt.

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Fahrzeit etwa 8 Stunden bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 15km/h. Auf „dieser Seite“ kann man nachverfolgen, welche Schiffe gerade auf dem Kanal unterwegs sind. Oder man beobachtet das Geschehen über eine der 5 Webcams. 10 Brücken überspannen ihn, so hoch, dass auch Schiffe mit bis zu 40m hohen Aufbauten hindurchpassen. Die imposanteste Kanalbrücke ist die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke, die 42m hohe Stahlkonstruktion wurde von 1911 bis 1913 erbaut und gilt noch heute als eine der bedeutendsten und größten Brücken Europas. Wie zur damaligen Zeit üblich, ist die gesamte Brücke genietet. 3,2 Millionen Eisen-Nieten halten 17.740 Tonnen Stahl zusammen! Die integrierte Schwebefähre, eine von nur noch 8 existierenden weltweit, wurde 2016 von einem vorbeifahrenden Schiff so schwer beschädigt, dass sie nicht repariert werden konnte. Eine Neukonstruktion sowohl der Aufhängung mit dem Antrieb als auch der Fährgondel ist in Arbeit und die Fertigstellung ist für 2020 geplant. Kosten rund 11 Millionen Euro! (Quelle: Wikipedia)

Schiffe kommen immer über einen längeren Zeitraum keine oder aber mehrere auf einmal. Das liegt daran, dass sich an beiden Seiten des Kanals große Schleusenanlagen befinden. Beim ersten größeren Schiff stürzte ich nach draußen, um Fotos zu machen. Leider war es wieder grau und nieselig, keine guten Voraussetzungen für Fotos. Das Ergebnis macht trotzdem deutlich, wie es aussieht, wenn ein Schiff an den Wohnmobilen vorbeizieht.

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Viel imposanter war es dann allerdings bei dem nächsten Schiff ein paar Minuten später. Da fuhr ein Hochhaus an uns vorbei! Erstauntes Smiley

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Bei Dunkelheit hört man ein herannahendes Schiff lange, bevor es sichtbar wird und man kann auch gut unterscheiden, ob es ein kleines, ein mittelgroßes oder ein richtig großes ist. Dann schiebt sich irgendwann eine große schwarze Wand neben dem Mobil entlang, bevor die beleuchteten Schiffsabschnitte kommen. Die Brücke ist meistens so hoch, dass man sie nur sieht, wenn man direkt am Fenster steht oder wenn das Schiff schon ein Stück weiter ist.

Schacht Audorf Uns hat es gefallen! Der Stellplatz hat übrigens 41 parzellierte Stellflächen und kostet €12,50/Nacht (zu zahlen am Automat mit Karte oder Münzen). In der Saison ist der maximale Aufenthalt auf drei Nächte begrenzt. Es gibt Stromsäulen, eine VE-Station, Müllbehälter und Sanitärcontainer sowie Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung.
Außer in Schacht-Audorf gibt es noch weitere Wohnmobilstellplätze am NOK.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Stellplätze nach/ab/seit Dänemark

 
 
Hier kommen noch ein paar Stellplatzbeschreibungen “zum Nachfahren” für die Mobilisten unter unseren Lesern!

1. WohnmobilPark Schacht-Audorf bei Rendsburg (Bordatlas 2012 S.480)

28 große Plätze; 10 €/Nacht; VE; Strom(münz)säulen

54°18’11’’N/9°42’38’’O

Ein besonderer Platz direkt am Nord-Ostseekanal mit Blick auf die großen “Pötte”. Wir hatten leider nicht das Glück, einen Platz in der 1. Reihe zu ergattern, aber da wir nur eine Nacht bleiben wollten, war es uns nicht so wichtig. Es war auch so beeindruckend genug, wenn fast direkt vor der Windschutzscheibe riesige Containerschiffe vorbeiziehen.

Nach Rendsburg gelangt man per Rad am Kanal entlang und dann über die Schwebefähre unter der Eisenbahnhochbrücke über den Kanal. Rendsburg gefällt uns immer wieder gut!

Schacht-Audorf (1) Schacht-Audorf (2) Schacht-Audorf (3) Schacht-Audorf (4) Schacht-Audorf (5) Schacht-Audorf (6) Schacht-Audorf (7) Schacht-Audorf (8) Schacht-Audorf (9)

2. Stellplatz “Gaststätte Moorstübchen” in Rieste am Alfsee (Bordatlas 2012 S.463)

25 große Plätze; 12 €/Nacht (incl. Dusche); Strom 50 Cent/KW; Müll 2 € (einmalig); VE; neue Sanitäranlage mit Dusche, WC, Spülküche, Waschmaschine+Trockner

52°28’41’’N/7°59’21’’O

Ein noch ganz neuer, netter, sehr ruhiger, gut betreuter Platz ganz in der Nähe des Campingparks “Alfsee”. Dort waren wir nur zum Wasserski-, Dauercamper- und Touris-gucken und froh, dass wir anschließend und vor allem nachts unsere Ruhe hatten 😉 Fotos haben wir keine gemacht.

3. Wohnmobil-Park “Am Eifelbad” in Bad Münstereifel (Bordatlas 2012 S.142)

26 große Plätze; 6 €/Nacht (incl. Strom); zzgl. 1 €/Person Kurtaxe; VE; Duschmöglichkeit im Hallen- und Freibad (erm. Preis für 2 Std. 3,60 €)

50°32’53’’N/6°45’49’’O

Der Platz liegt ruhig im Grünen unmittelbar neben dem Bad. Der Ort ist zu Fuß (oder per Rad) gut erreichbar, klein, aber nett mit teilweise sehr hübschen Fachwerkhäusern. Heino-Café 😉 (normalerweise!) Fotos haben wir keine gemacht.

4. Stellplatz “Am Lago” in Heinsberg (Bordatlas 2012 S.290)

44 große Plätze; 10 €/Nacht; Strom(münz)säulen; VE

51°4’25’’N/6°5’33’’O

Sehr schön gelegen direkt an einer Grünanlage, eingezäunt mit Schranke (von Hand zu öffnen), mit Blick auf den See, ein kleines Café in der Nähe, sehr ruhig (bei Badewetter fraglich). Stadt in fußläufiger Entfernung, sehr nett. Rundweg um den See ca. 3 km. Die Gänseherde ist besser als Kino, vor allem, weil immer wieder Spaziergänger mit Brot vorbeikommen. Wir wussten bisher nicht, wie lustig rennende, flügelschlagende Gänse aussehen! Öfter lautes Geschnatter!!!

Heinsberg (1) Heinsberg (2) Heinsberg (3) Heinsberg (4) Heinsberg (5) Heinsberg (6)

5. Reisemobilhafen “Am Holländer See” in Geldern (Bordatlas 2012 S.255)

55 große Plätze; 7 €/Nacht (3-Tages-Ticket 17 €); Strom(münz)säulen; VE (sehr großzügig!)

51°30’40’’N/6°19’43’’O

Sehr viele ausgearbeitete Radtouren mit genauen Kilometerangaben (gratis in Heftform mit Beschreibung der Sehenswürdigkeiten am Wegrand) bis nach Holland, See direkt neben dem Platz (Rundweg ca. 1 km), Bäckerwagen am WE um 8:30 (!), ruhig, nettes Städtchen in fußläufiger Entfernung.

Am Holländer See (1) Am Holländer See (4) Am Holländer See (2) Am Holländer See (3) Am Holländer See (5) Holländer See (1) Holländer See (2) Geldern (1) Geldern (2)

Hier bleiben wir aus zahntechnischen Gründen 😦 noch eine weitere Woche! Aber da 1. endlich der Sommer ausgebrochen ist, 2. wir wieder einen Smart gemietet haben (diesmal weiß/silber) und 3. unser Stellplatz wirklich schön im Grünen liegt (siehe Foto 1), gibt es Schlimmeres, finden wir!

Uschis Beitrag Nr.1 während des “Sommerlochs!”

 
Jaaa, normaaalerweise…

…würde ich dieses Quietschrosa nicht als Farbe für einen Blogeintrag wählen und dieser Beitrag gehört sowieso wahrscheinlich normalerweise nicht in diesen Blog. Trotz allem möchte ich zu diesem Thema mal so einiges los werden.

Wie oft das Wort normalerweise normalerweise gebraucht wird, fällt erst auf, wenn man es sehr oft innerhalb kurzer Zeit als nichtssagende Entschuldigung hört. Uns lief dieser Begriff abnormal (Gegenteil von normalerweise) häufig diesen Sommer über den Weg.

Nun zu einigen Beispielen aus unserem aktuellen Leben:

Wir stehen auf einem teuren Campingplatz an der “Blauen Lagune” auf einem extra ausgewiesenen Platzteil nur für Reisemobile. An einem Nachmittag kommen wir von einem Ausflug zurück und sehen, dass in nächster Nähe 4 junge Männer sich mit VW-Bus, Zelt und PKW niedergelassen haben. Die nächsten Stunden bis am nächsten Morgen um 4:00 Uhr halten sie sich an Bierdosen zu Schnaps fest, das massenhaft angefallene Leergut wird zu einem großen Haufen aufgeschichtet und die Musik- und Redelautstärke steigt proportional mit dem steigenden Alkoholpegel. Sie bleiben 3 Nächte und trotz Ansprache durch einen anderen Reisemobilisten ändert sich nicht viel. Als wir uns bei der Abreise in der Rezeption beschweren, kommt sofort das Wort nor…. zum Einsatz:

“Normalerweise stehen solche Campinggäste abgetrennt auf einer Extrawiese unter Gleichgesinnten. Außerdem kontrolliert normalerweise jede Nacht ein Nachtwächter den gesamten Platz und spricht bei solch massiven Störungen Ermahnungen oder sogar Platzverweise aus.”

Ein paar Tage vorher schon wurde die Frage von Ingrid nach dem angebotenen kostenlosen WLAN mit einem überzeugten “Ja, auf dem ganzen Platz” beantwortet. Leider zeigten unsere Geräte so rein gar nichts an! Auf Nachfrage kam ein junger Mann zur Überprüfung auf unseren Platz mit dem gleichen Ergebnis, nämlich keinem. Die prompte Entschuldigung war: norm……! WLAN ging die ganze Woche nicht oder nicht mehr.

Wir wissen bis heute nicht, warum die jungen Leute auf dem eigentlich “falschen Platzteil” tagelang alle anderen Mobilisten tyrranisieren durften und warum kein Nachtwächter anwesend war und einschritt. Außerdem ist bis heute ungeklärt, warum das WLAN doch nicht funktionierte, aber vielleicht erfährt man norm… bei längerem Nachfragen mehr oder auch nicht, wir haben es nicht probiert.

Normalerweise hätte ich all diese Campingplatzgeschichten hier nicht erwähnt, aber das Unwort – ihr wisst schon – verfolgt uns weiter.

Wir fahren auf dem Weg nach Kiel noch nach Rendsburg für einen kleinen Zwischenstopp. Beim Stadtbummel freuen wir uns auf eine bestimmte Imbissbude mit herrlichen Pommes, aber leider ist sie nicht mehr da wo sie noch vor 2 Jahren war. Enttäuscht fragen wir eine Passantin nach dem Verbleib und ihre Antwort war: NORMALERWEISE war sie immer hier…..schaaade!

Wir kommen ein paar Tage später auf der schwedischen Insel Öckerö auf dem Stellplatz am Hafen an. Als Ingrid Brodo nach einer verfügbaren Internetmöglichkeit fragt, meint er: “Normalerweise geht hier kostenloses WLAN, aber gerade heute ist was an der Antenne defekt, morgen Mittag soll es repariert sein.” Na ja, vielleicht normalerweise, aber leider in den Tagen unseres Besuches nicht mehr.

Auf der Rückreise in Aabenraa (DK) auf dem Stellplatz am Hafen kommt auf unsere Nachfrage nach WLAN auch wieder die von uns schon erwartete Antwort: ”Norm… schon, aber seit gestern…!” Wir rollen nur noch mit den Augen.

Zum – zum Thema passenden – Schluss erzähle ich noch eine kleine Episode, die wir vor ein paar Tagen in Bad Münstereifel erlebt haben. Beim Stadtbummel möchten wir uns das im Bordatlas angepriesene Café von Heino, das normalerweise im Städtchen Gäste bewirtet, ansehen. Wir finden das Haus, aber auf einem Schild steht, dass das Café für die Zeit einer gründlichen Renovierung umgezogen ist. Wir finden auch das Haus mit dem umgezogenen Café. Normalerweise hätte es auch geöffnet, aber ein nicht so normaler Wasserschaden verhindert dies erst einmal!

Jetzt bleibt für mich noch die Frage: Wer von euch kann mir wohl eine Definition von “normalerweise” geben? Ich habe schon mal Google und Wikipedia befragt, die normalerweise fast alle Fragen beantworten können, aber diese leider auch nicht. Zwinkerndes Smiley

Nach längerem Nachdenken fällt mir zwar immer noch keine Definition, aber eine absolut passende Frage zu diesem Thema ein:

“Wird wohl dieser Sommer noch so, wie er normalerweise sein sollte?”
 

Immer noch Rendsburg!

 
 
Sonntag, 28. Februar

Gestern am Abend kamen Frieda+Klein-Fridolin mit Uwe und Cesar hier an. (Für alle, die “Frieda”, Ingrids erstes Reisemobil kannten, noch eine kleine Info am Rande: Uwe ist der neue Bewohner von Frieda, Cesar ist sein bayrischer Dackel und “Klein-Fridolin” ist der Name des Anhängers.)

Samstag, 6. März

Nachdem sich in der letzten Woche der Winter immer mehr zurückgezogen hatte, schlug er gestern Abend und heute in der Nacht wieder fürchterlich zu. Das Ergebnis: 15 cm Neuschnee und Tagestemperaturen unter 0°C, in der Nacht wieder -7°C!!!

Im Stadtrat wurde dieser Tage überlegt, ob die Weihnachtsbeleuchtung wieder aufgehängt werden sollte!

Sonntag, 7. März

Es ist 17:00 Uhr und wir haben draußen nach 1,5 Tagen Sonnenschein wieder Schneeschauer bei -2°C.


Trippel und Trappel jammern auch schon rum, sie würden gerne spätestens zu Ostern ihre Schals an den Nagel hängen!

Wir alle hier hocken schon in den Startlöchern und werden bei besseren Straßenverhältnissen nach Kiel verholen! Von dort aus werde ich mich dann wieder melden.

Zum Schluss noch eine Karikatur (von Uwe ausgeschnitten) zum Schmunzeln:

Eure vom Wetter langsam genervte Uschi

“Zwischenheimat” Rendsburg

 
 

Am Samstag, 20.02.2010 sind wir auf freien Straßen hierher gefahren. Zwei Stunden später schneite es bei 0°C schon wieder heftig.

Der Schreck beim Einbiegen in den Stellplatz war groß. Ein paar Fahrspuren im “Tiefschnee”, NICHTS geräumt! Ingrid wühlte sich mit “Oscarlotta” gekonnt auf einen kaum als solchen erkennbaren Platz. Heute, Mittwoch, 26.02., hat sich die Lage immer noch nicht verändert:

Grün (als Schriftfarbe) ist ja die Farbe der Hoffnung und die stirbt bekanntlich zuletzt. Wir würden uns über ein bisschen Grün in unserem “Vorgarten” schon freuen!

So sieht der Platz übrigens ohne Schnee aus, fotografiert Ende März 2006, als Ingrid und ich mit Frieda und Os-Car hier waren.

Heute ist schon Sonntag, 28.02.2010. Wir hatten die letzten 3 Tage Regenwetter bei 2°C Höchsttemperatur und die “weiße Pracht” beginnt, sich gaaaanz langsam zu verabschieden! Jetzt ist es 22.56 und wir hoffen, dass uns “Xynthia” nicht auch noch heimsucht.